Wen nimmt Gott an? – Harrison Conley

Fühlst du dich manchmal fehl am Platz, hast du das Gefühl, übersehen zu werden? Hast du das Gefühl, nicht zu den „Coolen“ oder „Erfolgreichen“ im Leben zu gehören?

Entdecke einen Gott, der dich liebt und schätzt, so wie du bist – und nicht, wie du sein solltest.

Predigtmanuskript

Herzlich willkommen! Schön, dass Sie bei uns sind. Heute haben wir etwas Besonderes für Sie: Mein Sohn Harrison wird zu Ihnen sprechen. Er beschäftigt sich auf der Grundlage der Seligpreisungen mit der Frage, wen Gott akzeptiert. Das wird einige Ihrer Überzeugungen erschüttern. Aber das ist gut so. Lassen Sie uns jetzt hören, welche Antwort uns Harrison Conley auf die Frage geben wird: „Wen akzeptiert Gott?“

Diese Predigt ist für eine ganz spezielle Gruppe von Menschen bestimmt: Für jene unter uns, die „niemals gut genug“ sind. Tief in unserem Inneren wissen wir, dass Gott uns liebt, aber oft glauben und akzeptieren wir es nicht, weil wir uns unserer Unzulänglichkeiten, unserer Schwächen und Fehler nur allzu sehr bewusst sind. Diese Predigt ist auch für mich. Und wenn Sie sich daran stören, dass der Pastor, der hier oben steht, darüber spricht, dass er unzulänglich ist und Probleme hat, ist das wahrscheinlich nicht die richtige Gemeinde für Sie. Wir wollen uns heute ansehen, was Gott in Seinem Wort zu diesem Thema zu sagen hat. Wir beginnen in Matthäus, Kapitel 4, Vers 23. Da heißt es:

Matthäus 4:23-25
„Und er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium des Reiches Gottes und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen unter dem Volk.“ „Und die Kunde von ihm ging hinaus in das ganze Syrien; und sie brachten zu ihm alle Leidenden, die mit mancherlei Krankheiten und Qualen behaftet waren, und Besessene und Mondsüchtige und Gelähmte; und er heilte sie. Und es folgten ihm große Volksmengen von Galiläa und dem Zehnstädtegebiet…
… und Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordan.“

Wir lesen weiter in Kapitel 5, ab Vers 1:

Matthäus 5:1-12
„Als er aber die Volksmengen sah, stieg er auf den Berg; und als er sich gesetzt hatte, traten seine Jünger zu ihm. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben. Glückselig, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden. Glückselig die Barmherzigen, denn ihnen wird Barmherzigkeit widerfahren. Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen. Glückselig die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.“

Lassen Sie uns nochmals zu Vers 3 zurückgehen. Vers 3 in Kapitel 5 wird heute unser Ausgangspunkt sein. „Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel.“ Die Verse, die wir gerade gelesen haben, stehen in Ihrer Bibel unter der Überschrift „Seligpreisungen“, aber sie werden oft auch als die Bergpredigt von Jesus bezeichnet. Und ich möchte uns heute auf der Grundlage dieser Verse eine Frage stellen und dann versuchen, diese Frage zu beantworten. Wenn Sie sich Notizen machen und eine Überschrift haben wollen, können Sie sich die Frage aufschreiben: „Wen akzeptiert Gott?“

Und ich möchte mit einer weiteren Frage beginnen, von der ich hoffe, dass sie nicht zu persönlich ist: Haben Sie sich schon einmal fehl am Platz gefühlt? Hatten Sie schon einmal das Gefühl, ausgegrenzt oder übersehen zu werden, vielleicht von Ihren Kollegen bei der Arbeit, von Menschen hier in der Gemeinde, in der Schule oder in Ihrer Familie? Das mag vielleicht nur deshalb so sein, weil hier unterschiedliche Persönlichkeiten, Ideologien oder Meinungen aufeinandertreffen. Vielleicht gibt es auch Menschen in Ihrer Umgebung, die einfach unfreundlich oder gar gemein sind und Sie nicht einbeziehen. Auch ich kenne das Gefühl übersehen zu werden oder einfach nicht dazuzupassen.

Da kommt mir eine Begebenheit in den Sinn, die mir erst gestern wieder einfiel. Damals war ich in der neunten Klasse. Vom Kindergarten bis zur achten Klasse besuchte ich eine christliche Schule. Dann verließ ich diesen geschützten Rahmen und ging auf eine staatliche Highschool. Auf der christlichen Schule hatten sie mir gesagt, dass die staatlichen Schulen vom Teufel seien, weil sie dort vor dem Unterricht nicht beteten und so weiter. Deshalb war ich ein wenig nervös. Es war eine große Sache für mich, auf eine neue Schule zu wechseln. Abgesehen von ein paar Leuten, die ich kannte, waren da viele neue Gesichter, neue Lehrer und eine neue Klasse und ich wusste nicht so recht, was mich erwartete. Jene unter Ihnen, die mich ein bisschen besser kennen, wissen, dass ich zwar hier auf der Bühne als eine starke Persönlichkeit erscheinen mag, aber tatsächlich ein wenig introvertiert bin. Ich bin kein extrovertierter, lauter Mensch. Und wenn man in ein neues soziales Gefüge kommt und versucht sich einzufinden und Freundschaften zu schließen, ist es nicht unbedingt förderlich, wenn man introvertiert ist und alles erst einmal beobachten und erfühlen muss, bevor man sich entspannen kann. Aber mein Glück war, dass ich Sport trieb. Das ermöglichte es mir, ein paar Freundschaften zu schließen und Zugang zu einer bestimmten Gruppe in der Schule zu finden.

An dieser Schule galten die Sportler als ziemlich cool und so wurde ich ganz automatisch in die Gruppe aufgenommen. Wir saßen an den coolen Tischen und die anderen wollten sein wie wir, sich kleiden wie wir und bei uns sitzen. Das war wirklich toll. Ich war noch nie in einer so coolen Gruppe gewesen. Die anderen waren schon sehr lange befreundet. Sie kannten sich schon seit dem Kindergarten und hatten immer dieselbe Schule besucht, wie jetzt auch die Highschool. Zwischen ihnen bestand ein starkes Band, während ich jetzt erst ganz neu dazukam. Und diese coole Gruppe veranstaltete jedes Jahr eine Halloween-Party. Nun stellen Sie sich vor – ich kam aus einem geschützten, christlichen Elternhaus und von einer christlichen Schule. Ich wusste damals nicht einmal, was Halloween überhaupt war. Bei uns hieß das immer Halleluja-Nacht. Kennen Sie das auch? Okay. Kürzlich sah ich mir mit meinen Jungen ein paar Videos an, auf denen ich als Siebenjähriger an Halloween zu sehen war. Aber für uns war es die Halleluja-Nacht. Mein Bruder, meine Schwester und ich verkleideten uns und gingen zur Halleluja-Nacht. Aber statt Kostümen von Batman oder Superman trugen wir die Kleider biblischer Personen. Mein Bruder war David, meine Schwester ging als Ester und ich als Barack. Sie fragen sich, wer das ist? Ich habe ihn heute Morgen in der Bibel gesucht, aber ich konnte ihn nicht finden. Er ist wie ein geheimnisvoller, vergessener Held im Buch Richter. Und ich hatte einen großen Schild mit einem B vorne drauf. Bei der Halleluja-Nacht fragten meine Freunde: „Wer bist du?“ Und ich sagte: „Ich weiß es selbst nicht so genau.“ Immerhin war ich damit der einzige Mensch in der Weltgeschichte, der sich an Halloween als Barack verkleidete.

So war ich also aufgewachsen. Aber diese coole Gruppe in der Schule machte ihre eigene Halloween-Party und diese war völlig anders. Man verkleidete sich nicht als eine biblische Person, sondern wie immer man wollte. Alle trugen Kostüme, es wurde getanzt und da waren Mädchen. Habe ich die Mädchen schon erwähnt? Das war eine neue Erfahrung für mich und ich war so aufgeregt! Den ganzen Oktober über sprachen alle von nichts anderem als von der Party und wie toll sie sein würde und was wir dort alles machen könnten. Der Tag rückte immer näher und ich wartete darauf, dass man mich einlud und mir sagte, wann und wo die Party stattfinden sollte. Aber Halloween kam und ging vorüber, ohne dass ich eine Einladung bekommen hätte. Gerade als ich glaubte, es in die Gruppe geschafft zu haben, wurde mir klar, dass ich nicht wirklich zu den coolen Jungs gehörte. Ich fühlte mich wie ein Außenseiter und obwohl ich während meiner restlichen Zeit auf der Highschool in der Gruppe geduldet wurde, war ich doch nie wirklich ein Teil davon. Das mag sich jetzt sehr dramatisch anhören, aber vielleicht waren auch Sie schon in einer Situation, wo Sie sich auf irgendeine Art ausgegrenzt gefühlt haben; wo Sie geglaubt haben, nicht gut genug zu sein oder übersehen zu werden und von einer Gruppe nur geduldet wurden, ohne wirklich dazuzugehören. Wir alle kennen diese gesegneten, angesagten Gruppen, wie diese Leute bei der Arbeit, die nie übersehen werden, wenn eine Beförderung ansteht. Der Chef hat immer ein offenes Ohr für ihre Ideen. Ihre Vorgesetzten laden sie zum Golfspielen ein. Sie können sich ihre Kunden aussuchen. Sie haben einen Firmenwagen und dürfen sich ihre Arbeitszeit selbst einteilen. Oder vielleicht ist es diese gesegnete Gruppe in der Gemeinde. Diese Leute scheinen alles im Griff zu haben. Ihr Leben ist einfach. Sie sehen so aus, als hätten sie jede Menge Geld. Ihre Kinder sind kleine, perfekt gekleidete Engel. Sie sind immer pünktlich, auch wenn auf Sommerzeit umgestellt wird. Sie sitzen ganz vorn und haben die Handynummer des Pastors. Das sind die gesegneten Leute, mit denen wir zusammen sein, uns Nachrichten schreiben und Kaffee trinken wollen. Wir wünschen uns, mit ihnen befreundet zu sein, damit wir unseren anderen Freunden erzählen können, dass auch sie zu unseren Freunden gehören. Und um ehrlich zu sein, wenn ich an meine Freunde hier und auf der ganzen Welt denke und sehe, was sie machen, denke ich regelmäßig: „Ich wünschte, ich hätte einen solchen Einfluss und würde die Leute kennen, die sie kennen. Ich wünschte, ich würde zu dieser Gruppe gehören. Ich wünschte, ich hätte diese Einladung bekommen. Ich wünschte, ich wäre so begabt wie er. Ich wünschte, ich hätte so eine Persönlichkeit wie er. Ich wünschte, die Leute würden mich ansehen, wie sie ihn ansehen.“ Ich glaube, wenn wir ehrlich sind, haben wir alle hin und wieder dieses Gefühl. Wenn es darum geht, übersehen zu werden oder sich nicht akzeptiert zu fühlen, sind wir wahrscheinlich alle auf irgendeine Art Experten.

Das führt mich zu der Frage, über die wir heute nachdenken wollen: Wen akzeptiert Gott? Wer gehört zu der coolen Gruppe Gottes? Wen segnet Gott? Vermutlich hat jeder von uns seine eigenen Vorstellungen davon, wen Gott segnet oder von wem die Gesellschaft sagt: „Er hat ein wunderbares Leben! Er ist definitiv gesegnet.“ Aber wenn wir über solche Dinge nachdenken, gelangen wir oft zu dem Schluss, dass wir nicht zu diesen Menschen gehören können, weil wir uns unserer Unzulänglichkeiten, unserer Kämpfe und unserer Schwächen nur allzu sehr bewusst sind. Ich frage mich, ob wir wirklich verstehen, wen Gott segnet, wer Seine Gunst genießt und wen Er akzeptiert. Und wenn Sie davon überzeugt sind, dass Sie dafür keinesfalls infrage kommen, ist diese Botschaft ganz besonders für Sie.

Wir werden gleich zu der Predigt zurückkehren. Ich hoffe, dass sie Ihnen gefällt und ich glaube, dass Sie geistlich genährt werden, wenn Sie sie hören. Falls Sie erst jetzt eingeschaltet haben: Heute predigt mein Sohn Harrison. Er ist einer der Pastoren in unserem Team und er hält gerade eine wunderbare Predigt über die Seligpreisungen. Lassen Sie uns zu Harrison zurückkehren, der sich heute mit der Frage beschäftigt: „Wen akzeptiert Gott?“

Gehen wir jetzt kurz zu unserem Text zurück. Die Bergpredigt von Jesus, die Seligpreisungen, fordern uns heraus, unsere Vorstellungen, wer gesegnet ist und wer nicht, neu zu überdenken. Die Worte Jesu weisen darauf hin, dass die Menschen, von denen wir genau das Gegenteil annehmen würden, in Wirklichkeit von Gott gesegnet sind. Wir gehen nochmals zum Ende von Matthäus, Kapitel 4 zurück. Die Szene, die uns hier vor Augen geführt wird, ist absolut erstaunlich. Da ist eine große Menschenmenge, die sich um Jesus drängt und Ihm folgt. Und in dieser Menge sind Menschen aus allen möglichen Klassen und mit völlig unterschiedlichen Lebenssituationen. Da sind Kranke und Gesunde, Religiöse und Nichtreligiöse, die Atheisten. Da sind Republikaner und Demokraten, Anhänger von Trump und Anhänger von Bernie Sanders. Da sind Reiche und Arme und Unterdrückte. Das nenne ich Vielfalt! Und sie alle hatten sich zu den Füßen von Jesus versammelt. Das ist ein schönes Bild. Es erinnert mich ein wenig an Cottonwood: Menschen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund und mit einem ganz unterschiedlichen Leben kommen hier zu Jesu Füßen zusammen. Dieses Bild aus der Bibel ist deshalb so erstaunlich, weil sich die verschiedenen Gruppen der jüdischen Gesellschaft im ersten Jahrhundert normalerweise nicht vermischten. Zu dieser Zeit war die Gesellschaft unglaublich zersplittert, weit mehr als wir es uns in unserer heutigen westlichen Welt und Kultur vorstellen können. Wenn man die Gesellschaft mit einem großen Puzzle vergleicht, konnte man nur mit den Puzzleteilen verkehren, die genauso aussahen, sich genauso anhörten und aus demselben Teil des Bildes stammten wie man selbst. Und wenn man versuchte, sich dem zu widersetzen und sich mit andersartigen Puzzleteilen zu vermischen, passte man nicht nur nicht hinein, sondern sorgte darüber hinaus für Spannungen. Man geriet in Konflikt mit dem Gesetz. In der Bibel ist in Bezug auf diese Gesellschaft oft von rein oder unrein die Rede. Und die Reinen durften nicht mit dem Unreinen verkehren. Und wenn die Unreinen mit den Reinen Kontakt haben wollten, mussten sie nur sagen: „Unrein, unrein!“, denn wenn die Reinen die Unreinen berührten, waren auch sie unrein. Aber als Jesus kam, wurden diese tief verankerten gesellschaftlichen Grenzen verwischt und schienen letztendlich sogar ganz außer Kraft gesetzt zu sein. Wenn man vor Jesus stand, spielten Form und Farbe der Puzzleteile keine so große Rolle mehr. Diese Menschen waren von völlig unterschiedlicher Herkunft und hatten ganz unterschiedliche Überzeugungen und Lebensweisen, aber sie alle kamen, um die Worte Jesu zu hören und von Ihm berührt zu werden.

In den letzten Tagen habe ich viel darüber nachgedacht, warum diese tief verwurzelten gesellschaftlichen Normen aufgehoben wurden, als Jesus kam. Warum warfen die Menschen eine Überzeugung über Bord, die sie von Kindesbeinen an gelehrt worden waren? Warum ignorierten sie diese gesellschaftlichen Regeln plötzlich und versammelten sich, als Jesus kam? Da zeigte mir der Heilige Geist einen Vers in Matthäus 7 und ich glaube, damit gab Er mir die Antwort. Lassen Sie uns das lesen. Matthäus 7, Vers 28. Da heißt es:

Matthäus 7:28-29
„Und es geschah, als Jesus diese Worte vollendet hatte, da erstaunten die Volksmengen sehr über
seine Lehre…“

Und dann Vers 29:

„… denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie ihre Schriftgelehrten.“

Wenn Sie einen Stift dabeihaben, unterstreichen Sie das Wort Vollmacht. Das Wort Vollmacht bedeutet in der ursprünglichen Sprache „direkt vom Ursprung“. Von diesem Wort stammt auch der Begriff Urheber ab. Als Jesus zu den Menschen sprach, bekamen sie das Gefühl, dass Er als der Urheber allen Lebens ihre Geschichte und ihr Leben erklärte. Plötzlich spielte es keine Rolle mehr, wer neben einem stand. Plötzlich war es völlig bedeutungslos, aus welchem Hintergrund jemand kam, weil man vor dem Urheber allen Lebens stand. Als Er Seine Worte des Lebens über den Menschen aussprach, hatten sie das Gefühl, dass Er ihre Geschichte verfasste. Und so kam es, dass sich die große Menschenmenge zu den Füßen Jesu versammelte. Und was waren die ersten Worte aus Seinem Mund? „Glückselig die Armen im Geist.“ Dann traf Er noch acht weitere Aussagen, die dieser recht ähnlich waren. Aber da wir nicht so viel Zeit haben und dieser eine Vers die Grundlage für die ganze Predigt bildet, wollen wir uns auf ihn konzentrieren: „Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel.“

Diese Aussage ist revolutionär. Sie widerspricht der Kultur und der Intuition, denn in dieser biblischen Gesellschaft ging man davon aus, dass jeder, der erfolgreich war, nur deshalb Erfolg hatte, weil er von Gott gesegnet war. Das eine war ohne das andere nicht möglich. Der Segen Gottes galt als Voraussetzung für jeden Erfolg. Wenn man Erfolg hatte, bedeutete das, dass man dem coolen Klub Gottes angehörte. Und man sicherte sich seinen Segen oder seinen Zugang zu dem Klub durch seine Fähigkeit, das Gesetz einzuhalten und unabhängig zu sein. Und wenn man wohlhabend oder einflussreich war oder viele Kinder hatte, war das so, weil man sich die Güte Gottes verdient hatte und jetzt von Ihm gesegnet wurde.

Lassen Sie uns diese Aussage jetzt genauer ansehen. Als Erstes möchte ich die Bedeutung des ersten Wortes – glückselig – definieren, denn wenn wir nicht genau wissen, was es bedeutet, können wir nicht wirklich verstehen, was Jesus hier sagt. Wenn Jesus sagt: „Glückselig die Armen im Geist“, sollten wir das Wort „glückselig“ nicht als froh oder begünstigt oder glücklich deuten. Wenn es glücklich bedeuten würde, hieße es: „Glücklich die Armen im Geist“, und dann: „Glücklich die Trauernden.“

Sicher denken Sie jetzt: „Moment mal. Ich bin nicht glücklich, wenn ich trauere und ich bin nicht glücklich, wenn ich arm im Geist bin und ich möchte beides nicht.“ Wir sollten das Wort glückselig nicht als glücklich oder begünstigt deuten. Jesus sagt: „Das Reich des Himmels, mein Reich, gehört euch.“ Wenn Er sagt „glückselig“, meint Er: „Mein Reich steht euch offen, es kann euch dauerhaft gehören.“ Mit anderen Worten: „Ich bin bei euch, ich bin für euch und ich bin auf eurer Seite.“ Das ist es, was es bedeutet, glückselig zu sein. Und dann sagt Er: „arm im Geist“. Lassen Sie uns auch das definieren. Wenn Jesus sagt: „arm im Geist“, spricht Er nicht von äußerlichen Eigenschaften. Der Zustand, den Er hier beschreibt, ist zumindest aus menschlicher Sicht absolut nichts Positives. Niemand wünschte sich, arm im Geist zu sein, denn das stand im absoluten Gegensatz zu dem vorherrschenden Glaubenssystem, nach dem der Segen Gottes im direkten Zusammenhang mit der Fähigkeit eines Menschen stand, das Gesetz einzuhalten. Arm im Geist zu sein widersprach sowohl jedem Streben nach Unabhängigkeit als auch der Annahme, dass man sich den Weg an Gottes Seite durch seine Geistlichkeit verdienen konnte. Im Wesentlichen sagte Jesus: „Arm im Geist zu sein bedeutet, dass ihr eine geistliche Null seid.“ Ein Bibelkommentator übersetzte das mit: „Glückselig sind die geistlichen Idioten.“ Stellen Sie sich die Reaktion der Menge vor, als diese Worte ihre Ohren erreichten. Sicher klappte ihnen der Unterkiefer herunter. Jesus sagte: „Mein Reich gehört denen, die geistlich bankrott sind; denen, die gegenüber Gott oder anderen Menschen keinen Anspruch geltend machen können.“ Der Theologe und Bibelkommentator Frederick Bruner drückte das so aus: „Die Seligpreisungen sind Gottes Segnungen für jene in gotterbärmlichen Situationen.“ Als Jesus sagte: „Glückselig die Armen im Geist“, stellte Er die bestehende Ordnung auf den Kopf. Er legte neu fest, was wir über Gott und die Geistlichkeit denken sollen, nämlich dass uns Gottes Segen, Seine Gunst und Akzeptanz nicht aufgrund unserer Tugenden zuteilwerden, sondern aufgrund unserer Schwächen. Jesus sagt: „Mein Reich, meine Liebe, meine Gunst gehört euch. Meine Akzeptanz gilt den Bedauernswerten, den Kraftlosen und den Elenden. Sie gilt denen, die nicht alles unter Dach und Fach haben; denen es einfach nicht gelingt, sich zu beherrschen.“

Diese Aussagen von Jesus veränderten, was die Menschen dieser Zeit über Gott dachten. Und wenn wir sie in unsere moderne Terminologie übertragen, wird sie auch unsere Vorstellungen von Gott infrage stellen. Lassen Sie uns „glückselig sind die Armen im Geist“ in unserer modernen Sprache formulieren. Dann würde Jesus sagen: Glückselig sind jene, die in die Gemeinde kommen, die eine Bibel mit ihrem Namen darauf haben, aber nicht darin lesen und das Buch 1. Mose nicht finden. Glückselig ist jener, der seinem Frust Luft macht, bei der Arbeit ausflippt und seinen Chef und seine Kollegen beschimpft. Glückselig ist jener, der trotz besseren Wissens dieselbe Sünde mit denselben Leuten erneut begangen hat. Glückselig ist der, der nach außen hin vorgibt, alles im Griff zu haben, sich aber in seinem Inneren davor fürchtet, dass die Leute um ihn herum sehen könnten, wie er wirklich ist, weil er glaubt, dass sie sich dann angewidert von ihm abwenden könnten.

Glückselig der Pastor, der auf der Bühne steht und predigt, aber dann deprimiert nach Hause geht, weil er tief in seinem Herzen Zweifel hegt, ob das Christentum wirklich wahr ist.

Glückselig sind die Geschiedenen.

Glückselig sind die Pornosüchtigen.

Glückselig sind die Lügner.

Glückselig sind die Ausgestoßenen.

Glückselig sind die Eltern, die nie da sind.

Harrison, worauf willst du hinaus? Wie ich das verstehe, zwingen uns die Seligpreisungen zu akzeptieren, dass wir nicht aufgrund unserer Verdienste, unserer Werke, unseres Charakters oder unserer Tugend gesegnet sind, sondern aufgrund von Gottes Güte. Das Einzige, was uns die Tür zu Gottes Klub öffnet, ist die Erkenntnis, dass wir Ihm nichts zu bieten haben, aber alles von Ihm bekommen können. Vielleicht sind wir nicht die Menschen, die wir gerne wären. Vielleicht sind wir weit von unseren Zielen entfernt. Und diese Ziele stehen möglicherweise nicht einmal im Einklang mit den Plänen, die Gott für unser Leben hat. Vielleicht erleben wir mehr Misserfolge als Erfolge. Vielleicht sind wir weder reich oder mächtig noch geistlich oder Mitglied der Schickeria. Aber dennoch sind wir von Gott akzeptiert und Er hält uns in Seiner Hand. Und diese Hoffnung ist in einer Verheißung verankert. Diese Verheißung ist Jesus und Er ist vertrauenswürdig. Und ich frage Sie: Haben Sie Ihr Vertrauen auf Jesus gesetzt? Haben Sie Ihre Hoffnung auf Ihn gesetzt? Oder haben Sie Ihre Hoffnung und Ihr Vertrauen darauf gesetzt, Gott zu gefallen; auf Ihre Fähigkeit, sich den Weg in den gesegneten Klub zu verdienen? Diese Aussagen von Jesus erinnern uns daran, dass es nicht um uns und unsere Güte geht, sondern um Ihn und Seine Güte.

Kürzlich habe ich das Gleichnis vom Sämann in Matthäus 13 gelesen und es hat mich beeindruckt, dass der Sämann sich nicht beirren ließ, obwohl einige der Samen auf den Weg, unter die Dornen und auf felsigen Boden fielen. Nur ein Viertel des Samens landete in guter Erde, aber dennoch hörte er nicht auf zu säen. Und das tun auch wir. Lassen Sie in Ihrem Herzen gute Erde sein. Nehmen Sie den Retter an und bekommen Sie ein neues Leben aus dem unvergänglichen Samen von Gottes Wort. Jesus liebt Sie. Bis zum nächsten Mal. Gott segne Sie.

 

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