Lektionen von meiner Reise

Wir müssen nicht erst all das Schlechte im Leben verstehen, um zu begreifen, dass Gott gut ist! Gott sieht deinen Schmerz und all deine großen und kleinen Nöte. Er weiß, wenn du frustriert bist. Und er verheißt dir, sich in deinem Leben als gut zu erweisen – und das oft zu einer Zeit und auf eine Art und Weise, wie du es nie erwartet hättest!
Lektionen von meiner Reise ist Bayless Conleys erste Predigt nach seiner Genesung von einem Bootsunfall, der leicht hätte tödlich enden können. Die Lektionen, die Bayless durch dieses tragische Ereignis gelernt hat, werden dir ein tieferes Verständnis von Gottes Güte vermitteln, ganz gleich, in welcher Situation du gerade bist.

Predigtmanuskript

Es ist jetzt fünfeinhalb Monate her, seit ich einen schweren Bootsunfall hatte. Heute ist das erste Mal seit dem 27. Januar, dass ich wieder predige. An dem Tag passierte der Unfall. Für alle, die neu in der Gemeinde sind und nicht wissen, was passiert ist, fasse ich die Ereignisse nochmals kurz zusammen.

An diesem Sonntag fuhr ich nach dem Gottesdienst mit Freunden nach Catalina Island, wo wir nach Hummern tauchen wollten. Das ist eine meiner Therapien. Ich nenne sie Salzwassertherapie. Ich verbringe viel Zeit im Ozean. Als wir ankamen, war es schon dunkel. Es war eine mondlose Nacht. Wir sprachen kurz darüber, wo wir tauchen wollten und das ist das Letzte, an das ich mich erinnere, bevor ich zehn Tage später auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Los Angeles aufwachte. Ich habe absolut keine Erinnerung an den Unfall. Ich habe keine Ahnung, was eigentlich passiert ist. Aber offensichtlich liefen wir auf eine Felszunge auf. Wenn wir nur drei oder vier Meter weiter rechts oder links gefahren wären, wären wir problemlos daran vorbeigekommen. Wir rammten den Felsen mit etwa 30 Stundenkilometern. Dabei wurden wir alle drei verletzt. Die schlimmsten Verletzungen erlitt ich. Sie waren lebensbedrohlich. Ich hatte eine Gehirnblutung und einige Arterien einschließlich meiner Halsschlagader waren verletzt und bluteten heftig. Aber das Schlimmste war, dass meine Kehle aufgerissen war. Sie hätten nicht sehen wollen, wie es auf dem Deck des Bootes aussah. Es war alles voll mit meinem Blut! Das war eine furchtbare Szene. Einer meiner Freunde schaffte es, über Funk einen Notruf abzusetzen. Zufällig führte das örtliche Rettungsteam ganz in der Nähe gerade eine Übung für solche Fälle durch. Normalerweise sind sie nicht da und als der Notruf einging, glaubten sie zuerst, einer ihrer Freunde würde sich einen Scherz mit ihnen erlauben. Sie sagten: „Es kann nicht sein, dass gerade jetzt ganz in der Nähe etwas passiert ist.“ Aber dann waren sie innerhalb weniger Minuten da. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte ich nicht überlebt. Ich wurde nach Los Angeles geflogen, wo sofort eine Notoperation vorgenommen wurde. Mehrere Ärzte operierten mich sechs Stunden lang. Als sie herauskamen, sagte der Chefchirurg zu meiner Frau: „Wir haben alle geglaubt, wir würden ihn verlieren.“ Zu einem meiner Freunde sagten sie: „Wenn er fünfzehn Minuten später hier angekommen wäre, hätte er keine Chance gehabt zu überleben.“ Ich musste einen ganzen Monat im Krankenhaus bleiben und mich dann zu Hause noch weitere zwei Monate erholen. Ich konnte weder schlucken noch essen oder trinken, nicht einmal an einem Getränk nippen. Sie mussten mir einen Schlauch in den Magen legen. Ich war so durstig. Versuchen Sie einmal, zwei Monate lang keinen Schluck Wasser zu trinken und sich nur Wasser in den Magen zu spritzen. Das nützt ihrer Zunge, die sich anfühlt wie ein Stück Treibholz, überhaupt nichts. Aber durch die Gnade Gottes erlangte ich schließlich die Fähigkeit zurück zu schlucken. Auch mein Sprechvermögen war stark beeinträchtigt. Vor ein paar Monaten hätten Sie mich nicht verstehen können. Es war ein langer Weg. Ich bin noch nicht zu hundert Prozent wiederhergestellt, aber es ist ein Wunder, wie der Prozess verlaufen ist. Und ich bin froh, dass ich hier sein kann.

Wenn schlimme Dinge passieren, sind manche von uns voller Fragen. Andere werden zornig. „Gott, wie konntest Du zulassen, dass das passiert? Warum ist dieses passiert? Warum ist jenes passiert?“ Wir haben ein paar Antworten, aber sicher nicht alle. Aber meine Theologie verlangt nicht, dass ich alle Antworten habe oder alles verstehe, bevor ich glaube, dass Gott gut ist. Ich glaube auch, dass Er gut ist, wenn ich nicht alles verstehe. Wir leben in einer gefallenen Welt, wo nicht alles so funktioniert, wie Gott es ursprünglich vorgesehen hat. Die Sünde hat vieles durcheinandergebracht. Wir haben einen Feind, den Teufel, der umhergeht wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Es gibt das menschliche Versagen und so viele andere Faktoren. Und wir werden nie alle Antworten haben, warum etwas passiert, zumindest nicht hier auf der Erde.

Ich möchte Ihnen etwas vorlesen. Das stammt aus 1. Korinther 13 und es geht darum, dass Gott, wenn unsere Erlösung vollständig ist, eines Tages einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen wird. Dort wird es keine Unfälle, kein Leiden, keinen Kummer und keine Krankheiten mehr geben. Dann wird alles in die richtige Ordnung kommen. Und in Vers 12 heißt es über diesen Tag: „Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt worden bin.“

Ich möchte fünf Gedanken mit Ihnen teilen, die mir in den letzten fünf Monaten gekommen sind. Ich hoffe, sie werden Ihnen helfen. Diese fünf Gedanken haben mich während des ganzen Dramas in den letzten fünfeinhalb Monaten besonders beschäftigt. Der erste ist: die Verheißungen.

Als Josua ein alter Mann war, erkannte er, dass er diese Erde bald verlassen würde. Da versammelte er die Ältesten Israels um sich und sagte die folgenden Worte zu ihnen:

Josua 23:14
„Und siehe, ich gehe heute den Weg der ganzen Erde. Und ihr wisst mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele, dass auch nicht ein Wort hingefallen ist von all den guten Worten, die der Herr, euer Gott, über euch geredet hat: Alle sind sie eingetroffen für euch; kein einziges Wort davon ist hingefallen.“

Ich bin jetzt in meinem 59. Lebensjahr und ich kann dasselbe sagen. Nicht eine von Gottes Verheißungen ist unerfüllt geblieben. Aufgrund der Verheißungen und der Treue dessen, der sie gegeben hat, kann ich heute hier stehen. Verheißungen sind nur so gut wie derjenige, der sie gemacht hat. In Titus 1:2 heißt es: „Gott, der nicht lügt, hat verheißen…“ Als bekannt wurde, was in dieser Nacht passiert war, fingen unzählige Menschen hier und auf der ganzen Welt an zu beten. Sie beteten und hielten an den Verheißungen Gottes fest. Es sind so viele Menschen zu mir gekommen und haben gesagt: „Pastor, als wir angefangen haben für dich zu beten, hat der Heilige Geist uns eine Verheißung gegeben und diese haben wir gebetet und daran festgehalten.“ Andere sagten: „Pastor, als wir gebetet haben, haben wir uns daran erinnert, was du uns über Gottes Verheißungen gelehrt hast und diese haben wir für dich gebetet.“ Und als ich körperlich wieder in der Lage dazu war, tat ich dasselbe, denn Gottes Verheißungen sind übernatürlich. Sie schaffen eine Verbindung zwischen uns und seinem Wesen. – Bitte schlagen Sie den 2. Petrusbrief, Kapitel 1 auf. 2. Petrus, Kapitel 1, Vers 3.

2. Petrus 1:3-4
„Da seine göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt hat durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine eigene Herrlichkeit und Tugend, durch die er uns die kostbaren und größten Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur werdet, die ihr dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist, entflohen seid.“

Beachten Sie bitte: Die Verheißungen wurden bereits gegeben. Das steht hier in der Vergangenheit. Und hier ist nicht nur die Rede von Verheißungen, obwohl das bereits genug gewesen wäre. Er sprach nicht einmal nur von den „größten Verheißungen“. Wenn Gott über Seine Verheißungen spricht, nennt Er sie „seine kostbaren und größten Zusagen“. Und warum tut Er das? Weil sie wahr sind.

In der Bibel finden wir nur eine sehr kurze Liste mit Dingen, die Gott als kostbar erachtet. Und eines von ihnen sind Seine Verheißungen. Und in 1. Petrus, Kapitel 1 finden wir noch etwas: das Blut von Jesus. Wir wurden nicht mit käuflichen Dingen wie Silber und Gold erlöst, sondern mit dem kostbaren Blut von Christus. Wer von Ihnen glaubt, dass Blut kostbar ist? Gut. Und wie es hier heißt, ordnet Gott die Verheißungen derselben Kategorie zu. Warum? Er sagt es uns in dem Vers, den wir eben gelesen haben: Weil wir durch diese Verheißungen Teilhaber Seiner göttlichen Natur werden. Die Verheißung ist unsere Verbindung zu Gottes Natur. Gottes Natur ist Gerechtigkeit, sie ist Gesundheit, sie ist Frieden, sie ist Leben. Wenn Gott einen Satz mit den Worten „Ich bin“ beginnt, spricht Er über etwas, das Er Seiner Natur nach ist und das sich nie verändert. Als Jesus sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, sprach Er über Seine Natur. In 2. Mose 15:26 sagte Gott: „Ich bin Jehova Rapha, ich bin der Herr, dein Arzt.“

Gesundheit und Ganzheit sind ein Teil Seiner Natur. Es gibt gewissermaßen einen riesigen Vorrat an Güte und Gnade und Frieden und Gesundheit und Kraft – an allem, was wir brauchen und Gott hat eine Verbindung geschaffen, die uns Zugang zu diesem Vorrat gewährt. Diese Verbindung sind die Verheißungen. Doch dafür müssen wir sie glauben und annehmen. Wenn Sie die Verheißungen in Gottes Wort lesen und darüber nachdenken, wird Gott durch sie zu Ihnen reden. Und dann wird Ihr Glaube so selbstverständlich für Sie werden wie das Atmen. Gehen Sie eine Liebesbeziehung mit Ihrer Bibel ein. Lesen Sie Gottes Wort und es wird in Sie hineinkommen. Meditieren Sie darüber. Wenn Sie gehen, wird es Sie führen; wenn Sie schlafen, wird es Sie bewahren und wenn Sie aufwachen, wird es zu Ihnen sprechen.

Der zweite Punkt, über den ich sprechen möchte, sind die Menschen. Ich zitiere aus Psalm 20, die Verse 2 und 3: „Der Herr erhöre dich am Tag der Bedrängnis…“ Waren Sie schon einmal in Bedrängnis? Okay, noch ein paar außer mir. „… der Name des Gottes Jakobs mache dich unangreifbar. Er sende dir Hilfe aus dem Heiligtum, und von Zion aus unterstütze er dich.“ Am Tag der Bedrängnis schickt Gott Hilfe und Kraft aus dem Heiligtum und von Zion. Nach den Versen 22 und 23 in Hebräer 12 ist Zion eine Art Gemeinde. Wir wissen, dass sich das auf das Volk Israel bezieht, aber geistlich bezieht es sich auf den Leib Christi. Nochmals, Hebräer 12. Das Heiligtum bezeichnet den Ort, wo Gottes Volk sich versammelt. Ich danke Gott für den Haushalt des Glaubens.

Als ich meinen Unfall hatte, eilte die Gemeinde zusammen. Die Gemeinde betete. Sie brachte Ermutigung. Mann, die Leute brachten sogar Essen. Ich konnte nichts davon essen, aber wir sagten es ihnen nicht. Der Rest der Familie war begeistert. Ich saß da und sah ihnen beim Essen zu. Aber wir sind ein Leib. Wir brauchen einander. Jeder Teil ist nötig. Auch Sie haben etwas beizutragen. Aber es gibt auch Dinge, die Sie von anderen brauchen, denn Ihr geistliches Leben, der Fortschritt, den Sie in Ihrem geistlichen Leben machen, hängt mit anderen zusammen. Das hat Gott so gemacht. Menschen, die isoliert sind, wird es am Tag der Bedrängnis nicht gut gehen, weil Gott aus Zion, der Gemeinde, Hilfe und Kraft sendet. Ich hoffe, dass Sie am Tag der Bedrängnis einer örtlichen Gemeinde angehören. Sie brauchen den Leib Christi. Pflegen Sie Beziehungen zu anderen Menschen, die ebenfalls einen kostbaren Glauben haben. Das braucht jeder von uns. Und wenn der Tag der Bedrängnis kommt, werden sie erkennen, wie wichtig das ist.

Der dritte Punkt, über den ich sprechen möchte, ist Geduld. In Hebräer 10, Vers 36 heißt es: „Denn Ausharren habt ihr nötig, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung davontragt.“ Sie brauchen Ausdauer und Geduld. Manchmal müssen wir einen langen Weg zurücklegen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. In Johannes, Kapitel 6, wird eine Geschichte erzählt. Die Jünger waren auf einem Boot auf dem See und es kam ein furchtbarer Sturm auf. Dann stieg Jesus in das Boot und sogleich waren sie am Ufer. Das war ein Eingreifen Gottes und die Rettung war plötzlich und vollständig. Mann, wir lieben diese Geschichte! In Apostelgeschichte, Kapitel 27 geriet der Apostel Paulus ebenfalls mit seinem Boot in einen Sturm, doch in diesem Fall gab es keine plötzliche Rettung, obwohl Gott eingriff. Er schickte einen Engel. Aber es heißt, der Sturm hielt viele, viele Tage an. Die meisten hatten die Hoffnung aufgegeben. Da war kein Licht. Sie waren in der Finsternis. Viele Tage lang sahen sie weder die Sonne noch den Mond oder die Sterne. Sie mussten ihre ganze Ausrüstung und ihre Vorräte über Bord werfen, um das Schiff zu erleichtern. Dann liefen sie auf ein Riff und das Schiff brach auseinander, sodass sie mitten im Sturm ans Ufer schwimmen mussten. Aber alle schafften es. Schließlich legte sich der Sturm. Es kam also sowohl in Apostelgeschichte 27 als auch in Johannes, Kapitel 6 Rettung von Gott. Aber jeder von uns würde es vorziehen, die Geschichte aus Johannes, Kapitel 6 zu erleben. Wir wollen nicht fasten und beten und lange Zeit in der Finsternis verbringen, wie es die Menschen in Apostelgeschichte 27 tun mussten. Wir wollen uns nicht von allem, was uns in unserem Leben lieb und teuer ist, trennen, wie es die Menschen an Bord des Schiffs tun mussten. Wir wollen keine Veränderung. „Gott, es muss unbedingt schnell gehen.“ Aber vieles, was Gott tut – ich möchte sogar sagen, das meiste, was Gott tut, ist ein Prozess. Es gibt gewisse Ereignisse, die uns begeistern. Wir bewahren sie sorgfältig in unserer Erinnerung und richten unseren Blick darauf, um durch sie ermutigt zu werden. Aber offen gesagt, das meiste, was Gott tut, ist kein Ereignis. Es ist ein Prozess. Doch ganz gleich, in welcher der beiden Geschichten Sie sich heute wiederfinden: Fassen Sie Mut, denn Er ist treu.

Wir sitzen heute in diesem wunderbaren Saal und ich kann Ihnen ehrlich sagen, dass Gott uns geführt hat, als wir mit den Eigentümern verhandelten, das Grundstück kauften und den ganzen Prozess mit der Katella Avenue durchliefen. Er wusste bereits, dass es einen langwierigen Konflikt geben würde. Wir wussten es nicht, aber Er wusste es. Von dem Moment an, in dem wir uns für das Grundstück interessierten, bis wir schließlich hier einziehen konnten, vergingen neun Jahre. Den Großteil davon verbrachten wir im Gericht. Wir mussten zahlreiche Prozesse führen. Wir wurden von zwei Städten gleichzeitig verklagt. Das war absolut nicht lustig. Aber wissen Sie was? Wenn ich heute zurückblicke, sage ich: „Wow!“ Ursprünglich hatten wir 7 Hektar, jetzt haben wir 14. Die Fläche hat sich verdoppelt! Und was noch wichtiger ist: Aus unserem Fall wurde ein Präzedenzfall. Einige wenige Menschen aus dem Stadtrat  taten sich zusammen und aus ihnen wurde die Redevelopment Agency. Sie waren keiner anderen öffentlichen Körperschaft verpflichtet. Sie hatten ihre eigenen Gesetze. Und so war das in weiten Teilen des Landes. Sie beschlagnahmten unser Grundstück und wollten uns weit weniger dafür bezahlen als es wert war und es dann an jemand anderen verkaufen. Das war illegal, aber wir mussten damit vor Gericht gehen. Im Bundesgericht gewannen wir den Prozess schließlich in allen Punkten. Ich bin gleich fertig. Der gute Teil kommt in einer Minute. Der Richter urteilte, dass alles, was sie getan hatten, ungesetzlich war. Aber im Lauf der Zeit fanden wir heraus, dass das, was uns passiert war, auch Hunderten von anderen Gemeinden im ganzen Land passiert war. In einer nahe gelegenen Stadt war seit hundert Jahren eine Gemeinde, die ein Gebäude in einer schönen Gegend nahe des Stadtzentrums hatte, aber auch von dem dortigen Stadtrat taten sich ein paar Leute zusammen und sagten: „Wir sind die Redevelopment Agency.“ Sie beschlagnahmten das Gebäude, bezahlten einen Preis, der weit unter dem tatsächlichen Wert lag und verkauften es an einen privaten Investor. Die Gemeinde hatte in dieser Gegend keine Möglichkeit, ein anderes Grundstück zu erwerben und so löste sie sich nach hundert Jahren auf. Und das war kein Einzelfall. Es kamen Gemeinden aus den letzten Winkeln von Kalifornien und den Vereinigten Staaten zu uns und baten um Hilfe. Aber dann wurde ein Präzedenzfall geschaffen, der solchen Machenschaften in Amerika Einhalt gebot. Das war wahrscheinlich der wahre Grund, warum wir das alles durchmachen mussten. Ich bin sehr froh darüber, aber es wäre wirklich toll gewesen, wenn die Geschichte wie in Johannes, Kapitel 6 verlaufen wäre anstatt wie in Apostelgeschichte 27.

Dasselbe gilt für meine körperliche Wiederherstellung. Die Gehirnblutung hörte von selbst wieder auf. Einige meiner Arterien waren ziemlich beschädigt, aber als sie eine von ihnen operieren wollten, stellten sie fest, dass sie bereits dabei war, von selbst zu heilen. Meine Halsschlagader mussten sie nie auch nur anrühren. Auch sie heilte von selbst. Der Gefäßchirurg sagte: „Ihre Halsschlagader ist einwandfrei. Es war ein großer Wulst darin, aber er ist irgendwie abgeheilt.“ Das alles gehört in die Kategorie der plötzlichen Ereignisse. Aber alles, was sich um meine Kehle drehte – das Schlucken und das Sprechen – war ein Prozess. Ich wünschte, das wäre ebenso schnell gegangen wie der Rest. Gott, warum musste das ein Prozess sein? Nun, es war in Deinen Augen wohl gut so. Für mich ist das in Ordnung. Ich habe das nicht im Griff. Alles andere war Johannes 6, aber das war Apostelgeschichte 27. Das ist okay!

Das führt mich zum vierten Punkt, und das ist Stolz. Ich habe in dieser Zeit gleich mehrere Lektionen über Stolz und Demut gelernt. Als ich so verletzt war, dass ich für eine lange Zeit völlig von anderen abhängig war, war das sehr demütigend. Und dann meine Stimme. Gott gibt jedem von uns ein bestimmtes Mittel, mit dem wir Einfluss und Veränderung bringen können. Und bis zu dieser Zeit in meinem Leben war das wichtigste Mittel, das Gott mir gegeben hat, meine Stimme. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie demütigend es war, dass nun gerade meine Stimme beeinträchtigt war. Letzte Woche hielt ich die Kindersegnung für den kleinen Jungen eines Freundes ab. Es waren einige Freunde und Verwandte da und ich sprach ein paar Worte zu ihnen. Es ist unglaublich demütigend, heute zu Ihnen zu sprechen und zu wissen, dass meine Stimme noch nicht wieder so ist, wie sie sein sollte. Die Leute sagen: „Deine Stimme ist so kräftig. Ich merke gar keinen Unterschied.“ Der Einzige, der ehrlich zu mir ist, ist mein jüngster Enkel. Ich weiß das. Sawyer ist drei. Er sagte: „Opa, warum hörst du dich so seltsam an? Wann redest du denn wieder normal?“ Ich sagte: „Das wird schon, Sawyer, das wird schon! Noch ist es nicht so weit, aber ich bin auf dem Weg.“

Natürlich hat Gott meinen Unfall weder geplant noch verursacht, aber Er hat ihn gebraucht. Er hat mich veranlasst zu prüfen, ob Stolz in meinem Herzen ist. In 1. Petrus 5, den Versen 5 und 6, heißt es: „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade. Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit…“ Unsere Aufgabe ist es, uns zu demütigen; Gottes Aufgabe ist es, uns zu erhöhen. Aber wenn wir versuchen, Gottes Aufgabe zu übernehmen, muss Er die unsere tun.

Das bringt mich zum letzten Punkt: Frieden. Damit meine ich den Fürst des Friedens, wie Jesus in Jesaja 9, Vers 5 genannt wurde. Er hat wirklich in jedem Bereich gewirkt. Er hat uns Verheißungen gegeben, Er hat die Menschen versammelt, gelehrt und inspiriert. Ohne Seine Treue und Seine Integrität wäre jeder unserer Versuche, geduldig zu sein, völlig nutzlos. Er liebt uns so sehr, dass Er sich mit jeder Einstellung befasst, die sich uns in den Weg stellt, sei es Stolz oder irgendetwas anderes. Und dann hilft Er uns in Seiner Gnade, sie zu überwinden. Und ich frage mich: Kennen Sie den Fürst des Friedens, von dem ich spreche? Den Retter, den ich liebe und dem ich diene? Er kennt Sie und Er liebt Sie. Und wenn Sie Ihn suchen, werden Sie Ihn nicht distanziert und desinteressiert vorfinden. Er wird Sie von Ihrer Sünde reinwaschen, Er wird Sie erhöhen und Ihnen helfen und Sie werden herausfinden, warum Er Fürst des Friedens genannt wird. Er kann Ihnen in jedem Sturm einen Frieden geben, der das menschliche Verständnis übersteigt. Wenn Sie Ihn kennen und Ihm vertrauen, werden Sie auch in den furchtbarsten Umständen ein breites Grinsen im Gesicht haben.

Ich hoffe, Sie wurden durch die heutige Botschaft gesegnet und haben etwas daraus mitgenommen, das Ihnen hilft. Seit ich diese Predigt gehalten habe, sind mittlerweile einige Wochen vergangen. Gott hat weiter an meiner Kehle und meinem Sprechvermögen gewirkt und meine Stimme funktioniert Tag für Tag besser. Dafür bin ich sehr dankbar. Aber es ist ein Prozess. Ich möchte all diejenigen, die gerade ebenfalls einen Prozess durchlaufen, ermutigen, auf Gott zu vertrauen. Geben Sie nicht auf! Ich bin sehr dankbar, dass so viele Menschen für mich gebetet haben. Wir alle brauchen andere Menschen. Und ich möchte Ihr Freund sein, Ihr Partner in Ihren Kämpfen. Lassen Sie uns wissen, was in Ihrem Leben vor sich geht, damit wir für Sie beten können. Einer kann Tausend in die Flucht schlagen und zwei Zehntausend. Lassen Sie uns das gemeinsam tun. Gott segne Sie.

 

4 Kommentar(e)

  • Kristin Hagemann sagt:

    Hallo,
    Die heutige Predigt von Bayless nach seinem Bootunfall ist ein Geschenk von Gott an mich. Ich liege im Krankenhaus, der erste Tag nach meiner KrebsOP. Das „warum“ lässt sich nicht beantworten, aber Gott bleibt gut zu mir. Ein Prozess der Heilung, den Gott gebrauchen wird.
    Dankeschön und liebe Grüße

  • U. D. sagt:

    Hallo Bayless,
    ich hatte vor einem Jahr im Mai eine Brustkrebsoperation. Es gab Komlikationen und ich bekam eine Brustdrüsenentzündung danach.
    über 8 Monate hatte ich mit starken Schmerzen in meiner rechten Brust zu tun. Die Ärzte taten was sie konnten. Ich bekam insgesamt 3 Antibiothikatherapien und Bestrahlung über 5 Wochen. Es war ein langer Prozes der Genesung. Ich habe nicht aufgegeben, weil ich mir sicher war, dass Gott mich liebt und er einen guten Plan für mein Leben hat.
    Ich muss nun täglich ein Medikament einnehmen, dass ein neues Tumorwachstum unterdrücken soll. Ich habe oft Muskelschmerzen davon, sowie Hitzewallungen. Nach 5 Jahren ohne Rezidiv gilt man als geheilt. Ein langer Weg.
    Ich arbeite wieder und es geht mir trotz allem relativ gut.
    Mein Ehemann har seit längere Zeit Probleme. Er hat mit seinen Geschwistern und seiner Mutter gebrochen. Er litt psychisch darunter, weil er sich von ihnen nicht angenommen fühlte, ist er diesen Schritt gegangen.

    Er redet in letzter Zeit oft darüber und geht mir damit auf die Nerven, weil er die Sache nicht ruhen lassen kann.
    Ehrlich gesagt bin ich oft ratlos in Bezug auf diese Sache.
    In meiner elterlichen Familie ist ständig jemand krank. Erst mein Vater, dann meine Schwester, und jetzt noch die Freundin meines Neffen. Sie ist 36 Jahre alt, heißt Daniela und sie hat eine Krebsdiagnose bekommen.
    Meine beste Freundin Karin hat seit 2 Jahren Lymphdrüsenkrebs, Morbus Hodgkin.
    Ehrlich gesagt weiß ich manchmal nicht, was Gott damit bewirken möchte. Bei soviel Leid und Krankheit verstehe ich Gott nicht. Oder ist es Satan, der hier seine Hände im Spiel hat ? Kannst Du mir eine Antwort darauf geben ? Viele Grüße

  • Tamila, Büchner sagt:

    Hallo,
    danke für die Predigt und Gottes Segen für weitere Genesung. Ich hatte letzes Jahr auch eine Operation gehabt. Ich habe neues Knie bekommen. Und meine Rehazeit verlief alles anders als gut. Mein Knie war steif und beugte sich nur sehr schlecht und außerdem es schmerzte so, das ich die Nächte nicht schlafen konnte. Das ging noch 3 Monate lang. Ich hatte viele Fragen an unseren himmlischen Vater, ich dachte ich werde ein Krüppel bleiben, bis ich eine Zusage hatte, dass er mich heilen wird. Ich habe dann nach Verheißungen Gottes in der Bibel gesucht und mich im Glauben und Vertrauen ( Gott schenkte mir die Gnade) dran festgehalten. Für mich haben meine Glaubensgeschwister gebetet (danke ihnen von ganzem Herzen dafür). Der Schmerz in mir manchmal viel lauter war als Stimme Gottes, und ich konnte selbst nicht beten. Es sind jetzt 8 Monate her, ich gehe wieder arbeiten und es ist noch nicht 100 %, ich bin aber überzeugt das Gott mich vollständig körperlich heilen wird. Eine Heilung habe ich erleben dürfen und sie heißt: Geduld, Herr veränderte mein Herz und bin jetzt Ihm Nähe gekommen als nie zuvor. Danke dir Herr für dein Wort, den dein Wort ist lebendig, wirksam, wahrhaftig, heilsam und deine Verheißungen sind für alle, die an dich Glauben, für immer und ewig, und für aller Zeit.
    Danke auch an Bayless Conley und sein Team für eure Dienst, für wunderbare Predigten, die aufbauend, kraftvoll, erfrischend und Wortnah sind.

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