Mehr von Gottes Kraft erleben

Dieselbe Kraft, die Jesus Christus von den Toten auferweckt hat, verwandelt Sünder in neue Menschen, heilt Krankheiten, befreit aus Abhängigkeit, lässt Wunder geschehen und schenkt uns den Sieg über Sünde, Versagen und Schwachheit. Bayless Conley zeigt anhand der Bibel, wie wir Gott und seine Auferstehungskraft in dem Leben, zu dem wir berufen sind, noch mehr erfahren können. Entdecke 5 Wege, wie du deine Beziehung zu Gott vertiefen kannst und seine Gegenwart in deinem Leben noch sichtbarer wird.

Predigtmanuskript

Hallo und herzlich willkommen zu unserer heutigen Sendung. Es erwartet Sie etwas ganz Besonderes. Wir alle wissen, dass Gott allmächtig ist. Manche sagen: „Ja, wenn er so mächtig ist, wie kommt es dann, dass in meinem Leben nichts von seiner Macht zu sehen ist?“ Wir werden darüber sprechen, wie wir mit Gott zusammenarbeiten können, um seine Macht in unserem Leben zu erfahren. Liebe Freunde, Gottes Kraft kann Dinge verändern. Also bleiben Sie dran. In Gottes Wort werden wir die Antworten finden, die wir brauchen.

Unser Text steht in Philipper 3 und wir fangen bei Vers 4 an und lesen zunächst bis Vers 9. Paulus schreibt:

Philipper 3,4 bis 9:

„… obwohl auch ich Vertrauen auf Fleisch haben könnte. Wenn irgendein anderer meint, auf Fleisch vertrauen zu können – ich noch mehr: Beschnitten am achten Tag, vom Geschlecht Israel, vom Stamm Benjamin, Hebräer von Hebräern; dem Gesetz nach ein Pharisäer; dem Eifer nach ein Verfolger der Gemeinde; der Gerechtigkeit nach, die im Gesetz ist, untadelig geworden. Aber was auch immer mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten; ja wirklich, ich halte auch alles für Verlust um der unübertrefflichen Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, willen, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck halte, damit ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde – indem ich nicht meine Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz ist, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens.“

Die Errettung kommt nicht aus guten Werken, menschlichen Bemühungen oder Abstammung. Die „Gleichung“ für die Errettung lautet: Gnade durch Glauben plus nichts. Wir können nichts hinzufügen; wir können es nicht aus eigener Kraft schaffen. Jesus hat alles getan. Jesus wurde einmal gefragt: „Was müssen wir tun, um Gottes Werke zu tun?“ Und Jesus antwortete: „Das ist das Werk Gottes, dass ihr glaubt.“ Unsere Aufgabe ist, zu glauben und zu vertrauen. Doch das Werk ist bereits vollbracht. Und dann in Vers 10 finden wir den ausdrücklichen Wunsch, den Paulus hatte, etwas, worum er betete:

Philipper 3,10:

„… um ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden zu erkennen, indem ich seinem Tod gleich werde.“

In dem Satz „um ihn zu kennen“ steckt hinter dem griechischen Wort „kennen“ die Bedeutung einer tiefen persönlichen Kenntnis, die aus Erfahrung kommt. Paulus sagt: „Ich will nicht bloß eine Lehre. Ich will nicht nur etwas über ihn wissen, sondern ich will Jesus aus Erfahrung immer tiefer, immer persönlicher, immer mehr kennenlernen.“

Ich glaube, die Übertragung der „Amplified Bible“ trifft es gut. Dort heißt es für Vers 10: „[Denn mein fester Entschluss ist es], ihn zu kennen [ihn nach und nach immer tiefer und vertrauter kennenzulernen, die Wunder seiner Person stärker und klarer wahrzunehmen und zu erkennen und zu verstehen].“ Ist das nicht wunderbar? Es gab noch etwas anderes, das Paulus aus Erfahrung kennen wollte, nämlich die Kraft von Jesu Auferstehung: Ich will ihn aus Erfahrung kennenlernen und die Macht seiner Auferstehung. In Römer 8 heißt es, Jesus wurde vom Heiligen Geist von den Toten auferweckt. Die Kraft seiner Auferstehung ist also das Wirken und die Kraft des Heiligen Geistes. Es ist die gleiche Kraft, die Sünder zu neuen Geschöpfen macht, kranke Körper heilt, die Unterdrückten befreit, Wunder wirkt und Sieg über Sünde, Versagen und Schwächen schenkt. Genau genommen bedeutet das griechische Wort für „Kraft“ bei „Kraft der Auferstehung“ buchstäblich „das, was Widerstand überwindet“. Paulus bittet darum, diese Kraft stärker und umfassender in seinem Leben kennenzulernen. Aber er weiß auch: Wenn er Jesus immer mehr aus Erfahrung kennenlernt und immer mehr von dieser Auferstehungskraft erlebt, dann geht damit automatisch auch etwas anderes einher, nämlich Leid.  „… um ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden zu erkennen …“ Das heißt jetzt nicht, dass wir irgendwie an Jesu stellvertretendem Leiden für uns am Kreuz teilhaben. Es heißt aber, dass wir ebenfalls um der Gerechtigkeit willen leiden, so wie Jesus, als er auf der Erde lebte. Sie können das auch in 1. Petrus 4 lesen, wo es darum geht, dass Christen am Leiden Jesu teilhaben. Dort ist konkret von drei Dingen die Rede: Beschimpfungen, Ablehnung und Verfolgung. Das alles wird kommen. Krankheit ist dort nicht erwähnt und auch nichts, was Jesus mit seinem stellvertretenden Opfer für uns getragen hat. Doch wenn wir für Christus leben, wenn wir mehr von seiner Kraft erleben, wenn wir ihm  nahekommen, dann wird es Beschimpfungen geben, Verfolgung und Ablehnung. Diese Dinge gehören dazu. Weiter schrieb Paulus an die Philipper: „… indem ich seinem Tod gleich   werde …“ Damit sagte er nicht: „Ich will am Kreuz sterben, so wie Jesus es tat.“ Aber er sagt im Wesentlichen: Am Ende, wenn alles vorüber ist, soll das Fazit meines Lebens sein, dass es im Dienst für andere hingegeben wurde. Ich will für andere gelebt haben, so wie Jesus sein Leben im Dienst für andere gab.

Vielleicht kennen Sie General William Booth, den Gründer der Heilsarmee, der in den letzten Generationen zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der weltweiten Christenheit gehörte. Als er schon älter war, gab es einmal eine große Konferenz, an der er nicht teilnehmen konnte, weil Alter und Gesundheit es nicht zuließen. Also schickte er seine Botschaft für die Konferenz per Telegramm und sie sollte vor allen Teilnehmern vorgelesen werden. Es ist eine seiner am meisten zitierten Predigten überhaupt und weithin als eine seiner einflussreichsten Predigten anerkannt. Auf dem Telegramm mit seiner Botschaft für die große Konferenz stand nur ein Wort: Andere. Genau das sagt Paulus hier im Grunde. Möge ich Christus selbst in seinem Tod ähnlich werden. Christus gab sein Leben im Dienst für andere. Möge es bei mir auch so sein.

Und dann in Vers 11 schreibt er: „… ob ich irgendwie hingelangen möge zur Auferstehung aus den Toten.“ Das wirkt sehr seltsam auf mich. Er ist unsicher und dennoch voller Hoffnung. „Ob“, und das ist ein großes „Ob“.      „… ob ich irgendwie hingelange zur Auferstehung aus den Toten.“ Ich hoffe, dass ich das irgendwie erleben werde. Das ist wirklich seltsam, wenn man es mit dem vergleicht, was Paulus in Vers 20 und 21 sagt:

Philipper 3,20 u. 21:

„Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird und seinem Leib der Herrlichkeit gleichförmig machen wird, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.“

Hier ist er absolut sicher. Er sagt: Die körperliche Auferstehung wird kommen. Jesus wird uns umgestalten, er wird unseren vergänglichen Körper umgestalten. In Vers 11 sagt er also: „Falls ich irgendwie zur Auferstehung der Toten gelange.“ Und in Vers 20 und 21 sagt er: „Es wird auf jeden Fall so sein.“ Auf der einen Seite Unsicherheit und auf der anderen vollkommene Gewissheit. Wie wiegen wir das gegeneinander auf? In Vers 11 spricht Paulus von etwas, das damit zu tun hat, aber anders ist. Das Wort für „Auferstehung“, das er dort verwendet, ist im ganzen Neuen Testament einmalig. Hier ist die einzige Stelle, an der dieses Wort in der ganzen Bibel verwendet wird, und es bezieht sich nicht auf die Auferstehung an sich. Das griechische Wort ist genau genommen „Hinaus-Auferstehung“, „die Auferstehung aus den Toten“. Es geht nicht um eine physische Auferstehung unseres Körpers, sondern Paulus sagt: „… ob ich die Hinaus-Auferstehung erlange.“ Was Paulus hier meint, hat damit zu tun, diese Auferstehungskraft umfassender zu erleben. Er spricht von einem Potenzial, das Glaubende erleben können. Ich zitiere noch einmal die Übertragung der „Amplified Bible“: „… dass ich, wenn möglich, die geistliche und moralische Auferstehung erlangen möge, die mich von meinem Platz unter den Toten heraushebt, noch während ich im Körper lebe.“ Das schafft einen großen Gegensatz zwischen uns und der Welt, einen unübersehbaren Kontrast. Wir fürchten nicht die Dinge, die die Welt fürchtet. Wir haben einen Frieden und eine Zuversicht, die sie nicht hat. Wir haben eine andere Versorgungsquelle als sie, aus der wir unsere Kraft, unsere materiellen Erfordernisse, unsere Hoffnung, unsere Weisheit beziehen. Wir haben unerschütterliches Vertrauen auf unseren Herrn und seine Kraft! Paulus sagt also im Grunde: Es gibt mehr. Es gibt mehr. Man kann eine tiefere Beziehung zu Jesus haben. Man kann mehr von jener Auferstehungskraft erleben, die der Heilige Geist bringt. Es gibt mehr, eine tiefere Beziehung, mehr Heiligkeit, mehr Empfindsamkeit für den Heiligen Geist. Es sind mehr durchschlagende Heilungswunder möglich. Es gibt mehr Kraft zum Leben, mehr Kraft, um andere zu segnen. Es gibt mehr Wirkung, mehr übernatürlichen Einfluss. In unserem Umgang mit anderen, der in Jesu Namen geschieht, kann mehr von Gottes Gegenwart offenbart werden. Alle zusammen: „Mehr.“ Es gibt mehr.

Neulich war ich in der Autowaschanlage. Nicht in einer zum Durchfahren, sondern in einer, wo man Wertchips kauft und dann sein Auto selbst waschen kann. Jedenfalls war ich in dieser speziellen Anlage noch nie gewesen. Also kaufte ich meine Wertchips und dann konnte man wie mit einer großen Wählscheibe einstellen, was man machen will: Schaumwäsche oder Lufttrocknen oder Power-Spülen. Ich stellte „Power-Spülen“ ein, steckte die Wertchips in den Apparat und los ging’s. Einer der Schläuche bewegte sich irgendwie, und als ich ihn aufhob, schoss das Wasser ungefähr drei Meter weit hinaus. Ich dachte: „Das ist ja super!“ Also spülte ich mein Auto ungefähr eine Minute lang ab, bis ich merkte, dass der Griff eigentlich eine „Pistole“ war. Ich drückte den „Abzug“ und der Griff flog mir fast aus der Hand. Und ich dachte: „Jetzt müssten die Enkel hier sein!“ Es war so viel Power dahinter, dass ich das Auto im Handumdrehen gewaschen hatte. Der Durchfluss war gut und es funktionierte. Ich glaube, bei der Errettung ist es ähnlich. Wir haben einen ganz guten „Durchfluss“ im Gebet, in der Beziehung zu Gott und wenn wir anderen das Evangelium weitersagen. Doch es gibt noch mehr; uns steht noch mehr zur Verfügung. Und der Apostel Paulus sagte: „Es gibt mehr: Ich möchte ihn umfassender, tiefer kennenlernen. Ich möchte mehr von seiner Auferstehungskraft erleben, die in mir und durch mich fließt.“ Und diese Kraft und diese Beziehung holt uns aus den geistlich Toten heraus. Sie bewirkt etwas, sie hebt uns ab. Die Frage ist nun: Wie kann ich anfangen, mehr von Gott zu erleben? Wie kann ich mehr von seiner Auferstehungskraft und Gegenwart erleben und mehr davon, wie herrlich und wunderbar er ist? Ich möchte anhand dieser Verse einige hilfreiche Punkte aufzeigen. Erstens: Dies alles geschieht nicht aus Werken. Paulus sagt das ganz deutlich. Er zählt eine lange Liste seiner Leistungen und seiner Herkunft auf und dann nennt er es „Dreck“. Was Gott in unserem Leben tut, tut er aus Gnade. Der Glaube ist die Hand, die sich ausstreckt und nimmt, was Gott uns aus Gnade schenkt. Es ist nicht das Ergebnis von Werken.

Als junger Christ lebte ich im Süden des Bundesstaates Oregon. Ich fand heraus, dass es in jener Gegend eine sehr wirkungsvolle, aber nur kurzlebige geistliche Erweckung gab. Sie loderte hell auf, verlosch aber schon bald. Doch viele Menschen fanden zu Jesus und der Heilige Geist bewirkte viel. Dann fand ich heraus, dass einer der Männer, die damals daran beteiligt waren, noch lebte und auf einer Farm auf dem Land wohnte. Ich ging ihn besuchen. Er war ein alter Mann im Rollstuhl. Ich fing an, ihn nach der Erweckung zu fragen, und er sprach darüber. Es war ein echtes Wirken des Heiligen Geistes. Viele Menschen wurden gerettet. Und ich fragte: „Was ist passiert? Warum war die Bewegung nur von so kurzer Dauer?“ Und ich werde nie vergessen, wie er dann Galater 3,3 zitierte: „Seid ihr so unverständig? Nachdem ihr im Geist angefangen habt, wollt ihr jetzt im Fleisch vollenden?“ Er sagte: „Irgendwie verlagerte sich unser Vertrauen vom Heiligen Geist und Gottes Gnade auf unsere eigenen Anstrengungen. Es ging nur noch darum, an wie viele Türen wir klopfen und wie viele Stunden wir beten und wie viele Tage wir fasten konnten.“ Das alles ist gut. Es ist gut, zu fasten und zu beten und an Türen zu klopfen. Doch wenn wir plötzlich nicht mehr auf Gottes Gnade und seinen Heiligen Geist vertrauen, sondern darauf, wie lange wir beten und fasten und an wie viele Türen wir klopfen können, dann zieht Gott seinen Geist zurück. Und manchmal entwickeln sich Dinge, die wir im Heiligen Geist begonnen haben, zu rein menschlichen Anstrengungen, wie es im Galaterbrief heißt. Wir dürfen also nicht vergessen, dass es nicht um Werke geht. Unser Weg mit Jesus hat nicht durch Werke begonnen und wird nicht durch Werke enden.

Zweitens: Wir müssen begreifen, dass wir noch nicht angekommen sind. Vers 12:

Philipper 3,12:

„Nicht, dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet bin; ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen möge, weil ich auch von Christus Jesus ergriffen bin.“

Ein von Herzen demütiger Mensch weiß, dass er noch einen weiten Weg vor sich hat. Je länger man mit Jesus unterwegs ist, umso mehr erkennt man, wie wenig man eigentlich weiß. Wir kratzen nur an der Oberfläche. Aber wirklich mit Jesus unterwegs zu sein, macht uns demütig. Es sollte keinen Hochmut in uns wecken, sondern Demut bringen. Machen wir uns klar, dass wir noch nicht angekommen sind. Und ich finde, am besten lässt sich das in dem Gedanken zusammenfassen: Bleiben wir lernfähig. Wir müssen lernfähig bleiben. Der große Apostel Paulus sagte. „Ich bin noch nicht am Ziel. Ich habe es noch nicht ergriffen. Ich laufe weiter.“ Und das bringt mich zum nächsten Punkt. Drittens: Wir müssen die Vergangenheit vergessen. Leben Sie nicht in der Vergangenheit. Vers 13:

Philipper 3,13:

„Brüder, ich denke von mir selbst nicht, es ergriffen zu haben; eines aber tue ich: Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist.“

Alle zusammen: „Eines.“ Paulus sagte: „Eines tue ich – ich vergesse, was hinter mir liegt.“ Seien Sie kein Gefangener Ihrer Vergangenheit. Ich habe zwei Bekannte, beide waren Pastoren. Beide haben Ehebruch begangen. Sie hatten Affären mit Frauen in ihrer Gemeinde. Beide bekannten ihre Sünde, taten Buße, nahmen Hilfe in Anspruch. Beide traten eine Zeit lang vom Dienst zurück, für mehrere Jahre. Beide durchliefen einen Wiederherstellungsprozess, beide suchten sich Rechenschaftspartner, Männer, denen sie sich unterordneten. Sie absolvierten treu diesen Weg der Wiederherstellung. Und dankbarerweise konnten beide Ehen gerettet werden. Einer von beiden bekam die Gelegenheit, noch viel in der Gemeinde Jesu zu bewirken, und er tat unglaublich viel für die Weltmission. Und ich möchte sagen, dass er für mich persönlich einen riesigen Einfluss auf mein Leben und meinen Dienst hatte. Doch der andere Pastor konnte sein Versagen nie überwinden. Er konnte sich nicht vergeben und sein Dienst verlief seitdem sehr gedämpft. Ich würde nicht sagen, dass er gar nichts mehr bewirkt hat, das nicht. Aber er verlor sein Potenzial. Es muss nicht unbedingt etwas Schlimmes aus der Vergangenheit sein. Manchmal müssen wir auch gute Dinge loslassen. Nicht, dass wir vergessen, dass sie geschehen sind, oder nichts aus ihnen lernen. Manchmal gilt auch für diese guten Dinge das, was Paulus sagt: „Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist.“ Im Griechischen steht dahinter das Bild von einem Sportler, der jeden Muskel anstrengt und mit aller Kraft aufs Ziel zuläuft.

Ich glaube, heute hören uns einige Menschen zu, die ins Stolpern geraten sind, weil jemand ihnen etwas angetan hat oder etwas nicht für sie getan hat. Vielleicht hat jemand, der Sie hätte beschützen sollen, Ihnen Gewalt angetan. Vielleicht hat der Mensch, den Sie am meisten liebten, Sie betrogen und aus dem Rennen geworfen. Oder Sie sind aufgrund persönlicher Entscheidungen gestolpert und zu Fall gekommen. Ihnen möchte ich heute von Gott her sagen: Es ist an der Zeit, wieder aufzustehen und zurück ins Rennen zu gehen. Gott ist mit Ihnen noch nicht am Ende. Sie haben immer noch eine Zukunft. Er hat noch Aufgaben für Sie. Damit soll nicht relativiert werden, wie schlimm Sie verletzt wurden und was Sie durchgemacht haben. Aber Gott hat mehr für Sie und Sie müssen aufstehen und weiterlaufen. Vergessen Sie, was hinter Ihnen liegt, und gehen Sie vorwärts.

Viertens, bleiben Sie in der Spur. In Vers 14 schreibt Paulus:

Philipper 3,14:

„[Ich] jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben“ – oder: „nach der Berufung, die von oben kommt“ – „in Christus Jesus.“

Dieser Satz „Ich jage auf das Ziel zu“ bedeutet wörtlich: „Ich folge zielstrebig der Linie.“ Damit ist die weiße Linie gemeint, die für jeden Läufer die Spur markiert, der er vom Start bis zum Ziel folgt. Paulus sagt hier: Bleib in der Spur. Ich folge der Linie, ich bleibe in meiner Spur. Das bezieht sich auch auf das, was er in Vers 12 sagte: „… ob ich es auch ergreifen möge, weil ich auch von Christus Jesus ergriffen bin.“ Auf der Straße nach Damaskus wurde Paulus von Christus erfasst, zu einem ganz bestimmten Zweck. Nun versuchte Paulus zu erfassen, was das für ein Zweck war, den Gott für sein Leben hatte. Wenn im Moment Ihre Spur darin besteht, für Ihre Gemeindeleiter zu beten und Ihre Kinder zu erziehen, dann tun Sie es zu Gottes Ehre. Wenn es Ihre Spur ist, in der Firma Ihr Bestes zu geben und die Arbeit in Gottes Reich zu unterstützen, dann tun Sie es zu Gottes Ehre. Wenn es Ihre Spur ist, in Ihrer persönlichen Welt ein Vorbild von Treue und Großzügigkeit zu sein, dann seien Sie es. Geben Sie Ihr Bestes zu Gottes Ehre, aber bleiben Sie in Ihrer Spur. Und wir sollten zwar nicht versuchen, etwas zu sein, was wir nicht sind, aber wir sollten, und das ist fünftens, wir sollten von guten Vorbildern lernen. Verse 17-19:

Philipper 3,17 bis 19:

„Seid miteinander meine Nachahmer, Brüder, und seht auf die, welche so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt! Denn viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber auch mit Weinen sage, dass sie die Feinde des Kreuzes Christi sind; deren Ende Verderben, deren Gott der Bauch und deren Ehre in ihrer Schande ist, die auf das Irdische sinnen.“

Natürlich gibt es gute Vorbilder und schlechte Vorbilder. Sprüche 13,20: „Wer mit Weisen umgeht, wird weise; aber wer sich mit Toren einlässt, dem wird es schlecht gehen.“ Suchen Sie sich Ihre Freunde, Ihre Gefährten, sorgfältig aus, denn Sie werden zu dem werden, was sie sind. Die gute Nachricht ist, dass wir größtenteils selbst entscheiden können, von wem wir lernen wollen. Wir können entscheiden, mit wem wir uns abgeben. Wir können entscheiden, in welche Gemeinde wir gehen und aus welcher Quelle wir trinken. Und damit schließt sich der Kreis wieder zu Philipper 3,20-21, was wir am Anfang gelesen haben:

Philipper 3,20 u. 21:

„Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird und seinem Leib der Herrlichkeit gleichförmig machen wird, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.“

Liebe Freunde, Jesus kommt. Die körperliche Auferstehung kommt. Der neue Himmel und die neue Erde kommen. Leben wir in Erwartung dieser Dinge. Die Bibel sagt, das Leben ist wie ein Hauch, der kurze Zeit zu sehen ist und dann verschwindet. Wir müssen ein Auge auf den Richterstuhl Christi gerichtet halten, weil unser König bald, sehr bald, wiederkommt. Ob Sie heute hier im Raum sind oder online zuhören oder am Fernseher zuschauen, ich möchte Sie fragen: Haben Sie Frieden mit Gott geschlossen? Haben Sie Ihr Vertrauen auf Jesus Christus als Ihren alleinigen Retter gesetzt? Er steht mit weit ausgebreiteten Armen vor Ihnen. Er wird Sie nicht wegschicken, wenn Sie zu ihm kommen.

Hallo! Ich hoffe, Sie haben aus der heutigen Predigt etwas mitgenommen, das Sie gebrauchen können. Wir hören nicht auf Gottes Wort, um einfach mehr Wissen zu gewinnen, sondern wir wollen Täter des Wortes sein. Wir wollen Gottes Wort umsetzen. Also setzen Sie heute etwas von dem in die Tat um, was Sie gerade gelernt    haben. – Falls es Ihnen in letzter Zeit niemand gesagt hat, möchte ich es Ihnen jetzt sagen: Sie sind geliebt – von mir, aber vor allem von Gott. Er kennt Sie und will Ihnen helfen. Gott segne Sie.

 

 

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