Hol dir den ganzen Segen!

Es ist gut, wenn du bekommst, was du möchtest. Aber warum betont die Bibel, dass es besser ist, anderen zu geben als selber etwas zu erhalten? Dieser Frage geht Bayless Conley in dieser Predigt auf den Grund. Er erklärt, dass wir dem unendlich großzügigen Gott ähnlicher werden, wenn wir zu geben.

Erfahre, auf welche Weise Gott dich segnen wird, wenn du ihn und sein Reich an die erste Stelle setzt.

Predigtmanuskript

Haben Sie gewusst, dass es Segen in unterschiedlichem Maß gibt? In der Bibel steht, dies oder das ist seliger als etwas anderes. Darüber möchte ich heute mit Ihnen sprechen. Und ich für meinen Teil sage Ihnen gleich zu Anfang: Ich möchte in meinem Leben das größte Maß an Segen erleben, das es gibt. Ich möchte das tun, was mehr Segen bringt. Wenn Sie das auch interessiert, dann nehmen Sie doch Ihre Bibel zur Hand und setzen Sie sich für die nächsten Minuten vor den Fernseher. Lesen wir gemeinsam in Gottes Wort und holen wir uns den ganzen Segen.

Mir ist etwas wichtig geworden und ich möchte Sie gern damit ermutigen. Beim Lesen der Bibel habe ich ein paar neue Dinge entdeckt. Und davon möchte ich Ihnen gern im Laufe dieser Predigt erzählen.

Mein Titel ist: „Hol dir den ganzen Segen.“ In der Apostelgeschichte, Kapitel 20, spricht Paulus vor den Leitern der Kirche in Ephesus. Wir schlagen Apostelgeschichte 20:33 auf. Da sagt Paulus:

Apostelgeschichte 20:33-35
„Ich habe von niemandem Silber oder Gold oder Kleidung begehrt. Ihr selbst wisst, dass meinen Bedürfnissen und denen, die bei mir waren, diese Hände gedient haben. Ich habe euch in allem gezeigt, dass man so arbeitend sich der Schwachen annehmen und an die Worte des Herrn Jesus denken müsse, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als Nehmen.“

Mir gefällt, wie Paulus mit diesen Ältesten redet. Er sagt: „Ihr wisst genau, dass ich niemanden um sein Geld oder seinen Besitz beneidet habe.“

Dieses Jahr im August feiert die Cottonwood-Gemeinde ihr dreißigjähriges Bestehen. Wir haben die Gemeinde am 14. August 1983 gegründet. Und wir versuchen nun schon seit mehr als 29 Jahren ein gutes Vorbild zu sein. Wir haben unser Bestes gegeben, diese Gemeinde mit Integrität und Großzügigkeit zu leiten. Und wenn Sie uns schon eine Weile kennen, dann wissen Sie, dass das stimmt. Genau das sagt Paulus praktisch auch zu den Ältesten. Und danach sagt er: „Erinnert euch an die Worte des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als Nehmen.“ Im griechischen Original steht da nicht nur „seliger“. Das Wort, das hier verwendet wird, bedeutet nicht nur „ein bisschen mehr Segen“. Es bedeutet „viel Segen“, „sehr viel Segen“, „überwältigend viel Segen“. Geben ist nicht nur ein bisschen seliger als Nehmen. Es bringt viel mehr Segen. Wer gibt, wird überwältigend mehr gesegnet als der, der nur nimmt. Aber warum ist das so? Um diese Frage wenigstens in Ansätzen zu beantworten, müssen wir uns anschauen, was Geben alles bewirkt. Warum ist Geben so viel seliger als Nehmen? Schlagen Sie mit mir den 2. Korintherbrief im 8. Kapitel auf. Da finden wir das Erste, das durch Geben bewirkt wird. Geben ist seliger als Nehmen, denn wenn wir geben, können wir sehen, wie Gottes Gnade wirkt. Wir erleben Gottes Gnade in einem Maße, wie es sonst nicht möglich wäre. 2. Korinther, Kapitel 8, Vers 1:

2. Korinther 8:1-4
„Wir tun euch aber, Brüder, die Gnade Gottes kund…“ Sagen Sie mit mir „die Gnade Gottes“. „… die Gnade Gottes kund, die in den Gemeinden Mazedoniens gegeben worden ist, dass bei großer Bewährung in Bedrängnis sich der Überschwang ihrer Freude und ihre tiefe Armut als überreich erwiesen haben in dem Reichtum ihrer Aufrichtigkeit im Geben. Denn nach Vermögen, ich bezeuge es, und über Vermögen waren sie aus eigenem Antrieb willig, und baten uns mit vielem Zureden um die Gnade und die Beteiligung am Dienst für die Heiligen.“

Hier haben wir eine ganz andere Situation. Die Gemeinde bittet die Apostel, ihre Gaben anzunehmen. Nicht die Apostel bitten die Leute um Gaben. Die mazedonischen Christen wollen geben. Paulus spricht hier vor allem von den Christen in Philippi. In der Apostelgeschichte können wir nachlesen, wer diese Christen waren. Da ist einmal Lydia, die Purpurhändlerin. Sie und ihr Haus wurden Christen. Dann der Gefängnisaufseher und seine Familie. Und ich denke, dass auch die Frau, die besessen war und von den Dämonen befreit wurde, zu den Christen von Philippi gehörte. Diesen Christen geht es finanziell nicht gut. Aber trotzdem geben sie gern. Sie erlebten eine wunderbare Zeit des Gebens. Und in diesem Zusammenhang schreibt Paulus den Korinthern: „Ihr müsst verstehen, dass Gott ihnen ein Zeichen seiner Gnade geschenkt hat.“ Diese Gnade kannten die Korinther noch nicht. Das wird ziemlich deutlich. Man sieht es daran, dass Paulus sie zu ähnlichem Handeln ermutigt: „Diese Christen haben Zugang zu etwas, das ihr noch nicht kennt.“

Dabei geht es hier nicht um die Gnade, durch die man gerettet wird. Es geht um einen anderen Teil der Gnade Gottes. Unter anderem ist es auch Gnade, wenn Gottes Geist wirkt. Zum Beispiel wenn Er bewirkt, dass Sie Dinge tun, die Sie allein nicht tun könnten. Durch diese Gnade können Sie Dinge tun, die Ihre eigenen Möglichkeiten übersteigen. Paulus sagt, die Christen in Philippi gingen bis an ihre Grenzen und darüber hinaus.

Wer von uns kennt das nicht, dass man in einem Bereich seines Lebens das Gefühl hat, seine Grenzen erreicht zu haben? Die Gnade Gottes überwindet diese Grenzen. Durch die Gnade können Sie mehr tun als in Ihrer Macht steht. Sie können bis an Ihre Grenzen gehen und sogar darüber hinaus. Aber dass den Christen in Mazedonien diese Gnade geschenkt wurde, lag nicht allein daran, dass Gott das so wollte. Es war auch die Folge einer Entscheidung. Paulus ermutigt die Korinther dazu, auch so eine Entscheidung zu treffen, damit sie die gleiche Erfahrung machen können. Lesen Sie mit mir, was Paulus in Vers 6 und 7 schreibt:

2. Korinther 8:6-7
„… so dass wir Titus zugeredet haben, er möge bei euch ebenfalls dieses Gnadenwerk auch so vollenden, wie er es früher angefangen hatte. Aber so wie ihr in allem überreich seid: in Glauben und Wort und Erkenntnis und allem Eifer und der Liebe, die von uns in euch geweckt ist, so möget ihr auch in diesem Gnadenwerk überströmend sein.“

Sie hatten also noch nicht diese große Gnade erlebt, obwohl sie alles andere im Überfluss hatten. Aber hier ging es darum, den Einfluss von Gottes Geist auf eine ganz besondere Weise zu erleben. Ich bin sicher, dass es viele Christen gibt, die in der Bibel lesen und ihr Bestes tun, um den Weg der Liebe zu gehen. Vielleicht verfügen sogar sie über Geistesgaben und verstehen sehr viel. Aber trotzdem fehlt ihnen das ständige Bewusstsein von Gottes Gegenwart. Sie spüren die wunderbare Gnade Gottes nicht in Ihrem Leben. Denken Sie an Paulus. In Vers 7 schreibt er den Korinthern: „Schaut her, in allen anderen Bereichen habt ihr so viel. Leute, ihr habt so viel Glauben, so viel Lehre, so viel Erkenntnis und so viel Liebe für uns.“ Im 1. Kapitel des 1. Korintherbriefes schreibt er: „Ihr seid in allem reich gemacht worden.“ Sie hatten Geistesgaben. Sie verstanden, was Gott ihnen sagte. Sie versuchten in Liebe zu leben. Und doch hatten sie noch nicht erlebt, wie die Gnade Gottes ihr Leben verändert. Das war ihnen noch fremd. Die kleine mazedonische Kirche hingegen hatte es erlebt. Gott hatte ihnen riesige Freude geschenkt. Sie hatten sehen können, wie die Gnade Gottes das Leben und die Umstände verändert. Die Korinther hatten so etwas noch nicht erlebt.

Vor nicht allzu langer Zeit kam eine Frau zu mir. Sie war schon seit einer Weile Christin, aber das, was sie vor kurzem tat, hatte sie noch nie getan. Sie hatte sich in einem Missionsprojekt der Cottonwood-Gemeinde in einem bestimmten Teil der Welt engagiert. Sie opferte einen beträchtlichen Teil ihres Geldes und ihrer Zeit dafür. Und als sie so vor mir stand, strahlte sie wie Plutonium. Sie sagte: „Pastor, ich habe etwas erlebt, was mir noch nie passiert ist. Ich werde nie wieder die Gleiche sein.“ Es war, als wäre ihr Leben vorher schwarz-weiß gewesen und plötzlich wäre alles bunt geworden. Sie war überwältigt von einer riesigen Freude, wie die Mazedonier. Diese kleine Kirche in Mazedonien und all die anderen kleinen Kirchen drum herum haben die Welt verändert. Und das geschah, weil sie sich entschieden hatten, großzügig und aufopfernd zu geben.

Wie Sie wissen, ist der Philipperbrief an diese Kirche gerichtet. Sie wird im Korintherbrief und in der Apostelgeschichte erwähnt. Nachdem Paulus in der Stadt Philippi von Jesus erzählt hatte, zog er weiter nach Thessaloniki. Und dort erzählte er wieder von Jesus. Danach ging er nach Beröa und erzählte von Jesus. Dann ging er nach Athen und erzählte von Jesus. Und von Athen ging er nach Korinth und erzählte von Jesus. Und wer hat die ganzen Reisekosten bezahlt? Diese kleine Kirche in Mazedonien. Ihnen war es wichtig, dass Leute, die noch nie von Jesus gehört hatten, die Gelegenheit dazu bekamen. Das veränderte die Welt! Weil diesen Christen die verlorene Menschheit nicht egal war und sie bereit waren, sich dafür zu engagieren, schenkte ihnen Gott so viel Gnade. Wissen Sie, was das für Leute waren? In der Bibel steht ein wenig über sie. Lydia war eine Purpurhändlerin aus Thyatira in Kleinasien. Ein sehr einträglicher Beruf. Der Purpurfarbstoff wurde aus Schnecken gewonnen, die in den Flüssen von Thyatira lebten und damit färbte man dann königliche Kleider. Lydia handelte mit diesem Farbstoff. Sie hatte genug Geld, sogar so viel, dass sie es sich leisten konnte, umzuziehen. Sie sagte sich: „Ich ziehe in eine andere Stadt.“ Also zog sie nach Philippi, das nach dem Vater von Alexander dem Großen benannt war. Philippi lag strategisch günstig an der Straße, die Europa mit Asien verband. Dorthin zog Lydia. Sie musste sich ihre Handelsware aus Thyatira liefern lassen. Aber sie hatte genug Geld, um in Philippi einen Laden zu eröffnen. In der Apostelgeschichte wird davon berichtet. Sie hat eine Familie und eigene Diener. Das Haus ist so groß, dass es sogar Gästezimmer gibt. Sie sagt zu Paulus und seinen Begleitern: „Komm und wohne bei mir, wenn du denkst, dass ich eine gottesfürchtige Frau bin.“ Diese Frau hat Geld, Einfluss und Erfolg. Sie ist an einen neuen, fremden Ort gezogen. Aber ihr Herz ist irgendwie leer. Ihr fehlt etwas, das man nicht kaufen kann.

Manche Leute denken: „Wenn ich nur hier weg könnte. An einem anderen Ort wäre alles besser.“ Aber das stimmt nicht, denn Sie nehmen sich selbst mit. Egal wo Sie hingehen, Sie werden immer noch da sein.

Lydia fand das, wonach sie gesucht hatte. Etwas, das ihr weder Geld noch Einfluss noch irgendwelche Sachen oder ein neuer Wohnort geben konnten. Sie fand ein Leben mit Jesus. Und sie wollte, dass die ganze Welt diesen Retter kennenlernte. Der Gefängnisaufseher war ein harter Mann. Ein alter Kriegsveteran, der in seinem Leben schon so viele Tote, so viel Grausamkeit und Unmenschlichkeit gesehen hatte, dass ihn nichts mehr berührte. Paulus und Silas wurden blutig gepeitscht. Ihm war’s egal. Er sperrte sie in die innerste Zelle. Sie hatten Schmerzen und waren zu Unrecht angeklagt worden, aber was tat er? Er ging schlafen. Ihn berührte das überhaupt nicht. Er kümmerte sich nicht um ihre Wunden. Er tat nichts. Er sperrte sie nur ein. Das Einzige, das seinen Schlaf störte, war das Erdbeben. Und dann wird er Christ und er ändert sich komplett. Er sagt zu Paulus und Silas: „Kommt in mein Haus. Das ist meine Familie. Das sind meine Kinder. Wollt ihr mit uns essen?“ Und dann wäscht er ihre Wunden und verbindet sie. Dieser zynische und hartherzige Mann, der in seinem Leben schon so viel gesehen hat, wird plötzlich wieder weich und mitfühlend. Er denkt: „Die Welt muss von diesem Jesus hören.“ Und er spendet, so viel er kann, sogar in finanziell schwierigen Zeiten. Und dann war da die Frau, die von Dämonen besessen war. Sie konnte wahrsagen und einige Leute nutzten das aus. Sie selbst sah nichts von dem Geld, das sie als Wahrsagerin verdiente. Und dann wurde sie befreit und ihr Leben, das so dunkel gewesen war, wurde plötzlich hell. Die dämonischen Mächte hatten sie gefangen gehalten, aber jetzt wusste sie, dass Gott bei ihr war. Sie dachte: „Die Welt muss diesen Gott kennenlernen!“ Und sie spendete Geld dafür. Paulus sagte zu den Korinthern: „Leute, ihr müsst das verstehen. Gott hat ihnen durch Seinen Geist besonders viel von Seiner Gnade geschenkt. Und ich möchte, dass ihr das auch erlebt.

Ich bin sicher, dass das ein Grund ist, warum Geben mehr Segen bringt als Nehmen. Und ich bin überzeugt, dass diese Gnade auch in unserem Leben wirken kann. Sie wird unser Leben verändern, wenn wir anfangen zu geben und wenn uns die Welt genauso am Herzen liegt wie den Christen in Mazedonien.

Der zweite Grund, warum Geben seliger ist als Nehmen, ist, weil es ermutigend wirkt. Geben bringt mehr Segen als Nehmen, weil es andere ermutigt, genauso zu handeln. Paulus will die Korinther ermutigen, dem Beispiel der Mazedonier zu folgen. Er fordert die Christen in Korinth zum Handeln und Nachahmen auf. Und zwar jetzt. Sie sollen nicht abwarten, bis alles perfekt stimmt und sie Geld im Überfluss haben. Sie sollen sofort anfangen zu handeln mit den Mitteln, die sie gerade haben und an dem Ort, an dem sie gerade stehen. Schlagen Sie mit mir 2. Korinther 9:2 auf.

2. Korinther 9:2
„Denn ich kenne eure Bereitwilligkeit, die ich zu euren Gunsten den Mazedoniern gegenüber rühme, dass Achaja seit vorigem Jahr bereit ist; und euer Eifer hat die Mehrzahl angereizt.“

Euer Eifer hat die anderen angereizt. Er hat viele motiviert. Denken Sie nur: Sie hatten noch nicht einmal angefangen zu spenden. Aber schon allein ihr Wille war ansteckend. Andere wurden motiviert, auch etwas zu geben, einfach nur, weil die Korinther gesagt hatten: „Wir machen mit! Wir wollen einsteigen. Wir wollen uns auch engagieren.“ Großzügigkeit steckt an. Wer gibt, motiviert auch andere zu geben.

Vor kurzem habe ich eine Geschichte über George Truitt gelesen, einen bekannten Baptistenprediger. Er war 45 Jahre lang Pastor der ersten Baptistenkirche von Dallas. Einmal half er einer anderen Kirche, Spenden zu sammeln. Sie wollten das Gebäude abzahlen und brauchten dazu 6500 Dollar. Das war damals viel Geld. Die Leute hatten 3000 Dollar zusammengetragen und niemand wollte noch mehr geben. Und Truitt sagte ganz frustriert: „Leute, ich bin hier nur zu Gast. Soll ich euch etwa die fehlenden 3500 Dollar geben?“ Da stand eine Frau von hinten auf und sagte zu ihrem Mann, der vorn auf der Bühne saß und die Spenden aufschrieb: „Charlie, mir ist gerade eingefallen, dass man uns 3500 Dollar für unser Häuschen angeboten hat. Der Herr Jesus hat Sein Leben für uns gegeben. Sollten wir ihm dann nicht unser Haus geben?“ Und er sagte: „Liebling, ich habe gerade das Gleiche gedacht.“ Er drehte sich um und sagte: „Bruder Truitt, ich erhöhe unsere Spende um 3500 Dollar.“ Im Raum wurde es ganz still. Jemand fing an zu weinen. Dann noch jemand. In der Kirche brach plötzlich ein Schluchzen los und dann fingen die Leute an, ihre Spenden zu erhöhen. Leute, die vorher nichts geben wollten, sagten plötzlich Spenden zu. Die 3500 Dollar kamen zusammen und das Paar musste sein Haus nicht opfern. Aber ihr Wille zu geben war ansteckend gewesen.

Drittens: Geben bringt mehr Segen als Nehmen, weil es zeigt, was uns wichtig ist. Was wir geben, zeigt, was wir als wertvoll ansehen. Gott hat die Welt so sehr geliebt und wir waren Ihm so wichtig, dass Er Seinen Sohn gegeben hat, um uns zu erlösen. Wie viel bedeutet uns das, was Gott wichtig ist? Ich finde es spannend, in welcher Reihenfolge Jesus das sagt. Er sagte nicht: „Wo dein Herz ist, da wird auch dein Schatz sein.“ Das stimmt ja auch. Man investiert in das, was einem wichtig ist. Aber Jesus sagte: „Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“ Das Herz hängt am Schatz. Erst kommt der Schatz und dem folgt das Herz. Matthew Henry schreibt in seinem Kommentar zu diesem Vers: „Das Herz folgt dem Schatz wie die Nadel dem Magnet oder die Sonnenblume der Sonne. Wo unser Schatz ist, das wird für uns wichtig und wertvoll sein. Darüber freuen wir uns und daran denken wir. Aber der erste Platz im Leben steht Gott zu. Und damit Er diesen Platz einnimmt, müssen wir unseren Schatz bei Ihm haben. Dann werden unsere Seelen zu Ihm erhoben.“

Und dann gibt es noch zwei Gründe, warum Geben seliger ist als Nehmen. Zum einen, weil es Gleichheit schafft, zum anderen, weil es ein ewiges Ziel hat. Geben bringt mehr Segen als Nehmen, weil Menschen dadurch gleich werden – oder wenigstens die Möglichkeit dazu bekommen, gleich zu sein. Und wir engagieren uns für die Ewigkeit. Noch einmal 2. Korinther 8, Vers 13. Da steht:

2. Korinther 8:13-14
„Denn das sage ich nicht, damit andere Erleichterung haben, ihr aber Bedrängnis, sondern nach Maßgabe der Gleichheit: In der jetzigen Zeit diene euer Überfluss dem Mangel jener, damit auch der Überfluss jener für euren Mangel diene, damit Gleichheit entstehe.“

Nicht die gleichen Gaben, aber das gleiche Opfer. Sehen Sie, Gott schaut unser Herz an. Gott kennt unsere persönlichen Umstände. Wir kennen alle die Geschichte von Jesus. Ich glaube, dass Er das heute noch macht. Er sitzt neben dem Opferstock und beobachtet, was die Leute geben. In der Bibel steht, dass viele Reiche viel spendeten. Und dann kam eine arme Witwe. Was sie spendete, wäre für uns heute vielleicht ein Cent. Sie gab einen kümmerlichen Cent. Aber das war alles, was sie hatte. Wahrscheinlich alles, was sie für diesen Tag zur Verfügung hatte. Alles, was sie an diesem Tag hatte, um Essen und so weiter zu kaufen. Aber sie liebte Gott so sehr, dass sie alles spendete. Und Jesus sagte, diese Frau habe mehr gegeben als alle anderen. Wie bitte? Sie spendete einen Cent, die anderen Hunderte von Euro. Wieso hatte sie dann mehr gegeben? Weil Gott weiß, wie viel jeder übrig hat. Er sieht das Herz an.

Die Wahrheit ist: Unser Leben ist ein Rauch, der für eine kurze Zeit da ist und dann wieder verschwindet. Das Einzige, das wir mit in den Himmel nehmen können, sind die Seelen, die wir für Jesus gewinnen konnten. Wenn wir einmal vor Ihm stehen und in Seine liebevollen Augen blicken und Ihm Rechenschaft über unser Leben geben, dann wird uns klar werden, dass Geben viel mehr Segen bringt als Nehmen. Wir waren Gott so wichtig, dass Er Seinen Sohn gegeben hat. Denken Sie darüber nach. Trotz unserem Ungehorsam, unserer Schuld und unserem Eigensinn waren wir Gott so wichtig, dass Er Seinen Sohn für uns geopfert hat. Das ist Liebe.

Ich denke da nur an meine eigene Vergangenheit. Ich habe ja immer wieder etwas davon erzählt. Und das ist nur die Spitze des Eisberges. Ich weiß, dass ich durch Jesus ein neuer Mensch bin. Aber es gibt Sachen, für die ich mich immer noch schäme, wenn ich dran denke, dass ich so tief sinken konnte. Aber Jesus Christus hat mich von allem rein gewaschen. In dem ganzen Schlamassel hat mich Jesus geliebt. Was für ein Retter! Sie sollen eins wissen: Sie sind Gott wichtig. Vielleicht fühlen Sie sich von anderen verraten und vergessen. Vielleicht hatten Sie ein schweres Leben. Oder vielleicht sind Sie so erfolgreich wie Lydia und haben alles, was man sich auf dieser Welt wünschen kann. Aber Ihr Herz ist leer und manchmal denken Sie: „Was ist eigentlich mit mir los? Ich habe einen guten Job, ich habe ehrliche Freunde, ich habe eine wunderbare Familie. Aber etwas stimmt nicht! Irgendetwas fehlt!“ Das liegt daran, dass Sie dazu bestimmt sind, mit Gott zu leben. Aber durch unsere Schuld sind wir von Ihm getrennt. Jesus hat durch Sein Opfer für unsere Schuld bezahlt. Gott ist gerecht. Gott ist heilig. Wir können keine Beziehung zu Ihm haben, solange wir nicht irgendwie diese Schuld loswerden. Gott kann unsere Schuld nicht einfach übersehen, denn Er ist gerecht. Aber Er liebt uns auch und deswegen kann Er uns nicht übersehen. Also opferte Er Seinen Sohn. Jesus war unschuldig und trotzdem starb Er am Kreuz. Er trug die Strafe für unsere Schuld. Damit wurde Gottes ewiger Gerechtigkeit Genüge getan. Nach drei Tagen wurde Jesus von den Toten auferweckt. In der Bibel steht, was Sie tun müssen und das ist so einfach, dass viele darüber stolpern. Wenn Sie von ganzem Herzen glauben, dass Jesus auferstanden ist, wenn Sie Ihn als Herrn bekennen, dann beginnt Ihre Beziehung zu Gott. Das nennt man Erlösung. Und das ist nicht so wie bei guten Neujahrsvorsätzen, dass man versucht, alles anders oder besser zu machen. Der Heilige Geist wird Sie von innen verändern. Was da passiert, ist ziemlich radikal. Die Bibel nennt es „wiedergeboren werden“, „erneuert werden“ oder „ein neuer Mensch in Jesus Christus werden“. Das passiert, wenn Sie auf Jesus vertrauen. Diese Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen. Und ich bin sicher, dass es kein Zufall ist, dass Sie gerade heute zusehen. Beugen Sie doch mit mir Ihren Kopf und schließen Sie Ihre Augen. Überlegen Sie sich einfach eines. Ich wünsche es Ihnen nicht, aber stellen Sie es sich einfach vor: Sie haben zum letzten Mal Atem geholt. Ihr Herz hat zum letzten Mal geschlagen. Ihre Seele, Ihr wirkliches Ich, tritt aus Ihrem Körper heraus und geht in die Ewigkeit ein. Sind Sie dann bereit, vor Gott zu treten? Sind Sie sicher, dass Er Sie im Himmel willkommen heißen wird? Haben Sie Sein wunderbares Angebot angenommen? Legen Sie Ihre Hand auf Ihr Herz. Wir werden jetzt beten. Wenn Sie die Worte in Ihrem Herzen mitbeten und es ernst meinen, wird Gott Ihnen begegnen.

„Gott, ich komme jetzt zu Dir. Ich glaube, dass Jesus Christus Dein Sohn ist. Ich glaube, dass Er am Kreuz für die Schuld der Welt gestorben ist. Ich weiß, dass ich schuldig bin, aber ich komme zu Dir. Ich vertraue auf Jesus. Nimm meine Schuld weg und mach mich neu. Jesus, ich weiß, dass Du auferstanden bist. Du bist der Herr meines Lebens. Ich lege mein ganzes Leben in Deine Hände. Amen.“

Wunderbar.

Wissen Sie was? Auf meinen Reisen habe ich schon so viele Menschen getroffen, die eine meiner Sendungen gesehen haben, genau wie Sie jetzt gerade. Und wenn ich am Ende gebetet habe, haben sie mit allen anderen mitgebetet. Es ist mir schon passiert, dass Leute in einem anderen Land zu mir kamen und sagten: „Wissen Sie was? Durch Ihre Sendung bin ich Christ geworden.“ Ich muss immer wieder staunen, wie Gott hier wirkt und dort und dort. Er ist so allmächtig. Er kann dafür sorgen, dass einem Zuschauer plötzlich ein bestimmter Teil der Predigt wichtig wird. Vielleicht fühlen Sie sich von etwas besonders angesprochen und denken: „Das gilt sicher für alle, die zugesehen haben.“ Nein, Gott ist so groß und weise, dass Er das alles lenken kann. Vielleicht wurde die Predigt schon vor Monaten aufgezeichnet, aber Er hat schon damals gewusst, dass Sie heute zuschauen würden. Wenn Sie das Gebet mitgebetet haben, sollten Sie jetzt handeln. Suchen Sie den Kontakt zu anderen Christen. Suchen Sie eine Kirche, die Jesus und die Bibel liebt und das offen bekennt. Und werden Sie dort Mitglied. Und ich würde mich sehr freuen, etwas von Ihnen zu hören. Schreiben Sie uns eine E-Mail oder einen Brief. Erzählen Sie uns, was diese Sendung bei Ihnen bewirkt hat. Wenn Sie mitgebetet und Jesus Ihr Leben anvertraut haben, würde ich gern davon erfahren. Das würde mich und mein Team hier sehr ermutigen. Also bis zum nächsten Mal. Möge der Segen Gottes immer mit Ihnen sein.

 

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