Hindernisse überwinden – Große Gebete der Bibel: Vergebendes Gebet 2/2

Von 24.10.2014 4196 Views42 Keine Kommentare
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Sorgen, Nöte, Schuld und Unversöhnlichkeit können uns schnell den Frieden, die Kraft und die Freude im Leben rauben. Und doch sagt uns die Bibel, dass Gott uns befreien und erneuern will. Er will neu schenken, was verloren ist, wenn wir nur zu ihm kommen und ihn darum bitten!

In dieser Predigt zeigt Bayless Conley, warum es wichtig ist, Gott in schweren Zeiten und bei Schwierigkeiten nicht als Plan B, sondern als erste Anlaufstelle zu sehen. Bayless Conley erklärt, wie wir auf der Grundlage eines gesunden Gebetslebens den Sieg davon tragen und den Weg des Glaubens gehen können.

Die Predigt über vergebendes Gebet ist Teil der Predigtreihe “Hindernisse überwinden – Große Gebete der Bibel”.

Dies ist der zweite Teil der Predigt, den ersten Teil findest du hier …

Predigtmanuskript

Hallo, ich bin Bayless Conley und ich freue mich, dass Sie heute dabei sind. Wir schauen uns große Gebete der Bibel an und gerade sind wir bei Gebeten, in denen es um Vergebung geht. Beim letzten Mal haben wir ein Gebet von Paulus betrachtet, der zwei Jahre lang in Cäsarea im Gefängnis saß. Niemand besuchte ihn. Niemand kam und verteidigte ihn. Und trotzdem betete er: „Herr, möge ihnen diese Schuld nicht zugerechnet werden.“ Heute schauen wir uns weiter das Gebet an, das Stephanus betete, als er ermordet wurde. Sie steinigten ihn und brachten ihn um. Und er betete etwas ganz Ähnliches: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu!“ Dahinter steckt ein großes Geheimnis, das auch Ihr Leben befreien kann. Ich glaube, dass Gott Ihnen etwas sagen will. Wenn Sie also eine Bibel haben, nehmen Sie sie zur Hand. Beschäftigen wir uns mit Gottes Wort.

Das Gebet von Stephanus wurde sogar zu einer eindrücklichen Predigt. Als er zu Tode gesteinigt wurde, legten die Leute nämlich ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes, der Saulus hieß – eines jungen Mannes namens Saulus. In Apostelgeschichte 8:1 steht: „Saulus aber willigte in seine Tötung mit ein.“ Aus der griechischen Formulierung lässt sich ableiten, dass er mit Freude zustimmte. Er freute sich über das blutige Spektakel. Er freute sich, dass Stephanus mit Steinen erschlagen wurde. Aber später warf ihn Jesus auf der Straße nach Damaskus mit einem Laserschwert vom Pferd und sagte zu ihm: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Es ist hart für dich, gegen den Stachel auszuschlagen!“ Ein Stachel ist ein spitzer Stock, den man verwendet, um Ochsen anzutreiben. Normalerweise einen jungen Ochsen, den man zusammen mit einem alten einspannt. Dieser Saulus von Tarsus wurde später zum Apostel Paulus, der mit Jesus zusammenarbeitete. Und Gott hatte ihn vorher immer wieder angestupst. Der Heilige Geist hat sich die ganze Zeit um ihn bemüht. Und ich glaube, das Erlebnis mit Stephanus war der Anfang. Saulus sah das Gesicht von Stephanus leuchten wie das eines Engels. Er hörte Stephanus sagen: „Ich sehe den Menschensohn zur Rechten Gottes.“ Er hörte ihn beten: „Herr, nimm meinen Geist auf.“ Und er sah, wie Stephanus eine andere Ebene des Gebets erreichte. Er kniete nieder und betete: „Gott, rechne ihnen diese Schuld nicht zu.“ Diese Worte müssen Saulus verfolgt haben. Sie waren der Stachel, mit dem der Heilige Geist ihn immer wieder anstupste und sein Gewissen aufrüttelte, bis Saulus von Tarsus auf der Straße nach Damaskus  sein Leben dem Herrn Jesus Christus gab. Freunde, manchmal ist Vergebung die eindrücklichste Predigt, die wir in unserem Leben halten können.

Ich habe einmal eine wahre Geschichte über ein Aufnahmeritual in eine studentische Bruderschaft gelesen. Erst betrinken sich alle. Dann nehmen sie die Neuen und stellen sie auf die Straße. Man verbindet ihnen die Augen und schließlich rast jemand im Auto mit 160 Sachen auf sie zu. Wenn das Auto näher kommt – keine Ahnung, bei welcher Entfernung – reißen sie sich irgendwann die Augenbinde runter und rennen von der Straße. Und derjenige im Auto weiß auch, dass sie wegrennen werden. Das war irgendwie ihr Aufnahmeritual. Aber einmal blieb ein Junge einfach stehen und wurde überfahren. Er war sofort tot. Doch das war nicht der Beginn der Geschichte. Sie geht eigentlich so: Da war ein Mann, der war bei der Arbeit immer schlecht gelaunt. Er fehlte viel, nahm Drogen und trank zu viel. Schließlich wurde er gefeuert. Und das war schon der dritte oder vierte Job, den er verlor. Irgendwann bekam er den Job zurück. Aber als er zurückkam, war er ein anderer Mensch. Er war nicht mehr schlecht gelaunt. Er trank nicht mehr. Er nahm keine Drogen mehr. Es war so, als hätte ihn eine dunkle Wolke umgeben – und die war plötzlich weg. Ein Arbeitskollege sagte zu ihm: „Ich war früher schon da. Ich hab dich gekannt. Du hattest es verdient, gefeuert zu werden. Aber jetzt bist du anders. Was ist passiert?“ Und dann erzählte der Mann die Geschichte. Er sagte: „Ich war in einer studentischen Bruderschaft und das war unser Aufnahmeritual. Ich war mit Fahren dran. Ich hab den Jungen überfahren und das Letzte, das ich von ihm gesehen habe, war sein entsetztes Gesicht. Das hat mein Leben zerstört. Ich habe das College abgebrochen. Ich habe angefangen Drogen zu nehmen und zu trinken. Und es hat mich die ganze Zeit verfolgt. Ich hatte jede Nacht Albträume deswegen. Aber vor kurzem klopfte es an meiner Tür. Es war eine Frau. Ich kannte sie nicht. Sie stellte sich als die Mutter des Jungen vor, den ich überfahren hatte. Ich ließ sie rein. Und dann sagte sie: Viele Jahre lang wünschte ich, Sie wären tot. Ich habe Sie gehasst. Aber kürzlich bin ich Christ geworden. Gott hat meine ganze Schuld vergeben, obwohl ich es nicht verdient habe. Er hat mir gezeigt, dass ich Ihnen vergeben muss. Ich habe Ihnen verziehen und ich habe Gott gebeten, dass er Ihnen verzeiht. Dann habe ich Sie gesucht und bin hergekommen, um Ihnen zu sagen, dass ich Ihnen vergeben habe.“ Und ich werde nie vergessen, was der Mann zu seinem Arbeitskollegen sagte. Er sagte: „Als ich der Frau in die Augen schaute, sah ich, dass sie es ernst meinte. Ich sah in ihren Augen die Erlaubnis, der Mann zu sein, der ich gewesen wäre, wenn ich nicht ihren Sohn totgefahren hätte.“

Wissen Sie, Vergebung befreit Menschen. Ich glaube, Saulus von Tarsus sah an diesem Tag etwas an Stephanus, das ihn nach und nach zum Glauben brachte. Was für ein wunderbares Gebet! Und jetzt kommen wir zum dritten und letzten Gebet. Dieses Gebet war das Vorbild für die anderen beiden. Schlagen Sie mit mir Lukas, Kapitel 23 auf. Ohne dieses Gebet hätte es auch die anderen beiden nie gegeben. In Lukas 23 geht es um Jesus. Judas hatte Ihn verraten. Er wurde gefangen genommen und man hatte Ihn vor ein Pseudogericht gestellt. Er wurde geschlagen und verspottet,  ausgepeitscht und schließlich gekreuzigt. Schlagen Sie mit mir Lukas 23 auf. Wir lesen Lukas 23, ab Vers 33.

Lukas 23:33-34
„Und als sie an den Ort kamen, der Schädelstätte genannt wird, kreuzigten sie Ihn dort und die Übeltäter, den einen zur Rechten, den anderen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun. Sie aber verteilten seine Kleider und warfen das Los darüber.“

Ich möchte, dass Sie kurz über etwas nachdenken. Jesus sagte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Haben Sie schon einmal überlegt, ob derjenige, der Ihnen Unrecht getan hat, sich gar nicht bewusst war, dass das falsch sein könnte? Jemand hat Ihnen viel Leid zugefügt. Jemand hat Sie tief verletzt. Aber ist es möglich, dass derjenige gar nicht gewusst hat, was er da tut? Das bedeutet nicht, dass es weniger wehtut. Wenn ich jemanden aus Versehen mit dem Auto anfahre, wird er genauso verletzt, wie wenn ich es absichtlich tue. Aber ist es möglich, dass manche, die uns Unrecht getan und uns Schaden zugefügt haben, nicht wussten, was sie da tun? Dass sie vielleicht sogar gedacht haben, dass sie völlig im Recht sind?

Früher, in den ersten Jahren unserer Kirche hier, gab es einen leitenden Mitarbeiter, der mir das Leben echt schwer machte. Das war vor über zwanzig Jahren, vielleicht vor 23, 24 Jahren. Ich war noch nicht lange im Dienst und hatte viel weniger Erfahrung als heute. Heute könnte ich viel besser damit umgehen als damals. Dieser Mann vergiftete auch andere mit schlechtem Gerede über mich. Immer wieder kamen Leute zu mir und sagten: „Soundso hat mir das gesagt, Soundso hat jenes gesagt“ und jemand sagte: „Ich konnte dich nicht einmal anschauen, weil Soundso gesagt hat, du hättest dies und jenes gemacht.“ Das ging so weit, dass es mich körperlich krank machte. Ich spürte den Druck physisch. Ich schleppte es mit mir herum und ich hatte das Gefühl, ich hätte einen Knoten im Magen. Kennen Sie das auch? Genau. Sicher kennen das einige. Obwohl man es nicht will, ist es das Letzte, an das man vorm Einschlafen denkt. Es ist das Erste, an das man beim Aufwachen denkt. Der Magen fühlt sich an, als wäre er ein einziger Knoten. Es macht einen selbst kaputt und die Beziehungen zu anderen auch. Es war wirklich schlimm. Und ich hatte keine Ahnung, wieso. Eines Tages war ich in meinem Büro und betete und plötzlich war Gott da. Gott war wirklich da. Ich spürte Seine Gegenwart und ich weinte und weinte, einfach weil Gott da war. Und dann hatte ich eine Vision. In der Vision sah ich diesen Bruder, der mir so viel Leid zugefügt hatte. Gott zeigte mir, dass sein Handeln von seinem Standpunkt, von seinem Denken her durchaus richtig schien. Er war überzeugt, er wäre im Recht! Das war er nicht, aber Gott zeigte mir, dass er in seiner verqueren Denkweise annehmen musste, im Recht zu sein. Auf die Idee wäre ich niemals gekommen. Ich dachte, es wäre reine Boshaftigkeit und ich hatte keine Ahnung, was der Grund dafür war. Es war so: Als dieser Bruder neu in unsere Kirche kam, erzählte er uns von den ganzen anderen Kirchen, in denen er gewesen war und wie schlecht und böse deren Pastoren gewesen waren. Einer muss schlimmer gewesen sein als der andere. Und ich war für ihn einfach der nächste schlechte Pastor in dieser Reihe. Er schleppte so viel mit sich herum, was er nie aufgearbeitet hatte. Aber wenn man solche Sachen nicht verarbeitet, nimmt man sie mit in die nächste Beziehung. Man nimmt sie mit in die nächste Kirche. Man nimmt sie mit auf die nächste Arbeitsstelle. Und man projiziert dies alles auf andere. Aber dann sind Sie das Problem, nicht der andere! Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass er denken könnte im Recht zu sein. Das veränderte alles für mich. Ich weinte und weinte und spürte, wie sehr Jesus ihn liebte. Das änderte alles. Ich hätte nie gedacht, dass er nicht wusste, was er tat. Vielleicht kennen Sie auch Menschen, auf die das zutrifft. Paulus sagt von sich selbst im 1. Timotheusbrief, Kapitel 1:13: „Mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben.“ Als er die Wahrheit erkannte, tat es ihm leid.

Gehen wir zurück zum Lukasevangelium. Der Himmel wird schwarz, der Vorhang im Tempel zerreißt und Jesus ruft: „Es ist vollbracht!“ Das griechische Wort bedeutet: „Die Schuld ist bezahlt.“ Die Schuld der Menschheit ist bezahlt. Es passieren also diese ganzen übernatürlichen Dinge. Stellen Sie sich vor, Sie wären dabei. Da stehen die Soldaten. Dort die Leute, die Jesus verspottet haben. Hier stehen die Schaulustigen, die, die der Kreuzigung einfach zugeschaut haben. Sie haben ihn verspottet. Sie haben verächtlich geredet. Sie haben sich über Ihn lustig gemacht. Und plötzlich, als Er Seinen Geist aufgibt und sagt: „Es ist vollbracht“, wird der Himmel ganz schwarz und es gibt ein Erdbeben. Plötzlich geschehen übernatürliche Dinge. Und dann steht da in

Lukas 23:47-48
„Als aber der Hauptmann sah, was da geschah, pries er Gott und sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen! Und als alles Volk, das dabei war und zuschaute, sah, was da geschah, schlugen sie sich an ihre Brust und kehrten wieder um.“

Durch das, was da geschah, wurde ihr Gewissen plötzlich aufgerüttelt. Sie wurden sich bewusst, dass sie gerade einen unschuldigen Mann gekreuzigt hatten. Sie schlugen sich an die Brust wie der Zöllner im Tempel in Lukas 18. Da betet der Pharisäer: „Ich gebe den Zehnten und ich mache alles richtig und ich halte die Gesetze. Danke, Gott, dass ich nicht wie die anderen bin, wie zum Beispiel dieser Zöllner da drüben!“ In der Bibel steht, dass er das für sich betete. Er betete nicht zu Gott. Gott hörte nicht zu. Er betete nur für sich selbst. Manche machen das. Sie beten, aber es geht nur um sie selbst. Und dann ist da der Zöllner. Jesus sagt, er wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben. Er schlug sich an die Brust und sagte: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ Bei der Kreuzigung sahen die Leute, was alles geschah. Ihr Gewissen wurde aufgerüttelt. Ihnen wurde klar, dass sie falsch gehandelt hatten. Sie schlugen sich an die Brust und kehrten um. Sie gingen nach Hause, zurück in ihr altes Leben. Sie ließen nicht zu, dass die Wahrheit sie veränderte.

Ich frage mich, wie vielen Menschen das so geht. Sie kommen zum Gottesdienst, sie hören die Predigt und denken: „Wow! Es hat mich berührt! Ich denke über die Ewigkeit nach. Ich denke über Dinge nach, die mir sonst gleichgültig sind.“ Aber dann gehen sie nach Hause und lassen nicht zu, dass die Wahrheit ihr Leben verändert. Aber ich sage Ihnen, Jesus ist gestorben. Und Er betete dieses wunderbare Gebet: „Vater, vergib ihnen. Denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Als Er starb, starb Er für unsere Sünden. Der Vorhang, der im Tempel zerriss, hing vor dem Allerheiligsten. Es gab im Tempel den heiligen Bereich und dann das Allerheiligste. Im Allerheiligsten stand die Bundeslade. Zur Zeit des Alten Testaments war Gott hier anwesend. Und davor hing ein 20 Meter hoher Vorhang, der mehrere Zentimeter dick war. Und er wurde nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten zerrissen. Das zeigt, dass unsichtbare Hände ihn zerrissen haben müssen. Denn in dieses Allerheiligste durfte nur der Hohepriester gehen und zwar nur einmal im Jahr. Wenn er hineinging, musste er das Blut von einem Tieropfer mitnehmen. Er besprengte alles mit dem Blut und das sorgte dafür, dass die Sünden des Volkes getilgt wurden, die sie in dem Jahr begangen hatten. Der Hohepriester ging nur einmal im Jahr dort hinein. Und er war der Einzige, der überhaupt hinein durfte. Kein anderer durfte in die Gegenwart Gottes kommen. Gottes Gegenwart war durch einen großen Vorhang von allen getrennt. Aber als Jesus starb, sagte Gott: „Genug damit!“ Er zerriss den Vorhang und zeigte damit, dass die Gegenwart Gottes aus dem Allerheiligsten herauskommt und für jeden zugänglich ist. Freunde, im Neuen Bund sind wir der Tempel des lebendigen Gottes. Gott sagt, Er will unter uns wohnen und wandeln. Er zieht bei uns ein. Zumindest dann, wenn Sie sich an die Brust schlagen und nicht zurückgehen. Wenn Sie sich an die Brust schlagen und sagen: „Ich gehe vorwärts. Gott, Du hast mein Gewissen aufgerüttelt. Ich erkenne, dass das hier wahr ist und ich werde etwas ändern.“ Wenn Sie Ihre Sünden bereuen und Jesus ihr Leben anvertrauen, dann zieht der Geist Gottes bei Ihnen ein und verändert Sie. Seien Sie nicht einer von denen, die berührt werden, die vielleicht sogar im Gottesdienst weinen, aber dann wieder in ihr altes Leben zurückkehren. Seien Sie keiner von denen, die sich nicht verändern lassen! Lassen Sie das nicht zu!

Schließen Sie kurz Ihre Augen und senken Sie Ihren Kopf. Ich möchte ein Gebet sprechen. Es ist ein sehr radikales Gebet, ein Gebet, in dem Sie Ihr Leben ganz und gar Gott anvertrauen und Jesus als Herrn anerkennen. „Herr“ bedeutet „Chef“. Es bedeutet, dass Sie Ihr ganzes Leben Seiner Autorität unterstellen. Es ist ein radikales Gebet. Es ist ein Bekenntnis, dass Ihr Leben nicht mehr Ihnen gehört, sondern dass Sie alles, was Sie haben und sind, in Gottes Hände legen. Ich möchte Ihnen eines sagen: Der Sohn Gottes starb am Kreuz auf Golgatha für die Sünden der Welt. Er starb für Ihre Schuld. Er rief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, weil Gott, der Vater Ihm die Strafe für Ihre Schuld auferlegt hat. Er trat bereitwillig an Ihre Stelle und Er wurde an Ihrer Stelle bestraft. Als Er rief: „Es ist vollbracht!“, war die Schuld bezahlt. Die Schuld der Menschheit war getilgt. Am dritten Tag wurde Er von den Toten auferweckt. Gottes ewiger Gerechtigkeit war Genüge getan und nun ist eine Beziehung zu Gott möglich. Gottes Gegenwart kann kommen und in Ihnen wohnen. Vielleicht sind Sie ein verlorener Sohn oder eine verlorene Tochter. Sie hatten Jesus einmal lieb, aber jetzt ist Ihr Leben weit davon entfernt, Gott zu gefallen. Sie wissen es. Gott weiß es. Und der Teufel weiß es auch. Es wird Zeit, dem Teufel die Tür vor der Nase zuzuschlagen und Gott in Ihrem Leben wohnen zu lassen. Verlorener Sohn, kommen Sie heim. Verlorene Tochter, kommen Sie heim. Ich habe eine gute Nachricht für Sie: Gott ist Ihnen nicht böse. Er liebt Sie. Er streckt Seine Arme nach Ihnen aus. Sie müssen nur zu Ihm kommen. Dieses Gebet ist auch für Sie. Legen Sie die Hand auf Ihr Herz und beten Sie mit mir. Sagen Sie:

Gott, ich lege Dir alles hin. Ich gebe Dir alles, was ich bin. Ich gebe Dir mein Leben. Ich gebe Dir meine Vergangenheit, meine Gegenwart und meine Zukunft. Ich glaube, dass Jesus Dein Sohn ist, dass Er am Kreuz für meine Schuld gestorben ist und dass Er am dritten Tag auferstanden ist. Jesus, sei Du mein Herr. Ich will gehen, wohin Du mich führst. Von heute an wird alles anders. Danke, Herr.

Allen, die gerade mitgebetet haben, darf ich sagen: Gott ist gnädig. Er hat uns allen ziemlich hässliche Dinge vergeben. Ich finde es traurig, wenn Menschen ihre eigene Rettung so sehr vergessen, dass sie anfangen, mit dem spitzen Zeigefinger auf andere zu zeigen und sie zu verdammen, weil sie von einem Bett ins andere hüpfen oder Drogen nehmen oder lügen oder was weiß ich. Und dabei haben sie früher das Gleiche gemacht. Gott hat uns gereinigt. Er hat uns vergeben und uns neues Leben geschenkt. Wie wunderbar! Und weil Er uns so viel vergeben hat, sollten wir auch anderen vergeben. Vielleicht geht es Ihnen heute wie Paulus. Einige Christen haben Sie verletzt. Vielleicht hat Ihnen eine ganze Gruppe von Christen Unrecht getan. Oder vielleicht tauchen Sie auch Ihren Pinsel in den Fehler von einem Menschen und streichen alle Leute in der Kirche damit an. Sie müssen vergeben. Vielleicht hat man nicht das für Sie getan, was man hätte tun sollen. Vielleicht hat man Ihnen etwas angetan, was man nicht hätte tun sollen. Verzeihen Sie. Vielleicht war es wie bei Stephanus. Vielleicht ging es nicht bis zum Mord, aber vielleicht hat jemand andere beschwatzt, damit sie Lügen über Sie verbreiten. Und Sie hatten dadurch Kummer und Not. Vergeben Sie. Und ich wette, dass einige von Ihnen von Menschen verletzt worden sind, die nicht halb so bösartig sind wie Sie meinen. Von ihrem Standpunkt aus, aus ihrem Denken heraus haben diese Menschen wenigstens teilweise richtig gehandelt. Beten Sie dafür. Lassen Sie sie los. Bitten Sie Gott, diesen Menschen die Schuld nicht anzurechnen. Klären Sie es mit Gott. Lassen Sie los. Verzeihen Sie ihnen im Namen von Jesus Christus.

Herr, wir loben Dich. Herr, wir vergeben denen, die an uns schuldig geworden sind. Denn Du hast uns unsere Schuld vergeben, unsere Sünde, unser Versagen, unseren Ungehorsam. Das Blut Deines Sohnes hat uns rein gewaschen. Herr, wir bitten Dich, dass Du denen vergibst, die uns verletzt haben. Rechne ihnen die Schuld nicht an. Wir geben sie in Jesu Namen frei. Amen.

Noch ein Letztes. Noch ein Gedanke, den ich Ihnen heute mitgeben will. Wenn Sie jemandem vergeben haben, dann bedeutet das nicht, dass Sie nichts mehr empfinden, was die Verletzung betrifft. Ich weiß, dass man jemandem bewusst vergeben kann. Und wenn man ihn wiedersieht, denkt man: „Ich dachte, ich hätte ihm vergeben!“, aber die Gefühle und der Schmerz kommen wieder hoch. Und dann sagt der Teufel: „Du hast gar nicht vergeben.“ Aber Vergeben ist eine Frage des Willens. Es ist eine Entscheidung. Corrie ten Boom hat dazu etwas erzählt. Sie war in deutschen Konzentrationslagern gewesen. Und sie tat ihr Bestes, um denen zu verzeihen, die ihr und den anderen Frauen so viel angetan hatten. Sie ging zu ihrem Pastor und sagte: „Herr Pastor, ich dachte, ich hätte ihnen vergeben, aber dann kamen die ganzen Gefühle wieder hoch.“ Er sagte: „Corrie, komm mit.“ Er nahm sie mit in den Glockenturm und ließ sie am Seil ziehen. Der Klöppel der Glocke schwenkte von einer Seite auf die andere und ließ die Glocke klingen. Der Pastor sagte: „Corrie, wenn wir vergeben, lassen wir das Seil los. Die Glocke wird noch eine Weile läuten. Auch nachdem du vergeben hast, hörst du noch den Lärm in deinem Herzen. Aber wenn du nicht nach dem Seil greifst und daran ziehst, wird die Glocke immer leiser.“

Ich bin von einigen Menschen sehr verletzt worden. Die Glocke läutete ziemlich lange in meinem Herzen. Aber ich wollte auf keinen Fall am Seil ziehen. Am Seil ziehen bedeutet, dass wir uns immer wieder daran erinnern und anderen Leuten erzählen, was Soundso gemacht hat. Wir holen immer wieder hervor, was man uns angetan hat. Jedes Mal, wenn Sie das machen, ziehen Sie wieder am Seil und geben der Glocke einen Schubs. Aber Sie können auch aufhören, am Seil zu ziehen. Sie können aufhören, über das Vorgefallene zu reden. Bei Einigen von Ihnen dauert es Stunden, bei Einigen Tage, bei Einigen vielleicht Monate. Aber irgendwann werden die Gefühle nicht wieder hochkommen, sobald sie an diese Person denken. Und zwar, weil Sie die Entscheidung getroffen haben, die Person freizugeben und ihr zu verzeihen. Dass gewisse Gefühle wieder in Ihnen hochsteigen, bedeutet also nicht, dass Sie jemandem nicht vergeben haben, okay? Das wollte ich Ihnen noch sagen.

Wenn Sie vergeben, läutet die Glocke in Ihrem Inneren vielleicht noch etwas weiter. Aber wenn Sie nicht wieder am Seil ziehen, hört sie irgendwann auf. Wissen Sie was? Sie und ich sind vielleicht gerade auf unterschiedlichen Kontinenten. Aber der Heilige Geist ist auch bei Ihnen. Ich bete im Namen von Jesus, dass der Geist Gottes Sie besucht, Sie befreit und in Ihrem Leben wirkt. Im mächtigen Namen von Jesus Christus. Bis zum nächsten Mal.

 

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