Warum Großzügigkeit so wichtig ist 1/2

Bist du gerne großzügig oder fällt es dir eher schwer, deinen Mitmenschen mit Großzügigkeit zu begegnen? Lerne von Bayless Conley, wie durch dein Beten und dein Geben all deine Bedürfnisse überreich von Gott erfüllt werden können. Mach dich auf den Weg zu mehr Großzügigkeit!

Dies ist der erste Teil der Predigt, den zweiten Teil findest du hier …

Predigtmanuskript

Hallo! Im Neuen Testament gab es eine Gruppe von Menschen, die um Hilfe riefen: „Komm und hilf uns.“ Gott griff in ihr Leben ein. Etwas später treffen wir sie wieder, und da bitten sie Gott, dass er sie gebraucht, um anderen zu helfen. Von „Komm und hilf uns“ zu „Wir möchten anderen helfen.“ Wie kamen sie von dem einen Punkt zum anderen? Ich bin Bayless Conley, und die Antworten darauf finden wir in der Bibel.

 

Wir beten, dass Gott Sie segnet, dass er Ihr Herz berührt und dass Sie durch den Heiligen Geist Antworten bekommen – wo auch immer Sie gerade sind, in der Gegend, wo Sie leben, und in Ihrer speziellen Situation. Es wäre heute gut, wenn Sie gleich zu Beginn drei Bibelstellen aufschlagen. Wir werden zwischen diesen Texten hin und herspringen. Vielleicht können Sie ja mitlesen. Die Bibelstellen werden auch gleich eingeblendet. Die erste Stelle ist Apostelgeschichte 16, dann 2. Korinther Kapitel 8 und 9, und schließlich der Philipperbrief. Am meisten werden wir uns mit Philipper 4 beschäftigen. An allen drei Stellen, in Apostelgeschichte 16, in 2. Korinther 8 und 9 und im Philipperbrief, geht es um eine Kirche in Mazedonien, nämlich die Kirche in der Stadt Philippi. In Apostelgeschichte 16 wird erzählt, wie alles anfing. Im 2. Korintherbrief gebraucht der Apostel Paulus die Philipper als Beispiel, um die Korinther zu Großzügigkeit zu ermuntern. Und der Philipperbrief wurde natürlich an die Philipper geschrieben. Sie waren nicht die einzige Kirche in Mazedonien, aber die erste.

 

 

Apostelgeschichte16,6:

„Sie durchzogen aber Phrygien und die galatische Landschaft, nachdem sie von dem Heiligen Geist gehindert worden waren, das Wort in Asien zu reden; als sie aber in die Nähe von Mysien kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen, und der Geist Jesu erlaubte es ihnen nicht. Als sie aber an Mysien vorübergezogen waren, gingen sie nach Troas hinab. Und es zeigte sich dem Paulus in der Nacht eine Erscheinung: Ein mazedonischer Mann stand da und bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns! Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, suchten wir sogleich nach Mazedonien abzureisen, da wir schlossen, dass Gott uns gerufen habe, ihnen das Evangelium zu verkündigen.“

 

In dieser nächtlichen Vision rief ihnen ein Mann aus Mazedonien über das Meer hinweg zu und bat sie: „Kommt nach Mazedonien und helft uns!“ Sie wussten, dass es vom Herrn kam. Also beschlossen sie, hinzureisen und das Evangelium zu predigen und ihnen so zu helfen. Der Kern aller Probleme auf der Welt ist das menschliche Herz. Und der Einzige, der das menschliche Herz verändern kann, ist Jesus. Der Kern des Problems ist ein problematisches Herz. „Komm nach Mazedonien und hilf uns!“ Sie erkannten, dass der Herr sie gerufen hatte, um dort das Evangelium zu predigen. Und die erste Stadt, in die sie kamen und das Evangelium verkündeten, war die Stadt Philippi. Sie war nach Philipp von Mazedonien benannt, dem Vater von Alexander dem Großen. Und dort halfen sie einer sehr interessanten Gruppierung von Menschen. Sie kamen aus verschiedensten Umständen und Hintergründen. Die erste war eine reiche Frau namens Lydia. Lydia war eine Purpurverkäuferin aus der Stadt Thyatira in Kleinasien. Sie besaß ein einträgliches Geschäft, war weit gereist und hatte ein großes Haus und eine Schar Diener. Und doch war ihr Leben leer. Der Herr öffnete ihr Herz. Sie wurde gerettet und ließ sich taufen. Und Christus veränderte ihr Leben. Die nächste Gruppe, die gerettet wurde, war die Familie von Lydia –ihre Diener und ihre Angestellten. Sie wurden gerettet und ließen sich taufen. Diese Menschen führten ein recht normales Leben für diese Zeit ohne viel Drama. Ihre Bedürfnisse waren gedeckt. Sie waren nicht superreich. Sie waren nicht berühmt. Sie waren keine Gangster. Es waren einfach normale Menschen wie der Großteil der Menschen auf dieser Welt. Aber es waren Menschen, die Gott schätzt und für die Jesus gestorben ist. Und sie wurden alle gerettet. Als Nächstes bekehrte sich ein Sklavenmädchen. Sie wurde von ihren Besitzern missbraucht und ausgenutzt. Für sie war sie nicht mehr als ein Gegenstand. Und sie wusste, wie es war, von Dämonen übermannt zu werden. Der Apostel Paulus trieb den bösen Geist aus ihr heraus. Und wir glauben, dass auch dieses Sklavenmädchen, das von Dämonen befreit wurde, Teil der kleinen Glaubensgemeinschaft wurde. Ihre Besitzer merkten, dass sie ihre Einnahmequelle verloren hatten, weil sie die Zukunft nicht mehr voraussagen konnte wie damals, als der böse Geist ihr Leben noch unter Kontrolle hatte. Voller Wut zerrten sie Paulus und Silas auf den Marktplatz und erhoben vor den Behörden falsche Anklagen gegen sie. Paulus und Silas wurden ausgepeitscht und ins Gefängnis geworfen. Sie wurden ins dunkelste Verlies gebracht und in Ketten gelegt.

 

Und hier tritt der nächste Protagonist auf – der Gefängnisdirektor, ein ehemaliger römischer Soldat. Die bekamen in dieser Gesellschaft solche Jobs. Er war ein Mann, der so lange gelebt und so viele Schlachten erlebt hatte und bei so Und hier tritt der nächste Protagonist auf – der Gefängnisdirektor, ein ehemaliger römischer Soldat. Die bekamen in dieser Gesellschaft solche Jobs. Er war ein Mann, der so lange gelebt und so viele Schlachten erlebt hatte und bei so vielen römischen Kriegszügen dabei gewesen war, bei denen er so viel Tod und Gemetzel gesehen hatte, dass er gegen menschliches Leiden völlig immun war. Doch nun hatte er ein radikales Bekehrungserlebnis. Als nächstes wurde auch sein Haushalt gerettet, weil sie die Veränderung ihres Ehemanns und Vaters sahen. Es kommt oft vor, dass die Bekehrung eines Menschen einen Dominoeffekt hat und viele Familienmitglieder auch zu Gottes Reich hinzukommen. Der Apostel Paulus ging sogar hin und predigte für diese Familie, bevor er sich seine Wunden verbinden ließ. Überlegen Sie sich einmal, welche Veränderung in diesem Mann stattgefunden haben muss. Er war lieblos und hart. Er wusste, dass diese Männer ausgepeitscht und falsch angeklagt worden waren. Sie waren geschlagen worden. Sie bluteten. Sie waren öffentlich beleidigt worden. Und er legte sie im untersten Verlies in Ketten. Tat er etwas, um ihre Schmerzen zu lindern? Dachte er darüber nach? Nein, er ging einfach zu Bett. Es ließ ihn so unberührt, dass er einfach schlafen ging. So lieblos und hart war er geworden. Das Einzige, das ihn aufweckte, war ein Erdbeben. Doch dann wurde er gerettet. Und als Nächstes sehen wir diesen Mann, der so hart und den Bitten anderer gegenüber gleichgültig gewesen war, wie er die Wunden von Paulus und Silas wusch und verband. Er kümmerte sich um sie und lud sie in sein Haus ein, um mit seiner Familie zu essen. Ich sage Ihnen: Das Evangelium verändert Menschen.

 

Die kleine Kirche in Philippi wuchs. Sie war gut organisiert. Sie entwickelte sich. Im Philipperbrief werden die Diakone und Bischöfe der Kirche von Philippi angesprochen. Mehrere bekannte Kirchenvorsteher aus Philippi werden namentlich genannt. Die Kirche wuchs also, wie eine Kirche wachsen sollte. Die Personen, die ich gerade erwähnt habe, gehörten schon ganz am Anfang zu der neuen Kirche. Es waren diejenigen, für die der Mann in der Vision von Paulus gestanden hatte, der gesagt hatte: „Komm nach Mazedonien und hilf uns.“ Irgendwann verließen Paulus und Silas Philippi, gingen nach Thessaloniki und erlebten auch dort Bekehrungen. Sie gingen nach Beröa und erlebten Bekehrungen. Das sind alles Städte in Mazedonien. Danach gingen sie nach Athen und nach Korinth, predigten das Evangelium und gewannen immer neue Christen. Und nun habe ich eine Frage. Woher hatten sie das Geld dafür? Woher hatten sie das Geld für ihren Dienst in all diesen Städten? Es kam von dieser kleinen Gruppe Christen in Philippi, über die wir gerade gesprochen haben. All das war nur durch ihre Unterstützung möglich.

 

Philipper4,15-16:

„Ihr wisst aber auch, ihr Philipper, dass im Anfang des Evangeliums, als ich aus Mazedonien wegging, keine Gemeinde mich am gegenseitigen Geben und Empfangen beteiligt hat als nur ihr allein. Denn sogar schon, als ich in Thessalonich war, habt ihr mir nicht nur einmal, sondern zweimal für meinen Bedarf gesandt.“

 

Mit der Zeit kamen auch die anderen mazedonischen Kirchen an Bord und unterstützten Paulus. Aber am Anfang war es nur diese kleine Gruppe aus Philippi. In 2. Korinther 11 ab Vers 9 schreibt Paulus an die Korinther: „Und als ich bei euch war und Mangel litt, fiel ich niemand zur Last – denn meinem Mangel halfen die Brüder ab, die aus Mazedonien kamen –, und ich hielt mich in allem so, dass ich euch nicht zur Last fiel, und werde mich so halten.“ In Philipper 1,5 sagt Paulus Folgendes: „Denn ihr habt euch vom ersten Tag an bis heute gemeinsam mit mir für die gute Botschaft eingesetzt.“ Er sagt also zu dieser kleinen Kirche in Philippi: „Vom ersten Tag an, seit ihr das Evangelium gehört habt, seit dem Tag am Fluss, als Lydia gerettet wurde und ihr Haus geöffnet hat, seid ihr meine Partner. Ihr habt meine Arbeit unterstützt, um der Welt das Evangelium von Jesus Christus zu bringen.“ Zu dem Zeitpunkt, als er den Philippern diesen Brief schrieb, waren seit diesem ersten Tag zehn Jahre vergangen. Und er schrieb: „Vom ersten Tag an bis heute.“ Sie hatten das Werk Gottes also zehn Jahre lang immer wieder großzügig unterstützt. Ihre Unterstützung war sogar so kompromisslos, dass Paulus anderen von ihrer Haltung berichtete.

 

  1. Korinther 8,4:

Sie „… baten uns mit vielem Zureden um die Gnade und die Beteiligung am Dienst für die Heiligen.“

 

Die Philipper baten buchstäblich um das Privileg, den leidenden Gläubigen in einem anderen Teil der Welt zu helfen und für sie spenden zu können. Überlegen wir uns das einmal. Das sind die Menschen, für die der Mann in der Vision stand, der bat: „Komm und hilf uns.“ Und nun bitten sie: „Bitte lass uns anderen helfen.“ Was für eine Veränderung! Wie kamen sie von „Komm herüber und hilf uns“ zu „Bitte gebrauche uns, um anderen zu helfen“? Hilf uns, anderen zu helfen. Von „Ich brauche Hilfe“ zu „Jemand anderes braucht Hilfe, und ich habe die Antwort.“ Es ist in Ordnung, wenn Sie Hilfe brauchen. Aber Gott will Sie gebrauchen. Er will, dass jeder von uns sich dorthin entwickelt, dass wir nicht nur bitten, sondern sagen: „Gott, gebrauche mich, damit wir einander helfen.“ Wie kam es zu dieser Veränderung von „Bitte hilf uns“ zu „Bitte lass uns anderen helfen?“ Durch verschiedene Dinge. Erstens: Die Veränderung geschah, weil sie von dem Moment an, in dem sie Jesus annahmen, ganz dabei waren. Sie investierten nicht nur einen Tag der Woche; nein, sie waren mit ganzem Herzen und ihrem ganzen Leben dabei.

 

 

  1. Korinther8,5:

„Und nicht nur gespendet haben sie, wie wir es erhofft hatten, nein, sie haben sich selbst gegeben, zuerst dem Herrn und dann uns, durch den Willen Gottes.“

 

Sie gaben sich Gott, und dann führte Gott sie zurück zu der Arbeit, die er durch den Apostel Paulus tat. Sie gaben sich Gott, und dann führte Gott sie. Wenn unsere Herzen ganz und gar Gott gehören, dann gehören ihm auch unsere Schätze, unsere Zeit und unsere Talente. Immer. Wenn unsere Herzen ihm gehören, gehören ihm auch unsere Schätze. Dann gehören ihm auch unsere Talente und unsere Zeit. gaben sich Gott, und dann führte Gott sie. Wenn unsere Herzen ganz und gar Gott gehören, dann gehören ihm auch unsere Schätze, unsere Zeit und unsere Talente. Immer. Wenn unsere Herzen ihm gehören, gehören ihm auch unsere Schätze. Dann gehören ihm auch unsere Talente und unsere Zeit. Vor 21 Jahren predigte ich einmal in Wien. Die Kirche dort organisierte eine Veranstaltung an einem freien Abend. Viele Menschen kamen wegen unserer Sendung. Und als ich dazu einlud, nach vorn zu kommen und Jesus sein Leben zu geben, kamen etwa 30, 35 oder 40 Leute nach vorn. Und von zwei dieser Menschen erfuhr ich später die Geschichte. Eine war eine bekannte Opernsängerin. Sie war in Österreich sehr berühmt; eine ihrer besten Opernsängerinnen. Sie wurde an diesem Abend gerettet. Und eine andere Frau, die nach vorn kam und Jesus ihr Leben gab, war eine Prostituierte. Sie war mit der Straßenbahn unterwegs gewesen. Direkt vor der Kirche führt eine Straßenbahnlinie entlang. Die Straßenbahn hatte gerade in dem Moment vor der Kirche eine Panne, als der Gottesdienst anfing. Und die Frau hatte ihre zwei kleinen Kinder dabei. Also ging sie mit ihren Kindern in die Kirche, um zu fragen, ob sie dort auf Toilette gehen konnten. Sie entschied sich, zu bleiben. Sie kam nach vorn und bekehrte sich. Im Jahr darauf kam ich wieder nach Wien in diese Kirche. Und wer leitete den Lobpreis? Die Opernsängerin. Wer stand hinter meinem Büchertisch? Die ehemalige Prostituierte. Beide hatten dem Herrn ihr Herz gegeben. Und dann gaben sie dem Herrn, was sie hatten. Freund, das passiert, wenn Sie ganz dabei sind: Dann gehört alles ihm. Das Zweite, das die Veränderung bewirkte, ist eine besondere Gnade, die den Philippern geschenkt wurde. Ihnen wurde eine besondere Gnade geschenkt, als sie dem Herrn gehorchten und Paulus mit ihren Gaben unterstützten. Daraufhin kam eine besondere Gnade in ihr Leben.

 

  1. Korinther8,1ff:

„Wir tun euch aber, Brüder, die Gnade Gottes kund, die in den Gemeinden Mazedoniens gegeben worden ist“ – wir tun euch die Gnade kund, die den Gemeinden Mazedoniens gegeben wurde – „dass bei großer Bewährung in Bedrängnis sich der Überschwang ihrer Freude und ihre tiefe Armut als überreich erwiesen haben in dem Reichtum ihrer Aufrichtigkeit im Geben. Denn nach Vermögen, ich bezeuge es, und über Vermögen waren sie aus eigenem Antrieb willig und baten uns mit vielem Zureden um die Gnade und die Beteiligung am Dienst für die Heiligen.“

 

Gottes Gnade ist unter anderem das Wirken und der Einfluss seines Geistes auf unsere Herzen und unser Leben. Durch seine Gnade können wir erreichen, was wir allein nie erreicht hätten. Sie lässt Sie und mich über unsere Fähigkeiten hinauswachsen. In Vers 3 schreibt Paulus: „Nach Vermögen und über Vermögen.“ Er sagt hier: „Ihr sollt von dieser Gnade erfahren, die auf ihnen ruht. Durch sie konnten sie bis an die Grenzen ihrer Fähigkeiten gehen und noch darüber hinaus.“ Genau das bewirkt die Gnade Gottes. Und diese Gnade wurde ihnen nicht nur durch das allmächtige Wirken Gottes geschenkt. Sie bekamen durch ihre eigene Entscheidung Zugang dazu. Paulus ermutigt hier die Korinther, die gleiche Entscheidung zu treffen. Ich will Ihnen diese Verse vorlesen, in denen er sie dazu auffordert, diesem Gnadenwerk beizutreten, das sie bisher noch nicht erlebt haben. 2. Korinther 8, ab Vers 6: „… sodass wir Titus zugeredet haben, er möge bei euch ebenfalls dieses Gnadenwerk auch so vollenden, wie er es früher angefangen hatte. Aber so wie ihr in allem überreich seid: in Glauben und Wort und Erkenntnis und allem Eifer und der Liebe, die von uns in euch geweckt ist, so sollt ihr auch in diesem Gnadenwerk überströmend sein.“

 

Es geht um den Einfluss und das Wirken von Gottes Geist auf das Herz. Und das erlebt man nur, wenn man sich zur Großzügigkeit entscheidet. Denken wir darüber nach, was Paulus hier schreibt. Er sagt: „Ihr habt so viel Glauben. Ihr habt so viel Erkenntnis. Ihr habt so viel vom Wort. Ihr habt so viel Eifer und Liebe.“ In 1. Korinther 1,7 sagt er zu ihnen: „Euch fehlt es an keiner Gnadengabe. Alle Gaben des Heiligen Geistes sind in eurer Mitte am Werk.“ Überlegen wir uns das einmal. Sie hatten Glauben, gute Predigten, viel Wissen über das Wort und die Gaben des Heiligen Geistes – aber das Wirken dieser besonderen Gnade hatten sie noch nicht erlebt. Es gibt Gläubige, die ein großes Wissen über das Wort Gottes haben. Sie erleben, wie die Gaben des Heiligen Geistes in ihrem Leben wirken. Sie haben einen großen Glauben. Aber irgendwie fehlt ihnen dieses tiefe, bleibende Wissen um Gottes Gegenwart und das Staunen über seine Gnade. Der Grund dafür ist, dass sie nicht auf Gottes Stimme hören, die sie dazu auffordert, großzügig oder sogar aufopfernd zu sein.

 

Was hat den Philippern ihre radikale Großzügigkeit gebracht? Erstens: Sie brachte Frucht, die ihnen zugerechnet wurde. Ich lese Ihnen Philipper 4 ab Vers 15 vor. Da schreibt Paulus: „Ihr wisst aber auch, ihr Philipper, dass im Anfang des Evangeliums, als ich aus Mazedonien wegging, keine Gemeinde mich am gegenseitigen Geben und Empfangen beteiligt hat als nur ihr allein. Denn sogar schon, als ich in Thessalonich war, habt ihr mir nicht nur einmal, sondern zweimal für meinen Bedarf gesandt. Nicht, dass ich die Gabe suche, sondern ich suche die Frucht, die sich zugunsten eurer Rechnung mehrt.“ In Johannes 4 strömen die Menschenmassen aus der Stadt Samaria heraus und glaubten an Jesus. Und Jesus bezeichnet sie als die Frucht, die zur Ernte reif ist. In Jakobus 5,7 geht es um all die Menschen auf der Welt, die nicht gerettet sind und die Jesus kennenlernen müssen. Diese Menschen werden „die Frucht der Erde“ genannt. Und Paulus schreibt hier den Mazedoniern: „Durch eure Großzügigkeit gibt es Frucht, und sie wird euch zugerechnet.“ Wenn ich in den Himmel komme, will ich eine bestimmte Gruppe Menschen finden. Ich weiß nicht einmal, ob sie noch leben. Ich habe sie nie getroffen. Ich weiß nicht, wie sie heißen. Aber sie haben dafür gespendet, dass es die kleine Straßenmission in Medford, Oregon, lange genug gab, damit ich gerettet werden konnte. Dort habe ich Gott kennengelernt, als ich alkohol- und drogenabhängig war und in meinem Kopf so viel Lärm war. Ich wurde gerettet, weil jemand gebetet hat und weil jemand dafür gespendet hat, dass diese Kirche offenblieb. Ich werde also im Himmel zu ihnen gehen. Vielleicht fragen sie dann: „Wer bist du denn?“ Und ich werde zu ihnen sagen: „Ich wurde gerettet. Gott hat zu mir gesprochen. Er hat in meinem Leben etwas Übernatürliches vollbracht und mich vollkommen verändert. Er hat mich gerettet, weil ihr gespendet habt. Ich bin die Frucht, die euch zugerechnet wird.“ Und noch viel überraschter werden sie sein, wenn ein großer Maorimann zu ihnen kommt, sie umarmt und „Danke“ sagt.

 

 

Ich hatte einen alten Freund namens George Stormont. Er war Engländer. Er war viele Jahre lang in England Pastor und danach viele Jahre in Duluth, Minnesota. Ich lud ihn oft ein, in unserer Kirche zu predigen. Dann verbrachten wir immer auch als Familie Zeit miteinander. Er liebte meine Kinder. Er schrieb ihnen ganz besondere Briefe. Er war einfach ein riesengroßer Segen für uns. George ist nun schon seit vielen Jahren im Himmel. Aber ich weiß noch, dass wir einmal Zeit miteinander verbrachten und er sagte: „Weißt du, Bayless, die größte Tragödie in der Kirche, das größte Problem in der Kirche, ist unverdaute Theologie.“ Ich habe in den fünfundzwanzig Jahren, seitdem er das gesagt hat, viel darüber nachgedacht. Und ich glaube, dass es stimmt. Wir wachsen nur, indem wir das Wort Gottes wie Nahrung in uns aufnehmen. Das ist Gottes Wunsch für jedes einzelne seiner Kinder. Sein Wunsch für uns ist nicht der Himmel, sondern unser Wachstum. Sein Wunsch ist, dass wir reif werden. Er will, dass wir in allen Bereichen auf ihn zu wachsen. Und ohne sein Wort können wir nicht wachsen. „Verlangt nach der vernünftigen Milch des Wortes, damit ihr durch sie heranwachst,“ heißt es in der Bibel. Aber wir müssen es auch verdauen. Es geht nicht nur darum, die Bibel zu lesen und sie im Kopf zu haben, sondern darum, sie zu verdauen, so dass sie vom Kopf ins Herz rutscht. Und das passiert nur durch Meditieren. Gott sagte zu Josua: „Meditiere Tag und Nacht über meinem Wort, dann wirst du Erfolg haben.“ Das Wort „meditieren“ bedeutet „nachdenken“, „nachsinnen“ oder wörtlich „immer wieder vor sich hinmurmeln“. Lesen Sie also nicht einfach die Bibel in einem Jahr durch. Lesen Sie eine Stelle immer und immer wieder. Denken Sie darüber nach. Nehmen Sie sich Zeit, sie zu verdauen. Dann werden Sie wachsen.

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