Für dich nur das Beste – bedeutende Gebete der Bibel 1/8

Von 12.10.2012 7346 Views97 Keine Kommentare
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Gebet ist Gespräch mit Gott. Es bedeutet Reden und Zuhören. Und ebenso, wie wir bei jeder Form des Redens daran arbeiten sollten, unser gemeinsames Gespräch zu verbessern, so sollten wir es auch bei unseren Gebeten tun.

In dieser sechsteiligen Serie zeigt Bayless Conley dir anhand einiger der eindrucksvollsten Gebete in der Bibel, wie du in deinem Gespräch mit Gott Fortschritte machen kannst. Du wirst lernen, wie du Gottes Herz berühren und Gebete sprechen kannst, die zu Ergebnissen führen. Und du wirst erfahren, wie du durch Gebet Zugang zu deinem himmlischen Erbe erhalten kannst.

Entdecke, was Gebet alles in deinem Leben bewirken kann!

Dies ist der erste Teil einer Predigtreihe, den zweiten Teil findest du hier…

Predigtmanuskript

Herzlich willkommen zu unserer Sendung! Wir beginnen heute mit einer Serie mit dem Titel „Für dich nur das Beste –bedeutende Gebete der Bibel“. Wir beschäftigen uns mit Gebeten, die Personen der Bibel beteten: Fürbitte- und Bittgebete, Gebete um Hilfe, Gebete um Heilung und Bußgebete.
In diesen Gebeten, die alle von Gott erhört wurden, findet sich ein ganzer Schatz an Wahrheiten. Heute möchten wir uns mit einem Gebet von Abram beschäftigen. Freuen Sie sich drauf!

In der Bibel finden sich unzählige Hinweise zu Gebet und die Bibel lehrt uns ausführlich, was es mit dem Beten auf sich hat. Doch wir wollen uns hier mit den Gebeten selbst beschäftigen. Unser Thema sollen einige der großen Gebete der Bibel sein. In einigen Fällen werden wir einen kurzen Blick auf die Beter werfen und dann über verschiedene Aspekte ihrer Gebete nachdenken. Und hoffentlich wird es uns helfen, in unserem Gebetsleben und unserer Gemeinschaft mit Gott zu wachsen.
Wir werden uns einige Gebete anschauen, die in Zeiten gebetet wurden, in denen Überfluss und Wohlstand herrschte, und einige Gebete aus Krisen- und Notzeiten. Und Sie werden sehen, dass einzelne Personen, die die größten, einflussreichsten Gebete der Bibel gebetet haben, an sich relativ unbekannt sind.
Das Gleiche gilt auch noch heute. Einige der Gebete auf diesem Planeten, die Nationen erschüttern und großen Einfluss haben, werden von Menschen gebetet, von denen noch nie jemand etwas gehört hat und über die niemand etwas weiß. Doch Gott kennt sie. Sie sind bei den Engeln bekannt, sie sind definitiv bei Gott bekannt und ich kann Ihnen garantieren, dass sie auch in der Hölle bekannt sind.
Wir werden uns Gebete um Sicherheit, Gebete um Rettung, Gebete um Heilung, Fürbittegebete und noch viele andere anschauen. Und wie gesagt hoffe ich, dass wir am Ende dieser Serie auf unserem Weg mit Gott ein Stück weitergekommen sind.
Schlagen Sie nun bitte mit mir die Bibel auf, und zwar 1.Mose 18. Dort finden wir unser erstes Gebet. 1.Mose, das 18. Kapitel. Wir beginnen mit Vers 17. 1.Mose 18,17:

„Der Herr aber sprach bei sich: Sollte ich vor Abraham verbergen, was ich tun will? Abraham soll doch zu einer großen und mächtigen Nation werden und in ihm sollen gesegnet werden alle Nationen der Erde!“
Wer dieses Kapitel kennt, weiß natürlich: Hier kam Gott selbst auf die Erde, um zu sehen, was in der Stadt Sodom vor sich ging. Die Menschen hatten sich völlig der sexuellen Perversion hingegeben und waren ihr verfallen und auf die Stadt kam ein großes Gericht zu. Und in Vers 22 sehen wir, wie Gott anfängt, mit Abraham darüber zu reden. Lesen Sie am besten mit:

„Und die Männer (das sind die Engel, Gottes Repräsentanten) wandten sich von dort ab und gingen nach Sodom; Abraham aber blieb noch vor dem Herrn stehen. Und Abraham trat hinzu und sagte: Willst du wirklich den Gerechten mit dem Ungerechten wegraffen? Vielleicht gibt es fünfzig Gerechte innerhalb der Stadt. Willst du sie denn wegraffen und dem Ort nicht vergeben wegen der fünfzig Gerechten, die darin sind? Fern sei es von dir, so etwas zu tun, den Gerechten mit dem Ungerechten zu töten, so dass der Ungerechte wäre wie der Gerechte; fern sei es von dir! Sollte der Richter der ganzen Erde nicht Recht üben?
Da sprach der Herr: Wenn ich in Sodom fünfzig Gerechte in der Stadt finde, so will ich ihretwegen dem ganzen Ort vergeben.
Und Abraham antwortete und sagte: Siehe doch, ich habe mich erdreistet, zu dem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin. Vielleicht fehlen zu den fünfzig Gerechten nur fünf. Willst du wegen der fünf die ganze Stadt vernichten?
Da sprach er: Ich will sie nicht vernichten, wenn ich dort 45 finde.
Und er fuhr fort, weiter zu ihm zu reden, und sagte: Vielleicht werden dort vierzig gefunden.
Und er sprach: Ich will es nicht tun wegen der vierzig.
Und er sagte: Der Herr möge doch nicht zürnen, dass ich noch einmal rede! Vielleicht werden dort dreißig gefunden.
Und er sprach: Ich will es nicht tun, wenn ich dort dreißig finde.
Da sagte er: Siehe doch, ich habe mich erdreistet, zu dem Herrn zu reden; vielleicht werden dort zwanzig gefunden.
Und er sprach: Ich will nicht vernichten wegen der zwanzig.
Da sagte er: Der Herr möge doch nicht zürnen, ich will nur noch dieses Mal reden. Vielleicht werden dort zehn gefunden.
Und er sprach: Ich will nicht vernichten wegen der zehn. Und der Herr ging weg, als er mit Abraham ausgeredet hatte; und Abraham kehrte zurück an seinen Ort.“
Was wir hier haben, ist ein klassisches Fürbittegebet. Dieses Gebet gilt einer Stadt, die der sexuellen Perversion verfallen war. Achten Sie einmal darauf, wie Abraham auf die Nachricht reagierte, was mit dieser bösen Stadt Sodom geschehen sollte. Seine Reaktion war, zu beten. Und wenn Gott uns etwas zeigt, dann deshalb, damit wir dafür beten.
Manchmal sagen mir Menschen: „Gott hat mir diesen Traum geschickt, und jetzt habe ich solche Angst!“ Aber Gott hat den Traum nicht geschickt, weil er eintreffen muss. Er hat den Traum geschickt, damit derjenige beten und abwenden kann, was Gott ihm gezeigt hat.

Ich denke, es ist wichtig zu beachten, dass Abrahams Gebet kein Monolog ist, sondern ein Dialog. Er sprach, und dann hörte er zu. Er redete nicht die ganze Zeit. Aber manche Menschen beten so.
Es ist so, als ob sie ihrem himmlischen Weihnachtsmann eine Wunschliste vorlesen, und sie nehmen sich gar keine Zeit zum Zuhören. Selbst bei der Fürbitte müssen wir hin und wieder genau darauf hören, was Gott zu den Dingen, für die wir bitten, zu sagen hat.
Schauen Sie bitte einmal in Vers 23. Abraham näherte sich und sagte „Willst du wirklich den Gerechten mit dem Ungerechten wegraffen?“ Und im letzten Teil von Vers 25 sagte er: „Sollte der Richter der ganzen Erde nicht Recht üben?“
Das war sehr mutig von ihm, so mit Gott zu reden: „Fern sei es von dir, den Gerechten mit dem Ungerechten zu töten; fern sei es von dir! Sollte der Richter der ganzen Erde nicht Recht üben?“ Lieber Abraham, du bist hier ziemlich mutig!
Das sind ganz schön große Worte, die du da zum Allmächtigen sagst. Aber wenn wir 1.Mose 15,17 lesen, sehen wir, dass Abraham in einer Bundesbeziehung mit Gott lebte. Er hatte besonderen Zugang zu Gott. Dieser Bund war mit dem Blut von Opfertieren besiegelt worden.
Aber wissen Sie was? Wir haben einen besseren Bund, der auf besseren Verheißungen beruht. In Hebräer 4,16 heißt es: „Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe!“
Wenn Abraham aufgrund des Blutes von Opfertieren so mutig und direkt vor Gott treten konnte, wie viel mehr können dann wir, die wir durch das Blut Jesu Christi einen ewigen Bund und eine Beziehung mit Gott eingegangen sind, mutig zu unserem Vater im Himmel kommen?
In Hebräer 10,19 heißt es: „Da wir nun, Brüder, durch das Blut Jesu Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum.“ Und dann in Vers 22: „So lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengt und damit gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.“
Es ist auch interessant zu sehen, dass Abraham etwas über Gottes Charakter wusste, das zum Beten unglaublich hilfreich ist. Abraham wusste, dass Gott die Gerechten nicht zusammen mit den Bösen verurteilt. Manche Christen müssen davon erst überzeugt werden, denn sie sind sich nicht ganz sicher, ob der Richter der ganzen Erde gerecht richtet oder nicht. Falls Sie so denken, können Sie es Gott auch sagen, denn er weiß es sowieso.
Kennen Sie die Begebenheit, als Lazarus starb? Als er krank wurde, schickten Maria und Marta eine dringende Nachricht an Jesus: „Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank!“ Im Griechischen steht dort: „Er ist krank und es wird immer schlimmer.“ Es ist eine Verlaufsform. „Jesus, es ist wirklich ernst. Du musst auf der Stelle kommen.“
Also blieb Jesus noch vier Tage dort, wo er gerade war. Als er nach Betanien kommt, ist Lazarus tot. Die Schwestern verstehen das nicht. Sie wussten, dass Jesus Lazarus gern hatte. Die vier waren der Singleclub des Neuen Testaments! Jesus, Maria, Marta und Lazarus waren oft zusammen. Jesus war oft bei ihnen zu Besuch. Und jetzt kommt er gar nicht.
Als er dann endlich eintrudelt, kommen Marta und Maria aus dem Haus und fallen ihm zu Füßen: „Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Man kann förmlich ihren Kummer in diesen Worten hören: „Herr, ich verstehe das nicht! Wir haben doch einen Boten zu dir geschickt. Warum bist du nicht gekommen?“ Aber dass sie nicht verstanden, warum Jesus nicht gekommen war, hält sie nicht davon ab, ihm zu Füßen zu fallen.
Sie können das Gleiche tun. Wenn es so aussieht, als hätte Gott Sie im Stich gelassen, gehen Sie trotzdem zu ihm. Gott ist nicht beleidigt, wenn Sie sagen: „Gott, warum? Das ist nicht fair.“
Jesus gab Marta und Maria eine Antwort, die sie zutiefst zufrieden stellte. Und er hat auch für Sie eine Antwort, die Sie von Grund auf zufriedenstellen wird.

Zurück zu Abraham. Er wusste etwas Wichtiges über Gottes Charakter. Und wir sehen bei ihm eine seltsame, aber wunderbare Mischung aus Mut und Demut. Ich meine, er ist sehr mutig: Willst du wirklich den Gerechten mit dem Ungerechten wegraffen? Sollte der Richter der ganzen Erde nicht Recht üben?“ Doch dann sehen wir in Vers 27, was er noch sagte: „Und Abraham antwortete und sagte: Siehe doch, ich habe mich erdreistet, zu dem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin.“

Mutig vor Gott zu treten bedeutet nicht, dass man arrogant oder respektlos sein darf. Wir müssen unsere Hilflosigkeit neben Gottes Allmacht erkennen. Wir können Gott nicht herumkommandieren. Wie Bob Dylan es so treffend formulierte: Er ist kein Laufbursche, der unsere Launen befriedigen muss. Selbst wenn das, worum wir beten, Gottes Wille für uns ist, können wir unserem Gebet mit einer falschen Einstellung selbst im Weg stehen.
Meine Kinder sind inzwischen alle erwachsen und eigenständig. Aber als Kinder hatten sie keine Angst davor, mich mutig um etwas zu bitten. Ich meine, sie kamen zu mir, als sei es das Selbstverständlichste der Welt, und baten mich um die unmöglichsten Dinge.
Aber selbst wenn sie so mutige Bitten hatten, vergaßen sie nie, dass ich ihr Vater war. Sie waren immer respektvoll. Und wenn sie einmal nicht den nötigen Respekt an den Tag legten, wenn sie unverschämt waren oder versuchten, mich oder ihre Mutter herumzukommandieren, verweigerten wir ihnen ihre Bitte – selbst wenn wir eigentlich geplant hatten, die Bitte zu erfüllen. Hätten wir ihnen gegeben, was sie wollten, hätten wir damit nur ihre arrogante Haltung bestärkt und letztendlich ihr Leben ruiniert. Doch so brachten wir ihnen Respekt vor Autoritäten bei.
Eine unangemessene Einstellung ließen wir nie durchgehen. Manche Eltern lassen sich von ihren Kindern herumkommandieren und manipulieren. Ihre Kinder reden mit ihnen, als wären sie ihnen gleichgestellt oder sogar überlegen. Und dann geben die Eltern den Kindern auch noch was sie wollen. So lernen sie nie Respekt vor Autoritäten.
Unser himmlischer Vater ist ein weiser Vater. Er will zwar, dass wir mutig zu ihm kommen, doch wir müssen auch demütig sein. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir Staub und Asche sind. Wir müssen erkennen, dass wir vor seiner Unendlichkeit winzig klein sind.

Bemerkenswert an Abrahams Gebet ist auch, dass er versuchte, so viel wie möglich herauszuholen. „Gott, wenn es 50 Gerechte gibt, würdest du dann die Stadt retten?“
„In Ordnung.“
„Was ist mit 45? Mit 40? Oder 30 oder 20? Gott, bitte sei nicht wütend auf mich, aber was, wenn es zehn Gerechte gibt?“ Abraham verhandelte immer weiter mit Gott und vielleicht musste Gott ja über ihn lächeln. Aber ich glaube, dass viele von Gottes Kindern sich mit viel weniger zufriedengeben, als sie bekommen könnten. Wenn Abraham bei 50 stehen geblieben wäre, hätte Gott es dabei belassen, ebenso bei 40 oder bei 30. Und ich bin überzeugt, dass wir als Christen Gott nicht um einen Bruchteil dessen bitten und nicht einmal annähernd das vertrauensvoll von ihm erwarten, was er uns schenken will.

Jesus sagte: „Dir geschehe, wie du geglaubt hast.“ Wir brauchen mehr von seiner Gegenwart, mehr von seiner Kraft, mehr von seinem Schutz und seiner Fürsorge. Alle zusammen: „Mehr“. Ich glaube, wir können uns mehr ins Zeug legen und immer noch etwas mehr erwarten.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Abraham bei zehn aufhörte? Warum hat er nicht noch bis eins weiterverhandelt? Er sagte: „Ich will nur noch dieses Mal reden.“ Es ist ein interessanter Umstand, dass sein Neffe Lot in Sodom lebte. Abraham wusste das.
Und wenn man Lots Familie zählt – Lot, seine Frau, seine unverheirateten und verheirateten Töchter und deren Ehemänner –, wissen Sie, auf welche Zahl man dann kommt? Zehn. Abraham war sich sicher, dass Lot wenigstens seine eigene Familie nach Gottes Regeln führte und anleitete.
Doch das hatte Lot nicht getan. Wenn er nur seine Familie erreicht hätte, wäre die Stadt verschont geblieben. Und das ist ein wichtiges Bild für uns. Wenn wir unsere Städte mit dem Evangelium erreichen wollen, ist es wichtig, dass wir unsre eigene Familie erreichen.
Wenn mir gerade Pastoren zuhören, möchte ich mich einen Moment lang an sie wenden. Ich weiß, dass letzten Endes jeder Mensch einen freien Willen hat. Das verstehen wir. Sonst könnte man Gott vorwerfen, er sei ein schlechter Vater. „Schau nur, was deine Kinder gemacht haben. Schau nur, was Adam und Eva getan haben. Du warst kein guter Vater.“
Nein. Gott war ein perfekter Vater und Leiter. Gott war und ist in jeder Hinsicht vollkommen. Wir sehen daran einfach, wie stark der menschliche Wille ist. Die Menschen rebellierten gegen Gott und wurden so von ihm getrennt. Und vor diesem Hintergrund sage ich jetzt etwas, was mir auf der Seele brennt. Viele Pastoren haben Zeit für alle und jeden, aber nicht für die Menschen, die ihnen am nächsten stehen.

Es ist so ähnlich wie bei einem Rasensprenger. Das Gras direkt um den Sprenger ist völlig verdorrt, weil überall Wasser hingesprengt wird, nur nicht in die unmittelbare Umgebung des Sprengers. Das kann auch in unserem eigenen Leben geschehen. Salomo sagte: „Sie setzten mich als Hüterin der Weinberge ein. Meinen eigenen Weinberg habe ich nicht gehütet.“
Es ist keine Zeitverschwendung, in die eigene Familie und in das Leben der eigenen Kinder zu investieren. Im geistlichen Dienst lässt sich sogar viel mehr erreichen, wenn man die richtigen Prioritäten setzt und sich gut um seine eigene Familie kümmert. Das ist ein wichtiger Punkt. Vielleicht hat Abraham deswegen bei zehn aufgehört.

Ich glaube, es ist außerdem wichtig, sich bewusst zu machen, dass es für Abraham nicht angenehm war, Fürbitte für Sodom zu leisten. Vielleicht war er, menschlich gesprochen, von Natur aus nicht dazu geneigt. Vielleicht war er, menschlich gesprochen, eigentlich nicht dahingehend eingestellt. Es war unbequem. Er hätte auch einfach sagen können: „Das ist nicht mein Problem.“
Vielleicht sagen wir auch manchmal: „Was in meinem Land geschieht, ist nicht mein Problem. Was in meiner Nachbarschaft passiert, ist nicht mein Problem. Was in der Gemeinde vor sich geht, ist nicht mein Problem.“
Abraham hätte sehr leicht eine solche Haltung einnehmen und sagen können: „Ich hatte mich schon gefragt, wann Gott endlich diese Perversen bestrafen wird. Ich habe gehört, was in Sodom los ist. Ich wusste, dass das irgendwann passieren würde. Höchste Zeit, wenn Sie mich fragen.“ Doch das war ganz und gar nicht Abrahams Haltung. Er ging hin und flehte Gott an, die Stadt zu verschonen.

Und selbst im Hinblick auf seinen Neffen Lot … Ist Ihnen bewusst, dass Lot Abraham ständig nur Probleme machte? Er war kein Segen für seinen Onkel. Merken Sie sich die Bibelstelle, die Sie gerade aufgeschlagen haben, und blättern Sie einmal ein paar Kapitel zurück zu 1.Mose 13. Lot hatte Abraham begleitet, als dieser aus Ur in Chaldäa ausgezogen war, und in 1.Mose 13,7 heißt es:

„So gab es Streit zwischen den Hirten von Abrams Vieh und den Hirten von Lots Vieh. Und die Kanaaniter und die Perisiter wohnten damals im Land.
Da sprach Abram zu Lot: Lass doch keinen Streit sein zwischen mir und dir und zwischen meinen Hirten und deinen Hirten; wir sind doch Brüder!“
Es waren also nicht nur die Hirten. Abraham sagte: „Wir wollen keinen Streit zwischen unseren Hirten, sondern wir wollen auch keinen Streit zwischen uns, Lot. Wir brauchen nicht noch mehr Probleme. Wir sind doch Brüder.“ Vers 9:

„Ist nicht das ganze Land vor dir? Trenne dich doch von mir! Willst du nach links, dann gehe ich nach rechts, und willst du nach rechts, dann gehe ich nach links.
Da erhob Lot seine Augen und sah die ganze Ebene des Jordan, dass sie ganz bewässert war – bevor der Herr Sodom und Gomorra zerstört hatte – wie der Garten des Herrn, wie das Land Ägypten, bis nach Zoar hin. Da wählte sich Lot die ganze Ebene des Jordan, und Lot brach auf nach Osten; so trennten sie sich voneinander.“

Abraham war der Ältere und Lot der junge Neffe. Besonders in der damaligen Kultur wäre es Lots Aufgabe gewesen, Abraham den Vortritt zu lassen. Doch Abraham – damals hieß er noch Abram – sagte zu ihm: „Lot, bitte. Die Männer, die für dich arbeiten, streiten sich mit den Männern, die für mich arbeiten. Und wir streiten uns auch. So kann es nicht weitergehen. Deswegen lasse ich dir jetzt die erste Wahl.“
Das war unglaublich. Abraham hätte hier die erste Wahl haben sollen. Doch Lot sagt: „Okay“ und dann sucht er sich das absolut beste Land aus und lässt seinem Onkel die traurigen Überreste. Stellen wir uns das einmal vor. Er hängt an Abrahams Rockzipfel. Er hat Streit heraufbeschworen. Und jetzt muss Abraham auch noch nehmen, was nach Lots Auswahl übrig ist.
Also hätte Abraham angesichts des drohenden Gerichts über Lot in Sodom denken können: „Das geschieht ihm recht. Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Schade drum, kleiner Freund. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus. Du hast den Samen ausgesät; es ist an der Zeit, dass du auch mal etwas erntest. Seit dem Tag, an dem du dir das beste Land ausgesucht und mir die kläglichen Reste überlassen hast, wusste ich, dass das passieren würde, du kleiner Unruhestifter.“ Nein; offenbar vergab Abraham ihm und betete für ihn und alle anderen Bewohner von Sodom.

König David spricht in Psalm 35 über die, die seine Feinde geworden sind, und sagt: „Sie vergelten mir Böses für Gutes.“ Doch dann sagt er: „Obwohl sie mir Gutes mit Bösem vergolten haben, habe ich für sie gebetet und gefastet, als sie krank waren.“ Ich glaube, mir hören gerade einige Menschen zu, die diesen Teil der Predigt ganz besonders hören müssen.
Ich habe einen Freund, der von jemandem, der ihm nahestand, hintergangen und tief verletzt wurde. Diese Person hatte meinem Freund durch ihr Verhalten viele Probleme und große Not bereitet. Irgendwann wurde die Person, die meinem Freund das Unrecht angetan hatte, schwer krank. Und wissen Sie, wer unter den Ersten war, die denjenigen besuchten und für seine Heilung beteten? Mein Freund. Das sprach Bände über seinen Charakter.

Denken wir einmal an Hiob. Seine Freunde, die ihn eigentlich trösten wollten, wandten sich gegen ihn und begannen, ihn anzuklagen. Sie warfen ihm vor, Waisen und Witwen beraubt und mit leeren Händen fortgeschickt zu haben. Und hier ist der arme Hiob. Seine zehn Kinder sind bei einem entsetzlichen Unglück gestorben. Sein ganzer Besitz wurde ihm geraubt. Er ist krank und sitzt auf einem Müllhaufen.
Die Bibel sagt, seine Haut war verfault und von Würmern zerfressen. Er war nicht mehr wiederzuerkennen. Er hat alles verloren. Und dann sagt auch noch seine Frau zu ihm: „Verfluche Gott und stirb. Bring’s endlich hinter dich.“ Und seine wunderbaren Freunde kommen und sagen: „Hiob, du bist ein Lügner und verdienst noch Schlimmeres als das hier.“ Das war ihr ganzer Trost!
Am Ende der Geschichte lesen wir, dass Gott die Bühne betritt und die Freunde tadelt und sagt: „Ihr habt mir vorgeworfen, dass ich Hiob all das angetan habe, aber ich war es gar nicht. Ihr habt unrecht. Und ich werde eure Gebete nicht annehmen. Aber Hiob soll für euch beten.“ Gott forderte Hiob auf, für seine Ankläger zu beten, und Hiob tat es. Im nächsten Vers heißt es: „Und der Herr wendete das Geschick Hiobs, als der für seine Freunde Fürbitte tat.“
Wenn Sie auch solche Ankläger haben, wenn es in Ihrem Leben Menschen gibt, die Ihnen nur Probleme gemacht und Sie vielleicht hintergangen haben, dann sollten Sie für sie beten. Leisten Sie Fürbitte für diese Menschen. Bitten Sie Gott für die, die Sie nicht leiden können und mit denen Sie sich uneins sind. Dadurch kommen diejenigen unter den Einflussbereich von Gottes Geist und auch Sie werden dadurch gesegnet.

Gott schaut seine Gemeinde, den Leib Christi, ganz genau an. Er lässt seinen Blick über uns gleiten und sucht nach Fürbittern. Er sucht nach Menschen, die in den Riss treten und beten.
Jesaja 59,16 sagt über Gott: „Er sah, dass kein Mann da war und er wunderte sich, dass es keinen gab, der Fürbitte tat.“
In Hesekiel 22,30 sagt Gott: „Und ich suchte einen Mann unter ihnen, der die Mauer zumauern und vor mir für das Land in den Riss treten könnte, damit ich es nicht verheeren müsste; aber ich fand keinen.“
Jesus selbst lehrte, wie wichtig Fürbitte ist und wie es jemanden vor Gottes Zorn verschonen kann und ihm mehr Gelegenheiten verschaffen kann, umzukehren und gerettet zu werden.

Wissen Sie, wer der größte Fürbitter aller Zeiten ist? Jesus Christus. Er trat in die Kluft zwischen dem gefallenen Menschen und dem heiligen Gott und verband uns miteinander. Er gab sein eigenes Leben auf; er zahlte den höchsten Preis, um uns zu Gott zu bringen.
Wenn Sie Ihr Leben noch nicht Jesus anvertraut haben, wäre doch heute ein guter Tag dafür, oder? Wenden Sie sich an ihn. Er wird in Ihr Leben kommen, Ihre Sünde vergeben und Ihnen einen Neuanfang schenken. – Und Sie können auch gern Kontakt mit uns aufnehmen. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail! Bis nächstes Mal! Gott segne Sie!

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