Heilung

Vom Leiden zur Heilung: Die Geschichte Hiobs (3)

Hast du dich schon einmal mit der Geschichte Hiobs aus der Bibel beschäftigt? Oder schreckst du vor all dem Leiden, das dieser Mann erdulden musste, zurück? Gott sei Dank steht am Ende dieser Geschichte nicht das Leid, sondern Gottes Segen! Bayless Conley lädt dich in dieser 4-teiligen Predigtserie dazu ein, Hiobs Lebenswegs unter dem Blickwinkel von Heilung, Rettung und Befreiuung zu betrachten. Entdecke in dieser Reise vom Leiden zur Heilung, wie auch du in allen Schwierigkeiten auf Gottes Barmherzigkeit und Wiederherstellungskraft vertrauen kannst! Hier findest du die weiteren Folgen der Reihe: Teil 1 Teil 2 Teil 4

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Predigtmanuskript

Gehen wir gemeinsam zu Hiob 2,1:

„Und es geschah eines Tages, da kamen die Söhne Gottes, um sich vor dem Herrn einzufinden. Und auch der Satan kam in ihrer Mitte, um sich vor dem Herrn einzufinden.“

Halten wir einen Moment inne. Schauen Sie kurz her. Genau das Gleiche haben wir in Kapitel 1,6 gelesen.

Wir kennen die Zeitspanne zwischen Kapitel 1,6 und Kapitel 2,1 nicht. Es wirkt nicht so, als wäre es sehr lange. Aber wenn wir es wüssten, dann wüssten wir ziemlich genau, welchen Zeitraum das ganze Buch Hiob umfasst und wie lange sein Leiden dauerte. Denn am Ende von Kapitel 1 kommen Hiobs Freunde und sitzen sieben Tage lang schweigend bei ihm.

Und von Kapitel 3 bis Kapitel 42, dem letzten Kapitel des Buches, wird ein Gespräch wiedergegeben, das an einem Tag stattfand. Und als Hiob für seine Freunde betete, gab Gott ihm alles wieder, was er verloren hatte. Die Räder der Befreiung fingen an, sich zu drehen.

Die meisten Gelehrten sind der Meinung, dass Hiobs Leiden maximal neun Monate dauerte. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es viel weniger war. Es können auch neun Wochen gewesen sein oder vielleicht sogar nur die Hälfte davon. Viele Leute haben den Eindruck, dass Hiob sein Leben lang leiden musste und nie von seinem Leid befreit wurde. Aber so steht es nicht in der Bibel.

Es ist wunderbar, was man erkennt, wenn man das ganze Buch liest. Wirklich gewaltig.

Der Satan kam also zu den Engeln.

Und der Herr fragte ihn in Hiob 2,2 wieder:

„Von woher kommst du?
Und der Satan antwortete dem Herrn und sagte: Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandern auf ihr.“

Wir wissen, warum er das tut. Er sucht jemanden, den er angreifen kann.

Vers 3:

„Und der Herr sprach zum Satan: Hast du Acht gehabt auf meinen Knecht Hiob?“ – Hast du es auf ihn abgesehen? – „Denn es gibt keinen wie ihn auf Erden – ein Mann, so rechtschaffen und redlich, der Gott fürchtet und das Böse meidet! Und noch hält er fest an seiner Rechtschaffenheit. Und dabei hattest du mich gegen ihn aufgereizt, ihn ohne Grund zu verschlingen.“

„Du hast es auf ihn abgesehen. Er hält an seiner Rechtschaffenheit fest, obwohl du mich aufgereizt hast, ihn grundlos zu vernichten.“

Das Wort „aufreizen“ bedeutet „erzürnen, aufstacheln, antreiben“. Aufreizen. Es bedeutet auch „verführen“ oder „durch Hinterlist verleiten“. Es ist das gleiche Wort, das in 1. Könige 21 verwendet wird, wo es heißt, dass Isebel ihren Mann Ahab dazu verleitete, Böses zu tun. Genau das sagt Gott hier zum Teufel.

Der Teufel versucht, Gott gegen Hiob aufzustacheln. Er versucht Gott zu versuchen, Böses zu tun. Doch Jakobus 1 zufolge kann Gott nicht versucht werden, Böses zu tun.

Der Teufel sagt quasi zu Gott: „Hiob dient dir nur, weil du ihn segnest. Aber wenn du ihm alles wegnimmst, was er hat, wird er dir ins Gesicht fluchen.“

Nach der englischen Bibelübersetzung von Beck sagt Gott über Hiob: „Es gibt keinen auf der Welt wie ihn, einen tadellosen Menschen. Er lebt richtig, fürchtet Gott und meidet das Böse. Er lebt immer noch tadellos. Und du versuchst, mich gegen ihn aufzustacheln und ihn grundlos zu ruinieren.“

Die New International Readers Version sagt: „Du hast versucht, mich gegen ihn aufzubringen. Du willst, dass ich ihn ohne Grund zerstöre.“ Aber die Message Bible formuliert es wahrscheinlich am besten. Da sagt Gott zum Teufel: „Du hast versucht, mich zu überlisten, damit ich ihn zerstöre. Aber es hat nicht funktioniert.“

Nicht Gott hat alle Diener Hiobs getötet. Nicht Gott hat Hiobs ganzen Besitz weggenommen. Wir sehen hier ganz klar, dass der Teufel es getan hat, weil die Mauer um Hiobs Besitz und seine Familie eingestürzt war.

Die Mauer war zum Teil durch Hiobs Angst eingestürzt und zum Teil durch andere Faktoren. Wenn Sie die letzte Sendung gesehen haben, haben Sie das gehört.

Nun wird Hiobs Körper angegriffen. Wir kommen zu Hiob 2,4-6:

„Da antwortete der Satan dem Herrn und sagte: Haut für Haut! Alles, was der Mensch hat, gibt er für sein Leben. Strecke jedoch nur einmal deine Hand aus und taste sein Gebein und sein Fleisch an, ob er dir nicht ins Angesicht flucht!
Da sprach der Herr zum Satan: Siehe, er ist in deiner Hand. Nur schone sein Leben!“

Unterbrechen wir hier kurz. Satan sagt: „Also, Gott, streck deine Hand aus und rühr ihn an. Mach ihn krank.“ Aber Gott sagt: „Nein. Er ist in deiner Hand.“ Der Teufel will Gott dazu bringen, seine Hand auszustrecken. Aber Gott ist ehrlich. Gott lügt nicht einmal dem Teufel gegenüber. „Die Mauer ist kaputt. Er ist in deiner Hand.“

Wenn wir in der Bibel lesen, sehen wir, dass der Heilige Geist die Hand Gottes ist. Satan wird nicht zur Hand Gottes. Satan sagt: „Streck deine Hand aus.“ Aber Gott sagt klipp und klar zu ihm: „Nein. Er ist in deiner Hand.“

Vers 7:

„Und der Satan ging vom Angesicht des Herrn fort und schlug Hiob mit bösen Geschwüren, von seiner Fußsohle bis zu seinem Scheitel.“

Wer schlug Hiob mit bösen Geschwüren? Das ist keine Fangfrage. Es steht hier in Ihrer Bibel. „Der Satan schlug Hiob mit bösen Geschwüren von seiner Fußsohle bis zu seinem Scheitel.“ Es war nicht Gott. Aber Gott war ehrlich.

„Ja, er ist in deiner Hand.“ Deswegen war der Teufel da. Er geht umher und schaut, wen er verschlingen kann. Er fragte Gott eindeutig in Kapitel 1: „Hast du nicht eine Mauer um ihn gebaut? Steht diese Mauer noch?“ Er fragte ihn danach. Und Gott antwortete: „Nein, sie ist eingestürzt. Er ist in deiner Hand.“ Da verließ der Satan die Gegenwart Gottes.

Wir verlassen den Himmel und schauen, was auf der Erde geschieht. Satan rührte Hiobs Körper an und machte ihn krank. In Vers 8 heißt es:

„Und er nahm eine Tonscherbe, um sich damit zu schaben, während er mitten in der Asche saß.“

Er kratzte sich mit einer Tonscherbe.

Das ist das Bild von Hiob. „Asche“ heißt wörtlich „Abfallhaufen“. Hiob sitzt also mitten in einem Abfallhaufen. Er ist vom Scheitel bis zur Fußsohle mit Geschwüren bedeckt. Er hat eine schmutzige Tonscherbe in der Hand und kratzt damit seine Geschwüre ab. In Kapitel 7 sagt er: „Mein Fleisch ist bekleidet mit Maden und Schorf; meine Haut verkrustet und eitert.“ Das war das Ergebnis. Fliegen umschwirrten ihn. Er hatte Maden auf der Haut. Ein furchtbarer Anblick.

Er saß also im Schmutz auf einem Abfallhaufen. Er hatte alle seine Kinder und seinen ganzen Besitz verloren. Alle seine Angestellten waren tot. Alles war weg. Das Leben, das er gehabt hatte, war weg. In der Bibel steht, dass die Kinder über ihn lachten und die Menschen ihn verspotteten und sich über ihn lustig machten. Er kratzte sich und seine Haut wurde von Würmern gefressen. Es ist wirklich ein furchtbares Bild.

Und dann heißt es in Vers 9:

„Da sagte seine Frau zu ihm: Hältst du noch fest an deiner Vollkommenheit? Fluche Gott und stirb!“

Was hatte Satan die ganze Zeit gewollt? Dass Hiob Gott fluchte. Er hatte zu Gott gesagt: „Wenn Hiob alles verliert, wird er dir ins Gesicht fluchen. Wenn er krank i, wird er dir ins Gesicht fluchen.“ Aber Hiob hat Gott nicht verflucht. Und nun spricht der Teufel durch seine Frau. Wenn der Teufel Sie nicht direkt in die Finger bekommt, mein Freund, dann wird er es durch diejenigen versuchen, die Ihnen am nächsten stehen.

Hiobs Frau betrauerte zweifellos den Verlust ihrer Kinder. Das Leben, wie sie es gekannt hatte, war vorbei. Ihr ganzer Besitz war weg. All ihre Freunde und ihre Familie waren tot. Es war eine Zeit von großem Kummer. Sicher sprach sie aus diesem Schmerz heraus.

Seien Sie wachsam, wenn Sie eine große Krise oder einen plötzlichen Verlust erleben. Der Teufel kennt keine Gnade. Er hat kein Mitleid. Er wird jeden Vorteil ausnutzen, den er kann.

Und nun sagte Hiobs Frau genau das gleiche, das auch der Teufel gesagt hatte. „Fluche Gott. Hiob. Bring es hinter dich.“ Vers 10:

„Er aber sagte zu ihr: Wie eine Törichte redet, so redest auch du. Das Gute nehmen wir von Gott an, da sollten wir das Böse nicht auch annehmen? Bei alldem sündigte Hiob nicht mit seinen Lippen.“

Hiob dachte, all das käme von Gott. Und er sündigte mit dieser Aussage nicht, weil er es nicht besser wusste.

Letztes Mal habe ich gesagt, dass Hiob in Kapitel 9 fragt: „Wenn all das nicht von Gott kommt, von wem dann? Wer ist dann dafür verantwortlich?“ Das war keine Sünde, sondern Unwissenheit. Hiob sündigte nicht mit seinen Lippen. Er fluchte Gott nicht. Er wusste es nicht besser.

Wir kommen zu Vers 11. Da steht:

„Es hatten nun die drei Freunde Hiobs von all diesem Unglück gehört, das über ihn gekommen war. Da kamen sie, jeder aus seinem Ort: Elifas von Teman und Bildad von Schuach …“

Bildad, der Schuhmacher.

„… und Zofar von Naama.“

Das war natürlich nur ein Witz.

„Und sie verabredeten sich miteinander hinzugehen, um ihm ihre Teilnahme zu bekunden und ihn zu trösten. Als sie aber von fern ihre Augen erhoben, erkannten sie ihn nicht mehr. Da erhoben sie ihre Stimme und weinten, und sie zerrissen ein jeder sein Obergewand und streuten Staub himmelwärts auf ihre Häupter. Und sie saßen bei ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte lang. Und keiner redete ein Wort zu ihm, denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.“

Seine Freunde kamen und setzten sich. Sie waren sprachlos. Sie erkannten ihn kaum wieder. Eine Woche lang sagte keiner etwas. Hiobs Gedanken veränderten sich. Er dachte: „Alles fing mit einem Geburtstag an. Sie haben den Geburtstag meines ältesten Sohnes gefeiert. Hätte ich nur nie Geburtstag gehabt. Wäre ich nur nie geboren worden.“

Kapitel 3,1:

„Danach …“

Hiob öffnet den Mund. Und jetzt gerät er in Schwierigkeiten.

„… öffnete Hiob seinen Mund und verfluchte den Tag seiner Geburt. Und Hiob begann und sprach:
Vergehen soll der Tag, an dem ich geboren wurde, und die Nacht, die sprach: Ein Junge wurde empfangen!“

Bis zu diesem Zeitpunkt hat Hiob Dinge gesagt, weil er es nicht besser wusste. Doch nun ändert sich das. Nun geht es bergab.

In Vers 11 sagt er:

„Warum starb ich nicht von Mutterleib an, verschied ich nicht, als ich aus dem Schoß hervorkam?“

Und ab Vers 23 klagt er:

„Warum gibt er Leben dem Mann, dem sein Weg verborgen ist, den Gott ringsum eingeschlossen hat? Denn statt zu essen, seufze ich, und mein Gestöhn ergießt sich wie Wasser. Denn das Schreckliche, das ich befürchtet habe, ist über mich gekommen, und wovor mir graute, das hat mich getroffen. Ich konnte nicht ruhen und nicht rasten, und kaum hatte ich mich erholt, so kam ein [neuer] Sturm über mich!“

Hiob hatte große Angst davor gehabt, seinen Reichtum, seine Familie und seine Gesundheit zu verlieren. „Das, wovor mir graute, das hat mich getroffen.“ In der Bibel steht: „Furcht bringt Qual.“ Bei Hiob gab es viel davon.

Glaube öffnet den Dingen die Tür, die wir wollen und die Gott uns zugesagt hat. Furcht dagegen öffnet den Dingen die Tür, die der Feind versucht, in unser Leben zu bringen.

In den folgenden Kapiteln sehen wir, dass Hiob mit seinen Lippen sündigt. Er denkt nicht mehr an Gott, sondern an sich selbst. Er gibt der Verzweiflung nach und versucht Mitleid von seinen Freunden zu bekommen. Von Kapitel 3 bis Kapitel 32 gibt es im Grunde eine theologische Diskussion zwischen vier Männern, die keine Ahnung haben, wovon sie reden.

Hiobs Freunde begannen zu sprechen. Sie warfen Hiob schlimme Sünden vor. Sie sagten: „Deswegen bestraft Gott dich. Deswegen hat Gott deine Familie umgebracht. Deswegen sind all diese schlimmen Dinge passiert. Weil du, Hiob, ein Sünder bist. Du bist ein furchtbarer Mensch.“ Hiob dagegen sagte: „Ich glaube auch, dass Gott das alles getan hat, aber ich bin kein Sünder. Ich lebe richtig. Mein Gewissen ist rein und es ist ungerecht von Gott, dass er mir das antut.“ Und so geht es hin und her, ein Kapitel ums andere.

Sind Sie bereit für eine Bibelarbeit? Gut. Fangen wir an.

Schlagen wir Kapitel 4 auf. Hiobs Freund Elifas sagt in Kapitel 4,1-2:

„Und Elifas von Teman antwortete und sagte:
Wenn man ein Wort an dich versucht, wird es dich ermüden? Aber Worte zurückhalten, wer könnte das?“

Gehen wir zu Vers 7. Er sagt quasi Folgendes.

„Bedenke doch …“

Das sagt er zu Hiob.

„Wer ist je als Unschuldiger umgekommen, und wo sind Rechtschaffene vertilgt worden? So wie ich es gesehen habe: Die Unheil pflügen und Mühsal säen, die ernten es. Vom Odem Gottes kommen sie um, und vom Hauch seiner Nase vergehen sie.“

Hiob, nichts davon wäre dir passiert, wenn du nicht Unheil gepflügt und Mühsal gesät hättest. Du erntest nur, was du gesät hast. Hiob, du hast gesündigt. Sieh es ein. All das ist die Folge deiner bösen Taten. Und in diesem Stil redet er im ganzen 4. und 5. Kapitel weiter.

Wir kommen zu Hiob 6,1-4. Hiobs Antwort ist:

„Und Hiob antwortete und sagte:
Würde man meinen Kummer doch wiegen, abwiegen und mein Verderben gleichzeitig auf die Waage legen! Denn nun ist es schwerer als der Sand der Meere; darum sind meine Worte unbesonnen. Denn die Pfeile des Allmächtigen sind in mir, mein Geist trinkt ihr Gift; die Schrecken Gottes greifen mich an.“

Lesen wir Vers 8-9 im gleichen Kapitel.

„Dass sich doch meine Bitte erfüllte und Gott mein Verlangen gewährte! Dass Gott sich dazu entschlösse, mich zu zertreten, dass er seine Hand abzöge und mich vernichtete!“

Würde Gott mich nur töten, damit es vorbei ist.

Vers 24-25. Nun sagt er zu Elifas:

„Belehrt mich, so will ich schweigen! Und macht mir klar, worin ich geirrt habe! Wie könnten aufrichtige Worte kränkend sein! Aber was weist die Zurechtweisung von euch schon zurecht?“

Gut, Elifas. Wenn ich gesündigt habe, dann sag mir, was ich getan habe. Wirf mir nicht nur allgemein vor, gesündigt zu haben und dass es Gottes Strafe ist. Erklär es mir. Sag mir, was passiert ist.

Schlagen wir Hiob 7,11-16 auf. In Vers 11 spricht Hiob immer noch. Er sagt:

„So will auch ich meinen Mund nicht zurückhalten, will reden in der Bedrängnis meines Geistes, will klagen in der Verbitterung meiner Seele. Bin ich das Meer oder ein Seeungeheuer, dass du eine Wache gegen mich aufstellst? Wenn ich sagte: Mein Bett soll mich trösten, mein Lager wird meinen Kummer tragen helfen! – so entmutigst du mich mit Träumen, und durch Visionen schreckst du mich auf, so dass meine Seele Erstickung vorzieht, den Tod lieber hat als meine Gebeine. Ich mag nicht mehr – nicht ewig will ich leben! Lass ab von mir! Meine Tage sind nur noch ein Hauch.“

Er sagt: „Gott, lass mich in Ruhe. Warum tust du mir das an? Das ist nicht fair. Lass mich einfach sterben. Bring es zu Ende! Warum quälst du mich?“

In Hiob 8 wirft ihm sein Freund Bildad vor, ein Heuchler zu sein. Und dann kommt Hiob 9. Schlagen wir es zusammen auf. In Vers 17 antwortet Hiob und erklärt, wie er sieht, was passiert ist. Er redet über Gott. Hiob 9,17-20:

„Er, der nach mir greift im Unwetter und meine Wunden grundlos vermehrt, er erlaubt mir nicht, Atem zu holen, sondern sättigt mich mit Bitterkeiten. Wenn es auf Kraft des Starken ankommt, so sagt er: Siehe hier! – und wenn auf Recht: Wer will mich vorladen? Wenn ich auch im Recht wäre, mein Mund würde mich verurteilen; wäre ich auch rechtschaffen, er würde mich schuldig sprechen.“

In der Lutherübersetzung sagt Hiob: „Ich bin unschuldig! Aber wäre ich unschuldig, so würde er mich doch schuldig sprechen!“ Ich bin unschuldig.

In Vers 21 sagt er:

„Rechtschaffen bin ich! Ich kümmere mich nicht um meine Seele, ich verachte mein Leben.“

Und so kommt er in Vers 22 zu dem Schluss:

„Es ist eins! Darum sage ich: Den Rechtschaffenen wie den Gottlosen vernichtet er.“

Gott macht keinen Unterschied. Er mordet; er tötet gute Menschen genauso wie schlechte. Für ihn macht es keinen Unterschied. Vers 23-24:

„Wenn die Geißel plötzlich tötet, so spottet er über die Verzweiflung Unschuldiger. Die Erde ist in die Hand des Gottlosen gegeben, das Angesicht ihrer Richter verhüllt er. Wenn er es nicht ist, wer sonst?“

Interessant. Vers 30-35. Das ist seine Vorstellung von Gott.

„Wenn ich mich auch mit Schneewasser wüsche und meine Hände mit Lauge reinigte, dann würdest du mich in die Grube tauchen, dass sich meine eigenen Kleider vor mir ekelten.
Denn er ist nicht ein Mann wie ich, dass ich ihm antworten, dass wir zusammen vor Gericht gehen könnten. Es gibt zwischen uns keinen Schiedsmann, dass er seine Hand auf uns beide legen könnte. Er nehme seine Rute von mir weg, und sein Schrecken ängstige mich nicht mehr, so will ich reden und ihn nicht fürchten, denn so steht es jetzt bei mir nicht.“

Hiob sagt: „Hätte ich nur einen Schiedsrichter! Könnte ich nur zu Gott kommen und meinen Fall vortragen! Aber er ist nirgends zu finden. Er versteckt sich in den Schatten. Er sagt nichts, aber er stellt einfach meine Welt auf den Kopf. Könnte ich ihn nur treffen. Gäbe es nur einen unparteiischen Schiedsrichter, dann würde sich alles ändern.“

Und einige von Ihnen haben bisher genauso über Gott gedacht. „Er sitzt einfach im Dunkeln. Ich kann ihn nicht erreichen. Ich kann ihn nicht berühren. Und er lässt einfach all diese schlechten Dinge auf mein Leben los. Warum, Gott? Was habe ich dir getan?“ Mein Freund, dafür gibt es das Buch Hiob – damit Sie Antworten finden.

Hiob spricht davon, dass er sich vor Gott fürchtet. Er hat eine ganz falsche Vorstellung von Gott.

Als ich ein Kind war, war ich mit einem zehnjährigen Mädchen befreundet, das in einer Familie aufwuchs und in eine Kirche ging, in der man lehrte, dass es eine Sünde war, freitags Fleisch zu essen. Sie waren sogar so streng, dass sie lehrten, dass man eine Todsünde beging, wenn man freitags mit voller Absicht und ganz bewusst Fleisch aß. Eine Todsünde bedeutet, dass man dadurch verdammt wurde. Man würde die Ewigkeit in der Hölle verbringen, wenn man vor seinem Tod nicht Buße für diese Sünde tat.

Dieses Mädchen war einmal mit zehn Jahren mit einer anderen Familie am Strand, und sie grillten Hamburger. Ich weiß noch, dass ich mit ihr darüber redete. Sie sagte: „Ach, was soll’s“ und aß den Hamburger trotzdem. Aber als sie später mit ihren Freundinnen in der Brandung spielte, wurde sie von einer Unterströmung hinausgezogen. Die Rettungsschwimmer mussten hinausschwimmen und sie retten. Sie war überzeugt, dass Gott sie hatte töten wollen, weil sie einen Hamburger gegessen hatte. Seitdem hatte sie ihr ganzes Leben lang furchtbare Angst vor Gott.

Ja, wir sollen Gott fürchten. Aber damit ist Ehrfurcht gemeint. Es bedeutet nicht, dass wir Angst vor ihm haben sollen. Er ist unser liebender Vater.

Wussten Sie, dass in der Bibel steht: „Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit“? Wenn Sie Weisheit wollen, ist das der Anfang. Aber „die Furcht des Herrn“ bedeutet nicht, dass Sie Todesangst vor ihm haben sollen. Dass Sie fürchten müssen, dass er Sie richten und zu Staub zerschmettern wird, wenn Sie etwas falsch machen. Es bedeutet vielmehr, dass Sie Ehrfurcht und Respekt vor Gott haben. Und wissen Sie, je besser Sie ihn kennenlernen und je näher Sie ihm kommen, desto mehr werden Sie verstehen, dass er gefürchtet und respektiert und geehrt werden soll. Er wird nicht umsonst „der Allmächtige“ genannt.

Aber selbst wenn man sein Leben lang mit Gott unterwegs war und ihm ganz nahe ist, hat man nur die Oberfläche davon angekratzt. Keiner von uns kennt ihn wirklich so, wie wir ihn kennen sollten oder könnten. Selbst in der Ewigkeit werden wir ihn nie ganz kennen. Aber es macht so viel Freude, damit anzufangen! Es macht so viel Freude, diese Beziehung zu ihm zu haben.

Aber ein Mensch kann nur durch Gottes Sohn Jesus Christus in eine Beziehung zum Schöpfer treten. Jesus sagte: „Keiner kommt zum Vater denn durch mich.“ Wenn wir den Sohn annehmen, nehmen wir den Vater an. Nehmen Sie Jesus heute an. Sie werden es nie bereuen. Gott segne Sie.

Kommentare (1)

Ein Kommentar

  • T.Haberlandt sagt:

    Diese Predigtreihe ist unglaublich!
    Ich kann meine frühere und die Vorstellung Anderer, über Gott so gut darin wieder finden.
    Das war doch die Lehre der Amtskirchen, die den Leuten einbläute, dass wir alle in erster Linie erbärmliche Sünder wären, die uns nicht sagten, dass wir in erster Linie von Gott geliebt sind und er Erbarmen mit uns hat und unendliche Geduld.
    Genau dieses Gottesbild hat man benutz um die Menschen in Abhängigkeit zu bringen um sie zu knechten.
    Ich bin sooo froh, dass die wirkliche Wahrheit über Gott mich noch erreicht hat und dass es Menschen wie Mr. Conley gibt, die so voller Engagement und Beharrlichkeit diese Wahrheit zu den Menschen bringen!
    Voller Dankbarkeit,
    Mit von Herzen kommenden Grüßen

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