Das Gleichnis vom Sämann 1/2

Jesus vergleicht die Zusagen, die Gott uns gibt, mit Samen, aus denen Freiheit, Vertrauen in seine Führung, Heilung, Erlösung und alles andere wächst, das Gott uns in seiner Gnade schenkt.

In dieser Predigt erklärt Bayless Conley in vier Punkten, wie wir unser Herz für Gottes Wort vorbereiten können – so wie ein Bauer den Acker für die Saat vorbereitet, damit die Samen Wurzeln schlagen und wachsen können.

Bayless Conley möchte dich ermutigen, dich auf die Saat durch Gottes Wort einzulassen – denn Gottes Wort kann Berge versetzen und besitzt eine Kraft, die jedes Hindernis überwinden kann.

Dies ist der erste Teil der Predigt, den zweiten Teil findest du hier …

Predigtmanuskript

Gottes Wort steckt voller Verheißungen. Es gibt Verheißungen auf Heilung, auf Frieden, auf Rettung für die Familie, auf Gottes Führung und auf Kraft. Ich glaube, viele Menschen wissen zwar, dass Gott uns Verheißungen gibt; sie wissen, dass so etwas in der Bibel steht. Aber die eigentliche Frage ist: „Wie können sich diese Verheißungen konkret in meinem Leben auswirken? Sie werden ja nicht automatisch wahr.“ Das stimmt – Verheißungen sind kein Automatismus. Im Gleichnis vom Sämann erklärt Jesus das Prinzip, wie Gottes Verheißungen in unserem Leben zur vollen Entfaltung gelangen können. Vielleicht hilft es Ihnen ja, in Ihrem Glaubensleben zu wachsen. Vielleicht verstehen Sie dann auch besser, wie Sie Gottes Verheißungen selbst erleben können. Lassen Sie uns also jetzt gemeinsam in das Gleichnis vom Sämann einsteigen!

Sind Sie bereit für Gottes Wort? Ganz sicher? Okay, Sie haben mich überzeugt. Dann schlagen Sie bitte Ihre Bibel auf, und zwar Matthäus 13. Vater im Himmel, bitte hilf uns, Dein Wort zu verstehen. Danke, dass Du durch den Heiligen Geist zu uns sprichst. Bitte gib uns sehende Augen, hörende Ohren und ein verstehendes Herz. Herr, wir möchten nicht nur Hörer, sondern auch Täter Deines Wortes sein. Amen.

Also, Matthäusevangelium Kapitel 13 und wir beginnen ab Vers 1:

Matthäus 13:1-9
„An jenem Tag aber ging Jesus aus dem Haus hinaus und setzte sich an den See. Und es versammelten sich große Volksmengen um ihn, sodass er in ein Boot stieg und sich setzte; und die ganze Volksmenge stand am Ufer. Und er redete vieles in Gleichnissen zu ihnen und sprach: Siehe, der Sämann ging hinaus zu säen; und indem er säte, fiel einiges an den Weg und die Vögel kamen und fraßen es auf. Anderes aber fiel auf das Steinige, wo es nicht viel Erde hatte; und sogleich ging es auf, weil es nicht tiefe Erde hatte. Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Anderes aber fiel unter die Dornen; und die Dornen sprossen auf und erstickten es. Anderes aber fiel auf die gute Erde und gab Frucht: das eine hundert-, das andere sechzig-, das andere dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!“

Und weiter ab Vers 18:

Matthäus 13:18-23
„Hört nun ihr das Gleichnis vom Sämann: Sooft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und reißt weg, was in sein Herz gesät war; dieser ist es, bei dem an den Weg gesät ist. Bei dem aber auf das Steinige gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt; er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist nur ein Mensch des Augenblicks; und wenn Bedrängnis entsteht oder Verfolgung um des Wortes willen, nimmt er sogleich Anstoß. Bei dem aber unter die Dornen gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und die Sorge der Zeit und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort und er bringt keine Frucht. Bei dem aber auf die gute Erde gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und versteht, der wirklich Frucht bringt; und der eine trägt hundert-, der andere sechzig-, der andere dreißigfach.“

Jesus erklärte Seinen Jüngern dieses Gleichnis, ohne dass sie Ihn gefragt hätten. Es gibt nur noch ein anderes Gleichnis, das Jesus erklärte, nämlich das vom Weizen und dem Unkraut. Das werden wir uns ein anderes Mal ansehen. Jedenfalls ist unser Gleichnis in dieser Hinsicht einzigartig. – Die Saat ist das Wort Gottes, das ist klar. In Vers 19 sagt Jesus, die Saat ist das Wort vom Reich Gottes. Im Markusevangelium heißt es: „Der Sämann sät das Wort.“ Genau das tut Gott hauptsächlich in unserem Leben: Er sendet Sein Wort.

Psalm 107:20: „Er sandte sein Wort und heilte sie, er rettete sie aus ihren Gruben.“

In Römer 10 wird sehr deutlich, dass das rettende Wort Gottes erst gepredigt werden muss, bevor ein Mensch glauben und gerettet werden kann.

In Apostelgeschichte 20:32 sagt Paulus zu einigen Gemeindeleitern, dass Gottes Wort uns aufbauen und ein Erbe unter den geheiligten Menschen geben kann.

In Psalm 119:105 sagte König David: „Eine Leuchte für meinen Fuß ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad.“

Jesus sagte in Johannes 8:31 und 32: „Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen.“

Freiheit, Führung, Heilung, Rettung und alle anderen Facetten von Gottes Gnade kommen also durch Sein Wort zu uns. Wo man dieses Wort annimmt, glaubt und danach handelt, dort bringt es Frucht oder hat Folgen. Aber… und das ist ein großes Aber: Wenn Gott Sein Wort aussendet, um etwas davon zu bewirken, dann kommt es in Form eines Samens. Der Sämann sät das Wort aus; der Samen ist Gottes Wort. Dann beschreibt Jesus vier verschiedene Arten von Erde. Die Erde steht für das Herz des Menschen. Jesus sprach einerseits vom Wegesrand, dem harten Trampelpfad um ein Feld herum, der so festgetreten war, dass dort kein Samen aufgehen konnte. Dort kamen die Vögel und fraßen die Samenkörner auf. Dann nannte Er den steinigen Untergrund, der nur von einer dünnen Schicht Erde bedeckt war. Dann sprach Jesus von den dornigen Stellen, wo die Dornen zusammen mit der guten Saat wuchsen, aber sie am Wachsen und Reifen hinderten. Und dann gab es noch die gute Erde. Hören Sie bitte: Gott hat nicht von vornherein festgelegt, wer der „steinige“ Boden und wer der „dornige“ Untergrund ist, wer der „Wegesrand“ ist und wer die gute Erde. Wir alle, Sie und ich, entscheiden selbst, welche Art von Erde wir sein wollen. Und ich möchte Ihnen heute einfach vier Gedanken mitgeben, wie Gottes Wort in unserem Innersten Wurzeln schlagen und wachsen soll. Sind Sie bereit dafür?

Erstens: Ohne Mitwirkung wird das Wort Gottes nicht fruchtbar. Ohne unsere Mitwirkung bringt es keine Frucht bei uns. Unser Gleichnis wird im Matthäusevangelium erzählt, aber auch im Markusevangelium und ebenfalls im Lukasevangelium. Und jeder Evangelist setzt einen etwas anderen Akzent, vor allem, was den Menschen betrifft, der die Frucht bringt, die gute Erde, die eine reiche Ernte hervorbringt: dreißig-, sechzig-, hundertfach. Jeder Evangelist betont einen anderen Aspekt und wenn man alle zusammennimmt, bekommt man ein größeres Gesamtbild. Wenn man genauer hinsieht, sind es nicht einfach drei Punkte, sondern gewissermaßen drei Stufen. In Markus 4:20 sagte Jesus: „Und die auf die gute Erde Gesäten sind jene, die das Wort hören und aufnehmen und Frucht bringen: eines dreißig- und eines sechzig- und eines hundertfach.“ Markus betont also, dass diejenigen Frucht bringen, die Gottes Wort annehmen. Hier bei Matthäus lesen wir, dass sie das Wort verstehen. Auf das Gleichnis bei Lukas kommen wir gleich noch.

Reden wir kurz einmal darüber, dass Markus schreibt: Diejenigen, die Frucht bringen, haben das Wort angenommen. Wir brauchen eine innere Einstellung, die sagt: „Gott, ich akzeptiere Dein Wort als meine höchste Autorität. Selbst wenn ich es nicht ganz verstehe oder es gegen die landläufige Meinung geht, akzeptiere ich, dass Dein Wort recht hat.“ König David sagte es in Psalm 119:128 so: „Darum halte ich alle deine Anordnungen für gut und richtig.“ Ich akzeptiere Dein Wort. Wer Gottes Wort nicht akzeptiert und als höchste Autorität betrachtet, wird keine Frucht bringen. Dann lesen wir bei Matthäus: „Bei dem aber auf die gute Erde gesät ist…“ Dieser Mensch hört Gottes Wort, versteht es und bringt Frucht, manche hundertfach, andere sechzig- oder dreißigfach. Beim Leben mit Gott kommt das Verständnis oft nach der Annahme. Wir glauben an die Autorität und Unfehlbarkeit des Königs, also nehmen wir seine Worte an, auch wenn wir sie im Moment nicht verstehen. Wenn wir dann über Seine Worte nachdenken und meditieren, kommen Erkenntnis und Verständnis nach. Darum sagte Jesus im Anschluss an das Gleichnis, bevor Er es erklärte: „Wer Ohren hat zu hören, der höre.“ Das war zur damaligen Zeit eine Redewendung, die bedeutet: Wer wirklich verstehen will, soll darüber nachdenken und wirklich hinhören. Dann wird sich auch das Verständnis einstellen. Der Heilige Geist wird Erkenntnis bewirken. In Lukas 8:15 ist es so formuliert: „Das in der guten Erde aber sind die, welche in einem redlichen und guten Herzen das Wort, nachdem sie es gehört haben, bewahren und Frucht bringen mit Ausharren.“ Sie bewahren es; sie halten es fest. Sie klammern sich daran und weigern sich loszulassen.

Warum müssen wir uns an Gottes Wort festklammern? Damit kommen wir zu meinem zweiten Punkt: weil es einen Feind gibt, der versucht zu verhindern, dass das Wort Frucht bringt. Jesus sagt, dieser Feind ist der Teufel, der Böse, und er wendet drei Methoden an, um zu verhindern, dass Gottes Wort im Leben von Menschen Frucht bringt. Er stiehlt, er bringt zu Fall und er erstickt. Erstens, er stiehlt. Wir lesen es hier in Matthäus 13:19: „Sooft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und reißt weg, was in sein Herz gesät war.“ Wenn ein Mensch Gottes Wort nicht versteht, nimmt der Teufel die Saat weg. Adam Clark schreibt in seinem Kommentar, man sollte das besser mit „nicht beachten“ oder „nicht zu Herzen nehmen“ übersetzen. Das sind die Menschen, die, wenn sie Gottes Wort hören, nachlässig damit umgehen. Sie nehmen es sich nicht zu Herzen. Sie beachten es eigentlich nicht. Sie sind nachlässige Hörer. Sie sind nicht bereit, über Gottes Wort nachzudenken, um es zu verstehen – und diese Menschen werden beraubt.

Als Teenager war ich einmal mit ein paar Freunden zum Surfen in Mexiko… okay, zum Trinken und Surfen. Eines Abends waren wir ziemlich lange in einer Bar gewesen, nachdem wir den ganzen Tag gesurft hatten. Dann gingen wir zurück und schliefen in unseren Schlafsäcken am Strand. Als ich morgens aufwachte, suchte ich meine Schuhe, aber einer war verschwunden. Dann fiel mir auf, dass nicht nur mein Schuh fehlte, sondern auch meine Brieftasche. Ich weckte meinen Freund auf und seine Brieftasche fehlte ebenfalls. Jemand war nachts, während wir schliefen, gekommen und hatte uns bestohlen – einen meiner Schuhe (keine Ahnung, warum sie nur den einen genommen hatten) und unsere Brieftaschen. Es war noch ein dritter Freund bei uns und wir fragten ihn: „Hey, hast du deine Brieftasche? Er sagte: „Ja, habe ich.“ Ich fragte ihn: „Wieso haben sie deine nicht geklaut?“ Er sagte: „Ich habe sie ganz unten in meinen Schlafsack gesteckt, neben meine Füße. Da kamen sie nicht ran.“ Wir waren sehr froh, dass er seine Brieftasche noch hatte, denn wir waren unser Geld und unsere Pässe los und befanden uns weit jenseits der Grenze. Also bezahlten wir mit seinem Geld das Benzin und das Essen und für die Rückreise in die USA.

Manche Menschen leben in Gottes Reich von der „geistlichen Währung“ anderer, weil der Teufel ihnen ständig das Wort Gottes raubt. Liebe Freunde, das kann nicht ewig so bleiben. Es ist sehr gut, wenn wir jemanden an unserer Seite haben, der die Mittel hat, uns zu helfen. Es ist gut, andere gläubige Menschen an der Seite zu haben. Doch sie werden nicht immer da sein und man kann sich nicht ständig vom Glauben eines anderen tragen lassen. Wir müssen selbst aufmerksame Hörer werden, die aktiv am Wort Gottes festhalten oder der Teufel wird es uns rauben. Und wenn er uns Gottes Wort erfolgreich aus dem Herzen stehlen kann, dann wird in unserem Leben nichts von dem geschehen, was das Wort Gottes bewirken kann. Dann bleibt man für immer ein Christ, der viel Unterstützung braucht, wenig weitergibt und keine Frucht bringt. Und es freut den Teufel natürlich, wenn wir geistlich nicht wachsen. Also versucht er, zuerst Gottes Wort von uns zu stehlen. In Johannes 10:10 sagt Jesus: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.“ Beachten Sie die Reihenfolge. Jesus nennt den Teufel einen Dieb, der erst stiehlt und dann tötet und zerstört. Aber der Teufel kann unsere Träume, unsere Zukunft, unsere Ehe nicht zerstören, er kann nicht töten und verderben, wenn er nicht zuerst stehlen kann. Worauf hat er es also abgesehen? Jesus sagt im Markusevangelium: „Der Satan kommt sofort und nimmt das Wort aus dem Herzen der Menschen weg.“ Das heißt, er war auch heute schon hier. Ja, der Teufel geht in die Kirche. Jesus sagt, wenn das Wort gepredigt wird, kommt der Teufel gleich hinterher. Warum? Wenn er Gottes Wort stehlen kann, kann er auch töten und zerstören. Im Gegensatz dazu sagt Jesus: „Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.“ Jesus, wie machst Du das? „In dem ich euch mein Wort bringe. Die Worte, die ich zu euch spreche, sind Geist und Leben“, sagt Jesus.

Zweitens versucht der Feind, die Wirksamkeit von Gottes Wort zu unterbinden, indem er Menschen zu Fall bringt. Erstens: Er stiehlt. Zweitens: Er versucht uns zu Fall zu bringen. In Matthäus 13:20-21 lesen wir: „Bei dem aber auf das Steinige gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt; er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist nur ein Mensch des Augenblicks; und wenn Bedrängnis entsteht oder Verfolgung um des Wortes willen, kommt er gleich zu Fall.“ Beachten wir, dass es wegen Gottes Wort zu Bedrängnis oder Widerständen kommt. Das sind gewissermaßen die Werkzeuge, mit denen der Teufel versucht, die Wirksamkeit von Gottes Wort zu behindern. Es sind Dinge, die über die normalen Probleme des Lebens hinausgehen; es ist das Werk des Feindes. Wenn er das Wort nicht sofort wegnehmen kann, versucht er mit aller Kraft, Probleme aus Umständen oder Verfolgung durch Widersacher zu produzieren. Dadurch soll der Mensch, der Gottes Wort eben fröhlich angenommen hat, zu Fall kommen und aufgeben. Wer bereits eine Weile Christ ist, hat das sicher schon einmal miterlebt.

Ich will nur zwei Beispiele aus meiner eigenen Erfahrung erzählen, obwohl es noch viele mehr gäbe. – Einige Freunde von mir hatten einen jungen Mann in unserer Stadt mit Jesus bekannt gemacht und er hatte sein Leben Jesus anvertraut. Er nahm Gottes Wort voller Freude auf und begann in die Kirche zu gehen und einen Bibelkreis zu besuchen. Er wirkte ganz begeistert. Doch nach ein paar Wochen verloren wir den Kontakt zu ihm. Niemand wusste, wo er steckte oder was mit ihm los war. Eines Tages sah ich ihn, wie er allein zu Fuß unterwegs war. Ich parkte mein Auto, stieg aus, rannte zu ihm, begrüßte ihn und sagte: „Hey, was ist denn los? Du warst schon eine Weile nicht mehr in der Gemeinde.“ Und er erzählte mir: „Seit ich die Entscheidung getroffen habe, Jesus nachzufolgen, geht in meinem Leben alles schief. Ich habe noch nie so viele Probleme und Sorgen gehabt wie in den letzten zwei Wochen. Wenn ich gewusst hätte, dass es so viele Schwierigkeiten geben würde, hätte ich mich nie entschlossen, Jesus nachzufolgen.“ Ich versuchte ihm zu helfen, aber er wollte nichts davon hören. Er drehte sich um und ging mit gesenktem Kopf weg. Das war ein trauriger Tag. Doch seine Reaktion war genau so, wie Jesus es gesagt hatte: Die Menschen nahmen Gottes Wort voller Freude auf. Es war eine emotionale Reaktion, doch tiefer ging sie nicht. Mein Bekannter kam zu Fall, weil Widerstände und Probleme auftauchten. Einige Zeit später traf ich einen Freund, der schon seit einigen Jahren Christ war. Mein Weg mit Jesus hatte damals gerade erst begonnen. Ich lud ihn zu einer evangelistischen Veranstaltung ein. Wir gingen zusammen hin und es war wunderbar. Der Evangelist war auch ein guter Lehrer. Viele Menschen vertrauten Jesus ihr Leben an. Und was der Prediger über die Bibel erklärte, war enorm praktisch, inspirierend, erfrischend. Ich saß quasi auf der Stuhlkante und schrieb die Seitenränder meiner Bibel voll. Ich konnte kaum glauben, was ich da hörte! Anschließend unterhielt ich mich mit meinem Freund. Er sagte: „Bayless, so etwas Großartiges habe ich noch nie gehört. Ich habe mein ganzes Leben darauf gewartet, einmal so etwas zu hören.“ Wir unterhielten uns ganz begeistert. Ich lieferte ihn zu Hause ab und wir freuten uns auf die nächsten Treffen, die über mehrere Wochen gehen sollten. Wir machten aus, dass ich ihn zum nächsten Treffen wenige Tage später abholen sollte. Ich war so aufgeregt, dass ich schon eher bei seinem Haus ankam, aber als ich klopfte, kam keine Antwort. Ich klopfte und klopfte – vergeblich. Nachdem ich noch etwas lauter geklopft hatte, kam er endlich an die Tür. Er sagte: „Ich gehe da nie wieder hin.“ Ich fragte ihn: „Warum? Wir waren uns doch einig, dass es revolutionär war!“ Er sagte: „Das stimmt. Und ehrlich gesagt habe ich so etwas noch nie gehört. Aber seit ich von dem ersten Treffen nach Hause gekommen bin, war alles ganz schrecklich. Es sind mir noch nie so viele schlimme Dinge passiert. Selbst meine Frau hat mich angeschrien und gedroht, mich zu verlassen, wenn ich noch einmal hingehe. Es hat mein Leben verändert, aber ich gehe nicht noch einmal dorthin.“ Also ging ich allein zu dem Treffen. Und so weit ich es beurteilen kann, hat mein Freund seitdem nichts mehr zum Wachstum von Gottes Reich beigetragen. Vielleicht hat er nach einer Weile seine Meinung geändert, aber bei ihm war die Erde einfach hart. Er kam zu Fall. Widerstände und Probleme tauchten auf. Warum? Wegen Gottes Wort! Es gab einen konkreten Grund und Jesus hat es so vorausgesagt.

Drittens versucht der Satan, das Wort Gottes zu ersticken. In Vers 22 heißt es: „Bei dem aber unter die Dornen gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und die Sorge der Zeit und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort (oder: sie unterdrücken sein Wachstum) und er bringt keine Frucht.“ Gottes Wort hat begonnen, im Leben dieses Menschen zu wachsen, aber die Dornen auch. Sie stehen für die irdischen Sorgen und Ängste und die Sehnsucht nach irdischen Reichtümern. Auch auf diesem Weg will der Teufel die Wirkung von Gottes Wort zunichtemachen.

Ich habe schon sehr oft beobachtet, wie die Worte von Jesus sich im täglichen Leben bewahrheiten. Ich habe erlebt, wie Menschen von Gottes Wort begeistert sind, in die Kirche kommen, eine Predigt hören und sagen: „Ja! Genau darauf habe ich mein Leben lang gewartet!“ Bald darauf jedoch kommen sie vom Weg ab. Sie lassen sich von den Widerständen oder Problemen entmutigen. Doch Jesus hat uns davor gewarnt. Er sagte: „Wenn der Sämann das Wort aussät, kommt sofort der Teufel hinterher und nimmt das Wort weg.“ Das tut er im Leben von Menschen unter anderem durch Versuchungen, Anfechtungen, Probleme, Widerstände. Doch wenn wir bewusst unnachgiebig an Gottes Wort festhalten, wenn wir den festen Vorsatz haben, um keinen Preis loszulassen, dann bringt Gottes Wort in unserem Leben Frucht: dreißig-, sechzig-, hundertfach. Liebe Freunde, wir sind nicht von vornherein darauf angelegt oder festgelegt, steinige Erde zu sein oder dorniger Untergrund oder auch guter Boden. Jeder Mensch bestimmt selbst, welche Art Erde er sein möchte. Es kommt ganz darauf an, wie wir mit Gottes Wort umgehen, wenn es uns gesagt wird. Sie können ein Christ sein, der Frucht bringt und erlebt, wie Gottes Wort erlebbar wird. Halten Sie sich daran fest; Sie werden es nie bereuen.

 

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