Wie kann ich mit Ablehnung umgehen?

Ablehnung tut weh. Wenn unsere Gedanken, unsere Vorschläge oder unsere Zuneigung zurückgewiesen werden, fühlen wir uns schnell wertlos und unerwünscht. Leider lassen sich solche Erfahrungen im Leben eines Menschen nicht vermeiden. Wie können wir also mit Ablehung umgehen?

Es mag einfach klingen, aber die Antwort ist, damit zu Gott zu gehen. Bayless Conley zeigt anhand mehrerer Geschichten in der Bibel, in denen Menschen abgelehnt wurden, wie wir mit diesem sehr realen Thema umgehen können. Lass dich durch diese hilfreiche Predigt ermutigen, Ablehnung aktiv zu begegnen!

Predigtmanuskript

Mir gefällt unser aktuelles Thema, bei dem wir uns mit Beziehungen beschäftigen.

Diese Woche musste ich viel an meine Studienzeit denken. Für einige der Studenten war es ein riesiges Abenteuer. Sie waren zum ersten Mal fort von ihrer Familie, manchmal sogar zum ersten Mal fort von zu Hause, und so ging es erst einmal mit ihnen durch.

Eine Konstante waren die Beziehungsdramen. Und mir sind in dem Zusammenhang drei Situationen aus meiner Studienzeit eingefallen.

Die erste hatte mit einem neuen Studienfreund zu. Er arbeitete nebenher als DJ, um sich das Studium zu finanzieren. Eines Tages bekam er einen Brief von seiner Freundin. Sie machte Schluss mit ihm und schrieb mehr oder weniger: „Das ist endgültig, nimm nie wieder Kontakt zu mir auf.“ Wenn es damals schon Mobiltelefone gegeben hätte, hätte sie ihm wahrscheinlich nur eine SMS geschickt. – Jedenfalls stürzte dieser junge Mann, der eigentlich eine Frohnatur war, richtig ab. Sein Umgang mit der Ablehnung sah so aus, dass er derartig mürrisch und depressiv wurde, dass sich niemand mehr mit ihm abgeben wollte. Ich auch nicht. Er zog einfach jeden in seinem Umfeld mit herunter. Und wir wussten nicht, wie wir ihm helfen sollten. Damals war ich noch kein Christ, und auch keiner meiner Freunde war Christ. Also mieden wir den jungen Mann einfach, weil er so düster, zurückgezogen und deprimiert war, dass er über nichts irgendetwas Positives mehr zu sagen hatte.

Die zweite Situation betraf mich selbst. Ich hatte eine Weile lang eine Freundin. Als ich dann mit ihr Schluss machte, drehte sie förmlich durch. Das Ganze ging mit Sachbeschädigung am Universitätsgebäude einher. An mehreren gut sichtbaren Wänden der Uni schrieb sie in riesigen Buchstaben meinen Namen und daneben eine kleine Botschaft. Ich versuchte, die Verwaltung zu überzeugen, dass ich weder schuld noch verantwortlich war. Aber die Uni sah das anders und ich musste alle Graffitis von all diesen öffentlichen Wänden entfernen. Also stand ich da und schrubbte meinen Namen und die Botschaft daneben weg. Und währenddessen gingen die anderen Studenten an mir vorbei und lachten mich aus. Ich kann Ihnen sagen, dieses Mädchen hatte ihre Rache bekommen. Sie hatte mich drangekriegt.

Dann gab es noch einen dritten Vorfall. Ein guter Freund von mir war ein paar Mal mit einem Mädchen ausgegangen, dann ließ er die Sache aber sein. Und das Mädchen endete auf der Krankenstation. Sie hatte sich die Pulsadern aufgeschnitten.

Die Bibel sagt: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“ Und tatsächlich erzählt die Bibel von Menschen, die genau eine dieser drei Reaktionen auf Ablehnung hatten.

 

Die erste Person, über die ich sprechen möchte, finden wir in 1. Könige 21. Sein Name war Ahab und er war damals König von Israel. Er hatte seinen Palast in Samaria, und gleich neben dem Palast lag ein wunderschöner Weinberg, der einem Mann namens Nabot gehörte. Und König Ahab dachte sich: „Diesen Weinberg hätte ich gern. Ich möchte einen Gemüsegarten daraus machen. Er liegt so schön günstig gleich neben meinem Haus.“ Also ging er zu Nabot und sagte: „Ich will deinen Weinberg. Ich gebe dir einen besseren Weinberg dafür, oder Geld, was dir lieber ist.“ Doch Nabot erwiderte: „Auf keinen Fall. Der Weinberg ist seit Generationen in meiner Familie, und ich gebe dir nicht mein Familienerbe!“

 

Und schauen Sie, wie König Ahab darauf reagierte. 1. Könige 21,4:

 

„Da ging Ahab in sein Haus, missmutig und wütend über das Wort, das der Jesreeliter Nabot zu ihm geredet hatte, dass er gesagt hatte: Ich gebe dir das Erbe meiner Väter nicht. Und er legte sich auf sein Bett und wandte sein Gesicht ab und aß nichts.“

 

  1. Könige 21,5-7:

 

„Da kam seine Frau Isebel zu ihm hinein und sagte zu ihm: Warum denn ist dein Geist missmutig, und warum isst du nichts?

Er sagte zu ihr: Weil ich zu dem Jesreeliter Nabot geredet und ihm gesagt habe: Gib mir deinen Weinberg für Geld, oder wenn du Lust hast, will ich dir stattdessen einen anderen Weinberg geben! Er aber sagte: Ich gebe dir meinen Weinberg nicht.

Da sagte seine Frau Isebel zu ihm: Du, du übst doch jetzt die Königsherrschaft über Israel aus. Steh auf, iss und lass dein Herz fröhlich sein! Ich werde dir den Weinberg des Jesreeliters Nabot geben.“

Genau das tat sie auch. Sie ließ Nabot umbringen, eignete sich den Weinberg an und gab ihn ihrem Mann.

Ihre Reaktion auf Ablehnung war ganz anders. Sie wurde aggressiv. So sind manche Menschen. „Das zahle ich dir heim! Ich werd’ dich lehren, mich zu ärgern! Dir werd’ ich eine Lektion erteilen!“

 

Dann haben wir noch eine dritte Geschichte, die in 2. Samuel 17 erzählt wird. Absalom, der Sohn Davids, hatte unrechtmäßig den Thron an sich gerissen. Nun stand er an einem entscheidenden Punkt in seiner neuen Machtposition und musste eine Entscheidung treffen. Also rief er die beiden vertrauenswürdigsten Berater Israels vor alle Anführer des Volkes und fragte nach ihrer Meinung. Der eine hieß Ahitofel, der andere Huschai. Beide waren im Land hoch angesehen. 2. Samuel 17,14:

 

„Da sagten Absalom und alle Männer von Israel: Der Rat Huschais, des Arkiters, ist besser als der Rat Ahitofels.“

 

Und weiter in 2. Samuel 17,23:

 

„Als aber Ahitofel sah, dass sein Rat nicht ausgeführt worden war, sattelte er den Esel und machte sich auf und ging in sein Haus, in seine Stadt; und er bestellte sein Haus und erhängte sich. Und er starb und wurde im Grab seines Vaters begraben.“

 

Sie lehnten seinen Rat ab. Er fühlte sich wertlos, ungewollt und meinte, tot besser dran zu sein.

 

Manche hier hatten sicher schon einmal mit ähnlichen Gefühlen zu kämpfen. Ihre Ideen wurden abgelehnt, Ihre Meinung war unerwünscht, Ihre Zuneigung wurde verschmäht und Sie haben die Ablehnung wie einen Stich erlebt.

Die Antwort ist allerdings nicht, sich mürrisch zurückzuziehen, in Depressionen zu verfallen und eine Mauer um Ihr Herz zu bauen, sodass weder Freund noch Feind je wieder hineingelangen und Ihnen wehtun kann.

Die Antwort ist auch nicht, auszurasten und es jemandem heimzuzahlen. Und die Antwort kann mit Sicherheit nicht Selbstmord oder Selbstverletzung lauten. So simpel es auch klingen mag, die Antwort ist, sich an Gott zu wenden. Er lehnt uns nie ab, auch wenn jeder andere uns abzulehnen scheint.

 

Ich möchte mit Ihnen heute in der Bibel verschiedene Situationen von Ablehnung betrachten und wie wir damit umgehen können. Hoffentlich werden wir einige Einsichten gewinnen, wie wir dieses echte Problem überwinden können.

 

Die erste Begebenheit, die wir betrachten wollen, steht in 1. Samuel 8. Das war eine interessante Zeit in Israels Geschichte. Sie hatten bisher nie einen König außer Gott gehabt. Diese Staatsform nennt man „Theokratie“. Gott war ihr König; und sie hatten Richter, die das Land regierten. Die Richter waren im Grunde Gottes Repräsentanten dem Volk gegenüber, und sie sprachen Recht im Land. Zu jener Zeit war Samuel Richter in Israel, doch das sollte sich ändern. 1. Samuel 8,4-6:

 

„Da versammelten sich alle Ältesten von Israel und kamen zu Samuel nach Rama. Und sie sagten zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen. Nun setze über uns doch einen König, uns zu richten, wie es bei allen Nationen ist! Und das Wort war übel in den Augen Samuels, dass sie sagten: Gib uns einen König, uns zu richten! Und Samuel betete zum Herrn.“

 

Samuel tat das Richtige. Er brachte die Sache vor Gott. Und Gott sagte ihm Folgendes:

„Der Herr aber sprach zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir sagen! Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll.“

 

Als ich Christ wurde, erklärten mir viele meiner Freunde, wenn auch nicht alle, dass ich bei ihnen nicht mehr willkommen war. Und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es nicht wehtat, von Menschen abgelehnt zu werden, die gute Freunde gewesen waren. Doch die Wahrheit ist: Jeder von uns wird das in gewissem Maße erleben, wenn wir Jesus wirklich mit ganzem Herzen und ganzer Seele nachfolgen. Die richtige Reaktion darauf ist die, die Samuel uns zeigt.

 

Erstens, wir müssen mit Gott darüber reden. Samuel ging als Erstes damit im Gebet zu Gott. Zweitens, wir müssen begreifen, was Gott Samuel deutlich machte: „Samuel, am Ende haben sie nicht dich abgelehnt, sondern mich. Sie wollen nicht, dass ich über ihr Leben herrsche.“ Und wenn Sie Jesus ganz gehören, wenn Sie ihm mit Ihrem ganzen Leben nachfolgen, zeigen Sie das automatisch anderen Menschen.

 

Ich weiß, manche sagen jetzt: „Herr Pastor, das verstehe ich ja. Aber Fakt ist: Es waren nicht Sünder oder Nichtchristen, die mich abgelehnt haben, sondern Christen. Es waren meine Glaubensbrüder und

-schwestern. Wie soll ich denn damit umgehen?“ Lesen wir dazu, was Paulus an Timotheus schrieb. Der Apostel hatte viel darüber zu sagen, was es heißt, von anderen Christen abgelehnt zu werden. Er war dem jungen Timotheus gegenüber in dieser Hinsicht sehr offen. In 2. Timotheus 1,15 sagte er:

 

„Du weißt dies, dass alle, die in Asien sind, sich von mir abgewandt haben; unter ihnen sind Phygelus und Hermogenes.“

 

Aber Paulus war noch nicht fertig. In 2. Timotheus 4,9-10 schrieb er:

„Beeile dich, bald zu mir zu kommen! Denn Demas hat mich verlassen, da er den jetzigen Zeitlauf lieb gewonnen hat, und ist nach Thessalonich gegangen, Kreszenz nach Galatien, Titus nach Dalmatien.“

 

Das brach Paulus sicher das Herz, aber auch das war noch nicht das Ende. Schauen Sie, was Paulus in 2. Timotheus 4,16 schrieb:

 

„Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich; es werde ihnen nicht zugerechnet.“

 

Den Vorfall, von dem Paulus hier spricht, können wir in der Apostelgeschichte nachlesen. Er war in der Gemeinde in Jerusalem, und Jakobus, der Hauptpastor dieser Gemeinde, riet Paulus, mit seinen Begleitern in den Tempel zu gehen, um ein Gelübde zu erfüllen. Ein Tumult brach aus, Paulus wurde verhaftet und die Römer brachten ihn nach Cäsarea. Das war eine Reise von zwei Tagen, um die 70 Kilometer. Und dann stand Paulus in Ketten in Cäsarea vor Gericht. Niemand kam. Alle in der Gemeinde wussten, dass er dort war und warum. Doch kein Einziger kam und sagte für ihn aus. Obwohl eine große Delegation von Pharisäern mit einem professionellen Redner aus Jerusalem kam, um gegen Paulus auszusagen und Lügen über ihn zu erzählen, ließ sich kein einziger Christ blicken.

Und in der Bibel heißt es, dass sich der Statthalter häufig mit Paulus traf in der Hoffnung, Geld von ihm zu bekommen, sodass er ihn freilassen konnte. Doch es kam kein Geld von der Gemeinde. Paulus saß dort zwei Jahre lang in Haft, von der Gemeinde verlassen und abgelehnt. Das tat gewiss weh.

 

Wie wird man mit so etwas fertig? „Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei.“ 2. Timotheus 4,17 gibt uns die Antwort. Das ist der nächste Vers:

„Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Predigt vollbracht wurde und alle die aus den Nationen hörten.“

 

Vielleicht wurden Sie von Menschen im Stich gelassen, die Ihnen in Gottes Familie am nächsten standen, doch Jesus hat Sie nicht verlassen. Mag sein, dass diese Menschen nicht an Ihrer Seite stehen, aber Jesus wird Ihnen beistehen und Kraft geben. Er wird Sie nie verlassen oder im Stich lassen. Das zu wissen gibt uns Zuversicht für die Zukunft.

 

  1. Timotheus 4,18, der nächste Vers:

 

„Der Herr wird mich retten von jedem bösen Werk und mich in sein himmlisches Reich hineinretten.“

 

Wir müssen nicht deprimiert oder entmutigt sein, wenn jemand uns im Stich lässt, denn Jesus ist bei uns.

 

In Johannes 9 lesen wir von einem Mann, der blind geboren wurde. Jesus heilte ihn. Und das gefiel den Phariäsern nicht. Sie sprachen mit dem ehemals blinden Bettler, der jetzt sehen konnte, und fragten: „Was ist passiert? Wer hat das getan?“

Er sagte: „Dieser Mann, Jesus, hat mich geheilt.“

„Wo ist er?“

„Das weiß ich nicht.“

Und die Pharisäer sagten: „Er kommt nicht von Gott. Er hat das an einem Sabbat getan. Er hat am falschen Tag geheilt.“

Der Mann antwortete: „Ich weiß nur, dass ich blind war und jetzt sehen kann. Das hätte er doch nicht tun können, wenn er nicht von Gott käme.“

Und sie sagten: „Nein, er ist ein Sünder. Wir wissen, dass Mose von Gott kam. Woher dieser Kerl kommt, wissen wir nicht.“

Doch der Mann gab nicht nach und stand zu seiner Aussage. „Er ist von Gott. Wir wissen, dass Gott Sünder nicht erhört. Er hätte das auf keinen Fall tun können, wenn er ein Sünder wäre. Er ist von Gott.“ Und sie wurden so wütend, dass sie ihn aus der Gemeinde ausschlossen. „Sie warfen ihn aus der Synagoge.“ Er hielt an seiner Aussage fest – aber diese Wahrheit war der Grund, dass er aus ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen wurde. Das ist Johannes 9,34.

 

Und in Johannes 9,35 heißt es:

 

„Jesus hörte, dass sie ihn hinausgeworfen hatten; und als er ihn fand, sprach er: Glaubst du an den Sohn des Menschen?“

 

In dem Augenblick, als Jesus hörte, dass man den Mann aus der Gemeinde ausgeschlossen hatte, suchte er ihn und fand ihn und offenbarte sich ihm umfassender.

 

Vielleicht wurden auch Sie aus irgendeinem Grund aus einer Gemeinde ausgeschlossen. Wenn das geschieht, macht Jesus sich auf die Suche nach Ihnen.

 

In dieser Geschichte schienen auch die Eltern des Mannes ihn abzulehnen. Als den Pharisäern seine Antwort nicht gefiel, riefen sie seine Eltern und fragten: „Was ist denn hier los?“ Und die Eltern sagten: „Tja, das ist unser Sohn. Er wurde blind geboren, aber wie er sehend geworden ist, wissen wir nicht.“ In Wirklichkeit wussten sie es, aber sie wollten es nicht sagen. Stattdessen antworteten sie: „Er ist erwachsen. Fragt ihn.“ Und die Bibel sagt ausdrücklich, dass sie nichts über Jesus sagen wollten, weil sie Angst vor einem Ausschluss aus der Synagoge hatten.

 

Sie liebten ihre Position in der Gemeinschaft also offenbar mehr als ihren Sohn. Das tat ihm sicher weh.

Vielleicht sind unter Ihnen manche, die von einem Elternteil oder beiden Eltern verlassen und abgelehnt wurden, nicht die Zuneigung und Bestätigung bekamen, die Sie sich gewünscht hätten, und Sie haben dieses tiefe Gefühl der Ablehnung. Manche von Ihnen tragen sogar den Gedanken mit sich herum, dass es Ihre Schuld war. Ihr Vater oder Ihre Mutter hat Sie in Ihrer Kindheit verlassen, weil die Ehe kaputt ging oder etwas Ähnliches. Und obwohl es verrückt ist, tragen manche von Ihnen die Vorstellung in sich, dass es Ihre Schuld war. „Irgendetwas stimmt nicht mit mir. Ich habe etwas falsch gemacht; deswegen war Papa nie da. Deswegen war Mama nie da.“ Ich habe über die Jahre mit vielen Menschen gesprochen, die das Gefühl haben, ihr Leben wäre ganz anders verlaufen, wenn sie nicht von einem oder beiden Elternteilen verlassen worden wären.

 

Die Bibel sagt in Psalm 27,10:

 

„Sogar mein Vater und meine Mutter haben mich verlassen, aber der Herr nimmt mich auf.“

 

Er ist ein Vater für die Vaterlosen und wird für Sie sorgen. Er wird Ihnen alle Bestätigung, alle Unterweisung, alle Liebe geben, die Sie je brauchen.

 

Ist Gott für den verlassenen Ehemann oder die verlassene Ehefrau? Fragen Sie einmal Hagar im Ersten Buch Mose. Sie wurde von Abraham aus dem Haus geworfen. Er schickte sie und ihren Sohn in die Wüste; das war im Prinzip eine Todesstrafe – dabei war Abraham der Vater des Jungen! Er sagte: „Geht.“ Und sie wanderten hinaus in die Wüste. Das ist wie ein Bild für das, was viele Menschen bei einer Scheidung durchmachen. Sie gehen durch eine geistliche Wüste.

In der Wüste ging Hagar und ihrem Sohn das Wasser aus. Sie legte den Jungen unter einen Strauch, weil sie ihn nicht sterben sehen wollte. Sie ging weg und legte sich auf den Boden. Und mitten in ihrer Not und ihrem Abgelehntsein hinein kam Gott zu ihr und fragte: „Was fehlt dir, Hagar?“ Er zeigte ihr eine versteckte Wasserquelle, die ihr und ihrem Sohn neue Kraft spendete. Und dann sprach Gott durch einen Engel prophetische Worte und Worte des Segens über sie und ihren Sohn, und Gott versorgte sie.

 

Ich möchte Ihnen sagen: Wenn Sie sich in einer solchen Wüste befinden, hat Gott eine verborgene Quelle für Sie. Und er wird für Sie sorgen und Sie wiederherstellen. Er ist für Sie.

 

Die Bibel sagt in Jesaja 54,5-6:

 

„Denn dein Gemahl ist dein Schöpfer, Herr der Heerscharen ist sein Name, und dein Erlöser ist der Heilige Israels: Gott der ganzen Erde wird er genannt. Denn wie eine entlassene und tiefgekränkte Frau hat dich der Herr gerufen und wie die Frau der Jugend, wenn sie verstoßen ist – spricht dein Gott.“

 

Natürlich spricht Gott hier mit Israel, aber dieser Vers zeigt Gottes Herz gegenüber Menschen, die abgelehnt oder verlassen wurden.

Und in allen Bereichen, über die wir gesprochen haben, finden wir die Antwort, wenn wir uns Gott zuwenden. Gott kann Wunderbares im Leben von Menschen tun, die bitterlich verlassen oder abgelehnt wurden, wenn sie sich ihm öffnen und sich in ihrem Schmerz und ihrer Frustration an ihn wenden.

Dennoch denken manche sicher: „Was weiß Gott schon darüber? Er ist doch oben im Himmel. Woher will er wissen, wie es mir geht? Wie sollte er denn wissen können, wie sich für mich Ablehnung anfühlt?“ Gott weiß es, weil er öfter und von mehr Menschen abgelehnt wurde als irgendjemand sonst. Seine Liebe wurde verschmäht. Eine Generation nach der anderen hat seine Gesetze mit Füßen getreten. Und trotzdem will er uns helfen.

Und er weiß es auch, weil er Ablehnung erlebte, wie kein Mensch sie je erlebt hat, nämlich, als Jesus auf diese Erde kam. Jesaja 53,3:

 

„Er war verachtet und von den Menschen verlassen.“

 

Jesus wurde von der Welt, die er geschaffen hatte, verlassen und abgelehnt.

 

„Er war in der Welt, und die Welt wurde durch ihn, und die Welt erkannte ihn nicht.“

 

Er war verlassen und von dem Volk abgelehnt, dem er entstammte. Er war ein Nachkomme Abrahams, aus dem Stamm Juda, aus der Familie Davids. Als Mensch war er Jude, und wenn ein Volk für seine Botschaft und für ihn als den, der er war, hätte offen sein sollen, dann Israel. Aber in Johannes 1,11 heißt es:

 

„Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an.“

 

Er wurde zu dem Stein, den die Bauleute verworfen haben. Er wurde von dem Ort abgelehnt, in dem er aufgewachsen war.

 

Lukas 4: Er kam nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und lehrte in der Synagoge. Doch die Menschen fühlten sich so angegriffen, dass sie ihn aus der Stadt trieben und versuchten, ihn von einer Felswand zu stürzen, um ihn zu töten. Er kehrte nie nach Nazareth zurück. Sein Heimatort lehnte ihn ab.

Er wurde von den Brüdern abgelehnt, mit denen er aufgewachsen war. Sie hatten gesehen, wie er „an Weisheit und Alter und Gunst bei Gott und Menschen“ zunahm. Doch in Johannes 7,5 heißt es:

 

„Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.“

 

Und in Markus 3 lesen wir, dass seine eigene Familie ihn für verrückt hielt.

 

Er wurde von den Jüngern abgelehnt, die er ausgebildet hatte. Sie hatten mit ihm zusammen gelebt, mit ihm unter einem Dach geschlafen, mit ihm gegessen. Sie hatten gesehen, wie er Tote auferweckte und Kranke heilte. Sie hatten seine Predigten gehört. Dann verriet einer von ihnen ihn für 30 Silbermünzen. Und in jener Nacht in Gethsemane rannten alle von ihm weg, und Petrus leugnete, auch nur zu wissen, wer er war.

Jesus wurde gefangen genommen. Die jüdische Führung unterzog ihn einem Scheinprozess. Sie brachten Lügen über ihn vor, verspotteten ihn und schlugen ihn. Dann brachte man ihn vor Pontius Pilatus, und die Menschenmenge rief: „Kreuzige ihn! Gib uns Barabbas, den Mörder, aber kreuzige Jesus.“ Er hatte ihre Kranken, ihre Kinder geheilt, und jetzt wandten sie sich gegen ihn.

Und dann waren die römischen Soldaten an der Reihe. Sie verspotteten ihn noch mehr und setzten ihm eine Dornenkrone auf. Er wurde erbarmungslos geschlagen und ausgepeitscht und gekreuzigt. Und dort am Kreuz wurde er auch noch von den beiden Dieben abgelehnt, die mit ihm gekreuzigt wurden. Sie beleidigten ihn.

Und noch immer war das Maß der Ablehnung nicht voll. Als er am Kreuz hing, musste er auch die allertiefste Verlassenheit und Ablehnung erleiden, denn dort am Kreuz wurde er von seinem ewigen Vater verlassen. Er schrie auf: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Prophetisch sprach schon der Verfasser von Psalm 69,21-22 davon:

„Der Hohn hat mein Herz gebrochen, und es ist unheilbar; und ich habe auf Mitleid gewartet – aber da war keins; und auf Tröster, aber ich habe keine gefunden. Und sie gaben mir zur Speise Gift, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig.“

 

Der Himmel wurde schwarz und Jesus wurde von dem Vater abgelehnt, mit dem er in ewiger Gemeinschaft gelebt hatte. Vollkommen verlassen und allein tat er mit gebrochenem Herzen seinen letzten Atemzug.

 

Welch eine Demütigung! Welch eine Ablehnung! Und warum? Er verdiente es nicht. Er war vollkommen. Er war durch und durch wunderbar. Freunde, er tat es für Sie und für mich!

Er starb an unserer Stelle, ausgestoßen aus Gottes Gegenwart, sodass wir dort willkommen sein können. Jesus wurde von der Welt verlassen, die er erschaffen hatte, von dem Volk, dem er entstammte, von dem Ort, in dem er lebte, von den Brüdern, mit denen er aufgewachsen war, von den Jüngern, die er ausgebildet hatte, und sogar von dem Vater, mit dem er in ewiger Gemeinschaft gelebt hatte.

Er wurde verlassen und abgelehnt, damit wir dies nie erleben müssen.

 

Hebräer 13,5: „[Der Herr] hat gesagt: Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen.“ Als Jesus an jenem Ostermorgen auferstand, machte er uns den Weg frei zu einer Beziehung zu Gott. In Gottes geliebtem Sohn können wir angenommen werden.

 

Jesus sagt: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht wegschicken und ablehnen.“

Wunderbarer Jesus! Er war verachtet und abgelehnt, damit wir vom Vater umarmt und angenommen werden können. Die Bibel sagt: „Wir sind begnadigt in dem Geliebten.“ Ich habe gute Nachrichten für Sie: Gott ist nicht wütend auf Sie. Er will Sie. Er liebt Sie; und er sandte seinen Sohn Jesus, um für Sie zu sterben. Nachdem er am Kreuz Ihre Schuld vollständig bezahlt hatte, wurde er von den Toten auferweckt. Wenn Sie sich an ihn wenden, können Sie eine Beziehung zu Ihrem Schöpfer haben.

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