So bekommt dein Glaube wieder Schwung

Hat dein Glaube an Schwung verloren? Fühlst du dich ungeistlich und müde? Die gute Nachricht ist: Gott ist ein Gott der Wiederherstellung. In dieser Sendung erfährst du, wie du wieder kraftvoll und zielgerichtet in seiner Gegenwart leben kannst.

Predigtmanuskript

Sie müssen dorthin zurückkehren, wenn Ihr Glaube wieder Schwung gewinnen soll. Das ist vielleicht schmerzhaft, aber ich habe gute Nachrichten: Jesus geht mit. Sie müssen nicht allein gehen.
Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Ihr geistliches Leben nachgelassen hat, dass Sie keine echten Fortschritte machen? Sie haben irgendwie Ihren Schwung verloren. Das Problem reicht bis in die geistliche Dimension, wo Sie Fortschritte machen und Gebete erhört werden. Heute soll es darum gehen, wie man seinen geistlichen Schwung zurückgewinnen kann, wenn man ihn verloren hat. Nehmen Sie Ihre Bibel zur Hand; es gibt Hilfe!
Wir werden eine kurze Geschichte über die Söhne der Propheten lesen. Sie waren Studenten oder Schüler der Propheten, die in den Dingen Gottes unterrichtet wurden: in Gottes Gesetz, in der Geschichte von Gottes Volk und in den Dingen, die den Geist Gottes betreffen. Seit der Zeit von Samuel gab es mehrere „Ausbildungszentren“, gewissermaßen Prophetenschulen. Unter dem Propheten Elia gab es mehrere Schulen, die er leitete, in Gilgal und Bethel und Jericho und vielleicht noch an anderen Orten. Und dann, nach Elia, kam der Prophet Elisa. Er wurde Elias Nachfolger und übernahm ebenfalls die Leitung der Prophetenschulen. Und unter Elisas Dienst wuchsen diese Prophetenschulen, sie erlebten eine Blütezeit und entwickelten sich weiter, wie wir noch sehen werden. Wir lesen den Bibeltext in 2. Könige 6 ab Vers 1:
2. Könige 6:1-7
„Und die Söhne der Propheten sagten zu Elisa: Sieh doch, der Raum, wo wir vor dir wohnen, ist zu eng für uns. Lass uns doch an den Jordan gehen und von dort jeder einen Balken holen und uns hier einen Ort herrichten, um dort zu wohnen! Und er sagte: Geht hin! Und einer sagte: Tu uns den Gefallen und geh mit deinen Knechten! Und er sagte: Ich will mitgehen. So ging er mit ihnen. Und sie kamen an den Jordan und hieben die Bäume um. Es geschah aber, als einer einen Balken fällte, da fiel das Eisen ins Wasser. Und er schrie auf und sagte: Ach, mein Herr! Und dabei ist es doch geliehen! Der Mann Gottes aber sagte: Wohin ist es gefallen? Und er zeigte ihm die Stelle. Da schnitt er ein Stück Holz ab und warf es hinein und brachte das Eisen zum Schwimmen. Und er sagte: Hole es dir heraus! Da streckte er seine Hand aus und nahm es.“
Diese Gruppe war für ihr gegenwärtiges Haus zu groß geworden und sie mussten expandieren. Und mitten in diesem Wachstum, mitten in diesem Fortschritt für Gottes Reich, bekam ein Mann ein interessantes Problem. Er verlor sozusagen seinen Schneid. Ich möchte heute darüber reden, wie man seine „geistliche Schärfe“ zurückgewinnen kann, weil ich weiß, dass es eeinige hier gibt, denen es genauso geht.
Wenn Sie auf die letzten Monate oder sogar Jahre zurückschauen, denken Sie vielleicht: „Ja, bei mir gab es geistliches Wachstum. Ich war begeistert von dem, was Gott tat und über meine eigenen Fortschritte.“ Doch können Sie das immer noch sagen, wenn Sie heute einen ehrlichen Blick auf Ihr Leben werfen? Gehen Sie immer noch vorwärts? Lernen Sie Gott immer noch besser kennen? Lieben Sie Jesus immer noch so sehr? Interessiert Sie immer noch, wie es der Gemeinde geht und was der Heilige Geist tut? Hat Gottes Wort noch Einfluss auf Ihr Leben? Oder haben Sie Ihren Schwung verloren, Ihre geistliche Schärfe, die sich eine Schneise durch die geistliche Dimension schlägt? Ist Ihr Herz noch empfänglich, sodass Sie in geistlichen Dingen vorankommen?
In Matthäus 13 sprach Jesus von Menschen, die hörten, aber nicht verstanden; die sahen; aber nicht wahrnahmen. Der Grund dafür, sagte Jesus, lag darin, dass ihr Herz abgestumpft war. Sie waren geistlich abgestumpft. Wenn Sie also nicht mehr das Flüstern des Heiligen Geistes hören und es Ihnen schwerfällt, Gottes Handeln in Ihrem Leben zu erkennen, ist es an der Zeit, dass Sie neue geistliche Schärfe gewinnen.
Ein anderes Anzeichen dafür, dass Sie Ihren geistlichen Schneid verloren haben, ist, dass Sie nicht mehr so nützlich für Gott sind wie früher. In Offenbarung 14 haben wir ein Bild, wie Jesus Christus auf einer weißen Wolke sitzt, mit einer goldenen Krone auf dem Kopf und einer scharfen Sichel in der Hand. Und ein Engel ruft ihm aus dem Tempel zu: „Nimm deine Sichel und ernte! Denn die Ernte der Erde ist reif.“ Und Jesus nahm diese scharfe Sichel und erntete die Erde ab. Die Ernte der Erde ist die Menschheit. Es sind bisher verlorene Seelen, die in Gottes Reich gebracht werden Doch die scharfe Sichel ist die Gemeinde. Das ist das Werkzeug, das Jesus benutzt, um Menschen in Sein Königreich zu bringen, um die Ernte einzubringen. Gott hat keinen Plan B. Sein einziger Plan ist die Gemeinde.
Aber mit einer stumpfen Sichel kann man nicht ernten. Das Schlüsselwort ist „scharf“. Jesus gebraucht Menschen. Er gebraucht die Gemeinde, um die verlorene Menschheit zu erreichen und zu retten. Doch wenn wir unsere Schärfe verlieren, verlieren wir auch unsere Wirksamkeit. Wenn wir aber geistlich scharf sind, wenn unsere Worte, unser Lebensstil, unser Handeln, unsere Einstellung stimmen, dann durchdringt das die Herzen der Menschen wie ein scharfer Pflug, der Furchen zieht, damit der Same des Evangeliums aufgehen und wachsen kann. So kann Gott uns gebrauchen, um Menschen zu Seinem Königreich hinzuziehen und hineinzuholen. Die große Frage ist: Wenn man seine geistliche Schärfe verloren hat, wie kann man sie zurückgewinnen? Ich möchte auf sieben ganz kurze Gedanken aus dieser Geschichte aus
2. Könige 6 eingehen, die Ihnen hoffentlich helfen können. Erstens: Wenn Sie geistlich abgestumpft sind, verurteilen Sie sich nicht selbst, aber übernehmen Sie Verantwortung dafür. Niemand, kein Einziger von uns, ist gegen diese Abstumpfung gefeit. Mir ist es schon einige Male passiert. Und ich kenne viele gute Frauen und Männer, die ebenfalls ihren geistlichen Schneid verloren haben. Aber sagen Sie dann nicht: „Ich bin so ein Versager! Gott muss so enttäuscht von mir sein!“ So redet nur der Teufel; lassen Sie sich nicht darauf ein. Wiederholen Sie nicht seine Worte. Das wird Ihnen nicht helfen, sondern alles nur noch schlimmer machen. Also verurteilen Sie sich nicht selbst, aber übernehmen Sie Verantwortung für die Dinge, für die Sie Verantwortung tragen.
Der Mann, der seinen Axtkopf verloren hatte, war nicht der Einzige, der Holz fällte. Wenn Sie in 2. Könige 2 nachlesen, heißt es dort, dass es nicht weniger als 50 Prophetensöhne am Jordan gab und sie alle fällten Bäume für Balken für das neue Haus. Doch von ihren Äxten ging keine kaputt, sondern nur bei diesem einen Mann. So oder so war er verantwortlich dafür, dass er sein Schneidwerkzeug verloren hatte. Vielleicht lag es an der Art und Weise, wie er Holz fällte. Menschen, die an solche Arbeiten nicht gewöhnt sind, können ziemlich gefährlich sein und über die Stränge schlagen, wenn man ihnen eine Axt in die Hand gibt. Ich habe in meinem Leben schon viel Holz gehackt, ich weiß gar nicht mehr, wieviel. Dort, wo ich früher jahrelang wohnte, war ein gusseiserner Holzofen die einzige Heizung, also hackte ich Holz dafür. Aber ich habe einige Menschen erlebt, die keine Ahnung vom Holzhacken hatten und in ihrer Nähe riskierte man dann Kopf und Kragen.
Das erinnert mich an einen Witz. Ein Großvater und sein Enkel waren eines Tages in der Garage und bauten etwas zusammen. Während sie so herumhämmerten, sagte der Großvater: „Du hämmerst ja wie der Blitz!“ Der kleine Junge fühlte sich geschmeichelt und sagte: „Wirklich, Opa?“ „Ja; du triffst nie zweimal die gleiche Stelle.“ Vielleicht hatte der Mann ja das gleiche Problem. Aber wahrscheinlich lag es mehr an seiner Nachlässigkeit. Der Axtkopf saß lose auf dem Schaft und er befestigte ihn nicht richtig. Hier habe ich einen Axtschaft, ein gutes Stück Hickory-Holz. Wenn man so einen Schaft aussucht, muss man darauf achten, dass die Fasern alle in die gleiche Richtung verlaufen und dass das Holz richtig ausgehärtet, richtig trocken ist. Wenn es dann richtig trocken ist, nimmt man den Axtkopf – man muss den Schaft meist noch ein bisschen zurechtschnitzen, damit der Kopf richtig fest sitzt. Und wenn er dann auf dem Schaft sitzt, gibt es kleine Metallkeile, die man hier einsetzt und die das Holz dehnen, damit es straff sitzt. Doch selbst dann lagert man die Axt nie an einem trockenen Ort. Man stellt sie nicht neben die Heizung oder neben den Kamin, weil sich sonst das Holz zusammenzieht und der Axtkopf sich lockert. Eine Axt gehört immer an einen möglichst feuchten Ort.
Ein Freund von mir hatte die Aufgabe, immer Holz für die ganze Familie zu hacken. Und wenn er wusste, dass am nächsten Tag wieder einmal viel Holz zu hacken war, dann nahm er die Axt – mit dem Axtkopf auf dem Schaft -, füllte einen Eimer mit Wasser und stellte die Axt über Nacht hinein. So quoll das Holz auf und er wusste, dass der Axtkopf sich nicht lösen würde. Doch der Mann in der Geschichte hatte das vernachlässigt; er hatte nicht getan, was er hätte tun sollen. Er hatte eine Verantwortung und es war sein Fehler, dass er sein Werkzeug verlor. Natürlich hätte er dem Mann die Schuld geben können, von dem er die Axt geborgt hatte. Doch sobald sie in seinem Besitz war, lag die Verantwortung bei ihm. Solange Sie jemand oder etwas anderem die Schuld zuschieben, werden Sie nie wiederbekommen, was Sie verloren haben.
Ein Freund von mir hatte eine unbeschreibliche Begabung; er war Leiter für Tausende von Menschen und leistete fantastische Arbeit. Aber es geschah etwas. Er verlor seinen Einfluss; er verlor seine Freude, dieses gewisse Etwas und alles brach zusammen. Eines Tages fragte ich ihn: „Was ist los mit dir?“ Und er sagte: „Ganz ehrlich, Bayless? Ich bin seit über einem Jahr geistlich ausgetrocknet. Ich habe meinen Schwung verloren; ich bin ausgebrannt.“ Ich fragte: „Was ist denn passiert?“ Und er schob die ganze Schuld einem anderen in die Schuhe: „Das liegt daran, dass XYZ mich so behandelt hat. Darum bin ich jetzt so.“ Er übernahm keine Verantwortung. Und meines Wissens hat er nie zurückbekommen, was er verloren hatte. Es wurde nur noch schlimmer. Jesus sagte einmal: „Niemand wird euch eure Freude nehmen.“ Wenn Sie Ihre Freude verloren haben, hat niemand sie Ihnen weggenommen, sondern Sie haben sie weggegeben. Der Apostel Paulus schrieb: „Gebt dem Teufel keinen Raum.“ Wenn der Teufel Raum in Ihrem Leben hat, hat er sich den nicht einfach genommen, sondern Sie haben ihm diesen Raum gegeben. Wenn Sie in Ihrem Glauben den Schwung verloren haben, ist kein anderer daran schuld. Übernehmen Sie die Verantwortung, ohne sich zu zermartern. Und wenn Sie abgestumpft sind, dann machen Sie nicht einfach so weiter.
Das ist das Zweite: Machen Sie nicht einfach so weiter. Als der Prophetensohn bemerkte, dass er seinen Axtkopf verloren hatte, tat er nicht weiter so, als würde er Holz fällen. In dem Moment, als er den Verlust bemerkte, rief er um Hilfe. Doch manche Menschen versuchen tage-, wochen-, monatelang, vielleicht sogar jahrelang, die Fassade aufrechtzuerhalten. Sie haben schon lange ihren geistlichen Schneid verloren und trotzdem… „Ich mache keine geistlichen Fortschritte mehr. Ich habe Gottes Stimme seit Jahren nicht gehört. Ich habe seit Jahren keinen neuen Gedanken gehabt. Die Arbeit in der Gemeinde ist so eine Plackerei. Gottes Wort hat keine Wirkung mehr auf mich. Aber wenigstens sehe ich gut aus. Keiner weiß etwas.“ Und sie machen einfach weiter, obwohl sie keine Fortschritte machen. Sie wahren nur noch den Schein. Tun Sie das nicht! Wenn Sie Ihren geistlichen Schwung verloren haben, bleiben Sie stehen. Machen Sie eine ehrliche Bestandsaufnahme von Ihrem Leben. Machen Sie nicht einfach so weiter wie bisher. Fragen Sie sich: „Wachse ich? Bringe ich Frucht? Liebe ich Jesus noch? Wächst diese Liebe? Wächst mein Glaube? Oder tue ich nur so?“ Hören Sie auf mit der Show! Und, offen gesagt, gibt es nur einen Ort, wohin Sie gehen können, wenn Sie neue geistliche Schärfe gewinnen wollen. Das ist der dritte Punkt: Sie müssen an den richtigen Ort gehen, wenn Sie neuen geistlichen Schwung brauchen. In unserer Geschichte wandte der Mann sich an den Propheten Gottes und sagte: „Ach Herr!“ Im Alten Testament war der Prophet Gottes „Sprachrohr“, Gottes Repräsentant. Unter dem Neuen Bund gehen wir direkt zu unserem Herrn Jesus Christus. Er allein kann zurückbringen, was wir verloren haben. Niemand sonst kann das.
Ich erinnere mich noch an eine Veranstaltung in Yucaipa, Kalifornien, vor etwa 33 oder 34 Jahren, die ich zu halten hatte. Die Veranstaltung ging über mehr als einen Monat. Eines Abends kam ein älteres Paar herein, es waren Bruder und Schwester. Beide waren Ende 80. Und sie kamen nach vorn und sagten: „Hier sind wir. Seit 40 Jahren suchen wir die Taufe im Heiligen Geist.“ Ich weiß noch, dass er ziemlich groß war und er erzählte mir: „Wir waren bei Oral Roberts, aber er hatte sie nicht; wir waren bei Kathryn Kuhlmann und sie hatte es nicht…“ Und er erwähnte noch drei andere prominente Pastoren und sagte: „Wir waren bei ihnen, aber sie hatten es nicht. Also sind wir hierher gekommen. Wir haben von dieser Veranstaltung gehört. Wir dachten, vielleicht haben Sie die Taufe im Heiligen Geist.“ Ich erwiderte: „Ich möchte Sie nicht enttäuschen, aber ich habe sie auch nicht. Aber ich kenne denjenigen, der sie hat. Jesus sagt in Johannes 7: ‚Wenn  jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies aber sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten.‘ Ich sagte: „Schauen Sie weg von den Menschen und hin auf Jesus.“ Keine fünf Minuten später standen diese alten wunderbaren Menschen vor dem Haus, hatten die Hände erhoben, waren vom Heiligen Geist erfüllt und redeten in anderen Sprachen. Sie mussten sich an die richtige Adresse wenden. Liebe Freunde, wenn Sie neuen geistlichen Schwung bekommen wollen, müssen Sie zu Jesus gehen. Schauen Sie weg von Menschen und hin auf Ihn.
Das bringt mich zu meinem vierten Punkt, zu der Frage. Herrlich. Der Mann Gottes fragte ihn: „Wohin ist es gefallen?“ Und er zeigte ihm die Stelle.
Einmal war ich mit meinem Freund Jeff Perry in Missouri angeln. Wir waren mit einem kleinen Motorboot auf einen kleinen See hinausgefahren. Und ich hatte ein wunderschönes neues Taschenmesser, ein ziemlich großes, was man einfach mit einer Hand aufklappen konnte. Und ich war ein bisschen unvorsichtig. Ich wollte die Angelsehne durchschneiden, liess das Messer aufschnappen – und es rutschte mir aus der Hand und in den See. Im Wasser gab es keine gute Sicht, aber ich sprang trotzdem hinterher. Ich wollte das Messer nicht verlieren. Ich tauchte die drei Meter tief und der Grund war ziemlich schlammig. Ich wühlte darin herum und hielt den Atem an, solange ich konnte. Dann tauchte ich auf, holte Luft und tauchte wieder ab. Und während ich noch unten war, hörte ich, wie der Motor ansprang. Ich tauchte auf und Jeff saß lachend im Boot und fuhr davon. Ich musste schwimmen, so schnell ich konnte, um das Boot zu erreichen. Wir lachten über die Sache, aber mein Messer bekam ich nicht zurück. Ich könnte Sie aber noch heute mit zu dem See nehmen und Ihnen genau die Stelle zeigen, wo ich das Messer verloren habe. Und Menschen, die ihren geistlichen Schneid verloren haben, können in aller Regel noch sagen, an welcher Stelle das passiert ist. Er fragte ihn: „Wohin ist es gefallen?“ Und er zeigte ihm die Stelle.
Ich hatte einen Freund, der so ein enormes Bibelwissen hatte – wenn er predigte, bekam man eine Gänsehaut. Er konnte Zusammenhänge herstellen, dass einem der Atem wegblieb. Es war wunderbar, ihm zuzuhören, wenn er die Bibel auslegte und von 1. Mose bis ins Neue Testament die Zusammenhänge aufzeigte. Ich staunte jedes Mal. Aber dann, nach einer gewissen Zeit… und ich hatte ihn viele Jahre als Prediger erlebt… kam es so weit, dass er nicht einmal mehr die Bibel aufschlug. Seine Predigten waren trocken und ohne Leben. Er hatte einfach nicht mehr diesen Schwung. Vorher gingen seine Predigten immer direkt ans Herz, aber das hörte auf. Weil er mein Freund war, sprach ich ihn darauf an. Er sagte: „Weißt du, früher, wenn ich dich predigen hörte, war es unglaublich, wie du Dinge erklären konntest und wie du uns durch die Bibel geführt hast. Jetzt schlagen wir nicht einmal mehr die Bibel auf, und ganz ehrlich, du redest nur viel, ohne etwas zu sagen. Was ist denn passiert?“ Und wissen Sie was? Er konnte mir die Stelle zeigen. Dieser Pastor sagte zu mir: „Bayless, ich will ganz ehrlich sein. In meiner Gemeinde gab es ein Ehepaar, denen ich viel verantwortung übertragen hatte. Sie hatten viel Einfluss und sie haben die Gemeinde gespaltet. Sie haben eine große Gruppe mitgenommen und haben überall herumerzählt, dass ich nicht einmal für den geistlichen Dienst berufen sei. Das hat mir so wehgetan und da habe ich meinen Schneid verloren.“ Er musste an diese Stelle zurückkehren und diesen Menschen vergeben. Und dann kehrte auch der alte Schwung zurück.
Welche Stelle ist das bei Ihnen? Wann haben Sie angefangen, sich mit bestimmten Menschen zu umgeben? Wann sind Sie mit jemandem in Streit geraten? Gibt es einen Bereich, in dem Sie Gott ungehorsam waren und es nicht in Ordnung gebracht haben? Sie müssen dorthin zurückkehren, wenn Ihr Glaube wieder Schwung gewinnen soll. Das ist vielleicht schmerzhaft, aber ich habe gute Nachrichten: Jesus geht mit. Sie müssen nicht allein gehen.
Und dann kommen wir zum fünften Punkt. Als er ihm die Stelle zeigte, nahm er ein Stück Holz und warf es ins Wasser… ein Stück Holz! Was hat denn ein Stück Holz damit zu tun? Es ist ein Zeichen, das auf etwas Größeres hinweist. So wie beim Volk Israel, als es aus Ägypten ausgezogen war. Nach drei Tagen hatten sie kein Trinkwasser mehr und das Volk murrte. Dann kamen sie nach Mara, aber das Wasser dort war bitter, ungenießbar. Da beklagte das Volk sich noch mehr. Und Mose rief zu Gott und Gott zeigte Mose ein Stück Holz. Mose nahm es und warf es ins Wasser und das bittere Wasser wurde süß. An diesem Ort offenbarte Gott sich Seinem Volk als Jahwe Rapha. Er sagte: „Ich bin der Herr, der dich heilt.“ Dieses Stück Holz weist auf ein anderes Stück Holz hin, das in der Zukunft aufgerichtet werden würde – das Kreuz von Golgatha. Und dort auf Golgatha wurde das bittere Wasser des Lebens süß gemacht. Dort auf Golgatha wurde Heilung für den ganzen Menschen erworben. Dieses Stück Holz, das Mose ins Wasser warf, war ein Vorzeichen für das, was durch Christus kommen sollte. Und dieses Stück Holz, das der Prophet ins Wasser warf, ist ein Zeichen, dass durch Golgatha Verlorenes wiedergewonnen werden kann. Ein Herz, das so hart wie Eisen ist, das im trüben Wasser der Sünde versunken ist, kann durch Golgatha frei in der herrlichen Gnade Gottes schwimmen. Die Beziehung des Menschen zu Gott, die verloren gegangen war, kann durch Golgatha wiederhergestellt werden. Frieden, Sinn, Freude, Segen, all das kommt durch Golgatha. Und das sind wunderbare Dinge! Doch lassen Sie uns einen Moment lang zu dem Gedanken zurückkehren, dass Sie Ihren geistlichen Schneid wiedergewinnen wollen. Auch dafür hat Jesus auf Golgatha bezahlt. All das ist durch das Kreuz möglich. Wenn Sie Ihren Eifer, Ihre Liebe zu Gott, Ihre Liebe zu den Menschen, Ihre Freude am Dienst, Ihren geistlichen Schwung verloren haben, dann schauen Sie ganz neu nach Golgatha. Dort hat Jesus unser Versagen ans Kreuz genagelt. Dort hat Gottes Rettung unsere Rebellion aufgehalten. Dort zeigte sich die Tiefe von Gottes Liebe. Sie brauchen nichts Neues. Wenn Sie wiederhergestellt werden wollen, wenn Sie zurückgewinnen wollen, was Sie verloren haben, dann gehen Sie zurück zum Kreuz. In Jesaja 51:1 heißt es: „Die ihr den Herrn sucht, blickt hin auf den Felsen, aus dem ihr gehauen seid!“ Mit anderen Worten, gehen Sie an den Anfang zurück. Ich sage Ihnen: Sie brauchen nichts Neues. Jesus hat den Preis bezahlt und Sie müssen Ihren Blick auf Golgatha richten. Wenn Sie zu Ihm rufen und mit Ihm an die Stelle gehen und auf das schauen, was Christus getan hat, kann ein Wunder geschehen. Und das ist mein sechster Punkt: Gottes Anteil. Gott lässt das Eisen schwimmen. Mir gefällt, wie es in der Lutherübersetzung heißt: „Da schwamm das Eisen.“ Gott wird Reinigung und Heilung bringen. Er wird unsere Empfindsamkeit und Nützlichkeit wiederherstellen. Und ich möchte Ihnen sagen: Ich glaube, es ist kein Zufall, dass Sie hier sind, dass Sie mir zuhören. Ich glaube, Ihr Axtkopf schwimmt in diesem Moment auf Sie zu. Gott hat Sie hierher gebracht. Sie können Ihre geistliche Schärfe wiedergewinnen. Der Axtkopf schwamm. Gott tut treu Seinen Anteil. Was Sie verloren haben, können Sie wiederbekommen. Manche von Ihnen waren so leidenschaftlich, mit einer so großen Liebe zu Jesus und so viel Feuer für Gott… aber das alles ist verloren gegangen. Doch wissen sie was? Gott bringt es Ihnen wieder. Manche von Ihnen können es förmlich sehen. Da ist das, was Sie verloren haben. Gott ist bereit, es Ihnen wiederzubringen. Er tut immer treu Seinen Anteil. Und das Letzte ist unser Anteil. Der Prophet sagte: „Hole es dir heraus!“ Das kann Ihnen niemand abnehmen. Und wir strecken die Hand aus und ergreifen es im Glauben. Im Herzen nehmen wir an, was Gott tut. Es geschieht nicht durch unsere guten Werke. Es geschieht nicht durch etwas, das wir verdienen oder leisten können. Gott tut es aus Gnade. Das Geschenk der Gnade kann man nur im Glauben annehmen. Nehmen Sie es an!
Ich glaube, der letzte Teil der Predigt gilt Ihnen – der Teil, als der Mann Gottes zu dem Prophetenschüler sagte, er solle den Axtkopf aus dem Wasser holen. Wenn die Predigt Sie berührt hat, wenn Sie sich jetzt von Gott angesprochen fühlen, dann strecken Sie die Hand aus. Haben Sie eine Begegnung mit Gott. Er ist bei Ihnen. Er wird Sie nie verlassen oder im Stich lassen. Seine Gedanken für Sie sind mehr als der Sand am Meer. Sie sind von Gott geliebt. Sprechen Sie jetzt mit Ihm. Öffnen Sie Ihm jetzt Ihr Herz. Bitten Sie Ihn. Sie werden sehen, dass Er ein gegenwärtiger Helfer in der Not ist. Gott segne Sie.

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