Eine dankbare Haltung

Dankbarkeit lässt Gott auf uns aufmerksam werden. Wenn wir eine dankbare Haltung haben, erfahren wir Gottes Gegenwart und sein Wohlwollen. Bayless Conley erklärt in dieser Predigt, wie wir durch Dankbarkeit zu einer Zielscheibe für den Segen Gottes werden.

Erfahre, warum du viel mehr zum Danken hast, als du vielleicht meinst. Entdecke, warum Dankbarkeit und Großzügigkeit in Gottes Augen untrennbar miteinander verbunden sind.

Predigtmanuskript

Ein dankbares Herz zieht Gott an. Eine Haltung der Dankbarkeit bringt uns seine Gegenwart und seinen Segen. Gott wird von dankbaren Herzen angezogen. Denken Sie daran, was in Psalm 100, Vers 4 steht. Sicher werden Sie diesen Vers kennen: „Zieht ein in seine Tore mit Dank, in seine Vorhöfe mit Lobgesang! Preist ihn, dankt seinem Namen!“ Ohne ein dankbares Herz kommen wir nicht einmal durch das Tor. Wenn wir in sein Tor einziehen, wenn wir in die Vorhöfe Gottes kommen wollen, wo wir seine Gegenwart voll und ganz erleben können, dann müssen wir mit Dank kommen. Ohne Dankbarkeit kommen wir nicht durch das Tor!

Letzte Woche war ich mit meiner Familie in Santa Barbara im Urlaub. Bei unserer Unterkunft musste man einen Code eingeben, damit sich das Tor zum Grundstück öffnete. Als wir ankamen, dachte ich, ich wüsste den Code. Also tippte ich ihn ein. Aber das Tor öffnete sich nicht. Ich versuchte es noch einmal und überlegte: „Also, zuerst so, und dann so …“ Und dieses Mal stimmte es und das Tor ging auf. Es gibt auch einen Code für das Tor zu Gottes Gegenwart. Er hat acht Buchstaben: D-A-N-K-E-D-I-R – Danke dir. Durch Dankbarkeit kommen wir durch sein Tor.

Dankbarkeit zieht auch Gottes Segen an. Wenn wir eine dankbare Haltung annehmen und unsere Dankbarkeit Gott und anderen Menschen gegenüber ausdrücken, dann glaube ich, dass wir in der geistlichen Welt eine große Zielscheibe auf unserem Rücken haben, auf der steht: „Segne mich.“

Vor ein paar Jahren war ich mit ein paar Freunden in San Clemente. Wir gingen zu einem Ausverkauf bei Riffe, einem Tauchsportausrüster. Dort gibt es Harpunen und anderes Tauchzubehör. Wir fuhren hin und kauften ein paar Sachen. Und danach gingen wir frühstücken, weil es noch ziemlich früh war. Vor dem Laden, in dem wir frühstücken wollten, saß ein Mann mit einem sehr einfallsreichen Schild. Viele Leute haben ja ein Schild neben sich wie „Bitte helfen Sie mir, ich habe Hunger“ oder so etwas. Aber bei diesem Mann stand: „Wetten, dass Sie mich nicht mit einem Vierteldollar treffen können?“ Das gefiel mir und ich glaube, ich habe auch einen Vierteldollar geworfen. Die meisten Leute trafen ihn nicht. Aber wenn Gott Ihnen seinen Segen schickt, verfehlt er nie. Er trifft immer ins Schwarze.

In 2.Timotheus 3,2 lesen wir, dass wir die Endzeit unter anderem daran erkennen werden, dass die Menschen undankbar sind. In der Gesellschaft wird eine allgemeine Haltung der Undankbarkeit herrschen. Und wenn man sich heute umschaut, besonders in unserem Land, sieht man viele Menschen, die meinen, ihnen stünde alles zu. Anstatt dankbar zu sein, denken sie: „Ich habe ein Anrecht darauf. Ihr schuldet mir das.“ Freunde, die Kirche und Gottes Leute müssen dazu einen Gegenpol bilden.

Wenn ich an die biblischen Beispiele von dankbaren Menschen im Gegensatz zu dieser Anspruchshaltung denke, kommt mir als eine der ersten Personen Ruth in den Sinn. Lesen Sie ihre Geschichte. Sie ist ein unglaubliches Beispiel dafür, wie Dankbarkeit Gottes Segen anzieht. Ruth hatte alles verloren. Sie hatte ihren Mann verloren, ihren Schwiegervater, ihre Schwägerin, ihren Schwager, ihr Zuhause, ihr Land und ihren Unterhalt. Sie hatte alles verloren! Als sie und Naomi nach Bethlehem kamen, waren sie vollkommen mittellos. Und Ruth ging auf den Feldern hinter den Schnittern her, die das Getreide ernteten und versuchte, die übrig gebliebenen Ähren einzusammeln, damit sie und Naomi wenigstens ein bisschen Getreide zum Essen hatten.

Aber als Boas sie ansprach, kam so viel Dankbarkeit aus ihrem Mund. Wenn das Leben und die Umstände einen Menschen zusammenpressen, dann wird das herausquellen, was in ihm steckt. Es ist wie bei einem Schwamm. Wenn man ihn ausdrückt, kommt heraus, was in ihm ist. Wenn die Umstände Sie zusammenpressen, dann wird das aus Ihrem Mund kommen, was Ihr Herz ausfüllt.

Und Ruth war dankbar. Sie war dankbar, dass Boas sie bemerkt hatte; sie war dankbar für seine freundlichen Worte; sie war dankbar für seine Großzügigkeit und sie war dankbar für seinen Schutz. Sie hätte auch sagen können: „Ich habe so viel gelitten. Du schuldest mir das. Ich habe mich um deine Verwandte Naomi gekümmert. Ich bin arm und du bist reich. Du schuldest es mir. Du bist dazu verpflichtet.“ Aber das tat sie nicht. Sie arbeitete hart und war dankbar für jede Freundlichkeit, die ihr gezeigt wurde, ganz gleich wie wenig es war. Und Gott segnete sie. Gott segnete sie mit einem Haus; Gott segnete sie mit einem Mann, der Gott liebte; Gott segnete sie mit Wohlstand; Gott segnete sie mit Einfluss und Gott segnete sie mit Kindern. Sie wurde die Urgroßmutter von König David und gehörte zur Ahnenreihe von Jesus Christus. Es war vor allem ihre dankbare Haltung, die den Segen Gottes für ihr Leben anzog.

In 5.Mose 28 zeigt Gott, was Segen und was Fluch bringt. Gott sagt: „Wenn ihr meiner Stimme gehorcht, wenn ihr mir nachfolgt, dann werdet ihr gesegnet. Gesegnet wirst du sein in der Stadt, gesegnet wirst du sein auf dem Feld. Ich werde alles segnen, was du anfasst, ich werde dich in deinen Lagerhäusern segnen. Gesegnet sei dein Eingang und dein Ausgang. Ich will dich segnen.“ Und dann sagt er weiter: „Aber wenn du nicht auf mich hörst und mir nicht gehorchst, dann werden diese Flüche über dich kommen.“ Und dann kommt eine Art Schlüsselvers in diesem Kapitel, in dem Gott einen der Hauptgründe dafür nennt, warum sein Volk Fluch statt Segen erleben wird. Hören Sie zu. Ich lese aus der Gute-Nachricht-Bibel in 5.Mose 28 ab Vers 45. Der Herr sagt: „All dieses Unheil wird über euch kommen und euch verfolgen, bis ihr völlig vernichtet seid, wenn ihr nicht auf den Herrn, euren Gott, hört und seine Gebote und Weisungen befolgt. Daran wird dann für alle Zeiten zu erkennen sein, dass euch und eure Nachkommen der Fluch des Herrn getroffen hat. Wenn ihr dem Herrn, eurem Gott, nicht gern und voll Freude dient, aus Dank für den Wohlstand, den er euch schenkt.“

Der Fluch wird über euch kommen, weil ihr Gott nicht gern und voll Freude dient, aus Dank für den Wohlstand, den er euch schenkt. Da steht, dass Gottes schützende Hand fortgenommen wird und der Fluch, der bereits auf der Erde wirkt, auf sie kommt und sie ihn erleben werden. Keiner von uns weiß, wovor uns Gottes schützende Hand schon alles bewahrt hat. Seine Hand beschirmt uns jeden Tag und viele von uns wären nicht hier, wenn Gottes schützende Hand nicht gewesen wäre. Ich glaube, uns ist nicht bewusst, welche Probleme wir sonst hätten.

Denn auf der Erde sind Flüche am Wirken. Wir haben einen Gegenspieler, den Teufel, der herumgeht wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Seit 1.Mose lesen wir von dem Fluch, der auf die Erde kam. Eines Tages wird Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde machen, aber im Moment funktioniert nicht alles so, wie Gott es ursprünglich vorgesehen hat. Gott sei Dank für seine schützende Hand! Aber Undankbarkeit und eine Anspruchshaltung bringen ihn dazu, seine Hand wegzunehmen. Und genau das geschah Gottes Volk, wenn man seine Geschichte liest. Sie hörten auf, dankbar zu sein. Sie waren nicht mehr dankbar für all das, was Gott getan hatte und noch für sie tat. Gott nahm seine schützende Hand weg und der Fluch kam über sie. Sie erlebten all die schlimmen Dinge, von denen Gott in seinem Wort gesprochen hatte.

Vorhin habe ich ja erzählt, dass wir gerade im Urlaub waren. Ich lade meine Familie einmal pro Jahr in den Urlaub ein und alle kommen mit – die Kinder und die Enkel. Und danach, als wir zu Hause waren, kamen beide Enkel zu mir und sagten: „Opa, danke. Danke, dass du mit uns in den Urlaub gefahren bist.“ Und wissen Sie was? Dann will ich es gleich wieder tun. Ich habe schon versprochen, den Urlaub nächstes Jahr wieder zu planen. Wenn sie undankbar wären, wäre das wahrscheinlich ganz anders.

Freunde von mir hatten einmal einen Freund zu sich eingeladen. Sie sagten: „Du kannst ruhig ein, zwei Wochen bleiben.“ Der Mann machte gerade eine schwierige Zeit durch und sie wollten ihm helfen. Sie kannten ihn schon sehr lange. Aber als er wieder weg war, sagten sie zu mir: „Pastor, noch nie sind wir so froh gewesen, dass jemand wieder ging!“ Sie erzählten: „Er war so undankbar! Nichts war ihm recht. Er beschwerte sich über das Essen, weil wir nicht sein Lieblingsessen gekocht hatten. Er beschwerte sich, dass die Wäsche nicht gemacht war, als er frische Wäsche haben wollte. Er beschwerte sich, dass ich seine Hemden nicht gebügelt habe. Wir hatten ihn zu uns eingeladen, um ihm zu helfen, aber er benahm sich, als schuldeten wir ihm das alles. Seine Undankbarkeit war abstoßend. Wir waren froh, als er endlich wieder ging!“

Ich glaube, genau so, wie ein dankbares Herz Gott und seinen Segen anzieht, so stößt auch eine undankbare Haltung Gott und seinen Segen ab. Wir sollten also unser Bestes geben, um eine dankbare Haltung zu entwickeln.

Schauen wir in 4.Mose 31. Hier steht eine Geschichte darüber, wie Israel gegen die Midianiter in den Krieg zog. Mose sagte: „Nehmt eintausend Männer aus jedem Stamm, also zwölftausend Männer und schickt sie in den Kampf.“ Die Armee der Midianiter war viel größer und Gott schenkte Israel den Sieg. Sie gewannen also. Wenn wir die Geschichte lesen, stellen wir fest, dass ein ungewöhnliches Wunder passiert war. 4.Mose 31,48:

„Und es traten zu Mose die Befehlshaber über die Tausendschaften des Heeres, die Obersten über die Tausendschaften und die Obersten über die Hundertschaften,
und sagten zu Mose: Deine Knechte haben die Summe der Kriegsleute aufgenommen, die unter unserem Befehl waren, und es fehlt von uns nicht ein Mann.
Und so bringen wir eine Opfergabe für den Herrn dar – jeder, was er gefunden hat an goldenem Schmuck: Armspangen und Handspangen, Siegelringe, Ohrringe und Spangen –, um für unsere Seelen Sühnung zu erwirken vor dem Herrn.“

Und dann steht dort das Gewicht der Opfergaben. Alles, was sie brachten, war aus Gold. Ich habe ein bisschen recherchiert und die geringste Angabe, die ich in den Kommentaren dazu gefunden habe, waren 190 Kilo Gold. Der, der am meisten nannte, sagte, es wären 270 Kilo Gold. Nehmen wir mal die Mitte und sagen, es waren vielleicht um die 230 Kilo Gold. Das wären heute neun Millionen Dollar, die die Soldaten auf einmal gespendet haben!
Und das ist ungewöhnlich, denn sie sagten, wofür sie es opferten. Die Männer kannten das Gesetz. Sie können es selbst später nachlesen. Es steht in 2.Mose, Kapitel 30, die Verse 13 bis 15. Dort ist festgelegt, dass dieses bestimmte Opfer ein halber Schekel sein sollte. Ich habe hier einen israelischen halben Schekel in der Hand. Dieses bestimmte Opfer sollte ein halber Schekel sein. In der Bibel steht, dass die Reichen nicht mehr geben müssen und die Armen nicht weniger geben dürfen. Diese Münze ist heute 15 oder 16 Cent wert. Aber im alten Israel war es ein halber Silberschekel. Der hatte die Kaufkraft von etwa fünf Dollar. Bei diesem Opfer stand also im Gesetz ganz genau, dass Gott sagt: „Jeder soll fünf Dollar geben.“
Aber von diesen zwölftausend Männern brachte jeder – und zwar jeder einzelne – ein Opfer, das einhundertfünfzig Mal höher war als gefordert. Warum gaben sie nicht zehn Dollar? „Na komm, ich gebe das Doppelte. Ich bin großzügig. Ich gebe zehn Dollar.“
Oder: „Ich bin richtig spendabel, ich gebe zwanzig. Ich gebe das Vierfache von dem, was eigentlich gefordert wäre.“
Aber jeder Mann gab das Einhundertfünfzigfache von dem, was er opfern musste. Das war für einen Soldaten viel Geld, etwa neun Millionen Dollar. Was sollte das? Warum diese Verschwendung? Wollten sie Gott für seinen Schutz bezahlen? Nein, Gottes Segen kann man nicht bezahlen. Es war der Ausdruck von dankbaren Herzen. Als ihnen die Größe dessen bewusst wurde, was der Herr getan hatte, wurden ihre Herzen von Dankbarkeit erfüllt.

Stellen Sie sich vor, wie die militärischen Anführer zusammenkamen und sagten: „Anführer des Stammes Ruben, tritt vor. Wie viele Männer hast du verloren?“
„Keinen.“
„Was? Bist du sicher?“
„Ja. Wir haben zweimal gezählt. Jeder Mann ist da.“
„Ist das denn möglich? Das gab es noch nie! Unglaublich! Issachar, tritt vor. Wie viele Männer hast du verloren?“
„Keinen. Jeder Mann ist da.“
„Jeder?“
„Ja.“
Und plötzlich trat eine heilige Stille ein, als allen klar wurde, was Gott getan hatte.
„Ihr meint, wir müssen keiner einzigen Frau sagen, dass sie Witwe ist? Das hat es ja noch nie gegeben! Wir müssen keinem einzigen Kind sagen, dass sein Papa nie wieder nach Hause kommen wird? Wir müssen keiner Mutter und keinem Vater sagen, dass ihr Sohn im Dienst gestorben ist! O Gott, was hast du getan!“
Und vielleicht fing es mit einem Mann an. Einer sagte: „Ich werde etwas tun. Ich werde dem Herrn etwas opfern.“ Dann entschieden sie, was für ein Opfer es sein sollte: „Gott sagt, einen halben Schekel. Was? Nur fünf Dollar?“ Und keiner von ihnen sagte: „Wisst ihr was? Ich bin besonders großzügig. Ich gebe das Zehnfache. Ich gebe fünfzig Dollar.“ Nein, jeder einzelne von ihnen gab das 150-Fache dessen, was gefordert war. Sie gaben diese außerordentlich große Spende, weil sie so dankbar dafür waren, was Gott getan hatte.

Ich frage mich, wie viele von uns schon von Gott bewahrt worden sind. Wie oft hat er unsere Kinder und Familien bewahrt? Ich sollte heute nicht hier stehen, das wissen Sie. Keiner der Ärzte dachte, dass ich den Unfall überleben würde. Aber hier bin ich! Jeder Tag ist ein Geschenk Gottes und ich habe so viel, für das ich dankbar sein kann. Ich kann es nicht bezahlen, aber wissen Sie was? Mein Herz ist mehr als ein halber Schekel.

Denken Sie an Zachäus. Er war ein verhasster Steuereinnehmer, ein römischer Kollaborateur, ein Verräter. Jesus blieb stehen, sah ihn im Baum und sagte: „Zachäus, steig herunter. Heute muss ich in dein Haus einkehren.“
Und alle beschwerten sich und sagten: „Was, er geht zu einem Sünder nach Hause?!“ Aber als Jesus das Haus von Zachäus betrat, sagte Zachäus als Erstes: „Die Hälfte von dem, was ich besitze, gebe ich den Armen. Und wenn ich jemanden betrogen habe, gebe ich es ihm vierfach zurück.“ Wollte er Jesus damit bezahlen, weil er ihn bemerkt hatte oder weil er ihn liebte oder weil er ihn annahm, obwohl ihn alle anderen zurückwiesen? Nein. Es war die natürliche Reaktion eines dankbaren Herzens.

Ist Jesus zu dir gekommen? Nahm er dich an, als du zurückgewiesen wurdest? Liebte er dich, als du nicht liebenswert warst?

Einer meiner Freunde predigte einmal in China. Man hörte davon, dass in den Gottesdiensten Menschen geheilt wurden. Und einmal brachte man eine chinesische Frau auf einer Pritsche. Er betete für sie und Gott rührte sie an. Sie wurde in diesem Gottesdienst geheilt. Sie stand auf und war vollkommen gesund. Er redete noch ein wenig mit ihr und kümmerte sich dann um andere Menschen.
Einige Tage später kam sie wieder. Wie sich herausstellte, war sie eine in dieser chinesischen Stadt sehr einflussreiche und sehr wohlhabende Frau. Die Ärzte hatten ihr gesagt, dass sie vielleicht sterben würde. Sie sollte mehrmals operiert werden und, wenn sie es überlebte, lange im Krankenhaus liegen. Anschließend würde sie sechs Monate in der Reha sein und viele Medikamente nehmen müssen. Nach ihrer Heilung setzte sie sich hin und rechnete aus oder ließ ausrechnen, was all die Operationen, die Krankenhausaufenthalte, die Medikamente und die Reha gekostet hätten. Und dann brachte sie ein paar Tage später eine Spende in der vollen Höhe der Summe mit in den Gottesdienst.
Hat sie damit Gott bezahlt? Nein. Es war nur der Ausdruck ihrer Dankbarkeit für das, was der Herr getan hatte. Es reichte übrigens aus, um den Rest seiner Reise nach Tibet und andere Orte in China zu finanzieren, wo er vielen anderen Menschen das Evangelium verkünden konnte. Noch einmal: Wir müssen eine dankbare Haltung pflegen.

Schauen wir uns eine andere erstaunliche Geschichte an. Sie steht im Lukasevangelium. Lukas, Kapitel 7. Wir lesen ab Vers 36.

„Ein Pharisäer hatte Jesus zu sich zum Essen eingeladen und Jesus war gekommen und hatte am Tisch Platz genommen.
In jener Stadt lebte eine Frau, die für ihren unmoralischen Lebenswandel bekannt war. Als sie erfuhr, dass Jesus im Haus des Pharisäers zu Gast war, nahm sie ein Alabastergefäß voll Salböl und ging dorthin.
Sie trat von hinten an das Fußende des Polsters, auf dem Jesus Platz genommen hatte, und brach in Weinen aus; dabei fielen ihre Tränen auf seine Füße. Da trocknete sie ihm die Füße mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit dem Öl.
Als der Pharisäer, der Jesus eingeladen hatte, das sah, dachte er: Wenn dieser Mann wirklich ein Prophet wäre, würde er die Frau kennen, von der er sich da berühren lässt; er wüsste, was für eine sündige Person das ist.
Da wandte sich Jesus zu ihm. Simon, sagte er, ich habe dir etwas zu sagen. Simon erwiderte: Meister, bitte sprich!
Zwei Männer hatten Schulden bei einem Geldverleiher, begann Jesus. Der eine schuldete ihm fünfhundert Denare (das sind eineinhalb Jahreslöhne), der andere fünfzig (das sind eineinhalb Monatslöhne).
Keiner der beiden konnte seine Schulden zurückzahlen. Da erließ er sie ihnen. Was meinst du: Welcher von den beiden wird ihm gegenüber wohl größere Dankbarkeit empfinden?
Simon antwortete: Ich nehme an, der, dem er die größere Schuld erlassen hat. – Richtig, erwiderte Jesus.“
Gehen wir zu Vers 47:
„Ich kann dir sagen, woher das kommt. Ihre vielen Sünden sind ihr vergeben worden, darum hat sie mir viel Liebe erwiesen. Wem aber wenig vergeben wird, der liebt auch wenig.
Und zu der Frau sagte Jesus: Deine Sünden sind dir vergeben.
Die anderen Gäste fragten sich: Wer ist dieser Mann, der sogar Sünden vergibt?
Jesus aber sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden!“

Diese Frau ist offensichtlich eine bekannte Sünderin. Und damals gab es nicht viel, wofür eine Frau berüchtigt und bekannt sein konnte außer für Prostitution. Simon wusste, wer sie war; er wusste, wozu sie in der Lage war. Und man muss anerkennen, dass sie wohl recht erfinderisch war. Sie war irgendwie ins Haus gekommen und hatte sich auf eine private Feier geschlichen. Vielleicht hatte sie mit einem der Diener gesprochen und man hatte sie hereingelassen. Sie kam hinein und sie glaubte, dass Jesus das hatte, was sie brauchte. Und so kam sie zu ihm und näherte sich ihm respektvoll im ehrerbietigen Glauben, dass Jesus sie trotz ihrer Vergangenheit nicht zurückweisen würde. Gut, dass sie nicht versuchte, Simons Füße zu waschen. Dann wäre das Ganze wohl anders ausgegangen.

Bevor ich Christ wurde, kannte ich ein Mädchen. Ich hatte angefangen in der Bibel zu lesen und interessierte mich für das Christentum. Es war, nachdem der kleine Junge mir von Jesus erzählt hatte, aber bevor ich in der Straßenmission war. Dieses Mädchen, das ich kannte, wusste, dass ich in der Bibel las und mich nach Gott sehnte. Eines Tages waren wir im Park und auf einmal fing sie an zu weinen. Ich fragte: „Was ist los?“ Da weinte sie noch mehr. Ich fragte: „Was ist denn?“
Sie antwortete: „Bayless, Gott muss mich so hassen!“
Ich sagte: „Gott hasst dich nicht. Warum sollte Gott dich hassen?“
Sie sagte: „Ich hatte drei Abtreibungen. Ich habe meine drei eigenen Kinder umgebracht. Ich weiß, dass Gott mich hasst.“
Ich war kein Christ. Mir war das alles neu. Ich hatte erst angefangen, in der Bibel zu lesen. Ich wusste nicht, dass ich ihr hätte sagen können: „Gott sagt: Und wenn deine Sünden scharlachrot sind, sie werden schneeweiß werden.“ Ich wusste nicht, dass der Herr sagt: „So weit der Osten vom Westen entfernt ist, so weit habe ich deine Übertretungen von dir entfernt.“ Ich wusste nicht, dass Gott sagt: „Ihrer Sünden und ihrer gesetzlosen Taten werde ich nicht mehr gedenken.“

Die Frau in der Geschichte glaubte, dass es Barmherzigkeit für sie geben würde und sie fand sie. Freunde, ich sage Ihnen heute, dass es Gnade für Sie gibt. Gott liebt Sie, ganz gleich was Sie getan oder nicht getan haben. Es gibt Gnade für Sie.

Und zweitens: Wenn wir diese Geschichte betrachten, wird uns eines klar: Je größer der Sünder war, desto größer ist der Heilige. Jesus erzählt ein kleines Gleichnis. Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Einer schuldete ihm eineinhalb Jahreslöhne, der andere eineinhalb Monatslöhne. Beiden erlässt er es. Wer von beiden liebt ihn mehr? Der, dem er mehr erlassen hat. Jesus sagt: „Wem viel vergeben wurde, der liebt viel.“ Als aus Saulus dem Verfolger Paulus der Prediger wurde, tat er seine Arbeit noch viel eifriger.
Manchen von uns ist nur zu sehr bewusst, dass wir die Schuld nie hätten zurückzahlen können, die derjenige für uns bezahlt hat, der nichts schuldig war. Die Liebe, die Dankbarkeit und Großzügigkeit der Frau waren ihre Antwort auf die Vergebung – nicht der Grund dafür. In 1.Johannes 4,19 steht: „Wir lieben ihn, denn er hat uns zuerst geliebt.“

Und dann sagte Jesus zu ihr: „Dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden.“ Nur Glaube kann Rettung und Frieden mit Gott bringen – nicht Ihre guten Taten. In der Bibel steht: „Durch Glaube seid ihr gerettet, nicht durch gute Werke.“ Keine noch so große Anzahl edler, guter Taten wird Sie vor Gott gerecht machen. Großzügiges, ja aufopferndes Spenden wird Ihnen keinen Frieden mit Gott bringen. Das geschieht nur durch Glauben. Durch Glauben empfangen wir, was uns Gottes Hand in seiner Gnade anbietet: Vergebung, einen Neuanfang, ein neues Leben, Frieden mit Gott und die Vergebung all unserer Sünden.

Ich hoffe, dass Ihnen die heutige Predigt Segen gebracht hat. Schalten Sie nächste Woche wieder ein. Ich hab noch mehr für Sie. Und vergessen Sie nicht, dass Sie für Gott nicht unbekannt sind. Er kennt Sie. Er kennt Ihre Lebenssituation. Und er will Ihnen helfen. In der Bibel steht: „Er ist eine gegenwärtige Hilfe in Zeiten der Not.“ Wenden Sie sich an ihn!

Ein Kommentar

  • Stephanie sagt:

    Oh ja, diese konsumsüchtige kranke Gesellschaft kennt nur fordern, viel für wenig Geld, egal wie der Planet und Menschen den Preis dafür bezahlen müssen. So verzickte respektlose Kinder gab es wohl noch nie zuvor, alles verhermte leere haltlose Seelen, selbst viele Christen leben sehr weltlich. Endzeit ist voll am laufen, was aber auch bedeutet, Jesus Kommen rückt endlich näher, Gott sei Dank für diese Erlösung vom Wahnsinn

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