Gott hat den Überblick

Hast du dich schon einmal gefragt, warum Gott zugelassen hat, dass du bestimmte Situationen durchleben musstest? Erfahre, was es heißt, mitten in der Bewältigung deiner Probleme Gott zu vertrauen, und wie er die Fehler und schweren Zeiten im Leben nehmen und zu deinem Besten gebrauchen kann.

Predigtmanuskript

Wenn Sie eine schwierige Phase durchmachen und denken: „Gott, wo bist du?“, dann möchte ich Ihnen heute etwas sagen. Gott ist an der Arbeit. Vertrauen Sie Ihm. Behalten Sie die richtige innere Einstellung.

Hallo! Ich bin Bayless Conley, willkommen zur heutigen Sendung. Haben Sie schon mal eine Phase durchlebt, in der alles schiefging und gegen Sie lief? Wie kann man Gott in solchen Zeiten vertrauen? In meiner heutigen Predigt geht es um Menschen, in deren Leben scheinbar alles immer nur schief ging. Aber in dem allen vertrauten sie Gott trotzdem. Ich glaube, diese Predigt wird Ihnen guttun.

Bitte schlagen Sie Ihre Bibel auf und zwar an zwei Stellen, Matthäus 2 und Lukas 2. Wir werden zwischen diesen beiden Kapiteln hin- und herspringen. Aber wir fangen mit der Geschichte in Matthäus an, Kapitel 2, ab Vers 1. Dort heißt es:

Matthäus 2:1-6
„Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise vom Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, ihm zu huldigen. Als aber der König Herodes es hörte, wurde er bestürzt und ganz Jerusalem mit ihm; und er versammelte alle Hohen Priester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden solle. Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa; denn so steht durch den Propheten geschrieben: ‚Und du, Bethlehem, Land Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürsten Judas, denn aus dir wird ein Führer hervorkommen, der mein Volk Israel hüten wird.‘“

Die Prophezeiung über den Herrscher, der aus Bethlehem kommen sollte und die, wie der Text sagt, nun erfüllt wird, stammt von dem Propheten Micha. Sie wurde über 700 Jahre vor all diesen Ereignissen ausgesprochen und war eine sehr unklare Prophezeiung. Ich würde gern ein wenig zurückgehen und herausfinden, wie genau Josef und Maria in Bethlehem landeten. Dazu schlagen wir um zu Lukas 2. Der Engel Gabriel war bereits der Jungfrau Maria erschienen und hatte gesagt: „Maria, du hast großes Wohlwollen bei Gott gefunden. Der Herr ist mit dir, und du wirst den Sohn Gottes zur Welt bringen.“ Sie fragte: „Wie kann das geschehen?“ Der Engel antwortete: „Die Kraft des Höchsten wird dich überschatten und das in dir empfangene Kind wird vom Heiligen Geist kommen.“ Maria sagte: „Dann soll mir nach deinen Worten geschehen.“ Und natürlich wurde Maria von Gottes Geist überschattet und das in ihrem Leib empfangene Kind war Jesus, der Sohn Gottes. Als sie Josef davon erzählte, nahm er ihr die Geschichte nicht ab. „Josef, ich muss dir was sagen.“ „Was denn, Maria?“ „Ich bin schwanger. Aber keine Sorge, Josef. Das Kind ist von Gott.“ Und natürlich dachte Josef: „Maria, wofür hältst du mich eigentlich?“ Er nahm ihr kein Wort ab. Die Bibel sagt, er war ein gerechter Mann und versuchte darum, die Verlobung zu lösen und Maria heimlich fortzuschicken, um sie nicht öffentlich zu demütigen. Er glaubte kein Wort, bis ihm im Traum ein Engel erschien und sagte: „Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen! Denn das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist.“ Kommen wir zu Lukas 2:1-7. Da heißt es:

Lukas 2:1-7
„Es geschah aber in jenen Tagen, dass eine Verordnung vom Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis einzuschreiben. Diese Einschreibung geschah als erste, als Quirinius Statthalter von Syrien war. Und alle gingen hin, um sich einschreiben zu lassen, ein jeder in seine Vaterstadt. Es ging aber auch Josef von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa, in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, weil er aus dem Haus und Geschlecht Davids war, um sich einschreiben zu lassen mit Maria, seiner Verlobten, die schwanger war. Und es geschah, als sie dort waren, wurden ihre Tage erfüllt, dass sie gebären sollte; und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Raum für sie war.“

Wir haben bei dieser Geschichte oft diese idyllischen Bilder im Kopf. Doch Marias und Josefs Reise von Nazareth nach Bethlehem war vermutlich grauenhaft. Über 90 Kilometer auf einem Esel und Maria ist nicht nur ein bisschen, sondern sehr schwanger. Sie ist so schwanger, dass sie bald nach der Ankunft ihren Sohn zur Welt bringt. Über 90 Kilometer auf einem Esel oder in einem Eselskarren, ohne Stoßdämpfer, nur Holzräder. Sie spüren jeden Stein auf der Straße, jede Bodenwelle und jedes Schlagloch. 90 Kilometer weit wird sie durchgeschüttelt, tagelang.

Wer von den Männern unter Ihnen erinnert sich noch, als Ihre Frau mit Ihrem ersten Kind schwanger war? „Nein, Schatz, heb das nicht hoch. Schatz, lass mich mal. Setz dich hin. Überanstrenge dich nicht!“ Beim zweiten oder dritten Kind heißt es dann: „Schatz, bringst du noch den Müll raus? Ich schaue… es läuft gerade ein wichtiger Teil im Spiel.“ Aber beim ersten Kind, o Mann! Wir wollen sie beschützen. 90 Kilometer. Das war garantiert hart.

Sie kamen zur Herberge und müssen hören: „Tut uns leid, wir haben kein Zimmer frei.“ „Aber meine Frau ist schwanger!“ „Tut uns leid. Es ist kein Zimmer frei, Mann.“ „Aber meine Frau…“ Es gibt kein Zimmer. Am Ende landeten sie in einem Stall und dort brachte Maria das Kind zur Welt. Sie legten das Baby in einen Futtertrog, aus dem normalerweise die Tiere fraßen und Josef dachte bestimmt: „Gott, was ist hier los? Ich dachte, die Geburt deines Sohnes hätte deinen Segen? Was soll ich denn nur machen? Ich habe fast kein Geld mehr und meine Geduld ist am Ende. Maria bekommt das Baby in einem Stall. Gott, wo bist du? Was ist aus dem ‚großen Wohlwollen‘ geworden? Wo ist hier der Segen? Du hast Maria doch gesagt: ‚Der Herr ist mit dir.‘ Mir kommt es vor, als wärst du gar nicht bei uns.“ Was ist hier los?

Ich sage Ihnen, was Josef nicht machte. Er dachte nicht: „Gott, das ist wunderbar. Ich habe mich schon gefragt, wie du uns nach Bethlehem bringst, um diese unklare 700 Jahre alte Prophezeiung zu erfüllen. Gott, du bist so schlau!“ Nein, es war verborgen. Josef konnte es auf ihrem Weg nicht sehen. Wenn er nach vorne schaute, sah die Situation sicher schwer und unrecht aus, ganz bestimmt verwirrend und vielleicht sogar grausam. Nur im Rückblick, nachdem alles geschehen war, war es voll und ganz zu verstehen.

Gehen wir zurück ins Matthäusevangelium, Kapitel 2 ab Vers 13. Da heißt es:

Matthäus 2:13-15
„Als sie“ – nämlich die weisen Männer – „aber hingezogen waren, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Josef im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und fliehe nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage! Denn Herodes wird das Kind suchen, um es umzubringen. Er aber stand auf, nahm das Kind und seine Mutter des Nachts zu sich und zog hin nach Ägypten. Und er war dort bis zum Tod des Herodes; damit erfüllt wurde, was von dem Herrn geredet ist durch den Propheten, der spricht: ‚Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.‘“

Jetzt dachte Josef sicher: „Es wird immer schlimmer! Wir kennen niemanden in Ägypten. Ein verrückter König setzt alles daran, unseren Sohn umzubringen.“ Sie mussten sich mitten in der Nacht davonstehlen. Sicher dachte Josef: „Gott, warum? Was ist hier los? Jetzt sind meine Frau und ich Einwanderer in einem Land, das wir nicht kennen, unter Menschen, die wir nicht kennen. Wir fliehen um unser Leben.“ Er sagte nicht: „Gott, ich habe mich gefragt, wie du deinen Plan erfüllen und diese andere 700 Jahre alte Prophezeiung von Hosea wahr werden lässt. Wundervoll! Respekt, Gott! Perfekt. Wer hätte sich das träumen lassen?“ Nein, Josef konnte das alles auf seinem Weg nicht sehen. Unvorstellbar, dass ein wahnsinniger, mordlustiger König eine wichtige Rolle in dem Plan spielte. Josef dachte nicht: „Fantastisch. Das ist super!“ Nein; er konnte es im Blick nach vorn nicht sehen. – Kommen wir zu den Versen 19-23:

Matthäus 2:19-23
„Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Josef in Ägypten im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und zieh in das Land Israel! Denn sie sind gestorben, die dem Kind nach dem Leben trachteten. Und er stand auf und nahm das Kind und seine Mutter zu sich, und er kam in das Land Israel. Als er aber hörte, dass Archelaus über Judäa herrschte anstelle seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dahin zu gehen; und als er im Traum eine göttliche Weisung empfangen hatte, zog er hin in die Gegenden von Galiläa und kam und wohnte in einer Stadt, genannt Nazareth; damit erfüllt wurde, was durch die Propheten geredet ist: ‚Er wird Nazoräer genannt werden.‘“

Josef hatte Angst vor Herodes’ Sohn und das ist zumindest teilweise der Grund, warum sie in Nazareth landeten. Er sagte nicht: „Gott, das hast du ja alles wirklich gut geplant!“ Josef war nicht von Ehrfurcht über Gottes Plan und Strategie ergriffen. In dem Moment konnte er es nicht sehen. Die Bibel sagt, er hatte Angst. Erst im Rückblick konnte er und können wir Gottes erstaunlichen Plan erkennen. Mittendrin sah es aber nur nach Problemen hoch drei aus und das über längere Zeit. Gott sagt: „Ich verkünde von Anfang an den Ausgang.“ Gott beginnt am Ende und arbeitet rückwärts. Wir dienen dem Gott, der den absoluten Überblick hat und nichts überrascht Ihn. Darum heißt es in

Römer 8:28
„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind.“

Liebe Freunde, unsere Fehler, unser Versagen, Weltereignisse – all das webt Gott durch und durch in Seine Pläne ein. Die Bibel sagt sogar in Psalm 76:11: „Denn selbst der Grimm des Menschen wird dich preisen.“

Vielleicht haben Sie ein hartes Jahr hinter sich. Vielleicht sind Ihnen unerwartete Dinge zugestoßen. Jemand hat Sie hintergangen. Es gab Versagen. Vieles andere ist passiert. Vielleicht geht das alles auch schon viel länger als ein Jahr. Hören Sie: Gott verursacht nichts Schlechtes, aber es überrascht Ihn nicht, wenn es passiert und Er führt weiter Seinen Plan aus. Selbst unsere Fehler sind darin eingewoben. Und ich habe heute eine Botschaft für Sie: Vertrauen Sie Ihm. Bleiben Sie innerlich in der richtigen Haltung Ihm gegenüber und vertrauen Sie Ihm. Selbst wenn wir es jetzt noch nicht sehen können, werden wir gewiss später im Rückblick Seine Pläne erkennen können. Auch wenn wir es jetzt nicht sehen können: Gott ist vertrauenswürdig.

In unserem vorherigen Gemeindezentrum hatten wir an den Wochenenden sieben Gottesdienste. Über zehn Jahre lang predigte ich jedes Wochenende sieben Mal – zwei Mal am Samstagabend, fünf Mal am Sonntag. Es war unglaublich anstrengend. Die Gottesdienstbesucher mussten zeitig kommen. Manchmal standen sie ums ganze Gebäude herum Schlange. Wir mussten sie mit Shuttlebussen von verschiedenen Parkplätzen zum Gemeindezentrum fahren. Manche von Ihnen erinnern sich noch. Wir brauchten also einen größeren Topf für unsere Pflanze. Wir waren am Limit. Es gab sogar noch zwei ausgelagerte Gottesdienste mit Live-Übertragung, also genau genommen neun Gottesdienste am Wochenende. Sie fanden an einem anderen Ort nicht weit von hier statt. Wir versuchten alles und schauten uns nach einem neuen Gelände um, doch nichts davon klappte. Irgendwas kam immer dazwischen. Manchmal änderte der Verkäufer noch kurz vor Vertragsabschluss seine Meinung oder es gab einen öffentlichen Aufschrei: „Wir wollen keine so große Gemeinde in unserer Gegend.“ Manche von Ihnen kennen vielleicht das große Einkaufszentrum auf dem Los Alamitos Boulevard. Da gibt es zwei große Supermärkte und eine Menge andere Geschäfte, ein „Starbucks“ und so weiter. Jedenfalls ist es groß. Das Gelände umfasst insgesamt um die acht Hektar. Wir hatten eigentlich schon einen Vertrag für dieses Gelände und die Baupläne waren fertig. Da meldeten sich ein paar sehr laute Bürger sehr heftig zu Wort und sagten: „Wir wollen keine Kirche hier. Das gibt nur viel zu viel Verkehr.“ Und die Verkäufer bestellten mich zu sich und sagten: „Bayless, wir finden euer Projekt und eure Arbeit toll, aber diese Sache hat viel zu viel Staub aufgewirbelt. Wir wollen ganz ehrlich sein: Wir lassen euch fallen wie eine heiße Kartoffel. Wir wollen nicht, dass das unsere anderen Projekte gefährdet.“ Es gab einfach zu viele negative Stimmen in der Gegend, also ließen uns die Verkäufer fallen. Das war sehr entmutigend. Dann fanden die gleichen Personen heraus, dass man dort ein Einkaufszentrum bauen wollte und es jeden Tag Verkehr geben würde und sie kamen und sagten: „Können wir die Kirche zurückhaben?“ Aber es war zu spät. Und solche Dinge passierten immer wieder. Aber endlich fanden wir sechs oder acht zusammenhängende Parzellen hier auf der Katella Avenue. Hier ein Stück die Straße herunter, mit vier verschiedenen Eigentümern, die über die ganze USA verstreut lebten. Zusammen waren das etwa sieben Hektar und man sagte uns, dass wir das nie schaffen würden. Doch wir arbeiteten ein Jahr lang daran und am Ende waren alle vier Personen bereit, an uns zu verkaufen. Wir konnten die Parzellen zu einem Grundstück von sieben Hektar zusammenfassen. Wir waren begeistert. Es dauerte ein Jahr bis dahin und dann arbeiteten wir noch ein weiteres ganzes Jahr an den Plänen für das Gemeindezentrum. Wir freuten uns riesig! Schließlich reichten wir alle Pläne bei der Stadt ein, um die Baugenehmigung zu bekommen. Drei Tage später bekam ich einen Brief von der städtischen Agentur für Stadtentwicklung

Natürlich hat der Zeitungschef keinen Besen gefressen. Er hat sich danach nie wieder bei mir gemeldet; es gab keine Reaktion mehr. Und diese Jahre waren sehr hart. Manche von Ihnen haben uns die ganze Zeit begleitet. Als die Sache endlich durch war, mussten wir ja noch Genehmigungen von der Stadt einholen, gegen die wir Gerichtsprozesse führten. Es konnte sich jahrelang hinziehen. Aber Gott hat Wunder getan. Am Ende hatten wir nicht nur sieben, sondern 13 Hektar. Und es entstand ein juristischer Präzedenzfall, der vielen Kirchengemeinden in den ganzen Vereinigten Staaten half. Es stellte sich nämlich im Laufe des Verfahrens heraus, dass die Art und Weise, wie die Stadt unser Gelände enteignet hatte, in den USA relativ häufig vorkam. Aber die ganze Sache zu durchleben… Was ich sagen will: Der Weg hindurch war hart und scheinbar grausam. Wenn ich mich so daran erinnere… ich hätte mich ohne Zögern vor Gott hinstellen können und sagen: „Gott, ich weiß, dass Du mich geführt hast. Es war Deine Führung, die uns in diese Situation gebracht hat.“ Oft genug dachte ich: „Warum? Wo bist Du? Wo ist der Segen? Wo ist der Teil mit ‚Der Herr ist bei euch‘?“ Es war zu der Zeit einfach schwer und ermüdend. Aber heute, im Rückblick, denke ich: „Wahnsinn! Gott, Du hast all diese Dinge in den Plan eingewebt!“ Wenn dies nicht geschehen wäre, wäre jenes auch nicht geschehen und das andere auch nicht und dann wäre dies und das nicht passiert und wir hätten am Ende nicht die 13 statt der kleinen sieben Hektar an Gelände gehabt. Und man tritt einen Schritt zurück und sagt: „Gott, ich staune!“ Wir konnten es zu der Zeit nicht sehen, aber im Rückblick konnten wir Gottes Hand in allem erkennen.

Ich hätte am liebsten gesagt: „Gott, es wäre schön gewesen, wenn Du uns schon am Anfang oder währenddessen erklärt hättest, was Du da machst.“ Aber meist macht Gott das nicht. Er will, dass wir Ihm vertrauen und glauben, dass Er gut ist, selbst wenn das Leben uns scheinbar Gründe liefert, das Gegenteil zu denken. Ohne Glauben ist es unmöglich – nicht schwer, sondern unmöglich -, Gott zu gefallen, obwohl es einfacher gewesen wäre, am Anfang schon das Ende zu kennen. Doch Gott sagt: „Es gibt keinen Gott wie mich; ich allein verkünde Dinge von ihrem Ende her, bevor sie geschehen.“

Da muss ich an einen anderen Josef in der Bibel denken, Josef im Alten Testament, den Sohn von Jakob. Josef hatte einen Traum, in dem Gott ihm die Zukunft zeigte. Eine sehr schöne Zukunft: „Du hast großes Wohlwollen bei Gott. Gott ist mit dir. Du wirst gesegnet sein.“ Und dann brach scheinbar alles zusammen. Auf der einen Seite stand der Traum und Josef dachte: „Das ist ja toll!“ Er erzählte seinen Brüdern davon, aber die wurden wütend. Er erzählte seinen Eltern davon und sein Vater war auch aufgebracht. Statt dass der Traum sich sofort erfüllte, wurden seine Brüder neidisch. Sie warfen ihn in eine Grube und verkauften ihn an midianitische Händler. Der Traum rückte in immer weitere Ferne. Josef wurde nach Ägypten verschleppt und bei einer Auktion an einen Mann namens Potifar verkauft. In dessen Haus arbeitete er eine Weile. Potifars Frau fiel auf, dass Josef ganz nett aussah. Sie versuchte, ihn zu verführen, aber er weigerte sich. Also log sie ihren Mann an und sagte: „Dieser hebräische Junge hat versucht, mich zu vergewaltigen.“ Potifar wurde wütend und warf Josef ins Gefängnis. Gott, wo bist Du? Im Gefängnis legte Josef dem königlichen Mundschenk und Bäcker ihre Träume aus. Es kam genau, wie er gesagt hatte. Der Bäcker wurde hingerichtet, der Mundschenk kam wieder zum Pharao. Josef sagte: „Wenn du wieder im Amt bist, denk an mich und hol mich hier raus.“ Der Mundschenk versprach es, aber er vergaß ihn. Noch zwei Jahre saß Josef im Gefängnis. Doch dann hatte der Pharao einen Traum. Der Mundschenk sagte: „Ich erinnere mich an meine Sünde. Ich habe diesen Mann im Gefängnis gelassen. Er kann Träume deuten.“ Josef zog sich um, rasierte sich und wurde zum Pharao gebracht. Er deutete die Träume des Pharaos, wurde zum Premierminister über Ägypten gemacht und rettete die damals bekannte Welt, indem er Korn einlagerte, bevor die siebenjährige Hungersnot kam. Jeder dieser Schritte schien ihn weiter von seinem Traum wegzubringen, doch in Wirklichkeit passierte Folgendes:

Seine Brüder verrieten ihn und verkauften ihn an die Midianiter, doch das war das Mittel, um ihn nach Ägypten zu bringen. Dann wurde er an Potifar verkauft und in Potifars Haus entwickelte er seine Führungs- und Management-Fähigkeiten und lernte die ägyptische Sprache. Das alles würde er noch brauchen. Dann wurde er verleumdet und ins Gefängnis geworfen, wo er mit Menschen in Kontakt kam, die ihn mit dem Pharao in Kontakt bringen würden. Der eine vergaß ihn zwei Jahre lang, doch das gehörte zum Zeitplan, denn zwei Jahre später hatte der Pharao seinen Traum. Wäre Josef da schon entlassen gewesen, wäre er vermutlich zu seiner Familie nach Kanaan zurückgekehrt. Und dann passierte alles auf einmal und Gott gebrauchte ihn, um ihn nicht nur selbst zu retten, sondern auch seine Familie und einen großen Teil der damals bekannten Welt. Das alles sah ungerecht und grausam aus. – „Gott, wo bist Du?“ Obwohl Gott diese schlimmen Dinge nicht verursacht, steht Er doch hoch über dem allen. Die Völker der Welt sind für Ihn immer noch ein Tropfen im Eimer.

Wenn Sie eine schwierige Phase durchmachen und denken: „Gott, wo bist du?“, dann möchte ich Ihnen heute etwas sagen. Gott ist an der Arbeit. Vertrauen Sie Ihm. Behalten Sie die richtige innere Einstellung. Nicht an einer einzigen Stelle in der Geschichte von Josef finden wir einen Hinweis darauf, dass er wütend auf Gott oder verbittert war. Er setzte seinen Glauben weiterhin auf Gott und vertraute Gott weiter; er diente Gott, wo er auch war und so schwierig die Umstände auch waren. Und am Ende ließ der Gott, der am Anfang schon das Ende verkündet, alles geschehen, was er Josef zugesagt hatte. Am Ende sagte Josef sogar zu seinen Brüdern, die dachten, er wäre wütend auf sie und würde sie umbringen: „Habt keine Angst. Ihr hattet Böses geplant, aber Gott wollte etwas Gutes daraus machen.“

Ist Gottes Wort nicht wunderbar? Es hält Antworten auf alle Fragen bereit. Vielleicht sind Sie von Natur aus eher ein Einzelgänger. Sie haben eine Beziehung zu Jesus und denken: „Ach, ich habe Jesus. Mehr brauche ich nicht.“ Und das ist wahr und gleichzeitig nicht wahr, denn Er hat es so eingerichtet, dass wir in unserem Leben mit Ihm auch andere brauchen. Wir müssen in einer Ortsgemeinde verankert sein. „Die gepflanzt sind im Haus des Herrn, werden grünen in den Vorhöfen unseres Gottes.“ Schließen Sie sich einer gläubigen Gemeinschaft an.

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