Gott erkennen und Gastfreundschaft leben 2/2

Das Leben und die Schöpfung sind offensichtlich nicht von selbst entstanden, oder? Die Schöpfung flüstert jedem menschlichen Herzen zu, dass es einen Schöpfer geben muss. Der Schöpfer, Gott, zeigt sich auf viele Arten. Einige davon beleuchtet Bayless Conley in dieser spannenden Predigt.

Außerdem erfährst du, wie wichtig Gastfreundschaft ist, durch die wir anderen Menschen Gottes Liebe zeigen, indem wir sie einladen und einbeziehen. Gott kann deine Gastfreundschaft nutzen, um andere zu erreichen und zu prägen und dir gute Freunde vorzustellen, die du bis jetzt noch nicht kennengelernt hast.

Dies ist der zweite Teil der Predigt, den ersten Teil findest du hier …

Predigtmanuskript

Hallo! Heute hören Sie den zweiten Teil meiner Predigt, in der es darum geht, was wir in unserem Leben anstreben sollten. Es gibt Dinge, die zwar Gottes Wille für uns sind, die wir jedoch nicht erfahren werden, wenn wir sie nicht suchen. Manche Menschen sagen: „Wenn Gott will, dass ich das habe, wird Er es mir geben.“ Aber das ist nicht unbedingt der Fall. In der Bibel heißt es, dass wir manche Dinge ganz bewusst verfolgen müssen. Eines davon ist die Erkenntnis Gottes. Gott sagt: „Darum wird mein Volk gefangen wegziehen aus Mangel an Erkenntnis.“ Wir haben darüber gesprochen, dass wir die Erkenntnis Gottes durch Sein Wort und durch Gebet erlangen können. Heute werden wir darüber sprechen, was wir durch die Menschen, die mit Ihm leben, über Gott lernen können. In der Bibel heißt es: „Wer mit Weisen umgeht, wird weise; aber wer sich mit Toren einlässt, dem wird es schlecht gehen.“ Wir erlangen die Erkenntnis Gottes direkt von Gott durch Sein Wort und durch Gebet, aber auch durch Menschen, die mit Ihm leben. Lassen Sie uns sehen, was Gottes Wort dazu zu sagen hat.

Der vierte und letzte Weg, wie wir die Erkenntnis Gottes erlangen können und sollten, ist durch weise Menschen, die mit Gott leben. Gott offenbart sich durch Menschen. Josua erlangte durch Mose Erkenntnis über Gott, Elisa durch Elia und Timotheus, Titus und Onesimus durch den Apostel Paulus.

Manche von Ihnen haben die Geschichte schon gehört, aber ich kannte einmal eine alte Frau, die jeder Mom nannte. Ich freundete mich als junger Christ mit ihr an. Gelegentlich besuchte ich sie auf ihrem kleinen Bauernhof und molk ihre Ziegen für sie. Ich wette, dass ich das heute immer noch kann. Ich könnte Ihnen in der ersten Reihe von hier oben ein paar Spritzer verpassen. Ich habe schon mit anderen Leuten um die Wette gemolken. Ich kann das wirklich gut. Und Mom war 80 Jahre alt. Sie hatte im Ausland zwei Waisenhäuser gegründet und sechs ausländische Waisenkinder in ihrem Haus aufgezogen. Nebenbei betrieb sie einen kleinen Bioladen. In einem großen Kessel stellte sie so etwas Ähnliches wie Tigerbalsam her, den sie an sämtliche Reformhäuser im ganzen Land verkaufte. Und in jedem Sommer fuhr sie selbst in verschiedene Gemeinden und predigte dort! Wenn ich als Kind auf ihren Hof kam, um die Ziegen zu melken, fragte ich immer: „Hey, wo ist Mom?“ Oft hieß es dann: „Sie ist oben.“ Dann ging ich hinauf und sah, wie sie in ihrem Schlafzimmer umherging und in Zungen sprach. Ich sagte: „Hey, Mom!“ Und sie sagte: „Hey, Bayless, warte ein paar Minuten.“ Ich sah zu, wie sie weitere zehn Minuten umherging und im Geist betete. Wenn sie dann fertig war, sagte sie: „Setz dich, mein Sohn. Was kann ich für dich tun?“ Und ich stellte ihr Fragen über die Bibel. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie sehr sie mir geholfen hat. Sie war für mich der Inbegriff von Kraft und Gottvertrauen. Selbst in ihrem fortgeschrittenen Alter konnte Gott sie noch in höchstem Maß gebrauchen. Und sie lehrte mich einige Geheimnisse, die mir heute noch helfen.

Es gab noch ein weiteres älteres Paar, mit dem ich befreundet war. Ich hatte nicht viele Freunde in der Gemeinde. Die meisten Leute dort fürchteten sich vor mir, weil ich nicht aussah wie sie. Ich kam aus einem völlig anderen Hintergrund. Die meisten redeten nicht einmal mit mir. Aber dieses ältere Ehepaar adoptierte mich gewissermaßen. Sie lehrten mich viel über den Heiligen Geist, sie legten mir die Hände auf und beteten für mich. Und an einem absolut entscheidenden Punkt in meinem Leben gaben sie mir den besten Rat, den ich je bekommen habe. Ohne diesen Rat würde ich heute vielleicht nicht einmal hier stehen. Ich werde auf ewig dankbar dafür sein, was diese Menschen in mein Leben gesät haben. Sie gaben alles, was Gott ihnen ans Herz gelegt hatte, an mich weiter.

Und Gott will, dass wir das alle tun. Der Apostel Paulus fasste das in 2. Timotheus 2:2 gut zusammen. Er schrieb: „… und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren!“ Und in Sprüche 13:20 lesen wir: „Wer mit Weisen umgeht, wird weise; aber wer sich mit Toren einlässt, dem wird es schlecht gehen.“ Wir lernen von den Menschen, mit denen wir zusammen sind – sowohl Gutes als auch Schlechtes. Und wir können nur an andere weitergeben, was wir haben und wer wir sind. Wir können ihnen nicht mehr über Gott offenbaren als wir selbst wissen.

Als ich auf der Universität von Oregon war, belegte ich dort einen Kurs über die Praktiken und Religionen der Indianer. Der Professor, der diesen Kurs abhielt, war ein Möchtegernguru mittleren Alters, der Marihuana rauchte. Er hatte nicht wirklich eine Ahnung, da er noch nie mit Indianern zu tun gehabt hatte. Sein Wissen stammte lediglich aus Büchern. Der Kurs begeisterte mich ganz und gar nicht. Ich hatte immer Mühe wach zu bleiben. Ich meine, die Bücher konnte ich auch selbst lesen. In dieser Zeit war ich einmal mit ein paar Freunden in einem kleinen, abgelegenen Ort in den Bergen Oregons. Eines Tages gingen wir eine Seitenstraße entlang und entdeckten in einem Hof die schönsten Möbel, die ich je gesehen hatte. Daneben saß ein alter Mann. Das ist jetzt fast 40 Jahre her. Ich ging zu ihm und sagte: „Hey, das sind schöne Möbel! Wo haben Sie sie her?“ Er sagte: „Ich habe sie selbst gemacht.“ Ich sagte: „Nee, echt?!“ Aber er hatte sie tatsächlich alle selbst angefertigt, ohne dabei auch nur ein elektrisches Werkzeug zu benutzen. Er führte uns durch seinen Laden und lud uns dann in sein Haus ein. Wir verbrachten den ganzen Nachmittag mit ihm. Er hatte eine sehr interessante Geschichte: Er wurde um die Jahrhundertwende geboren und schon als kleines Kind zur Waise. Da adoptierten ihn zwei alte Büffeljäger und zogen ihn auf. Sie waren beide bei einem Indianerstamm aufgewachsen und so wussten sie alles über das Leben und die Erfindungsgabe der Indianer und gaben ihr Wissen an ihn weiter. Wir löcherten den Mann den ganzen Nachmittag mit Fragen. Ich werde das nie vergessen. Er fragte: „Willst du wissen, wie man eine Pfeilspitze herstellt?“ Ich sagte: „Ja.“ Da holte er jeweils ein Stück von einem Hirschhuf und einem Hirschgeweih sowie ein Stück Obsidian und fertigte innerhalb von zwei Minuten eine absolut perfekte Pfeilspitze. Er zeigte uns, wie wir einem Stück Baumrinde, einem flachen Stein oder dem Deckel einer Eichel zwischen unseren Fingern ein schrilles Pfeifen entlocken konnten und lehrte uns über die Jagd. Dieses fundierte Wissen besaß er, weil es ihm aus erster Hand vermittelt worden war und er im Gegensatz zu meinem Professor an der Universität alles selbst ausprobiert hatte. Das war ein enormer Unterschied.

Bitte schlagen Sie mit mir Römer, Kapitel 12 auf. Wir wenden uns jetzt einem anderen Thema zu. Römer, Kapitel 12, wir lesen die Verse 9 bis 13:

Römer 12:9-13
„Die Liebe sei ungeheuchelt! Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten! In der Bruderliebe seid herzlich zueinander, in Ehrerbietung einer dem anderen vorangehend; im Fleiß nicht säumig, brennend im Geist; dem Herrn dienend. In Hoffnung freut euch; in Bedrängnis harrt aus; im Gebet haltet an; an den Bedürfnissen der Heiligen nehmt teil; nach Gastfreundschaft trachtet!“

Diese Verse beinhalten mehrere Gebote. Wir werden uns nur mit einem von ihnen beschäftigen: der Gastfreundschaft. Hier heißt es: „Nach Gastfreundschaft trachtet.“ Das Wort „trachten“ wird im Neuen Testament oft auch mit „verfolgen“ oder „anstreben“ übersetzt. In der Predigt von letztem Mittwoch haben wir uns den Vers angesehen, in dem es heißt, dass wir nach Frieden und Heiligkeit streben sollen, ohne die niemand den Herrn sehen wird und das Wort „streben“ ist dasselbe griechische Wort wie hier. Wir sollen Gastfreundschaft anstreben. Das griechische Wort für Gastfreundschaft bedeutet wörtlich, freundlich zu Fremden zu sein und anderen sein Herz und sein Haus zu öffnen.

Ich glaube, Gastfreundschaft ist eine der besten Möglichkeiten, die Liebe Jesu zu demonstrieren. Manche von Ihnen kennen die Geschichte von unseren Flitterwochen. An einem der letzten Tage flogen Janet und ich nach Wisconsin. Ihre Familie hatte nicht an unserer Hochzeit hier in Kalifornien teilnehmen können und deshalb sollte dort eine kleine Zeremonie stattfinden. Am Sonntagmorgen sollte ich dann in einer Gemeinde predigen. Und wir waren völlig pleite. Das wenige, das wir besaßen, hatten wir bereits ausgegeben. An diesem Sonntagmorgen predigte ich mir die Seele aus dem Leib. Nach dem Gottesdienst standen wir im Foyer herum und fühlten uns ziemlich unbehaglich. Der Pastor war schon gegangen, es hatte niemand zu einem Opfer aufgefordert und wir waren beide hungrig, aber wir hatten nicht einmal das Geld, um uns einen Hamburger zu kaufen. Und ich weiß noch, wie wir da standen, einander ansahen und dachten: „Okay, der Pastor ist weg. Offensichtlich werden sie uns keine Spende geben. Was sollen wir jetzt tun?“ Da kam ein älteres Ehepaar auf uns zu und fragte: „Würden Sie gerne zum Mittagessen zu uns nach Hause kommen?“ Ich kann mich bis zum heutigen Tag nicht mehr daran erinnern, was ich an diesem Morgen gepredigt habe, aber ich erinnere mich noch an den Schmorbraten, das Gemüse und an das Ehepaar, das zwei jungen Menschen, die sich sehr unbehaglich fühlten, mit Freundlichkeit und Gastfreundschaft begegnete. Das hat unser Leben beeinflusst!

Einige Jahre später waren wir in England. Ich sollte dort in verschiedenen Städten predigen und hatte meine Familie mitgenommen. Unser Budget war extrem knapp und so waren wir sehr froh, als eine Familie uns anbot, uns für eine Nacht zu beherbergen. Ich predigte an diesem Sonntag in ihrer Gemeinde. Das ist eine sehr große und bekannte Gemeinde, die auch schon großen Einfluss auf die Region ausgeübt hat. Aber wissen Sie was? Ich kann mich weder an den Namen des Pastors erinnern noch daran, was ich predigte, aber ich weiß noch, dass ich eine Tasse Tee nach der anderen trank, kleine Sandwiches aß und in ihrem Garten in der Sonne Krocket spielte. Ich sehe noch vor mir, wie meine Kinder lachten und sich wie zu Hause fühlten. Ich erinnere mich an die Freundlichkeit und die Großzügigkeit dieser Familie. Erst kürzlich sprach ich mit unserer Tochter Rebekah darüber, die damals noch sehr klein war. Aber auch sie erinnert sich an das Krocketspiel im Garten, an die Familie und ihre Gastfreundschaft. Das war eine Demonstration der Liebe Jesu, die ich bis zum heutigen Tag in mir trage.

Manche Leute in der Gemeinde suchen eher die Einsamkeit als Gastfreundschaft. Nun, es muss Ausgeglichenheit herrschen, okay? Es gibt Zeiten, in denen unser Haus der Grand Central Station gleicht. Die Betten scheinen nie kalt zu werden, weil wir ständig Gäste haben. Aber es gibt auch Zeiten, die nur Conley-Zeiten sind. Dann übernachtet niemand bei uns. Wir verbringen einfach eine ruhige Zeit mit der Familie, ruhen uns aus und erholen uns. Es muss Ausgeglichenheit herrschen. Aber wenn ein Ungleichgewicht entsteht, sollte es nicht in die Richtung der Einsamkeit gehen, sondern in jene, die Gott uns gebietet, in die Richtung der Gastfreundschaft. Und warum sollten wir gastfreundlich sein? Dafür gibt es mehrere Gründe. Nummer eins: Weil es ein Gebot ist, keine Empfehlung. Jesus ist Herr und Herr bedeutet „Chef“, und wir müssen tun, was Er sagt. Es bedeutet, dass Seine Worte unsere letztendliche Autorität sind. Gastfreundschaft ist kein Vorschlag, sondern ein Gebot von Gott.

Der zweite Grund: Gastfreundschaft öffnet die Tür für neue Beziehungen und Freundschaften. Manche Ihrer besten Freunde und manche der Menschen, die Ihr Leben am meisten beeinflussen, haben Sie noch gar nicht kennengelernt. Und wenn Sie gastfreundlich sind, können Sie in aller Ruhe Zeit mit einzigartigen, nach dem Bild Gottes erschaffenen Menschen verbringen, die auf ihrer Reise Dinge gelernt und Einsichten gewonnen haben, die Sie in Ihrem Leben brauchen. Es ist ganz erstaunlich, welche Beziehungen und Freundschaften durch Gastfreundschaft entstehen können. Nummer drei: Weil es eine ganz praktische Möglichkeit ist, Menschen, die mehr brauchen als Worte, die Liebe Gottes und die Realität unserer Erlösung zu zeigen. Und unser Handeln spricht Bände zu den Herzen von Menschen, die nach der Realität suchen.

Als Janet und ich frisch verheiratet waren, lebten wir in einem kleinen, alten Haus. Da sagte jemand zu uns: „Ich kenne einen Missionar in Indien, dessen Vater in Kürze nach Amerika kommen wird.“ Ich glaube, es war das erste Mal, dass dieser Mann in die Vereinigten Staaten reiste. Und er fragte: „Wärt ihr bereit, ihn bei euch wohnen zu lassen?“ Wir sagten: „Ja.“ Ich erinnere mich noch gut an Bruder David. Wir dachten, das winzige, alte Haus, das wir hatten, sei nicht viel, aber ihn beeindruckte es zutiefst. Ich weiß noch, dass mich das regelrecht schockierte. Ich dachte: „Dieses kleine, alte Ding?“ Nachdem wir gegessen hatten, wollte er sich an den Abwasch machen und ich sagte: „Wir stellen das Geschirr einfach in die Spülmaschine.“ Er fragte: „Was?“ Er hatte noch nie eine Spülmaschine gesehen und war fasziniert! Ich räumte das Geschirr hinein und sagte: „Du machst einfach die Tür zu und dann wird es gewaschen.“ „Tatsächlich?“ Wir hatten eine wirklich tolle Zeit mit Bruder David. Janet und ich lernten, das, was wir hatten zu schätzen und es nicht als selbstverständlich anzusehen und wir erkannten, wie reich wir eigentlich waren. Und für ihn machte es den Glauben erlebbar, weil er in einer völlig anderen Kultur auf Menschen getroffen war, die dieselben Werte in ihrem Leben hatten wie er und von dem Retter ebenso verändert worden waren wie er. Freunde, es gibt Menschen, die brauchen mehr als Worte. Und Gastfreundschaft ist ein Weg, das Evangelium praktisch umzusetzen.

Gut, der vierte Grund für die Gastfreundschaft ist, dass wir alles, was wir für den geringsten Menschen tun, für Christus tun. In Matthäus 25 lesen wir, dass Jesus sagte: „Denn mich hungerte, und ihr gabt mir zu essen; mich dürstete, und ihr gabt mir zu trinken; ich war krank, und ihr besuchtet mich; ich war im Gefängnis, und ihr kamt zu mir, ich war Fremdling, und ihr nahmt mich auf…“ Und sie fragten: „Herr, wann warst du hungrig oder durstig? Wann warst du im Gefängnis? Was hast du getan? Wann warst du krank? Wann haben wir dir Gastfreundschaft gewährt? Wann warst du ein Fremdling, den wir aufgenommen haben?“ Denken Sie daran: Gastfreundschaft bedeutet, Gäste zu lieben und freundlich zu Fremden zu sein. Jesus sagte: „Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan.“ Und hier in Matthäus 25 heißt es, am Ende der Welt, wenn Er auf dem Thron der Herrlichkeit sitzt, wird Er die Nationen versammeln wie ein Mann seine Schafe und Ziegen sammelt, die Schafe auf der einen und die Ziegen auf der anderen Seite. Und zu der einen Gruppe wird Er sagen: „Hey, ich war ein Fremder. Ihr habt mir euer Haus geöffnet.“ Und sie werden sagen: „Wann?“ Und Er wird erwidern: „Als ihr es für den Geringsten getan habt.“ Und zu der anderen wird Er sagen: „Ihr habt mir nie Gastfreundschaft gewährt. Ihr habt mir nie zu essen gegeben.“ „Wann haben wir das nicht für dich getan, Herr?“ „Als ihr es nicht für den Geringsten getan habt.“ – Es ist gut, wenn wir im Gedächtnis behalten, dass wir gastfreundlich sein sollen. Jesus nimmt das persönlich.

Ich glaube, es ist klar, dass dem ein übergreifendes Prinzip zugrunde liegt und ich denke, ich sollte es erwähnen. Dieses Prinzip ist Weisheit. Wir alle müssen auf das Zeugnis des Heiligen Geistes hören; wir müssen wissen, wo unsere Familien geistlich stehen und so weiter. Aber es ist und bleibt eine Tatsache, dass Er uns befohlen hat, anderen Menschen Gastfreundschaft zu gewähren. Und fünftens und letztens sollten wir gastfreundlich sein, weil sich unsere Gäste möglicherweise nicht zu erkennen geben. In Hebräer 13:2 heißt es: „Die Gastfreundschaft vergesst nicht! Denn dadurch haben einige, ohne es zu wissen, Engel beherbergt.“ Es ist also wichtig, anderen Gastfreundschaft zu erweisen. Und ich ermutige Sie: Tun Sie es beständig, seien Sie sensibel und seien Sie bereit, klein anzufangen. Erinnern Sie sich an die Geschichte, wo Paulus und Silas nach Mazedonien reisten und Lydia und ihr ganzes Haus gerettet und getauft wurden? Sie sagte: „Wenn ihr wirklich überzeugt seid, dass ich Jesus angenommen habe, dann seid meine Gäste.“ Und es heißt, sie überredete sie. In einer Übersetzung heißt es, sie akzeptierte kein Nein als Antwort.

Manchmal werden Leute Ihre Gastfreundschaft aus Stolz ablehnen, weil sie Ihre Großzügigkeit und Ihre Freundlichkeit nicht strapazieren wollen. Aber insgeheim hoffen sie, dass Sie darauf bestehen. Und wenn Sie das Gefühl haben, dass Gott es Ihnen aufs Herz gelegt hat, jemanden einzuladen, seien Sie beharrlich wie Lydia, auch wenn er zuerst Nein sagt. Und dann seien Sie sensibel. In einem seiner Briefe an die Korinther schrieb Paulus von seinem Besuch bei Titus oder Timotheus und berichtete, mit welchem Feingefühl ihm in dessen Haus Gastfreundschaft gewährt wurde. Es ist gut, sensibel zu sein. Man kann sich im Haus eines anderen sehr unwohl fühlen, vor allem, wenn man befürchtet, dessen Privatsphäre oder Großzügigkeit zu strapazieren. Es ist eine Gabe, jemandem das Gefühl zu geben, willkommen zu sein. Ich weiß, dass manche jetzt denken: „Aber ich habe nur eine winzige Wohnung.“ Fangen Sie klein an. Gastfreundschaft hat mehr damit zu tun, was in unserem Herzen ist als damit, was wir besitzen. Ich habe mit einem Indianerstamm in den Bergen von Mexiko gebratene Ziege gegessen und einen äußerst seltsamen Tee getrunken, den viele nicht angerührt hätten. Sie gaben mir das Gefühl, ein König, ein höchst geschätzter Gast zu sein, und die Ziege, die sie gebraten hatten, war ein besonderes Geschenk. Im Gegensatz dazu habe ich in einem Haus, das viele einen Palast nennen würden, zwischen Möbeln, die auf extremen Reichtum schließen ließen, delikate kleine Appetithäppchen gegessen und mich dabei wie ein Eindringling gefühlt. Lassen Sie uns sensibel sein. Lassen Sie uns unser Herz öffnen und mit anderen teilen, was wir haben. Lassen Sie uns gastfreundlich sein. Lassen Sie uns nach der Erkenntnis des Herrn und nach Gastfreundschaft streben.

Ich hoffe, die heutige Sendung hat Sie gesegnet. Das Thema Gastfreundschaft, über das wir als Letztes gesprochen haben, liegt mir sehr am Herzen. In meinem Haus tun wir alles, um gastfreundlich zu sein und den Menschen das Gefühl zu geben, zur Familie zu gehören. Und ich glaube, das ist es, was in der Gemeinde oft fehlt. Wenn jemand eine Gemeinde betritt und an den Ort kommt, wo eine Gemeindefamilie Gott anbetet, ist das letzte Gefühl, das sie haben sollten, ein Fremder oder ein Außenseiter zu sein. Im Alten Testament sagte Gott: „Kümmert euch um die Fremden, denn in Ägypten seid ihr selbst Fremde gewesen.“ Und ich glaube, manche von uns haben vergessen, wo wir hergekommen sind, wie fremd wir uns gefühlt haben. Vielleicht gehen Sie in eine Gemeinde und es fühlt sich in Ihrem Inneren ein bisschen kalt an, weil Sie sich nicht wirklich willkommen und in die Familie aufgenommen fühlen. Dann fordere ich Sie heraus: Warum sollten nicht Sie es sein, der eine Veränderung herbeiführt? Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn Sie das erste Mal in die Gemeinde kommen. Würden Sie sich willkommen fühlen? Würden Sie sich als Teil der Familie fühlen? Geben Sie sich besondere Mühe, andere willkommen zu heißen und zu ermutigen. Wir wissen nie, ob wir nicht, ohne es zu ahnen, einen Engel beherbergen. Vielleicht sind Sie der Gastgeber eines Menschen, der die Welt für Jesus verändern wird. Behandeln Sie die Menschen, als wären sie der Herr selbst. Das wird auch für Sie selbst zum Segen werden.

 

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