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Faste! Und erlebe, wie Gott wirkt (1)

Fasten wird immer beliebter. Doch als Jesus seine Jünger über das Fasten lehrte, dachte er dabei weniger ans Heilfasten für den Körper oder daran, einfach mal eine Mahlzeit auszulassen. Aber worum geht es dann?

In dieser Predigt beschreibt Bayless Conley, warum Jesus seinen Nachfolgern das Fasten so ans Herz gelegt hat. Entdecke, wie auch du Gottes Stimme hören und seine Führung durch diese geistliche Übung erleben kannst, wenn du lernst, deine Gedanken und deinen Körper zu beherrschen. Faste regelmäßig und erlebe, wie Gott wirkt!

Dies ist der erste Teil der Predigt, den zweiten Teil findest du hier.

Sind Sie bereit?

Gott, wir bitten dich um den Geist der Weisheit und Erkenntnis. Bitte sprich zu uns und mach uns dein Wort klar. Nimm den Schleier weg. Bitte lass uns verstehen, damit wir uns beteiligen, damit wir Täter deines Wortes sein können, damit wir es anwenden und dein Wirken erleben können, das du versprichst. Wir beten im Namen Jesu.

In Matthäus 6,16-18 sagt Jesus:
„Wenn ihr aber fastet, so seht nicht düster aus wie die Heuchler! Denn sie verstellen ihre Gesichter, damit sie den Menschen als Fastende erscheinen. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn weg. Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du nicht den Menschen als ein Fastender erscheinst, sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten.“

Erstens: Jesus sagte nicht „falls ihr fastet“, sondern „wenn ihr fastet“. Wer Jesus nachfolgt, sollte sich in der Disziplin des Fastens üben. Dabei sollen wir aber natürlich kein großes Drama daraus machen und es überall hinausposaunen. Wenn wir zur Pizza eingeladen werden, sollen wir nicht sagen: „Tut mir leid, ich kann nicht. Ich faste gerade. Es ist mein zweiter Tag.“ Machen Sie keine große Sache daraus. Sie müssen es nicht jedem sagen. Das Fasten soll zwischen Gott und Ihnen sein. Wenn andere es herausfinden, sei’s drum.

Fasten heißt im Grunde, auf Essen zu verzichten. Statt eine Mahlzeit zuzubereiten, zu essen und hinterher aufzuräumen, nutzt man die Zeit, um zu beten, sich mit Gottes Wort zu beschäftigen und Gott zu suchen.
In den vorangegangenen Versen, vor allem Vers 5-15, hat Jesus sehr ausführlich übers Beten gesprochen. Und nun geht er sofort vom Beten zum Fasten über. Er bringt diese beiden Dinge in Verbindung, Beten und Fasten. Wir tun der Wahrheit keinen guten Dienst, wenn wir es voneinander trennen. Wenn wir das Beten vom Fasten trennen, tut uns das geistlich kaum etwas Gutes. Doch Fasten zusammen mit Gebet – und noch etwas Weiteres – hat enorme Kraft. Dieses Weitere ist, dass man mit einem Ziel vor Augen fasten und beten soll.

In Vers 18 heißt es in manchen Bibelübersetzungen:

„Dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten.“

Sichtbare Auswirkungen, sichtbarer Lohn, ein sichtbares Ziel, wenn man so will. Wir sollten etwas vor Augen haben, wofür wir fasten und beten. Das kann Heilung sein, Befreiung, die Rettung von geliebten Menschen, die Veränderung von äußeren Umständen. Das Ziel kann aber auch sein, diese Zeit Gott zu widmen, um ihm näher zu kommen, ihn besser kennenzulernen, für seinen Geist empfindsamer zu werden und seine Wege zu erlernen. Fasten Sie nicht einfach und hoffen, dass etwas passiert. Haben Sie ein Ziel vor Augen.

Jesus sagte: „Der Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten.“ Öffentlich, wo es für alle zu sehen ist.
Fasten und Beten geschehen im Verborgenen. Das ist etwas zwischen mir und Gott. Doch die Auswirkungen sind greifbar. Die Menschen können sehen, dass etwas geschehen ist. Es hat einen Durchbruch gegeben. Es hat sich etwas verändert.
Als ganz junger Christ las ich in der Bibel, dass wir fasten sollen. Ich hatte keine Anleitung oder Ausbildung dafür, aber ich beschloss zusammen mit einem Freund, einen Tag in der Woche gemeinsam zu fasten. Keiner von uns wusste viel, und ich glaube, ich wusste weniger. Also nahmen wir uns einen Tag, an dem wir nichts aßen und tranken. Das ist zwar nicht klug, aber ich wusste es nicht besser, und so machten wir es. Ich kann Ihnen sagen, ich bekam solchen Durst! Doch über lange Zeit nahmen wir uns einen Tag in der Woche, an dem wir absolut nichts aßen oder tranken. Und wir hatten immer ein Ziel vor Augen. Wir beteten für etwas, das in unserem Umfeld geschehen sollte, oder für einen Durchbruch oder dies oder jenes. Und ehrlich, ich kann mich an kein einziges Mal erinnern, dass wir fasteten und beteten, ohne dass daraufhin etwas geschah. Wir erhielten immer eine Antwort.
Und ich weiß noch, immer wenn ich Hunger bekam, betete ich. Wenn mir der Magen knurrte, betete ich. Statt mir Essen zu machen, nutzte ich die Zeit zum Beten.

Ich erinnere mich an eine Situation mit einem Mann, der eine Art Pastor für alle Hippies in der Stadt war. Er war für junge Christen wie mich da, die zu Jesus gefunden hatten und einen ähnlichen Hintergrund hatten wie ich. Er war uns vielleicht 10 Jahre voraus. Er hatte etwa 10 Jahre zuvor zu Jesus gefunden.
Er und seine Frau öffneten ihr Haus für alle. Wenn man bei ihnen ins Haus kam, musste man immer über irgendjemanden drübersteigen. Tag oder Nacht, es schliefen immer 5 oder 10 Leute bei ihnen auf dem Fußboden. Die meisten waren aus der Drogenszene oder einer Alkoholsucht herausgekommen, und sie kamen insgesamt aus problematischen Situationen. Dieses Ehepaar empfand das als ihren Auftrag. Er lehrte die jungen Christen und die beiden öffneten ihr Haus. Es war wunderbar.
Ich lernte sie ziemlich gut kennen, aber ich bemerkte etwas, das ich nicht klug fand. Ich weiß noch, dass ich einmal an ihren Kühlschrank ging, um mir etwas zu essen zu nehmen, und es war nicht mal ein Stück Butter darin. Keine Scheibe Wurst. Gar nichts zu essen. Aber es war jede Menge Wein im Kühlschrank. Er trank gern Wein. Und ich glaube ehrlich, dass es kein Problem war, aber in diesem Kontext war es ein Problem. Denn in seinem Haus waren all jene jungen Menschen, die gerade erst zu Jesus gefunden hatten – und viele von ihnen kämpften noch mit den „Altlasten“ der Vergangenheit. Viele kamen aus der Drogensucht oder Alkoholabhängigkeit – und dieser Mann trank Wein, ganz ungeniert vor ihren Augen. Es gab kein Essen, aber immer ein paar Flaschen Wein im Kühlschrank.
Und ich dachte: „Ich bin noch ganz neu als Christ, aber das ist wirklich ein Stolperstein für manche der anderen jungen Leute hier.“ Es war ein blinder Fleck bei ihm. Wir alle haben blinde Flecken. Und ich glaube wirklich nicht, dass das Trinken das Problem war, sondern der Kontext. Es war ein Stolperstein für diese jungen Menschen, die noch ganz neu im Glauben waren.
Als junger Christ fand ich, dass es mir absolut nicht zustand, ihn darauf anzusprechen. Aber ich ging zu meinem Freund und sagte: „Die Sache liegt so und so. Lass uns einen Tag lang fasten und beten, dass Gott ihn darauf anspricht. Ich habe nämlich das Gefühl, dass einige der jungen Leute dort wieder in ihrem alten Leben landen werden, weil sie das dort sehen und erleben.“
Also fasteten und beteten wir. Und ich hatte das Gefühl, mit Gott in Verbindung gekommen zu sein. – Etwa eine Woche später war ich wieder dort, zusammen mit meinem Fastenpartner. Der Hippiepastor kam auf uns zu und sagte: „Setzt euch mal hin. Ich möchte mit euch reden.“ – „Okay.“ – Und er sagte: „Ich möchte euch etwas beibringen. Wisst ihr, ich habe die Freiheit zu trinken, so viel ich will. Aber ich habe beschlossen, das nicht mehr in dem Kontext zu tun wie bisher. Mir ist klar geworden, dass das ein Stolperstein sein könnte.“ Er sagte: „Das eine Gesetz, das wir im Neuen Testament haben, ist das Gesetz der Liebe. Ich glaube, wenn ich mich weiter so verhalte, verlasse ich die Liebe, denn es würde manche dieser jungen Christen zu Fall bringen.“ Ich weiß noch, wie er auf uns zeigte und sagte: „Vergesst das nicht. Ich will euch hier etwas beibringen!“ Und wir sagten: „Jawohl! Wunderbar! Ich werde es nicht vergessen.“ – Wir bekamen immer Antworten. Für mich war das ein absolutes Wunder, aber so etwas geschah ziemlich häufig.

Fasten beeindruckt Gott nicht. Es ändert Gott nicht. Es überzeugt Gott nicht, etwas zu tun, wozu er nicht auch vorher bereit war. Fasten hilft aber, uns zu verändern. Es trägt dazu bei, uns in die Lage zu versetzen, dass wir Gott hören und an seine Macht anknüpfen können, wo dies uns zuvor schwerfiel.
Wissen Sie, es gibt zwei Hauptgründe, die uns davon abhalten, an Gottes Macht anzuknüpfen und seine Stimme deutlich zu hören. Zwei Hauptgründe – ach und übrigens, der Teufel füllt keine dieser beiden Rollen aus. Er ist kein Problem. Jesus hat ihn bereits besiegt.
Was sind nun die zwei Probleme? Erstens: unser Körper, seine Wünsche und Forderungen. Zweitens: unser noch nicht erneuertes Denken und Fühlen. Jeder von uns ist ein „dreieiniges“ Wesen. Ich bin Geist, ich habe eine Seele, ich lebe in einem Körper. Als ich Jesus mein Leben anvertraute und von Neuem geboren wurde, wurde mein Geist von Neuem geboren.

Jakobus schrieb an Christen, und er sagte diesen Christen Folgendes, Jakobus 1,21:

„Nehmt das eingepflanzte Wort mit Sanftmut auf, das eure Seelen zu retten vermag!“

Das ist ein Prozess, der sich vollzieht, wenn wir unser Denken anhand von Gottes Wort erneuern. Mein Geist wird von Neuem geboren und ist verändert. Mein Denken wird fortlaufend erneuert, wie es im Römerbrief heißt. Man könnte sagen, die Seele befindet sich im Prozess des Errettetwerdens.

Unser Körper ist der dritte Teil der Gleichung hier. Unser Körper hat noch die sündige Natur in sich. Eines Tages werden wir einen neuen Körper erhalten, der wie der verherrlichte Körper Jesu sein wird, doch in der Zwischenzeit haben wir diesen Schatz in zerbrechlichen Gefäßen. Und unser Körper will immer noch böse Dinge tun. Er muss bezwungen werden.
Mein Geist ist von Neuem geboren. Mein Verstand, mein Gedankenleben, muss erneuert werden. Mein Körper muss sich unterordnen. Paulus schrieb das in 1. Korinther 9,27:

„Mit der eisernen Disziplin eines Athleten bezwinge ich meinen Körper, damit er mir gehorcht.“

Wer ist „ich“? Es ist der geistliche Mensch in uns. Ich diszipliniere meinen Körper und bezwinge ihn. Römer 8 und Galater 5 sagen uns, dass unsere menschliche Natur gegen unseren Geist und gegen geistliche Dinge ankämpft, ebenso wie das „fleischliche“ oder nicht erneuerte Denken.

Hören Sie: Das Fasten hilft zu allererst, die Stimme unseres Körpers zum Schweigen zu bringen. Manche Menschen haben das noch nie erlebt.
Manche Menschen werden von ihrem Körper beherrscht. Er schreibt ihren Tagesplan vor. Und wenn sie etwas anderes tun wollen, schreit ihr Körper los wie ein verwöhntes Kind, bis er seinen Willen bekommt. „Ich habe Hunger, gib mir zu essen. Ich bin müde, ich will nicht aufstehen. Ich habe wieder Hunger. Ich will eine Zigarette. Ich will Sex. Ich will fernsehen. Ich bin müde. Ich habe wieder Hunger.“
Wer von Ihnen weiß, dass Ihr Körper eine Stimme hat? Er hat die sündige Natur und wird immer wieder auf Sie losgehen. Für manche Menschen ist das die lauteste Stimme in ihrem Leben.

Fasten sorgt dafür, dass der Körper schweigt, sodass der Geist sich zu Wort melden und sich nach Gott ausstrecken kann.
Fasten hilft uns auch, unseren Verstand oder unsere Seele zu beherrschen. König David sagte in Psalm 35,13:

„Ich aber, als sie krank waren, kleidete mich in Sacktuch; ich demütigte mit Fasten meine Seele.“

Das nicht erneuerte Denken sorgt sich, beunruhigt sich und wird unter Stress buchstäblich verrückt. Fasten, gepaart mit Gebet und dem Wort Gottes, trägt dazu bei, unser Denken zu bezwingen. Wenn unser Denken dazu gebracht wurde, sich unterzuordnen, wird es still, und die Stimme unseres Körpers wird still. Dann wird der Geist frei, Gemeinschaft mit Gott zu haben. Liebe Freunde, das ist eine Kraftquelle. So können Sie nun leicht Gottes Stimme hören und erkennen.

Doch gewöhnlich herrscht in unserem Leben viel Lärm. Dazu kommt noch der Lärm von Kindern, dem Fernseher und Menschen, die auf uns einreden – es ist einfach so laut in unserer Gesellschaft. Und dann schreien auch ständig unser Körper und unser nicht erneuertes Denken. Unser Verstand und Körper müssen bezwungen und zum Schweigen gebracht werden. Das ist ein Haupteffekt des Fastens. Unsere beiden größten Ablenkungen werden zum Schweigen gebracht.

In Matthäus 17,14-16 lesen wir von einer interessanten Begebenheit:

„Und als sie zu der Volksmenge kamen, trat ein Mensch zu ihm und fiel vor ihm auf die Knie und sprach: Herr, erbarme dich meines Sohnes! Denn er ist mondsüchtig und leidet sehr; denn oft fällt er ins Feuer und oft ins Wasser. Und ich brachte ihn zu deinen Jüngern, doch sie konnten ihn nicht heilen.“
Eine interessante Nebenbemerkung: Jesus war zu der Zeit mit drei Jüngern auf dem Berg der Verklärung; hier waren also neun Apostel Jesu. Sie versuchten, den Jungen zu heilen, und konnten es nicht. Offenbar war es also nicht Gottes Wille, dass er geheilt wurde, denn neun Apostel Jesu hatten für ihn gebetet. Dann sehen wir, wie Jesus kam und den Jungen heilte; es war also der Wille des Vaters. Und nur weil jemand betete und es keine Antwort gab, heißt das nicht, dass es nicht Gottes Wille war. Ich glaube, wir müssen einen Blick auf uns werfen, statt einfach zu sagen: „Es ist nicht Gottes Wille.“ Ich glaube, wir müssen uns selbst prüfen und in der Bibel nachforschen.

Jedenfalls heißt es, sie konnten ihn nicht heilen. Vers 17-21:

„Jesus aber antwortete und sprach: Ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Bis wann soll ich bei euch sein? Bis wann soll ich euch ertragen? Bringt ihn mir her! Und Jesus bedrohte ihn, und der Dämon fuhr von ihm aus; und von jener Stunde an war der Junge geheilt.
Da traten die Jünger für sich allein zu Jesus und sprachen: Warum haben wir ihn nicht austreiben können?
Er aber spricht zu ihnen: Wegen eures Kleinglaubens; denn wahrlich, ich sage euch, wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Hebe dich weg von hier dorthin!, und er wird sich hinwegheben. Und nichts wird euch unmöglich sein. Diese Art aber fährt nicht aus außer durch Gebet und Fasten.“
„Warum konnten wir es nicht?“ „Wegen eures Kleinglaubens.“ Und was ist das Mittel dagegen? Beten und Fasten. Wenn wir fasten und beten, können wir Gottes Stimme hören. Der Glaube kommt aus dem Hören und das Hören aus dem, was Gott sagt. Vollmacht kommt, wenn wir beten. Doch sie waren nicht vorbereitet.

Fasten ist der Schlüssel, der aus Unmöglichkeiten Möglichkeiten macht. Der Geist der Jünger war nicht auf die Herausforderung vorbereitet, als sie auftrat, doch Jesus war vorbereitet. Offenbar hatte er gebetet und gefastet.

Es ist schon Jahre her – es müssen wohl über 40 Jahre sein. Damals leitete ich einen Hausbibelkreis hier in Los Alamitos. Und in unserem Kreis hatte sich eine beträchtliche Dynamik entwickelt. Gott handelte und Menschen wurden gerettet. Viele Menschen wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt. Es ereigneten sich einige wunderbare Heilungen. Gott war einfach in der Gruppe am Werk. Es war eine gute Zeit.
Eines Tages fragten einige Teilnehmer: „Bayless, nächste Woche würden wir gern jemanden mitbringen.“ Ich sagte: „Klar, super!“ Sie erwiderten: „Wir wollen nur gleich sagen, irgendwas stimmt mit ihm nicht.“ Ich fragte: „Was meint ihr damit?“ Sie sagten: „Er benimmt sich manchmal daneben und kann echt aggressiv werden. Andere haben oft Angst vor ihm, aber wir würden ihn gern mitbringen. Vielleicht kann ihm hier geholfen werden. Wir haben gesehen, dass einige wunderbare Dinge geschehen sind. Wir haben das Gefühl, Gott handelt hier.“ Ich sagte: „Klar, bringt ihn mit.“
In der folgenden Woche am Tag des Bibelkreises wollte ich mir morgens Frühstück machen, als ich spürte, wie der Heilige Geist mir zuflüsterte: „Iss heute nichts. Du musst fasten. Der Mann, der heute Abend mit in die Bibelgruppe kommt, hat einen bösen Geist. Du musst vorbereitet sein.“ Also aß ich nichts und verbrachte den Tag mit Gebet, Bibelstudium und Lobpreis.
Der Mann kam zum Bibelkreis, und nach fünf Minuten fing es an, dass seltsame Stimmen aus ihm herauskamen. Alle, die neben ihm saßen – rutschten weg. Er saß allein in einer Ecke des Wohnzimmers. Und dann stand er auf, sehr aggressiv, und sagte sehr hässliche, provozierende Dinge zu mir. Doch ich war vorbereitet. Ich lächelte, stand auf, ging zu ihm und trieb den bösen Geist aus. Und die Veränderung, die geschah, war augenblicklich und sichtbar. Der Mann setzte sich und sah wie ein ganz anderer Mensch aus. Ich sage Ihnen, das war ein Treffen an dem Abend! Es war wunderbar, Gottes Wort zu studieren und Gott anzubeten. Jesus hatte ihn befreit. Ich bin nur froh, dass ich mich bewusst vorbereitet hatte.

Wir alle stehen hin und wieder vor Herausforderungen, für die wir nicht die nötigen Ressourcen haben. Da ist es wichtig, dass wir uns vom Heiligen Geist leiten lassen. Er wird uns sagen, wenn wir vielleicht eine Mahlzeit ausfallen lassen und mehr Zeit mit Fasten und Beten verbringen sollen.
Interessant ist, was die Jünger in dieser Begebenheit fragten: „Warum konnten wir ihn nicht austreiben?“ Sie stellten diese Frage, weil Jesus ihnen zuvor, in Matthäus 10, bereits die Vollmacht und den Auftrag gegeben hatte, böse Geister auszutreiben. Sie hatten Kranke geheilt und Dämonen ausgetrieben. Jesus hatte ihnen bereits die Vollmacht dazu gegeben. Doch jetzt waren sie gegen eine Mauer gerannt. Sie erreichten nichts, und sie fragten: „Was ist los?“ Sie hatten alles richtig gemacht und waren doch gescheitert. – Wenn Sie das Richtige gesagt und getan haben und sich dennoch nichts bewegt, kann es sein, dass Sie neben dem Beten auch noch fasten sollten, wenn Sie sich einen Durchbruch wünschen.

In Richter 20 steht eine erstaunliche Geschichte. Israel musste auf Gottes Anweisung hin in einen Kampf ziehen, doch sie steckten zwei demütigende, riesige Niederlagen nacheinander ein. Aber dann kamen sie vor Gott und fasteten. Es war das Einzige, was sie dieses Mal anders machten – und nun, beim dritten Mal, wurde aus der Niederlage ein Sieg. Sie folgten dem Willen Gottes. Sie taten, was Gott sagte.
Gott zeigt uns nicht alle Gründe, aber er gibt uns diesen Teil der Geschichte. Die Israeliten taten, was Gott sagte; sie taten das Richtige – und scheiterten. Und sie scheiterten erneut, mit riesigen Verlusten. Dann fasteten sie, und Gott sagte: „Zieht noch einmal los.“ Während dieses Fastens war etwas passiert.
Wenn Sie in einem Bereich immer wieder scheitern und dennoch das Gefühl haben, eigentlich Gottes Willen zu folgen, ist für Sie nun vielleicht Fasten und Beten angesagt. Selbst wenn nichts anderes passieren sollte, gibt es Gott doch Gelegenheit, uns empfindsamer zu machen. Denn das Problem liegt ganz gewiss nicht auf Gottes Seite, sondern hier bei uns. Das Scheitern geschieht hier bei uns.

Als Rebecca in der 5. Klasse war, kauften Janet und ich ihr ein Fahrrad. Nun muss ich gestehen, dass ich nicht besonders gut im Zusammenbauen bin. Ich habe einen Werkzeugkasten und auch Werkzeug darin, aber ich kann nicht mit jedem dieser Werkzeuge umgehen. Wenn ich versuche, etwas zusammenzubauen – wie zum Beispiel einen Grill –, befolge ich oft die Anleitung nicht richtig. Meistens habe ich ein paar Schrauben und Muttern übrig, und manchmal muss ich zurückrudern und herausfinden, was ich falsch gemacht habe. Ich bilde mir meistens ein, es gäbe einen besseren Weg. Aber bei dem Fahrrad befolgte ich die Anleitung haargenau, doch das Vorderrad lief nicht rund. Und ich konnte nicht herausfinden warum.
Ich hatte das Fahrrad als Bausatz gekauft und mehrere Stunden mit dem Zusammenbauen verbracht. Also brachte ich es zurück in den Laden und sagte: „Mit dem Rad, das ich heute Morgen bei Ihnen gekauft habe, stimmt etwas nicht. Ich habe es genau nach Anleitung zusammengebaut.“ Der Mitarbeiter stellte das Fahrrad auf den Sattel, drehte das Vorderrad und nahm eine kleine Einstellung vor. Das dauerte etwa 30 Sekunden, dann lief es perfekt. Und ich dachte mir: „Warum ist mir das nicht aufgefallen?“ Es war nicht schwer, nur eine winzige Einstellung – und danach funktionierte es tadellos.
Ich glaube, manchmal folgen wir der Anleitung, so gut wir können, und trotzdem tut sich nichts. Vielleicht ist ein wenig Beten und Fasten angesagt, damit Gott eine kleine „Feineinstellung“ bei uns vornehmen und einiges verändern kann.

Liebe Freunde, ich hoffe, Sie konnten etwas aus der Predigt mitnehmen. Sie ist übrigens noch nicht zu Ende; den zweiten Teil sehen Sie beim nächsten Mal. Wir haben noch mehr gute Dinge, die wir gern mit Ihnen teilen möchten.
Aber wenn wir über Gebet und Fasten sprechen, ist es wichtig zu betonen, dass das Fasten Gott nicht verändert. Es verändert uns. Fasten bringt die Stimme unserer menschlichen Natur zum Schweigen und gibt Gott Gelegenheit, an uns zu arbeiten. Es hilft uns, mehr im Einklang mit unserem inneren Menschen zu sein. Und genau diesen inneren Menschen spricht Gott an. Dort wirkt Gott und verändert uns von innen nach außen.
Vielleicht haben Sie noch nie gefastet oder Ihre Gebete mit Fasten verbunden. Das muss keine abschreckende Hürde sein. Selbst wenn Sie nur eine Mahlzeit auslassen und diese Zeit, in der Sie das Essen zubereitet und zu sich genommen hätten, fürs Beten nutzen. Beten Sie mit der offenen Bibel und einem offenen Herzen, und er kann Sie ansprechen.

Ich möchte für Sie beten:
Vater, ich weiß, dass mir die Menschen jetzt nicht zufällig zuhören. Ich weiß, dass du sie liebst. Und ich bete, dass du dich in ihrem Leben als stark erweist, sei es in ihrer Familie, ihren Finanzen oder was auch immer es sein mag, Gott. Ich bete, dass du sie im Namen Jesu segnest.
Und wie so oft möchte ich zum Schluss allen unseren Spendern danken. Ohne Sie könnten wir unsere Arbeit nicht tun. Sie sind wunderbar!

4 comments on “Faste! Und erlebe, wie Gott wirkt (1)”

  1. Danke für Eure Arbeit, die Fürbitte und die Impulse, die von Euch in die Welt gehen. Seitdem ich wegen dem zunehmend politischen Engagement meiner Gemeinde vor Ort den Kontakt und auch den Gottesdienst dort meide, ist Bayless Conley und Eure Arbeit so etwas wie eine Richtschnur und Positionslicht für mich geworden, was Orientierung bietet. Auch das Thema Fasten und Beten ist wieder etwas, was mir so vorkommt wie eine direkte Antwort auf eine Frage, die ich in den letzten Tagen im Gebet vor Gott gebracht habe. Gott segne Euch, und vielen Dank für Euren Einsatz!

    1. Hallo Ulli, das freut uns. Danke für dein positives Feedback. Wir wünschen dir dennoch, dass du vor Ort gut in einer Gemeinde eingebunden sein kannst.

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