Nächstenliebe neu entdecken 2/2

Alle Gebote Gottes werden in diesem einen Gebot zusammengefasst: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst und behandle andere Menschen so, wie du auch behandelt werden möchtest.
In dieser Predigt spricht Bayless Conley über vier wichtige Gründe und Möglichkeiten andere zu lieben. Entdecke, wie Jesus durch seine Freundlichkeit Menschen in Not erreicht hat. Lerne, wie wir durch unsere Worte und unsere Wertschätzung anderen Liebe zeigen können und wie der Heiligen Geist unser Mitgefühl entfachen und leiten kann.

Dies ist der zweite Teil einer Predigt, den ersten Teil findest du hier…

Predigtmanuskript

Die heutige Predigt trägt den Titel „Liebe deinen Nächsten“. Das war einen Monat lang Thema in unserer Kirche. Ich habe schon in der letzten Predigt ein paar Punkte davon angesprochen. Heute werden wir uns mit dem zweiten Teil beschäftigen. Zuerst geht es um Wertschätzung. Sie sind wertvoll für Gott. Der Wert eines Objekts wird durch den Preis bestimmt, den jemand dafür bezahlt. Gott hat mit Seinem Leben dafür bezahlt, um Sie zu erlösen. Danach beschäftigen wir uns mit dem vierten und letzten Punkt und Sie werden überrascht sein, worum es dabei geht. Es wird Sie herausfordern, ermutigen und auf Ihrem Weg mit Gott weiterhelfen. Gott liebt Sie! Es ist kein Zufall, dass Sie mir gerade zuhören. Ich glaube, dass Gott Ihnen mit der Predigt von heute etwas sagen will. Los geht’s.

Theodore Williams sagte: „Die Menschheit ist zu wertvoll, um sie im Stich zu lassen. Das Heilmittel für die Not der Welt ist zu wunderbar, um es geheim zu halten. Jesus Christus ist zu herrlich, um Ihn zu verstecken. Das Abenteuer ist zu aufregend, um es zu verpassen.“ Erzählen wir davon!

Wir kommen zum nächsten Punkt: Wertschätzung. Unseren Nächsten zu lieben bedeutet, ihn wertzuschätzen. Der Wert eines Objektes wird durch den Preis bestimmt, den jemand bereit ist, dafür zu zahlen.

Als Beispiel: eine Patek-Philippe-Armbanduhr von 1949. Nicht sehr alt. Edelstahl, kein Gold, kein Platin. Eine Patek-Philippe-Uhr aus Edelstahl. Gefällt sie dir, Tom? Tom sammelt Uhren. Diese Uhr wurde für 4,1 Millionen Dollar verkauft. Sie sieht nicht anders aus als meine Fossil-Uhren, für die ich 45 Dollar bezahlt habe. Nicht sauer werden, ihr Uhrensammler. Ich weiß, dass meine nur eine Kopie ist, aber für mich sehen sie genau gleich aus. 4,1 Millionen Dollar für diese Uhr!

Nehmen wir etwas Älteres. Eine römische Artemis-Statue, die für 28,6 Millionen Dollar verkauft wurde.

Und wieder etwas aus unserer Zeit: ein Ferrari GTO von 1962, der für 34.650.000 Dollar verkauft wurde. Das ist aber ein ganz schön teures Auto!

Und hier wieder etwas Älteres: ein über 200 Jahre alter Schrank, der Badminton Cabinet genannt wird, weil er ein paar Jahrhunderte lang in Badminton in England stand. Er wurde für 36 Millionen Dollar verkauft. Ein ganz schön wertvolles Möbelstück.

Und dann noch das Gemälde eines Kartenspiels. Es wurde vor ein paar Jahren für 250 Millionen Dollar verkauft.

Der Wert eines Objekts wird durch den Preis bestimmt, den jemand dafür bezahlt.

In Matthäus 13 sagt Jesus: „Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine kostbare Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“ Ich weiß, dass wir meistens hören, Jesus sei die kostbare Perle, die so viel wert ist, und dem stimme ich auch zu. Aber Jesus will hier etwas anderes sagen. Der Kaufmann in dem Gleichnis ist Gott und die Perle sind Sie. Gott hat alles gegeben, um Sie zu erlösen. Er hat mit dem Leben Seines eigenen Sohnes dafür bezahlt. Sie sind nicht mit vergänglichen Dingen wie Silber und Gold erkauft, sondern mit dem kostbaren Blut von Jesus Christus. In Gottes Augen, mein Freund, sind Sie eine kostbare Perle. Der Wert eines Objekts wird dadurch bestimmt, wie viel jemand bereit ist, dafür zu bezahlen. Gott hat alles für Sie bezahlt. Für Gott sind Sie unendlich wertvoll.

Ich erinnere mich an ein Ehepaar. Als ich die beiden vor vielen Jahren zu Hause besuchte, bemerkte ich eine Art Schüssel, die aus gegossener Bronze war. Am oberen Rand war eine wunderschöne Dekoration eingeritzt und sie hatte muschelförmige Füße. Ich fragte danach und die Frau sagte: „Dahinter steckt eine interessante Geschichte. Es ist schon viele Jahre her.“ Sie erzählte, dass sie Freunde hatten, die viel in der Welt herumreisten und von überall Sachen mitbrachten. Sie flogen vor allem nach Asien und kauften dort Antiquitäten. Als sie diese Freunde einmal besuchten, sahen sie, dass das ganze Haus voller asiatischer Antiquitäten war. Sie gingen in den Garten und sahen diese Schale. Sie steckte im Dreck und war halb vergraben. Die Frau zog sie heraus und fragte ihre Freundin: „Was ist das?“ Und sie antwortete: „Ach, da hat mal der Hund draus gefressen. Das haben wir in Asien gefunden.“ Die Schale war vergessen und halb im Dreck vergraben worden. Wer weiß, wie lange sie dort gelegen hatte. Der Hund fraß nicht einmal mehr daraus. Die Frau sagte: „Wenn du willst, kannst du sie haben.“ Und sie sagte: „Okay.“ Sie nahm sie mit nach Hause und machte sie gründlich sauber. Danach war sie wirklich hübsch. Und dann fiel ihr auf, dass das Stück recht alt aussah. Also brachte sie es zu einem Antiquitätenhändler, der sie mit offenem Mund anstarrte und fragte: „Woher haben Sie das?“ Und sie antwortete: „Aus dem Garten von Freunden. Ihr Hund hat daraus gefressen.“ Er sagte: „Sie machen wohl Witze! Das ist eine 600 Jahre alte Tempelschale aus der Ming-Dynastie. Sie ist unbezahlbar! Ich könnte nicht einmal einen Preis dafür nennen. Und bei Ihren Freunden hat der Hund daraus gefressen?“ Sie antwortete: „Ja, früher einmal. Sie lag im Dreck vergraben.“

Manchen Menschen geht es ähnlich wie dieser Schale. Sie wurden vom Leben gebeutelt und stecken tief im Dreck. Aber Jesus ist gekommen, um Sie herauszuziehen, zu säubern und für Seine Herrlichkeit zu gebrauchen. Menschen sind wertvoll!

Ich erinnere mich an eine Geschichte, die T. L. Osborn erzählt hat. Er hat ab und zu hier bei uns in Cottonwood gepredigt. Nun ist er schon seit einigen Jahren im Himmel. Er erzählte folgende Geschichte von seinen Afrikareisen: Da war ein verrückter Mann. Er war von Dämonen besessen. Alle im Dorf kannten ihn. Er trug kaum Kleider, hatte nur eine zerrissene Hose an und lief ansonsten barfuss und ohne Hemd herum. Er sammelte irgendwelchen Abfall auf und rannte damit weg. Er rannte, bis er völlig erschöpft war. Dann fiel er zu Boden und schlief ein. Wenn er aufwachte, sammelte er Abfall und Schmutz ein, presste sie an sich und rannte wieder los, bis er vor Erschöpfung zu Boden fiel. Das tat er jeden Tag. Er umklammerte Schmutz und Abfall und rannte und rannte und rannte. T. L. war auf einer Predigtreise und der Mann – wir nennen ihn Joshua – kam mit seinem Abfall in den Händen vorbei und sah die Menschenmenge, die T. L. zuhörte. Er schlich sich von hinten heran, damit er auch zuhören konnte. Und irgendwie durchdrang Gottes Wort sein Herz und seinen Verstand. Auf einmal war sein Verstand wieder klar. Er schaute an sich herunter und fragte sich: „Warum halte ich Abfall in den Händen?“ Und dann: „Und warum habe ich nichts an?“ Die Leute um ihn herum bemerkten ihn. Alle kannten ihn, aber sie sahen, dass in seinen Augen auf einmal wieder das Licht des Verstandes war und dass er verändert aussah. Sie brachten ihn nach vorn zur Bühne und erzählten T. L. die Geschichte. Und T. L. kam herunter und sagte: „Hallo, Joshua. Ich will dein Freund sein. Willst du mein Freund sein? Joshua, du bist wertvoll. Willst du bei mir auf der Bühne sitzen?“ Er nahm ihn mit zu sich hoch auf die Bühne und ließ ihn bei sich sitzen. Nach der Veranstaltung nahm er Joshua mit und kaufte ihm einen nagelneuen Anzug und ein Paar Schuhe. Und von diesem Tag an kannte Joshua nichts anderes mehr. Er kam und saß den ganzen Abend über bei den Predigern auf der Bühne. Und später wurde Joshua selbst Prediger. Wertschätzung.

Wissen Sie, so war T. L. immer. Einmal saßen wir spätabends in meinem Büro und der Hausmeister kam herein, weil er dachte, dass niemand mehr da wäre. Er entschuldigte sich, aber T. L. sprang auf und sagte: „Kein Problem. Wie heißen Sie?“ Er schüttelte ihm die Hand und sagte: „Ich bin T. L. Freut mich, Sie kennenzulernen!“ Und dann redete er ein paar Minuten mit ihm und der Mann fühlte sich wie ein König. So war T. L. Er zeigte den Menschen Wertschätzung. Für Gott sind wir so wertvoll, dass Er Seinen eigenen Sohn gegeben hat – nicht, weil wir so gut sind, sondern weil Er Gott ist. Wenn wir unseren Nächsten lieben, müssen wir Ihn wertschätzen.

Und nun schlagen Sie mit mir Lukas 10 auf. Ich will noch eine sehr bekannte Geschichte lesen. Da steht ab Vers 25:

Lukas 10:25-37
Und siehe, ein Gesetzesgelehrter trat auf, versuchte ihn…

Das Wort „versuchen“ ist übrigens ein sehr starker Ausdruck in der griechischen Sprache. Es taucht im Neuen Testament nur noch zweimal auf. Es wird verwendet, als Jesus zu Satan sagt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.“ Und der Apostel Paulus verwendet ihn im Korintherbrief, als er sie davor warnt, Gott auf die Probe zu stellen. Dieser Schriftgelehrte hier hat also keine guten Absichten. Er stand auf und versuchte ihn

und sprach: „Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?“ Und er sprach zu ihm: „Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du?“ Er aber antwortete und sprach: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst!“ Er sprach zu ihm: „Du hast recht geantwortet; tu dies, so wirst du leben!“ Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: „Und wer ist mein Nächster?“ Da erwiderte Jesus und sprach: „Es ging ein Mensch von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und liefen davon und ließen ihn halbtot liegen, so wie er war. Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er auf der anderen Seite vorüber. Ebenso kam auch ein Levit, der in der Gegend war, sah ihn und ging auf der anderen Seite vorüber. Ein Samariter aber kam auf seiner Reise in seine Nähe, und als er ihn sah, hatte er Erbarmen; und er ging zu ihm hin, verband ihm die Wunden und goss Öl und Wein darauf, hob ihn auf sein eigenes Tier, führte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. Und am anderen Tag, als er fortzog, gab er dem Wirt zwei Denare und sprach zu ihm: ‚Verpflege ihn! Und was du mehr aufwendest, will ich dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.‘ Welcher von diesen Dreien ist deiner Meinung nach nun der Nächste dessen gewesen, der unter die Räuber gefallen ist?“ Er sprach: „Der, welcher die Barmherzigkeit an ihm geübt hat!“ Da sprach Jesus zu ihm: „So geh du hin und handle ebenso!“

Und diese Geschichte bringt uns zu unserem vierten Punkt: Vorbild sein. Jesus sagt: „Nimm dir den Samariter zum Vorbild. Geh hin und handle genauso.“

Wahrscheinlich handelt es sich bei dieser Geschichte nicht nur um ein Gleichnis. Viele Theologen sind aufgrund der verwendeten Ausdrücke der Meinung, dass Jesus hier eine Geschichte erzählt, die tatsächlich geschehen ist. Die Straße von Jerusalem nach Jericho war zu dieser Zeit die bekannteste Hauptverkehrsstraße. Und in Jericho lebten über 12 000 Priester. Die Leviten – also der Stamm, zu dem die Priester gehörten – waren auf dieser Straße unterwegs, um ihre Pflichten in Jerusalem zu erfüllen. Die Straße war immer voller Leute. Aber es gab dort auch Räuber. Der Priester und der Levit kamen an einem Mann vorbei, den man verletzt, nackt und halbtot auf der Straße hatte liegen lassen. Einer der beiden ging auf die andere Straßenseite, der andere kam, schaute sich den Mann an und ging weiter. Als Drittes kam dann der Samariter. Der Priester und der Levit taten nichts, weil sie kein Mitleid hatten. Mitleid kommt von Gott. Deswegen heißt es auch: „Liebe den Herrn, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft; und dann liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ Der Priester und der Levit liebten Gott nicht. Deswegen hatten sie auch kein Mitleid für ihren Nächsten. Mitleid ist eine Eigenschaft Gottes, die sie nicht hatten, weil sie Gott nicht liebten.

Der Schriftgelehrte zitiert die Verse aus 3. Mose, die wir beim letzten Mal gelesen haben. Und um sich zu rechtfertigen, fragt er: „Wer ist denn mein Nächster?“ Denn in 3. Mose steht eigentlich: „Hege keinen Groll gegen deinen Nächsten. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Und das hatten die Juden interpretiert als: „Gut, dann sind meine Nächsten nur meine eigenen Leute. Es sind die, die so sind wie ich. Nicht die Außenseiter, sondern nur die, die dazugehören. Ein Heide mein Nächster? Niemals! Und ganz bestimmt nicht die verhassten Samariter. Ein Samariter ist auf keinen Fall mein Nächster.“ Als Jesus die Geschichte erzählt hatte und den Gesetzeslehrer fragte: „Wer war der Nächste des Verletzten auf der Straße?“ konnte der es kaum aussprechen: „Na ja, der Sa… Sa… Sam… Der, der Mitleid mit ihm hatte.“ Er konnte nicht sagen: „Es war der Samariter.“ Ist Ihnen aufgefallen, dass Jesus die Frage des Mannes gar nicht beantwortet? Er hatte gefragt: „Wer ist denn mein Nächster? Wen soll ich lieben?“ Aber im Prinzip antwortete Jesus: „Nein, du sollst nur Gott lieben und denen, die Hilfe brauchen, ein Nächster sein. Nimm dir das zum Vorbild.“

Was können wir daraus lernen? Mehreres. Zuerst einmal: Der Samariter sah ihn. Wir sollten unsere Augen offen halten. Manche von uns beten: „Gott, bitte gebrauche mich!“ Sie werden jeden Tag die Gelegenheit dazu haben, dass Gott Sie gebrauchen kann, denn diese Gelegenheiten gibt es immer wieder. Ich bin sicher, dass der Mann, als er geschlagen wurde, am Boden lag, ausgezogen und getreten wurde, betete und zu Gott schrie: „Bitte hilf mir!“ Ich kann mir nicht vorstellen, dass er nicht gebetet hat. Und wer war die Antwort auf sein Gebet? Es war der Samariter. Vielleicht gibt es in Ihrem Umfeld einen Menschen, der mit seinem Latein am Ende ist, weil seine Kinder verrückt spielen und der betet: „Gott, was soll ich tun? Bitte, hilf mir!“ Vielleicht wurde jemand von seinem Ehepartner verlassen oder betrogen, vielleicht hat jemand seine Arbeit verloren oder steckt in einer anderen Art Krise – und sie beten: „Gott, hilf mir!“ Wir können die Antwort auf ein solches Gebet werden, wenn wir aufmerksam sind.

Der Samariter hatte Mitleid und ging hin. Er ließ den Verletzten nicht zu sich kommen. Er ging zu ihm. Mitleid führt dazu, dass wir aktiv werden. Mitleid beschreibt nicht nur ein Gefühl. Mitleid ist immer mit einer Handlung verbunden. Mitleid ohne aktives Handeln gibt es nicht. Mitleid führt immer dazu, dass wir aktiv werden.

Drittens: Der Mann brachte Opfer. Es kostete ihn etwas. Er opferte Öl, Wein und er opferte Verbandsmaterial. Er bezahlte das Zimmer im Gasthaus. Er war auf einem Tier geritten, von dem er nun absteigen musste. Er setzte den Verletzten auf das Reittier und musste selbst laufen. Das war unbequem. Es kostete Zeit, sich um den Mann auf der Straße zu kümmern, ihn zum Gasthaus zu bringen und mit dem Gastwirt zu verhandeln. Wahrscheinlich erreichte er sein Ziel nicht mehr zum geplanten Zeitpunkt. Es war auf jeden Fall unbequem. Und er verpflichtete sich außerdem auch noch für die Zukunft. Er sagte: „Wenn es weitere Ausgaben gibt, werde ich dafür bezahlen, wenn ich zurückkomme.“ Es war keine einmalige Sache. Er brachte in der Gegenwart Opfer und verpflichtete sich außerdem noch für die Zukunft. Das sollten wir uns zum Vorbild nehmen. Unseren Nächsten zu lieben bedeutet, aufmerksam und offen zu sein, damit uns der Heilige Geist die Nöte um uns herum zeigen kann. Es wird uns dazu bewegen, aktiv zu werden. Es wird uns Zeit und Geld kosten und wird manchmal unbequem sein. Und mitunter ist es keine einmalige Sache. Gelegentlich gehört es auch dazu, sich für die Zukunft zu verpflichten.

Aber die Geschichte, die Jesus erzählt hat, ist auch ein Gleichnis für die Person, die das allerbeste Beispiel für jemanden ist, der seine Nächsten liebt. Wir waren diejenigen, die halb tot auf der Straße lagen. Der Dieb, Satan, hat uns durch die Täuschung der Sünde unsere Kleider der Rechtschaffenheit ausgezogen und uns körperlich lebendig, aber geistlich tot liegen gelassen. Dann kam das Gesetz in Gestalt des Leviten und des Priesters vorbei, aber das Gesetz konnte uns nicht helfen. Durch das Gesetz erkennen wir die Sünde, aber es kann uns nicht davon erlösen. Und dann kam Jesus, den Seine Gegner auch als Samariter bezeichnet haben. Aber er hat nicht nur Öl und Wein geopfert, sondern Sein eigenes, kostbares Blut. Er bezahlte mit Seinem Leben, damit wir geheilt und gerettet werden konnten. Und dann hat Er uns bei dem Gastwirt zurückgelassen, dem Heiligen Geist, bis Er wieder zurückkehrt. Und Jesus wird zurückkehren. Um unseren Nächsten lieben zu können, müssen wir zuerst Gott mit ganzem Herzen, aus ganzer Seele, mit ganzem Verstand und aus aller Kraft lieben. Der erste Schritt besteht darin, Gottes Angebot der Vergebung und Rettung anzunehmen und Ja zu dem zu sagen, was Er durch Seinen Sohn für uns getan hat. Ich werde Ihnen das gleich anbieten und wir werden zusammen beten. Aber zuerst möchte ich noch alles zusammenfassen.

Wenn wir unsere Nächsten lieben, dürfen wir nicht vergessen, dass viele unserer Nächsten nicht gläubig sind. Wir können nicht erwarten, dass sie Bibelverse verteilen oder christliche Ferienlager leiten. Sie werden so leben, wie Nichtgläubige leben.

Wir müssen ihnen von Gottes Angebot erzählen. Wir wissen, wie sie gerettet werden können.

Wir müssen die Menschen wertschätzen, weil sie wertvoll sind. Auch wenn Ihr Nächster ein Idiot ist, ist er wertvoll.

Und wir müssen uns den guten Samariter zum Vorbild nehmen und natürlich auch unseren Herrn Jesus Christus, der – wenn wir schon von Opfer sprechen – ziemlich viel aufgegeben hat. Er verließ den Himmel und kam auf die Erde. Er wurde von einer Jungfrau geboren, wurde in jeglicher Hinsicht Mensch wie wir, lebte in dieser Welt und hatte mit den gleichen Versuchungen zu kämpfen wie wir, nur ohne Sünde. Wenn wir schon von Opfer und Unbequemlichkeit sprechen – das war mehr als unbequem! Es war ein riesiges Opfer! Er wurde verhaftet, in einem Schauprozess verurteilt, erbarmungslos geschlagen und gekreuzigt. Er vergoss Sein Blut am Kreuz, der Zorn Gottes über all unsere Sünden kam auf Ihn und Er bezahlte mit Seinem Leben, um die wertvolle Perle kaufen zu können. Und diese Perle sitzt hier vor mir. Sie sind so wertvoll für Gott. Den Ansprüchen Gottes an Seine Gerechtigkeit wurde für immer Genüge getan und am dritten Tag ist Jesus auferstanden. Wenn Sie das glauben und bereit sind, Jesus als den Herrn in Ihrem Leben anzunehmen, dann wird Gott Ihnen eine Beziehung zu sich schenken. Das nennt die Bibel Erlösung. Es geht nicht um Rituale oder Zeremonien. Es geht darum, wieder zu Gott zu gehören. Es geht darum, mit Ihm zu reden und zu leben. Es geht darum, dass Ihre Sünden abgewaschen werden. Freund, Er liebt Sie. Ganz gleich welche schlimmen Dinge Sie getan oder was Sie versäumt haben – Gott liebt Sie. Neigen Sie bitte Ihre Köpfe und schließen Sie Ihre Augen. Ich möchte mit Ihnen ein einfaches Gebet sprechen. Wenn Sie es in Ihrem Herzen mitbeten, wird Gott Ihnen begegnen. Alles, was Er erwartet, ist, dass wir es ernst meinen. Vielleicht sind Sie ein verlorener Sohn oder eine verlorene Tochter. Sie haben erlebt, wie schön es ist, erlöst zu sein, aber Sie sind wieder vor Gott davongelaufen. Kommen Sie nach Hause. Kommen Sie zurück zum Vater. Vielleicht haben Sie noch nie ein Gebet wie dieses gesprochen. Das ist keine einfache Sache. Sie treten mit dem lebendigen Gott in Kontakt. In der Bibel steht, dass es beängstigend ist, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Er ist real, mein Freund. Er ist real. Beten Sie laut mit mir. Wir beten:

Gott, ich möchte Dir von ganzem Herzen danken. Danke, dass ich für Dich so wertvoll bin, dass Du das Leben Deines Sohnes geopfert hast, damit ich Dir gehören darf. Jesus, danke, dass Du für mich am Kreuz gestorben bist. Ich glaube, dass Du gestorben und auferstanden bist. Ich lade Dich in mein Leben ein und gebe Dir mein Herz. Du bist mein Herr und Retter. Ich will gehen, wohin Du mich führst. Mein Leben gehört nicht mehr mir selbst. Ich lege alles, was ich habe und bin, in Deine Hände, Jesus. In Deinem Namen. Amen.

Ich hoffe, dass Sie bei meinem Gebet mitgebetet haben. In unseren Gottesdiensten finden jede Woche viele Menschen zu Jesus. Doch das ist nicht das Ende der Reise. Wenn Sie zu Jesus Ja sagen, sind Sie nicht am Ziel, sondern am Anfang des Abenteuers. Gott will Sie führen. Wenn Sie das Gebet mitgebetet haben, möchte ich Ihnen noch ein paar Gedanken mitgeben, die Ihnen helfen werden.

Erstens: Sprechen Sie jeden Tag mit Gott. Das nennt man beten. Kommen Sie mit Ihren Bedürfnissen zu Ihm. Kommen Sie mit Ihren Problemen zu Ihm. Sagen Sie Ihm auch, wenn Sie das Gefühl haben, dass Er Sie im Stich gelassen hat oder wenn Sie wütend auf Ihn sind – Er weiß es ja ohnehin. Gott liebt Ehrlichkeit. Aber nehmen Sie sich beim Beten auch Zeit, auf Seine Stimme zu hören. Was Er zu sagen hat, ist wichtiger als das, was Sie zu sagen haben.

Zweitens: Besorgen Sie sich eine Bibel und lesen Sie jeden Tag darin. Das ist Nahrung für Ihren Geist. Viele gönnen ihrem Körper drei warme Mahlzeiten am Tag, aber ihrem Geist nur einen Imbiss pro Woche. Dann ist Schwäche im Glauben kein Wunder. Beginnen Sie mit dem Neuen Testament.

Drittens: Suchen Sie sich eine Kirche, eine Gruppe von Gläubigen, und gehen Sie dorthin. Allein schaffen wir es nicht. Wir brauchen Gemeinschaft mit anderen. Wir brauchen die Kraft der anderen. Der einsame Apfel, der vom Baum fällt, wird zuerst gefressen. Suchen Sie sich eine Kirche, wo man sich nicht für Jesus schämt und die Bibel liebt und bringen Sie sich dort ein. In der Bibel steht: „Die gepflanzt sind im Haus des Herrn, sie werden gedeihen in den Vorhöfen unsres Gottes.“

Und schließlich: Erzählen Sie anderen von Jesus. Jemand muss von Ihrem Erlebnis erfahren. Erzählen Sie jemandem in Ihrem Umfeld, in Ihrem Lebensbereich davon. Wenn Sie das alles tun, wird es Ihnen gut gehen. Bis zum nächsten Mal. Gott segne Sie.

 

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