Sechs Merkmale einer lebendigen Kirche 2/2

Von 05.10.2018 1909 Views64 Keine Kommentare
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Wie soll Kirche in Gottes Augen aussehen? Bayless Conley spricht über sechs Merkmale, an denen du eine lebendige Kirche erkennst. Lerne ein Leben kennen, das zielgerichtet, voller Wachstum, Tiefe und Bedeutung ist und strecke dich mehr und mehr danach aus.

Dies ist der zweite Teil der Predigt, den ersten Teil findest du hier …

Predigtmanuskript

Herzlich willkommen! Heute folgt der zweite Teil einer Predigt über die Merkmale einer lebendigen Kirche und wir steigen am Ende der Frage ein, warum Einheit so wichtig ist. Liebe Freunde, Einheit passiert nicht einfach. Sie muss erarbeitet werden. Die Hauptsache, die Hauptbedingung für Einheit ist Liebe. Übereinstimmung ist wichtig, aber Liebe ist wichtiger. Meine Frau und ich sind seit 36 Jahren verheiratet und wir haben Einheit, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Doch wir haben Einheit, weil wir uns lieben. Und wir werden heute noch auf andere Dinge eingehen, die unglaublich wichtig sind, die Gott sich von Seiner Kirche wünscht und an denen Sie sich beteiligen sollten.

 

Kommen wir zum dritten Punkt. Die Kirche, die Gott sieht, ist einmütig. Alle zusammen: „Einmütig.“ – Schauen wir zurück in den Epheserbrief, dieses Mal in Kapitel 4. Würden Sie es bitte aufschlagen?

 

Epheser 4:13

„Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend! Befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens.“

 

Der Ausdruck „sich befleißigen“ bedeutet auf etwas hinarbeiten, nach etwas streben – in diesem Fall Einheit. Einheit geschieht nicht einfach so. Wir müssen darauf hinarbeiten, die Einheit des Heiligen Geistes in Gottes Haus zu bewahren. Warum ist das so wichtig? Ich möchte fünf kurze Gründe nennen, alle aus Psalm 133.

Psalm 133. Sie sollten den Text gleich sehen. Verse 1-3:

 

Psalm 133:1-3

„Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen. Wie das köstliche Öl auf dem Haupt, das herabfließt auf den Bart, auf den Bart Aarons, der herabfließt auf den Halssaum seiner Kleider. Wie der Tau des Hermon, der herabfließt auf die Berge Zions. Denn dorthin hat der Herr den Segen befohlen, Leben bis in Ewigkeit.“

 

Fünf Verheißungen. Erstens: Einheit ist angenehm. Es ist gut und angenehm, wenn Geschwister einträchtig beisammen leben. Wer von Ihnen weiß, wie unangenehm Streit ist? Es ist einfach schön, wenn Einigkeit herrscht. Wenn wir in Einheit leben, wird jedes Mitglied im Haus Gottes, jedes Familienmitglied, Gottes Gegenwart und Gottes Segen und Vollmacht auf sich spüren. Liebe Freunde, Einheit ist so wichtig, doch wenn es keine Einheit gibt, werden wir auch vergeblich nach Vollmacht suchen.

 

Das Dritte: Einheit ist erfrischend. Es heißt: „Wie der Tau des Hermon, der herabfließt auf die Berge Zions.“ Das ist Erfrischung. In der Apostelgeschichte heißt es, vom Heiligen Geist werden Zeiten der Erfrischung kommen.

 

Der vierte Vorteil der Einheit ist Segen. Im Psalm heißt es: „Denn dorthin (nicht nur auf die Berge, sondern auf das einträchtige Zusammenleben) hat der Herr den Segen befohlen.“ Es gibt Segen von Gott. Und dann Leben in Ewigkeit, das ist der fünfte Vorteil. Menschen werden ewiges Leben finden. Als Endergebnis wird Einheit Menschen in Gottes Familie bringen; sie werden ewiges Leben erhalten. Gott wünscht sich eine einträchtige Gemeinde.

 

Ich möchte noch etwas anderes erwähnen, das im Zusammenhang damit steht. Jesus sagte es zu Seinen Jüngern, zur Gemeinde, und zwar in

 

Lukas 24:49

„Siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. Ihr aber, bleibt in der Stadt, bis ihr bekleidet werdet mit Kraft aus der Höhe!“

 

Das Wort „bekleiden“ bedeutet „ein Kleidungsstück anziehen“. Jesus sagt also: „Wartet in Jerusalem, bis ich euch dieses Kleid gebe, bis ich euch mit Vollmacht ausstatte. Ich werde euch ein Kleid der Kraft aus der Höhe schenken.“ In Apostelgeschichte 1:8 sagt Jesus: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist.“ Die Kirche, die Gott sieht, trägt also dieses Kleid der Vollmacht, der Wunder vollbringenden Kraft. 1. Korinther 1:10. Schauen Sie, was dort steht. Paulus schreibt es an die dortige Gemeinde.

 

  1. Korinther 1:10

„Ich ermahne euch aber, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle einmütig redet und nicht Spaltungen unter euch sind, sondern dass ihr in demselben Sinn und in derselben Meinung völlig zusammengefügt seid.“

 

Paulus ermahnt die Gemeinde, keine Spaltungen aufkommen zu lassen. Das griechische Wort für „Spaltung“ bedeutet eigentlich „zerreißen“. Das gleiche Wort steht in der Bibel, als der Vorhang im Tempel zerreißt. Das gleiche Wort verwendet Jesus, als Er von dem Stück Stoff spricht, das einen Riss in einem Kleid verursacht. Und der Gedanke dahinter ist: Wenn wir in Zwietracht geraten, reißen wir uns damit das Gewand der Vollmacht vom Leib. Die Gemeinde befindet sich inmitten der leidenden, sterbenden Menschheit und sie ist machtlos dagegen. Die Predigten sind kraftlos. Es gibt keine Sündenerkenntnis. Es gibt keine Heilung. Keine Wunder. Keine Zeichen. Nichts Übernatürliches. Liebe Freunde, der Preis für Tratsch, Zwietracht und Spaltungen ist höher als wir uns leisten können. Wir müssen an der Einheit arbeiten. Sie ist wichtig.

 

Ein Bekannter von mir war ein Prediger aus Tennessee. Ich lernte ihn kennen kurz nachdem ich Christ wurde. Er war ein kleiner Mann, aber der Heilige Geist wirkte ungewöhnlich stark durch sein Leben. Ich habe mit eigenen Augen, nur wenige Meter von mir entfernt, einige der erstaunlichsten Wunder miterlebt, die ich je gesehen habe. Dieser Mann sprach kein gutes Englisch und war nicht gebildet, aber in seinem Leben war Gott so gegenwärtig – es war einfach ungewöhnlich, fast beunruhigend. Eines Abends nach einer Versammlung gingen einige Freunde von mir mit ihm essen. Sie setzten sich an den Tisch im Restaurant und fingen an, sich über jemanden auszulassen und zwar ziemlich negativ. Später erzählten sie mir: „Bayless, weißt du, was er gemacht hat? Mitten in unserem schlechten Reden über diese Person drehte der Pastor seinen Stuhl herum, setzte sich mit dem Rücken zu uns und verschränkte die Arme. An unserem Tisch wurde es mucksmäuschenstill. Er saß ungefähr eine Minute lang so da; dann drehte er seinen Stuhl wieder um, setzte sich hin und sagte kein Wort. – Und wir haben den Rest des Abends über niemanden mehr etwas Schlechtes gesagt.“

 

Zwischen diesen beiden Dingen gibt es eine eindeutige Verbindung. Gott will, dass in Seiner Kirche Einheit herrscht. Wenn Sie also etwas gegen jemanden haben, dann vergeben Sie ihm. Lassen Sie sich davon nicht verbittern. Der Preis ist zu hoch. Okay. Nächster Punkt: Menschen erreichen, die verloren sind. Menschen erreichen, die verloren sind. In Lukas 19:10 sagt Jesus:

 

Lukas 19:10

„Der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.“

 

Und der Kontext hier ist, dass Jesus zum Abendessen bei einem Sünder war. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir Brücken zu den Menschen schlagen. Dass wir Freundschaften pflegen. Dass wir sozusagen mit einem Sünder zu Abend essen und dass wir das Evangelium über diese Brücke tragen. Bleiben Sie nicht Ihr Leben lang in Ihrer kleinen sterilen christlichen Enklave! Jesus sagte, wir sollen in alle Welt gehen und der ganzen Schöpfung das Evangelium predigen. Um Menschen zu erreichen, die Jesus nicht kennen, müssen wir drei Dinge tun. Erstens: Wir müssen beten. Es ist wichtig, mit Gott über Menschen zu sprechen, bevor wir mit Menschen über Gott sprechen. Wenn wir mit Menschen über Gott sprechen, ohne vorher mit Gott über die Menschen zu sprechen, wird in unseren Worten nicht viel Kraft liegen. Es ist wichtig, dass wir beten: dafür, dass Gott Arbeiter in Seine Ernte schickt, dass Er uns leitet, dass Er uns die richtigen Worte schenkt.

 

Das Zweite, was wir tun müssen, ist gehen. Jesus hat uns aufgetragen zu gehen. Gehen Sie auf die andere Straßenseite. Gehen Sie in Ihre Schule. Gehen Sie in Ihre persönliche Welt hinaus und reden Sie mit jemandem.

 

Ich erinnere mich an T. L. Osborn, der öfter hier in der Cottonwood – Kirche gepredigt hat. T. L. hat die Art und Weise revolutioniert, wie das Evangelium in unterentwickelte Länder gebracht wird. Er führte eine beispiellos große Evangelisationstour durch, bei der auch Heilungen stattfanden. Er war vielleicht einer der größten „Seelengewinner“ im letzten Jahrhundert. Ich erinnere mich an ein kleines, vertrautes Treffen mit T. L. und einer Gruppe junger Leute und einer der jungen Männer sagte – das werde ich nie vergessen -: „Bruder Osborn, Gott hat meiner Frau und mir das Land Vietnam aufs Herz gelegt. Wir haben nicht die Mittel, selbst dorthin zu gehen, aber das vietnamesische Volk liegt uns so sehr am Herzen! Was sollen wir machen?“ Und T. L. Osborn sagte sehr freundlich: „Hier in der Stadt gibt es viele vietnamesische Restaurants. Fangen Sie doch an, dorthin zu gehen. Behandeln Sie die Menschen dort sehr freundlich. Geben Sie reichlich Trinkgeld. Freunden Sie sich mit ihnen an. Schenken Sie ihnen Ihre Liebe. Bauen Sie eine Beziehung zu ihnen auf und dann erzählen Sie ihnen von Jesus. Damit könnten Sie anfangen.“

 

Das war kein weltbewegender Ratschlag, aber ein sehr tiefgründiger. Gehen Sie einfach in die Welt, die Ihnen jetzt offen steht. Manche Menschen warten auf die große Gelegenheit, aber sie wird sich nie ergeben, wenn wir nicht die kleineren Gelegenheiten nutzen. Und ganz ehrlich: Vielleicht schickt Gott Sie ins Ausland. Wenn ja: super! Gehen Sie!

 

Einmal predigte ich an einem Sonntagabend über die vier Rufe in die Mission: den Ruf von oben, den Ruf von unten, den Ruf von innen und den Ruf von außen. Der Ruf von oben, von Gott, lautet: „Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen?“ Jesaja sagte: „Hier bin ich, Herr, sende mich.“ Dann der Ruf von unten. Jesus erzählt die Geschichte von dem reichen Mann und Lazarus. Beide starben. Lazarus kam in Abrahams Schoß; der reiche Mann kam in die Hölle und wurde gequält. Da schaute er über die große Kluft hinweg hinauf zu Abraham und sagte: „Vater Abraham, ich werde hier in den Flammen gequält, aber ich habe Brüder. Schick jemanden zu ihnen, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen.“ Freunde, in der Hölle glaubt jeder an Evangelisation. Jeder in der Hölle ist besorgt um die verlorenen Menschen.Dann der Ruf von innen. Der Apostel Paulus sagte: „Die Liebe Gottes drängt mich.“ Und der Ruf von außen. In einer Vision sah Paulus einen Mann aus Mazedonien, der zu ihm sagte: „Komm herüber nach Mazedonien und

hilf uns!“

 

Das waren also die vier Punkte, über die ich predigte, das weiß ich noch. Anschließend kam eine junge

Frau zu mir. Sie war schon eine Weile in der Cottonwood-Gemeinde und sie sagte: „Herr Pastor, Gott

sagt schon seit einiger Zeit, dass ich in die Mission gehen soll und heute Abend habe ich den ganz starken Eindruck, dass das die Bestätigung ist zu gehen.“ Und ich sagte: „Dann bereiten Sie alles Nötige vor“ und

ich ermutigte sie. Etwa einen Monat später bekam ich einen Anruf von ihrem Vater. Ihre Eltern waren beide Christen, gingen aber in eine andere Gemeinde. Er sagte: „Pastor Bayless, ich bin der Vater von XYZ. Könnte ich einen Termin bei Ihnen haben?“ Und ich sagte: „Klar, kein Problem.“ Also kam er vorbei. Ich sagte: „Schön, Sie kennenzulernen. Was liegt an?“ Und er sagte. „Es geht um unsere Tochter. Sie hat die verrückte Idee, Missionarin zu werden und sie hat uns mitgeteilt, dass sie nach Afrika gehen wird.“ Ich fragte: „Ja, und?“ Er erklärte: „Wir haben Angst um sie. Wir wollen nicht, dass sie geht. Unsere Tochter hat großen Respekt vor Ihnen – können Sie nicht mal mit ihr reden?“ Ich erwiderte: „Ich muss Ihnen ehrlicherweise sagen, dass ich sie dazu ermutigt habe. Und wenn Gott zu Ihrer Tochter spricht, müssen Sie sie gehen lassen. Wenn Gott sie wirklich ruft, wird Er sie beschützen.“ Sie ging also für mehrere Jahre in ein bestimmtes afrikanisches Land. Dort lernte sie ihren Mann kennen und heiratete; ich durfte die beiden trauen. Sie hat viel für Jesus erreicht. – Wir müssen hinausgehen, ganz gleich, ob es an alle Enden der Erde ist oder nur auf die andere Straßenseite. Also, wir müssen beten, wir müssen gehen und das Dritte ist: Wir alle müssen geben. Wenn Sie nicht gehen, schicken Sie einen Ersatz. Wenn Sie nicht gehen, zahlen Sie, damit jemand anderes gehen kann. Das Evangelium ist kostenlos, aber der Transportweg in die Welt hinein kann teuer sein. Evangelistische Sendungen, Druckschriften, Reisekosten. Das Evangelium ist kostenlos, natürlich, doch der „Übertragungsweg“ kostet etwas und wir alle müssen dafür spenden. Das bringt uns auch gleich zu unserem nächsten Punkt.

 

Der nächste Punkt ist „Großzügigkeit“. Wenn Gott Seine Kirche anschaut, will Er keine Kirche sehen, die jedes Mal erschaudert, wenn der Pastor von Geld anfängt. Opfer sind nicht nur nötig, sondern heilig. Sie sind ein Ausdruck des Glaubens. Sie sind die von Gott verordnete Art und Weise, Seine Arbeit zu unterstützen.

 

Ich möchte Ihnen 2. Korinther 8:1-8 vorlesen und zwar nach der Neues-Leben-Übersetzung. Der Text ist ziemlich selbsterklärend. Sie werden ihn gleich sehen. Paulus schreibt:

 

  1. Korinther 8:1-8

„Und nun, liebe Freunde, möchte ich euch berichten, was Gottes Gnade in den Gemeinden Mazedoniens bewirkt hat. Obwohl sie schwere Zeiten durchgemacht haben, sind sie voll Freude und haben trotz ihrer Armut viel gegeben. Denn ich kann bezeugen, dass sie nicht nur gegeben haben, was sie ohne Not entbehren konnten, sondern weit darüber hinaus, und dies aus freien Stücken. Immer wieder baten sie inständig um das große Vorrecht, sich an der Sammlung für die Gemeinde in Jerusalem beteiligen zu dürfen. Ja, sie übertrafen unsere Hoffnungen sogar noch, denn ihre erste Reaktion bestand darin, sich dem Herrn und uns vorbehaltlos zur Verfügung zu stellen, um Gottes Willen zu tun, ganz gleich, was von ihnen verlangt wurde. Deshalb baten wir Titus, der ja die Sammlung unter euch angeregt hatte, zu euch zurückzukehren und sie zu einem guten Abschluss zu bringen. Da ihr so reich beschenkt seid – ihr habt so viel Glauben, in eurer Gemeinde gibt es so viele hervorragende Redner, so viel Erkenntnis, so viel Begeisterung und eine so große Treue uns gegenüber -, möchte ich, dass ihr euch nun auch bei dieser Sammlung durch Großzügigkeit auszeichnet. Ich sage nicht, dass ihr es tun müsst, auch wenn die anderen Gemeinden große Begeisterung zeigen. Es ist aber eine Möglichkeit, eure Liebe unter Beweis zu stellen.“

 

Als ich noch Assistenzpastor war, kam eines sonntagmorgens der Seniorpastor zu mir und sagte: „Bayless, Gott hat mir etwas aufs Herz gelegt. Es handelt sich um Folgendes…“ Und er erwähnte eine alleinerziehende Mutter in der Gemeinde, die ich gut kannte. Er sagte: „Ich habe erfahren, dass sie gerade nicht ihre Rechnungen bezahlen kann. Wir werden eine Sonderkollekte sammeln und ihr das ganze Geld geben.“ Ich sagte: „Super!“ Er sagte: „Aber wir sollten niemandem sagen, für wen die Kollekte bestimmt ist, sondern einfach, dass es für ein Gemeindemitglied ist, das gerade große Schwierigkeiten hat und dass sie großzügig sein sollen.“ Ich sagte: „Okay.“ Ich kannte die Geschichte der Frau. Ich war schon bei ihr gewesen und hatte ihr ein bisschen mit dem Haus geholfen, das damals im Prinzip eine Bruchbude war. Sie war alleinerziehend mit zwei Kindern. Als Kellnerin in einem kleinen Restaurant bekam sie nur den Mindestlohn, der damals bei 3,35 Dollar die Stunde lag; kurz zuvor waren es noch 3,10 Dollar gewesen. Manche von Ihnen werden sich an diese Zeit erinnern. Und von ihrem Lohn musste sie Miete und Nebenkosten bezahlen und ihre Kinder ernähren und es reichte einfach nicht. Aber bei jeder Gelegenheit brachte sie ihre Kinder in die Gemeinde. Der Pastor predigte also und ich sah, dass die junge Frau nur wenige Plätze von mir entfernt saß. Nach der Predigt erwähnte der Pastor, dass jemand in der Gemeinde in Not war und bat um großzügige Spenden. Und ich beobachtete die junge Frau während der Kollekte. Ich werde das nie vergessen. Sie öffnete ihre Handtasche, schloss die Augen und betete. Und dann nahm sie ihr Portemonnaie und legte alles, was darin war, in die Kollekte. Ich saß da und dachte nur: „Gott, ich habe Rettung nötig.“ Nach dem Gottesdienst rief der Pastor sie zu sich und bat mich, mit in den Technikraum zu kommen; dann überreichte er ihr die Kollekte. Sie brach in Tränen aus. Sie hatte keine Ahnung, dass die Kollekte für sie war. Aber sie hatte die gleiche geistliche Einstellung wie die Mazedonier. Obwohl sie in so großer Not war, spendete sie großzügig für jemanden, der in Not war und vertraute darauf, dass Gott sie versorgen würde.

 

Ich glaube, Gott wünscht sich diese geistliche Einstellung von uns, dass Geben etwas Heiliges ist und die von Gott verordnete Art und Weise, Seine Arbeit in dieser Welt zu unterstützen. Und darauf liegt Segen.

 

Und der letzte Punkt: Wenn Gott Seine Kirche sieht, möchte Er sehen, dass ihr Ziel der Himmel ist. Ich habe über bestimmte Menschen sagen hören, dass sie so auf den Himmel fixiert sind, dass sie für die Erde nichts taugen. Ich weiß nicht, ob das überhaupt möglich ist. Hören Sie dazu, was in Kolosser 3:1-2 steht:

 

Kolosser 3:1-2

„Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes! Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist!“

 

Diese Welt ist nicht unsere Heimat. Wir sind nur Pilger auf der Durchreise und wir können nichts mitnehmen. Ihre Weinsammlung kommt nicht mit in den Himmel. Ihr Ferienhaus und Ihre Ersparnisse auch nicht. Wir nehmen nichts aus dieser Welt mit, nichts. Nichts von allem, in das wir investiert haben. Das Einzige, das wir mitnehmen, ist der Mann oder die Frau, zu dem oder zu der wir werden. Wir nehmen unseren Charakter mit und die Menschen, die wir für Jesus erreicht haben, nichts weiter. Wir nehmen mit, wer wir sind und wen wir für Jesus erreicht haben. Aber wir sind nur auf der Durchreise und unsere Zeit hier vergeht sehr schnell. Paulus schreibt darüber in

 

Epheser 3:14-15

„Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jede Vaterschaft in den Himmeln und auf Erden benannt wird.“

 

Ein Teil der Familie ist bereits im Himmel, wo es keine Tränen, keinen Schmerz, keinen Kummer, keine Krankheit, keine Schwäche, keinen Hass und keinen Tod mehr gibt. Dort gibt es nur Segen über Segen über Segen. Kein Auge hat gesehen, kein Ohr hat gehört und kein Verstand hat erdacht, was Gott für die bereithält, die Ihn lieben. Freunde, es ist nur noch ein kurzer Augenblick, bis wir in die Ewigkeit treten.

 

Gestern war ich bei meinem Vater. Heute bin ich direkt von seinem Krankenbett zum Gottesdienst gekommen. Mein Vater steht am Ende seines Weges. Er hat nicht mehr viel Zeit; er liegt im Sterben. Wenn ich ihn besuche, reden wir in letzter Zeit meistens über den Himmel. Ich lese ihm aus der Bibel vor: „Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn. Zu gehen und bei Jesus zu sein, ist bei Weitem das Beste.“ Und gestern sagte ich zu ihm: „Dad, ich werde in meiner nächsten Predigt auch über den Himmel reden. Und du stehst so kurz davor, diese Erde zu verlassen und in das kommende Leben zu treten. Gibt es etwas, was ich deiner Meinung nach den Menschen in der Gemeinde sagen sollte?“ Und wissen Sie, was er sagte: „Für immer und ewig.“ Das war alles. Ihn hat der Gedanke der Ewigkeit gepackt. Sie ist für immer und ewig.

 

Das Wichtigste in diesem Leben ist sich auf das nächste vorzubereiten. Und wir müssen im Diesseits sicher sein, dass wir bereit sind. Wir können nicht auf den Tod warten und hoffen. Johannes schreibt: „Durch seinen Geist, den er uns gegeben hat, wissen wir, dass wir ewiges Leben haben.“

 

Bitte schließen Sie jetzt einen Moment die Augen und neigen die Köpfe. Ich würde gern mit Ihnen beten, wenn ich darf. Vielleicht sind Sie heute mit einem Verwandten oder Freund gekommen. Vielleicht schauen Sie auch irgendwo auf der Welt oder in den USA zu und Sie haben noch keinen Frieden mit Gott. Es wird nie einen besseren Augenblick dafür geben als genau diesen. Es wird kein besserer Zeitpunkt kommen. Ein Wort für alle, die vom Glauben abgekommen sind. Bitte hören Sie mir zu – Sie als verlorene Tochter, deren Vater Pastor war und die sich so weit von Gott entfernt hat, aber die die Wahrheit kennt und Sie als verlorene Söhne. Es ist an der Zeit, nach Hause zu kommen und Ihr Leben dem anzuvertrauen, der alles für Sie gegeben hat. Ich möchte mit Ihnen allen ein einfaches Gebet sprechen. Wenn Sie die Verbindung zu Gott suchen, keine Rituale oder Zeremonien, sondern eine Beziehung – wenn Sie wissen wollen, dass Ihre Sünden vergeben sind und dass Sie nach diesem irdischen Leben in den Himmel kommen -, dann sprechen Sie die folgenden Worte von ganzem Herzen mit. Ohne ein aufrichtiges Herz sind die Worte bedeutungslos. Aber wenn Sie es ernst meinen, dann reden Sie mit Gott. Wir werden mit diesem Gebet unser ganzes Leben Jesus in die Hände legen. Jesus hat gesagt: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Bitte beten Sie mit, wenn Sie möchten. Sagen Sie:

 

Gott, ich komme zu Dir. Ich glaube von ganzem Herzen, dass Jesus Christus Dein Sohn ist. Ich glaube, dass Er am Kreuz gestorben ist, um meine Sünde wegzunehmen. Jesus, danke, dass Du ans Kreuz gegangen und an meiner Stelle gestorben bist. Ich glaube, dass Du vom Tod auferweckt wurdest. Und ich komme mit demütigem Herzen vor Dich. Ich bekenne Dich als Herrn. Komm in mein Leben, Jesus. Verändere mich. Schenk mir einen Neuanfang. Ich bete in Deinem Namen. Amen.

 

Ich weiß nicht, wie Gott es macht, aber Er tut es. Allen, die mir jetzt zuhören, möchte ich sagen: Gott kann durch mich in diesem Moment zu Ihnen sprechen. Ist das nicht seltsam? Obwohl diese Sendung irgendwo auf der Welt vielleicht vorher aufgezeichnet wurde, spricht Gott zu Ihnen. Ja, Er versucht, Sie auf sich aufmerksam zu machen. Er kennt und liebt Sie. Und es ist an der Zeit zu kapitulieren. Vertrauen Sie Jesus Ihr ganzes Leben an. Er ruft Sie. – Gott segne Sie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herzlich willkommen! Heute folgt der zweite Teil einer Predigt über die Merkmale einer lebendigen Kirche und wir steigen am Ende der Frage ein, warum Einheit so wichtig ist. Liebe Freunde, Einheit passiert nicht einfach. Sie muss erarbeitet werden. Die Hauptsache, die Hauptbedingung für Einheit ist Liebe. Übereinstimmung ist wichtig, aber Liebe ist wichtiger. Meine Frau und ich sind seit 36 Jahren verheiratet und wir haben Einheit, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Doch wir haben Einheit, weil wir uns lieben. Und wir werden heute noch auf andere Dinge eingehen, die unglaublich wichtig sind, die Gott sich von Seiner Kirche wünscht und an denen Sie sich beteiligen sollten.

 

Kommen wir zum dritten Punkt. Die Kirche, die Gott sieht, ist einmütig. Alle zusammen: „Einmütig.“ – Schauen wir zurück in den Epheserbrief, dieses Mal in Kapitel 4. Würden Sie es bitte aufschlagen?

 

Epheser 4:13

„Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend! Befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens.“

 

Der Ausdruck „sich befleißigen“ bedeutet auf etwas hinarbeiten, nach etwas streben – in diesem Fall Einheit. Einheit geschieht nicht einfach so. Wir müssen darauf hinarbeiten, die Einheit des Heiligen Geistes in Gottes Haus zu bewahren. Warum ist das so wichtig? Ich möchte fünf kurze Gründe nennen, alle aus Psalm 133.

Psalm 133. Sie sollten den Text gleich sehen. Verse 1-3:

 

Psalm 133:1-3

„Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen. Wie das köstliche Öl auf dem Haupt, das herabfließt auf den Bart, auf den Bart Aarons, der herabfließt auf den Halssaum seiner Kleider. Wie der Tau des Hermon, der herabfließt auf die Berge Zions. Denn dorthin hat der Herr den Segen befohlen, Leben bis in Ewigkeit.“

 

Fünf Verheißungen. Erstens: Einheit ist angenehm. Es ist gut und angenehm, wenn Geschwister einträchtig beisammen leben. Wer von Ihnen weiß, wie unangenehm Streit ist? Es ist einfach schön, wenn Einigkeit herrscht. Wenn wir in Einheit leben, wird jedes Mitglied im Haus Gottes, jedes Familienmitglied, Gottes Gegenwart und Gottes Segen und Vollmacht auf sich spüren. Liebe Freunde, Einheit ist so wichtig, doch wenn es keine Einheit gibt, werden wir auch vergeblich nach Vollmacht suchen.

 

Das Dritte: Einheit ist erfrischend. Es heißt: „Wie der Tau des Hermon, der herabfließt auf die Berge Zions.“ Das ist Erfrischung. In der Apostelgeschichte heißt es, vom Heiligen Geist werden Zeiten der Erfrischung kommen.

 

Der vierte Vorteil der Einheit ist Segen. Im Psalm heißt es: „Denn dorthin (nicht nur auf die Berge, sondern auf das einträchtige Zusammenleben) hat der Herr den Segen befohlen.“ Es gibt Segen von Gott. Und dann Leben in Ewigkeit, das ist der fünfte Vorteil. Menschen werden ewiges Leben finden. Als Endergebnis wird Einheit Menschen in Gottes Familie bringen; sie werden ewiges Leben erhalten. Gott wünscht sich eine einträchtige Gemeinde.

 

Ich möchte noch etwas anderes erwähnen, das im Zusammenhang damit steht. Jesus sagte es zu Seinen Jüngern, zur Gemeinde, und zwar in

 

Lukas 24:49

„Siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. Ihr aber, bleibt in der Stadt, bis ihr bekleidet werdet mit Kraft aus der Höhe!“

 

Das Wort „bekleiden“ bedeutet „ein Kleidungsstück anziehen“. Jesus sagt also: „Wartet in Jerusalem, bis ich euch dieses Kleid gebe, bis ich euch mit Vollmacht ausstatte. Ich werde euch ein Kleid der Kraft aus der Höhe schenken.“ In Apostelgeschichte 1:8 sagt Jesus: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist.“ Die Kirche, die Gott sieht, trägt also dieses Kleid der Vollmacht, der Wunder vollbringenden Kraft. 1. Korinther 1:10. Schauen Sie, was dort steht. Paulus schreibt es an die dortige Gemeinde.

 

  1. Korinther 1:10

„Ich ermahne euch aber, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle einmütig redet und nicht Spaltungen unter euch sind, sondern dass ihr in demselben Sinn und in derselben Meinung völlig zusammengefügt seid.“

 

Paulus ermahnt die Gemeinde, keine Spaltungen aufkommen zu lassen. Das griechische Wort für „Spaltung“ bedeutet eigentlich „zerreißen“. Das gleiche Wort steht in der Bibel, als der Vorhang im Tempel zerreißt. Das gleiche Wort verwendet Jesus, als Er von dem Stück Stoff spricht, das einen Riss in einem Kleid verursacht. Und der Gedanke dahinter ist: Wenn wir in Zwietracht geraten, reißen wir uns damit das Gewand der Vollmacht vom Leib. Die Gemeinde befindet sich inmitten der leidenden, sterbenden Menschheit und sie ist machtlos dagegen. Die Predigten sind kraftlos. Es gibt keine Sündenerkenntnis. Es gibt keine Heilung. Keine Wunder. Keine Zeichen. Nichts Übernatürliches. Liebe Freunde, der Preis für Tratsch, Zwietracht und Spaltungen ist höher als wir uns leisten können. Wir müssen an der Einheit arbeiten. Sie ist wichtig.

 

Ein Bekannter von mir war ein Prediger aus Tennessee. Ich lernte ihn kennen kurz nachdem ich Christ wurde. Er war ein kleiner Mann, aber der Heilige Geist wirkte ungewöhnlich stark durch sein Leben. Ich habe mit eigenen Augen, nur wenige Meter von mir entfernt, einige der erstaunlichsten Wunder miterlebt, die ich je gesehen habe. Dieser Mann sprach kein gutes Englisch und war nicht gebildet, aber in seinem Leben war Gott so gegenwärtig – es war einfach ungewöhnlich, fast beunruhigend. Eines Abends nach einer Versammlung gingen einige Freunde von mir mit ihm essen. Sie setzten sich an den Tisch im Restaurant und fingen an, sich über jemanden auszulassen und zwar ziemlich negativ. Später erzählten sie mir: „Bayless, weißt du, was er gemacht hat? Mitten in unserem schlechten Reden über diese Person drehte der Pastor seinen Stuhl herum, setzte sich mit dem Rücken zu uns und verschränkte die Arme. An unserem Tisch wurde es mucksmäuschenstill. Er saß ungefähr eine Minute lang so da; dann drehte er seinen Stuhl wieder um, setzte sich hin und sagte kein Wort. – Und wir haben den Rest des Abends über niemanden mehr etwas Schlechtes gesagt.“

 

Zwischen diesen beiden Dingen gibt es eine eindeutige Verbindung. Gott will, dass in Seiner Kirche Einheit herrscht. Wenn Sie also etwas gegen jemanden haben, dann vergeben Sie ihm. Lassen Sie sich davon nicht verbittern. Der Preis ist zu hoch. Okay. Nächster Punkt: Menschen erreichen, die verloren sind. Menschen erreichen, die verloren sind. In Lukas 19:10 sagt Jesus:

 

Lukas 19:10

„Der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.“

 

Und der Kontext hier ist, dass Jesus zum Abendessen bei einem Sünder war. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir Brücken zu den Menschen schlagen. Dass wir Freundschaften pflegen. Dass wir sozusagen mit einem Sünder zu Abend essen und dass wir das Evangelium über diese Brücke tragen. Bleiben Sie nicht Ihr Leben lang in Ihrer kleinen sterilen christlichen Enklave! Jesus sagte, wir sollen in alle Welt gehen und der ganzen Schöpfung das Evangelium predigen. Um Menschen zu erreichen, die Jesus nicht kennen, müssen wir drei Dinge tun. Erstens: Wir müssen beten. Es ist wichtig, mit Gott über Menschen zu sprechen, bevor wir mit Menschen über Gott sprechen. Wenn wir mit Menschen über Gott sprechen, ohne vorher mit Gott über die Menschen zu sprechen, wird in unseren Worten nicht viel Kraft liegen. Es ist wichtig, dass wir beten: dafür, dass Gott Arbeiter in Seine Ernte schickt, dass Er uns leitet, dass Er uns die richtigen Worte schenkt.

 

Das Zweite, was wir tun müssen, ist gehen. Jesus hat uns aufgetragen zu gehen. Gehen Sie auf die andere Straßenseite. Gehen Sie in Ihre Schule. Gehen Sie in Ihre persönliche Welt hinaus und reden Sie mit jemandem.

 

Ich erinnere mich an T. L. Osborn, der öfter hier in der Cottonwood – Kirche gepredigt hat. T. L. hat die Art und Weise revolutioniert, wie das Evangelium in unterentwickelte Länder gebracht wird. Er führte eine beispiellos große Evangelisationstour durch, bei der auch Heilungen stattfanden. Er war vielleicht einer der größten „Seelengewinner“ im letzten Jahrhundert. Ich erinnere mich an ein kleines, vertrautes Treffen mit T. L. und einer Gruppe junger Leute und einer der jungen Männer sagte – das werde ich nie vergessen -: „Bruder Osborn, Gott hat meiner Frau und mir das Land Vietnam aufs Herz gelegt. Wir haben nicht die Mittel, selbst dorthin zu gehen, aber das vietnamesische Volk liegt uns so sehr am Herzen! Was sollen wir machen?“ Und T. L. Osborn sagte sehr freundlich: „Hier in der Stadt gibt es viele vietnamesische Restaurants. Fangen Sie doch an, dorthin zu gehen. Behandeln Sie die Menschen dort sehr freundlich. Geben Sie reichlich Trinkgeld. Freunden Sie sich mit ihnen an. Schenken Sie ihnen Ihre Liebe. Bauen Sie eine Beziehung zu ihnen auf und dann erzählen Sie ihnen von Jesus. Damit könnten Sie anfangen.“

 

Das war kein weltbewegender Ratschlag, aber ein sehr tiefgründiger. Gehen Sie einfach in die Welt, die Ihnen jetzt offen steht. Manche Menschen warten auf die große Gelegenheit, aber sie wird sich nie ergeben, wenn wir nicht die kleineren Gelegenheiten nutzen. Und ganz ehrlich: Vielleicht schickt Gott Sie ins Ausland. Wenn ja: super! Gehen Sie!

 

Einmal predigte ich an einem Sonntagabend über die vier Rufe in die Mission: den Ruf von oben, den Ruf von unten, den Ruf von innen und den Ruf von außen. Der Ruf von oben, von Gott, lautet: „Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen?“ Jesaja sagte: „Hier bin ich, Herr, sende mich.“ Dann der Ruf von unten. Jesus erzählt die Geschichte von dem reichen Mann und Lazarus. Beide starben. Lazarus kam in Abrahams Schoß; der reiche Mann kam in die Hölle und wurde gequält. Da schaute er über die große Kluft hinweg hinauf zu Abraham und sagte: „Vater Abraham, ich werde hier in den Flammen gequält, aber ich habe Brüder. Schick jemanden zu ihnen, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen.“ Freunde, in der Hölle glaubt jeder an Evangelisation. Jeder in der Hölle ist besorgt um die verlorenen Menschen.Dann der Ruf von innen. Der Apostel Paulus sagte: „Die Liebe Gottes drängt mich.“ Und der Ruf von außen. In einer Vision sah Paulus einen Mann aus Mazedonien, der zu ihm sagte: „Komm herüber nach Mazedonien und

hilf uns!“

 

Das waren also die vier Punkte, über die ich predigte, das weiß ich noch. Anschließend kam eine junge

Frau zu mir. Sie war schon eine Weile in der Cottonwood-Gemeinde und sie sagte: „Herr Pastor, Gott

sagt schon seit einiger Zeit, dass ich in die Mission gehen soll und heute Abend habe ich den ganz starken Eindruck, dass das die Bestätigung ist zu gehen.“ Und ich sagte: „Dann bereiten Sie alles Nötige vor“ und

ich ermutigte sie. Etwa einen Monat später bekam ich einen Anruf von ihrem Vater. Ihre Eltern waren beide Christen, gingen aber in eine andere Gemeinde. Er sagte: „Pastor Bayless, ich bin der Vater von XYZ. Könnte ich einen Termin bei Ihnen haben?“ Und ich sagte: „Klar, kein Problem.“ Also kam er vorbei. Ich sagte: „Schön, Sie kennenzulernen. Was liegt an?“ Und er sagte. „Es geht um unsere Tochter. Sie hat die verrückte Idee, Missionarin zu werden und sie hat uns mitgeteilt, dass sie nach Afrika gehen wird.“ Ich fragte: „Ja, und?“ Er erklärte: „Wir haben Angst um sie. Wir wollen nicht, dass sie geht. Unsere Tochter hat großen Respekt vor Ihnen – können Sie nicht mal mit ihr reden?“ Ich erwiderte: „Ich muss Ihnen ehrlicherweise sagen, dass ich sie dazu ermutigt habe. Und wenn Gott zu Ihrer Tochter spricht, müssen Sie sie gehen lassen. Wenn Gott sie wirklich ruft, wird Er sie beschützen.“ Sie ging also für mehrere Jahre in ein bestimmtes afrikanisches Land. Dort lernte sie ihren Mann kennen und heiratete; ich durfte die beiden trauen. Sie hat viel für Jesus erreicht. – Wir müssen hinausgehen, ganz gleich, ob es an alle Enden der Erde ist oder nur auf die andere Straßenseite. Also, wir müssen beten, wir müssen gehen und das Dritte ist: Wir alle müssen geben. Wenn Sie nicht gehen, schicken Sie einen Ersatz. Wenn Sie nicht gehen, zahlen Sie, damit jemand anderes gehen kann. Das Evangelium ist kostenlos, aber der Transportweg in die Welt hinein kann teuer sein. Evangelistische Sendungen, Druckschriften, Reisekosten. Das Evangelium ist kostenlos, natürlich, doch der „Übertragungsweg“ kostet etwas und wir alle müssen dafür spenden. Das bringt uns auch gleich zu unserem nächsten Punkt.

 

Der nächste Punkt ist „Großzügigkeit“. Wenn Gott Seine Kirche anschaut, will Er keine Kirche sehen, die jedes Mal erschaudert, wenn der Pastor von Geld anfängt. Opfer sind nicht nur nötig, sondern heilig. Sie sind ein Ausdruck des Glaubens. Sie sind die von Gott verordnete Art und Weise, Seine Arbeit zu unterstützen.

 

Ich möchte Ihnen 2. Korinther 8:1-8 vorlesen und zwar nach der Neues-Leben-Übersetzung. Der Text ist ziemlich selbsterklärend. Sie werden ihn gleich sehen. Paulus schreibt:

 

  1. Korinther 8:1-8

„Und nun, liebe Freunde, möchte ich euch berichten, was Gottes Gnade in den Gemeinden Mazedoniens bewirkt hat. Obwohl sie schwere Zeiten durchgemacht haben, sind sie voll Freude und haben trotz ihrer Armut viel gegeben. Denn ich kann bezeugen, dass sie nicht nur gegeben haben, was sie ohne Not entbehren konnten, sondern weit darüber hinaus, und dies aus freien Stücken. Immer wieder baten sie inständig um das große Vorrecht, sich an der Sammlung für die Gemeinde in Jerusalem beteiligen zu dürfen. Ja, sie übertrafen unsere Hoffnungen sogar noch, denn ihre erste Reaktion bestand darin, sich dem Herrn und uns vorbehaltlos zur Verfügung zu stellen, um Gottes Willen zu tun, ganz gleich, was von ihnen verlangt wurde. Deshalb baten wir Titus, der ja die Sammlung unter euch angeregt hatte, zu euch zurückzukehren und sie zu einem guten Abschluss zu bringen. Da ihr so reich beschenkt seid – ihr habt so viel Glauben, in eurer Gemeinde gibt es so viele hervorragende Redner, so viel Erkenntnis, so viel Begeisterung und eine so große Treue uns gegenüber -, möchte ich, dass ihr euch nun auch bei dieser Sammlung durch Großzügigkeit auszeichnet. Ich sage nicht, dass ihr es tun müsst, auch wenn die anderen Gemeinden große Begeisterung zeigen. Es ist aber eine Möglichkeit, eure Liebe unter Beweis zu stellen.“

 

Als ich noch Assistenzpastor war, kam eines sonntagmorgens der Seniorpastor zu mir und sagte: „Bayless, Gott hat mir etwas aufs Herz gelegt. Es handelt sich um Folgendes…“ Und er erwähnte eine alleinerziehende Mutter in der Gemeinde, die ich gut kannte. Er sagte: „Ich habe erfahren, dass sie gerade nicht ihre Rechnungen bezahlen kann. Wir werden eine Sonderkollekte sammeln und ihr das ganze Geld geben.“ Ich sagte: „Super!“ Er sagte: „Aber wir sollten niemandem sagen, für wen die Kollekte bestimmt ist, sondern einfach, dass es für ein Gemeindemitglied ist, das gerade große Schwierigkeiten hat und dass sie großzügig sein sollen.“ Ich sagte: „Okay.“ Ich kannte die Geschichte der Frau. Ich war schon bei ihr gewesen und hatte ihr ein bisschen mit dem Haus geholfen, das damals im Prinzip eine Bruchbude war. Sie war alleinerziehend mit zwei Kindern. Als Kellnerin in einem kleinen Restaurant bekam sie nur den Mindestlohn, der damals bei 3,35 Dollar die Stunde lag; kurz zuvor waren es noch 3,10 Dollar gewesen. Manche von Ihnen werden sich an diese Zeit erinnern. Und von ihrem Lohn musste sie Miete und Nebenkosten bezahlen und ihre Kinder ernähren und es reichte einfach nicht. Aber bei jeder Gelegenheit brachte sie ihre Kinder in die Gemeinde. Der Pastor predigte also und ich sah, dass die junge Frau nur wenige Plätze von mir entfernt saß. Nach der Predigt erwähnte der Pastor, dass jemand in der Gemeinde in Not war und bat um großzügige Spenden. Und ich beobachtete die junge Frau während der Kollekte. Ich werde das nie vergessen. Sie öffnete ihre Handtasche, schloss die Augen und betete. Und dann nahm sie ihr Portemonnaie und legte alles, was darin war, in die Kollekte. Ich saß da und dachte nur: „Gott, ich habe Rettung nötig.“ Nach dem Gottesdienst rief der Pastor sie zu sich und bat mich, mit in den Technikraum zu kommen; dann überreichte er ihr die Kollekte. Sie brach in Tränen aus. Sie hatte keine Ahnung, dass die Kollekte für sie war. Aber sie hatte die gleiche geistliche Einstellung wie die Mazedonier. Obwohl sie in so großer Not war, spendete sie großzügig für jemanden, der in Not war und vertraute darauf, dass Gott sie versorgen würde.

 

Ich glaube, Gott wünscht sich diese geistliche Einstellung von uns, dass Geben etwas Heiliges ist und die von Gott verordnete Art und Weise, Seine Arbeit in dieser Welt zu unterstützen. Und darauf liegt Segen.

 

Und der letzte Punkt: Wenn Gott Seine Kirche sieht, möchte Er sehen, dass ihr Ziel der Himmel ist. Ich habe über bestimmte Menschen sagen hören, dass sie so auf den Himmel fixiert sind, dass sie für die Erde nichts taugen. Ich weiß nicht, ob das überhaupt möglich ist. Hören Sie dazu, was in Kolosser 3:1-2 steht:

 

Kolosser 3:1-2

„Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes! Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist!“

 

Diese Welt ist nicht unsere Heimat. Wir sind nur Pilger auf der Durchreise und wir können nichts mitnehmen. Ihre Weinsammlung kommt nicht mit in den Himmel. Ihr Ferienhaus und Ihre Ersparnisse auch nicht. Wir nehmen nichts aus dieser Welt mit, nichts. Nichts von allem, in das wir investiert haben. Das Einzige, das wir mitnehmen, ist der Mann oder die Frau, zu dem oder zu der wir werden. Wir nehmen unseren Charakter mit und die Menschen, die wir für Jesus erreicht haben, nichts weiter. Wir nehmen mit, wer wir sind und wen wir für Jesus erreicht haben. Aber wir sind nur auf der Durchreise und unsere Zeit hier vergeht sehr schnell. Paulus schreibt darüber in

 

Epheser 3:14-15

„Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jede Vaterschaft in den Himmeln und auf Erden benannt wird.“

 

Ein Teil der Familie ist bereits im Himmel, wo es keine Tränen, keinen Schmerz, keinen Kummer, keine Krankheit, keine Schwäche, keinen Hass und keinen Tod mehr gibt. Dort gibt es nur Segen über Segen über Segen. Kein Auge hat gesehen, kein Ohr hat gehört und kein Verstand hat erdacht, was Gott für die bereithält, die Ihn lieben. Freunde, es ist nur noch ein kurzer Augenblick, bis wir in die Ewigkeit treten.

 

Gestern war ich bei meinem Vater. Heute bin ich direkt von seinem Krankenbett zum Gottesdienst gekommen. Mein Vater steht am Ende seines Weges. Er hat nicht mehr viel Zeit; er liegt im Sterben. Wenn ich ihn besuche, reden wir in letzter Zeit meistens über den Himmel. Ich lese ihm aus der Bibel vor: „Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn. Zu gehen und bei Jesus zu sein, ist bei Weitem das Beste.“ Und gestern sagte ich zu ihm: „Dad, ich werde in meiner nächsten Predigt auch über den Himmel reden. Und du stehst so kurz davor, diese Erde zu verlassen und in das kommende Leben zu treten. Gibt es etwas, was ich deiner Meinung nach den Menschen in der Gemeinde sagen sollte?“ Und wissen Sie, was er sagte: „Für immer und ewig.“ Das war alles. Ihn hat der Gedanke der Ewigkeit gepackt. Sie ist für immer und ewig.

 

Das Wichtigste in diesem Leben ist sich auf das nächste vorzubereiten. Und wir müssen im Diesseits sicher sein, dass wir bereit sind. Wir können nicht auf den Tod warten und hoffen. Johannes schreibt: „Durch seinen Geist, den er uns gegeben hat, wissen wir, dass wir ewiges Leben haben.“

 

Bitte schließen Sie jetzt einen Moment die Augen und neigen die Köpfe. Ich würde gern mit Ihnen beten, wenn ich darf. Vielleicht sind Sie heute mit einem Verwandten oder Freund gekommen. Vielleicht schauen Sie auch irgendwo auf der Welt oder in den USA zu und Sie haben noch keinen Frieden mit Gott. Es wird nie einen besseren Augenblick dafür geben als genau diesen. Es wird kein besserer Zeitpunkt kommen. Ein Wort für alle, die vom Glauben abgekommen sind. Bitte hören Sie mir zu – Sie als verlorene Tochter, deren Vater Pastor war und die sich so weit von Gott entfernt hat, aber die die Wahrheit kennt und Sie als verlorene Söhne. Es ist an der Zeit, nach Hause zu kommen und Ihr Leben dem anzuvertrauen, der alles für Sie gegeben hat. Ich möchte mit Ihnen allen ein einfaches Gebet sprechen. Wenn Sie die Verbindung zu Gott suchen, keine Rituale oder Zeremonien, sondern eine Beziehung – wenn Sie wissen wollen, dass Ihre Sünden vergeben sind und dass Sie nach diesem irdischen Leben in den Himmel kommen -, dann sprechen Sie die folgenden Worte von ganzem Herzen mit. Ohne ein aufrichtiges Herz sind die Worte bedeutungslos. Aber wenn Sie es ernst meinen, dann reden Sie mit Gott. Wir werden mit diesem Gebet unser ganzes Leben Jesus in die Hände legen. Jesus hat gesagt: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Bitte beten Sie mit, wenn Sie möchten. Sagen Sie:

 

Gott, ich komme zu Dir. Ich glaube von ganzem Herzen, dass Jesus Christus Dein Sohn ist. Ich glaube, dass Er am Kreuz gestorben ist, um meine Sünde wegzunehmen. Jesus, danke, dass Du ans Kreuz gegangen und an meiner Stelle gestorben bist. Ich glaube, dass Du vom Tod auferweckt wurdest. Und ich komme mit demütigem Herzen vor Dich. Ich bekenne Dich als Herrn. Komm in mein Leben, Jesus. Verändere mich. Schenk mir einen Neuanfang. Ich bete in Deinem Namen. Amen.

 

Ich weiß nicht, wie Gott es macht, aber Er tut es. Allen, die mir jetzt zuhören, möchte ich sagen: Gott kann durch mich in diesem Moment zu Ihnen sprechen. Ist das nicht seltsam? Obwohl diese Sendung irgendwo auf der Welt vielleicht vorher aufgezeichnet wurde, spricht Gott zu Ihnen. Ja, Er versucht, Sie auf sich aufmerksam zu machen. Er kennt und liebt Sie. Und es ist an der Zeit zu kapitulieren. Vertrauen Sie Jesus Ihr ganzes Leben an. Er ruft Sie. – Gott segne Sie.

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