Leben als Christ

Geh weiter – die Veränderung kommt

Möchtest du etwas in deinem Leben verändern? Und bemühst du dich sehr darum, aber es fühlt sich so an, als würdest du in einem Brunnen vergeblich nach Wasser graben? Vielleicht ist die Veränderung gar nicht mehr so weit entfernt, wie du denkst …

In dieser Predigt verrät dir Bayless Conley das Geheimnis, wie du neuen und noch nie gekannten Segen, Schwung und Gunst erleben kannst. Verliebe dich noch mehr in Gott und geh in vier Bereichen, die nicht schwer in deinen Alltag zu integrieren sind, einfach noch ein bisschen weiter …

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Predigtmanuskript

Bitte schlagen Sie schon mal Matthäus 26 auf. Wir werden den Text in ein paar Minuten lesen.

Letzte Woche musste ich daran denken, wie mein Vater und ich zum ersten Mal in den Bergen campen waren. Das war ungefähr 1963; ich war 8 Jahre alt. Mein Vater hatte keine Ahnung vom Campen. Für mich war es der erste Ausflug. Er liebte die freie Natur und freute sich sehr darauf. Also fuhren wir, soweit die Straße reichte. Mein Vater war damals noch nicht so geübt im Lesen von Wanderkarten und dachte, es wäre vielleicht eine Wanderung von 4 oder 4,5 Stunden zum See.
Wir kauften uns ein paar billige Schlafsäcke und billige Rucksäcke und bepackten sie mit Verpflegung. Ein Zelt hatten wir nicht und auch keine Matten oder so. Mein Vater konnte kaum Feuer machen. Und aus der 4-Stunden-Wanderung wurden, 5, 6, 7, 8, 8,5 Stunden. Die Sonne ging langsam unter und mein Vater sagte: „Junge, ich glaube, wir müssen unser Lager aufschlagen.“ Ich fragte: „Wo denn?“ Und er sagte: „Genau hier.“
Es war nicht einmal eine Wasserstelle in der Nähe. Unsere Flaschen waren fast leer. Aber mein Vater sagte: „Ich will nicht von der Dunkelheit überrascht werden.“ Also legten wir mitten auf dem Weg am Berghang unsere Sachen ab. Mein Vater suchte ein paar flache Steine und versuchte, eine kleine Feuerstelle zu bauen. Wir waren vielleicht 10 oder 15 Minuten dort, als plötzlich ein paar Wanderer den Weg entlang kamen. Sie fragten: „Was macht ihr denn da?“ Mein Vater erklärte: „Wir wollten nicht von der Dunkelheit überrascht werden. Eigentlich wollten wir schon längst an unserem Ziel angekommen sein. Also haben wir beschlossen, unser Lager hier aufzuschlagen.“ Da sagte einer der Wanderer: „Ein paar hundert Meter von hier ist ein schöner Platz zum Campen. Packt eure Sachen und kommt mit.“
Also packten wir alles ein und liefen noch 10 Minuten weiter. Dann standen wir an diesem Platz unter einem wunderbaren Dach von Baumkronen. Es war eine geschützte Stelle. Es gab einen Bach voller Forellen, die wir nur fangen mussten. Es gab eine riesige Feuerstelle, die jemand anderes aufgebaut hatte. Wir waren nur 10 Minuten von Wärme und Freundschaft und gutem Rat entfernt gewesen. Und wie sich herausstellte, war der Mann, der meinem Vater geraten hatte weiterzugehen, damals eine Camping-Legende in der Gegend!
Er brachte in der Zeit meinem Vater alles Mögliche bei. Diese Wanderer wollten zum gleichen See wie wir. – Wir verbrachten also die Nacht dort. Am nächsten Tag wanderten wir noch 6 Stunden bis zu dem See. Mein Vater hatte ein bisschen danebengelegen, aber später wurde er ein ziemlich guter Kartenleser. Doch an dem Tag mussten wir nur ein kleines Stück weitergehen, und dann gab es so viel Gutes und so viel zu entdecken. Nur ein klein wenig weiter – wir hatten zu früh Halt gemacht.

Ich möchte über vier Bereiche sprechen, in denen wir ein Stück weitergehen können. Vier Bereiche, in denen Gott sich von uns wünscht, dass wir noch etwas weiter gehen. Der erste Bereich ist das Gebet. Wir können weiterbeten.

In Matthäus 26,36-39 lesen wir:

„Dann kommt Jesus mit ihnen an ein Gut, genannt Gethsemane, und er spricht zu den Jüngern: Setzt euch hier, bis ich hingegangen bin und dort gebetet habe! Und er nahm den Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus mit und fing an, betrübt und geängstigt zu werden. Dann spricht er zu ihnen: Meine Seele ist sehr betrübt, bis zum Tode. Bleibt hier und wacht mit mir!
Und er ging ein wenig weiter und fiel auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber! Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“

Einer der Evangelisten schreibt: „Er entfernte sich einen Steinwurf weit.“
Jesus hatte also gebetet, und dann ging er noch ein Stück weiter. Natürlich ist hier eine Entfernung gemeint, aber im Bild gesprochen ging Jesus noch ein Stück weiter darin, Gott zu suchen, voranzudrängen und im Gebet um den Willen des Vaters zu ringen.

Lukas berichtet in Kapitel 22 sogar, dass Jesus, als er noch ein Stück weitergegangen war um zu beten, plötzlich ein Engel erschien und ihn stärkte. Dort heißt es auch, dass Jesus dann noch intensiver betete.

Ich glaube, wenn es um das Gebet geht, geben wir oft zu früh auf. Wir müssen ein wenig weiter gehen und etwas mehr vorandrängen.

Gerade diese Woche las ich einen Artikel über einen Mann, der hier in Kalifornien in einer ländlichen Gegend lebte. Er war so schockiert über seine enorme Wasserrechnung, dass er deswegen bei seinem Versorger nachfragte. Dort sagte man ihm: „Das sind die durchschnittlichen Kosten für Ihre Gegend.“ Er konnte es kaum glauben. Also engagierte er eine Firma, die ihm einen Brunnen bauen sollte. Er sagte: „Ich will nicht mehr diese horrenden Wasserrechnungen zahlen. Bohren Sie mir bitte einen Brunnen.“ Der Brunnenbauer ging das Grundstück ab und steckte kleine Fahnen in den Boden. Der Mann fragte: „Was machen Sie denn da?“ – „Das sind Stellen, an denen wir möglicherweise Wasser finden könnten. Dort werden wir bohren.“ – „Heißt das, dass Sie vielleicht gar kein Wasser finden?“ – „Ja, genau.“ – „Und ich muss Sie bezahlen, auch wenn Sie kein Wasser finden?“ – „Ja. Sollen wir es trotzdem versuchen?“ – Und der Mann sagte: „Ja. Ich will nicht mehr solche Wasserrechnungen haben.“
An dem Tag bohrten sie an vielen verschiedenen Stellen, aber sie fanden nichts. Schließlich gingen sie an der Stelle an die Arbeit, die am aussichtsreichsten war, und bohrten sehr tief. 150 Meter, 200 Meter, 250 Meter, sogar mehr als 300 Meter. Der Brunnenbauer sagte: „Normalerweise bohren wir nicht so tief. Ein Bohrer ist schon abgebrochen, und es sieht so aus, als wären wir schon wieder auf Gestein gestoßen. Ich will nicht Ihre Zeit und Ihr Geld verschwenden; das lohnt sich einfach nicht.“ Doch der Mann sagte: „Bitte bohren Sie nur ein kleines Stück weiter.“ Der Brunnenbauer willigte ein – und 10 Zentimeter später trafen sie auf einen unterirdischen Fluss! Danach hatte er nie wieder Wassermangel.

Manchmal müssen wir einfach ein wenig weiter gehen.

Wenn wir beten, kann es uns vorkommen, als würden wir einen wasserlosen Brunnen graben. Es kann sich wie Zeitverschwendung anfühlen. Doch manchmal, wenn wir nur ein bisschen weitergehen, stoßen wir auf einen Fluss von Segen und Dynamik und Wohlwollen, was wir so nie geahnt hätten.

Ich bin überzeugt: Wenn wir nur ein wenig weiterbeten, etwas weiter vorandrängen, werden wir Dinge erleben, die andernfalls nicht geschehen wären. Ich glaube, wir können so eine Kraftquelle anzapfen, von der wir nichts wussten, und können Gottes übernatürliches Wirken auf dramatische Weise erleben.
Ich meine, Jesus hörte nicht auf zu beten, und ein Engel kam und stärkte ihn. Wir wissen nie, was geschehen kann, wenn wir nur noch ein wenig weiterbeten. Nur eines wird garantiert geschehen: Wir werden Gott mehr lieben lernen, denn wenn wir beten, verbringen wir Zeit mit ihm.

Glauben Sie mir, das ist nicht zu viel verlangt, nicht von Ihnen und nicht von mir. Wir alle können ein wenig mehr beten. Wenn Sie normalerweise 10 Minuten beten, machen Sie 15 daraus. Stellen Sie sich morgens den Wecker 10 Minuten früher, und statt direkt zur Kaffeemaschine zu laufen, setzen Sie sich 5 oder 7 Minuten an den Küchentisch und beten Sie. Sagen Sie einfach: „Gott, bitte gib mir heute Kraft. Hilf mir, in deiner Kraft weiterzugehen. Und bitte leite mich, wenn ich mit anderen spreche. Leg mir deine Worte in den Mund.“ Beten Sie für Menschen, die Sie kennen. Und dann fragen Sie: „Gott, ich lege diesen Tag in deine Hände. Willst du mir noch etwas sagen?“ Gehen Sie nur ein kleines Stück weiter.

Der zweite Bereich ist Versorgung. Wir können etwas mehr für die Versorgung der Arbeit in Gottes Reich, in seiner Kirche tun, als es momentan der Fall ist. Wir können ein wenig mehr tun.

Ich möchte einige Verse lesen, die viele von Ihnen vielleicht schon einmal gehört oder gelesen haben. Aber versuchen wir einmal, mit neuen Augen darauf zu schauen. 2. Korinther 8,1-4:
„Wir tun euch aber, Brüder, die Gnade Gottes kund, die in den Gemeinden Mazedoniens gegeben worden ist, dass bei großer Bewährung in Bedrängnis sich der Überschwang ihrer Freude und ihre tiefe Armut als überreich erwiesen haben in dem Reichtum ihrer Aufrichtigkeit im Geben. Denn nach Vermögen, ich bezeuge es, und über Vermögen waren sie aus eigenem Antrieb willig und baten uns mit vielem Zureden um die Gnade und die Beteiligung am Dienst für die Heiligen.“

Diese mazedonischen Christen, von denen Paulus hier spricht, waren eifrig, bereit und offen, für Gottes Arbeit in ihrer Zeit zu spenden, für das, was dafür nötig war. Paulus sagt: „Das muss ich euch erzählen! Erst haben sie gegeben, was sie konnten, und dann haben sie mehr gegeben, als sie konnten. Sie sind über ihre Grenzen hinausgegangen!“
Nun fragt vielleicht jemand: „Wie kann man über das hinausgehen, was man kann?“ Durch Gottes Gnade, sagt Paulus. „Ich möchte euch von der Gnade Gottes berichten, die er diesen Gemeinden geschenkt hat.“ Sie sind an die Grenzen ihres Vermögens gegangen, und dann, durch Gottes Gnade, darüber hinaus.

Gehen Sie ein klein wenig weiter. Und ehrlich gesagt sollte Großzügigkeit, vor allem Gottes Gemeinde gegenüber, ein Kennzeichen im Leben jedes Christen sein.
Danken Sie Gott für die Menschen, die in der Lage sind, mehr zu geben. Es ist aber eine Gemeinschaftsaufgabe. Jeder soll in dem Maß geben, wie er von Gott gesegnet ist. Und sicher können wir da alle ein klein wenig mehr tun.
Das Zweite, was geschieht, ist eine tiefe Freude, die ins Leben des Gebers einkehrt. Ich lese 2. Korinther 8,2 nach einer anderen Übersetzung.

„Denn selbst in einer Zeit großer Schwierigkeiten und enormen Leides wurden sie noch mehr von Freude erfüllt. Aus den Tiefen ihrer äußersten Armut floss die überreiche Freude über in außerordentliche Großzügigkeit.“

In unserem Inneren geschieht etwas, wenn wir Gott gehorchen und ein wenig weiter gehen. Und diese innere Freude und das, was Gott in uns bewirkt, das lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken. Und dann – das ist sicher allen klar – verspricht Gott, für die Geber zu sorgen, besonders für diejenigen, die noch ein wenig mehr gegeben haben.

Dieses Thema führt Paulus auch noch im folgenden Kapitel weiter, 2. Korinther 9,6-8:

„Dies aber sage ich: Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten, und wer segensreich sät, wird auch segensreich ernten. Jeder gebe, wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat: nicht mit Verdruss oder aus Zwang, denn einen fröhlichen Geber liebt Gott. Gott aber vermag euch jede Gnade überreichlich zu geben, damit ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk.“

Gott verspricht, für uns zu sorgen. Und für mich ist das die perfekte Definition von Wohlstand, nämlich alles zu haben, was man zum Leben braucht – und genug übrig zu haben, um jemand anderem zu helfen. Das ist Wohlstand. Ich habe, was ich zum Leben brauche, und kann dort geben, wo Gott es mir zeigt. Ein wenig weiter.
Okay. Der dritte Bereich, in dem wir ein wenig weiter gehen müssen, ist, wenn wir verfolgt werden. Matthäus 5,38-45. Jesus sagt:

„Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge und Zahn um Zahn. Ich aber sage euch: Widersteht nicht dem Bösen, sondern wenn jemand dich auf deine rechte Backe schlagen wird, dem biete auch die andere dar; und dem, der mit dir vor Gericht gehen und dein Untergewand nehmen will, dem lass auch den Mantel! Und wenn jemand dich zwingen wird, eine Meile zu gehen, mit dem geh zwei! Gib dem, der dich bittet, und weise den nicht ab, der von dir borgen will!
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“

Zunächst zitierte Jesus einen Teil des Gesetzes, den alle kannten: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Das haben Sie schon einmal gehört. Aber mit dem, was er als Nächstes sagt, streicht er die Idee der Selbstjustiz aus der Gleichung. Wir sollen nicht Auge um Auge, Zahn um Zahn handeln. Wir sollen nicht in der gleichen Art und Weise zurückschlagen. Er sagte: „Wenn jemand dich auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin.“
Das war nicht wörtlich gemeint; damals war das eine übliche Redewendung. Wir sprechen ja auch von einem verbalen „Schlag ins Gesicht“. Wenn man genauer darüber nachdenkt: In Johannes 18 lesen wir, wie ein Diener des Hohenpriesters Jesus ins Gesicht schlug. Jesus hielt ihm nicht die andere Wange hin, sondern stellte ihn deswegen zur Rede.

Oder der Apostel Paulus, als er vor dem Hohepriester stand. Der Hohepriester ließ ihn von einem seiner Diener mit der offenen Hand ins Gesicht schlagen. Paulus erwiderte: „Gott wird dich schlagen, du getünchte Wand! Und du, sitzt du da, mich nach dem Gesetz zu richten, und, gegen das Gesetz handelnd, befiehlst du, mich zu schlagen?“ Nein, er hielt nicht die andere Wange hin, sondern erhob die Stimme gegen diese Ungerechtigkeit.
Die Redewendung bezieht sich auf eine Beleidigung, so wie wenn wir sagen: „Das war ein Schlag ins Gesicht.“ Und wir sollen auf eine Beleidigung nicht mit einer Beleidigung antworten. Es soll nicht Auge um Auge und Zahn um Zahn sein. Stattdessen halten wir die andere Wange hin. Wir erwidern die Beleidigung nicht, und damit können wir Zeugnis für Gott geben, der seine Sonne und seinen Regen gleichermaßen für Gute und Böse, Gerechte und Ungerechte schickt.

Sie können den Beleidigungswettbewerb gewinnen, doch der Hauptgewinn ist eine noch größere Barriere zwischen Ihnen und der anderen Person – und vielleicht sogar eine größere Barriere zwischen dem anderen und Gott.
Eine bekannte Schauspielerin hatte ein Buch geschrieben. Eine andere Schauspielerin war eifersüchtig und sagte: „Ich habe dein Buch gelesen. Es hat mir gefallen. Wer hat es für dich geschrieben?“ Die Autorin antwortete: „Schön, dass es dir gefallen hat. Wer hat es dir vorgelesen?“ Ja, sie hatte den Beleidigungswettbewerb gewonnen. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Doch damit wurde die Kluft und Feindseligkeit zwischen ihnen nur noch größer.

Winston Churchill war bekannt für seine Schlagfertigkeit. Bernard Shaw schickte ihm zwei Karten für eins seiner Theaterstücke mit den Worten: „Mr Churchill, die sind für Sie und einen Freund – wenn Sie einen haben.“ Churchill konnte an jenem Abend nicht und erwiderte: „Könnten Sie mir bitte zwei Karten für die zweite Aufführung schicken? Da werde ich hingehen – wenn es eine gibt.“
Lady Astor sagte bei einer Gala zu ihm: „Winston, wenn Sie mein Ehemann wären, würde ich Ihren Kaffee vergiften.“ Er antwortete: „Madam, wenn ich Ihr Mann wäre, würde ich ihn trinken.“
Bei anderer Gelegenheit sagte eine Dame zu ihm: „Mr Churchill, Sie sind betrunken.“ Er erwiderte: „Ja, Madam, und Sie sind hässlich. Aber ich bin morgen wieder nüchtern.“

Wenn jemand unser Hemd von uns verlangt, sollen wir ihm unseren Mantel geben. Wenn jemand verlangt, dass wir eine Meile mit ihm gehen, sollen wir noch die zweite Meile mitgehen. Das stammt aus dem damaligen römischen Recht. Jeder römische Soldat konnte von jeder beliebigen Person verlangen, seine Ausrüstung eine Meile weit zu tragen. Was immer man gerade tat: Man musste es unterbrechen und die Ausrüstung des Soldaten nehmen und eine Meile weit tragen.
Jesus sagte: „Wenn jemand euch zwingt, eine Meile mitzugehen, dann geht zwei Meilen mit. Auf der ersten Meile hat er euch in der Hand. Auf der zweiten Meile ist es umgekehrt. Wenn jemand euch das Hemd wegnimmt, hat er euch in der Hand. Wenn ihr ihm euren Mantel gebt, habt ihr die Oberhand. Wenn jemand euch auf die rechte Wange schlägt und euch beleidigt, dann haltet die andere Wange hin. Zahlt es demjenigen nicht heim. Damit habt ihr die Oberhand.“

Vielleicht ist es ein Nachbar oder jemand an Ihrem Arbeitsplatz oder ein ganz anderer Bereich. Wenn man Sie hasst, verachtet, verfolgt, dann reagieren Sie nicht mit den gleichen Mitteln. Gehen Sie die zweite Meile. Gehen Sie ein wenig weiter. Machen Sie’s auf Gottes Weise.

Und der vierte Bereich, in dem wir ein wenig weiter gehen müssen, ist das Lob Gottes. In Psalm 71 schreibt König David wiederholt über seine Feinde. Bis Vers 13 betet er um Rettung vor grausamen und bösen Menschen. Er spricht davon, dass seine Feinde ihm auflauern und seinen Untergang planen. Er nennt sie die Feinde seines Lebens. Doch in Vers 14 ändert sich der gesamte Ton des Psalms. Die Richtung kehrt sich von abwärts nach aufwärts, indem David in Psalm 71,14 verkündet:

„Ich aber will beständig harren und all dein Lob vermehren.“
„Ich will dein Lob vermehren“ oder „dich immer mehr loben“. Das hebräische Wort hier heißt buchstäblich „weiter vorangehen“ oder „länger gehen“. Man könnte übersetzen: „Ich werde meinem Lob noch Lob hinzufügen.“ Gott, ich habe dich bereits gelobt, doch ich werde diesem Lob noch ein wenig mehr Lob hinzufügen. Ich werde ein wenig weiter gehen. Ich werde dir noch mehr Lob geben, als ich bereits getan habe.

Vor Jahren ereignete sich eine Tragödie mit dem Kind eines unserer Freunde. Dieses Ereignis ging mir unglaublich an die Substanz. Es war wie eine schwere, dunkle Last, die sich auf mich legte und scheinbar das Leben aus mir herauspresste. Es war so schlimm, dass ich meine Gedanken förmlich spürte. Es war wie Waten durch Schlamm. Meine Gedanken waren vernebelt; ich konnte nicht geradeaus denken. Und ich sagte: „Gott, ich weiß nicht, was ich tun soll.“
Die Antwort war für mich hörbar. Ich war spätabends allein in meinem Büro, und ich hörte Gott mir ins Herz sagen: „Lobe mich!“ Also kniete ich nieder und hob die Hände – und ehrlich gesagt, hatte ich das Gefühl, einen wasserlosen Brunnen zu graben. Ich spürte nichts, aber ich hörte nicht auf. Und zu sagen, dass die Last von mir abfiel, trifft es kaum. Mir wurde die Last plötzlich von den Schultern gerissen! Gott riss sie mir von den Schultern. Freude durchflutete mich und ich spürte Gottes Gegenwart, während ich ihn immer weiter lobte.
Manche von Ihnen, die mir gerade zuhören, wissen, wovon ich rede. Auf Ihr Leben hat sich eine Schwere gelegt, die Ihr Denken beeinträchtigt. Sie raubt Ihnen die Lebensqualität und drückt Sie förmlich zu Boden. Aber gehen Sie noch ein klein wenig weiter im Lob Gottes. Fügen Sie Ihrem Lob Gottes noch ein wenig Lob hinzu.
Die Bibel sagt, dass Gott in den Lobliedern seines Volkes wohnt. Jesaja sagte, dass Gott denen begegnet, die ihn loben. – Nur ein wenig weiter.

In Psalm 34,10 heißt es sinngemäß:

„Betet Gott an, wenn ihr das Beste wollt; Anbetung öffnet Türen zu seiner ganzen Güte.“

Es gibt Dinge, zu denen sich die Türen nur durch Anbetung öffnen. Und ebenso ist Anbetung der einzige Ausweg aus manchen Situationen.

Liebe Freunde, ich hoffe, dass Ihnen die Predigt gefallen hat und dass Sie etwas daraus mitnehmen konnten. Offen gesagt mag ich diesen Teil der Sendung ganz besonders, wenn ich direkt mit Ihnen reden kann.

Es war ein schweres Jahr für alle; und nun lassen wir 2020 hinter uns und gehen ins Jahr 2021. Ich weiß, dass manche von Ihnen durch alles, was 2020 passiert ist, in eine schwierige Situation geraten sind. Aber gehen wir miteinander ein klein wenig weiter. Lassen wir diese Umstände hinter uns, indem wir Gott anbeten, und gehen wir in der Anbetung Gottes in ein neues und besseres Jahr.

Damit können Sie gleich hier und jetzt anfangen. Beten Sie Gott an. Liebe Freunde, er ist bei Ihnen gegenwärtig, und er ist Ihrer Anbetung würdig.
Ich möchte für Sie beten: Vater, wir sind hier in deinem Namen, und ich bete für meine Freunde dort draußen. Wir danken dir, Herr, für deine Güte, für deine Treue. Danke, dass das neue Jahr ein gutes Jahr voller Segen und voller Chancen sein wird. Ich bitte dich: Segne meine Freunde im Namen Jesu. Gib ihnen Weisheit. Gib ihnen Kraft. Und ich bete, dass sich in ihren Herzen Hoffnung breitmacht. Amen.

Und ich möchte auch denen unter Ihnen danken, die uns unterstützen. Wir könnten unsere Arbeit nicht tun, ohne dass Menschen mit anpacken und diese Aufgabe schultern, das Evangelium in die ganze Welt zu bringen. Vielen Dank, dass Sie uns dabei helfen!

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