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Ist die Liebe dein höchstes Ziel?

Die Liebe sollte eins der höchsten Ziele im Leben eines Christen sein – sie wirkt sich auf alles aus: Die Ehe, die Familie und vieles mehr. Entdecke, dass es einen großen Unterschied in deinem Leben und beim Einsatz deiner Gaben macht, wenn du alles im Geist der Liebe tust.

Hallo, ich bin Bayless Conley. Ich möchte Sie einladen, ein paar Minuten mit mir zu verbringen. Wir wollen über einige konkrete Dinge sprechen, die wirklich zählen. Das heutige Thema ist besonders für die einschneidende Zeit von Belang, die der Kirche meiner Meinung nach bevorsteht. Es wird Sie bestimmt interessieren. Haben Sie eine Bibel? Dann lassen Sie uns Zeit nehmen und Gottes Wort studieren.

 

Das Thema dieser Reihe lautet: „Worauf es wirklich ankommt“. Es dreht sich um bestimmte Ziele, die Gott in der Bibel für uns steckt. Erstens steckt er sie uns, weil sie ganz wichtig sind. Zweitens steckt er sie uns, weil sie nicht nur wichtig sind und seinem Willen für uns entsprechen, sondern weil wir sie nur erreichen, indem wir sie ganz bewusst anpeilen. Deshalb ruft Gott uns auf, uns auf sie zu konzentrieren und ihnen nachzujagen.

 

Unser heutiges Thema finde ich besonders in diesem Zusammenhang ganz wichtig. Und zwar wollen wir über das hohe Ziel der Liebe sprechen. Jetzt denken Sie bitte nicht: „Ach, das schon wieder. Eine weitere Predigt über die Liebe. Was gibt’s sonst noch im Fernsehen?” Nein, Sie wissen noch nicht, was ich sagen möchte.

 

Der folgende Bibelvers ist wirklich gut. Er kann Ihr Leben verändern. 1. Korinther 14,1:

 

„Die Liebe soll euer höchstes Ziel sein. Aber bemüht euch auch um die besonderen Gaben …“

 

Ich glaube, wir könnten ein ganzes Jahr oder länger über das Ziel der Liebe sprechen. Wir könnten es auf die Errettung von Menschen beziehen, auf die Ehe, auf die Familie, auf das Überwinden von Ängsten, auf Gottvertrauen, auf den Umgang mit Feinden, auf Beziehungen in der Kirche und so weiter. Aber mir geht es heute um den Zusammenhang dieses Verses, nämlich die „Geistesgaben“.

 

Paulus sagt, dass wir uns um Liebe und die Geistesgaben bemühen sollen – die besonderen Fähigkeiten, die Gottes Geist uns gibt. Diese Gaben sind ganz, ganz wichtig – so wichtig, dass Paulus ganze drei Kapitel darauf verwendet, ihre Funktion zu erklären. In 1. Korinther 12 erklärt er, was es genau mit den Gaben des Heiligen Geistes auf sich hat, und er gibt uns Definitionen dieser Gaben.

 

In 1. Korinther 13 spricht er dann über die Haltung, mit der diese Gaben eingesetzt werden sollen. In 1. Korinther 14 schließlich geht es um die Regeln und Richtlinien für den Einsatz dieser Gaben vor ORT in den einzelnen Kirchengemeinden.

 

In 1. Korinther 12 geht um die Gaben.

In 1. Korinther 13 geht um die Gaben.

In 1. Korinther 14 geht um die Gaben.

 

Paulus ruft uns auf, uns sowohl um Liebe als auch um die Gaben zu bemühen. Das sagt er wiederholt in diesen Kapiteln: dass wir uns um Prophetie, um die beste Gabe, um geistliche Gaben „bemühen“ sollen. Wir sollen richtig hungrig auf sie sein. Wir sollen sie uns zum Ziel setzen.

 

Hier ist ein kleines Geheimnis, das Ihnen helfen wird: Die Gaben des Heiligen Geistes erlebt man, indem man sie sich wünscht. Sie kommen nicht automatisch durch geistliche Reife. Nicht, weil man seit 14 Jahren Christ ist. Nicht, weil man ein vorbildliches Leben führt. Sie kommen, weil man sie unbedingt will. Gott schenkt sie, wenn man auf die Knie geht und Gott um diese Gaben bittet.

 

Genauso ist es bei Erweckungen. Warum haben wir keine Erweckung? Weil wir willig sind, auch ohne sie auszukommen. Aber ich bin überzeugt: Der weltweiten Gemeinde steht eine Zeit bevor, da werden die Geistesgaben wieder neu betont.

 

Gott handelt in Erwiderung auf den Hunger und die Gebete seiner Gemeinde. Menschen hungern nach dem Übernatürlichen, nach Dingen, die wir in der Apostelgeschichte lesen. Gott hat sich nicht geändert. Sein Geist hat sich nicht geändert, aber wir sind so geschniegelt und gestriegelt geworden. Wir haben Schubladen für alles. Wir sind so gut organisiert, dass wir den Heiligen Geist teilweise aus der Gemeinde „wegorganisiert“ haben.

 

Also, bevor wir zum “höchsten Ziel“ der Liebe kommen, wollen wir mal kurz über die Geistesgaben sprechen. In 1. Korinther 12,1 schreibt Paulus:

 

„Was aber die geistlichen Gaben betrifft, Brüder, so will ich nicht, dass ihr ohne Kenntnis seid.“

 

Die Bibel betont nicht häufig: „In dieser Sache solltet ihr aber genau Bescheid wissen!“ Doch genau das tut Paulus hier durch die Inspiration des Geistes in Bezug auf die Geistesgaben: „Darüber müsst ihr genau im Bilde sein, liebe Brüder!“

 

Die „Brüder“ – das sind alle Christen. Gott möchte nicht, dass es Christen gibt, die bei den Geistesgaben nicht im Bilde sind. Was wissen Sie von ihnen? Haben Sie sich damit beschäftigt? Haben Sie sie gesucht? Haben Sie sie von Gott erbetet?

 

Ich finde es bemerkenswert, dass es in bestimmten christlichen Kreisen einige Glaubensgeschwister gibt, die ich lieb habe und mit denen ich gerne Gemeinschaft habe, aber die sich fast „Mühe“ zu geben scheinen, bezüglich der Geistesgaben in Unkenntnis zu bleiben. Einige Christen haben geradezu Angst vor ihnen. Aber Paulus sagt: “Bleibt nicht in Unkenntnis! Seid über die Gaben im Bilde!“

 

In Vers 4 schreibt er weiter:

 

“Es gibt aber Verschiedenheiten von Gnadengaben, aber es ist derselbe Geist; und es gibt Verschiedenheiten von Diensten, und es ist derselbe Herr … Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben. Denn dem einen wird durch den Geist das Wort der Weisheit gegeben; einem anderen aber das Wort der Erkenntnis nach demselben Geist; einem anderen aber Glauben in demselben Geist;“

 

In anderen Übersetzungen steht: “einen besonders großen Glauben“.

 

„einem anderen aber Gnadengaben der Heilungen in dem einen Geist;“

 

Auch im Griechischen steht es im Plural. Es ist nicht bloß eine Gabe der Heilung, sondern es sind Heilungsgaben. Die Gabe enthält mehrere Gaben, so wie Trauben an einer Rebe. Eine Heilungsgabe heilt nicht alle Krankheiten. Es mag so viele Heilungsgaben geben, wie es Krankheiten gibt.

 

Dann sagt Paulus:

 

„Einem anderen aber Wunderwirkungen; einem anderen aber Weissagung, einem anderen aber Unterscheidungen der Geister; einem anderen verschiedene Arten von Sprachen; einem anderen aber Auslegung der Sprachen. Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist und teilt jedem besonders aus, wie er will.“

 

Um die Geistesgaben besser zu verstehen und entsprechend in der Bibel zu studieren, kann man sie in drei Kategorien einteilen. Paulus zählt insgesamt neun Geistesgaben auf. Drei davon „sagen“ etwas, drei „offenbaren“ etwas und drei „tun“ etwas.

 

Die drei Gaben, die etwas „sagen“, sind das Sprechen in anderen Sprachen, die Auslegung dieser Sprachen und die prophetische Gabe, die dazu da ist, Hilfe, Ermutigung und Trost zu spenden – wie in Kapitel 14 erläutert wird.

 

Die drei Gaben, die etwas „offenbaren“, sind Erkenntnis, Weisheit und das Unterscheiden von Geistern. Die drei Gaben, die etwas „tun“, sind auch als „Gaben der Kraftwirkung“ bekannt: Wunderwirkungen, Heilungen und besonderen Glauben.

 

Am Ende dieses Kapitels – 1. Korinther 12,31 – sagt Paulus:

 

„Eifert aber um die größeren Gnadengaben!“

 

Da haben wir’s wieder, das Eifern.

 

„Und einen Weg noch weit darüber hinaus zeige ich euch:“

 

Man mag fragen: „Was ist die beste Gabe?“ Ich schätze mal, die Gabe, die man am meisten braucht. Ein Kranker braucht wahrscheinlich keine Prophetie, sondern Heilung. Wie schon gesagt, sind es Heilungsgaben, Plural.

 

Es kann ganz viele Heilungsgaben geben, vielleicht so viele, wie es Krankheiten gibt. Stellen Sie es sich wie Trauben an einer Rebe vor. Sind Sie oder ein nahestehender Mensch krank? Dann ist die beste Gabe im Moment wahrscheinlich Heilung. Ist jemand entmutigt oder niedergeschlagen, mag er ein prophetisches Wort brauchen – ein vom Geist inspiriertes Wort, das aufbaut, ermahnt und tröstet.

 

Er sagte also: “Konzentriert euch auf die besten Gaben!“ Und dann: „einen Weg noch weit darüber hinaus zeige ich euch:“

 

Das führt direkt ins 13. Kapitel. Wir müssen daran denken, dass es im ursprünglichen Brief keine Kapitelaufteilungen gab. Heute haben wir Kapitel 12, 13 und 14, aber das war alles ein durchgehender Gedankengang vom Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth. Er schreibt sofort weiter, was dieser Weg „weiter darüber hinaus“ ist.

 

Kapitel 13, Vers 1:

 

“Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden …“

 

Weiter:

 

„Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und wenn ich allen Glauben habe, sodass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne, aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts.“

 

Der höhere Weg ist die Liebe.

 

Hier erwähnt er Gaben von allen drei Kategorien. Er erwähnt “Sprachen der Menschen und der Engel“ – die Gabe der Sprachen. Er erwähnt Prophetie beziehungsweise Weissagung. Er erwähnt Erkenntnis und besonderen Glauben. Es geht hier also immer noch um die Geistesgaben, aber er sagt, dass der höhere Weg die Liebe ist. Das ist der „Geist“, der ihren Einsatz auszeichnen sollte.

 

Die Gabe kann echt sein. Aber solange die Gabe nicht von Liebe bestimmt ist, steht hier, dass sie bloß Lärm ist.

 

Früher ging ich in eine Kirche, in die auch eine Frau ging, die öfters in den Gottesdiensten prophezeite. Alles, was sie sagte, war biblisch. Es war an sich gut. Hätte jemand die Worte niedergeschrieben, hätte es ein erbaulicher Lesestoff sein können. Aber wann immer sie sprach, zuckten alle in der Gemeinde zusammen. Es war so, als würde jemand mit einem scharfen Gegenstand über die Schultafel kratzen. Es war das Gegenteil von Erbaulichkeit und Trost.

 

Später erfuhr ich, dass tiefsitzende Verbitterung und Unversöhnlichkeit in dieser Frau waren. Es war nicht so, dass ihre Gabe unecht war. Aber die Gabe war wie Wasser, das durch einen schmutzigen Schlauch floss und entsprechend ungenießbar war. Die Gaben sind vom Geist eingegeben, aber er benutzt fehlbare menschliche Gefäße. Die Gaben nehmen den „Geschmack“ unseres Seins an, und diese Frau hatte einige schlecht schmeckende Dinge, die den Geschmack der Gabe verdarben.

 

Die Bibel sagt uns, dass wir die Wahrheit „in Liebe reden“ sollen. Ich verstehe das so: Die Wahrheit ist der Draht, durch den der Strom – die Kraft – fließt. Liebe ist die Isolierung, die den Draht umgeben sollte. Ich bin hier in einem Studio, in dem es verschiedene Kabel gibt, die den Segen des Stroms ins Studio bringen. Die Temperatur wird hier automatisch geregelt. Es gibt Lichter, es gibt Kameras. Das ist alles klasse. Aber jedes der Kabel, die diese Dinge mit Strom versorgen, ist isoliert. Wären sie es nicht, könnten sie Schaden anrichten. Ja, sie könnten sogar tödlich sein.

 

Liebe ist die Isolation. Wenn wir die Geistesgaben einsetzen oder die Wahrheit der Bibel weitergeben wollen, müssen wir „die Wahrheit in Liebe reden“. Die Inspiration kommt von Gott, aber es liegt an uns, uns von Liebe prägen zu lassen.

 

Ich erinnere mich: Als ich ein ganz junger Christ war – Jesus hatte mich gerade aus der Welt gerettet –, da gab es ein Paar, das in dieselbe christliche Gruppe ging wie ich. Wir kamen zum Bibelstudium zusammen. Das Paar war gläubig. Beide hatten ihr Leben Jesus gegeben, aber sie lebten seit ungefähr einem Jahr unverheiratet zusammen. Das ist außerhalb der Grenzen, die Gott gutheißt. Und Gott ist klüger als wir. Sobald wir meinen, wir wüssten es besser als die Bibel, geraten wir in Schwierigkeiten.

 

Das ist eines der größten Aha-Erlebnisse, die ich je hatte: dass Gott klüger ist als ich. Und Gott sagt, dass Sex zwar gut ist – er hat ihn geschaffen –, aber für die Ehe bestimmt ist: eine Frau, ein Mann, in der Ehe. Dieses Paar lebte unverheiratet zusammen, aber beide waren taufrische Christen. Eines Tages sprach ich darüber mit ein paar älteren Christen, und sie sagten mir: „Wir müssen mit ihnen darüber reden, denn so ein Lebensstil steht nicht im Einklang mit dem, was Gott sagt. Wenn sie einander lieben, dann sollten sie heiraten, aber sie sollten nicht wie ein Ehepaar zusammenleben, solange sie kein Ehepaar sind.“

 

Gesagt, getan. Sie sprachen das Paar darauf an, taten es aber in einem Geist der Liebe. Die Wahrheit war durch Liebe „isoliert“. Sie hauten dem Paar nicht die Bibel um die Ohren: „Gott wird euch strafen! Das ist falsch, böse, sündhaft!“ Nein, sie kamen in einem Geist der Liebe. Sie erschlossen ihnen die Bibel. Sie sprachen darüber, was für ein Bild wir als Christen vor der Welt abgeben sollen und dass Gott klüger ist als wir – und dass wir gut daran tun, uns an seine Prinzipien zu halten.

 

Das Paar war zwar anfangs ein bisschen beleidigt, konnte aber den Geist der Liebe spüren und nahm die Korrektur an. Die beiden lebten eine Zeit lang getrennt und heirateten dann. Sie hielten sich an Gottes Weg.

 

Also, liebe Freunde – ja, wir sollen geistlichen Gaben wirklich wollen, wir sollen die Wahrheit sagen, aber alles in einem Geist der Liebe.

 

Vielleicht sind Sie schon mal in einem Gottesdienst gewesen, bei dem Sie sich so vorkamen, als würde man Ihnen die Bibel um die Ohren hauen. Der Prediger mag die Wahrheit gesagt haben, aber nicht in einem Geist der Liebe. Das heißt nicht, dass Sie nicht mutig und direkt sein können. Ich spreche gern frei heraus. Aber ich glaube auch, dass wir alles in einem Geist der Liebe tun sollen.

 

Ja, Gott ist ein gerechter Gott, aber er ist auch ein Gott der Liebe. Ja, Gott ist ein heiliger Gott, aber er ist auch ein Gott der Vergebung. Also, möge alles, was wir tun, aus einem Geist der Liebe geschehen.

 

Noch einmal: Ich kann vom Heiligen Geist inspiriert sein. Eine Geistesgabe kann durch mich „fließen“. Sie kann eine echte Gabe sein. Aber solange ich keine Liebe habe, bin ich nichts. Da steht nicht, dass die Gabe nichts ist, sondern dass sie mir nichts nützt. Da steht nicht einmal, dass sie jemand anderem nichts nützt. Es mag einen Nutzen geben, aber Lieblosigkeit beeinträchtigt die Gaben. Sie schwächt ihre Auswirkung ab.

 

Vielleicht kennen Sie jemanden, der in allen Geistesgaben agiert. Vielleicht haben auch Sie bestimmte Geistesgaben. Aber solange Sie sich nicht von Liebe bestimmen lassen, bringen sie Ihnen nichts. Die Wahl liegt an uns. Gott ist derjenige, der uns die Gaben gibt. Allerdings sind die einzigen Gefäße dafür mangelhaft. Wir sind fehlbar. Deshalb müssen wir in Gnade und Liebe wachsen.

 

Und ich weiß, dass es einige gibt, deren Schlauch ganz schön verdreckt ist. Wenn das frische, reine Wasser des Heiligen Geistes da hindurchfließt, kommt es entsprechend ungenießbar bei Leuten an, weil es den Geschmack des Schlauches annimmt.

 

Haben Sie etwas zu vergeben? Vergeben Sie. Sind Ihre Herzensleitungen von Verbitterung verdreckt? Dann rufen Sie den himmlischen Klempner und lassen Sie Ihre Leitungen reinigen. Liebe ist so wichtig, besonders in Zusammenhang mit den Geistesgaben.

 

Jemand mag sagen: “Nun, ich habe meine eigene Definition von Liebe.“ Das mögen Sie haben, aber das heißt nicht, dass diese Definition wahr ist. Menschen haben alle möglichen Vorstellungen von Liebe: „Liebe sieht so-und-so aus.“ Aber das heißt nicht, dass sie treffend sind.

 

Wenn wir im selben Kapitel weiterlesen – 1. Korinther 13 –, gibt Gott uns eine Definition von seiner Liebe. Er sagt uns, wie sie beschaffen ist. Ich möchte Ihnen das einmal vorlesen. In 1. Korinther 13, ab Vers 4 steht Folgendes. Ich lese aus der Amplified-Bibel:

 

„Die Liebe hält lange durch und ist geduldig und freundlich.“

 

Einige Menschen halten zwar lange durch, aber sie sind dabei nicht geduldig oder freundlich.

 

„Die Liebe hält lange durch und ist geduldig und freundlich; Liebe ist nie neidisch oder kocht vor Eifersucht über. Sie ist nicht prahlerisch oder stellt sich überheblich zur Schau.

Sie ist nicht eingebildet, arrogant oder vor Stolz aufgeblasen; sie ist nicht anstößig und benimmt sich nicht ungesittet. Liebe (Gottes Liebe in uns) besteht nicht auf ihre Rechte oder ihren eigenen Weg.“

 

Klingt das wie Sie? Wie sind Sie in Ihrer Ehe? Bestehen Sie Immer auf Ihre Rechte und Ihren eigenen Weg? Muss es immer nach Ihrem Willen gehen? Das ist nicht Liebe.

 

Er fährt fort:

 

Die Liebe Gottes in uns:

 

“… ist nicht selbstsüchtig. Sie ist nicht überempfindlich und lässt sich nicht reizen, und wenn man ihr Böses tut, trägt sie es nicht nach.“

 

Einige Menschen sind nicht nur leicht beleidigt, sondern klammern sich förmlich an diese Beleidigung. Kürzlich hörte ich zum ersten Mal den Ausdruck „Irisches Alzheimer“. Ich bin irischer Herkunft, und die Erklärung dieses Ausdrucks lautete: „Die Iren vergessen alles außer ihren Groll.“ Nun, es gibt wirklich einige Menschen, die das, was sie erlitten haben, einfach nicht loslassen. Ganz anders die Liebe Gottes in uns.

 

Er fährt fort:

 

„Sie freut sich niemals über Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich immer an der Wahrheit.

Die Liebe erträgt alles, verliert nie den Glauben, bewahrt stets die Hoffnung und bleibt bestehen, was auch geschieht. Unter allen Umständen hält sie durch, ohne schwach zu werden.

Die Liebe wird niemals aufhören. Sie verblasst nie, veraltet nie und vergeht nie.“

 

Tatsache ist: Gottes Liebe ist so beschaffen, wie wir es gerade gelesen haben. Sind Sie Christ? Dann haben Sie diese Liebe schon in Ihrem Herzen. Römer 5,5: „die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist“. Sie auszuleben, liegt an uns.

 

Sind Sie Christ, dann ist diese Liebe in Ihnen. Das heißt, Liebe ist kein Ziel, das weit von uns weg ist. Vielmehr liegt das Ziel bereits in uns; wir müssen uns nur bewusst entscheiden, es auch nach außen zu kehren. Das ist damit gemeint, dass Liebe unser höchstes Ziel sein soll. Wir sollen der Liebe Ausdruck verleihen, mit der Gottes Geist bereits unsere Herzen erfüllt hat.

 

Und wenn Sie diese Liebe ausleben, liebe Freunde, in Kombination mit den Geistesgaben … Gott möchte Menschen auf übernatürliche Weise helfen, mehr als wir es wollen. Wenn wir uns auf diese Gaben in Liebe konzentrieren – oh, wie viel wir dann bewirken können! Liebe ist der höhere Weg.

 

Aber ich glaube, es gibt einen Schlüssel, um uns von Gottes Liebe prägen zu lassen. Der ist eigentlich ganz simpel. Römer 12, 1 bis 2:

 

„Ich ermahne euch nun … durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist.“

 

Wie tun wir das? Vers 2:

 

„Seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüft, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“

 

Er sagte: “Seid nicht gleichförmig dieser Welt.“ Gleichförmig bedeutet buchstäblich, durch äußeren Druck in eine Form gedrückt zu werden. „Sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes.“ Verwandelt ist im Griechischen metamorphoo, woher wir das Wort Metamorphose ableiten. Es bedeutet, das, was im Innern ist, nach außen zu lassen.

 

Ein Freund von mir angelte einmal in einem kleinen Teich – den ganzen Tag lang, ungefähr zehn Stunden lang. Es war ein stiller Tag. Er war der Einzige dort. Da kroch auf einmal eine kleine Nymphe ins Boot. Falls Sie so etwas noch nie gesehen haben – Sie sieht so aus wie ein Wasserkäfer, wie eine außerirdische Lebensform.

 

Folgendes passiert. Eine Libelle legt ein Ei. Das Schlüpfen findet unter Wasser statt, und während des ganzen ersten Teils des Lebens ist der Schlüpfling diese kleine Nymphe. Schließlich kriecht sie an einem Zweig oder Busch aus dem Wasser. Diese Nymphe jedoch kroch am Boot aus dem Wasser und hielt mitten auf dem Sitz an. Es war ein Ruderboot und sie saß mitten auf dem Sitz vor meinem Freund. Und er saß da einfach beim Angeln und beobachtete dieses kleine Geschöpf.

 

Die Sonne war heiß. Die Nymphe trocknete aus. Nach einigen Stunden brach der Rücken auf. Etwas wand sich hervor. “Das haute mich um”, sagte er. „Es war eine kleine Libelle!“ Die Libelle ließ ihre Flügel in der Sonne trocknen – mehrere weitere Stunden. Er saß da, angelte und schaute zu. Dann, mit einem Mal, flog sie davon.

 

Diese Libelle hat eine Metamorphose durchgemacht. Das Innere hat sich nach außen gekehrt. Gott hat seine Liebe in unser Herz gelegt. In Römer 7 schreibt Paulus: „Ich habe nach dem inneren Menschen Wohlgefallen am Gesetz Gottes.“ Mit anderen Worten: „In meinem Geist, in meinem Herzen, möchte ich das Gute tun. Ich möchte in Liebe leben. Ich möchte mich nach Gottes Wort richten.”

 

Er schreibt weiter: “Aber ich sehe noch etwas anderes in meinen Gliedern, was mich versklaven will.“ Denn unser Körper hat weiterhin die Sündennatur. Eines Tages werden wir neue Körper bekommen. Das Vergängliche wird ins Unvergängliche verwandelt. Aber bis dahin ist unser Schatz in irdischen Gefäßen.

 

Also, die Liebe Gottes ist hier drin. Der gute Wunsch ist in meinem Herzen. Wie verfolge ich nun das hohe Ziel der Liebe, dahingehend, dass sie sich in meinen Taten und Worten zeigt? Wie können die Geistesgaben durch ein sauberes Gefäß fließen? Wie geht das?

 

Nun, er sagt es uns. Indem wir das, was in uns ist, nach außen kehren. Wir werden durch die Erneuerung unseres Denkens verwandelt. Eine stetige „Zufuhr“ des Wortes Gottes kann alles ändern! Ich drücke es einmal ganz einfach aus: Sie sind ein Geist, Sie haben eine Seele – Ihr Denken, Ihr Wille und Ihre Emotionen – und Sie leben in einem Körper.

 

Nachdem Sie zum Glauben gekommen sind, wohnt Gottes Natur in Ihrem Geist. Dort ist die Liebe Gottes. Doch Ihr Körper ist noch von Sünde behaftet, und zwischen den beiden steckt Ihr Denken. Ihr Denken hängt wie an einer Türangel. Je nachdem, worauf Sie Ihr Denken richten, in diese Richtung geht es. Füllen Sie Ihre Gedanken mit Müll und mit dem Neuesten aus den Medien und allem Möglichen, was Sie lieber nicht hören und sehen sollten, schwingt Ihr Denken in Richtung Ihrer sündigen Natur. Erneuern Sie Ihr Denken hingegen mit Gottes Wort, schwingt es in Richtung Ihres Geistes.

 

Erneuere ich mein Denken mithilfe der Bibel, so verbünden sich mein Geist und meine Seele gegen die schlechten Neigungen meines Körpers. Mein Körper will zwar an dem Groll festhalten, er will wütend werden, er will auf ihrem Willen bestehen. Nein. Mein erneuertes Denken sagt: “Das ist nicht Gottes Weg. Gott sagt das-und-das …“ Mein Denken und mein Geist kommen auf eine Linie. „Ich bezwinge meinen Körper“, sagte Paulus. Dann kann ich in Liebe leben. Dann kann ich Gottes Weg einschlagen.

 

Liebe Freunde, Sie brauchen eine Liebesbeziehung zur Bibel. Wenn Sie Christ sind, dann hat Gott seine Liebe in Ihr Herz gegossen. Machen Sie die Liebe zu Ihrem Ziel. Erneuern Sie Ihr Denken mit Gottes Wort. Ich bin überzeugt: Wir kommen in eine Zeit, da werden sich die Geistesgaben auf reiche, eindrucksvolle Weise zeigen. Gott wird sich in unserer Mitte erweisen und Übernatürliches tun. Und da braucht er Menschen, die sich für die Liebe entschieden haben.

 

Also, was mich betrifft, ich will mich für die Liebe entscheiden. Sie nicht auch? Wir wollen uns von Liebe prägen lassen und die Geistesgaben ausüben. Wenn wir das tun, wird Gott nicht lange auf sich warten lassen.

 

Ich hoffe, dass Sie diese Predigt hilfreich fanden. Ehrlich gesagt bin ich gar nicht zu allem gekommen, was ich sagen wollte. Es ist so ein umfassendes Thema. Seien Sie bei dieser Sendereihe weiter dabei. Wir sprechen darüber, worauf es wirklich ankommt.

 

 

Vater, ich bete für meine Freunde, die jetzt gerade zuschauen. Öffne Ihre Herzen. Gib ihnen Augen zum Sehen, Ohren zum Hören, ein Herz zum Verstehen. Ich bete, dass du sie segnest und ihnen hilfst, im Namen von Jesus.

 

Ich möchte mich auch bei allen bedanken, die uns regelmäßig durch Gebet und Finanzen unterstützen. Sie tun es für Gott. Sie sollen wissen, wie dankbar wir für sie sind. Ich bin dankbar. Unser ganzes Team ist dankbar. Es ermöglichst uns, Inhalte wie diese auf der ganzen Welt zu verbreiten.

Gott möge Sie reichlich segnen!

 

4 comments on “Ist die Liebe dein höchstes Ziel?”

  1. Hallo Bayless,
    nach langem Hoffen, hab ich nun die ersehnte Antwort in dieser Predigt erhalten.
    Römer 12,1-2 war ausschlaggebend.
    Ich stehe in den Hochzeitsvorbereitungen und das Thema Enthaltsamkeit im sexuellen Bereich fällt meinem Zukünftigen & mir sehr schwer. Wir haben lange ausserhalb Gottes Plan gelebt…habe stets gewusst, das es nicht nach Gottes Plan läuft….& gab immer wieder meinen körperlichen Empfindungen nach….
    Heute hat mich endlich eine klare Antwort erreicht, warum es so wichtig ist und wieso es so schwer ist, wenn Seele/Fleisch gegen den Geist aggieren, obwohl man ja das Richtige tun möchte….. die Erneuerung der Gesinnung… dadurch geschieht die Metamorphose und der Geist siegt. Kann meine Freude & Dankbarkeit kaum fassen.
    Danke Bayless, das du diese Predigt gehalten hast und sie mit Liebe & Wahrheit erzählt hast! So konnte sie in mein Herz rutschen.
    Halleluja! Seid alle reich gesegnet & beschenkt mit Seiner Gegenwart & all dem was ihr braucht.

  2. Hallo Bayless,
    Habe eben deine Predigt gehört.Ich weiß was ich zu tun habe.Bei Gott zählt nur die Liebe.Ich habe mich auch dafür entschieden,wenn auch mein Fleisch schreit,,was ist mit mir,?”Gott füllt meinen Mangel aus.Mein Gebet ist, dass mein Mann doch noch Jesus kennen u.lieben lernt.
    Danke,u.sei gesegnet mit deinem Team
    LG Helga
    Danke auch für die Antwort auf meine Mail.

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