Wie kann ich mein geistliches Wachstum messen?

Von 12.10.2018 4753 Views149 Ein Kommentar
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Hast du gewusst, dass Gott uns in der Bibel den Auftrag gibt, uns zu prüfen? Aber wie genau sieht so eine Prüfung aus? Worauf sollten wir achten? In dieser ermutigenden und grundlegenden Predigt zeigt uns Bayless Conley drei wichtige Punkte, an denen wir unser geistliches Wachstum messen können.

Predigtmanuskript

Wie kann ich mein geistliches Wachstum messen?

13.10.2018

Pastor Bayless Conley

Wenn Sie Ihr Feuer, Ihre Leidenschaft, verloren haben, dann halten Sie sich nah bei Gott und Er wird Ihnen nahe kommen.

Liebe Freunde, herzlich willkommen zu unserer heutigen Sendung. Ich habe ein spannendes Thema für Sie. Und manches davon wird Sie zum Nachdenken anregen. Haben Sie schon einmal gefragt: „Wie kann ich mein geistliches Wachstum messen? Wie kann ich feststellen, wo ich mit Gott stehe?“ Antworten auf diese Frage finden wir in der Bibel. Wir werden uns drei Punkte anschauen, drei Möglichkeiten, wie wir unser Wachstum vor Gott einschätzen können. Das Erste sind unsere Worte. Also steigen wir in die Predigt ein.

Heute möchte ich über drei einfache Prüfsteine sprechen, an denen wir unser geistliches Wachstum messen können. Unter dem Alten Bund wurde Gottes Volk aufgefordert, sich selbst zu prüfen. In Klagelieder 3:40 heißt es:

Klagelieder 3:40

„Prüfen wollen wir unsere Wege und erforschen und umkehren zu dem Herrn!“

Auch im Neuen Testament werden wir als Christen aufgefordert, uns zu prüfen. Ich lese 2. Korinther 13:5 nach der „Message“-Übersetzung:

  1. Korinther 13:5

„Vergewissert euch, dass ihr fest im Glauben steht. Lasst euch nicht einfach treiben. Macht einen regelmäßigen Check-Up. Ihr müsst aus erster Hand wissen und nicht nur vom Hörensagen, dass Jesus Christus in euch ist. Testet es. Und wenn ihr den Test nicht besteht, unternehmt etwas dagegen!“

Vor wenigen Tagen war Janet besorgt, ob der Ölstand in ihrem Auto nicht zu niedrig ist, also zeigte ich ihr, wie sie das selbst nachprüfen kann. Sie wusste es noch nicht. Man öffnet die Motorhaube am Auto und da gibt es einen sogenannten Ölmessstab. Den zieht man heraus, er ist ziemlich lang. Man wischt ihn ab, steckt ihn wieder hinein, zieht ihn heraus und dann sieht man den Ölstand – ob er am Maximum ist, ob er zu niedrig ist oder ob gar kein Öl mehr in der Wanne ist. – Und es gibt ein paar Tests, wie wir feststellen können, wo wir mit Gott stehen, wie tief unsere Beziehung zu Ihm ist, wenn man so will. Ein Bild für den Heiligen Geist, der in uns wirkt, ist Öl, Salböl. Man kann also seinen Heiligen-Geist-Ölstand prüfen. Dazu gibt es verschiedene „Messstäbe“. Drei davon möchte ich Ihnen erklären, drei Testmöglichkeiten dafür, wie fest unser Glaube ist, wie nah oder fern wir von Gott sind. Sind Sie bereit? Ganz sicher?

Also gut. Der erste Test sind unsere Worte. Nachdem man Jesus verhaftet hatte, Matthäus 26, wurde Er angespuckt und geschlagen. Inzwischen saß Petrus in einiger Entfernung im Hof und eine junge Frau kam zu ihm und sagte: „Du gehörst zu Jesus aus Galiläa.“ Und Petrus antwortete: „Ich weiß nicht, wovon du redest.“ Einige Minuten später kam eine andere Frau zu ihm und sagte zu einigen Männern: „Dieser Mann war einer von denen, die mit Jesus von Nazareth zusammen waren.“ Petrus schwor: „Ich weiß nicht, wovon du redest. Ich kenne den Mann nicht.“ Und dann kamen ein paar andere Leute dazu und sagten: „Klar bist du einer von seinen Jüngern. Deine Sprache verrät dich.“ Natürlich sprachen sie von seinem galiläischen Akzent, aber in dieser Aussage liegt eine große allgemeine Wahrheit. Unsere Sprache verrät uns immer, ob wir nun Jesus nachfolgen oder nicht. Man muss nur zuhören, wie jemand spricht, um zu wissen, ob er zu Jesus gehört oder nicht.

Schlagen Sie bitte mit mir das Lukasevangelium auf, Kapitel 6. Lukas 6 und wir lesen ab Vers 43. Jesus sagt dort:

Lukas 6:43-45

„Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht bringt, auch wieder keinen faulen Baum, der gute Frucht bringt; denn jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt; denn von Dornen sammelt man nicht Feigen, auch liest man von einem Dornbusch keine Trauben. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor und der böse bringt aus dem bösen das Böse hervor; denn aus der Fülle des Herzens redet sein Mund.“

„Aus der Fülle des Herzens redet sein Mund.“ Das gilt für jeden von uns. Aus der Fülle unseres Herzens redet unser Mund. Wenn uns etwas wichtig ist, wenn es wirklich unser Herz erfüllt, dann reden wir davon, ob es nun Sport ist, Autos, Gartenarbeit, Essen, das neueste Videospiel oder Gott. Was wir lieben, davon reden wir. Das ist zwangsläufig so.

Ich hatte früher einen Freund. Ich verbrachte einen Tag mit ihm und irgendwann fragte er mich: „Habe ich dir überhaupt schon von meinem neuen Enkel erzählt?“ Ich dachte: „Nur ungefähr sechs Mal in den letzten zwei Stunden. Ich bitte dich!“ Und ich machte mir eine mentale Notiz: „Wenn ich je Großvater werde, will ich nie so werden. Ich werde nie ohne Ende von meinen Enkeln reden und auch noch zu Leuten, die es nicht interessiert.“ Aber diese Entscheidung traf ich, bevor ich wusste, wie außergewöhnlich meine Enkelkinder sein würden. Ich hatte keine Ahnung, dass sie so hübsch und überdurchschnittlich sein würden! Andernfalls hätte ich das niemals gesagt. Ich kann Ihnen erzählen, welcher Enkel sportlich ist oder was sie gern essen. Ich kann Ihnen Geschichten erzählen, die Sie nicht hören wollen. Ich kann Ihnen erzählen, dass Sawyer gern in der freien Natur ist, ein verrücktes Kind, das gern auf Bäume klettert. Wie gesagt, das wollen Sie gar nicht hören. Aber es fällt mir leicht, über sie zu reden, weil sie mein Herz erfüllen – weil ich sie liebe.

Manche Leute können ewig über Golf reden; ich gehöre dazu. Ich kann Ihnen von meiner letzten Partie Golf erzählen. Ich kann Ihnen meine Punktezahl sagen. Ich kann Ihnen genau sagen, welche Schläger ich benutzt habe und welchen Schlag ich an welchem Loch ausgeführt habe. Ich kann Ihnen erzählen, was ich bei jedem Schlag an allen 18 Löchern gedacht habe. Ich kann Ihnen von jedem Putt erzählen. Das kann ich eigentlich mal machen. – 9. Loch. Der Schlag ging voll daneben, zwar über 200 Meter weit, aber unter die Bäume. Ganz schlecht. Der Ball musste übers Wasser. Es war ein Par-5-Loch, aber ich kam nicht übers Wasser. Ich überlegte, ob ich den Ball unterhalb davon spielen sollte, aber dann sah ich oberhalb eine Möglichkeit. Also nahm ich meinen 58-Grad-Wedge und hielt drauf. Perfekter Schlag, ungefähr 75,80 Meter, genau an die richtige Stelle. Kurz vor dem Wasser blieb der Ball liegen. Beim nächsten Schlag mit dem Rescue-Schläger landete der Ball ungefähr 90 Meter vom Grün. Die Flagge stand hinten rechts auf einer höheren Etage. Also nahm ich mein 52-Grad-Wedge – das ist wichtig! – und schlug den Ball 2,50 Meter auf die obere Etage. Ich dachte: „Okay. Einen Schlag habe ich noch, um im Par zu bleiben.“ Aber der Putt rollte rechts am Loch vorbei und er endete als Bogey. Ich kann Ihnen auch noch vom 2., 7., 10. und 12. Loch erzählen und von einer Menge Partien davor. Warum? Weil ich Golf eben mag. Gibt es hier noch andere Golfer, die wissen, wovon ich rede? Ja, natürlich.

Ich möchte einen Bibelvers lesen, Maleachi 3:16. Der Text wird auf der Leinwand erscheinen. Dort heißt es:

Maleachi 3:16

„Da redeten die miteinander, die den Herrn fürchteten, und der Herr merkte auf und hörte. Und ein Buch der Erinnerung wurde vor ihm geschrieben für die, die den Herrn fürchten und seinen Namen achten.“

Im Himmel gibt es ein Buch, in dem Gott die Namen derer aufschreibt, die oft von Ihm sprechen. Steht Ihr Name in diesem Buch? Jesus sagt in Matthäus 12, dass wir am Tag des Gerichts Rechenschaft für jedes unnütze Wort ablegen müssen, das wir gesagt haben. Überlegen Sie mal! Ich werde mich für jedes unnütze Wort rechtfertigen müssen, das ich sage. Und weiter sagte Jesus: „Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt oder verdammt werden.“ Ich möchte Sie etwas fragen. Sind Ihre Worte voller Zweifel, Angst und Pessimismus oder voller Hoffnung, Glauben und Ermutigung? Wenn Menschen eine Weile bei Ihnen waren und Ihnen zugehört haben, gehen sie dann aufgebaut oder bedrückt weg? Manche von Ihnen sagen: „Ich finde aber Ehrlichkeit wichtig. Wenn mir alles dunkel vorkommt oder alles düster aussieht, dann sage ich es. Wenn meine Umstände sich ändern, werde ich auch anders reden.“ Nein. Sie müssen lernen, anders zu reden, wenn Sie wollen, dass sich Ihre Umstände ändern. Fangen Sie an, Ihrem Berg zu sagen, wie groß Ihr Gott ist statt ständig Gott und allen anderen zu sagen, wie groß Ihr Berg ist. Lernen Sie laut zu rufen, während die Mauern von Jericho noch stehen. Lernen Sie zu sagen: „Vater, danke, dass Du mich schon erhörst, während Lazarus noch im Grab liegt.“ Ja, wir müssen ehrlich sein. Aber Menschen, die Gott nahe sind, sind Menschen des Glaubens und Glaube wirkt sich immer auf unsere Worte aus.

Ein Bekannter von mir hatte einen Freund zu Besuch. Beide sind Christen. Aber dieser Freund sprach die ganze Zeit immer nur über die düstere Seite von allem, dass diese oder jene schlimme Sache geschehen würde und worüber er sich Sorgen machte. Und die ganze Atmosphäre war überladen mit Unglauben. Mein Bekannter wollte ihm helfen und sagte: „Sprich doch ein bisschen positiver über alles. Du könntest genauso leicht von Gottes Wort sprechen wie von den düsteren Dingen im Leben.“ Aber der andere Mann sagte: „Wenn du dich in den gleichen Umständen befinden würdest wie ich, würdest du auch so reden.“ Mein Bekannter antwortete: „Weißt du, normalerweise würde ich das nicht tun, aber ich will dir helfen. Also erzähle ich dir mal, was gerade alles in meinem Leben los ist.“ Und dann fing er an, von seinen eigenen Problemen zu reden und sie waren viel schwerwiegender als die des Mannes, der sich die ganze Zeit beschwerte. Schließlich sagte der Mann: „Ich verstehe das nicht. Wie kannst du solchen Frieden haben und so positiv sein, obwohl das alles bei dir passiert?“ Und mein Bekannter sagte einfach: „Weil ich glaube, was Gottes Wort über meine Umstände sagt.“

Wenn Sie nahe bei Gott sind, werden Sie fest im Glauben bleiben und das wird sich in Ihren Worten ausdrücken. Ihre Sprache, meine Sprache verrät uns immer. Sie zeigt immer, wo wir mit Gott stehen. Okay. Zweitens, schauen Sie bitte mit mir 1. Johannes 4 an. Der zweite Test ist: Wie wir andere behandeln, offenbart immer, wo wir mit Gott stehen. Wie wir andere behandeln.

  1. Johannes 4:7-8

„Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott; und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe.“

Bitte schauen Sie einmal her. Da heißt es: „Wir sollen einander lieben, denn jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, kennt Gott nicht.“ Ich glaube, es ist möglich, von Gott geboren zu sein – aber wenn man ein egoistisches Leben führt und nicht zuerst an die anderen denkt, wenn man die Menschen nicht wirklich liebt, befindet man sich nicht in einer vertrauten Beziehung zu Gott. Die Liebe, die wir anderen zeigen und wie wir andere behandeln, das ist immer ein Zeichen dafür, wo wir in unserer Beziehung zu unserem Schöpfer stehen. Schauen wir im gleichen Kapitel in Vers 20 und 21. Dort heißt es:

  1. Johannes 4:20-21

„Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, kann nicht Gott lieben, den er nicht gesehen hat. Und dieses Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, auch seinen Bruder lieben soll.“

Gehen wir zurück zu Matthäus 5, ein bekannter Bibelabschnitt. Matthäus 5:43-45. Dort sagt Jesus:

Matthäus 5:43-45

„Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“

Zu diesem Test gehört also nicht nur, wie wir Glaubensgeschwister behandeln. Es geht auch darum, wie wir unsere Gegenspieler, unsere Feinde, unsere Verfolger behandeln und diejenigen, die uns hassen.

Als ich Christ wurde, hatte ich eine Bekannte, die zwei kleine Kinder hatte und in der oberen Etage eines zweigeschossigen Hauses wohnte. Der Eigentümer wollte den Mietvertrag brechen und sie loswerden. Im Rückblick denke ich, dass es nur darum ging, dass überall die Mieten stiegen und er dachte: „Ich kann viel mehr Geld machen als ich von ihr bekomme, aber das geht nur, wenn ich den Vertrag mit ihr breche und sie loswerde. Dann suche ich mir stattdessen einen Mieter, der viel mehr zahlen kann.“ Er konnte ihr nicht auf legalem Weg kündigen, also erfand er ein paar Gründe. Ich wusste, wie die Situation wirklich war; er erfand mehrere Lügen, ging zu den Behörden und behauptete, X, Y und Z sei passiert, die Mieterin hätte Schäden verursacht und so weiter. Und der Vermieter bekam die notwendigen Unterlagen, um die Frau und ihre Kinder aus der Wohnung zu werfen. Am Tag vor der Zwangsräumung nahm sie Kontakt zu mir auf und fragte: „Kannst du kommen und uns helfen?“ Ich sagte: „Klar.“ Und als ich kam, erklärte sie: „Wir wollen putzen und alles picobello hinterlassen.“ Also saugten wir den ganzen Abend die Böden ab. Ich weiß noch, dass die Frau sogar die Einbauschränke von innen putzte. Sie putzte die ganze Wohnung so blitzblank, als hätte Jesus darin einziehen wollen. Und während wir sauber machten, kam der Vermieter. Wahrscheinlich dachte er, dass wir den Kühlschrank klauen wollen oder so etwas. Er platzte zur Tür hinein und wollte gerade losbrüllen, da schaute er sich um und begriff, was wir da machten. Das werde ich nie vergessen. Er schaute die Frau an und fragte: „Warum? Nach allem, was ich Ihnen angetan habe, warum machen Sie das für mich?“ Und wissen Sie, was die Frau sagte? „Weil Gott Sie liebt und ich für Ihre Seele bete.“ Er schaute, als hätte ihm jemand einen nassen Fisch ins Gesicht geworfen. Er war fassungslos.

Gehen wir weiter zu Matthäus 6. Einen letzten Test möchte ich Ihnen noch mitgeben: Was wir geben, ist immer ein Test dafür, wo wir in unserer Beziehung zu Gott stehen. Matthäus 6:19-21. Dort sagt Jesus:

Matthäus 6:19-21

„Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Fraß zerstören und wo Diebe durchgraben und stehlen; sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Fraß zerstören und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen! Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“

Ist das nicht wunderschön formuliert? „Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“ Was wir lieben, in das investieren wir unsere Zeit, unser Geld, unser Talent.

Im Hebräerbrief in Kapitel 11 finden wir ein ausgezeichnetes Beispiel dafür. Dort geht es um die ersten beiden Kinder von Adam und Eva, nämlich Kain und Abel. Lesen Sie bitte vor allem Vers 4.

Hebräer 11:4

„Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain, durch welchen Glauben er das Zeugnis erhielt, gerecht zu sein, indem Gott Zeugnis gab zu seinen Gaben; und durch diesen Glauben redet er noch, obgleich er gestorben ist.“

„Durch den Glauben brachte Abel ein besseres Opfer dar.“ Das Wort, das da steht, bedeutet, sein Opfer hatte eine bessere Qualität als das seines Bruders Kain. Und seine Gabe an Gott, heißt es hier, bezeugte, dass er gerecht war. Gerecht zu sein bedeutet, in der richtigen Beziehung zu Gott zu stehen. Abels Gabe an Gott bezeugte also, dass seine Beziehung zu Gott in Ordnung war. Es war ein Zeugnis für seine Beziehung zu Gott. Es zeigte seinen Glauben an Gott und seine Liebe zu Gott. Das gilt ganz genauso für jeden Einzelnen von uns. Lesen Sie die Geschichte doch einmal nach, wenn Sie möchten, 1. Mose 4:1-7. Da heißt es, dass sowohl Kain als auch Abel Gott Opfer brachten. Kain war Ackerbauer, Abel war Schafhirte. Das sind beides gute Berufe und Gaben vom Ertrag des Ackerbodens waren im Prinzip genauso annehmbar für Gott wie die Opfergaben aus Abels Herden. Über Kains Opfer wird aber nichts Besonderes gesagt; es war nichtssagend. Kain brachte ein Opfer, das ihn nichts kostete. Es war nichts Besonderes. Über Abels Opfer sagt die Bibel aber ausdrücklich: „Und Abel, auch er brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der Herr blickte auf Abel und auf seine Opfergabe; aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht. Da wurde Kain sehr zornig, und sein Gesicht senkte sich. Und der Herr sprach zu Kain: Warum bist du zornig und warum hat sich dein Gesicht gesenkt? Ist es nicht so, wenn du recht tust, erhebt es sich? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein.“ Kains halbherziges Opfer offenbarte seine halbherzige Beziehung. Doch Abel gab sein Erstes und Bestes, weil Gott der Erste und Wichtigste in seinem Leben war. Darauf lief alles hinaus. Ihre Opfer legten ihre Beziehung zu Gott offen.

Ein Freund von mir ist Pastor in einer ziemlich großen und meiner Meinung nach ziemlich bedeutenden Gemeinde, denn sie tun ihr Bestes, um den Menschen dort geistliche Nahrung zu geben und Menschen für Jesus zu gewinnen. Jedenfalls tat mein Freund etwas, was er noch nie getan hatte, obwohl er schon viele Jahre dort Pastor war. Er beschloss nachzuschauen, wie viel die Angestellten für die Gemeinde spendeten. Und er musste überrascht feststellen, dass einer der leitenden Mitarbeiter, der das zweithöchste Gehalt im ganzen Team bekam, mit seiner Frau seit über einem Jahr keinen Cent gespendet hatte. Mein Freund ging also zu dem Mitarbeiter und sagte ganz ehrlich: „Ich habe mir die Spendeneingänge angeschaut und gesehen, dass Sie und Ihre Frau nichts gespendet haben. Geben Sie das Geld vielleicht in bar und anonym?“ Der Mann sagte: „Nein.“ – „Haben Sie gerade finanzielle Schwierigkeiten?“ – „Nein, uns geht es sehr gut!“ – „Was ist dann der Grund? Wir lehren doch, den Zehnten zu geben und Gott mit dem ersten Teil unseres Einkommens zu ehren. So steht es im Alten und Neuen Testament. Glauben Sie das nicht?“ Der Mann erwiderte: „Doch, wir glauben daran.“ Wie sich dann herausstellte, war seine Frau von jemandem beleidigt worden. Er sagte: „Wir wollten nichts spenden, weil meine Frau so verärgert war.“ Also hatten der Pastor und der Mitarbeiter ein Gespräch: „Sie müssen anfangen zu spenden, denn es geht um noch mehr. Und wenn Sie darüber nachdenken, ist es einfach aus ganz vielen Gründen falsch. In unserer Gemeinde gibt es alleinerziehende Mütter, die Gott mit dem ersten Teil ihres Einkommens ehren, obwohl es ein großes Opfer für sie ist. Sie tun es aus Gehorsam. Sie tun es im Glauben. Sie tun es, weil sie Jesus und die Gemeinde lieben.“

Wir haben alte Menschen, die von einem festen monatlichen Betrag leben. Und wenn ihre Rente auf dem Konto landet, ist das Erste, was sie tun, Gott mit dem ersten und besten Teil ihres Geldes zu ehren. Und dann ist da jemand, der das Privileg hat, von genau diesem Geld ein Einkommen zu beziehen und er gibt nicht einmal selbst seinen Zehnten. Das ist einfach falsch. Also erklärte der Pastor: „Das muss sich ändern.“ Und der Mann sagte: „Das wird es. Ich sehe ein, dass ich im Unrecht war. Wir werden anfangen, unseren Zehnten zu geben.“ Der Pastor ließ die Sache ein halbes Jahr auf sich beruhen. Als er dann wieder die Spendeneingänge prüfte, sah er, dass das Ehepaar immer noch nichts gegeben hatte. Der Pastor suchte erneut das Gespräch und der Mann sagte: „Jemand anderes war schuld. Jemand hat mir Unrecht getan und wir waren wütend.“ Und der Pastor sagte: „An unserer Beziehung muss sich etwas ändern. Offensichtlich lieben Sie die Gemeinde nicht, sonst würde sich das an Ihren Spenden zeigen.“ Er entließ den Mitarbeiter. Das finde ich gut.

Vor zwei Wochen ist mein Vater gestorben. Wissen Sie, was er mitnahm? Nichts. Das Einzige, was er mitnahm, war sein Charakter, seine Persönlichkeit, und die Menschen, die er für Jesus erreicht hat – die Menschen, deren Leben er durch seine Gebete, durch sein Zeugnis, durch seine Spenden erreicht hat. Mehr hat er nicht mitgenommen. Er hat alles zurückgelassen, alles. Liebe Freunde, das Leben ist kurz. Ich möchte in die Ewigkeit kommen und hören: „Gut gemacht!“

Ich erzähle Ihnen etwas, das ich nie gesagt hätte, als mein Vater noch lebte, aber er lebt nicht mehr, also kann er nicht sauer auf mich werden. Vor langer Zeit hat er ein kleines Grundstück gekauft und ein kleines Bürogebäude darauf gebaut. Dort hatte er jahrelang seine Firma und als er in Rente ging, verkaufte er das Bürogebäude, das er gebaut hatte und machte einen schönen Gewinn. Er und meine Mutter steckten jeden Cent in Gottes Reich. Sie behielten keinen Cent davon, obwohl es ihnen für ihre Zukunft geholfen hätte. Sie steckten jeden Cent in Gottes Reich und wissen Sie was? Deshalb und weil er konsequent spendete, lebt sein Vermächtnis weiter, obwohl er selbst tot ist. So wie Abels Opfer weiter redet, obwohl er tot ist.

Wenn Sie über diese drei Tests nachdenken – Ihre Worte, wie Sie andere behandeln oder wie Sie spenden – und feststellen, dass zwischen Ihnen und Gott ein tiefer Graben ist, dann doktern Sie nicht an Ihrem äußerlichen Verhalten herum. Äußerliche Veränderungen sind wichtig, aber uns muss klar sein, dass die Wurzel geistlich ist. Die Wurzel liegt im Inneren. Diese drei Aspekte, über die wir gesprochen haben, sind nur äußerliche Symptome. Wirklich ändern wird sich nur etwas, wenn Sie umkehren und zu Gott kommen, damit Er an die Wurzel des Problems gehen kann. Wenn Sie Ihr Feuer, Ihre Leidenschaft, verloren haben, dann halten Sie sich nah bei Gott und Er wird Ihnen nahe kommen.

Danke, dass Sie heute bei unserer Sendung mit dabei waren. Ganz gleich, ob Sie uns im Fernsehen, in einem Podcast oder auf einem anderen Weg gesehen haben: Wir sind sehr froh, dass Sie bei uns waren! Und ich habe eine Bitte an Sie. Wenn Sie möchten, dann lassen Sie uns wissen, was die Predigt in Ihrem Leben bewirkt hat. Wenn Ihnen etwas aufgefallen ist oder irgendwie geholfen hat, lassen Sie es uns wissen. Denn es würde uns im Team ermutigen und helfen, unsere Arbeit besser zu tun. Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören.

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  • Nelli Pyka sagt:

    Lieber Bayless, liebes Team, dass diese wunderbare Sendung produziert!

    Ich bin dem Herrn und Ihnen sehr dankbar, dass es diese Sendung gibt. Vor ca 3 Jahren habe ich sie auf Youtube entdeckt, weil ich auf bestimmte Fragen, Antworten aus der Bibel suchte. Ich bin immer wieder erstaunt, wie der Herr in meinem Leben wirkt. Wenn mich irgendwelche Fragen oder Themen beschäftigen, kommt meistens die passende Predigt von ihnen. Ich bin nun schon seit 30 Jahren gläubig und ihre Sendung hilft mir sehr meine Beziehung zum Herrn zu vertiefen und zu wachsen. Ich durfte ihnen auch schon zuhören, als Sie mal in Deutschland, in Hannover waren. Auch damals war die Predigt mir sehr hilfreich. Ihre Predigten helfen mir auch weiter, wenn ich mal selber in unserer Gemeinde eine Andacht in der Frauenstunde halten darf.

    Ich möchte sie ermutigen diese Arbeit weiter zu machen, denn sie ist so wertvoll. Der Herr segne Sie!

    Liebe Grüsse
    Nelli Pyka

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