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Sackgasse? Aber Gott kennt den Weg! (1)

Steckst du in einer scheinbar hoffnungslosen Situation? Dann geht es dir vermutlich wie Josef im Alten Testament. Auch für ihn schien es keinen Ausweg mehr zu geben: Er wurde von seinen Brüdern verraten und verkauft. Aber Gott hatte einen anderen Plan!

Zwei kleine Wörter verändern alles: “Aber Gott…” Die Geschichte von Josef zeigt, welch unfassbare Hoffnung wir haben, wenn wir Gott den Lauf unseres Lebens anvertrauen – und das gilt auch für dich! Lass dich heute von dieser Predigt ermutigen.

Hallo Freunde. Ich freue mich sehr, dass Sie heute mit dabei sind. Wir wollen zwei der wichtigsten Worte anschauen, die Sie je hören werden. Diese zwei Worte können alles ändern. Zwei Worte, die Sie hören müssen, zwei Worte, die mit einigen der erstaunlichsten Bibelgeschichten verwoben sind. Also, nehmen Sie Ihre Bibel zu Hand, wenn Sie eine haben. Wir wollen uns diese beiden Worte anschauen.
Hallo, ich bin Bayless Conley. Gott sieht dich. Er liebt dich. Und was immer dich beschäftigt: Er hat Antworten auf deine Fragen.

Unsere heutige Sendung wurde in den Büroräumen der Cottonwood Church aufgenommen. Unser neues Fernsehstudio ist gerade im Bau, aber wir möchten trotzdem weiterhin Predigten über Gottes Wort ausstrahlen, die Ihnen Hoffnung und Glauben schenken. Und nun kommt Bayless.

 

Hallo. Ich möchte heute mit der Geschichte über Josef beginnen, wie wir sie in Apostelgeschichte 7 finden. Die meisten Menschen – selbst Nicht-Christen – kennen die Geschichte von Josef in Ägypten. Aber in der folgenden Bibelstelle steckt etwas wirklich Tiefgründiges. Apostelgeschichte 7, ab Vers 9:

„Und die Erzväter wurden neidisch auf Josef und verkauften ihn nach Ägypten. Aber Gott war mit ihm und errettete ihn aus aller seiner Bedrängnis und gab ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem König von Ägypten; der setzte ihn zum Regenten über Ägypten und über sein ganzes Haus.“

Hier sind zwei Wörter, die Sie sich unbedingt merken müssen. Und zwar: „Aber Gott.“ Zwei der wichtigsten Wörter, die Sie je hören können: „Aber Gott war mit ihm.“ Josef wurde von seinen Brüdern gehasst, die ihn aus Neid in eine Grube warfen und als Sklaven verkauften. Er wurde in ein fremdes Land verschleppt, bestimmt mit gefesselten Händen. Er wurde in einer Sprache angebrüllt, die er nicht verstand. Vielleicht wurde er ausgepeitscht. Dann wurde er auf einem Versteigerungspodest in Ägypten an einen Mann namens Potifar verkauft.
Sie müssen verstehen: Er ist noch Kind. Ein Teenie. Er versteht die Sprache nicht. Er kennt die Kultur nicht. Er ist von jedem und allem getrennt, was er kannte und liebte. Er ist von seiner eigenen Familie verraten worden.

Und dann, in Ägypten – Sie kennen die Geschichte. Er fängt an, für Potifar zu arbeiten. Potifars Frau findet an ihm Gefallen und will mit ihm schlafen, aber er ist so integer, dass er sich nicht darauf einlässt. Er will nicht gegen Gott und auch nicht gegen seinen Hausherrn Potifar sündigen. Josef lässt die Frau abblitzen. Er will nicht mit ihr schlafen. Da ergreift sie ihn bei seinem Gewand und will ihn mit Gewalt ins Bett zerren, aber er windet sich aus dem Gewand und läuft weg. Sie bleibt mit dem Gewand in der Hand zurück und benutzt es, um eine Lüge zu schmieden.

Ihr Mann kommt nach Hause und sie sagt: „Oh, dieser hebräische Junge, den du zu uns ins Haus gebracht hast, wollte mich vergewaltigen. Hier ist der Beweis. Ich habe sein Gewand.“ Potifar ist erzürnt und lässt Josef ins Gefängnis werfen.

Wir kennen die Geschichte. Er legt die Träume des Mundschenks und Bäckers aus. Die Auslegung erfüllt sich haargenau. Der Mundschenk verspricht, dass, wenn er wieder in die Dienste des Pharaos aufgenommen wird, er an Joseph denken und versuchen werde, ihn aus dem Gefängnis zu holen. Aber, der Mundschenk das vergisst.

Zu dem Zeitpunkt ist Josef schon seit mehreren Jahren im Gefängnis. Bis jetzt hat er nichts als einen schweren Weg gehabt. Er wurde in Umstände hineingeworfen, über die er keine Kontrolle hatte. Und dann finden wir diese beiden schönen Wörter: „Aber Gott.“ Diese beiden Wörter können alles ändern. Diese beiden Wörter können Unmögliches in Möglichkeiten verwandeln, diese beiden Wörter, die bei Josef den entscheidenden Unterschied gemacht haben. „Aber Gott.“ Aber Gott war mit ihm. Seine Chancen standen schlecht. „Aber Gott.“

Seine Träume waren zu Ende. „Aber Gott.“ Gott befreite ihn aus seiner tiefen Not, schenkte ihm Gunst, schenkte ihm Weisheit. Er nahm ihn von ganz unten und stellte ihn nach ganz oben.

Das mag auch Ihre Geschichte sein. Vielleicht ist für Sie alles schiefgelaufen. Der Boden ist Ihnen unter den Füßen weggezogen worden. Auch mögen Sie wie Josef am Ende der Geschichte sein. Nachdem sein Vater gestorben ist, hat Josef ein weiteres Treffen mit seinen Brüdern. Das steht in 1. Mose 50. Seine Brüder hatten Angst, dass nun, da Papa nicht mehr da war, Josef sich an ihnen rächen würde. Aber er sagt ihnen: „Habt keine Angst.“ Und das sind seine Worte in 1. Mose 50: „Ihr hattet Böses mit mir vor, aber Gott …“ „Ihr hattet Böses mit mir vor, aber Gott hat es zum Guten gewendet; denn er wollte auf diese Weise vielen Menschen das Leben retten.“ Das Böse, das der Teufel vorhat, kann Gott zum Guten wenden.

Vielleicht sind auch Sie, die Sie mir heute zuhören, von jemandem verraten worden, dem Sie vertraut hatten. Vielleicht war es sogar derjenige, der Sie eigentlich hätte beschützen sollen, der sie verletzt oder verraten hat. Vielleicht sind Sie in Umstände geworfen worden, über die Sie keine Kontrolle haben. Vielleicht ist Ihre ganze Welt in Stücke gebrochen und alles, was Sie für stabil hielten, hat sich aufgelöst. Hören Sie zu. Ich sage das nicht leichthin, weil ich weiß, dass Menschen zusehen, die schwer zu leiden haben. Sie sind jetzt gerade in einer emotionalen Krise. An Ihrem Horizont drohen Umstände, die derart gewaltig sind, dass Sie keinen Ausweg sehen.

Ja, es mag jetzt sogar jemand zuschauen, der sich gesagt hat: „Eigentlich kann ich mir genauso gut das Leben nehmen. Die Welt wäre ohne mich besser dran. Ich habe keine Hoffnung. Es gibt kein Licht.“ Ich sage Ihnen, es gibt Licht. Es mag hoffnungslos sein, wären da nicht diese Worte: „Aber Gott.“

Streicht man Gott aus der Gleichung, sind die Dinge hoffnungslos. Aber bezieht man ihn mit ein, ist alles möglich.

Ich höre ziemlich oft von Menschen in unserer Kirche: „Pastor, Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viel Gott in der letzten Zeit in meinem Leben getan hat.“
Man kann kaum glauben, dass das dieselben Menschen sind, die vor einem halben oder einem Jahr zu uns gekommen sind. Liebe Freunde, das kann Gott auch für Sie tun.
Wenn Sie sich wie Josef von Ihren Umständen nicht verbittern lassen, sondern Ihre Augen auf Gott richten, dann kommt schließlich die Wende, selbst wenn es eine Zeit lang so aussieht, als würde er überhaupt nichts tun. Bestimmt erschien Josef das auch so. Gott hatte ihm einen Traum gegeben, wie Getreidebündel und Sterne sich vor ihm verbeugten, womit gemeint war, dass seine Brüder ihm einmal dienen würden. Er träumte sogar davon, dass Sonne und Mond sich vor ihm verbeugten, womit seine Eltern gemeint waren.

Gott hatte ihm diese Träume gegeben, dass er eine prominente Stellung und Autorität erlangen würde. Doch alles, was ihm widerfuhr, schien ihm immer weiter von seinen Träumen zu entfernen. Als seine Brüder ihn in die Grube warfen, rückte der Traum in die Ferne. Als sie ihn an Sklavenhändler verkauften, rückte er weiter in die Ferne. Als die Händler ihn als Haussklaven an Potifar verkauften, rückte der Traum weiter in die Ferne. Als Potifars Frau Lügen über ihn erzählte, rückte der Traum weiter in die Ferne. Als der Mundschenk des Pharaos ihn vergaß, verbrachte er Jahre im Gefängnis, sein Traum schier unerreichbar. Wie soll er sich je erfüllen?

Dann hatte der Pharao seinen Traum. Niemand kann ihn deuten, und dann erinnert sich der Mundschenk: „Ich muss heute mein Versäumnis gestehen. Im Gefängnis ist ein junger Hebräer, der Träume deuten kann.“ Innerhalb eines Augenblicks kam Josef vom Gefängnis in den Palast. Gott wendete alles und rettete durch Josefs Traumdeutung buchstäblich viele Menschen in der damals bekannten Welt. Durch Josef schenkte er dem Pharao Einsicht und Anweisungen, die er brauchte, um sich auf die Hungersnot vorzubereiten.

Liebe Freunde, es mag sein, dass aus Ihrem Traum – vielleicht auch einem Kindheitstraum – nichts geworden ist. Vielleicht wollten Sie nichts weiter, als glücklich zu sein, eine Familie zu gründen und Kinder aufzuziehen. Doch dann sind die Dinge anders gelaufen. Es hat Verrat und Enttäuschung gegeben, und der Traum ist in weite Ferne gerückt. Oder Sie haben davon geträumt, ein erfolgreiches Geschäft aufzubauen – was immer es im Einzelnen ist. Aber das Leben scheint Sie in den Schwitzkasten genommen, auf den Boden geworfen und Sie mit Füßen getreten zu haben. Nun, Freunde, es ist noch nicht vorbei. Auch für Sie gibt’s ein „Aber Gott“.

Ich glaube nicht, dass Sie mir gerade nur zufällig zuhören. Es gibt einen Gott im Himmel, der Ihren Namen kennt. Sie mögen sagen: „Bayless, hören Sie. Sie wollen mir nur Hoffnung machen.“ Ja, das will ich. Ich will Ihnen Hoffnung machen. Was das betrifft, bekenne ich mich schuldig. Gott liebt Sie. Er hat Sie nicht verlassen und er möchte Ihnen helfen. Und ich möchte Sie ermutigen. Hören Sie mir weiter zu, denn Glaube kommt, indem man hört, was Gott durch die Bibel zu sagen hat.

Wir kommen zu einer weiteren Geschichte, aus 1. Mose 31. Jakob hat für seinen Onkel Laban geschuftet. Er hat Labans Töchter geheiratet, Rahel und Lea. Die Episode, die wir lesen wollen, beginnt in 1. Mose 31,4. Dort steht:

„Da sandte Jakob hin und ließ rufen Rahel und Lea aufs Feld zu seiner Herde und sprach zu ihnen: Ich sehe an eures Vaters Angesicht, dass er zu mir nicht ist wie zuvor; aber der Gott meines Vaters ist mit mir gewesen. Und ihr wisst, dass ich aus allen meinen Kräften eurem Vater gedient habe. Und er hat mich getäuscht und zehnmal meinen Lohn verändert; aber Gott hat ihm nicht gestattet, mir zu schaden.“

Jakob war betrogen und unfair behandelt worden. Wenn man die Geschichte liest, denkt man: „Du meine Güte!“ Laban, der Vater von Rahel und Lea, war ein Bösewicht. Er war ein Schwindler, ein Lügner, ein Betrüger. Und Jakob war derjenige, dem Laban übel mitspielte. Doch Jakob sagte: „Aber Gott hat nicht zugelassen, dass er mir schaden konnte.“

Auch Ihnen mag übel mitgespielt worden sein. Vielleicht wurden sie bei der Arbeit unfair behandelt. Vielleicht haben Sie eine erhoffte Beförderung nicht bekommen. Sie sind überarbeitet und unterbezahlt. Vielleicht hat man Sie bei einem Geschäft übers Ohr gehauen. Sie haben Geld verloren. Die Dinge würden ziemlich trostlos aussehen, wären da nicht diese beiden Wörter: „Aber Gott.“

Jakob sagte: „Aber Gott hat nicht zugelassen, dass er mir schaden konnte.“ Trotz Labans wiederholtem and hingezogenem Versuch, ihn zu betrügen, ließ Gott Jakob gedeihen.

Es gibt ein paar wichtige Dinge, die wir bei dieser „Aber Gott“-Geschichte in Betracht ziehen sollten. Erstens hat Gott Jakobs Situation nicht von einem Tag auf den anderen zum Guten gewendet. Es war ein mehrjähriger Prozess, den Jakob durchmachen musste. Meist ist es auch bei uns ein längerer Prozess. Wir müssen bereit sein, uns über lange Sicht zu Gott zu halten und nicht aufzugeben.

Auf dem College hatte ich einen Freund, der mir eine interessante Geschichte erzählte. Für Nicht-Amerikaner ist die Bedeutsamkeit dieser Geschichte nicht unbedingt gleich offensichtlich, aber ich will versuchen, sie zu vermitteln.

Er erzählte er, dass sein Großvater zusammen mit einem anderen Mann in der Brotherstellung tätig war. Dieser andere Mann hatte eine große Vision, dass ihr kleines Unternehmen sich national ausbreiten und Großes erreichen würde. Es ging jedoch nur langsam voran. „Der Frust meines Großvaters wuchs.“ Er sagte sich: „Oh, das dauert so lange.“ Also sagte er zu dem anderen Mann, mit dem er in der Brotherstellung tätig war: „Ich will raus. Das Ganze dauert zu lange.“ Der andere Typ erwiderte: „Bist du dir sicher? Ich glaube wirklich, dass hieraus noch etwas Großes wird.“ Er sagte: „Nein, ich will raus. Das dauert zu lange. Ich will, dass du mich auszahlst.“ Also zahlte ihn sein Partner aus.

Interessanterweise war der Zusammenhang unseres Gesprächs über seinen Großvater, dass mein Freund finanzielle Not hatte. Er war ein typischer College-Student, der am Hungertuch nagte. Er hatte nicht viele Geldmittel. Seine Familie hatte nicht viel. Und sein Großvater war einst der Geschäftspartner eines Brotherstellers namens Langendorf gewesen.

Dieser Name sagt Ihnen vielleicht nicht viel. Selbst Amerikanern, die nicht in meinem Alter sind, sagt der Name vielleicht nichts. Aber in meiner Kindheit war der Brothersteller Langendorf riesig. Auf so gut wie auf jeder Straße in den USA konnte man Laster des Unternehmens entlangfahren sehen. Er hatte riesige Fabriken, in denen Maschinen 7.000 Brote pro Minute herstellen konnten. Sie erzeugten buchstäblich Millionen Brote pro Tag. Langendorf war ein vertrauter Name. Schaut man sich mal die Statistiken an, als die Firma in ihrer Blütezeit war, bevor die Familie das Unternehmen verkaufte, sieht man: Die Firma war so groß wie die größten Autohersteller der USA. Sie generierte die gleichen Einnahmen wie die größten Unternehmen der Stahlindustrie in den USA.

Da muss ich an meinen Freund denken, der beim Studium zu kämpfen hatte: „Wie soll ich die Gebühren bezahlen? Heute Abend muss ich vielleicht das Essen ausfallen lassen.“ All das, weil sein Großvater nicht etwas länger dranbleiben wollte.

Liebe Freunde, bleiben Sie mit Gott dran. Ich liebe es, wenn die Dinge dann zu gegebener Zeit geschehen.

Wir haben über Josef gesprochen, darüber, dass an einem einzigen Tag die Wende für ihn kam. Doch davor gab es Jahre, in denen er Gott treu blieb. Statt zu verbittern, vertraute er weiter Gott. Sein Herz blieb Gott nah. Das ist das Erste. Wir müssen bereit sein, uns zu Gott zu halten. Sie müssen bereit sein, dran zu bleiben. Denn ich sag Ihnen: Ihre Geschichte ist noch nicht vorbei.

Aber es gibt noch einen zweiten Aspekt der Geschichte von Jakob, als er seinen Frauen sagte, bevor sie von Laban aufbrachen: „Aber Gott hat nicht zugelassen, dass euer Vater mir schaden konnte.“ Daraufhin erzählte er ihnen nämlich den Plan, den Gott ihm gegeben hatte, um die Wende zu schaffen. Dieser Plan war auf mehrere Jahre angelegt, um die Situation zu Jakobs Gunsten zu wenden und ihm zu Wohlstand zu verhelfen.

In diesem Zusammenhang erzählte er seinen Frauen als Letztes, dass Gott ihm gesagt hatte: „Ich bin der Gott von Bethel, wo du einen Stein geweiht und ein Gelübde abgelegt hast.“ Jakob erzählt also von dem „Aber Gott“ in seinem Leben und wie Gott das Blatt für ihn gewendet und ihn von unten nach oben gebracht hat. In diesem Zusammenhang sagt er, dass er Gott ein Gelübde abgelegt hat. Das war ein wichtiger Faktor in der Wende, die Gott bewirkt hat.

Wir können das Gelübde nachlesen, das er abgelegt hat. Das war, als er gerade die Flucht von zu Hause ergriffen hatte und alles, was er bei sich hatte, war nichts außer einem Stock. Er musste im Freien schlafen, mit einem Stein als Kissen. Liebe Freunde, man hat es hart, wenn man einen Stein als Kissen benutzen muss. Und in dieser Lage – er war zu dem Zeitpunkt noch nicht bei Laban –, legte er dieses Gelübde ab. Ich möchte es Ihnen einmal vorlesen, aus 1. Mose 28, ab Vers 18. Dort heißt es:

„Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goss Öl oben darauf und nannte die Stätte Bethel; vorher aber hieß die Stadt Lus. Und Jakob tat ein Gelübde …“

Hören Sie?

„Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: Wird Gott mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen und mich mit Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der HERR mein Gott sein. Und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Steinmal, soll ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben.“

Er sagte: „Wenn Gott mich mit Frieden wieder heimbringt.“ Das hebräische Wort für Frieden bedeutet nicht bloß Ruhe, sondern schließt unser ganzes Sein mit ein: Geist, Seele und Leib, alles, was zu unserem Wohlbefinden beiträgt. Es bedeutet, dass alle Bedürfnisse gedeckt sind, dass man sturmfest ist. Das ist das hebräische Wort für Frieden. Es schließt Geist, Seele und Leib mit ein.

Deshalb gibt es einige Bibelübersetzungen, die das Wort mit Wohlstand übersetzen. Aber hier ist das Gelübde, das er ablegte: „Herr, von allem, was du mir gibst …“ Wohlgemerkt, er gelobte das Gott. Alles, was er zu dem Zeitpunkt hatte – sein ganzer Lebensbesitz – war ein Stock. „Herr, von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben.“

In Sprüche 3 steht: „Ehre den HERRN mit deinem Gut und mit den Erstlingen all deines Einkommens, so werden deine Scheunen voll werden …“ Jakob gelobte Gott, dass er den Zehnten geben wolle. Der Zehnte bedeutet einfach zehn Prozent. „Herr, von allem, was du mir gibst, will ich dir einen zehnten Teil zurückgeben.“ Er gab dieses Versprechen, und dann fing er an, es zu praktizieren – nicht erst, als die Dinge bergauf gingen, sondern auch schon, als sie ganz schlecht liefen.

In den 20 Jahren, in denen er bei Laban war, gab er den Zehnten. Er ehrte Gott und gab Gott den ersten Teil von allem, was Gott ihm gab. Indem er Gott das Erste und Beste gab, zeigte er, dass Gott die erste Stelle in seinem Leben hatte.

Als er dann schließlich zurück zu seinem Vater ging, kommt er nicht bloß mit seinen beiden Frauen auf Kamelen und sonst nichts. Nein, als er den Jordan wieder überquerte, sagt er zu Gott: „Herr, als ich das erste Mal den Jordan überquerte, hatte ich bloß einen Stock in der Hand. Jetzt komme ich mit zwei Karawanen zurück.“ Er hatte Bedienstete. Er hatte Herden. Er war ein reicher Mann. Er war ein einflussreicher Mann. Er war ein gesegneter Mann.

Ein Teil des Grundes dafür war, dass er Gott die ganze Zeit mit dem ersten Teil seines Einkommens geehrt hat. Liebe Freunde, Sie müssen sich entscheiden, Gott das Erste zu geben. Sie mögen momentan nicht viel haben, aber Sie müssen Gott mit dem bisschen, das Sie haben, ehren.

Es gibt einen Mann, wir kennen uns nicht persönlich, und wahrscheinlich kennt er mich nicht. Aber ich kenne eine Geschichte von ihm. Und zwar ist er zum Teil uramerikanischer Abstammung und besuchte einige Reservate der Ureinwohner, um dort in den Kirchen zu predigen.

Wenn Sie die Geschichte der Ureinwohner Amerikas kennen, dann wissen Sie, dass im Grunde jedes Abkommen mit ihnen von Seiten der US-Regierung gebrochen wurde – nicht von Seiten der Ureinwohner, sondern von der US-Regierung. Dann wurden die Ureinwohner in diese Reservate gepfercht, und zum Teil herrschen dort bemitleidenswerte Zustände, vor allem starke Armut und Alkoholismus.

Nun erzählte dieser Mann davon, wie er in den Kirchen der Reservate predigte. Er sagte, dass eine Wolke der Depression über dem Ganzen lag. Überall, wo er hinkam, hatten die Menschen mit Armut und Alkoholismus zu kämpfen. Aber, so sagte er, in einer Kirche war es anders. Dort herrschte eine Siegeshaltung, erzählte er. Die Haltung dort war von solch einer Freude geprägt, dass es sich auch aufs Kirchengebäude auswirkte: Es war in gutem Zustand. Es wurde gut in Schuss gehalten. Es war sauber. Und vor dem Gebäude parkten eine ganze Reihe neuer Autos. Er sagte, dass in den Kirchen der Reservate allgemein kaum jemand ein Auto besaß, und wenn ja, dann wurde es mit Klebeband und Draht zusammengehalten.

Er sagte, dass es in dieser Kirche ganz anders war: die Atmosphäre, der Wohlstand, die Freude. Nach dem Gottesdienst sprach er mit dem Pastor: „Ich war schon in vielen Reservats-Kirchen. Bestimmt sind Sie sich bewusst, dass Ihre Kirche sehr anders ist. Hier gibt’s Wohlstand und Freude und einen Schwung, den ich woanders vermisse. Können Sie mir den Grund dafür nennen?“ Der Pastor erwiderte ohne zu zögern: „Ja, das kann ich. Als ich in diese Kirche kam“ – ich glaube, das war ungefähr zehn Jahre zuvor –, „da war sie wie jede andere Reservats-Kirche auch. Das Gebäude war heruntergekommen. Nur ein oder zwei Mitglieder besaßen ein Auto, alte Schrottmühlen. Über allem hing ein Nebel der Depression. Aber“, so sagte er, „ich habe den Mitgliedern beigebracht, den Zehnten zu geben. Ich habe sie gelehrt, Gott mit dem Ersten von allem zu ehren, was sie bekamen. Ich habe ihnen von Gottes Zusage in der Bibel erzählt: ‚Gott wird die Fenster des Himmels öffnen‘“ – das ist aus Meleachi 3,10 – „‚und euch mit so viel Segen überschütten, dass ihr gar nicht genug Platz dafür habt.‘“

Er sagte: „Unsere Leute fingen an, den Zehnten zu geben.“ Viele der Gemeindemitglieder hatten überhaupt nichts und gingen zu Fuß zum Gottesdienst, entlang von Kiesstraßen. Aber auf dem Weg sammelten sie den schönsten Stein auf, den sie finden konnten, und legten ihn in den Opferkorb. Er sagte, dass die Kirche an einigen Sonntagmorgenden als Opfer nichts vorweisen konnte als einen Eimer voller Steine. Aber die Leute fingen an, von Herzen zu geben. Von jedem Dollar, den sie bekamen, gaben sie die ersten zehn Cent, die ersten zehn Prozent, an Gottes Haus.

Er sagte, es geschah zwar nicht von einem Tag auf den anderen, aber mit der Zeit verbesserten sich die Dinge, bis sich fast jedes Gemeindemitglied ein Auto leisten konnte. Die Depression, die über der Kirche hing, hatte sich verflüchtigt. Diese Kirche erlebte eine Erweckung in ihrem Reservat. Er sagte: „Das alles ist darauf zurückzuführen, dass wir Gott mit dem ersten Teil unseres Einkommens ehren.“

Liebe Freunde, ich möchte Ihnen sagen: Auch für Sie gibt es ein „Aber Gott“. Sind Sie wie Jakob beschwindelt worden? Haben Sie den Kürzeren gezogen? Sind Sie unfair behandelt worden?
Dann richten Sie Ihren Blick auf Gott. Er kann die Wende schaffen. Ich glaube, dass es auch in Ihrer Lebensgeschichte ein „Aber Gott“ geben wird, bevor sie vorbei ist. Aber ich möchte Sie dazu ermuntern: Entschließen Sie sich, auf lange Sicht dabeizubleiben und Gott durch dick und dünn zu vertrauen. Er wird Sie hindurchbringen. Und was immer Gott Ihnen schenkt – ob wenig oder viel –, ehren Sie Gott immer mit dem Ersten und Besten. Dadurch zeigen Sie auch nach außen, dass Gott in Ihrem Leben das Erste und Wichtigste ist. Jesus hat gesagt: „Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ Ich bete, dass dieses Wort Ihnen gutgetan hat und dass Sie es in die Tat umsetzen.
Ich bin so froh, dass Sie bei dieser Bibelstudie mit dabei waren. Und wir sind noch lange nicht fertig! Es gibt noch viel mehr „Aber Gott“! Seien Sie also auch nächstes Mal wieder dabei.

Und falls Sie noch keine Bibel haben, besorgen Sie sich eine. Wir wollen sie zusammen studieren.

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