Beziehungen

Was ich von meinem Vater gelernt habe

Welche Dinge hast du von deinen Eltern gelernt? In dieser Predigt erinnert sich Bayless Conley an sechs wichtige Prinzipien, die ihm sein Vater mitgegeben hat. Erfahre, wie du die nächste Generation nachhaltig prägen kannst – mit deinen Worten, aber vor allem indem du in deinem eigenen Leben mit gutem Beispiel vorangehst.

Bestellen als CD

Predigtmanuskript

Ich möchte Ihnen heute von ein paar Dingen erzählen, die mir der Arzt verordnet hat; Dinge, die ich von einem Arzt gelernt habe – meinem Vater. Obwohl er erst mit Mitte 50 ein Kind Gottes wurde, war mein Vater einer dieser Männer, die Paulus im Römerbrief beschreibt: Die Werke des Gesetzes waren in sein Herz geschrieben und er versuchte, das Richtige zu tun. Er war nur nicht gerettet. Und ich habe in meiner Jugend viel Gutes von ihm gelernt. Nicht, dass Sie den Eindruck bekommen, er sei vollkommen gewesen. Das war er nicht. Mein Vater konnte nichts wegwerfen. Er hat die Weltwirtschaftskrise erlebt. Und seine Familie hat zweimal durch Überschwemmungen alles verloren. Beides hat ihn geprägt.

Er wuchs sehr arm auf. Einmal musste er zusammen mit seinen Geschwistern und meinen Großeltern durch ein Boot vom Dach seines Hauses gerettet werden. Zweimal in seinem Leben verloren sie alles, was sie hatten. Das hat ihn so sehr geprägt, dass er nichts wegwerfen konnte. „Das brauchen wir noch einmal,“ sagte er immer. Er konnte nicht einmal Lebensmittel wegwerfen, die wirklich in den Abfall gehörten. Von meinem Vater kamen auch kaum Lob oder Bestätigung. Auch das kam daher, wie er aufgewachsen war. Wenn er einen lobte, war das etwas ganz Besonderes, weil es so selten vorkam. Er zeigte auch kaum seine Zuneigung, weder meiner Mutter noch meiner Schwester oder mir. Auch das war eine Folge des Umfelds, in dem er aufgewachsen war. Ich muss aber sagen, dass er besser darin wurde, nachdem er Jesus angenommen hatte. Er lernte mit der Zeit immer mehr, Zuneigung zu zeigen und Bestätigung zu geben. In Bezug auf das Wegwerfen wurde er eher immer schlimmer. Er war genauso unvollkommen wie wir alle. Aber ich habe auch ein paar wirklich gute Sachen von ihm gelernt. Und davon möchte ich Ihnen heute erzählen.

Es sind sechs verschiedene Punkte, und jeder hat einen eigenen Aspekt. Der erste Punkt heißt „Freunde“.

Sprüche 17,17:
„Ein Freund liebt zu jeder Zeit …“

Wäre mein Vater Ihr Freund gewesen, hätte er zu Ihnen gehalten. Ob in Höhen oder Tiefen, guten oder schlechten Zeiten – wenn er der Freund von jemandem war, dann blieb er das. Er war ein Freund fürs Leben.

In Sprüche 18,24 steht:
„Freunde kommen und gehen, aber ein wahrer Freund hält zu dir wie ein Familienmitglied.“

Die meisten Übersetzungen sagen hier, ein echter Freund hält zu dir wie ein Bruder.

Mein Vater sagte oft zu mir: „Du hast Glück, wenn du zwei oder drei gute Freunde im Leben findest. Du wirst viele Bekannte haben, aber nur sehr, sehr wenige wirklich gute, enge Freunde.“ Ich habe festgestellt, dass es das ziemlich genau trifft. Zu meinem engsten Kreis gehören für mich Menschen, die mich nicht als hoffnungslos abstempeln, wenn ich mich zum Narren mache, und bei denen ich ich selbst sein kann. Wenn Sie solche echten Freunde haben, sollten Sie dankbar sein.

Der zweite Punkt ist: Hören Sie nie auf zu lernen, Ihre Gaben zu entwickeln, Neues zu entdecken und zu wachsen.

In Sprüche 1,5 steht:
„Der Weise höre und mehre die Kenntnis, und der Verständige erwerbe weisen Rat.“

Mein Vater blieb immer ein Lernender. Er lernte stets dazu. Er wollte immer weiter wachsen – nicht nur geistlich, sondern auch im Leben. Er lernte immer irgendetwas. Er las immer etwas oder entdeckte etwas Neues. Er las alles, was er über die Religion und Kultur der indigenen Bevölkerung finden konnte und lernte sogar wichtige Sätze in einem Dutzend verschiedener indigener Sprachen auswendig. Er sprach ganz passabel Französisch. Er konnte mit jedem auf Französisch ein einfaches Gespräch führen. Er war Zahnarzt. Er liebte die Natur. Er beschäftigte sich mit der Herkunft von Wörtern und Ausdrücken. Er malte. Er verfolgte verschiedene Interessen. Er entdeckte und trainierte die Gaben, die Gott ihm gegeben hatte. Was wir daraus lernen können, ist: Hören Sie nie auf, zu lernen, zu wachsen und Neues zu entdecken. In Ihnen stecken viele Schätze, aber sie müssen rauskommen.

Jeder von uns ist nicht nur eine vielschichtige Person, sondern hat auch viele Dimensionen. Gott hat in jeden von uns so viel hineingelegt. Es wäre eine Schande, zu leben und zu sterben, ohne diese Dinge in seinem Inneren zu entdecken und weiterzuentwickeln. Hören Sie nie auf zu lernen. Probieren Sie Neues aus. In Ihnen steckt so vieles! Entdecken Sie diese Dinge zu Ihrer Freude und Ihrem Nutzen, aber auch zum Nutzen für andere. Andere brauchen das, was Gott in Sie hineingelegt hat. Er hat es nicht dazu geschaffen, dass es einfach schlummert. Er möchte, dass Sie es anzapfen, weiterentwickeln, lernen, wachsen und ausbauen.

Unser dritter Punkt ist: Nehmen Sie sich Zeit für sich. In Markus 6,31 sagt Jesus zu seinen Jüngern:

„Kommt, ihr selbst allein, an einen öden Ort und ruht ein wenig aus! Denn diejenigen, die kamen und gingen, waren viele, und sie fanden nicht einmal Zeit, um zu essen.“

Über diesen Punkt hat mein Vater am meisten mit mir geredet. Er hat es mir auch vorgelebt. Als Zahnarzt hatte er einen anstrengenden Beruf. Viele Leute dachten wohl aufgrund seiner Art, sie könnten jederzeit zu ihm kommen. Manche Leute kennen auch einfach keine Grenzen. Es gab Leute – und das kam regelmäßig vor – die zu unserem Haus kamen. Ich spielte im Vorgarten. „Ist dein Vater da?“ – „Ja.“ Sie gingen zur Tür und klopften: „Herr Doktor, ich habe das-und-das Problem. Könnten Sie sich meine Zähne anschauen?“ Die Leute kamen tatsächlich zu unserem Haus! Sie fanden heraus, wo wir wohnten. Und sie riefen ständig bei uns zu Hause an. Ich bekam immerzu Ärger, wenn ich ans Telefon ging und sagte: „Ja, er ist da.“ Wenn er dann ans Telefon kam, sah man schon, wie er rauchte. „Ich will gerade meine Ruhe haben!“ Seine Arbeit als Zahnarzt war also recht anstrengend.

Deswegen ging er in seiner Freizeit oft wandern und zelten. Als Kind ging ich jedes Wochenende mit. Wir fuhren in die nahen Berge und verbrachten ein paar Tage dort. Später fuhren wir ins Hochgebirge und waren eine oder eineinhalb Wochen unterwegs. Dann stürzte ich als Teenager mit Drogen und allem möglichen anderen ab und Papa konnte nicht mehr auf mich als Wandergefährten zählen. Also suchte er sich Freunde, die mitkamen. Wenn niemand mitkam, ging er allein. Er verbrachte allein eine Woche im Hinterland, angelte, wanderte und erkundete die Gegend. Und er sagte immer zu mir: „Du musst dir solche Zeiten für dich nehmen.“

Ich finde es wichtig, zu beten und in der Bibel zu lesen. Unbedingt. Aber wir sind auch emotionale Wesen und brauchen Dinge, bei denen wir emotional auftanken können. Ich spiele gern Golf und ich bin gern auf dem Meer. Ich angle gern. Und ich springe auch gern ins Wasser und fische mit dem Speer. Es ist körperlich sehr anstrengend, aber es tut meiner Seele gut.

In 1. Timotheus 6,17 heißt es, dass Gott uns alles reichlich gibt zu unserem Genuss. Was genießen Sie? Wie tanken Sie emotional auf? Ich finde nicht, dass es Luxus ist, diese Dinge zu tun. Ich finde es notwendig. Ich tue es, weil ich die beste Version von mir für meine Frau, meine Familie und für Sie als Kirche sein kann, wenn mein Leben ausgeglichen ist. Ich arbeite hart. Ich bete und lese viel und ich versuche, mit Herz und Seele zu predigen. Aber ich muss mich auch erholen. Das ist wichtig für mich. Und genauso wichtig ist das auch für Sie.

Vor Jahren hatte ich das Privileg, einen Prediger namens Oral Roberts zum Freund zu haben. Wir spielten oft zusammen Golf. Er lebte hier in Südkalifornien. Oft rief er mich an und fragte: „Bayless, hast du Zeit? Kommst du Golf spielen?“ Und ich sagte: „Ja.“ Oder ich rief ihn an. Wir spielten viel Golf. Manchmal nahm ich Harrison mit. Aber oft waren Oral und ich einfach zu zweit.

Eines Tages spielten wir zusammen Golf und ich fragte: „Oral, du bist seit 50 Jahren im Dienst. Ich bin noch ziemlich neu. Was ist der beste Rat, den du mir als jungem Prediger geben würdest?“ Ich wusste, dass er etwas Wertvolles sagen würde. Seine Antwort war: „Tja, Bayless, du hast einen recht guten Schlag. Ich würde dir vorschlagen, Stunden zu nehmen und einem Golfclub beizutreten, was es dich auch kosten mag.“ Er schaute mich an und sagte: „Golf ist das Einzige, das mich am Leben gehalten hat.“ Dann wandte er sich wieder seinem Schlag zu. Ich dachte: „Ernsthaft? Das ist das Beste, das du mir zu sagen hast?“ Ich legte es beiseite und dachte: „Ich hatte etwas anderes erwartet.“

Etwa drei Monate später – vielleicht auch weniger – war ich in Australien und predigte auf einer landesweiten Konferenz eines großen pfingstlichen Gemeindeverbands. Sie fanden heraus, dass ich gern Golf spielte. Also schickten sie mich mit einem älteren Herrn namens Leo los. Er war einer der Gründer der Pfingstbewegung in Australien und bei ihnen eine Art Legende. Wir gingen also Golf spielen und gingen über den Golfplatz. Da erzählte mir Leo eine Geschichte. Er sagte: „Weißt du, Bayless, am Anfang waren wir sehr gesetzlich. Jungen durften keine kurzen Hosen tragen, ganz gleich, wie heiß es war. Man durfte nur geschlechtergetrennt schwimmen gehen; Jungen und Mädchen durften nicht gleichzeitig im Schwimmbecken sein. Frauen durften sich nicht die Haare abschneiden. Jungen durften keinen Sport treiben. Uns wurde gesagt, dass es eine Sünde war, Sport zu treiben. Also mussten wir uns davon fernhalten.“

Er sagte: „Als junger Prediger bekam ich ziemlich ernste körperliche Symptome. Ich ging also zum Arzt.“ Nachdem der Arzt mich untersucht hatte, sagte er: „Leo, grundsätzlich ist bei Ihnen alles in Ordnung, aber Sie bauen gesundheitlich ab. Ich sage Ihnen, warum. Haben Sie ein Ventil?“ Er sagte: „Was meinen Sie damit?“ Der Arzt sagte: „Was ist Ihr Hobby?“ Er sagte: „Ich lese in der Bibel.“ Der Arzt sagte: „Das ist gut, dass Sie in der Bibel lesen. Aber Sie brauchen ein Hobby.“ Er erwiderte: „Nein. Ich lese in der Bibel und bete.“ Der Arzt sagte: „Tun Sie das weiterhin. Aber Sie tragen all den Stress vom Leben und von der Arbeit mit sich herum. Wenn Sie kein Hobby als Ventil dafür finden, werden Sie jung sterben, weil all dies durch Stress ausgelöst wird.“ Leo schaute mich an und sagte: „Und dann, Bayless, tat ich etwas absolut Skandalöses. Ich fing an, Golf zu spielen.“ Er sagte, es habe viel Gerede und Anfeindungen im Gemeindeverband gegeben. Er sagte: „Ich musste viel Kritik deswegen einstecken. Aber ich würde nicht früh sterben.“ Und dann drehte er sich mitten auf dem Fairway um, schaute mich an und sagte: „Bayless, Golf ist das Einzige, das mich am Leben gehalten hat.“ Ich dachte: „Das habe ich doch vor Kurzem schon einmal gehört.“

Und dann erinnerte ich mich an ein Erlebnis an der Bibelschule, als ein Missionar aus Borneo zu uns kam. Für mich war das eine der entferntesten Ecken der Erde. Und so saß ich an der vordersten Stuhlkante und dachte: „Erzähl uns von den Menschen! Erzähl uns von Opfern!“ Aber er sagte als Erstes: „Ich bin schon lange in der Mission, und ich möchte euch sagen: Wenn ihr es als Missionar schaffen wollt, braucht ihr ein Hobby.“ Er sagte: „Ich suche nach Strandgut. Ich sammle Muscheln.“ Und ich dachte: „Das soll ein echter Missionar sein?“ Ich nahm ihn fast nicht mehr ernst. Aber später, nachdem ich erst von Oral und dann von Leo etwas Ähnliches gehört hatte, fing ich an zu begreifen. Ich betrachte diese Zeiten für mich nicht als Luxus, sondern als Notwendigkeit. Ich achte übrigens auch darauf, dass meine Frau Zeit mit ihren Freundinnen verbringen und Dinge tun kann, die sie gern tut. Und ich achte darauf, dass ich mit ihr Zeit verbringe. Es geht dabei also nicht nur um mich. Ich möchte mein Bestes geben, aber ich möchte auch, dass meine Frau die beste Version ihrer selbst ist. Ich sorge also dafür, dass sie ebenfalls Zeit für sich hat. Nehmen Sie sich Zeit für sich.

Der vierte Punkt ist Ehrlichkeit und Integrität.

Mein Vater sagte immer zu mir: „Sohn, versprich nie zu schnell etwas. Aber wenn du es tust, dann musst du es halten, und wenn es dich das Leben kostet.“

Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Vater je ein Versprechen gebrochen hätte. Er brach nie sein Wort.

In Psalm 15,1 lesen wir diese Fragen:

„Herr, wer darf in deinem Zelt weilen? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg?“

Einen Teil der Antworten finden wir in Psalm 15,4:

„der … seine Versprechen hält, auch wenn es ihm schadet.“

Sein Wort zu halten ist der Schlüssel zu einem guten Namen.

In Sprüche 22,1 steht:
„Ein guter Name ist vorzüglicher als großer Reichtum …“

Vor vielen Jahren kaufte ich meiner Tochter einen gebrauchten Jeep, an dem ein paar Reparaturen nötig waren. Also fragte ich einen Freund, ob er mir einen Mechaniker empfehlen könnte. Er sagte: „Ja, ich kenne einen. Er kommt sogar zu dir nach Hause. Er ist ehrlich und macht einen guten Preis.“ Ich sagte: „Okay,“ rief diesen Mann an und er kam zu uns nach Hause. Der Jeep stand in der Einfahrt. Der Mann machte die Motorhaube auf und sagte: „Ah, da ist das Problem. Ich fahre zum Laden und bin in 15 Minuten wieder da. Wenn ich die Ersatzteile bekomme, bezahlen Sie mir die und 80 Dollar für die Arbeit. Dauert ungefähr eine halbe Stunde.“ Ich sagte: „Okay.“ Also fuhr er los, besorgte die Ersatzteile und kam wieder. Aber nachdem er angefangen hatte, merkte er, dass noch mehr repariert werden musste. Er klopfte also wieder an die Tür und sagte: „Ich habe gemerkt, dass es mehr zu tun gibt, als ich dachte. Ich brauche noch ein anderes Teil. Würden Sie es für mich besorgen?“ Er sagte mir, was er brauchte. Ich schrieb es auf und besorgte es. Es kostete um die 25 Dollar. Ich kam mit dem Teil zurück und er arbeitete dreieinhalb Stunden an dem Auto, bis es wieder lief. Als er fertig war, sagte ich: „Wie viel schulde ich Ihnen?“ Er sagte: „80 Dollar.“ Ich sagte: „Aber das haben Sie gesagt, als Sie dachten, dass es weniger zu tun gäbe. Sie haben nicht nur eine halbe Stunde daran gearbeitet, sondern über drei. Was schulde ich Ihnen also?“ Da wurde er wütend und sagte: „Ich weiß, dass es länger gedauert hat. Aber ich habe Ihnen mein Wort gegeben und gesagt, es kostet 80 Dollar. Also kostet es 80 Dollar und fertig.“ Ich sagte: „In Ordnung“ und bezahlte die 80 Dollar. Aber sehen Sie, wahrscheinlich habe ich ihm durch meine Empfehlungen das Fünfzigfache davon an Arbeit vermittelt. Immer, wenn jemand nach einem Mechaniker fragte, empfahl ich diesen Mann. Es ist viele Jahre her. Ich weiß nicht einmal mehr, ob er noch lebt. Er war schon damals älter. Aber sein Wort war ihm wichtig. Deswegen machte ich gern Geschäfte mit ihm und empfahl ihn an andere weiter.

Geben Sie nicht zu schnell Ihr Wort, aber wenn, dann halten Sie es, und wenn es Sie das Leben kostet.

Der fünfte Punkt ist: Verlieren Sie nie Ihren Humor. Wenn Sie meinen Vater kannten, wissen Sie, dass er viel Humor hatte. Ganz gleich, wie die Situation aussah – er hatte immer einen passenden Witz auf Lager. Er war nie um einen Witz verlegen. Meistens gehörte eine ausgeklügelte Geschichte dazu. Ich habe keine Ahnung, woher er diese ganzen Witze kannte.

In Sprüche 17,22 steht:
„Ein fröhliches Herz bringt gute Besserung, aber ein niedergeschlagener Geist dörrt das Gebein aus.“

Um in schweren Zeiten den Glauben zu behalten, braucht man oft Humor.

Martin Luther sagte: „Wenn Gott keinen Humor hätte, würde ich nicht in den Himmel wollen.“

Ich habe öfter gehört, wie Leute fragten: „Wer ist der alte Mann draußen im Foyer, der unanständige Witze erzählt? Der ist ganz schön ungezogen!“ Und dann antwortete jemand: „Das ist der Vater vom Pastor.“ Es stimmt!

Einmal war ich am Flughafen und blieb mit sieben oder acht anderen im Aufzug stecken. Wir hingen zwischen den Stockwerken fest. Es gab ein kleines Telefon, aber das funktionierte nicht. Also warteten wir. Und es ist interessant. Ich beobachtete alle im Aufzug. Jeder reagierte anders. Ein paar bekamen sofort Panik. Sie redeten über Platzangst und wurden panisch. Ein paar wurden wütend: „Ich muss den-und-den Flug kriegen! Warum halten die hier ihre Aufzüge nicht in Ordnung?“ Andere trugen einen erstaunten Ausdruck im Gesicht, wie: „Das passiert mir doch nicht wirklich, oder?“ Andere wussten nicht, was sie tun sollten. Und wissen Sie, was ich tat? Ich fing an, Witze zu machen. Niemand fand sie lustig außer mir. Schließlich drückten ein anderer Mann und ich die Türen auf. Und weil wir buchstäblich zwischen zwei Stockwerken hingen, mussten wir alle aus dem Aufzug hieven, einschließlich einer Frau im Rollstuhl. Wir hoben alle hoch. Und dann krabbelten wir selbst auf dem Bauch hinaus. Danach dachte ich bei mir: „Ich werde schon wie mein Vater. Ich erzähle einem Haufen Fremder in einem Aufzug Witze.“ Denn genau das hätte mein Vater getan. Aber es macht mir eigentlich nichts aus, in dieser Hinsicht wie mein Vater zu sein. Das ist keine schlechte Sache.

Unser letzter Punkt ist Gegenseitigkeit. Genauer, das Gesetz der Gegenseitigkeit, demzufolge auch Ihnen Gutes geschehen wird, wenn Sie etwas Gutes tun. Mein Vater sagte es so: „Tu anderen Gutes. Es wird zu dir zurückkommen. Es kommt immer zurück.“

Ich erinnere mich an ein Erlebnis, das ich mit etwa 16 hatte. Ich ging zur Bank, um 30 Dollar von meinem Konto abzuheben. Als ich wieder draußen stand, merkte ich, dass zwei Zehn-Dollar-Scheine aneinander klebten. Die Kassiererin hatte mir 40 Dollar gegeben. Ich dachte, es wären 30. Sie dachte es auch. Aber zwei Noten klebten zusammen. Ich dachte: „Wow, 40 Dollar!“ Das war viel Geld, als ich 16 war. Ich sage Ihnen nicht, was ich damit gekauft hätte, aber es war damals viel Geld. Mit 40 Dollar konnte man so einige illegale Dinge kaufen. Aber ich erinnerte mich an die Worte meines Vaters. Also ging ich wieder in die Bank. Es hatte sich eine lange Schlange gebildet. Ich stellte mich ans Ende und wartete und wartete, bis ich wieder bei der Kassiererin ankam. Zwanzig Minuten später stand ich schließlich wieder vor ihr und sagte: „Ich habe vorhin 30 Dollar abgehoben. Aber zwei Zehn-Dollar-Scheine klebten zusammen. Sie haben mir 40 Dollar gegeben.“ Sie war unendlich dankbar. Sie sagte, sie hätte die zehn Dollar aus ihrer Geldbörse nehmen müssen, wenn am Ende ihre Bilanz nicht stimmte. „Danke,“ sagte sie. Und als ich es nächsten Tag meinem Vater erzählte, sagte auch er: „Gut gemacht.“ Es war eines der wenigen Male, dass er mich lobte. Er sagte: „Gut gemacht. Das wird zu dir zurückkommen.“ Wussten Sie, dass die Bibel das auch lehrt?

In Galater 6,7 steht:
„Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten.“

Jesus sagt es in Lukas 6,38 so:

„Gebt, und es wird euch gegeben werden“ – das ist der Faktor „Gott“ – „ein gutes, gedrücktes und gerütteltes und überlaufendes Maß …“

Gott wird Menschen dazu bringen, es Ihnen in den Schoß zu legen. Wenn Sie jemandem etwas Gutes tun, wird es zu Ihnen zurückkommen. Es gibt ein Gesetz, das Gott eingesetzt hat: Wenn Sie Gutes tun, auch wenn es für Sie nicht vorteilhaft ist, auch wenn der andere Ihnen nicht verspricht oder keine Möglichkeit hat, es Ihnen zurückzuzahlen, dann wird Gott dafür sorgen, dass es irgendwann zu Ihnen zurückkommt, und zwar um ein Mehrfaches.

Am Ende seines Lebens, als Papa nicht mehr laufen konnte, ging ich immer zu ihm und rasierte ihn, schnitt ihm die Fußnägel, wusch ihm die Haare und all diese Dinge. Und als ich eines Tages dort war und ihn gerade rasiert hatte, lag er im Bett und hatte einen weit entfernten Ausdruck im Gesicht. Ich fragte: „Papa, woran denkst du?“ Er sagte: „An die Ewigkeit.“ Ich fragte: „Woran genau?“ Und er sagte: „Dass sie immer weiter und weiter und weiter und weiter geht.“ Das wiederholte er immer wieder. Er sagte: „Sie geht immer weiter.“

Wir sind für die Ewigkeit geschaffen. In der Bibel steht, dass Gott die Ewigkeit in unser Herz gelegt hat. Dieses irdische Leben ist flüchtig. 70, 80, 90 Jahre, dann es ist vorbei. Und danach kommt die Ewigkeit. Dieses Leben ist eigentlich nur die Garderobe für die Ewigkeit. Wir müssen unseren Frieden mit Gott machen, solange wir die Chance dazu haben, denn das Leben ist so schnell vorbei.

Ich habe heute darüber gesprochen, was ich von meinem Vater gelernt habe. Ich vermisse ihn beständig. Ich denke viel an ihn. Gestern Abend habe ich mit alten Freunden zusammen gegessen und einer von ihnen brachte den Humor meines Vaters zur Sprache. Das war nicht ganz einfach für mich. Aber die gute Botschaft ist, dass ich meinen Vater wiedersehen werde. Er hat an Jesus Christus geglaubt und ich weiß, wo er ist. Er wird nicht zu mir zurückkommen. Aber wenn Jesus nicht vorher kommt, werde ich zu ihm gehen. Ich habe die Gewissheit, dass ich nicht nur bei meinem himmlischen Vater sein werde, sondern auch meinen irdischen Vater wiedersehe. Alle, die an Jesus glauben, haben die Hoffnung, dass sie ihre Lieben wiedersehen werden. Dieses Leben ist nur die Garderobe für die Ewigkeit. Es dauert einen Augenblick, und schon ist es vorbei. Wenn Sie Jesus Ihr Herz noch nicht geöffnet haben, dann tun Sie es noch heute. Sie werden es nicht bereuen.

Kommentare (0)

Hinterlasse einen Kommentar

Du bist nicht mit dem Internet verbunden.

Pin It on Pinterest

Share This

Ermutige deine Freunde

Teile diesen Beitrag in den sozialen Medien und segne deine Freunde.