Heilung

Vom Leiden zur Heilung: Die Geschichte Hiobs (1)

Viele Menschen betrachten das Buch Hiob als einen Bericht über einen Menschen, der immer nur leiden musste. Sie glauben, Hiob sei jemand, der nie Heilung, Freiheit oder Rettung erlebte. Doch die wichtigste Lektion aus diesem biblischen Text finden wir im letzten Kapitel: „Und der Herr segnete das Ende Hiobs mehr als seinen Anfang“ (Hiob 42,12). In dieser 4-teiligen Predigtserie zeigt dir Bayless Conley anhand von Hiobs Reise einen Weg vom Leiden zur Heilung. Betrachte diese biblische Geschichte durch den Blickwinkel von Hoffnung und Heilung und finde die Kraft, allen Schwierigkeiten in neuem Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit und Wiederherstellungskraft zu begegnen! Hier findest du die weiteren Folgen der Reihe: Teil 2 Teil 3 Teil 4

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Predigtmanuskript

Ich möchte heute zum Anfang ein paar Fragen stellen. Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Bibel in Hiob 1 aufschlagen. Und wir brauchen auch den Jakobusbrief. Sie können also auch einen Finger in den Jakobusbrief legen. Aber zuerst ein paar Fragen. Frage 1: Tut Gott Böses? Die Antwort ist Nein.

In Jakobus 1,13 steht:

„Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selbst aber versucht niemand.“

Gott versucht niemanden mit Bösem. Gott tut nichts Böses. Gott ist gut.

Zweite Frage: Kann Satan Gott dazu provozieren oder überlisten, etwas zu tun?

Wenn der Teufel das könnte, wäre Gott kein richtiger Gott. Die Antwort ist also eindeutig Nein.

Drittens: Ist Gott wie ein Mafiaboss und Satan sein Handlanger? Dass Gott etwas anordnet und der Satan das Böse ausführt? Dann kann man Gott nicht wirklich dafür verantwortlich machen, weil er sich die Hände nicht schmutzig gemacht, sondern den Satan geschickt hat. Nein, natürlich nicht. Doch manche Menschen denken so über Gott.

Und so stellt sich vielen eine Frage, die ich in den über 40 Jahren meines Lebens mit Jesus schon oft gehört habe: „Aber was ist dann mit Hiob?“ Was ist mit Hiob?

Als ganz junger Christ – ich lebte damals in Oregon – ging ich einmal in einen kleinen Supermarkt. Dort gab es im hinteren Teil eine Backwarenabteilung mit ein paar Tischen und Bänken. Ich holte mir eine Tasse Kaffee und etwas Gebäck und setzte mich mit meiner Bibel hin. Da kam ein Paar herein. Sie waren vielleicht in den Fünfzigern oder zumindest nicht viel älter. Die Frau kam schnellen Schrittes herein und setzte sich hin. Sie hatte ihren Mann im Schlepptau. Man sah, dass er Schwierigkeiten beim Gehen hatte. Er hatte eindeutig Schmerzen. Er war körperlich eingeschränkt und bewegte sich sehr langsam. Als er sich hinsetzte, sah ich, dass er schwer atmete. Und ich glaube, die Frau sagte etwas über meine Bibel. Ich antwortete: „Ja, ich habe mein Leben vor Kurzem dem Herrn gegeben. Ich bin ganz neu Christ.“ Und sie sagte: „Wie schön!“

Wir unterhielten uns und hatten eine gute Gemeinschaft. Dann sprach sie die Situation ihres Mannes an und sagte: „Er hatte vor Kurzem seinen siebten Herzinfarkt. Er hat gerade eine OP hinter sich. Die Prognosen sind nicht gut. Wie es aussieht, geht es jetzt nur noch abwärts.“ Sie redete immer weiter über seine Krankheit. Und ich sagte in der Frische meines Glaubens und der Einfachheit meines Herzens: „Beten wir für Ihren Mann!“ Ich wusste nicht, dass man auch nicht für jemanden beten konnte, wenn man Christ war. Aber sie sagte: „Nein, nein, das brauchen wir nicht.“ Ich fragte: „Warum?“ Ich werde nie vergessen, wie ich als frischgebackener Christ mit meinem Mandelgebäck und meinem Kaffee dasaß. Sie sagte: „Mein Mann ist wie Hiob. Gott hat ihm das Leid und diese Herzinfarkte geschickt. Beten nützt nichts, weil Gott dafür verantwortlich ist. Mein Mann ist ein Hiob.“

Der Mann sagte die ganze Zeit kein einziges Wort. Seine Frau war die Einzige, die redete. Er sagte nichts. Das kam mir sehr merkwürdig vor. Und ich war noch ein ganz junger Christ, aber ich sagte: „Ich glaube nicht, dass Gott Ihrem Mann die Herzinfarkte geschickt hat.“ Da wurde sie wütend auf mich. Sie sprang vom Tisch auf, packte ihren Mann, sagte: „Schatz, wir gehen!“ Dann schleifte sie ihn praktisch aus dem Supermarkt.

Und ich saß da und kratzte mich am Kopf. Ich war vollkommen verblüfft. Vor allem darüber, dass sie kein Gebet wollten. „Beten nützt nichts, weil Gott derjenige ist, der meinem Mann das geschickt hat. Mein Mann ist wie Hiob.“

Ich glaube, dass viele das Buch Hiob gebrauchen, um sich zu erklären, warum gerechte Menschen leiden. Sie sagen: „Das lässt Gott zu. Es ist wie bei Hiob.“ Denn die meisten betrachten Hiob als jemanden, der sein ganzes Leben lang leiden musste, ohne je davon gerettet und geheilt zu werden. Sie denken, er sei nie von seinem Leiden befreit worden.

Doch die Wahrheit ist, dass Hiob befreit wurde. Hiob wurde gerettet. Hiob wurde geheilt. Wenn wir also für uns beanspruchen, wie Hiob zu sein, sollten wir auch das Ende erwarten, das er erlebte.

In Jakobus 5 im Neuen Testament wird uns ausdrücklich gesagt, dass wir vom Buch Hiob profitieren und daraus lernen sollen. Schlagen Sie mit mir Jakobus 5,11 auf. Dem Neuen Testament zufolge ist das die wichtigste Lektion, die wir aus dem Buch Hiob lernen sollen, wenn wir uns damit beschäftigen. Jakobus 5,11:

„Siehe, wir preisen die glückselig, die ausgeharrt haben. Vom Ausharren Hiobs habt ihr gehört, und das Ende des Herrn habt ihr gesehen, dass der Herr voll innigen Mitgefühls und barmherzig ist.“

„Das Ende des Herrn habt ihr gesehen.“ Manche haben das Buch nie bis zum Ende gelesen. Jakobus sagt uns, dass es in dieser Geschichte um Mitgefühl, Barmherzigkeit und Segen geht.

Lesen wir den Vers in der Neuen Genfer Übersetzung. Da heißt es:

„Schließlich ist es doch so, dass wir die glücklich preisen, die ´in der Prüfung` standhaft geblieben sind. Ihr habt von der Standhaftigkeit Hiobs gehört und wisst, dass der Herr bei ihm alles zu einem guten Ende geführt hat, denn der Herr ist zutiefst barmherzig und voll Mitgefühl.“

Lesen wir die nächsten Verse. Sie beziehen sich direkt auf die Geschichte von Hiob. Jakobus 5,12:

„Vor allem aber, meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit irgendeinem anderen Eid! Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht unter ein Gericht fallt.“

Denn genau das tat Hiob in Kapitel 16 und es brachte ihn in Schwierigkeiten. Jakobus 5, ab Vers 13:

„Leidet jemand unter euch?“ – Wie Hiob. – „Er bete.“ – Wie Hiob. – „Ist jemand guten Mutes? Er singe Psalmen. Ist jemand krank unter euch?“ – Wie Hiob. – „Er rufe die Ältesten der Gemeinde zu sich, und sie mögen über ihm beten und ihn mit Öl salben im Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten“ – oder heilen – „und der Herr wird ihn aufrichten“ – wie Hiob aufgerichtet wurde – „und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden.“ – So, wie Hiob vergeben wurde. – „Bekennt nun einander die Sünden“ – wie Hiob – „und betet füreinander“ – wie Hiob für seine Freunde – „damit ihr geheilt werdet! Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung.“

Beinahe jede dieser Aussagen bezieht sich direkt auf etwas, das im Buch Hiob geschehen ist.

Und so fing alles an. Jakobus sagt: „Ihr habt gesehen, was Gott am Ende getan hat. Gott ist voll Mitgefühl. Gott ist barmherzig. Er hat Hiob reich gesegnet.“

Das sind ein paar Lektionen aus diesem Buch. Vielleicht sollte es nicht das Einzige, aber sicher das Wichtigste sein, das wir aus dem Buch Hiob lernen.

Viele finden darin eine andere Botschaft. Sie finden keine Botschaft der Hoffnung auf Heilung, sondern eine von ständigem Leiden.

Gehen wir zum letzten Kapitel, Hiob 42,10.

Da steht:

„Und der HERR wendete das Geschick Hiobs, als der für seine Freunde Fürbitte tat. Und der HERR vermehrte alles, was Hiob gehabt hatte, auf das Doppelte.“

Vers 12:

„Und der HERR segnete das Ende Hiobs mehr als seinen Anfang.“

Das ist die Botschaft.

Vor Jahren stand ich einmal in dem Gebäude, das wir vor diesem hatten, im Foyer und sprach mit den Leuten. Da kam eine Frau zu mir. Sie war zum ersten Mal in unserer Kirche. Jemand hatte sie mitgebracht. Ich begrüßte sie und sie redete sofort los. Sie sagte: „Ich habe gerade meinen Mann verloren.“ Ich hatte sofort Mitleid. Ich sagte: „Das tut mir leid.“ Ich sprach eine Weile mit ihr und fragte: „War er gläubig?“ Sie antwortete: „O ja. Er hatte einen starken Glauben an Jesus.“ Ich sagte: „Danken wir Gott dafür. Immerhin wissen wir, wo er ist. Er ist jetzt beim Herrn. Aber Ihr Verlust tut mir leid.“ Damit endete unser Gespräch.

Ich war völlig verblüfft, als ich etwa eine Woche später von dieser Frau einen sehr wütenden Brief bekam. Sie schrieb darin quasi: „Wie können Sie es wagen, mir zu sagen, dass es falsch ist, um meinen Mann zu trauern? Und wie können Sie es wagen, mir zu sagen, ich hätte keinen Glauben?“ Ich weiß noch, dass ich diesen Brief las und dachte: „Was? Das habe ich gar nicht gesagt.“ Es war das genaue Gegenteil der Botschaft, die ich ihr eigentlich hatte vermitteln wollen. Ich las den ganzen Brief und schrieb ihr freundlich zurück.

Ich schrieb: „Es tut mir leid, wenn Sie unser Gespräch so verstanden haben. Es war nicht meine Absicht, Ihnen das zu vermitteln.“ Ich hörte nie wieder von ihr. Aber sie hatte alles, was ich sagte, durch einen Filter gehört, was für einer das auch sein mochte, und hatte genau das Gegenteil davon verstanden, was ich sagte und vermitteln wollte. Und genau das machen manche auch mit dem Buch Hiob.

Ich möchte damit sagen: Welches Leid Sie gerade erleben und in welchen Umständen Sie sich befinden – Sie und ich sollten das Buch Hiob aufschlagen können und dort Hoffnung finden. Hiob hat seine Kämpfe durchgestanden. Gott war treu zu Hiob. Gott war barmherzig. Und er ändert sich nicht.

Viele tun das nicht. Meist liegt es daran, dass sie sich auf die Tragödie konzentrieren statt auf die Rettung. Sie konzentrieren sich auf das Leid statt auf die Barmherzigkeit. Manche Menschen bekommen keine Antworten, weil sie auf das Falsche schauen.

In 4. Mose 21 wurden die Israeliten von Schlangen gebissen und starben. Diejenigen, die sich auf die Schlangenbisse konzentrierten, fanden keine Rettung. Aber wer auf die Schlange aus Bronze blickte, bekam eine Antwort. Alles hing davon ab, worauf sie sich konzentrierten.

Und so sollten wir uns auch beim Buch Hiob darauf konzentrieren, was der Herr am Ende tat.

Ich glaube, dass es auch zur Verwirrung über dieses Buch beiträgt, dass viele Leute es nicht im Licht der Erkenntnisse des Neuen Testaments lesen. Sie nehmen Worte aus dem Buch, die Hiob und andere gesagt haben, und gebrauchen sie als neutestamentliche Lehre.

Zum Beispiel: „Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen.“ Das hat Hiob gesagt. Er sagte auch: „Wenn wir das Gute aus der Hand des Herrn annehmen, warum nicht auch das Böse?“ Ich habe gehört, dass auch das als neutestamentliche Lehre zitiert wurde. Hiob sagte aber auch: „Gott vernichtet Menschen und vermehrt ihre Wunden ohne Anlass oder Grund. Er unterscheidet nicht; er zerstört die Gerechten und die Gottlosen.“ Sollten wir das auch als neutestamentliche Lehre betrachten? Es ist genauso eine Aussage Hiobs wie die anderen.

Aber wenn wir das Buch Hiob und alles, was darin offenbart wird, im Licht des Neuen Testaments betrachten, klären sich viele dieser Missverständnisse. Sehen Sie: Hiob gilt als das älteste Buch der Bibel. Der Verfasser ist unbekannt. All das geschah in der Zeit vor Mose, vor dem Gesetz. Zur Zeit Hiobs gab es noch kein Altes und auch noch kein Neues Testament. Als Hiob erlebte, was er erlebte, gab es noch gar nichts von der Bibel. Die Menschen wussten sehr wenig über Gott. Und sie wussten noch weniger über ihren Feind, den Teufel.

Sie dachten, alles Gute und alles Böse käme von Gott. Hiobs Diener dachten, Gott wäre dafür verantwortlich, dass Hiob alles verlor – für den Tod seiner zehn Kinder, dafür, dass seine Frau sich gegen ihn wandte, dafür dass er seinen ganzen Besitz verlor, dass er krank wurde und dass er von allen ausgelacht und verspottet wurde. Seine Diener dachten, Gott hätte all das getan.

Auch Hiobs Frau dachte, Gott sei verantwortlich dafür. Und auch Hiob selbst und seine Freunde dachten das. Den größten Teil des Buches nimmt ein Gespräch ein, das an einem Tag stattfand. Es ist eigentlich ein Streit zwischen Hiob und seinen Freunden. Hiobs Freunde sagen immer wieder: „Hiob, das hat Gott getan. Gott quält dich. Gott sucht dich heim, weil du ein böser Mensch bist. Du hast Böses getan und musst es zugeben. Deswegen bestraft Gott dich. All dieses Leid ist über dich gekommen, weil du ein schlechter Mensch bist.“

Und Hiobs Antwort war: „Ja, es stimmt. Gott tut das. Aber ich weiß nicht warum, denn ich bin nicht schlecht. Ich bin ein ehrlicher Mensch. Ich bin rechtschaffen. Ja, Gott tut das, aber nicht aus den Gründen, die ihr nennt.“ Dieses Streitgespräch geht hin und her, ein Kapitel ums andere.

Lesen wir, was Hiob sagt. In Hiob 9,22-24 sagt Hiob:

„Es ist alles eins! Darum sage ich: Den Schuldlosen wie den Schuldigen bringt er“ – also Gott – „um. Wenn die Geißel plötzlich tötet, lacht er über die Verzweiflung der Unschuldigen. In die Hand eines Frevlers ist die Erde gegeben, das Gesicht ihrer Richter verhüllt er. Wenn nicht er, wer ist es dann?“

Hiob sagt: „Wenn es nicht von Gott kommt, von wem dann?“ Er wusste es nicht. Er dachte, es müsse Gott sein.

Wenn wir das erste Kapitel aus dem Buch Hiob lesen, zieht Gott den Schleier der natürlichen Welt für uns zurück und zeigt uns, was hinter der Bühne passierte und wer dafür verantwortlich war, was geschah. Aber vergessen Sie nicht, dass Hiob nicht Hiob 1 aufschlagen und lesen konnte, was wir lesen. Es gab noch keine Bibel.

Hiob sagt rundheraus: „Gott bringt die Schuldigen und die Schuldlosen zusammen um. Er lacht über die Verzweiflung der Unschuldigen.“ Das klingt nicht nach unserem Gott. Und Hiob sagt: „Wenn er das nicht tut, wer dann? Woher kommt dann all das?“ Er hatte keine Ahnung.

Gehen wir zu Hiob 1,1 und lesen wir die ersten fünf Verse. Da steht:

„Es war ein Mann im Lande Uz, sein Name war Hiob. Und dieser Mann war rechtschaffen und redlich und gottesfürchtig und mied das Böse. Ihm wurden sieben Söhne und drei Töchter geboren. Und sein Besitz bestand aus siebentausend Schafen und dreitausend Kamelen und fünfhundert Gespannen Rinder und fünfhundert Eselinnen, und seine Dienerschaft war sehr zahlreich, so dass dieser Mann größer war als alle Söhne des Ostens.

Nun pflegten seine Söhne hinzugehen und Gastmahl zu halten – der Reihe nach im Haus eines jeden. Dazu sandten sie hin und luden ihre drei Schwestern ein, mit ihnen zu essen und zu trinken. Und es geschah, wenn die Tage des Gastmahls reihum gegangen waren, da sandte Hiob hin und heiligte sie: Früh am Morgen stand er auf und opferte Brandopfer nach ihrer aller Zahl. Denn Hiob sagte sich: Vielleicht haben meine Söhne gesündigt und in ihrem Herzen Gott geflucht. So machte es Hiob all die Tage nach den Gastmählern.“

Wir erfahren hier, dass Hiob rechtschaffen war. Das bedeutet nicht, dass er fehlerlos war. Hier steht das hebräische Wort „tom“. Es bedeutet wörtlich „vollkommen“. Hiob war insofern vollkommen, als er nach all dem lebte, das er wusste und erkannt hatte. Er war soweit ehrlich, wie er es verstanden hatte. Aber sein Wissen über Gott war sehr begrenzt.

Er war redlich. Das hebräische Wort „jaschar“ dafür bedeutet „aufrecht“. Mit anderen Worten: Er war kein Betrüger. Er war ein ehrlicher Mensch. Und Hiob wusste, dass er ehrlich war. Er fürchtete Gott und mied das Böse. Er hatte zehn Kinder und war größer als alle anderen Männer des Ostens. Er war sehr reich und sehr gottesfürchtig. Es ist möglich, beides zu sein.

Seine Söhne und Töchter waren erwachsen und hatten ein eigenes Zuhause. Sie waren keine Kinder mehr, sondern erwachsen und selbst verantwortlich.

Hier steht, dass sie jedes Mal ein Fest feierten, wenn einer der Söhne Geburtstag hatte. Und in der Bibel steht: „Wenn die Tage“ – Mehrzahl – „des Gastmahls vorüber waren.“ Sie feierten also mindestens siebenmal im Jahr ein Fest, das mehrere Tage dauerte.

Und bei diesen Festen aßen und tranken sie sehr viel. Denn es ist interessant, dass die Boten, die später kommen, nur zwei Dinge über die Kinder sagen. Jedes Mal, wenn die Diener etwas über die Kinder sagen, dann, dass sie alle feierten und tranken. Das mussten also die großen, auffälligen Merkmale ihrer Feste gewesen sein: dass sie mehrere Tage dauerten und dass viel getrunken wurde.

Sie luden auch ihre Schwestern ein; aber interessant ist: Wenn wir Kapitel 1 und 2 lesen, stellen wir fest, dass Hiob nicht eingeladen war. Ich frage mich, warum.

Man könnte daraus schließen, dass Hiob gottesfürchtig war und seine Kinder nicht. Er brachte ständig Opfer, um Gott zu versöhnen, weil er nicht wusste, was sie getan hatten. Hiob dachte ständig: „Vielleicht haben sie Gott geflucht.“ Er wusste nicht, ob es so war. Aber Hiob kannte seine Kinder.

Wenn meine Kinder eine Party gefeiert haben oder zu einer Party eingeladen waren, ist mir nie der Gedanke gekommen, dass ich lieber fasten und beten sollte, falls sie den Heiligen Geist lästern würden. Nein. Ich kenne meine Kinder ziemlich gut. Ich habe keinen Grund, so etwas von ihnen zu denken.

Aber Hiob sagte ständig: „Vielleicht haben sie Gott geflucht.“ Sie haben große Partys gefeiert und um sie herum war zum Großteil heidnisches Land.

Aber noch einmal: Vergessen wir nicht, dass all das vor Mose geschah, vor dem Gesetz, vor der Bibel. Hiob brachte diese Opfer also aus Angst. Aber es ist nie gut, etwas aus Angst zu tun. Wir sollen unsere Sorgen auf den Herrn werfen. Und Hiob sprach seine Ängste auch ständig aus.

Wenn wir gleich weiterlesen, werden wir sehen, dass es wahrscheinlich Hiobs Angst war, die dem Teufel die Tür öffnete. Und der Lebensstil der Kinder öffnete sehr wahrscheinlich der Katastrophe die Tür, die über sie hereinbrach. In Hiob 2,9 ist nur ein einziger Satz von Hiobs Frau festgehalten. Sehr kurz, sehr knapp, sehr klar. Sie sagte: „Fluche Gott und stirb!“ Natürlich trauerte sie um den Verlust ihrer Kinder. Aber sie hatte nicht so eine Beziehung zu Gott wie Hiob.

Dann kommen wir zu Vers 6, wo etwas Bemerkenswertes geschieht.

Hiob 1,6:

„Und es geschah eines Tages, da kamen die Söhne Gottes, um sich vor dem Herrn einzufinden. Und auch der Satan kam in ihrer Mitte.“

Der Ausdruck „die Söhne Gottes“ bezieht sich auf Engel. Das findet im Himmel statt. Wir wechseln also von der Erde in den Himmel. Das hebräische Wort für Satan bedeutet wörtlich „Gegner“. „Und auch der Gegner kam in ihre Mitte.“ Nicht Gott war also Hiobs Gegner, sondern Satan. Mein Freund, nicht Gott ist Ihr Gegner. Der Teufel ist der Gegner.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Predigt gefallen hat. Verpassen Sie nicht die nächste Sendung! Manches im Buch Hiob ist für mich absolut erstaunlich. Es ist lebensverändernd. Wenn Sie den Rest des Buches lesen, werden Sie es entdecken. Aber so viele Menschen machen aus einigen Aussagen Hiobs im ersten Kapitel eine Glaubenslehre und lesen nie bis zu der Stelle, an der Gott auf die Bühne tritt. Denn Gott korrigierte Hiob und seine Freunde. Wir kommen noch darauf zu sprechen. Am Ende dieser Sendung ging es darum, dass der Teufel unser Gegner ist und nicht Gott. Ist es nicht gut zu wissen, dass Gott für uns ist und nicht gegen uns? Mein Freund, Gott ist auf Ihrer Seite. Er ist so sehr für Sie, dass er seinen eigenen Sohn sandte, um am Kreuz zu sterben und Ihre Schuld auszulöschen. So sehr ist er für uns! Gott hat seinen einzigen Sohn geopfert, um als Stellvertreter für Sie zu sterben. Am Kreuz trug er Ihre Schuld. Nachdem der ganze Preis bezahlt war, ist er von den Toten auferstanden. Wenn Sie das glauben und bereit sind, ihn zum Herrn über Ihr Leben zu machen, wird Jesus in Ihr Herz kommen und Sie verändern.

Beten Sie zu ihm. Sagen Sie einfach: „Jesus, ich glaube an dich. Ich bekenne dich als meinen Herrn und Retter. Komm in mein Leben und verändere mich.“ Wenn Sie das beten, mein Freund, werden Sie nicht enttäuscht. Bis zum nächsten Mal!

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