Teile deinen Glauben 1/2

Von 14.09.2018 1481 Views59 Keine Kommentare
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Jesus gab uns, seiner Gemeinde, ein letztes Gebot: „Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern“ (Matthäus 28,19). Doch wie kann man unverkrampft seinen Glauben teilen? Bayless Conley zeigt in dieser Predigt, wie wir die Menschen um uns herum erreichen können durch Worte und Taten, durch unseren Charakter und unseren Lebensstil. Darüber freut sich Gott!

Dies ist der erste Teil der Predigt, den zweiten Teil findest du hier …

Predigtmanuskript

Vor Jahren hörte ich einmal ein Zitat, das ich nie wieder vergessen habe. Es lautet: „Jedes Herz ohne Christus ist ein Missionsfeld. Und jedes Herz mit Christus ist ein Missionar.“ Jeder Einzelne in der Gemeinde hat die Verantwortung, den Menschen in seinem persönlichen Umfeld von Jesus zu erzählen. In seiner Nachbarschaft, seiner Familie, seiner Schule, an seinem Arbeitsplatz. Wir müssen zumindest den Samen des Evangeliums in ihr Herz aussäen. Gesunde Schafe bringen weitere Schafe hervor. Es ist ganz normal, dass ein Christ andere Menschen in das Reich Gottes führt. Das muss nicht schwierig sein. Damit wollen wir uns in der heutigen Predigt beschäftigen. Ich glaube, das wird Ihnen helfen.

Können wir beten? Himmlischer Vater, wir kommen jetzt zu Dir. In der Welt wie auch in unserer persönlichen Welt gehen gerade viele Dinge vor sich, aber wir wollen das jetzt außen vor lassen. Lass uns Dir jetzt nah sein und sprich in unser Herz. Richte unseren Geist auf. Weise uns die Richtung. Erleuchte uns. Korrigiere uns, wenn das an diesem Punkt unserer Reise mit Dir nötig ist. Herr, wir sind offen für Dich. Lehre uns und sprich zu uns, in Jesu Namen.

Ich habe schon oft gesagt: Wenn man Cottonwood einen Schnitt zufügt, bluten wir Seelen. Das letzte Gebot Jesu ist unsere erste Priorität. Er sagte: „Geht hinaus in alle Welt, verkündigt das Evangelium und macht alle Nationen zu Jüngern.“ Wir müssen uns also nach den Menschen ausstrecken, sie zum Teil der Familie machen und ihnen helfen zu wachsen. Viel komplizierter ist das nicht. Über diese beiden Punkte möchte ich heute sprechen. Sie sind Gott sehr wichtig und sie sollten auch für uns einen hohen Stellenwert haben – sowohl für uns als Kirchengemeinde als auch für jeden Einzelnen. Ich möchte heute sieben Gedanken mit Ihnen teilen, von denen ich glaube, dass sie Ihnen helfen können. Nummer eins ist der Auftrag.

Ich lese Ihnen aus der New Living Bible Römer, Kapitel 10, die Verse 9, 10 und 14 vor: „Wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden. Denn durch den Glauben in deinem Herzen wirst du vor Gott gerecht gemacht, und durch das Bekenntnis deines Mundes bist du gerettet. Wie können sie Ihn anrufen, sie zu retten, wenn sie nicht an ihn glauben? Wie können sie von ihm hören, wenn ihnen niemand von ihm erzählt?“

Das ist unsere Aufgabe. In 2. Korinther 5:17 aus derselben Übersetzung heißt es:

2. Korinther 5:17
„Das bedeutet, dass jeder, der zu Christus gehört, ein neuer Mensch geworden ist. Das alte Leben ist vergangen, ein neues hat begonnen!“

Wer kann Gott dafür Danke sagen? Weiter heißt es:

2. Korinther 5:18-21
„Und all das ist ein Geschenk von Gott, der uns durch Christus zu sich zurückgeführt hat. Und Gott hat uns aufgetragen, die Menschen mit ihm zu versöhnen. Denn Gott war in Christus und hat die Welt mit sich selbst versöhnt und rechnet den Menschen ihre Sünden nicht mehr an. Und er gab uns die wunderbare Botschaft der Versöhnung. So sind wir Botschafter Christi; Gott mahnt durch uns. Wir sprechen für Christus, wenn wir bitten: Komm zurück zu Gott! Denn Gott machte Christus, der nie gesündigt hat, zum Opfer für unsere Sünden, damit wir durch ihn vor Gott gerecht gemacht werden können.“

Gott hat uns die Aufgabe erteilt, die Menschen mit Ihm zu versöhnen. Er hat uns die wunderbare Botschaft der Versöhnung gegeben und uns in einer verlorenen Welt zu Botschaftern gemacht. Jesus hat das vereinfacht, indem Er sagte: „Geht in alle Welt hinaus und erzählt es ihnen.“ Er sagte zwei Dinge. Das erste ist: Wir müssen gehen. Wir müssen Fische fangen. Jesus sagte: „Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ und dafür müssen wir ans Wasser gehen. „Geht hinaus in alle Welt und verkündet allen die Gute Nachricht.“ Das bedeutet natürlich zu jedem Volk, aber es gilt auch für unseren persönlichen Einflussbereich, unsere persönliche Welt. Wir müssen das Evangelium, die gute Nachricht, an unsere Familie und Freunde weitergeben. Das Gehen ist nur selten angenehm und passt selten in unseren Tagesplan. Aber wir müssen es tun.

Kürzlich war ich einkaufen und fuhr mit den Lebensmitteln nach Hause. Da sah ich einen Mann, der an einen Zaun gelehnt auf der Straße saß. Er war ganz offensichtlich obdachlos und sah aus, als hätte er getrunken. Ich dachte über ihn nach und betete für ihn, aber je weiter ich fuhr, umso größer wurde meine Überzeugung, dass ich mit dem Mann reden musste. Ich dachte: „Gott, ich habe Milch im Auto. Sie wird warm werden. Ich bin fast zu Hause.“ Aber dann dachte ich: „Wenn nicht ich, wer dann?“ Wir denken immer, jemand anders sollte etwas tun. Ich drehte um, fuhr zurück und suchte einen Platz, wo ich halten konnte, aber da war keiner. Ich war schon eine halbe oder drei viertel Meile gefahren. Der Mann war ausgerechnet an dem einen Ort, wo ich unmöglich anhalten konnte. Ich fuhr an ihn heran und suchte verzweifelt nach einer Lösung, aber ich konnte auf keiner von beiden Straßenseiten anhalten. Ich fuhr eine weitere halbe Meile und drehte wieder um, aber ich konnte nirgends parken. Ich drehte erneut um und fuhr in ein Wohngebiet, das ziemlich weit weg war, nahm einige meiner Lebensmittel und schlug mich durch ein paar Gärten. Ich bin froh, dass niemand dort war. Das war eine Abkürzung. So musste ich nur eine Viertelmeile laufen. Schließlich kam ich bei dem Mann an, der immer noch gegen den Zaun gelehnt dasaß. Ich sagte: „Hey, ich bin heute dein Engel von Gott. Ich bringe dir etwas zu essen.“ Er fing an zu reden und sagte, Elia, der Prophet, sei sein Onkel und noch weitere völlig verrückte Sachen. Ich sprach nicht lange mit ihm, vielleicht 5 oder 10 Minuten. Ich sagte ihm, dass Gott ihn liebte und erzählte ihm von Jesus. Er war in einer Fantasiewelt, aber ich erzählte ihm von Jesus. Dann sagte ich: „Genieße das Essen“ und ging wieder. Der Punkt ist: Ob Sie nun ins Ausland reisen oder auf einer Party nur quer durch den Raum gehen müssen – es wird selten angenehm sein und Sie werden es selten tun wollen. Wir treten nicht gerne aus unserer Komfortzone heraus. Aber die Menschen sind es wert. Der erste Teil lautet: Wir müssen gehen. Wenn Sie Fische fangen wollen, müssen Sie ans Wasser gehen. Wenn Sie Menschen fangen wollen, müssen Sie dort hingehen, wo Menschen sind.

Der zweite Teil ist einfach: Erzählen Sie ihnen von Jesus. Ich weiß, dass manche denken: „Ich bete einfach, dass Gott die Menschen rettet.“ Das ist wunderbar. Wir müssen mit Gott reden. Wir müssen beten. Gebet ist wichtig. Und wenn Sie mit Gott über Menschen gesprochen haben, müssen Sie mit Menschen über Gott sprechen. Das ist die Partnerschaft zwischen uns und dem Heiligen Geist. Wir reden mit ihnen und Er gebraucht unsere Worte, um sie davon zu überzeugen, dass sie einen Retter brauchen. Er tut die schwere Arbeit, aber wir müssen Ihm etwas geben, mit dem Er arbeiten kann.

Die meisten von Ihnen werden meine Lebensgeschichte kennen. Ich war schwer drogenabhängig. Eines Abends gab mir eine Freundin Drogen, die ich mit etwa zehn anderen teilen sollte, aber ich nahm alles selbst. Ich wäre fast gestorben, aber ich schaffte es. Am nächsten Tag war ich sehr deprimiert. Da kam in einem Park ein 12-jähriger Junge auf mich zu und erzählte mir von Jesus und dem Evangelium. Das erschütterte meine Welt. Ich hatte noch nie jemanden wie ihn getroffen. Der Heilige Geist begann mit den Samen, die er gepflanzt hatte, zu arbeiten. Was der Junge mir erzählt hatte, ließ mich nicht mehr los. Ich ging nach Mexico City, aber auch dort konnte ich seinen Worten nicht entkommen. Durch ihn hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben vom Evangelium gehört. Schließlich landete ich in einer Missionsstation.Der Junge war nicht besonders redegewandt und kein Genie, aber der Heilige Geist gebrauchte ihn. Später wurde ich gerettet. Einmal ging ich mit dem Jungen und seiner Mutter ins Krankenhaus, um jemanden zu besuchen. Plötzlich war der Junge verschwunden. Ich machte mich auf die Suche nach ihm und ging den Gang hinunter. Da saß ein Mann in einem Krankenhausnachthemd, das hinten offen war, auf einer Bank und weinte sich die Augen aus. Er schluchzte. Ich hatte Mitleid mit ihm und fragte: „Sind Sie okay?“ Er sah mich mit seinem tränennassen Gesicht an und fragte: „Wer war dieser Junge? Er kam in mein Zimmer und erzählte mir von Jesus und von Heilung. Wer ist dieser Junge?“ Ich dachte: „Ich weiß, was du meinst. Das hat er bei mir auch getan.“ Gott gebrauchte seine Worte und Gott wird auch Ihre Worte gebrauchen. Wir müssen die gute Nachricht teilen. Worte sind wie Samen. Wenn wir eine Ernte haben wollen, müssen wir Samen aussäen. Die Kraft liegt nicht in Ihrer Redegewandtheit, sondern in dem Samen. Er ist übernatürlich. Er hat das Leben Gottes in sich.

Das Zweite ist Mitgefühl. Das Erste war der Auftrag, das Zweite ist Mitgefühl. In Matthäus, Kapitel 9, lesen wir, dass Jesus innerlich bewegt war. Er wies Seine Jünger an, dafür zu beten, dass Arbeiter in die Ernte ausgesandt wurden. In Matthäus 14 lesen wir, dass Er Mitgefühl hatte und viele Kranke heilte. In Matthäus 15 wurde Er von Mitgefühl bewegt und speiste die Menge. In Markus 6 wurde Er von Mitgefühl bewegt und lehrte die Menge. In Lukas 7 wurde Er von Mitgefühl bewegt und weckte einen toten Jungen auf. Sein Mitgefühl regte Jesus immer dazu an, etwas zu tun. Es rief Ihn immer zur Tat.

Sicher kennen Sie das großartige Gleichnis in Matthäus 18, das Jesus lehrte. Ein Mann hatte Schulden in Millionenhöhe, die er unmöglich zurückzahlen konnte. Das ist der Kern des Gleichnisses: Er konnte es niemals schaffen, seine Schuld zurückzuzahlen. Der Mann war ein Knecht. Er wurde zu seinem Herrn gerufen und in der Bibel heißt es, der Herr hatte Mitleid mit ihm. Er vergab ihm die ganze Schuld. Der Mann war so glücklich. Aber dann traf er einen Mann, der ihm 20 Dollar schuldete, packte ihn an der Kehle und sagte: „Bezahle!“ Der Mann sagte: „Hab Mitleid, hab Gnade. Ich gebe sie dir zurück.“ Aber er hörte ihm nicht zu und ließ ihn ins Gefängnis werfen. Als der Herr, der ihm die ganze Schuld erlassen hatte, hörte, was passiert war, rief er ihn erneut zu sich. Er sagte: „Hättest du nicht auch Mitleid haben sollen, so wie ich Mitleid mit dir hatte?“ Ich glaube, das ist die Botschaft der Geschichte. Gott hatte Mitleid mit uns und vergab uns eine Schuld, die wir nie hätten bezahlen können. Deshalb sollten auch wir Mitleid haben.

Ich hörte einmal von einer Frau, die in einem Laden ein Geburtstagsgeschenk für ihre Enkelin kaufen wollte. Sie fand das perfekte Kleid und war begeistert. Doch an der Kasse stellte sie fest, dass es weit mehr kostete als sie bezahlen konnte. Sie sagte: „Es tut mir leid. Ich habe nicht gesehen, dass es so teuer ist.“ Die Kundin hinter ihr in der Schlange hörte das und sagte: „Lassen Sie mich das Kleid für Sie kaufen.“ Sie sagte: „Nein. Das kann ich nicht annehmen.“ Aber die Frau sagte: „Ich bestehe darauf. Ich möchte es für Sie kaufen.“

Sie ließ nicht locker und schließlich kaufte sie das Kleid, damit die Großmutter es ihrer Enkelin schenken konnte. Sie fragte: „Warum haben Sie das getan? Sie kennen mich doch gar nicht.“ Die Frau sagte: „Ich war fast zwei Jahre lang obdachlos und habe nur durch die Freundlichkeit anderer Menschen überlebt. Damals habe ich mir gelobt, anderen zu helfen, wenn ich es wieder kann. Ich will nie vergessen, wo ich hergekommen bin.“

Wir sollten nicht vergessen, wo wir hergekommen sind. Ein großer Teil des Mitgefühls für die Verlorenen ist die Erinnerung daran, dass wir selbst einmal verloren waren. Ich war in völliger Finsternis und komplett verwirrt. Die Sünde hatte mich fest im Griff, aber Gott hat sich in Seiner Gnade nach mir ausgestreckt und mich befreit. Deshalb muss ich Mitgefühl mit anderen haben. Ich raste wie ein Bobschlitten mit gelöster Bremse in eine Ewigkeit ohne Gott hinein. Seine Gnade hat mich berührt. Jetzt bin ich voller Mitgefühl für andere Menschen, die die Ewigkeit irgendwo anders verbringen werden. In Römer 5:5 heißt es, die Liebe, die Gnade und das Mitgefühl Gottes wurden durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen. Seine Liebe ist hier drin und sucht nach einer Möglichkeit, sich auszudrücken. Ich glaube, manche von uns sollten sich an den Moment ihrer Erlösung und Seine Gnade, mit der Er uns so großzügig befreit hat, zurück erinnern.

Der dritte Punkt ist der gemeinsame Nenner. Der Auftrag, das Mitgefühl und der gemeinsame Nenner. Ich lese Ihnen aus der Living Bible vor. Lesen Sie lieber auf dem Bildschirm mit, als die Verse mit Ihrer Bibelübersetzung zu vergleichen. Ich lese aus 1. Korinther, Kapitel 9. Wir beginnen etwa in der Mitte von Vers 19 und lesen bis Vers 23. Lesen Sie mit? Paulus schrieb:

1. Korinther 9:19-23
„Ich bin freiwillig und freudig zum Diener aller geworden, damit ich sie für Christus gewinnen kann. Wenn ich bei den Juden bin, scheine ich einer von ihnen zu sein, damit sie sich das Evangelium anhören und ich sie für Christus gewinnen kann. Wenn ich bei den Nichtjuden bin, die jüdische Gebräuche und Zeremonien haben, streite ich nicht, obwohl ich damit nicht einig bin, weil ich ihnen helfen will. Wenn ich bei Heiden bin, stimme ich ihnen, sosehr ich kann, zu, obwohl ich als Christ natürlich immer tun muss, was richtig ist. Indem ich mit ihnen übereinstimme, kann ich ihr Vertrauen gewinnen und auch ihnen helfen. Wenn ich bei jenen bin, die schnell von ihrem Gewissen geplagt werden, verhalte ich mich nicht, als wüsste ich alles, und sage nicht, dass sie dumm seien; dann sind sie bereit, sich von mir helfen zu lassen. Ja, wie auch immer ein Mensch ist, ich versuche einen gemeinsamen Nenner mit ihm zu finden, damit er mich von Christus erzählen und sich von ihm retten lässt. Ich tue das, um ihnen das Evangelium zu bringen und auch für den Segen, den ich selbst empfange, wenn ich sehe, dass sie zu Christus kommen.“

Ich suche einen gemeinsamen Nenner, um den Menschen vom Evangelium zu erzählen. Wir müssen nach einer Gemeinsamkeit suchen, um das Evangelium in das Leben der Menschen zu bringen, wie zum Beispiel den Sport.

Ich reiste einmal mit einem Mann in verschiedene Länder. Er wusste einfach alles über Sport, ganz gleich, in welchem Land, ob wir nun Menschen von den Philippinen, von Indonesien oder von Nigeria trafen. Wir reisten viel und trafen Menschen aus der ganzen Welt. Es spielte keine Rolle, woher sie kamen, sei es von einem winzigen afrikanischen Staat oder von einem früheren Ostblockland. Der Mann kannte sogar die Namen der Fußballmannschaften des betreffenden Landes. Er begann eine Unterhaltung und man sah, wie die Menschen sich freuten, wenn er die Topmannschaften ihres Landes erwähnte. Ich war erstaunt. Dieser Mann konnte sich mit jedem unterhalten, weil er mit dem Sport einen gemeinsamen Nenner fand. Genauso könnten das Geschehnisse auf der Welt sein, gesundes Essen, Kinder, Hunde, Geschäftliches, die Natur oder Musik.

Vor etwa 35 Jahren hatten wir eine Nachbarin, deren erwachsener Sohn wieder bei ihr einzog. Ich denke, er war etwa Mitte zwanzig. Ich versuchte mit ihm in Kontakt zu kommen, aber es gab einfach keine Verbindung zwischen uns. Er sagte mir nicht einmal die Uhrzeit. Es war leicht zu erkennen, dass es ihm nicht gut ging. Er blickte stets traurig drein und ließ den Kopf hängen. Ich nehme an, dass er wieder zu seiner Mutter gezogen war, weil er etwas Schweres durchgemacht hatte. Ich weiß nicht, ob er sich scheiden ließ oder was passiert war. Ich fing an, für ihn zu beten. Ich betete etwa eine Woche lang, dass Gott mir eine Tür zu dem jungen Mann öffnete, sodass ich ihm von Jesus erzählen konnte. Und Gott gab sie mir. Eines Tages war ich gerade im Garten und sprengte den Rasen, als er mit seinem kleinen Pick up heranfuhr. Ich weiß nicht, warum mir das vorher noch nie aufgefallen war, aber jetzt sah ich, dass er an der Heckscheibe einen Aufkleber hatte, auf dem Leatherwolf stand. Das war eine Rockband von Orange County. Sie waren dort recht bekannt und hatten auch in Japan großen Erfolg. Ich kannte sie, weil der ältere Bruder des Leadsängers der Lobpreisleiter in Cottonwood war. Ich hatte den Leadsänger von Leatherwolf auch schon persönlich kennengelernt. Das war meine Tür. Er stieg aus. Ich sagte: „Hey!“ Er sagte: „Was?“ Ich fragte: „Mögen Sie Leatherwolf?“ Er sagte: „Die Band ist klasse!“ Ich sagte: „Ich kenne den Leadsänger.“ Er sagte: „Das ist nicht wahr!“ Ich sagte: „Doch, ich kenne ihn. Sein Bruder ist der Lobpreisleiter unserer Kirche.“ Er sagte: „Niemals!“ Ich sagte: „Doch, das ist wahr.“ Er kam herüber und wir unterhielten uns über Leatherwolf. Ich erzählte ihm, was ich wusste. Ich sagte: „Der Leadsänger verdient mit seinen Auftritten nicht genug Geld, um davon leben zu können. Wissen Sie, was er deshalb noch tut?“ „Nein! Was tut er?“ Ich sagte: „Er tapeziert.“ Er sagte: „Sie nehmen mich auf den Arm! Er ist Tapezierer?“ Ich sagte: „Ja.“ Er sagte: „Das hätte ich nie gedacht.“ Ich sagte: „Wenn Sie ihn für einen guten Sänger halten, sollten Sie einmal in die Kirche kommen und sich seinen älteren Bruder anhören. Er stellt ihn noch in den Schatten.“ Er sagte: „Das werde ich tun. Wie heißt Ihre Kirche?“ Ich sagte es ihm. Das war an einem Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag unter der Woche. Am nächsten Sonntagabend tauchte er auf. Das war vor 35 Jahren. Ich weiß noch, was ich predigte. Es ging um die Heilung von Naaman, dem Syrer. Und was glauben Sie, wer nach vorn kam, als ich die Menschen einlud, gerettet zu werden? Mein Nachbar. Er gab sein Leben Jesus. Er wurde wegen der Band Leatherwolf radikal verändert. Finden Sie einen gemeinsamen Nenner. Es könnte das Angeln sein oder Politik. Finden Sie einen gemeinsamen Nenner, um den Menschen vom Evangelium zu erzählen.

Kommen wir zum vierten Punkt. Das ist der Charakter. Dabei geht es nicht nur darum, was wir sagen, sondern auch, wie wir unser Leben führen. Ich lese Ihnen Philipper 1:27 aus der ERV vor. Paulus schrieb:

Philipper 1:27
„Stellt sicher, dass ihr als Gottes Volk so lebt, dass ihr der guten Nachricht von Christus Ehre macht. Dann werde ich Gutes von euch hören, ob ich nun komme und euch besuche oder weit von euch entfernt bin. Ich werde wissen, dass ihr für denselben Zweck einsteht und zusammenarbeitet wie ein Team, um anderen zu helfen, die gute Nachricht zu glauben.“

Stellen Sie sicher, dass Sie so leben, dass Sie der Guten Nachricht Ehre machen. Das Wort „Ehre“ bedeutet in der griechischen Sprache wörtlich „genauso schwer wiegen“ oder „dasselbe Gewicht haben wie“. Möge Ihr Lebensstil genauso schwer wiegen wie das Evangelium, das Sie predigen. Packen Sie das schwere Evangelium nicht in einen leichtfertigen Lebensstil. Was unseren Worten Gewicht verleiht, ist ein Lebensstil, der mit dem, was wir predigen, übereinstimmt. Er sagte: Lasst euer Leben genauso schwer wiegen wie das Evangelium, das ihr vorgebt zu glauben. Er spricht sicher nicht von Perfektion. Das schafft niemand. Aber wir müssen die Wahrheit leben. Wenn wir faul und nachlässig sind und sündigen, können wir nicht erwarten, dass unsere Worte Gewicht haben.

Ein altes chinesisches Sprichwort lautet: „Was du bist, spricht so laut, dass ich von dem, was du sagst, kein Wort hören kann.“ Darin steckt viel Wahrheit. Unser Lebensstil als Christen sollte das Evangelium, das wir predigen, untermauern und ihm Gewicht verleihen. Gott sucht sicher nicht nach sündloser Perfektion. Der Einzige, dem das gelingt, ist Jesus. Aber wir sollten uns entwickeln und immer besser werden. Wir sollten Jesus immer ähnlicher werden und von Glauben zu Glauben und von Herrlichkeit zu Herrlichkeit gehen und bleibende Frucht tragen. Ich bete im Namen Jesu für Sie, dass der Heilige Geist in Ihrem Leben wirkt und Ihnen hilft, die Sünden, die Sie so leicht verführen, loszulassen. Dann können Sie das Rennen, das vor Ihnen liegt, geduldig laufen. Und das Licht des Evangeliums, das der Herr auf Ihr Leben gelegt hat, wird für die Menschen um Sie herum leuchten.

 

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