Evangelisation, Lehre und Heilung 1/2

Gott möchte Wichtiges in deinem Leben bewirken. Er sehnt sich danach, deinen Charakter und deinen Einfluss zu erweitern. Sowohl in Hinblick auf unseren Charakter als auch auf unseren Einfluss sind das Leben und der Dienst von Jesus ein wunderbares Vorbild. In seiner Predigt Evangelisation, Lehre und Heilung zeigt Bayless Conley, wie du nach dem Herzen von Jesus leben, seine Worte aussprechen und seine Werke tun kannst.

Dies ist der erste Teil einer Predigt, den zweiten Teil findest du hier …

Predigtmanuskript

Wir haben hier dieses großartige Gemeindezentrum mit mehreren Gebäuden. Viele wissen gar nicht, was wir alles für die Stabilität getan haben. Unter jedem Gebäude gibt es ein Fundament, in das insgesamt 168 Pfähle eingesetzt sind. Ich glaube, an der flachsten Stelle liegen die Fundamente 18 Meter tief und wir mussten bis zu 36 Meter in die Tiefe gehen. Wir mussten Löcher bohren und sie mit Beton und Betonstahl füllen, 168 Mal. Das war unglaublich teuer, aber nötig wegen der Bodenverflüssigung hier. Andernfalls würden die Gebäude sich senken und Risse bekommen und absacken und natürlich gibt es hier in Südkalifornien auch immer wieder Erdbeben. Deswegen mussten wir besonders auf unsere Fundamente achten.

Auch thematisch beschäftigen wir uns seit einiger Zeit mit Fundamenten, nämlich mit den Fundamenten der ersten Gemeinde. Gott hatte für sie gewisse Grundsteine festgelegt, fundamentale Lehren, Regeln für die Praxis und auch Erfahrungen. Diese Dinge gelten aber genauso für Gemeinden in jeder anderen Generation. Es sind keine Nebenthemen, sondern Fundamente, die die Gemeinde einzigartig zu dem machen, was sie ist. Wir beschäftigen uns also mit den Grundsteinen, den Fundamenten von Gottes Gemeinde für alle Generationen. Heute soll es besonders um Evangelisation, Lehre und Heilung gehen. Sind Sie bereit? Dann wollen wir miteinander beten.

Herr, bitte hilf uns heute Dein Wort zu verstehen. Wir möchten uns auf Deinen Heiligen Geist einlassen. Bitte lehre uns, aber inspiriere uns auch. Wir möchten nach Deinem Wort handeln und die Dinge, die wir hören, in die Tat umsetzen. Jesus, Du sollst verherrlicht werden. Darum bitten wir Dich. Amen.

Die Jünger hatten dreieinhalb Jahre mit Jesus gelebt und gearbeitet. Sie wussten, was Ihm wichtig war und sie kannten ihren Auftrag. Kurz vor Seiner Verhaftung hatte Jesus ganz besonders für sie gebetet und in diesem Gebet sagte er: „Vater, ich habe ihnen“ – damit sind die Jünger gemeint – „ich habe ihnen die Worte gegeben, die Du mir gegeben hast, und sie haben sie angenommen. Und, Vater, so wie Du mich in die Welt gesandt hast, sende ich sie in die Welt.“ Genau das geschieht, als die ersten Gemeinden entstehen und größer werden. Die Christen verkündigen die Worte Jesu und tun Seine Werke. Sie setzen die Arbeit fort, die Jesus begonnen hat. Im gleichen Gebet sagte Jesus aber auch: „Vater, ich bete nicht nur für sie, sondern auch für alle, die durch ihre Worte“ (oder „durch ihren Dienst“) „an mich glauben werden.“ Indirekt ist damit jeder Einzelne von uns hier und heute gemeint, jeder Christ in jeder Generation. Wir sollten das weitertragen, was Jesus am Herzen lag und die Werke Jesu tun und die Worte Jesu weitersagen. Sie bilden das Fundament und das Herzstück dessen, wer wir sind und worum es uns gehen soll.

Bitte schlagen Sie mit mir das Matthäusevangelium auf, Kapitel 9. Matthäus, Kapitel 9. Und wir lesen dort ab Vers 35.

Matthäus 9:35-38
„Und Jesus zog umher durch alle Städte und Dörfer und lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium des Reiches und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen. Als er aber die Volksmengen sah, wurde er innerlich bewegt über sie, weil sie erschöpft und verschmachtet waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Dann spricht er zu seinen Jüngern: Die Ernte zwar ist groß, die Arbeiter aber sind wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussendet in seine Ernte!“

Dieser Abschnitt beginnt mit der Aussage, dass Jesus in alle Städte und Dörfer ging und drei Dinge tat. Er tat das nicht nur gelegentlich. Es war keine einmalige Ausnahme in Seiner Arbeit und nichts, was Ihm der Heilige Geist für einen besonderen Anlass eingab. Es war einfach Seine übliche Vorgehensweise. Er ging in alle Städte und Dörfer, lehrte, predigte das Evangelium von Gottes Reich und heilte die Kranken. Diese drei Dinge tat Er überall: Gottes Wort lehren, das Evangelium verkünden und Kranke heilen. Das war den Jüngern in Fleisch und Blut übergegangen und wir finden diese drei Elemente auch als Grundbestandteile in den ersten Gemeinden wieder. Sie waren nämlich, genauso wie wir, vom Vater im Himmel gesandt, so wie Jesus vom Vater gesandt war.

Als Erstes möchte ich den mittleren Punkt herausgreifen: Jesus predigte das Evangelium von Gottes Reich. In der Entstehungszeit der ersten Gemeinden taten die Christen das Gleiche. „Evangelium“ bedeutet „Gute Nachricht“. Sie verkündeten die Gute Nachricht von Gottes Reich: dass es in diesem Königreich neues Leben für diejenigen gibt, die den König Jesus annehmen. Dass dieser König Jesus für alle Sünder starb, von den Toten auferstand und Rettung für die verlorene Welt gebracht hat, die geistlich von Gott getrennt ist. Das sind gute Nachrichten! Und dann heißt es, Jesus war „innerlich bewegt“. Diesen Satz findet man oft in den Evangelien und er ist immer mit einer bestimmten Handlung verbunden. Hier in Vers 36 heißt es: „Als er aber die Volksmengen sah, wurde er innerlich bewegt über sie, weil sie erschöpft und verschmachtet waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ Und so innerlich bewegt über diese Menschen ohne Hirten, die Er sieht, spricht Jesus zuerst einmal über das Erntefeld. Er trägt den Jüngern auf, für Arbeiter für dieses Erntefeld zu beten. Und mit diesem Gedanken geht es nahtlos in Kapitel 10 weiter, wo Jesus die Jünger selbst aufs Erntefeld schickt, um die verlorenen Schafe zu finden, deren Schicksal Ihn im tiefsten Herzen so sehr bewegt. Jesus sagt ihnen also zuerst, sie sollen die Gute Nachricht von Gottes Reich auf dem „großen Erntefeld“ verbreiten, wie Er es nennt. Was hat es nun mit diesem Erntefeld auf sich? Schauen Sie bitte noch einmal in Vers 37. Zunächst heißt es, die Ernte ist groß. Das sagt Jesus als Erstes: die Ernte ist groß. Und worin besteht die Ernte? Aus müden, zerstreuten, führungslosen Menschen.

Die „Amplified Bible“ wirft etwas Licht auf die Feinheiten der ursprünglichen Formulierung: Jesus sah, dass die Menschen „verunsichert (gequält, verzweifelt, niedergeschlagen und hilflos) waren, wie Schafe ohne einen Hirten.“ Verunsicherte Menschen, gequälte Menschen, verzweifelte und niedergeschlagene Menschen, hilflose und führungslose Menschen. Liebe Freunde, das ist die Ernte.

Neulich unterhielt ich mich mit einem Mann, den ich auf einem Parkplatz getroffen hatte. Er sagte zu mir: „Sie sind doch der Pastor von der und der Gemeinde.“ Ich sagte: „Stimmt.“ Er sagte: „Ich würde mich gern mal mit Ihnen unterhalten.“ Ich war gerade auf dem Weg zu einem Termin und erklärte ihm: „Leider habe ich gerade keine Zeit.“ Aber er gab mir die Adresse seiner Arbeitsstelle und ich versprach, bei Gelegenheit dort vorbeizuschauen. Ich versuchte es zwei Mal, aber beide Male war er nicht da. Beim dritten Mal, ein paar Wochen später, erwischte ich ihn dann und wir hatten ein sehr gutes Gespräch. Er äußerte sich aber auch sehr offen mir gegenüber und sehr deutlich. Er erzählte mir von einem Erlebnis, das er hier hatte. Er war zwar noch nie in unserer Gemeinde gewesen; aber an einem Wochenende war er mit dem Fahrrad auf dem Gelände von unserem Gemeindezentrum unterwegs. Ich weiß nicht, ob es ein Sonnabend oder ein Sonntag war, aber auf jeden Fall war es Gottesdienstzeit. Er kam mit jemandem ins Gespräch, der unterwegs zum Gottesdienst war. Offenbar hatte er etwas gesagt, das sein Gesprächspartner anstößig fand; jedenfalls wurde er von dem anderen Mann beschimpft, und zwar mit ziemlich derben Worten und nicht nur einmal, sondern gleich mehrmals. Und so sagte er zu mir: „Ich möchte einfach wissen, was für eine Gemeinde das ist. Sie sind der Pastor und dann haben Sie solche Leute in Ihrer Gemeinde, die einen Fremden so behandeln. Was lehren Sie hier eigentlich?“ Ich antwortete: „Es tut mir sehr leid, dass Sie so eine Erfahrung gemacht haben, aber ich muss Ihnen sagen: Das sind die Menschen, die wir erreichen wollen. Das sind die Menschen, die Gott von Herzen liebt: Menschen, die im Leben viel Schlimmes erlebt haben, die von anderen als Fußabtreter benutzt wurden, die wütend auf die Welt sind. Menschen, die Probleme haben, die innerlich zerbrochen sind, die Lasten tragen. Das sind die Menschen, die wir erreichen wollen. Die meisten Menschen in unserer Gemeinde benehmen sich zwar besser, aber wenn es Ihnen schwerfällt, mit Menschen umzugehen, die Probleme haben, ist die Cottonwood-Gemeinde nicht der richtige Platz für Sie.“ Das verstand er und es gefiel ihm sogar.

Liebe Freunde, das ist die Ernte. Jesus hat Mitleid mit diesen Menschen. Er sieht zerbrochene, verletzte, leidende Menschen, die vom Leben gebeutelt und innerlich verbogen sind, weil sie unter so viel Druck stehen und so viele falsche Entscheidungen getroffen haben. Jesus sieht diese Menschen. Ist Er wütend auf sie? Nein. Sein Herz ist von Mitgefühl bewegt, wenn Er an sie denkt.

Ich musste an ein paar Veranstaltungen denken, die wir hier hatten. Ein paar Mal hatten wir einen berühmten Country-Sänger zu einem Konzert in unserer Gemeinde und wir haben in jeder Truckerkneipe in der Gegend Einladungen verteilt. Und die Leute kamen in Massen und lernten Jesus kennen. Großartig. Einer der Ordner kam zu mir und sagte: „Herr Pastor, auf unserem Parkplatz sind lauter Cowboys! Die sitzen in ihren Autos rum, trinken kastenweise Bier und warten, dass das Konzert anfängt!“ Und ich dachte: „Fantastisch! Das ist die Ernte!“

Jesus zog also durchs Land und brachte diesen Menschen die Gute Nachricht von Gottes Reich. Als Zweites sagte Er über die Ernte, dass es nur wenige Arbeiter gibt. Von welcher Art Arbeit spricht Jesus hier? Zunächst meint Er wohl die Arbeit des Gebetes, denn Er sagt: „Bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussendet in seine Ernte.“ Der Apostel Paulus schrieb an die Gemeinde in Galatien: „Meine Kinder, um die ich abermals Geburtswehen erleide, bis Christus in euch Gestalt gewonnen hat.“ Da sprach Paulus vom Gebet. Er hatte um ihre Rettung gebetet und jetzt betete er um Glaubensreife für sie. Und dieses Beten darum, dass Menschen ihr Leben Jesus anvertrauen und dann auch in Ihm wachsen, das verglich Paulus mit der schweren Arbeit einer Geburt. So sagt Jesus hier auch: „Es gibt nur wenige Arbeiter.“ Also erstens müssen wir beten.

Mein Vater war nicht besonders offen für mich, als ich Christ wurde. Er sagte sogar einmal zu mir: „Du warst mir lieber, als du noch Drogen genommen hast.“ Dazu muss ich sagen, dass ich zwar eifrig von Gottes Reich erzählte, aber ich ging nicht unbedingt weise vor und übertrieb es ein bisschen. Jedenfalls war mein Vater mir gegenüber sehr verschlossen – und ich war vorher auch nicht der Bilderbuchsohn, sondern ein Idiot gewesen. Schlimmer noch, ich war ein Idiot auf Drogen. Mein Vater hatte also guten Grund, verschlossen zu sein. Also betete ich: „Gott, mein Vater hört nicht auf mich. Bitte schick ihm jemand anderen.“ Ich weiß noch, dass ich das öfter betete. Etwas später arbeitete ich ehrenamtlich im Telefondienst bei einer christlichen Agentur. Eines Tages kam eine Frau zu mir, schaute auf mein Namensschild und sagte: „Bayless Conley? Heißt dein Vater so wie du?“ Ich sagte: „Ja, das stimmt. Wir haben den gleichen Namen.“ Da erzählte sie mir: „Meine Gebetsgruppe und ich, wir beten jede Woche für deinen Vater und ich durfte ihm auch persönlich von Jesus erzählen.“ Da eröffnete sich mir eine ganz neue Sicht: „Gott, Du hast überall Menschen, die zu Jesus gehören und die Du einsetzen kannst. Ob mein Vater sich bekehrt, hängt nicht einzig und allein von meiner Fähigkeit ab, ihn zu erreichen.“ Bittet den Herrn der Ernte… Ich glaube, es ist nicht falsch, Gott zu bitten, dass Er Arbeiter auf einen bestimmten Bereich des Erntefeldes schickt.

Ein älterer Prediger erzählte mir und einigen anderen einmal von einer Frau, die er kannte. Sie hatte ihr ganzes Leben einer bestimmten Aufgabe gewidmet: Jeden Tag ging sie in ihrem Zimmer auf die Knie und betete konkret für eine Stadt. Sie informierte sich jeweils, ob es in dieser Stadt eine bibeltreue Gemeinde gab oder nicht. Wenn nicht, dann betete sie regelmäßig dafür, dass in dieser Stadt eine bibeltreue Gemeinde gegründet und aufgebaut würde. Manchmal betete sie monatelang für die gleiche Stadt. Für eine Stadt betete sie sogar jahrelang jeden Tag. Und wenn sie dann hörte, dass nun in der Stadt eine bibeltreue Gemeinde gegründet worden war, die anderen Menschen von Jesus erzählte, dann nahm sie sich die nächste Stadt vor und die nächste und immer so weiter. Das tat sie über 60 Jahre lang, wenn ich mich nicht irre. Und wissen Sie, ich stelle mir das so vor: Wenn eines Tages Menschen in den Himmel kommen und sich ihre Belohnung abholen, dann stehen da bestimmt auch einige Pastoren und vielleicht bin ich auch dabei. Und dann sagt Jesus vielleicht: „Geht mal beiseite“ und holt die alte Frau in die erste Reihe und sagt: „Ihr seid nur hier und konntet tun, was ihr getan habt, weil sie für euch gebetet hat. Durch ihre Gebete ist eure Arbeit erst möglich geworden. Sie hat treu und ausdauernd dafür gebetet, dass Arbeiter in die Ernte geschickt werden.“ Die Ortsgemeinde ist Gottes Idee, um verlorene Menschen zu erreichen und Sein Reich in der Gesellschaft auszubreiten. Etwas Besseres hat Gott sich nicht einfallen lassen, als durch Ortsgemeinden die Gesellschaft und die Welt zu verändern.

Die zweite Art von Arbeit ist hinzugehen und persönlich die Gute Nachricht weiterzusagen. Erstens: Um ein Arbeiter zu werden, muss man beten. Beten, dass Gott auch andere schickt; beten, dass Gott Türen öffnet. Zweitens müssen wir gehen. Bitte schlagen Sie einmal Matthäus 10:5 auf. Dort wird der Gedankengang fortgesetzt:

Matthäus 10:5-7
„Diese zwölf sandte Jesus aus und befahl ihnen und sprach: Geht nicht auf einen Weg der Nationen, und geht nicht in eine Stadt der Samaritaner; geht aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel! Wenn ihr aber hingeht, predigt und sprecht: Das Reich der Himmel ist nahe gekommen.“

Jesus hat die verirrten, verlorenen Schafe gesehen und sie tun Ihm leid. Er sagt: „Ihr müsst beten und dann zu diesen verlorenen Schafen hingehen.“ Die Jünger hatten eine konkrete Aufgabe, so wie wir. In Markus 16:15 sagt Jesus: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung.“ Wenn Jesus uns aufträgt, in die ganze Welt zu gehen und die Gute Nachricht zu verbreiten, ist das nicht nur geografisch gemeint, obwohl das auch dazugehört. Es bedeutet, in unsere persönliche Welt hinauszugehen: in die Welt der Medizin, in die Welt des Sports, in die Welt der Unterhaltung, in die Welt der Politik, der Bildung, der Arbeit, der Familie, der Nachbarschaft.

Diese Woche waren Janet und ich mit einem Ehepaar aus der Gemeinde essen. Die beiden haben ein sehr schönes Restaurant und wir waren dort mit ihnen zum Essen verabredet. Doch vorher sprach uns draußen auf dem Fußweg die Restaurantleiterin an. Das Ehepaar hatte ihr Leben sehr geprägt und sie erzählte uns davon: „Ich habe mich taufen lassen. Ich habe mich endlich taufen lassen! Ich freue mich so!“ Das Ehepaar ermutigt sie in ihrem Glauben an Jesus. – Und dann im Restaurant kam ein Kellner auf uns zu und erzählte: „Ich gehe inzwischen wieder in eine Gemeinde. Ich bin sogar in einer Kleingruppe und es ist einfach toll!“ Und einer der Chefs schaute mich an und sagte: „Das ist unsere Herde.“ Die beiden tragen einfach das Evangelium in ihre Welt und bringen die Menschen, mit denen sie tagein, tagaus zu tun haben, unter den Einfluss von Jesus. Genau dazu sind wir alle berufen. Es ist unglaublich wichtig, dass wir als Menschen, die Jesus nachfolgen und zu Seiner Gemeinde gehören, evangelistisch eingestellt sind. Die Gemeinde ist nicht eine Art Festung, wo Christen sich vor der Welt verstecken bis Jesus wiederkommt. Wir sind beauftragt und dazu begabt, zu den Menschen zu gehen.

Ich habe seit vielen Jahren einen guten Freund, der Pastor einer Gemeinde ist. Eines Tages telefonierte ich nach längerer Zeit wieder einmal mit ihm und fragte ihn, wie es ihm geht. „Super!“, sagte er. „Und wie gehts deiner Familie?“ Und wir sprachen eine Weile über die Familie. Dann fragte ich nach seiner Gemeinde. Er sagte: „Bayless, es ist einfach toll! Wir haben fantastische Anbetungszeiten! Wir loben und preisen Gott und wir können Gottes Gegenwart spüren und die Menschen weinen und… es ist einfach unfassbar! Wir haben so unglaublich gute Lobpreiszeiten.“ Ich sagte: „Das ist ja schön! Und ist irgendjemand zum Glauben gekommen?“ Da wurde es am anderen Ende der Leitung für längere Zeit ganz still. Dann sagte er: „Ehrlich gesagt, nein. Es ist schon lange niemand mehr zum Glauben gekommen.“ Ich sagte nur: „Ach“, ging irgendwie darüber hinweg und wir sprachen über etwas anderes. Doch etwa einen Monat später rief er mich noch einmal an. „Bayless, deine Frage, ob jemand zum Glauben gekommen ist, hat mich nicht mehr losgelassen. Sie ist wie eine Bombe bei mir eingeschlagen. Ich musste Tag und Nacht darüber nachdenken und mir ist etwas klar geworden. Wir haben einfach nur ein kleines Christentreffen und spüren Gottes Gegenwart, aber wir folgen nicht dem größten Auftrag, den Jesus uns gegeben hat. Also haben wir ein paar Dinge geändert.“ Sie treffen sich immer noch zum Gottesdienst und Lobpreis, eine, eineinhalb Stunden Lobpreiszeit und natürlich kommen Christen in den Gottesdienst. Aber, erzählte mein Freund: „Wir haben ein paar Dinge im Gottesdienst geändert. Wir haben immer noch gute Lobpreiszeiten, aber die Gottesdienste sind jetzt anders. Und jetzt kommen jede Woche Menschen zum Glauben an Jesus.“

Das war vor mehreren Jahren. Neulich habe ich wieder mit meinem Freund gesprochen und er erzählte: „Inzwischen ist es eine Seltenheit, wenn mal eine Woche niemand zum Glauben kommt. Meistens haben wir jedes Wochenende Menschen, die zu Jesus kommen.“ Liebe Freunde, etwas Wichtigeres gibt es nicht! Wir müssen evangelistisch eingestellt sein.

Ich rede gern von Jesus. Und was Ihm wichtig ist, sollte auch uns wichtig sein, denn Er will uns Ihm immer ähnlicher machen. Schalten Sie doch auch beim nächsten Mal wieder ein, wenn wir diese wichtige Reihe fortsetzen.

Gedankenanstoß:

Heute bin ich in Deutschland und sitze hier im Gospel Forum Stuttgart. Dieser riesige Saal ist im Moment leer. Aber am Wochenende werden hier alle Plätze besetzt sein. Menschen werden in diesem Haus Jesus ihr Leben anvertrauen und Gott anbeten. Sie werden Ermutigung erfahren. Aber ganz ehrlich: Dieses Haus und jede andere Gemeinde der Welt kann nicht ohne viele treue ehrenamtliche Helfer arbeiten. Jemand hat mal gesagt, Ehrenamtliche werden nicht deswegen nicht bezahlt, weil sie wertlos sind, sondern weil sie unbezahlbar sind. Die Gemeinde Jesu kann nur vorankommen, weil so viele Menschen im Hintergrund arbeiten. Im Römerbrief in Kapitel 16:6 habe ich Folgendes gelesen: „Grüßt Maria, die viel für euch gearbeitet hat!“ Wer ist diese Maria? Wir wissen es nicht, aber sie hat viel gearbeitet. Warum arbeitet jemand viel? Weil er oder sie viel liebt. Und ich frage mich, wie viele Marias mit ihrem Einsatz hinter den Kulissen die Arbeit der Gemeinde am Laufen gehalten haben, hier in Stuttgart und in meiner Heimat in Südkalifornien, in der Cottonwood-Gemeinde.

Weiter schreibt Paulus dann: „Grüßt Andronikus und Junias, meine Verwandten und meine Mitgefangenen, die unter den Aposteln ausgezeichnet sind, die schon vor mir in Christus waren!“ Auch über Andronikus und Junias wissen wir nichts. Offenbar waren sie bemerkenswerte Apostel ihrer Zeit. Aber zu wem waren sie gesandt? Welche Arbeit haben sie getan? Das wissen wir nicht. Sie sind unbekannte Helden, die zu ihrer Zeit den Einfluss von Jesus Christus in die Welt getragen haben. Dann schreibt Paulus: „Grüßt Ampliatus, meinen Geliebten im Herrn! Grüßt Urbanus, unseren Mitarbeiter in Christus, und Stachys, meinen Geliebten! Grüßt Apelles, den Bewährten in Christus! Grüßt die vom Haus des Aristobul! Grüßt Herodion, meinen Verwandten! Grüßt die vom Haus des Narzissus, die im Herrn sind!“ Wer sind diese Menschen? Wir wissen es nicht. Aber obwohl viele von ihnen in der Geschichte unbekannt sind, sind sie bei den Engeln im Himmeln bekannt und gefeiert, denn sie haben zu ihrer Zeit treu für Jesus gearbeitet.

Wenn Sie jetzt zuschauen und selbst nicht im Rampenlicht stehen… vielleicht sind Sie nicht bekannt oder stehen nicht vorne auf dem Podium. Aber, liebe Freunde: Wenn Sie treu die Arbeit tun, die Ihnen anvertraut ist, dann werden Sie im Himmel Lohn und Beifall erhalten.

Weiter schreibt Paulus: „Grüßt Tryphäna und Tryphosa, die im Herrn arbeiten!“ Wer sind sie? Ich weiß es nicht. Aber sie haben für Jesus gearbeitet. Und weiter: „Grüßt Persis, die Geliebte, die viel gearbeitet hat im Herrn!“ Wer war Persis? Was hat sie getan? Die Geschichte sagt es uns nicht. Aber der Himmel weiß es – und damals war sie wichtig für den Apostel Paulus. Ich garantiere Ihnen: Jeder Gemeindeleiter von heute, der bei Verstand ist, wird unglaublich dankbar für alle Ehrenamtlichen sein, die ihm den Rücken stärken und ihm helfen, den Dienst in der Öffentlichkeit immer weiter zu tun. Dann schreibt Paulus: „Grüßt Rufus, den Auserwählten im Herrn, und seine und meine Mutter!“ Wir wissen nicht, wer Rufus war, und schon gar nicht, wer seine Mutter war. Aber offensichtlich war sie für den Apostel Paulus wie seine eigene Mutter. Vielleicht kochte sie ihm Essen. Vielleicht war Paulus öfter im Haus von Rufus zu Gast und seine Mutter „adoptierte“ den Apostel Paulus. Sie war ihm sehr wichtig. Vielleicht gibt es auch in Ihrer Gemeinde jemanden, der einfach Ihren mütterlichen oder väterlichen Arm um die Schulter braucht. Vielleicht können Sie jemandem Essen machen oder einen jungen Menschen ermutigen. Ihre Arbeit ist unglaublich wertvoll. Die Arbeit in Gottes Reich kann nur weitergehen, weil unzählige unbekannte Helden tagtäglich treu ihre Arbeit tun. Gott segne Sie!

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