Auf den Spuren von Jesus – mit Bayless in Israel (2)

Folge Bayless Conley auf den Spuren von Jesus zu dessen Wirkungsstätten in Israel, wo er passende Bibelstellen direkt vor Ort auslegt. Lerne den See Genezareth oder den Garten Gethsemane besser kennen und lass dich von neuen Erkenntnissen inspirieren. Die dreiteilige Predigtreihe ist komplett in Israel gedreht worden und wird dir helfen, zentrale biblische Ereignisse besser zu verstehen. Damit du auch heute noch, in deinem Alltag, auf den Spuren von Jesus unterwegs sein kannst!

Dies ist der zweite Teil der Predigtreihe, den ersten Teil findest du hier, den dritten Teil findest du hier.

 

Predigtmanuskript

Wenn wir die Bibel lesen, sehen wir immer wieder, dass Gott ein Gott der Wiederherstellung ist. Darum geht es bei der Erlösung. Gott hat unsere Beziehung zu sich wiederhergestellt. Und wenn er so viel getan hat, um etwas so Großes wiederherzustellen, kann er sich dann nicht problemlos auch um kleinere Dinge kümmern?

 

Haben Sie etwas verloren? Vielleicht Ihre Gesundheit, vielleicht Ihren Sinn im Leben, vielleicht Ihre Kraft, vielleicht Ihre Arbeitsstelle. Ich weiß es nicht. Aber was ich weiß, ist, dass Gott ein Gott der Wiederherstellung ist und dass er sich um uns kümmert. Er kann Türen öffnen, die kein Mensch schließen kann. Er kann Türen schließen, die andere gern öffnen würden. Und er will Ihnen helfen. Er sorgt sich um Sie. Wenn Sie also in Ihrem Leben einen Verlust erlebt haben, dann hören Sie: Gott stellt wieder her. Machen Sie sich bereit. Darum soll es heute gehen.

 

Ich bin hier im Heiligen Land, wo wir den Spuren von Jesus folgen. Ich predige an verschiedenen Stellen, an denen auch Jesus unterwegs gewesen ist. Ich bin sicher, dass es ein Segen für Sie sein wird, wenn ich genau an den Stellen über die Bibel spreche, an denen die Ereignisse tatsächlich stattgefunden haben. Es wird bestimmt aufschlussreich für Sie. Bleiben Sie also dran!

 

In Matthäus 8,1-4 lesen wir eine interessante Geschichte. Da steht:

 

„Als er aber von dem Berg herabgestiegen war, folgten ihm große Volksmengen. Und siehe, ein Aussätziger kam heran und warf sich vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen.

Und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will. Sei gereinigt! Und sogleich wurde sein Aussatz gereinigt.

Und Jesus spricht zu ihm: Siehe, sage es niemandem, sondern geh hin, zeige dich dem Priester, und bring die Gabe dar, die Mose angeordnet hat, ihnen zum Zeugnis!“

 

Dieser Aussätzige ist wie viele Menschen. Sie glauben, dass Jesus heilen kann, aber sie wissen nicht, ob er es auch will. Der Aussätzige sagt: „Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen.“ Ich denke, dass Jesus diese Frage hier für alle Zeiten beantwortet. „Ich will.“ Er will uns gesund machen. Er will uns rein machen.

 

Zu einem echten Glauben gehören zwei Dinge. Wir müssen nicht nur glauben, dass Gott kann, sondern auch, dass er will.

 

Sie können jeden Menschen auf der Straße fragen: „Glaubst du, dass Gott heilen kann? Glaubst du, dass Gott Wunder tun kann?“ Er würde antworten: „Ja, logisch. Wenn er Gott ist, kann er das natürlich.“ Aber das bedeutet nicht, dass dieser Mensch gläubig ist. Glaube heißt nicht nur, zu glauben, dass Gott kann, sondern auch zu glauben, dass er will.

 

Wenn ich zu jedem in meinem Wohnviertel sagen würde: „Ich möchte dir ein neues Auto kaufen,“ würden alle sagen: „Das ist nett, Bayless.“ Aber ihre Freude würde sich in Grenzen halten. Auch wenn ich sagen würde: „Nein, wirklich. Ich würde das echt gern machen,“ würden sie nur sagen: „Das ist schön.“ Sie würden mir glauben, dass ich es will. Aber sie wissen, dass ich es nicht kann. Das ist keine ausreichende Grundlage für Glauben.

 

Käme allerdings ein Milliardär in unser Viertel und würde sagen: „Hey Leute, ich kann jedem von euch ein nagelneues Auto kaufen,“ würden sie antworten: „Das ist toll! Wir glauben dir, dass du das kannst.“ Aber auch das würde nicht reichen. Sie wissen, dass er es kann, aber sie sind noch nicht überzeugt, dass er auch will. Wenn er allerdings sagen würde: „Ich kann jedem hier ein neues Auto kaufen und das will ich auch. Stellt euch an,“ dann würden alle losrennen und sich in einer Reihe aufstellen. Denn auf einmal hat der Glaube eine ausreichende Grundlage.

 

Gott zu vertrauen bedeutet nicht nur, zu glauben, dass er kann, sondern auch zu glauben, dass er will. Und ich denke, dass Gott seine Bereitschaft schon x-fach gezeigt hat, indem er seinen eigenen Sohn sandte.

 

In der Bibel steht: „Wenn er seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, wie sollte er uns da nicht alles geben?“ Freund, er will nicht nur Ihre Gebete erhören, sondern auch alles erfüllen, das er in seinem Wort versprochen hat. Dort steht alles, was er will.

 

Ich will Ihnen Matthäus 8,16-17 vorlesen.

 

„Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus mit seinem Wort, und er heilte alle Leidenden, damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht:

Er selbst nahm unsere Schwachheiten und trug unsere Krankheiten.“

 

Alles, was er getan hat, hat er getan, um sein Wort zu erfüllen. In der Bibel sehen wir Gottes Willen. Er kann also nicht nur, sondern will auch. Wenn Sie irgendwo in der Bibel ein Versprechen finden, dann ist das Gottes Wunsch. Dann will Gott das. Glauben wir also nicht nur, dass er es kann. Glauben wir auch, dass er es will.

 

Hallo! Ich bin hier auf dem See Genezareth, wo ganz viele verschiedene Ereignisse der Bibel stattgefunden haben. Eines davon möchte ich lesen. Es steht in Matthäus 8. Eine große Menschenmenge hatte sich um Jesus versammelt. Er sagte seinen Jüngern, dass sie auf die andere Seeseite fahren sollen. Und dann lesen wir in Matthäus 8,23-27:

 

„Und als er in das Boot gestiegen war, folgten ihm seine Jünger. Und siehe, es erhob sich ein heftiger Sturm auf dem See, so dass das Boot von den Wellen bedeckt wurde; er aber schlief. Und sie traten hinzu, weckten ihn auf und sprachen: Herr, rette uns, wir kommen um!

Und er spricht zu ihnen: Was seid ihr furchtsam, Kleingläubige? Dann stand er auf und bedrohte die Winde und den See; und es entstand eine große Stille. Die Menschen aber wunderten sich und sagten: Was für einer ist dieser, dass auch die Winde und der See ihm gehorchen?“

 

Das ist interessant. In der Bibel gibt es die Geschichte von Jona, der vor dem Ruf Gottes davonlief und nach Tarsis im heutigen Spanien segeln wollte. Er wollte so weit weg, wie er nur konnte. Doch der Herr sandte einen Sturm. Jona geriet in einen Sturm, weil er Gott nicht gehorchte.

 

Und hier haben wir nun die Jünger, die genau das taten, was Jesus ihnen gesagt hatte. Und doch gerieten sie mitten in einen Sturm. Was hat das zu bedeuten? Nun, manchmal geraten wir in einen Sturm, weil wir Gott nicht gehorcht haben. Aber allein die Tatsache, dass wir in einen Sturm geraten, heißt noch nicht, dass wir etwas falsch machen. Es kann auch bedeuten, dass wir das Richtige tun.

 

Sie hatten getan, was Jesus gesagt hatte. Sie waren mit ihm im Boot und ein Sturm kam auf. Aber Jesus beruhigte den Sturm. Die Jünger waren entsetzt. „Was für einer ist dieser?“

 

Es war nicht das letzte Mal, dass sie auf dem Wasser einen Sturm erlebten. In Kapitel 14 schickte Jesus die Menge weg und sagte den Jüngern, sie sollten auf die andere Seite vorausfahren. Dann stieg er auf den Berg, um zu beten. Mitten in der Nacht kam ein Sturm auf. In der Bibel steht, sie hatten Gegenwind. Überall waren Wellen. Da – ich glaube, gegen vier Uhr morgens – kam Jesus auf dem Wasser auf sie zu. Er hatte gesehen, wie sie kämpften. Man muss ihnen zugutehalten, dass sie den Bug ihres Bootes direkt in den Wind gerichtet hielten. Das war vielleicht nicht sehr sinnvoll. Vielleicht hätten sie lieber umdrehen und zurückfahren sollen. Aber sie fuhren weiter, weil er ihnen gesagt hatte, dass sie auf die andere Seite fahren sollten.

 

Vielleicht stecken auch Sie gerade in einem Sturm. Tun Sie weiter das, was der Herr Ihnen zuletzt gesagt hat. Halten Sie den Bug Ihres Bootes weiter in den Wind, mein Freund. Denn Jesus wird zu Ihnen kommen. Er ist ein Retter.

 

Die Jünger hätten auch denken können: „Was soll das? Weiß Gott, was hier passiert? Interessiert es ihn überhaupt? Ich habe schließlich gemacht, was er mir gesagt hat!“ Nun, wir leben in einer Welt, die gegen uns ist. Wir schwimmen gegen den Strom. Wenn wir Gott gehorchen und tun, was er gesagt hat, wird es manchmal feindliche Kräfte geben, die versuchen, Sie zum Umkehren zu bewegen. Aber ich möchte Ihnen Mut machen: Wenn Sie dranbleiben, wird Jesus zu Ihnen kommen.

 

Bei der Geschichte in Matthäus 8, die ich gerade gelesen habe, gefällt mir besonders, dass die Jünger fragen: „Wer ist dieser?“ Manchmal müssen wir uns einfach klar werden, wer mit uns im Boot sitzt. Vielleicht erleben Sie gerade einen Sturm in Ihrer Ehe, in Ihren Finanzen oder in Ihrer Gesundheit. Vielleicht ist etwas mit Ihren Kindern. Ihr Leben steht auf dem Kopf. Aber wer sitzt in Ihrem Boot? Wenn Jesus in Ihrem Boot sitzt, mein Freund, dann wird alles gut.

 

Ich lebe seit über 40 Jahren mit ihm. Glauben Sie mir, ich habe auch meine Stürme erlebt. Doch er ist immer treu geblieben. Er taucht nicht immer genau in dem Moment auf, in dem ich es mir wünschen würde, aber, Freunde, er ist jedes Mal gekommen.

 

Heute Morgen habe ich mich daran erinnert, wie es war, als wir endlich unser neues Kirchengebäude bauen konnten. Die Jahre vorher waren der reinste Wahnsinn gewesen. Ich musste sieben Mal pro Wochenende predigen. Dazu gab es Gottesdienste außerhalb. Wir mussten jedes Wochenende Leute wegschicken. Aber schließlich konnten wir ein Gebäude bauen, das groß genug für alle war. Doch sobald wir eingezogen waren – noch in der gleichen Woche – brach die Wirtschaft in Kalifornien in unserer Region zusammen. Tausende Menschen verloren ihre Arbeit. Wir hatten enorme Kreditzahlungen zu leisten, und so viele Menschen in unserer Kirche hatten ihre Arbeit verloren. Es war eine schwierige Zeit. Aber Gott hat uns durch den Sturm geführt. Und er wird auch Sie durch Ihren Sturm führen. Er wird mit Ihnen sein. Verlieren Sie nicht den Mut.

 

Ich sitze also hier am See Genezareth und das erinnert mich an die Treue Jesu. Er wird auch Ihnen treu sein. Vertrauen Sie ihm und warten Sie ab, was er tun wird.

 

Ich bin hier vor der Synagoge in Kapernaum. Diese hier wurde Ende des vierten Jahrhunderts erbaut, aber sie steht vermutlich genau dort, wo die Synagoge stand, in der Jesus gepredigt hat. In Matthäus 8,5-10 gibt es eine Geschichte, in der es heißt:

 

„Als er aber nach Kapernaum hineinkam, trat ein Hauptmann zu ihm, der ihn bat und sprach: Herr, mein Diener liegt zu Hause gelähmt und wird schrecklich gequält.

Und Jesus spricht zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen.

Der Hauptmann aber antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht würdig, dass du unter mein Dach trittst; aber sprich nur ein Wort, und mein Diener wird gesund werden. Denn auch ich bin ein Mensch unter Befehlsgewalt und habe Soldaten unter mir; und ich sage zu diesem: Geh hin!, und er geht; und zu einem anderen: Komm!, und er kommt; und zu meinem Knecht: Tu dies!, und er tut es.

Als aber Jesus es hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, bei keinem in Israel habe ich so großen Glauben gefunden.“

 

Und im Verlauf der Geschichte wurde der Diener geheilt.

 

Es ist interessant: Wenn wir alle Evangelien anschauen, erfahren wir, dass der Hauptmann Boten sandte und nicht selbst zu Jesus kam. Er sandte Juden. Er hatte eine Synagoge in Kapernaum bauen lassen; vermutlich genau an der Stelle, an der wir gerade stehen. Sein Diener schwebte in Lebensgefahr und dieser Mann sorgte sich um ihn, was vermutlich für einen hochgestellten Römer dieser Zeit etwas ungewöhnlich war. Aber er sandte Boten zu Jesus, ohne zu wissen, ob Jesus kommen würde oder nicht.

 

Jesus war zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt seines Wirkens. Die Menschen folgten ihm in Massen. Und da kam auf einmal diese kleine Delegation von Juden zu ihm, die sagten: „Dieser römische Hauptmann ist ein guter Mensch. Er hat die Synagoge gebaut. Er bittet dich, zu kommen und seinen Diener zu heilen.“ Vielleicht dachten die Jünger: „Jesus wird auf keinen Fall so weit reisen, nur um einen einzigen Menschen zu heilen. Sehen die nicht die vielen Menschen hier?“ Ich habe in einem Kommentar gelesen, dass Jesus zu diesem Zeitpunkt vermutlich 30 Kilometer von dort entfernt war, wo der römische Hauptmann wohnte. Aber Jesus sagte: „Ich komme.“ Er ging extra 30 Kilometer zu Fuß, um seine Bereitschaft zu heilen zu zeigen.

 

Stellen wir uns den Hauptmann vor. Er war zu Hause und wusste nur, dass Jesus heilen kann.

 

Er hatte Geschichten darüber gehört. Vielleicht hatte einer seiner Diener gesagt: „Du hast mich doch zum Einkaufen in die Stadt geschickt. Ich habe dort gesehen, wie ein Blinder geheilt wurde.“ Und ein anderer erzählte: „Ich habe diese Geschichte gehört. Ich habe jenes gehört.“ Er ließ Jesus also nur holen, weil er wusste, dass er heilen konnte. Jesus lief dafür 30 Kilometer, eine ganze Tagesreise. Der Hauptmann lief wahrscheinlich die ganze Zeit auf und ab. Und dann geschah etwas Seltsames. Als er sah, dass Jesus nicht mehr weit entfernt war, schickte er jemanden los, der sagte: „Mach dir keine Umstände. Ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst. Sprich nur ein Wort und mein Diener wird gesund.“

 

Die Jünger dachten wahrscheinlich: „Was? Keine Umstände? Sprich nur ein Wort? Hätten wir das nicht 30 Kilometer früher machen können? Wir sind einen ganzen Tag gelaufen!“ Aber Jesus ging 30 Kilometer zu Fuß, nur um zu zeigen, dass er heilen wollte. Ich liebe es, dass Jesus sagt, der Hauptmann habe einen großen Glauben. Er hatte verstanden, dass Jesus heilen konnte. Und als er sah, dass Jesus gekommen war, wurde ihm auf einmal klar, dass er auch heilen wollte. Das ist die Grundlage eines großen Glaubens.

 

Aber der Mann ging noch einen Schritt weiter. Er sagte: „Du musst nur ein Wort sagen. Ich brauche keinen anderen Beweis. Ich brauche nichts anderes. Du musst nicht weiter gehen. Ich weiß jetzt, dass du es kannst und dass du es willst. Sprich nur ein Wort und mein Diener wird gesund.“ Und Jesus sagte: „Wow. Ich habe in ganz Israel niemanden gefunden, der so einen Glauben hat.“

 

Ein großer Glaube glaubt, dass Gott kann und dass er will; und er erkennt Gottes Wort als oberste Autorität an. Mehr Beweise braucht ein großer Glaube nicht.

 

Es gibt noch eine andere Geschichte über jemanden mit einem großen Glauben. Interessanterweise war es ebenfalls kein Jude. Die einzigen Menschen, über die Jesus sagte, dass sie einen großen Glauben hatten, waren keine Juden. Darüber wollen wir gleich reden.

 

Das zweite Mal, dass Jesus über jemanden sagt, dass er einen großen Glauben hat, finden wir in Matthäus 15. Es war eine syrophönizische Frau, deren Tochter schwer von Dämonen besessen war. Sie kam zu Jesus, als er und die Jünger gerade versuchten, etwas Ruhe zu finden. Sie nahmen gerade eine Auszeit und die Frau störte ihren Urlaub. Die Jünger versuchten sie wegzuschicken. Aber die Frau ließ sich nicht abwimmeln.

 

Sie sagte immer wieder: „Herr, hilf mir. Bitte hilf mir.“ Jesus antwortete ihr nicht, aber sie blieb hartnäckig. Und schließlich redete er mit ihr und sagte: „Es ist nicht richtig, das Brot der Kinder zu nehmen und es den Hunden vorzuwerfen. Die Kinder sollen zuerst essen.“ Mit anderen Worten: Es ging um die Reihenfolge seines Wirkens. Er war zuerst zu den Juden gekommen. Die Nichtjuden waren nicht ausgeschlossen, aber es gab eine von Gott festgelegte Reihenfolge.

 

Doch die Frau blieb hartnäckig und sagte: „Aber die Hündchen unter dem Tisch essen die Krümel der Kinder.“ Jesus sagte: „Tochter, dein Glaube ist groß.“ Und zur selben Stunde wurde ihre Tochter gesund. Diese Geschichte zeigt uns noch etwas über einen großen Glauben. Ein großer Glaube ist beharrlich. Jesus gab ihr keine Antwort, aber sie gab nicht auf. Auch wenn es scheint, als würde der Himmel schweigen und Sie keine Antworten bekommen, auch wenn kein Durchbruch zu passieren scheint – bleiben Sie dran. Ein großer Glaube gibt nicht auf.

 

Ein großer Glaube weiß also, dass Gott kann; er glaubt, dass Gott will; ihm genügt als Beweis Gottes Wort und er ist beharrlich. Er lässt nicht locker. Wenn wir beten, bekommen wir nicht immer sofort eine Antwort. Aber wenn Sie nicht aufgeben, mein Freund, ist Gott treu. Er wird sein Wort halten. Jeremia sagt, er wacht über seinem Wort, um es auszuführen.

 

Gott segne Sie. Ich hoffe, Sie haben  etwas mitgenommen. In Gottes Wort steckt so viel. Was wir in diesen Geschichten entdecken, können Sie direkt in Ihrem Leben anwenden. Gott kann Ihnen helfen. Er will Ihnen helfen. Finden Sie ein Versprechen. Suchen Sie eine Bibelstelle, die auf Ihre Situation zutrifft, beten Sie und bleiben Sie dran. Halten Sie sich am Wort Gottes fest. Ich glaube, dass Sie im Namen von Jesus eine Antwort finden werden.

 

Jesus lehrte in Matthäus 6,9-13 weiter und zeigte uns, wie wir beten sollen. Er sagte:

 

„Betet ihr nun so:

Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden! Unser tägliches Brot gib uns heute; und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben; und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns von dem Bösen! Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Amen.“

 

Und wie um einen Punkt besonders zu bekräftigen, sagt er danach noch in Matthäus 6,14-15:

 

„Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben.“

 

Jesus betont hier besonders den Teil, in dem es um Vergebung geht. Das ist so wichtig. Ich denke, dass das vielleicht der wichtigste Grund ist, warum Menschen im Glauben scheitern. Unversöhnlichkeit trennt uns vom Segen Gottes.

 

Einmal habe ich an einem Sonntag darüber gepredigt, dass wir vergeben und loslassen sollen, wenn uns jemand Unrecht getan hat. Und in der Woche darauf kam eine Frau zu mir, die bei diesem Gottesdienst dabei gewesen war und erzählte mir folgende Geschichte. Sie sagte: „Ich wusste, dass Gott in dieser Predigt zu mir sprach. Ich musste nach Hause gehen, meinen Vater anrufen und ihn bitten, mir zu vergeben.“ Ich habe sie nicht gefragt, was ihr Vater getan oder was er nicht getan hatte. Sie sagte: „Wegen dem, was zwischen uns passiert ist, habe ich seit über 15 Jahren nicht mehr mit ihm gesprochen. Aber an diesem Abend ging ich nach Hause und rief ihn an. Ich sagte: ‚Hallo Papa. Ich bin’s.‘ Er war überrascht, mich zu hören. Und ich sagte: ‚Papa, ich rufe an, um dir zu sagen, dass ich dir vergeben habe..‘ Er sagte: ‚Ich danke dir.‘“

 

Sie sagte: „Bitte vergib mir.“ Er fragte: „Was soll ich dir vergeben?“ Sie sagte: „Dass ich dir 15 Jahre lang böse gewesen bin.“ Er sagte: „Natürlich vergebe ich dir.“ Die Frau schaute mich an und fing an zu weinen. Sie sagte: „Pastor Bayless, Sie wissen das nicht, aber ich hatte seit 15 Jahren Migräne. Ich hatte 15 Jahre lang jeden Tag rund um die Uhr Kopfschmerzen. Ich nahm jeden Tag eine Handvoll Tabletten. Sie haben die Schmerzen fast nicht betäubt. Seit 15 Jahren hatte ich diese furchtbaren Kopfschmerzen.“

 

Aber dann sagte sie: „Letzten Sonntag bin ich nach Hause gegangen, habe meinen Vater angerufen und ihm vergeben. Und als ich am nächsten Morgen aufwachte, waren die Schmerzen weg.“ Sie weinte. Die Tränen strömten ihr übers Gesicht und sie sagte: „Sie haben keine Ahnung, wie es ist, 15 Jahre lang Schmerzen zu haben und sie dann auf einmal los zu sein.“ Freunde, das ist die Macht der Vergebung.

 

Unversöhnlichkeit ist wie eine Säure. Sie schädigt das Gefäß, in dem sie aufbewahrt wird, mehr als das Gefäß, in das man sie hineingießt. Tun Sie sich den Gefallen und vergeben Sie.

 

Vielleicht sagen Sie: „Aber in meiner Familie ist das nicht üblich. Ich bin einfach nicht so aufgewachsen.“ Tun Sie es trotzdem. Wenn Jesus in Ihrem Herzen wohnt, können Sie vergeben. Es ist eine Entscheidung.

 

Ich komme aus einer Familie, in der man früher auch nicht verzeihen konnte. Meine Urgroßtante und ihr Mann lebten in den Bergen von West-Virginia. In mir steckt also auch ein bisschen was von einem Hinterwäldler. Und ich weiß nicht, was genau passiert ist, aber es gab einen Streit zwischen ihr und ihrem Mann. Sie verließ ihr kleines Haus, überquerte die Straße und stieg hinauf in ein kleines Bergtal, wo sie eine Hütte hatten. Sie verbrachte die Nacht dort, kam am Morgen herunter, räumte das Haus auf und machte ihrem Mann das Frühstück. Am Nachmittag stieg sie wieder hinauf zur Hütte und schlief dort. So ging es die nächsten 20 Jahre weiter. 20 Jahre lang sprach sie nicht mit ihrem Mann und hielt stur an ihrem Groll fest.

 

Ich verstehe also, wie es ist, aus einer nachtragenden Familie zu kommen. Aber wir können vergeben. In der Bibel steht, dass die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen ist durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

 

Ich möchte Ihnen Mut machen. Nehmen Sie sich Jesus zum Vorbild und vergeben Sie. Wenn Sie das nicht tun, wird Ihnen auch der Vater im Himmel nicht vergeben. Sie werden in den Händen des Peinigers enden, bis Sie die Schuld der Vergebung bezahlt haben. Das ist das Einzige, das wir als Christen schuldig sind: dass wir vergeben. Geben wir die frei, die uns Unrecht getan haben. Vergeben wir denen, die uns verletzt haben. Es wird Segen in unser Leben bringen. Wo Sie auch sind und was Ihnen passiert ist – vergeben Sie, damit auch Ihnen vergeben wird. Wenn Sie das tun, werden Sie gesegnet.

 

Ich bin hier in Kapernaum. Das ist die Heimatstadt von Johannes, Jakobus, Petrus und Andreas. Auch Matthäus, der Steuereinnehmer, kam von hier. Nachdem Jesus in der Synagoge gelehrt hatte, ging er zum Haus von Petrus, wo dessen Schwiegermutter mit Fieber im Bett lag. Wir lesen in Matthäus 8,14-15:

 

„Und als Jesus in das Haus des Petrus gekommen war, sah er dessen Schwiegermutter fieberkrank daniederliegen. Und er rührte ihre Hand an, und das Fieber verließ sie; und sie stand auf und diente ihm.“

 

Ich finde das großartig von seiner Schwiegermutter. Sie wurde geheilt und fing sofort an, Jesus zu dienen.

 

Freunde, Gott möchte uns Kraft schenken. Er möchte uns segnen. Aber nicht, damit wir unser eigenes Ding machen können, sondern um anderen zu dienen. Gott sagte zum Pharao: „Lass mein Volk ziehen, damit sie mir dienen.“ Wenn Sie von Gott ein Wunder erbitten, wenn Sie geheilt werden wollen, widmen Sie ihm Ihr Leben. Tun Sie seinen Willen und dienen Sie ihm. So sollen wir auf seinen Segen reagieren. Petrus’ Schwiegermutter wurde geheilt, stand auf und diente ihnen.

 

Wenn Gott uns segnet und heilt, haben wir eine Verantwortung. Wir haben die Verantwortung, ihm und seinen Leuten mit unserer Kraft zu dienen. Aber wir sollen auch weise sein. Denn in der Bibel steht, dass wir einen Feind haben, der umhergeht wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Jesus sagt, der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu vernichten. Wenn wir behalten wollen, was Gott uns gegeben hat, müssen wir weise sein und das Richtige tun. Lesen wir weiter in der Bibel. Das ist Nahrung für unseren Geist und macht unseren Glauben stark.

 

Es ist auch wichtig, sich mit Menschen zu umgeben, die ebenfalls gläubig sind. Denn was passiert, wenn Sie viel mit Menschen zu tun haben, die voll Zweifel sind und nicht das gleiche glauben wie Sie? Und damit meine ich nicht Menschen, die Sie mit dem Evangelium erreichen wollen; wir alle sollten solche Beziehungen haben. Aber wenn die Menschen, mit denen Sie Zeit verbringen und Ihr Leben teilen, nicht an Heilung glauben oder an die Taufe mit dem Heiligen Geist oder nicht glauben, dass Gott befreit, Freund, dann wird Sie das beeinflussen. In der Bibel steht: „Wer mit Weisen umgeht, wird weise; aber wer sich mit Toren einlässt, dem wird es schlecht gehen.“

 

Jesus spricht im Matthäusevangelium davon, was passiert, wenn jemand von einem Dämon befreit wird. Er hatte gerade einen bösen Geist aus einem Jungen ausgetrieben und sagte: „Der Geist durchwandert dürre Orte, sucht Ruhe und findet sie nicht.“ Dann kommt der Geist zurück und sagt: „Ich will in mein Haus zurückkehren.“ Er findet es leer, gekehrt und geschmückt. Dann bringt er sieben andere Geister mit, böser als er selbst. Zum Schluss ist der Mensch schlimmer dran als am Anfang, weil er nicht gut auf das geachtet hat, was er hatte. Durch die Macht Gottes wurde er gereinigt, doch dann hat er es nur religiös dekoriert. Lassen Sie sich vom Wort Gottes erfüllen. Schließen Sie sich einer Gemeinschaft von Christen an. Dann behalten Sie, was Gott Ihnen gegeben hat und können es an Menschen weitergeben, die in Not sind. Und Gott wird Sie gebrauchen, um für andere ein Segen zu sein.

 

Ich bin auf dem Berg Tabor, dem Berg der Verklärung. Und an diesem Ort, der für viele sehr heilig ist, möchte ich für Sie beten. Ich möchte Ihnen Mut machen, jede Bitterkeit und jeden Groll loszulassen, den Sie in sich tragen. Lassen Sie Gott etwas Wunderbares in Ihrem Leben tun. Wenn Sie vergeben und sich nach Gott ausstrecken, können großartige Dinge geschehen: Kehrtwenden, Heilungen, Durchbrüche – ganz gleich, in welchem Bereich Sie es brauchen. Ich möchte für Sie beten.

 

Vater, ich bete für alle, die mir gerade zuhören und zuschauen, wo in der Welt sie auch gerade sein mögen. Strecke deine Hand aus und berühre sie. Wenn sie Heilung brauchen, bitte ich dich, dass du sie heilst. Wenn sie Weisheit brauchen, bitte ich dich um Weisheit für sie. Wenn sie einen Durchbruch in ihrer Familie brauchen, bitte ich dich, dass du das schenkst, Gott. Und ich danke dir, dass du der Gott bist, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr, als wir erbitten oder erdenken, gemäß der Kraft, die in uns wirkt durch Jesus Christus.

 

Freund, das Einzige, das Sie wissen müssen, ist, dass Gott Sie liebt. Und verpassen Sie die nächste Sendung nicht. Dann werden wir in Jerusalem sein. Es wird großartig!

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