Wie empfange ich den Heiligen Geist? 4/6

In dieser dreiteiligen Predigtserie spricht Bayless Conley über eine andere Art des Betens — das Reden in anderen Sprachen. Lerne mehr über den biblischen Sinn dieser Geistesgabe und verstehe, welchen Platz das öffentliche Reden in anderen Sprachen und dessen Auslegung einnehmen sollte. Entdecke, wie das Gebet in anderen Sprachen dein persönliches Gebetsleben verändern kann.

Dies ist der vierte Teil einer Predigtreihe, den fünften Teil findest du hier…

Predigtmanuskript

Willkommen zur heutigen Sendung. Wir befassen uns schon seit einigen Wochen mit der Erfüllung mit dem Heiligen Geist und dem Zungengebet. Und in der Bibel finden wir die Antworten auf unsere Fragen.

Nehmen Sie doch Ihre Bibel zur Hand oder hören Sie zumindest aufmerksam zu. Lassen Sie Gottes Wort zu diesem Thema Ihre letzte Autorität sein. Mir gefällt, was Johannes der Täufer sagte: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt und im Heiligen Geist tauft.“ Wir werden Jesus also nicht nur als Retter, sondern auch als Täufer begegnen. Wir beginnen die heutige Sendung zu diesem Thema mit 1. Korinther, Kapitel 14. Ich freue mich darauf. Lassen Sie uns zusammen Gottes Wort ansehen.

In unserer Gemeinde war einmal ein Ehepaar. Inzwischen sind sie weggezogen, aber sie waren viele Jahre lang bei uns. Einmal waren wir gerade in der Anbetung, und die Frau pries Gott und begann, in Zungen zu singen.

Hinter ihr saß eine jüdische Frau, die gekommen war, um sich ein Bild von der Gemeinde zu machen. Sie sagte zu der Frau: „Ihr Hebräisch ist wunderbar!“ Sie entgegnete: „Ich spreche kein Hebräisch.“

Die Frau sagte: „Aber Sie haben Gott gerade in perfektem Hebräisch gepriesen!“ So wurde die jüdische Frau Teil unserer Gemeinde. Das war ein Zeichen für sie.

Im Lauf der Jahre ist es schon oft passiert, dass Menschen in einem Gottesdienst oder während einer Anbetungszeit hörten, wie andere Gott lobten und priesen und dabei vielleicht auch in Zungen redeten.

Und es haben schon viele zu mir gesagt: „Mann, ich wusste nicht, was das war. So etwas hatte ich noch nie gehört, aber irgendwie spürte ich, dass Gott da war.“

Und es ist schon sehr oft passiert, dass die Aufmerksamkeit der Menschen gefesselt wurde und sie zu Gott kamen. Das Sprachengebet war ein Zeichen für sie.

Ich sage nicht, dass ich alles erklären kann. Ich fühle mich eher wie ein Tongefäß, das den anderen Tongefäßen sagt, wie der Töpfer ist, während ich meine Sache so gut wie möglich mache.

Aber die Bibel sagt, dass die Zungenrede für Ungläubige ein Zeichen sein kann, und wir haben das tatsächlich erlebt.

Okay, sehen wir uns jetzt in Kapitel 14, Vers 23 an.

„Wenn nun die ganze Gemeinde zusammenkommt und alle in Sprachen reden, und es kommen Unkundige oder Ungläubige herein, werden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid?“

Nun, wenn das alles ist, vermutlich schon! Und genau das passierte in der Gemeinde von Korinth. Aber dieser Vers sagt nicht aus, dass es falsch ist, wenn einige oder auch alle Gott während einer Anbetungszeit in anderen Sprachen preisen. Im Gegenteil.

Sehen wir uns dazu im selben Kapitel Vers 39 an:

„Daher, Brüder, eifert danach, zu weissagen, und hindert das Reden in Sprachen nicht! Alles aber geschehe anständig und in Ordnung.“

Es widerspricht nicht der Ordnung, eine bestimmte Zeit zu haben, in der die Menschen Gott in Zungen preisen. Das Problem in Korinth war, dass die Menschen während des ganzen Gottesdienstes in Zungen reden wollten.

Wenn wir das täten, würden die Leute sagen: „Was für eine verrückte Gemeinde!“ Sie würden denken, wir wären von Sinnen, weil sie nicht wissen, was das zu bedeuten hat.

Ich will mich heute um diejenigen kümmern, die nicht so gut informiert sind. Ich tue das immer in Gottesdiensten. Ist Ihnen übrigens aufgefallen, dass die Gemeinde gewachsen ist?

Aber das Wirken in den Gaben des Geistes bringt seine Herausforderungen mit sich. Es kennt nicht jeder jeden. Manchmal kommen auch Fremde zu uns.

Und oft ist es schwer zu bewerkstelligen, dass man von dieser Seite des Zuschauerraums bis zur anderen alles hören kann. Aber wir tun unser Bestes, um das Problem zu lösen.

Aber Weissagungen und dergleichen wird es viel öfter im Rahmen kleinerer Gruppen wie Gebetstreffen oder Ähnlichem geben, als im Gottesdienst, wo es unser Hauptanliegen ist, mit der Hilfe des Heiligen Geistes Menschen für Christus zu gewinnen und das Wort Gottes zu lehren.

Das sind die Prioritäten, die der Heilige Geist uns gegeben hat. Manchmal wird der Heilige Geist vielleicht eine andere Richtung einschlagen, und natürlich folgen wir ihm dann.

Aber ich habe festgestellt, dass das schwieriger geworden ist, seit die Gemeinde gewachsen ist. Aber wenn jemand in Zungen weissagt und jemand es auslegt oder irgendetwas anderes passiert, werden Sie es mitbekommen, wenn Sie im Gottesdienst sind.

Normalerweise nehme ich mir dann einen Moment Zeit und sage etwas dazu. Ich gehe kurz auf 1. Korinther, Kapitel 12 oder 14 ein und erkläre denjenigen, die nichts damit anzufangen wissen, was hier vor sich geht. Möglicherweise sind ja auch Ungläubige im Gottesdienst.

Und ich hoffe, dass das immer ein Thema sein wird. Es muss ein Thema bleiben, solange Menschen gerettet werden und die Gemeinde wächst. Es wird immer unwissende Menschen und Ungläubige geben, denen wir erklären müssen, was hier vor sich geht.

Der Moment, in dem wir nichts mehr erklären oder tun müssen, ist der Moment, in dem wir sterben. Wir mögen uns als geisterfüllte Gemeinde bezeichnen, aber wenn hier jeder einzuordnen weiß, was passiert, bedeutet das, dass keine Ungläubigen und keine unwissenden und hungrigen Menschen mehr zu uns kommen. Dann haben wir begonnen, am Weinstock abzusterben.

Deshalb bin ich dankbar, dass wir ein bisschen göttliches Chaos hier haben und hin und wieder etwas erklären müssen und die Leute fragen: „Worum geht es hier eigentlich? Was geht hier vor sich?“ Das bedeutet, dass die Gemeinde wächst und dass die Menschen kommen.

Aber wir müssen sensibel sein. Die Leute haben einen ganz unterschiedlichen Hintergrund. Vielleicht wurden sie noch nie mit dem Heiligen Geist erfüllt oder gehören einer anderen Konfession an.

Und wir müssen sensibel mit den Ungläubigen umgehen, was jedoch nicht bedeuten darf, dass wir Kompromisse eingehen. Das ist sehr wichtig.

Kürzlich sprach ich mit einem Freund. Er ist der Pastor einer ziemlich großen Gemeinde. Aber dort bekommt der Heilige Geist keinen Raum, zumindest was die Zungenrede oder die Taufe im Heiligen Geist betrifft.

Das ist wie ein Tabuthema. Aber der Pastor selbst ist vom Geist erfüllt und spricht auch in Zungen. Ich unterhielt mich lange mit ihm darüber. Ich weiß, wie er aufgewachsen ist. Seine ganze Familie wurde gerettet und im Heiligen Geist getauft. Alle Verwandten aus allen Generationen.

Und dennoch sind die Gaben des Geistes in seiner Gemeinde verloren gegangen. Da ist eine ganze Generation, die absolut nichts darüber weiß, weil er gegenüber allen, die auf der Suche sind, so vorsichtig ist, dass sie sie regelrecht abgeschafft haben.

Ich sagte: „Du weißt doch aus deinem eigenen Leben, wie real und was für ein Segen diese Gaben sind. Aber du enthältst sie den Menschen vor, damit niemand Wellen schlägt oder das Boot zum Schaukeln bringt.“

Janet und ich waren letztes Wochenende in St. Louis auf der Hochzeit der Tochter unserer Freunde. Ein Mann namens Reinhard Bonnke hielt den Gottesdienst und traute das Paar.

Ich kenne Reinhard schon einige Jahre, und wir hatten die Gelegenheit, zusammen zu essen und uns gegenseitig aufs Laufende zu bringen. Im Lauf unseres Gesprächs erzählte er mir nochmals die Geschichte von seiner deutschen Familie. Sie waren keine Christen, sondern erklärte Heiden.

Sie lebten in einem kleinen Dorf im Wald. Das war noch, bevor er geboren wurde. Und sein Großvater wurde sehr krank und litt schrecklich. Die Ärzte konnten nichts für ihn tun. Er lag im Sterben und hatte ständige Schmerzen.

Jeder im Dorf wusste, wo er war, weil er den ganzen Tag schrie. Er heulte vor Schmerzen und Elend. Da verirrte sich ein amerikanischer Missionar der Assemblies of God in ihre Gegend und landete schließlich in dem kleinen Dorf im Wald.

Dort angekommen, fragte er den ersten Menschen, den er traf: „Gibt es in diesem Dorf jemanden, der krank ist?“ Er antwortete: „Gehen Sie einfach in das Dorf hinein, dann werden Sie Schreie hören. Ja, wir haben jemanden.“

Er ging ins Dorf, hörte die Schreie und folgte ihnen bis zu dem Haus. Er begrüßte die Familie und sagte: „Gott hat mich hergeschickt, um Ihnen zu zeigen, dass Jesus Christus aus dem Grab auferstanden ist.“

Und er betete für den Großvater. Dieser wurde sofort geheilt und stand von seinem Bett auf. Die ganze Familie weinte, sie wurden im Heiligen Geist getauft und redeten in neuen Sprachen.

Das war Reinhards Vermächtnis. Schon als achtjähriger Junge stand für ihn fest, wie seine Zukunft aussehen sollte: Er würde als Missionar nach Afrika gehen.

Und er hat seinen Entschluss verwirklicht. Mittlerweile haben sich in Afrika 67 Millionen Menschen für Jesus entschieden, 55 Millionen davon in den letzten zehn Jahren. Das ist wirklich fantastisch!

Ich erzähle Ihnen das, weil der Pastor und seine Familie, über die ich vorhin gesprochen habe, ganz ähnliche Erfahrungen machten. Aber er hatte große Angst, Anstoß zu erregen.

Natürlich müssen wir sensibel sein. Das ist sehr wichtig. Aber ich denke, man kann vom Geist erfüllt und trotzdem normal sein! Wir dürfen den Segen und diese erstaunliche Quelle von Gottes Kraft nicht verlieren. Aber, offen gesagt, in Gemeinden herrscht manchmal Unordnung.

Sprüche 14,4 heißt es: „Wo keine Rinder sind, ist die Krippe leer, doch kommt reichlicher Ertrag durch die Kraft des Stieres.“ Wo keine Rinder sind, muss man keinen Stall ausmisten.

Aber wenn man den Ertrag will, den die Rinder bringen, muss man sich auch damit befassen, was sie im Stall hinterlassen. Wenn sich eine Gemeinde also Wachstum wünscht, muss sie sich auch mit solchen Dingen befassen.

In Gemeinden herrscht manchmal Unordnung. Im Neuen Testament gibt es keine Gemeinde, in der nicht ein kleines bisschen Chaos herrschte, das sie in den Griff bekommen mussten.

Es kamen neue Gläubige mit ganz unterschiedlichem Hintergrund. Manche von ihnen waren Heiden. Und mit all diesen Menschen mussten sie sich befassen.

Unsere Gemeinde besteht aus vielen unvollkommenen Menschen, stimmt’s? Und ich bin der Erste, der das zugibt. Hey, ich bin ein unvollkommenes Tongefäß, bis unter die Achselhöhlen.

Gott arbeitet an allen möglichen Dingen in meinem Leben. Und allein die Tatsache, dass ich hier bin, macht die Gemeinde besonders unvollkommen.

Aber zurück zu der Gemeinde in Korinth, die wir gerade studieren. In ihren Gottesdiensten gab es nur wenig Lehre, wenn überhaupt.

Die Leute wollten nur in Zungen reden, ohne dass es ausgelegt wurde, und es herrschte keine Ordnung. Gehen wir zurück zu Kapitel 14 und sehen uns nochmals Vers 4 an.
„Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, erbaut die Gemeinde.“

Vers 5:

„Ich möchte aber, dass ihr alle in Sprachen redet …“

Passen Sie jetzt gut auf:

„Ich möchte aber, dass ihr alle in Sprachen redet, mehr aber noch, dass ihr weissagt. Wer aber weissagt, ist größer, als wer in Sprachen redet, es sei denn, dass er es auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfange.“

Das Ziel Nummer eins für die Gemeinde ist die Erbauung. Offensichtlich wurde die Gemeinde in Korinth nicht auferbaut, weil dort keine Ordnung herrschte.

Es gab keine Lehre. Die Menschen redeten in Zungen, aber es gab nie eine Auslegung. Es herrschte einfach das Chaos. Deshalb gibt er ihnen einige Richtlinien.

Vers 6:

„Jetzt aber, Brüder, wenn ich zu euch komme und in Sprachen rede, was werde ich euch nützen, wenn ich nicht zu euch rede in Offenbarung oder in Erkenntnis oder in Weissagung oder in Lehre?“

Wenn ich in anderen Sprachen mit Ihnen rede und Ihnen keine Auslegung gebe, keine Offenbarung, keine Weissagung und keine Lehre, was nützt es ihnen dann?

Und anscheinend gab es in der dortigen Gemeinde herzlich wenig von alledem. Hin und wieder vielleicht, aber ihr Hauptanliegen war es, in neuen Sprachen zu reden.

Vers 7:

„Doch auch die tönenden leblosen Dinge, Flöte oder Harfe, wenn sie den Tönen keinen Unterschied geben, wie wird man erkennen, was geflötet oder geharft wird?

Denn auch wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten?

So auch ihr, wenn ihr durch die Sprache nicht eine verständliche Rede gebt, wie soll man erkennen, was geredet wird?

Denn ihr werdet in den Wind reden. Es gibt zum Beispiel so viele Arten von Sprachen in der Welt und nichts ist ohne Sprache.

Wenn ich nun die Bedeutung der Sprache nicht kenne, werde ich den nicht verstehen, der redet, und der redet, wird mich nicht verstehen.

So auch ihr, da ihr nach geistlichen Gaben eifert, so strebt danach, dass ihr überreich seid zur Erbauung der Gemeinde.

Darum, wer in einer Sprache redet, bete, dass er es auch auslege!

Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand ist fruchtleer.“

Ich rede mit Gott aus meinem Geist. Mein Verstand versteht die Worte nicht. Vers 15:

„Was ist nun? Ich will beten mit dem Geist (oder in anderen Sprachen), aber ich will auch beten mit dem Verstand; ich will lobsingen mit dem Geist, aber ich will auch lobsingen mit dem Verstand.

Denn wenn du mit dem Geist preist, wie soll der, welcher die Stelle des Unkundigen einnimmt, das Amen sprechen zu deiner Danksagung, da er ja nicht weiß, was du sagst?

Denn du sagst wohl gut Dank, aber der andere wird nicht erbaut.

Ich danke Gott, ich rede mehr in Sprachen als ihr alle.

Aber in der Gemeinde will ich lieber fünf Worte mit meinem Verstand reden, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in einer Sprache.“

Ich will hier etwas hervorheben. Das erklärt sich eigentlich von selbst, aber in Vers 6 sagte er: „ … wenn ich zu euch komme und in Sprachen rede…“

Was er hier sagt, ist an die Gemeindeleitung gerichtet. Er spricht hier nicht über die Gebetssprache. „… wenn ich zu euch komme und in Sprachen rede …“ Und in Vers 19 sagte er: „… damit ich auch andere unterweise …“

Wiederum wendet er sich an die Leiter. Nun, ich denke, es wäre gesetzlich, wenn man sich nun allein darauf stützen und sagen würde, dass während einer Anbetungszeit niemand Gott in Zungen verherrlichen oder für ihn singen sollte.

Er sagt: „Wenn ich zu euch komme, mache ich das so.“ Er spricht hier nicht über die Zeit, in der die Gemeindemitglieder im allgemeinen Einvernehmen ihre Stimmen erheben, in der manche Menschen Spanisch reden und manche Deutsch und manche vielleicht in anderen Sprachen.

Das ist ihnen nicht verboten. Das würde dem Ganzen den Geist rauben. Wenn man sich nur darauf stützt, lässt man den Zusammenhang und die Geschichte, die diesen Kapiteln vorausgeht, außer Acht.

Nun, um das zu einem Abschluss zu bringen, sehen wir uns jetzt noch ein paar Regeln oder Richtlinien für das Reden in Zungen in der Gemeinde an.

Wir haben nicht mehr allzu viel Zeit und ich bin auch fast fertig. 1. Korinther 14,27:

„Wenn nun jemand in einer Sprache redet, so sei es zu zweien oder höchstens zu dritt und nacheinander, und einer lege aus.“

Wenn man also in Zungen redet, dann höchstens zu zweit oder zu dritt. Das reicht Gott völlig aus, um zu sagen, was er zu sagen hat, und einer soll auslegen.

Und ich persönlich glaube, dass er es verbietet, eine Auslegung zu korrigieren. Wenn jemand etwas auslegt und Sie denken: „Ich glaube, er hat das nicht richtig verstanden. Ich lege das neu aus“, ist das verboten.

Vor dem Gottesdienst erzählte ich jemand, dass ich als Kind oft eine Flasche Wasser mit mir herumschleppte. Die anderen fragten mich: „Mochtest du dieses Wasser?“

Und ich sagte: „Ja, aber ich trank auch aus dem Gartenschlauch.“ Als Kinder waren wir ständig draußen. Wir saßen nie im Haus herum und machten Videospiele. Wir zogen morgens los und kamen erst nach Einbruch der Dunkelheit zurück.

Demzufolge stammte Wasser, das ich den Tag über trank, aus dem Gartenschlauch eines Nachbarn. Einige von Ihnen kennen das.

Aber stellen Sie sich vor, wie das Wasser schmeckt, wenn der Gummischlauch an einem heißen Sommertag unaufhörlich der Sonne ausgesetzt ist. Es nimmt den Geschmack des Schlauchs an, stimmt’s?

Und genauso wie das Wasser den Geschmack des Schlauchs annimmt, durch den es fließt, wird auch die Auslegung der Zungenrede von dem Gefäß beeinflusst, durch das sie fließt.

Wenn jemand in Zungen redet, mag eine Auslegung beispielsweise lauten: „Ich sein dein Gott und du sein mein Augapfel. Fürchte dich nicht. Ich lieben dich!“ Und jemand denkt vielleicht: „Das kann nicht Gott sein. Gottes Deutsch ist nicht so schlecht!“

Nun, Gott wird Sie auf die höchste Ebene bringen, die Sie erreichen können, aber der unfehlbare Heilige Geist fließt durch fehlbare Gaben und Gefäße und wird von ihnen beeinflusst.

Und wenn jemand eine solche Auslegung gibt und Sie denken: „Ich muss das korrigieren“, tun Sie es nicht. Lassen Sie einen auslegen. Und wenn Gott noch mehr zu sagen hat, kann er es durch den tun, der bereits gesprochen hat.

In den Versen 28 bis 31 gibt er schließlich einige Anweisungen hinsichtlich des prophetischen Dienstes in der Gemeinde und in den Versen 32 und 33 befasst er sich darüber hinaus mit einem Grundprinzip, das in diesem Dienst befolgt werden sollte.

Sehen Sie sich Vers 32 in Kapitel 14 an: „Und die Geister der Propheten …“ Er spricht hier erneut von der Situation, dass in der Gemeinde jemand in Zungen weissagt.

„Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan.

Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens. Wie es in allen Gemeinden der Heiligen ist …“

„Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan.“ In einer anderen Übersetzung heißt es: „Sie haben ihre Geister unter Kontrolle.“

Wenn genau jetzt jemand anfangen würde, in Zungen zu reden, wäre das nicht in Ordnung, weil ich gerade lehre. Ich fühle mich bei dem, was ich tue, vom Heiligen Geist gesalbt und von ihm geleitet.

Und der Heilige Geist wird den Heiligen Geist nicht unterbrechen. Manche Leute, die ein Wort oder eine Auslegung weitergeben, sagen vielleicht: „Ich konnte das nicht stoppen. Gott hat mich das sagen lassen.“ Nein, hat er nicht.

Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. Gott hat sie nicht dazu veranlasst. Im Buch Hiob lesen wir von seinen Freunden. Sie saßen um Hiob herum. Er saß mitten in der Asche und hatte Geschwüre.

Seine Freunde redeten mit ihm, aber das meiste, was sie sagten, war falsch. Und am Ende des Buchs sehen wir, dass Gott sie für das, was sie sagten, zur Rechenschaft zog.

Und da war ein Mann namens Elihu, der ein Wort von Gott hatte. Er hatte das Gefühl, fast zu platzen, aber er schwieg, denn er sagte sich: „Ich will denjenigen, die älter sind als ich, Respekt erweisen. Durch ihr Alter wird die Weisheit sprechen.“ Aber er merkte sich das Wort.

Er musste es nicht weitergeben, und ebenso wenig müssen Sie das tun. Es haben schon viele den Gottesdienst mit irgendetwas gestört, und dann gaben sie dem Heiligen Geist die Schuld. Ich glaube, er wird für vieles verantwortlich gemacht.

Und wenn Sie glauben, dass Sie ein Wort haben, aber während des Gottesdienstes keine Gelegenheit finden, es zu sagen, merken Sie es sich. Vielleicht ist später Zeit dafür. Sie müssen es nicht sagen.

„Aber Gott hat mich das sagen lassen. Ich konnte es nicht stoppen.“ O doch. Sie wollten nur nicht. Wer so etwas tut, muss korrigiert werden.

Sie müssen verstehen: Gott will die Leiter in einer Gemeinde gebrauchen. Und es liegt ein Segen darauf, das zu respektieren. Wenn sie der Meinung sind, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für prophetisches Reden ist, hören Sie auf sie.

Das schadet niemandem. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass der Heilige Geist viele verschiedene Dinge tut, und ganz sicher wird er sich nicht selbst unterbrechen. Lassen Sie uns diese Verse zum Abschluss nochmals lesen.

Vers 39:

„Daher, Brüder, eifert danach, zu weissagen, und hindert das Reden in Sprachen nicht!

Alles aber geschehe anständig und in Ordnung.“

Und ich bitte Sie einfach: Lassen Sie uns in diesen Dingen zusammen lernen und wachsen. Lassen Sie uns danach streben, die Ordnung zu wahren.

Das gilt auch für Ihr persönliches Gebetsleben. Es liegt ein großer Segen darauf, in anderen Sprachen zu reden.

Und wenn Sie noch nicht erfüllt wurden, aber durstig und hungrig und bereit dafür sind, können Sie es werden.

Nehmen wir uns jetzt einen Moment Zeit. Bitte beugen Sie Ihren Kopf und schließen Sie die Augen.

Herr, wir lieben dich. Wir fühlen uns in so vielerlei Hinsicht wie Kinder. Wir versuchen zu lernen, Vater. Wir wollen wachsen. Wir verstehen, warum Paulus an die Korinther schrieb: „Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels undeutlich.“

Wir haben nur ein verschwommenes Bild. Aber, Gott, wir wollen mehr. Heiliger Geist, wir wollen dich in unseren Gottesdiensten haben. Wir wollen dich in unserem persönlichen Leben haben.

Herr, wir wollen dir näherkommen. Wir wollen keinen Fanatismus und keine Gefühlsbetontheit. Wir wollen dich. Und wenn das unsere Gefühle beeinflusst, dann soll es so sein.

Herr, wir wollen die Wahrheit, wir wollen eine echte Begegnung mit dem Heiligen Geist, wir wollen die Zeichen und Wunder sehen, von denen wir in der Apostelgeschichte lesen. Herr, bitte strecke deine Hand aus und heile uns.

Der Name Jesus soll groß gemacht und verherrlicht sein, wenn die Menschen unseren Gottesdienst verlassen. Der Name Jesus soll auf ihren Lippen sein und Gedanken an ihn sollen ihr Herz und ihren Verstand füllen.

Herr, bitte gebrauche uns, sei es beim Einkaufen, an der Tankstelle, auf dem Fußballplatz oder im Büro. Wir beten, dass die Gaben des Geistes zum Einsatz kommen und wirken.

Schenke uns ein Wort der Erkenntnis. Hilf uns, die Menschen in der Welt zu erreichen. Wir wollen nie so festgefahren und nach innen gekehrt sein, dass wir nur noch uns feiern und sehen, wie gesegnet wir doch sind und dabei die verlorene Welt vergessen.

Jesus, wir wissen, dass wir die Kraft des Heiligen Geistes brauchen, wenn wir die Ernte der Endzeit einbringen wollen. Wir wollen alles haben, was du für uns hast. Wir wollen alles haben, was du hast. Wir preisen dich, Herr.

Wenn es um das Wirken der Gaben des Heiligen Geistes innerhalb der Gemeinde geht, muss alles gemäßigt und geordnet ablaufen. Dabei müssen wir immer den menschlichen Faktor berücksichtigen. Es ist ein vollkommener Gott, ein vollkommener Heiliger Geist, aber er fließt durch unvollkommene Gefäße. Und aufgrund dieser Unvollkommenheit fürchten sich manche Menschen so sehr davor, dass sie im Fleisch handeln könnten, dass sie alles, was der Heilige Geist tun will, im Keim ersticken.

Sie verhindern jedes Reden in Zungen und jede Auslegung der Zungenrede. Es gibt viele Gemeinden oder sogar ganze Konfessionen, die die Gaben des Geistes in früheren Zeiten kannten, an sie glaubten und in ihnen wirkten. Aber jetzt sind sie nur noch eine schattenhafte Lehre und keine Realität mehr für sie. Ich bin absolut für das Wirken des Heiligen Geistes, aber ich bin auch für Ordnung. Und der einzige Weg, wie wir das erreichen können, besteht darin, die Pastoren und Leiter dort draußen zu lehren und zu ermutigen.

Ich will den Heiligen Geist nicht irgendwo in eine Ecke drängen und sagen: „Ja, wir glauben an diese Dinge, aber wir praktizieren sie nicht, weil wir Angst haben, dass dabei irgendetwas schiefgehen könnte.“

Nun, wissen Sie was? Es könnte tatsächlich etwas schiefgehen. Aber es ist einfacher, einen Flächenbrand zu löschen, als ein nasses Laken in Brand zu stecken. Und manche Gottesdienste sind wie ein nasses Laken, weil dort alles unterdrückt wird. Ich bin davon überzeugt, dass der Heilige Geist auch durch unvollkommene Gefäße wirkt.

Wenn irgendetwas passiert, das vom Heiligen Geist kommt, wird es eine göttliche Anziehungskraft ausüben, auch wenn die Menschen es nicht ganz verstehen. Aber wir können es erklären und von Zeit zu Zeit über die Gaben des Geistes und die Gabe der Zungenrede sprechen, damit die Neulinge in der Gemeinde verstehen, was hier vor sich geht.

Ich hoffe, Sie sehen auch nächste Woche wieder zu. Dieses Thema ist noch lange nicht abgeschlossen.

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