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Nach Geduld und Sanftmut streben

Der Apostel Paulus schreibt, dass es im Grunde ziemlich klar ist, wie wir nach Gottes Willen leben können: Gott möchte, dass wir liebevoll, selbstlos, geduldig, sanftmütig und voller Freude sind und uns unter Kontrolle haben.
Bayless Conley zeigt in dieser Predigt auf, wie wir solche Charakterzüge gerade in den Schwierigkeiten und Herausforderungen entwickeln, denen wir im Alltag begegnen.
„Man kann nicht geduldig sein, wenn man nicht zuerst lange geplagt war.“ – Bayless Conley
Wir dürfen zulassen, dass Gott durch unsere schwierigsten Umstände und Beziehungen wirkt und zu einem lebendigen Zeugnis für seine Liebe und Veränderungskraft werden.

Predigtmanuskript

Hallo! Schön, dass Sie bei uns sind. Unser heutiges Thema ist von überragender Bedeutung. Sowohl Jesus als auch Gott sprechen in der ganzen Bibel über bestimmte Dinge, die wir anstreben müssen. Sie sind der Wille Gottes für unser Leben. Aber wir werden sie nicht erfahren, wir werden sie nicht schmecken und genießen, wenn wir ihnen nicht nachjagen. Und das ist eine sehr interessante Liste. Sie ist nicht lang, aber sie beinhaltet die Dinge, die wir ganz besonders im Blick haben sollten. In der heutigen Predigt werden wir uns mit Geduld und Sanftmut beschäftigen. Vielleicht denken Sie jetzt:  „O, wie langweilig.“ Aber das ist alles andere als langweilig. Das Streben nach Geduld und Sanftmut bringt noch einiges andere mit sich, das ganz erstaunlich ist. Und ich möchte Ihnen sagen: Meist ist es wichtiger sanftmütig zu sein als recht zu haben. Kommen wir jetzt zur Predigt. Ich glaube sie wird Sie segnen.   1.Timotheus 6, Vers 11: „Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge, jage aber nach Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Glauben, Liebe, Geduld, Sanftmut!“   Heute wollen wir uns mit den beiden letzten Eigenschaften beschäftigen: Geduld und Sanftmut. Und es wäre ein Irrtum anzunehmen, dass wir diese Eigenschaften automatisch besitzen, denn hier wird Timotheus, der als Mann Gottes bezeichnet wird, gesagt, dass er diese Dinge anstreben muss. Er muss ihnen nachjagen, genauso wie wir. Zuerst sehen wir uns die Geduld an. Es gibt drei grundlegende Bereiche, wo diese zum Tragen kommt: Bei Verheißungen, bei Menschen und bei Verfolgung.   Bitte schlagen Sie mit mir Hebräer, das sechste Kapitel auf. Hebräer, Kapitel 6, wir beginnen mit   Vers 11:   Hebräer 6,11 ff: „Wir wünschen aber, dass jeder von euch denselben Eifer beweise, so dass ihr die Hoffnung mit voller Gewissheit festhaltet bis ans Ende, damit ihr ja nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben. Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er, da er bei keinem Größeren schwören konnte, bei sich selbst und sprach: Wahrlich, ich will dich reichlich segnen und mächtig mehren! Und da jener auf diese Weise geduldig wartete, erlangte er die Verheißung.“   Wir erlangen die Verheißungen durch Glauben und Geduld. Gott verhieß Abraham und seiner Frau, dass sie einen Sohn haben würden. Das war 25 Jahre, bevor sich die Verheißung tatsächlich erfüllte. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Gottes Zeitplan nicht immer dem unseren entspricht? Gott sieht jedes Anliegen, jede Reaktion und jedes Ergebnis sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft und deshalb hat er, wie es in Prediger 3,11 heißt, alles vortrefflich gemacht zu seiner Zeit. In einer Übersetzung heißt es: „Gott tut alles zur richtigen Zeit.“ Biblische Geduld wird zu Recht als tapferes, beständiges Ausharren bezeichnet. Darin zeigt sich die dauerhafte Qualität unseres Glaubens. Sehen wir uns jetzt Hebräer 10,36 an. Hier wird wiederum die Notwendigkeit der Geduld betont:   Hebräer 10,36: „Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt.“   Sie müssen ausharren; Sie brauchen Geduld. Klopfen Sie Ihrem Sitznachbarn auf die Schulter und sagen Sie: „Du musst geduldig sein!“ Sie brauchen Ausdauer und Geduld. Zurzeit finden auf dem Sausalito-Campus immer noch unsere Spanisch-Gottesdienste sowie unser Leiterschaftsseminar statt. Die Gruppe Celebrate Recovery trifft sich dort und es findet noch einiges andere statt. Vielleicht erinnern Sie sich noch, dass wir dort früher an den Wochenenden sieben Gottesdienste abhielten, von denen zwei live übertragen wurden. Wenn Sie in diese Richtung blicken, sehen Sie das Klubhaus des Golfplatzes, der früher dort war. Wir hatten es gepachtet. Zwei der Gottesdienste wurden dort übertragen und das Klubhaus war jedes Mal voll. So hatten wir jedes Wochenende neun Gottesdienste! Und wenn Leute zum ersten Mal kamen und sahen, wie die Menschen vor dem Gebäude Schlange standen, um hineinzukommen, sagten sie: „Wie sehr hat Gott euch gesegnet!“ Dem konnten wir nur zustimmen. Aber wenn sie das sagten, schwang ein Unterton mit, als würden sie denken: „Es ist erstaunlich, dass Gott euch das einfach hat in den Schoß fallen lassen.“ Sie wissen nichts über all die Schwierigkeiten und den Widerstand, den wir überwinden mussten, die tränenreichen Gebete und die Jahre, in denen wir uns in Geduld üben mussten, bis wir dieses Gebäude bauen konnten. Ja, Gott hat uns gesegnet, aber trotzdem brauchten wir jede Menge Geduld und das Vertrauen, dass Gott ein Wunder tun würde, wenn es wieder einmal so aussah, als sei der nächste Schritt, den wir auf unserer Reise unternehmen mussten, absolut unmöglich. Manche von Ihnen kennen die Geschichte, wie dieses Gebäude und die ganze Anlage hier entstanden sind, andere kennen einen Teil davon und manche wissen nichts darüber. Aber von dem Moment an, wo wir den Entschluss fassten, dieses Grundstück zu kaufen, bis wir schließlich hier einziehen konnten, vergingen neun Jahre. Wir wurden von zwei Städten gleichzeitig verklagt. Man versuchte uns zu enteignen und verwehrte uns den Zugang zu dem Grundstück und wir mussten jahrelang einen sehr teuren Rechtsstreit führen. Die Medien waren der Gemeinde gegenüber größtenteils nicht wohlgesinnt und vieles, was über uns gedruckt oder gesendet wurde, war weit von der Wahrheit entfernt. Aus rein menschlicher Sicht schien es, als hätte die Gemeinde keine Chance. Aber schließlich urteilte das Gericht zu unseren Gunsten, sodass wir hier bauen konnten. Leider hatten wir im Lauf der Jahre fast jeden Dollar für Anwälte ausgegeben, sodass wir kein Geld mehr hatten. Und jetzt mussten wir bei den Leuten, die uns verklagt hatten, Genehmigungen einholen. Aber Gott tat einige höchst erstaunliche Wunder. Die Leute, die uns früher Steine in den Weg gelegt hatten, wurden unsere Freunde, die Größe unseres Grundstücks verdoppelte sich und wir konnten die Gerichtskosten auf einen Schlag bezahlen. Und jetzt kommen die Leute und sagen: „Gott hat euch so sehr gesegnet!“ Ja, das hat er. Aber wir mussten eine Menge Geduld aufbringen. Einige von Ihnen haben uns auf diesem Weg begleitet. Was ich damit sagen will, ist: Halten Sie an den Verheißungen fest, auch wenn es scheint, als würde nichts vorwärtsgehen; als würde sich alles, was Sie sich wünschen, nur im Schneckentempo bewegen. Gott ist treu. Jede Verheißung, die er in mein Herz geflüstert hat, hat sich verwirklicht. Aber die meisten von ihnen sind nicht innerhalb des zeitlichen Rahmens passiert, den ich mir gewünscht hätte.   Zweitens müssen wir uns in Geduld üben, wenn es um Menschen geht. Wir müssen geduldig sein und ihnen die Zeit geben, sich zu verändern und zu wachsen. Bitte schlagen Sie Epheser, Kapitel 4 auf. Wir müssen uns im Hinblick auf Menschen, die noch dabei sind zu wachsen, in Geduld üben. Epheser 4, die Verse 1 und 2:   Epheser 4,1-2: „So ermahne ich euch nun, ich, der Gebundene im Herrn, dass ihr der Berufung würdig wandelt, zu der ihr berufen worden seid, indem ihr mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut einander in Liebe ertragt …“   Wir können keinen Langmut beweisen, ohne dass uns etwas lange plagt. Ertragt einander in Liebe. In der Amplified Bible heißt es hier: „Ertragt einander geduldig und macht einander Zugeständnisse, weil ihr einander liebt.“ Manche Menschen sind gegenüber anderen so intolerant und ungeduldig, dass es scheint, als hätten sie ihre eigene geistliche Reise vergessen. Sie haben vergessen, wie lange es gedauert hat, bis Gott sie dort hatte, wo sie jetzt sind. Wir müssen anderen den Raum geben zu wachsen und in dieser Zeit nachsichtig mit ihnen sein. Natürlich gilt das nicht für alle, aber die meisten Menschen sind daran interessiert, sich zu verändern, zu wachsen und zu dem Menschen zu werden, als den Gott sie haben will. Vor ein paar Jahren kam hier in der Gemeinde einmal eine Frau zu mir. Sie war sehr wütend. Sie sagte: „Pastor Bayless, diese junge Frau …“ Ich wusste, wen sie meinte. „Du musst mit ihr reden. Sie kleidet sich so provokativ! So sollte man in Gottes Haus nicht herumlaufen. Du musst etwas unternehmen.“ Ich sagte: „Ich werde gar nichts tun und du auch nicht. Überlassen wir es Gott, an ihr zu arbeiten.“ Ich will gar nicht daran denken, was diese Frau getan hätte, wenn sie gewusst hätte, dass das Mädchen mit ihrem Freund zusammenlebte. Sie war erst drei Wochen zuvor gerettet worden. Und wissen Sie was? Als sie weiterhin in die Gemeinde kam, Gottes Wort hörte und die Liebe der Menschen spürte, veränderte sich ihre Wohnsituation und die Art, wie sie sich kleidete. Der Heilige Geist tat das ganz ohne das Zutun eines alten Sauertopfs. Jawohl!   Ich glaube, die Menschen, die so hart und streng sind, wenn es darum geht, dass andere sich einfügen, sind von ihrer eigenen geistlichen Reise irgendwie abgeirrt. Die meisten von uns waren ziemlich fleischlich, als sie gerettet wurden. Ich selbst wuchs auf, ohne die Bibel zu kennen. Ich kannte Gottes Maßstäbe nicht. Aber ich wurde Christ. Und je öfter ich in die Gemeinde ging und je mehr ich in Gottes Wort las, umso klarer wurde mir, dass viele der Dinge, die meine Freunde und ich für normal hielten, außerhalb der Grenzen lagen, die Gott für ein christliches Verhalten gezogen hatte. Aber das brauchte seine Zeit. Verstehen Sie mich richtig – das ist keine Entschuldigung dafür in Sünde zu leben. Gottes Maßstäbe ändern sich nicht. Aber wir müssen den Menschen Gelegenheit geben, sich zu ändern und zu wachsen. Und meistens waren die Menschen, die mit dem Finger auf andere zeigen und sie dafür verurteilen, wie sie sich kleiden und was sie tun, früher genauso oder gar noch schlimmer! Wir müssen Geduld mit den Menschen haben, während sie wachsen. Eine gute Faustregel dafür lautet: Seien Sie anderen gegenüber so freundlich und geduldig, wie Sie es sich von ihnen wünschen würden. Es herrscht ein Ungleichgewicht, wenn wir andere nach ihren Taten beurteilen, während wir uns selbst nur nach unseren Absichten beurteilen. Und die Bibel sagt, dass Gott Unausgeglichenheit hasst.   Kommen wir jetzt zum dritten Punkt im Hinblick auf die Geduld und dieser hat mit Verfolgung zu tun. Wenn wir leiden, weil wir richtig leben und handeln und es scheint, als wäre dafür kein kurzfristiger Lohn in Sicht, müssen wir uns in Geduld üben. Bitte schlagen Sie 1.Petrus, Kapitel 2 auf. Wir beginnen mit Vers 19.  
  1. Petrus 2,19:
„Denn das ist Gnade, wenn jemand aus Gewissenhaftigkeit gegenüber Gott Kränkungen erträgt, indem er zu Unrecht leidet. Denn was ist das für ein Ruhm, wenn ihr geduldig Schläge ertragt, weil ihr gesündigt habt? Wenn ihr aber für Gutestun leidet und es geduldig ertragt, das ist Gnade bei Gott.“   Wenn Sie Ihrem Gewissen gehorchen und tun, was vor Gott richtig ist, werden Sie manchmal dafür leiden. Vielleicht werden Sie von Ihren Feinden verfolgt, von Ihrem Arbeitgeber, der Regierung oder sogar von einem Mitglied Ihrer Familie. Wir müssen geduldig sein, wenn wir verfolgt werden. Jeder, der mit ganzem Herzen für Gott lebt, weiß mehr oder weniger genau, wie sich dieses Leiden anfühlt. Aber nicht jeder ist sanft und freundlich, während er leidet. Manche Menschen verhalten sich dann wie ein wildes Tier, das in einem Netz gefangen ist und schlagen wild um sich, sobald sich ihnen jemand nähert. Aber wir haben in 1.Timotheus gelesen, dass wir Sanftmut und Geduld anstreben sollen. Streben Sie Sanftmut an. In anderen Übersetzungen heißt es hier Demut. Bei den Worten Sanftmut oder Demut schwingt im Englischen vor allem in der westlichen Welt fast der Gedanke von Schwäche mit. Demütig zu sein bedeutet schwach zu sein. Jemand ist sanftmütig und demütig, weil er nicht die Macht hat, sich selbst zu helfen. Aber das griechische Wort, mit dem wir es hier zu tun haben, hat eine völlig andere Bedeutung. Das Wort, das hier mit Demut übersetzt wurde, ist die Frucht der Kraft. W. E. Vine, einer der herausragendsten griechischen Gelehrten seiner Zeit, sagte: „Jesus war nicht demütig, weil er sich nicht selbst helfen konnte, sondern weil ihm die unbegrenzten Möglichkeiten des Himmels zur Verfügung standen.“ Das ist die Art von Demut oder Sanftmut, die wir anstreben und uns zu eigen machen sollen. Gemäß Galater 5,22 ist Sanftmut eine Frucht des Geistes. In 1.Timotheus 3,3 wird sie als Qualifikation für die Leiterschaft in der Gemeinde angeführt. Wenn wir uns Jesus nähern und unser Herz mit seinem Wort nähren, wird sich die Frucht der Sanftmut in unserem täglichen Leben entfalten. Und, ja, es gibt Zeiten, wo eine feste Hand nötig ist, um widerspenstige Menschen zurechtzuweisen, sowohl innerhalb wie auch außerhalb der Gemeinde. Aber normalerweise bringt es uns viel weiter, wenn wir solchen Menschen in einem Geist der Sanftmut begegnen. Bitte schlagen Sie 2.Timotheus, Kapitel 2 auf. Hier wird das gut erklärt. 2.Timotheus 2, ich beginne mit Vers 23. Da heißt es:   2.Timotheus 2,23 ff: „Die törichten und unverständigen Streitfragen aber weise zurück, da du weißt, dass sie nur Streit erzeugen. Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern milde sein gegen jedermann, fähig zu lehren, geduldig im Ertragen von Bosheiten; er soll mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweisen, ob ihnen Gott nicht noch Buße geben möchte zur Erkenntnis der Wahrheit und sie wieder nüchtern werden aus dem Fallstrick des Teufels heraus, von dem sie lebendig gefangen worden sind für seinen Willen.“   Streiten Sie nicht, sondern seien Sie milde zu allen; weisen Sie die Widerspenstigen mit Sanftmut zurecht. Das bewirkt unendlich viel mehr Gutes, als mit den Leuten zu streiten. Sanftmut entwaffnet die Menschen. Oft ist das die einzige Möglichkeit, wie wir sie zur Vernunft bringen und dazu anregen können umzukehren. Im Galaterbrief heißt es im Hinblick auf jemanden, der in Sünde gefallen ist, sogar: „So helft … einem solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht und gib dabei acht auf dich selbst, dass du nicht auch versucht wirst!“ Wenn jemand sündigt, sollen wir nicht auf dem hohen Ross und mit blitzenden Waffen herbeieilen und ihn für seine Verstrickung in die Sünde verurteilen. Wir erschießen die Verwundeten nicht; wir helfen ihnen in einem Geist der Sanftmut und der Demut wieder auf. Dennoch müssen Sie manchmal sehr direkt sein. Da fällt mir Paulus ein, der Petrus im Galaterbrief dafür tadelte, dass er sich auf das Gesetz zurückbesann, das der Gnade entgegensteht. Paulus konfrontierte ihn ganz direkt und ermahnte ihn in der Öffentlichkeit. Auch gegenüber dem Zauberer, der den Statthalter vom Glauben abbringen wollte, begegnete er sehr, sehr mutig und direkt. Dennoch sind seine Taten und Briefe zum größten Teil von einem Geist der Sanftmut geprägt. Hören Sie sich die folgenden Beispiele an:   In einem Brief an die Korinther schrieb er: „Ich selbst aber, Paulus, ermahne euch angesichts der Sanftmut und Freundlichkeit des Christus …“   Und den Thessalonichern sagte er: „… wir waren liebevoll in eurer Mitte, wie eine stillende Mutter ihre Kinder pflegt. Und wir sehnten uns so sehr nach euch, dass wir willig waren, euch nicht nur das Evangelium Gottes mitzuteilen, sondern auch unser Leben, weil ihr uns lieb geworden seid.“   Bitte schlagen Sie das Buch der Sprüche auf. Sprüche 25, Vers 15. Da heißt es:   Sprüche 25,15: „Durch Geduld wird ein Richter überredet, und eine sanfte Zunge zerbricht Knochen.“   Eine sanfte Zunge zerbricht Knochen. In der Amplified Bible heißt es hier: „Sanfte Rede bricht den härtesten Widerstand.“ Denken Sie einmal darüber nach. Sanfte Rede bricht den härtesten Widerstand. Das steht auch in Sprüche 15,1, wo es heißt: „Eine sanfte Antwort wendet den Grimm ab, ein verletzendes Wort aber reizt zum Zorn.“   Früher hatten wir in einem Geschäftshaus hier in dieser Straße Räume gemietet. Dort waren wir fünf Jahre lang, bis der Bau der Sausalito-Anlage fertiggestellt war. Und ich weiß noch, wie ich damals zur Stadtverwaltung ging, um die Genehmigung einzuholen, dass wir dort Gottesdienste abhalten durften. Ich gebe zu, ich war ein wenig naiv. Als ich ankam, fragte die Sekretärin: „Kann ich Ihnen helfen?“ Und ich sagte: „Ja, ich bin Pastor und möchte mir die Genehmigung dafür holen, in einem leer stehenden Gebäude Gottesdienste abzuhalten.“ Sie sagte: „Okay. Da müssen Sie mit dem Stadtdirektor sprechen.“ Sie führte mich in sein Büro, wo er gerade mit einem anderen Stadtbeamten sprach. Er fragte: „Kann ich Ihnen helfen?“ Ich sagte: „Ja“, erklärte ihm den Grund meines Erscheinens, nannte ihm das Gebäude, das wir nutzen wollten, und sagte: „Es steht gerade leer.“ Er sah erst seinen Kollegen an, dann sahen beide mich an und fingen an zu lachen. Er sagte: „Sie verschwenden Ihre Zeit. Das wird nicht möglich sein.“ Sie waren herablassend, sie waren arrogant und unhöflich. Ihr Gelächter trieb mich buchstäblich zur Tür hinaus. Ich muss zugeben, dass ich ziemlich ernüchtert war, als ich wieder in mein Auto stieg. Ich betete ein paar Tage darüber und spürte, dass Jesus sagte: „Versuch es noch einmal.“ Aber ich hatte das Gefühl, dass ich diesmal in einem völlig anderen Geist dort hingehen musste und beschloss, es in einem Geist der Sanftmut und der Demut zu versuchen. Nicht kriecherisch und bettelnd, aber auch nicht fordernd und drohend. Der Erste, dem ich an diesem Tag begegnete, war der Bürgermeister. Ich berichtete ihm, was nur wenige Tage zuvor passiert war. Da ging er mit mir in das Büro des Stadtdirektors und sagte: „Erklären Sie mir, warum Sie diesen Mann vor ein paar Tagen ausgelacht haben.“ Der Stadtdirektor war sehr überrascht und entschuldigte sich überschwänglich bei mir. Der Bürgermeister sagte: „Ich denke, wir können diesem Mann helfen, die Genehmigung zu bekommen.“ Bei der nächsten Sitzung der Stadtverwaltung wurde die Genehmigung erteilt und wir fingen fast sofort an, Gottesdienste abzuhalten. Ich ging nicht in einem Geist der Sanftmut und der Demut dorthin, weil ich mich machtlos fühlte. Ich hatte das Gefühl, dass Gott mir den Rücken stärkte.   Das ist die Frucht seiner Kraft. Und in der Bibel heißt es, wir sollen Sanftmut anstreben. Um Widerstand zu brechen oder niedergedrückte Menschen aufzubauen, ist Sanftmut absolut wesentlich. Wir müssen Sanftmut anstreben, bis sie, wie es in Philipper 4,5 heißt, allen Menschen bekannt ist, weil der Herr nahe ist. Und Jesus ist der Inbegriff von Demut und Sanftmut. Das wurde vor allem anderen bei seiner Kreuzigung offenbar. Er war nicht machtlos, als er am Kreuz hing. Die Bibel sagt, er hätte Legionen von Engeln herbeirufen können, um sich zu befreien und seine Feinde zu zerstören. Doch stattdessen starb er, um seine Feinde zu befreien. Er demütigte sich, damit wir erhöht werden konnten. Er wurde verflucht, damit wir gesegnet werden konnten. Er starb, damit wir leben konnten. Jesus ist unser Vorbild für all die Dinge, die wir anstreben sollten. Was für ein Vorbild und was für ein Retter!   Jesus ist unser Vorbild für alles, was wir anstreben sollten, so auch für Freundlichkeit, Geduld und Sanftmut. König David sagte im Buch der Psalmen: „Deine Herabneigung macht mich groß.“ Jesus sagte: „Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.“ Und er sagte: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir.“ In der Sanftmut liegt Kraft. Es geht nicht darum, sanftmütig zu sein, weil wir kraftlos sind. Wir sollen sanftmütig sein, weil uns die Kraft Gottes zur Verfügung steht. Seine Kraft wurde durch Jesus Christus an uns weitergegeben. Wir müssen auf Jesus sehen; auf die verschiedenen Situationen, die er meistern musste; auf den Widerstand, den er überwinden musste und die sanftmütige und freundliche Art, wie er mit den Niedergedrückten und den Zerbrochenen umging. Folgen Sie ihm nach. Ich mag die Worte von Maria, der Mutter von Jesus: „Was er euch sagt, das tut!“ Er ist unser Vorbild. Unser Retter demütigte sich und kam in einem fleischlichen Körper auf die Erde, um uns zu befreien. Lernen Sie seine Wege. Öffnen Sie ihm Ihr Herz. Lassen Sie ihn Ihr Leben verändern.  

2 Kommentar(e)

  • Andrea Hagen sagt:

    Liebes Team, danke für diesen Guten Impuls,
    Ich habe diese Predigt mir schon öfter angehört, doch heute hat sie mir in einer aktuellen Situation nochmal aus dem Herzen gesprochen.
    Ich mußte GOTT den Vortritt lassen und mich in Geduld üben, was mir sehr schwer fällt. Auch da die Situation sehr an meine Existenz ging.
    Doch ich konnte wieder lernen das GOTT nicht zu spät kommt wenn wir seinen Zeitplan akzeptieren,
    Und so auch diesmal er hat geholfen. ER ist treu und seine Zusagen sind war.
    Bitte wenn Sie in einer schwierigen Situation sind haben Sie Vertrauen und Geduld und ER tut nach seinem Wort.Beten Sie bis GOTT Sie mit Frieden erfüllt,dann ist Geduld gefragt und es ist gewiss das eine Lösung auf dem Weg ist.
    GOTT ist gut.
    GOTT segne Sie.
    Andrea HaGen

  • Maja sagt:

    Ich weiss es nicht, aber ich vermute, dass Menschen wie diese Frau die auf anderen herumhacken statt in Demut, Weisheit und Liebe auf andere reagieren, noch nicht wirklich frei sind vom alten Menschen. Sie sehen den Balken im Augen des anderen aber nicht bei sich selbst. Oftmals merken sie nicht mal wie sie gegen Gottes Ordnung verstoßen und wollen sich auch nichts sagen lassen. Auch wenn sie schon jahrzehnte Christen sind und meinen sie seien korrekt. Bei Babychristen können sie dieses Spiel der Täuschung und Sünde ja noch treiben,aber Christen die das erkannt haben finden es traurig und widerwärtig, da ist reden oft sinnlos und man kommt selbst in Feuer ihrer Zungen, Ich bete nur noch für sie. Kein Wunder das manch Gottloser über Christen spottet, wenn sie sich wie Gottlose verhalten und Gott entehren.

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