Schärfe deinen Blick 1/2

Visionen sind Offenbarungen von Gott, durch die wir Führung erleben und uns auf die richtigen Ziele konzentrieren. Bayless Conley hilft dir, den Blick zu schärfen und erklärt wichtige Elemente, die zu einer Vision von Gott dazugehören.

Entdecke, warum die letzten Gebote von Jesus bei dir an erster Stelle stehen sollten. Lerne, wie Gottes Wort dir den Weg zu Jüngerschaft, Freiheit, Heilung und Führung bahnt. Und das Wichtigste: Entwickle einen Blick dafür, wie sehr es Jesus am Herzen liegt, die verlorene Welt zu retten.

Visionen helfen uns, den Blick zu schärfen und die Leidenschaft nicht zu verlieren. Es gibt immer tausend Dinge, die wir tun könnten, aber mit dem Blick auf die richtigen Dinge verlieren wir Gottes Prioritäten nicht aus den Augen.

Dies ist der erste Teil der Predigt, den zweiten Teil findest du hier …

Predigtmanuskript

Hallo zusammen! Diese und die nächste Sendung konnten wir nicht in eine kurze halbe Stunde pressen. Vielleicht können Sie die nächste Sendung ja auch schon für sich einplanen. – In meiner Predigt soll es darum gehen, wie wichtig Visionen für unser Leben sind. Das möchte ich anhand des Wortes Vision – V-I-S-I-O-N – erklären. Diese Predigt hatte große Bedeutung für unsere Gemeinde, aber auch für mich persönlich. Kurz nachdem ich die Predigt in unserer Gemeinde gehalten hatte, fuhr ich zu einer Pastorenkonferenz. Dort hielt ich die Predigt noch einmal und sie fand wieder großen Anklang. Das liegt nun nicht daran, dass ich so gute Predigten halte, sondern dass Gott etwas zu sagen hatte. Es ist etwas, das Ihrer Gemeinde helfen kann, aber auch Ihnen persönlich in Ihrer Beziehung zu Gott. Heute soll es also um Visionen gehen und ich möchte Ihnen gleich einen kurzen Gedanken mitgeben. In der Bibel heißt es: „Wenn ein Volk das prophetische Wort nicht annimmt, verliert es jeden Halt.“ In einer anderen Übersetzung heißt es: „Wenn keine Offenbarung da ist, verwildert ein Volk“ oder „wird zügellos“. Liebe Freunde, eine Vision hilft uns, unser Potenzial nutzbar zu machen. Also nehmen Sie am besten Ihre Bibel zur Hand und wir werden der Sache nachgehen.

 

Ich möchte mit uns beten:

Vater im Himmel, danke, dass wir uns hier als deine Familie versammeln dürfen. Danke, dass der Heilige Geist bei uns ist. Wir glauben, dass du durch ihn in unserem Leben wirkst. Danke, dass du uns alles schenkst, wenn wir uns vor allem anderen um dein Reich bemühen – auch das, worum wir uns normalerweise so viele Gedanken machen. Danke, dass du dich um die Dinge kümmerst, die uns Sorgen machen. Vater, danke, dass du dich um alle wichtigen Dinge in unserem Leben kümmerst, während wir hier sind und uns jetzt ganz auf dein Wort konzentrieren. Jesus, wir beten darum, dass du verherrlicht wirst. Wir wollen deinen Namen groß machen. Amen.

 

Unser Thema in diesem Monat ist „Vision“ und ich möchte ein paar Minuten darüber sprechen, was Visionen für unser Leben bedeuten. Anfangen möchte ich mit einem bekannten Vers, Sprüche 29,18. Dort heißt es:

 

Sprüche 29,18:

„Wenn keine Offenbarung da ist, verwildert ein Volk; aber wohl ihm, wenn es das Gesetz beachtet!“

 

Ohne Offenbarung oder Vision verdirbt ein Volk. Eine Vision ist eine Offenbarung von Gott, die uns leitet und hilft, unsere Aufmerksamkeit zu konzentrieren. Daraus ergeben sich gleich einige Konsequenzen. Erstens, wenn die Vision von Gott ist, hat sie etwas mit der Rettung von verlorenen Menschen zu tun, denn ohne Vision, ohne Offenbarung von Gott, laufen Menschen in ihr Verderben. Doch wo es eine Vision, eine Offenbarung und Erleuchtung von Gott gibt, wird dies immer auf irgendeine Weise dazu führen, dass Menschen gerettet werden.

 

Zweitens muss man wissen, dass eine Vision oder Offenbarung von Gott immer aus seinem Wort entspringt oder seinem Wort entspricht. Wir dürfen den zweiten Teil dieses Verses nicht unter den Teppich fallen lassen: „Aber wohl ihm, wenn es das Gesetz (das Wort Gottes) beachtet!“ Eine Vision muss aus Gottes Wort kommen und mit Gottes Wort übereinstimmen. In anderen Bibelübersetzungen heißt es, wo es keine Leitung oder Offenbarung von Gott gibt, werden die Menschen zügellos oder geraten in Aufruhr. Gott benutzt Visionen, um Klarheit und Einheit zu bringen und unser Potenzial als verbündete und vereinte Familie zu steuern. Nun möchte ich anhand des Wortes „Vision“ einige Gedanken weitergeben. Es soll darum gehen, was eine Vision oder eine Anweisung von Gott beinhaltet und was sie in unserem Leben bewirkt. Und dabei möchte ich einige Dinge hervorheben, die besonders für eine Gemeinde wichtig sind und einige andere Aspekte, die uns in unserem persönlichen Glaubensleben helfen können. Also, fangen wir an!

 

Der erste Buchstabe des Wortes Vision ist das „V“. Ich werde etwas davon abweichen und ein Wort mit „W“ nehmen, nämlich „Wert“. Eine Vision zeigt uns, was wir als bedeutsam und wichtig wertschätzen. Wenn ich an unsere Gemeinde hier denke, fällt mir schnell eine lange Liste von Dingen ein, die uns bedeutsam und wichtig sind. Drei davon sind Gottesdienst, Gemeinschaft und Gebet. Diese drei stehen ganz oben auf der Liste und ich könnte noch viele weitere nennen. Aber aus Zeitgründen möchte ich mich auf drei Aspekte beschränken, die für uns hier in Cottonwood unersetzlich sind, drei Dinge, die uns in unseren meisten Entscheidungen als Gemeinde leiten. Es sind die Seelen von Menschen, das Wort Gottes und die verschiedenen Generationen. Diese drei Aspekte sind uns hier wichtiger als vieles andere. Es geht uns darum, Menschen zu erreichen, die Gott noch nicht kennen, um das Wort Gottes und um die verschiedenen Generationen. Ich möchte kurz auf alle drei eingehen.

 

Erstens, Menschen erreichen, die Gott noch nicht kennen. Das letzte Gebot von Jesus sollte für uns besonders wichtig sein. Er sagte: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ Jesus kam, um zu suchen und zu retten, was verloren ist. Gott ist nicht wütend auf diese Welt, sondern hat sie so geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben. Den Vers kennen und lieben wir, Johannes 3,16. Aber haben Sie schon einmal Johannes 3,17 gelesen? Dort steht:

 

Johannes 3,17:

„Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richtet, sondern dass die Welt durch ihn gerettet wird.“

 

Jesus sagte: „Hebt eure Augen auf und schaut die Felder an! Denn sie sind schon weiß zur Ernte.“ Und Oswald Chambers sagte: „Die Kirche, die nicht evangelisiert, versteinert.“ Das sehe ich ganz genauso. Paulus schrieb an Timotheus, einen jungen Pastor: „Tu das Werk eines Evangelisten.“ Und Kenneth Wuest, der einer der führenden Experten für biblisches Griechisch war, sagte, die wörtliche Übersetzung lautet: „Deine Arbeit als Pastor soll evangelistischer Art sein. Deine Arbeit als Pastor soll einen evangelistischen Charakter haben.“ Unsere Gemeinde schämt sich nicht, die gute Nachricht von Jesus in die Welt hinauszutragen, die sie dringend braucht. Die Seelen von Menschen sind überhaupt das Wichtigste für unsere Arbeit. Als Zweites auf unserer Prioritätenliste steht Gottes Wort. Wenn man einen Fisch gefangen hat, muss man ihn erst einmal sauber machen. Genau das tut Gottes Wort:

 

Jesus sagt in Johannes 15,3: „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.“ Das ist der Weg zur Nachfolge.

 

In Johannes 8,31 sagt er: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger.“ Bleibt bei meinem Wort, lebt in meinem Wort, beschäftigt euch damit; dann seid ihr wirklich meine Nachfolger.

 

Gottes Wort baut uns auch auf und ist ein Segen für uns. Apostelgeschichte 20:32: „Nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, aufzuerbauen und ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben.“

 

Es ist wichtig für unseren Glauben. Römer 10,17: „Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christ.“

 

Soll ich weitermachen? Ja? Also gut.

 

Es ist wichtig für unser geistliches Wachstum. 1.Petrus 2,2: „Seid begierig nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie wachst.“

 

Es ist unsere Waffe im Kampf gegen den Feind. Epheser 6,17: „Nehmt das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort!“

 

Gottes Wort rüstet uns auch für gute Taten aus. In 2.Timotheus 3 heißt es: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig ist, für jedes gute Werk ausgerüstet“ oder „vollständig und rundum ausgerüstet ist“.

 

Vor allem offenbart es uns aber Jesus, weil er das menschgewordene Wort Gottes ist. Wir dürfen nie vergessen, dass Gottes Wort über die Dimensionen unserer Welt hinausgeht. Jesus sagt: „Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben.“

 

Im Jakobusbrief wird Gottes Wort das vollkommene Gesetz der Freiheit genannt und mit einem Spiegel verglichen, der uns Freiheit schenkt, wenn wir immer wieder hineinschauen. Das gleiche Bild finden wir auch in 2.Korinther 3,18: Wenn wir in diesen „Spiegel“ schauen, werden wir in das Bild verwandelt, das wir sehen.

 

Alles, was wir gerade über das Wort Gottes gehört haben, gebraucht der Heilige Geist, um uns zu verändern, wenn wir uns mit Gottes Wort beschäftigen. Das trifft zu, wenn es um Heilung geht; es bringt uns Frieden, es rüstet uns aus, es gibt uns Licht, wenn uns alles dunkel erscheint. Gottes Wort ist mehr als einfach nur ein Buch und es ist uns unendlich wichtig.

 

Und dann die Generationenfrage. Wir sind keine Jugendgemeinde und keine Gemeinde für alte Menschen. Wir arbeiten sehr bewusst daran, eine Mehrgenerationen-Gemeinde zu sein – nicht nur eine Gemeinde, bei der irgendwo ein Jugendprogramm läuft. Abraham rüstete Isaak aus, Isaak ließ Jakob ziehen und Jakob ehrte Abraham. Gottes Plan umfasst immer die Zusammenarbeit von mehreren Generationen. Das folgende Beispiel habe ich schon öfter erwähnt. Wissen Sie, warum Gott Abraham erwählt hat, Stammvater des auserwählten Volkes zu sein? Warum sollte der Retter der Welt ausgerechnet seinen Nachkommen entstammen? Warum hat er nicht jemanden von den pazifischen Inseln erwählt, warum keinen Afrikaner oder Europäer, warum keinen amerikanischen Ureinwohner oder einen Asiaten? Warum hat Gott ausgerechnet diesen Mann aus dem Nahen Osten erwählt, der aus der Stadt Ur in Chaldäa stammte? Warum Abram? Gott gibt uns in der ganzen Bibel nur eine Begründung: „Denn ich habe ihn erkannt“ – wörtlich, „ich habe ihn auserwählt, ich habe ihn ausgesucht“ – „damit er seinen Söhnen und seinem Haus nach ihm befiehlt, dass sie den Weg des Herrn bewahren“. Gottes einzige Begründung für Abrahams Erwählung ist, dass Abraham auch die folgenden Generationen im Blick haben würde. Liebe Freunde, das ist wichtig. Als Petrus am Pfingsttag predigte, zitierte er den Propheten Joel: „Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Erscheinungen sehen.“ Drei Generationen gleichzeitig empfangen den Heiligen Geist und werden von ihm befähigt. Und alles gipfelt in der Aussage: „Jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird gerettet werden.“ Wenn wir auch nur eine der Generationen ausklammern, büßen wir an Wirksamkeit für Gott ein. Dann werden wir nicht erreichen, was Gott von uns möchte. Deshalb sind wir eine Mehrgenerationen-Gemeinde. Das ist uns sehr wichtig.

 

Der zweite Buchstabe in „Vision“ ist das „i“. Es steht für „Investition“. Jesus sagt in Lukas 12,34:

 

Lukas 12,34:

„Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“

 

Was wir wertschätzen, darin investieren wir. Entsprechend unserer Vision fürs Leben investieren wir Zeit, Geld und unsere Talente. Janet und ich haben zwei Lieblingsrestaurants. In beiden Gegenden gibt es Geschäfte, die auf den ersten Blick wie kleine italienische Cafés wirken. Sie sehen aus wie eine Art Kombination aus europäischem Café und kleinem Geschäft mit exklusiven Waren. Eines Tages habe ich mir einen dieser Läden aus der Nähe angeschaut und eine große Überraschung erlebt. Es war kein Café und kein exklusives Geschäft, sondern ein Laden, der Leckerlis für Hunde verkauft! Die haben sogar ein Kühlregal mit Desserts für Hunde und sie sind so teuer wie ein gutes Restaurant. Und die Leute stehen Schlange, um diese Sachen für ihre Hunde zu kaufen! Warum? Weil ihre Hunde ihnen etwas wert sind. Also investieren sie etwas. Das fand ich inspirierend. Neulich habe ich recherchiert, ob es auch Menschen gibt, die ihr Erbe ihren Haustieren vermachen. Sie wären überrascht! Eine Frau hat ihre Familie enterbt und ihrem Hund 12 Millionen Dollar hinterlassen! Das muss ein toller Hund sein. Wenn Sie Hunde oder Katzen oder Goldfische oder was auch immer mögen, prima, gut für Sie!

 

Aber wir investieren in etwas, das Gott unvorstellbar am Herzen liegt: Menschen zu erreichen und ihnen zu helfen, durch Gottes Wort zu wachsen. Einmal im Jahr sammeln wir unsere sogenannte „H4“-Kollekte ein. „H4“ steht für „Herz für das Haus: Heim zum Helfen“. Dieses Geld wird dazu eingesetzt, auf unterschiedliche Art und Weise Menschen zu erreichen und sie durch Gottes Wort aufzubauen. Wir setzen Geld für Fernsehmission und Auslandsmission ein. Letztes Jahr hatten wir 13 verschiedene Teams in 10 verschiedenen Ländern, 135 Personen. Durch ihre Arbeit haben 5.200 Personen zu Jesus gefunden. Sie haben über 1.200 wunderbare Gebetserhörungen erlebt und für über 500 Waisenkinder gesorgt. Mit dieser H4-Kollekte wollten wir unter anderem auch einer verfolgten Volksgruppe in Indien helfen. Es sind eine halbe Million Menschen, die diese spezielle Sprache sprechen und ein kleiner Anteil davon sind Christen. Doch sie leben inmitten einer anderen Weltreligion und werden verfolgt, wenn sie sich Jesus zuwenden. Nun gibt es in dieser Sprache bisher noch keinen einzigen Bibelvers, nicht einen! Können Sie sich vorstellen, wie es sein muss, eine kleine Gemeinde ganz ohne Bibel aufzubauen? Oder Gott nachzufolgen, ohne einen einzigen Bibelvers in der Sprache zu haben, die man versteht? Wir haben uns also mit der Übersetzergruppe zusammengetan und beschlossen, ihnen das ganze Markusevangelium in ihrer Sprache zu bringen. Dann werden sie zum allerersten Mal einen Teil der Bibel in ihrer Sprache haben! Das Projekt ist bereits angelaufen und durch unsere Spende voll finanziert und im Voraus bezahlt. Die Übersetzer sind an der Arbeit. Neulich bekam ich einen Brief von unserer Kontaktperson zu der Übersetzergruppe, in dem stand: „Lieber Bayless und liebe Gemeinde, im Namen des Volkes der Cherian“ – das ist übrigens ein Pseudonym, weil es gefährlich wäre, wenn bekannt würde, dass unter ihnen missioniert wird. Also: „… im Namen des Volkes der Cherian, die Gottes Wort dringend brauchen: vielen Dank!“ Einer der christlichen Übersetzer schrieb kürzlich: „Alle in meiner Familie waren Hindus. Wir glaubten an Götter und Göttinnen, aber wir hatten keinen Frieden. Jetzt beten wir den einen, wahren Gott an. Gott ist gut. Danke für Eure Partnerschaft im Evangelium. Gott segne Euch.“

 

Es gibt noch etwas anderes, das Gott uns ans Herz gelegt hat: Wenn wir Menschen erreichen wollen, ist ein wichtiger Aspekt dabei, Pastoren zu ermutigen. Viele Pastoren sind sehr isoliert und abgearbeitet und haben manchmal das Gefühl, sie hätten keinen Ansprechpartner. Deshalb haben wir beschlossen, in Pastoren zu investieren, damit sie wiederum mehr Einfluss auf ihr Umfeld und ihre Region nehmen können. Joel Holm und ich haben zwei Pastorentreffen in Deutschland organisiert, die von der Cottonwood-Gemeinde finanziert wurden. Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Regionen Deutschlands und einige sogar aus anderen Ländern. Wir haben ihnen ein Gourmetessen serviert, uns um sie gekümmert, ihnen Bücher und andere Materialien geschenkt. Einige von ihnen waren ganz überwältigt, als sie erfuhren, dass sie einer Gemeinde in Kalifornien so sehr am Herzen liegen! Das Gleiche haben Pastor Kenneth Mulkey und ich mit Pastoren aus unserer Gegend gemacht. Wir haben ihnen ein Gourmetessen serviert, ihnen Materialien zur Verfügung gestellt, sie ermutigt und den Kontakt zu ihnen gepflegt. Warum? Weil es uns wichtig ist. Was uns wichtig ist, darin investieren wir.

 

Der dritte Buchstabe, „S“, steht für „Sprache“. Eine Vision gibt uns eine gemeinsame Sprache. Schlagen Sie bitte einmal 1.Korinther 1 auf. Eine Vision gibt uns eine gemeinsame Sprache.

 

1.Korinther 1,10:

„Ich ermahne euch aber, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle einmütig redet und nicht Spaltungen unter euch sind, sondern dass ihr in demselben Sinn und in derselben Meinung völlig zusammengefügt seid.“

 

Einheit bedeutet vor allem auch, dass wir in dem einig sind, was wir sagen. Eine gemeinsame Sprache zeigt nicht nur, dass wir im Einklang miteinander sind, sondern sie entwickelt auch eine Dynamik. Schauen wir uns einmal eine sehr bekannte Geschichte aus dem ersten Buch der Bibel an. 1.Mose 11 und ich möchte mit Vers 1 beginnen. Das ist eine interessante kleine Geschichte. 1.Mose 11,1. Dort heißt es:

 

1.Mose 11,1 ff:

„Und die ganze Erde hatte ein und dieselbe Sprache und ein und dieselben Wörter.“

 

Eine Sprache, das bedeutet, sie sagten alle das Gleiche. Es ist ein Ausdruck der Einheit. Sie hatten also eine gemeinsame Sprache, aber sie sagten auch das Gleiche. Sie hatten eine Einigkeit im Sprechen.

 

„Und es geschah, als sie von Osten aufbrachen, da fanden sie eine Ebene im Land Schinar und ließen sich dort nieder. Und sie sagten einer zum anderen: Auf, …“

 

Bitte achten Sie einmal auf die Formulierungen. Es wird immer die Einheit zum Ausdruck gebracht.

 

„… Und sie sagten einer zum anderen: Auf, lasst uns Ziegel streichen und hart brennen! Und der Ziegel diente ihnen als Stein, und der Asphalt diente ihnen als Mörtel. Und sie sprachen: Auf, wir wollen uns eine Stadt und einen Turm bauen und seine Spitze bis an den Himmel! So wollen wir uns einen Namen machen, damit wir uns nicht über die ganze Fläche der Erde zerstreuen! Und der Herr fuhr herab, um die Stadt und den Turm anzusehen, die die Menschenkinder bauten. Und der Herr sprach: Siehe, ein Volk sind sie, und eine Sprache haben sie alle, und dies ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts unmöglich sein, was sie zu tun ersinnen.“

 

Nichts, was sie sich vornehmen, wird ihnen unmöglich sein. Das sagt Gott selbst! Diese Menschen waren sich einig. Sie sagten das Gleiche und damit wäre ihnen nichts unmöglich gewesen, was sie sich vornahmen. Natürlich ging die Geschichte noch weiter. Gott vereitelte ihre Pläne, indem er ihre Sprache verwirrte und sie sich nicht mehr verstanden. Meine Frage an Sie ist nun: Wie viel mehr könnte eine Gruppe von Christen erreichen, wenn sie alle anfangen würden, ihr Reden an Gottes Wort auszurichten und eine Vision von seinem Reich hätten?

 

 

Wir konnten leider nicht die ganze Predigt in dieser Sendung unterbringen. Deshalb schalten Sie doch einfach beim nächsten Mal wieder ein, wenn wir das Thema „Schärfe den Blick“ fortsetzen. Unser letzter Punkt war die Sprache. Was wir sagen, zeigt, wo wir stehen. In unseren Worten liegt Kraft. Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge. Und wir können durch das, was wir sagen, sogar Einfluss auf unsere Ewigkeit nehmen. Wer Jesus Christus als Herrn seines Lebens akzeptiert und ihn auch als Herrn bekennt, bei wem Herz und Lippen übereinstimmen, der wird ein neuer Mensch in Jesus Christus. Und der Zielpunkt seines Lebens ist dann nicht mehr die Hölle, sondern der Himmel. Deswegen sollten wir lernen, unsere Worte zu steuern. Vor allem ist es wichtig, darauf zu achten, was man in ungeschützten Momenten sagt. Oder was man sagt, wenn man überrascht wird. Manchmal kommen uns in diesen Momenten Dinge über die Lippen, die sonst tief in unserem Inneren vergraben sind. Ich habe einmal eine Geschichte von einem Mann gehört, der von einem Bären einen Baum hinaufgejagt wurde. Da saß er also auf dem Baum und der Bär kam hoch und biss ihm in den Fuß. Der Mann dachte, sein Leben sei zu Ende. Aus irgendeinem Grund verlor der Bär aber das Interesse, kletterte vom Baum herunter und lief über die Wiese. Und der Mann sagte: „Ich weiß nicht, wo es herkam, aber ich fing an zu fluchen und konnte gar nicht mehr aufhören. Da drehte sich der Bär um, schaute mich an, kletterte wieder den Baum hinauf.“ Ich weiß nicht genau, ob er ein zweites Mal zubiss, aber auf jeden Fall verfolgte er den Mann ein zweites Mal. Das werde ich nie vergessen. Der Mann sagte, ihm kam einfach eine Flut von Worten über die Lippen, so als hätte sich sein Gehirn abgeschaltet. Es kam heraus, was tief in ihm steckte. Liebe Freunde, das passiert uns allen einmal. Wenn wir in einer Krise oder in Problemen stecken, kommt uns über die Lippen, wovon unser Innerstes voll ist. – Ich könnte noch weitermachen, aber die Zeit ist um. Also, schalten Sie beim nächsten Mal wieder ein. Gott segne Sie!

 

Gedankenimpuls:


In 2.Könige 6 gibt es eine Geschichte über eine Prophetenschule. Das Haus, die Schule, ist zu klein geworden, und Elisa gibt ihnen die Erlaubnis für einen Anbau. Also gehen sie Holz fällen. Plötzlich löst sich an einer Axt der Axtkopf und fällt in den Fluss. Der Schüler jammert: „Meister, was soll ich nur tun? Die Axt war nur geliehen!“

 

Dieser Schüler erinnert mich an viele Menschen. Er hat seinen „Schneid“ verloren. Er arbeitet noch für Gott, aber irgendwie ist er abgestumpft. Vielleicht geht es Ihnen auch so. Sie haben Ihre geistliche Sensibilität verloren. Sie haben Ihre Freude verloren. Sie wachsen nicht mehr geistlich. Im Grunde sind Sie abgestumpft.

 

Die Frage ist nun: Was lässt sich dagegen tun? Und mir gefällt die biblische Geschichte, weil sie so einfach ist. „Der Mann Gottes aber sagte: Wohin ist es gefallen?“ Das ist der Ausgangspunkt und die Frage, die wir uns stellen müssen: Wo habe ich meinen „Schneid“ verloren? Vielleicht hat jemand uns Unrecht getan. Vielleicht sind wir in schlechte Gesellschaft geraten und in Dinge abgerutscht, die geistlich nicht gesund für uns sind.

 

Weiter heißt es in der Geschichte, dass der Mann Gottes ein Stück Holz abschnitt und es ins Wasser warf. Daraufhin begann der Axtkopf im Wasser nach oben zu steigen, bis er an der Oberfläche trieb. Das Holz ist für uns ein Bild für das Kreuz von Golgatha. Wenn Sie abgestumpft sind, geben Sie niemand anderem die Schuld daran. Übernehmen Sie Verantwortung dafür. Wenden Sie sich an Jesus. Er hat auf Golgatha sein Blut für uns vergossen. Kehren Sie um und Jesus wird Ihre Sünde wegnehmen. Wenn Sie zu Gott sagen: „Ich möchte meinen alten Glauben zurück“, dann wird er Sie an den Punkt führen, wo dies möglich ist. Aber Sie müssen sich vertrauensvoll an Gott wenden und sagen: „Gott, ich möchte, dass meine Beziehung zu dir wieder in Ordnung kommt.“ Deshalb möchte ich Sie ermutigen: Strecken Sie sich nach dem aus, was Sie verloren hatten. Leben Sie wieder ganz für Gott.

 

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