Leben als Christ

Die Weihnachtsgeschichte aus Josefs Perspektive

Wie ist es wohl Josef, dem irdischen Vater von Jesus, in der Weihnachtsgeschichte ergangen – hast du dich das schon mal gefragt? Josef wird als Person in der Bibel oft übersehen, dabei spielt er in der Weihnachtsgeschichte eine wichtige Rolle. Und auch wir können von ihm Bedeutendes für unser Leben lernen. Denn bestimmt bist du genau wie Josef auch mal in eine schwierige Situation geraten, in der du das Leben nicht mehr unter Kontrolle hattest. Obwohl er nicht verstand, was mit ihm und Maria vor sich ging, vertraute er demütig auf Gott und gehorchte ihm.

Sieh dir mit Bayless Conley die Weihnachtsgeschichte durch Josefs Augen an – es wird dich ermutigen, treu mit Gott zu gehen, auch wenn das Leben dich mit Unerwartetem trifft.

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Predigtmanuskript

Bitte schlagen Sie einmal mit mir Matthäus 1 auf. Das Matthäusevangelium, 1. Kapitel. Ich möchte eine Weile mit Ihnen über die Weihnachtsgeschichte sprechen, aber so, wie sie sich für Josef dargestellt haben muss. Wissen Sie, wir reden über die Hirten. Wir reden viel über Maria. Wir reden über all die verschiedenen Beteiligten, aber einer der unbesungenen Helden in der ganzen Geschichte war Josef. So wie Maria wurde er ausgewählt, um den Sohn Gottes, den Erretter, in die Welt zu bringen. Josef war auch auserwählt.

So wie Maria dazu auserwählt war, den Sohn Gottes, den Retter, in die Welt zu bringen, war auch Josef auserwählt.

 

Aus Matthäus 1 erfahren wir, dass er auserwählt war, weil er ein direkter Nachfahre Davids war, und es war die Erfüllung von Prophetie. Doch es war noch mehr als das; auch andere Faktoren spielten eine Rolle. Es gab Qualitäten in Josefs Leben, die ihn zum Kandidaten für Gottes Erwählung machten, so wie es Qualitäten im Leben der jungen Maria gab, die sie zur Kandidatin für Gottes Erwählung machten. Und wir werden über wahrscheinlich vier, über mindestens vier dieser Qualitäten in Josefs Leben sprechen, wenn wir uns die Weihnachtsgeschichte durch seine Augen anschauen.

 

Als Erstes ist mir besonders aufgefallen, dass er gerecht war. Josef war ein gerechter Mensch. Matthäus 1,18-19:

 

„Mit dem Ursprung Jesu Christi verhielt es sich aber so: Als nämlich Maria, seine Mutter, dem Josef verlobt war, wurde sie, ehe sie zusammengekommen waren, schwanger befunden von dem Heiligen Geist. Josef aber, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht öffentlich bloßstellen wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen.“

 

Er war ein gerechter Mann, sagt die Bibel. Mit anderen Worten, aufrecht. Er tat, was in Gottes Augen richtig war. Man könnte es auch so sehen: Er war gerecht; er handelte im Einklang mit Gott.

 

Er war gerecht. Konkret sehen wir, dass er an Maria dachte, als er herausfand, dass sie schwanger war, und nicht an sich selbst. Er wollte keine Rache und er badete nicht in Selbstmitleid. Er dachte nicht: „Ich werde deinen Namen durch den Schmutz ziehen, und alle werden erfahren, was du getan hast.“ Er ging auch nicht einen Schritt weiter und ließ sie steinigen, was er durchaus hätte tun können. Er hätte Maria nach Moses Gesetz von der Gemeinschaft steinigen lassen können.

 

Überlegen Sie mal. Maria hatte ihre Begegnung mit dem Engel. Der Heilige Geist kam über sie. Sie wurde schwanger, und Lukas erzählt uns, dass sie zu ihrer Cousine Elisabeth ging. Elisabeth war mit einem Priester namens Zacharias verheiratet. Maria blieb drei Monate dort. Dann kam sie schwanger zu Josef zurück. Er wusste nichts über den Engel und die Ankündigung und den Heiligen Geist.

 

Wenn man es durch Josefs Augen betrachtet, brach sicher seine ganze Welt auseinander. Die junge Frau, die er liebt und heiraten will, ist schwanger mit dem Kind eines anderen. Das würde ihn in Nazareth zur Lachnummer machen. Alle seine Pläne, alle seine Träume brechen um ihn zusammen, doch inmitten all dessen denkt er an Maria und will nicht, dass sie zum öffentlichen Gerede wird.

 

Wissen Sie was? Viele Männer hätten sich so verraten und verletzt gefühlt, dass sie gesagt hätten: „Soll doch die ganze Welt wissen, was sie getan hat. Ich verdiene etwas Besseres.“ Doch Josef war ein gerechter, barmherziger Mann. Er verhielt sich wie Gott, der uns treu bleibt und barmherzig mit uns bleibt, trotz unserer Untreue.

 

Josef war ein gerechter Mann. Und ich denke, wenn wir dem nacheifern wollen, müssen wir natürlich an andere denken, auch an diejenigen, die uns Unrecht getan haben. Wir müssen darüber nachdenken, ihnen mit der gleichen Barmherzigkeit zu begegnen wie Gott es tut, statt uns von Rachegedanken auffressen zu lassen oder in Selbstmitleid zu baden.

 

Was mir in dieser Geschichte über Josef als Zweites auffällt, ist, dass er nicht überstürzt handelte. Josef war nicht unüberlegt. In Matthäus 1,20-21 heißt es:

 

„Während er dies aber überlegte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen! Denn das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen, denn er wird sein Volk retten von seinen Sünden.“

 

Josef war nicht unüberlegt. Er traf keine Entscheidung aus Wut heraus. Die Bibel sagt, er überlegte.

 

Wir müssen zweimal nachdenken, bevor wir einmal sprechen, und sogar noch mehr, bevor wir handeln.

 

In Prediger 7,9 heißt es:

 

„Sei nicht vorschnell in deinem Geist zum Zorn, denn der Zorn wohnt in der Brust der Toren.“

 

Prediger 5,1:

 

„Sei nicht vorschnell mit deinem Mund.“

 

Sprüche 19,2:

 

„Wer mit den Füßen hastig ist, tritt fehl.“

 

Jakobus 1,19:

 

„Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn!“

 

Wer übereilte Entscheidungen trifft, besonders, wenn er wütend oder verletzt ist, macht seine Probleme in aller Regel nur noch größer. Im Jakobusbrief heißt es: „Eines Mannes Zorn wirkt nicht Gottes Gerechtigkeit.“

 

Ich gebe zu, das ist einer der Bereiche, in denen ich Gott um Hilfe bitte – dass ich mich beruhige und keine Entscheidungen treffe, wenn ich wütend bin. Normalerweise habe ich kein Problem damit, Entscheidungen zu treffen. Janet fragt: „Welches Paar Schuhe?“ – „Dieses.“ – „Du hast gar nicht hingesehen.“ – „Doch, ich habe es gesehen, als du hereingekommen bist.“ So bin ich meistens. Ich treffe schnelle Entscheidungen. Aber das tue ich auch, wenn ich wütend bin, und das ist nicht gut.

 

Lassen Sie sich nicht nervös machen. Schalten Sie runter. Bei mir gibt es drei Geschwindigkeiten: langsam, langsamer und Stillstand.

 

Josef war nicht unüberlegt. Das ist etwas sehr Schönes.

 

Wir sollten auch noch etwas anderes bedenken. Während Josef über die Ereignisse nachdachte, kommunizierte Gott mit ihm. Als er sich Zeit zum Nachdenken nahm, sprach Gott. Ich glaube, wenn wir still werden und uns Zeit zum Nachdenken nehmen, statt aus der Haut zu fahren und eine vorschnelle Entscheidung zu treffen, geben wir Gott die Möglichkeit uns zu zeigen, was er über die Angelegenheit denkt. Während Josef überlegte, während er wartete und nachdachte und wahrscheinlich betete: „Was soll ich nur machen?“, sprach Gott. Doch wenn wir auf die Palme gehen und eine überstürzte Entscheidung treffen, geben wir Gott keine Zeit, in die Situation hineinzusprechen.

 

Das bringt mich zu dem dritten Aspekt, der mir an Josef aufgefallen ist: Obwohl er nicht voreilig war, sobald er Gottes Willen verstanden hatte, war er gehorsam. Josef war gehorsam. Lesen wir weiter im gleichen Kapitel, Matthäus 1,22-25:

 

„Dies alles geschah aber, damit erfüllt wurde, was von dem Herrn geredet ist durch den Propheten, der spricht: ‚Siehe, die Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Emmanuel nennen‘, was übersetzt ist: Gott mit uns.

Josef aber, vom Schlaf erwacht, tat, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich; und er erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn geboren hatte; und er nannte seinen Namen Jesus.“

 

Achten Sie einmal darauf: Sobald er aufwachte und Gottes Willen verstand, setzte er ihn sofort um. Als er aufwachte, tat er, was Gott ihm im Traum durch den Engel gesagt hatte. Er wich nicht aus und wurde nicht schwankend, obwohl sich wahrscheinlich einige unangenehme Folgen für ihn ergaben. Er würde sich Verwandten und Freunden stellen müssen, die ihn für dumm hielten, weil er diese junge Frau heiratete, die bereits schwanger war. Jeder konnte nachrechnen und sagen: „Sie ist schwanger geworden, bevor ihr geheiratet habt, und du bist trotzdem bei ihr geblieben.“ Damit musste er fertig werden.

 

Sogar in den Evangelien gibt es zumindest Hinweise darauf, dass unter dem Volk Gerüchte über die Legitimität der Geburt Jesu kursierten. In Johannes 8,41 lesen wir, wie Jesus einige der religiösen Leiter konfrontierte, und sie sagten: „Hey, wir sind nicht ungesetzlich. Gott ist unser Vater.“ Und manche Kommentatoren sagen, darin steckt die unterschwellige Aussage: „Wir sind nicht ungesetzlich wie einige der Menschen, die hier stehen. Ja, wir kennen die Gerüchte. Josef ist nicht dein Vater.“ Mit all diesen Dingen musste Josef sich herumschlagen, aber trotzdem gehorchte er sofort.

 

Und ich glaube, dass zeitnaher Gehorsam auch zeitnah Segen nach sich zieht. Vielleicht müssen wir nur deshalb manchmal länger auf Gottes Antworten warten, weil wir ihm nicht immer gleich gehorsam sind und anderen Gutes tun.

 

In der Bibel gibt es ein unabänderliches Gesetz. Galater 6,7:

 

„Was ein Mensch sät, das wird er auch ernten.“

 

Wenn ich immer erst lange brauche, bis ich gehorsam bin und anderen Gutes tue und meine Zeit, mein Geld oder mein Talent gebe, werde ich so ernten, wie ich gesät habe, wenn ich selbst in Not bin. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Gottes Barmherzigkeit ist viel größer und Buße ist unglaublich wichtig bei Gott. Wenn wir es ernst meinen, gibt Gott uns auch „Kredit“. „Gott, ich verspreche, dass ich das nächste Mal gleich handele, wenn du mit mir redest.“ Und Gott sagt: „Okay, ich nehme dich beim Wort.“

 

Aber es gibt ein Gesetz, das wir in Bewegung setzen, gerade wenn es um Gehorsam geht. Wenn wir verspätet reagieren, kommt es auf die gleiche Weise zu uns zurück.

 

Ich hatte Freunde, die die Bibelschule besuchten, und sie hatten finanziell zu kämpfen. Der Mann war ein gewiefter Geschäftsmann. Er hatte eine eigene Firma, aber keine Kunden. Er sagte mir: „Pastor, ich habe einfach gebetet. Die Lage war verzweifelt. Ich hatte kein Geld für den Unterricht; wir hatten kein Geld für die Miete. Ich sagte: Gott, was ist hier los? Ich tue alles, was ich kann.“ Und er sagte: „Pastor, der Heilige Geist sprach zu mir: Ich habe dir vor sechs Monaten gesagt, dass du dem Missionar auf den Philippinen 200 Dollar schicken sollst. Hast du es getan? Ich sagte: Nein, ich habe es nicht getan.“

 

Da stellten er und seine Frau einen Scheck aus, und dieser Betrag war praktisch alles, was sie noch hatten. Er ging zur Post und schickte ihn an den Missionar auf den Philippinen. Als er zurückkam, warteten in seiner Firma Kunden auf ihn und es tauchten immer noch mehr auf, sodass er bald mehr Arbeit hatte, als er bewältigen konnte. Er sagte: „Mir ist klar, dass der Segen, auf den ich wartete und der so verzögert kam, in direkter Verbindung zu meinem verzögerten Gehorsam stand. Ich erntete auf dieselbe Weise, wie ich gesät hatte.“

 

Josef war gehorsam. Bitte gehen Sie mit mir weiter zu Matthäus 2,13-14:

 

„Als sie aber hingezogen waren, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Josef im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und fliehe nach Ägypten, und bleibe dort, bis ich es dir sage! Denn Herodes wird das Kind suchen, um es umzubringen. Er aber stand auf, nahm das Kind und seine Mutter des Nachts zu sich und zog hin nach Ägypten.“

 

Aus Gehorsam entwurzelte er seine ganze Familie und zog in ein fremdes Land. Josef verließ Verwandte, Freunde, Nachbarn, alles Vertraute, und ging ins Unbekannte, weil Gott ihn dorthin führte.

 

Ich glaube, wenn wir auf dem Weg des Gehorsams mit Gott unterwegs sind, führt uns dieser Weg häufig aus unserer Komfortzone und hinein ins Unbekannte.

 

Wir sind nur Besucher auf der Durchreise. Vor uns wird sich eine Ewigkeit eröffnen. Ich denke, als Nachfolger Christi sollte jeder von uns sofort bereit sein, hinzugehen, wo Gott uns hinschickt, und zu tun, worum immer er uns bittet.

 

Ich bin sicher, Josef plante, ein Haus zu bauen und sich einen eigenen Betrieb aufzubauen, aber Gott durchkreuzte seine Pläne unsanft und schickte sie nach Ägypten. Und wiederum gehorchte Josef prompt. Er gehorchte sofort, als er Gottes Willen kannte.

 

Er hätte sagen können: „Ägypten? Warum Ägypten? Ich kenne niemanden in Ägypten.“ Ägypten war berüchtigt für Götzendienst und Tyrannei. Sie hatten nicht gerade die beste Beziehung zu Gottes Volk. Ägypten war für Israel ein Sklavenhaus gewesen, und besonders grausam hatten sie sich gegenüber jüdischen Kindern gezeigt. Du sagst, ich soll meine junge Frau und meinen kleinen Jungen nach Ägypten bringen?

 

Gott kann die schlimmsten Orte seinen besten Zielen dienen lassen, und der sicherste Ort ist inmitten von Gottes Willen. Josef stellte Gottes Ortswahl nicht infrage. Mehr noch: Er stellte auch nicht Gottes Methode infrage, wie er das Kind und die Familie schützen wollte. Er hätte sagen können: „Na hör mal! Ist das nicht Gottes Sohn? Kann er nicht einfach eine Legion Erzengel rufen, um uns zu schützen? Kann er Herodes nicht einfach tot umfallen lassen? Kann er nicht die Hand lähmen, die gegen ihn ausgestreckt ist?“ Ja, das alles kann Gott. Doch häufig wählt er Mittel, die wir nicht wählen würden, um seinen Plan zu erfüllen. Er erreicht Dinge so, wie er sie erreichen will. Er wirkt alle Dinge nach dem Rat seines Willens, heißt es im Epheserbrief. Nicht nach unserem Willen, sondern nach seinem.

 

Manche von Ihnen wissen noch, dass wir in unseren vorherigen Räumlichkeiten an den Wochenenden sieben Gottesdienste hatten, und zwei von ihnen wurden live in das Clubhaus am Golfplatz übertragen. So kamen noch zwei Gottesdienste hinzu, aber dennoch ging uns der Platz aus. Fast jedes Wochenende standen die Menschen Schlange und wir mussten sie wegschicken. Wir hatten einfach keinen Platz für sie.

 

Wir brauchten also unbedingt neue Räume, und schließlich landeten wir auf sechs Parzellen an der Katella Avenue, wo wir gerade sind. Sie gehörten vier verschiedenen Personen, die an verschiedenen Orten im Land lebten, und niemand hielt es für möglich, aber sie alle verkauften an uns, wir fügten sie zusammen und hatten ein Grundstück von 7,3 Hektar. Dort ist jetzt das Costco-Kaufhaus, unten an der Straße. Das Grundstück gehörte uns.

 

Ein ganzes Jahr lang arbeiteten wir zusammen mit der Stadtverwaltung Baupläne aus. Wir reichten sie ein, um eine Baugenehmigung zu bekommen, und drei Tage später teilte uns die städtische Planungsbehörde in einem Brief mit, dass sie uns das Grundstück zu einem Preis, der Millionen Dollar unter seinem Wert lag, abkaufen würden. Wenn wir dem nicht sofort zustimmten, würden sie uns kurzerhand enteignen, unser Grundstück in Besitz nehmen und uns den Zugang verwehren, und das taten sie dann auch prompt. Darauf folgte ein jahrelang andauernder Rechtsstreit.

 

Er landete vor dem Bundesgerichtshof, nur eine Stufe unterhalb des Obersten Gerichtshofs, und schließlich gewannen wir den Prozess. Das Ende vom Lied war: Statt den 7,3 Hektar hatten wir jetzt fast die doppelte Fläche, fast 13,3 Hektar, und es wurde ein Präzedenzfall geschaffen, der den Gemeinden in ganz Amerika half.

 

Gottes Wege sind höher als unsere Wege. Er sagte nicht: „Männer, hört zu. Ich sage euch, was passieren wird und was wir tun werden. Ich werde die Fläche eures Grundstücks verdoppeln und es wird ein Präzedenzfall geschaffen werden. Dieser wird Hunderten, wenn nicht Tausenden Gemeinden im ganzen Land helfen, deshalb brauche ich euch als die Speerspitze.“ Er sagte nichts dergleichen. Er führte uns als Gemeinde nur dazu, das Grundstück zu kaufen und Pläne zu schmieden und ließ dann alles andere daraus entstehen.

 

Er wählt keine Methoden und Mittel, die wir normalerweise wählen würden, doch wir müssen ihm immer weiter vertrauen. Genau das tat Josef, und das ist der vierte Aspekt, über den ich sprechen möchte. Josef vertraute.

 

Josef lebte in Abhängigkeit von Gott. Ist es Ihnen aufgefallen? Als Gott durch den Engel zu Josef sagte. „Geh nach Ägypten“, nahm er seine Familie und ging. Gott hatte aber nicht gesagt, wohin in Ägypten. Ägypten ist ein großes Land. Aber Josef nahm seine Familie und seine wenigen Habseligkeiten und sie gingen nach Ägypten. Er vertraute darauf, dass Gott ihm schon den nächsten Schritt zeigen würde, wenn er dort eintraf.

 

Er sagte nicht: „Nun, gut, ich gehe. Nenne mir den Namen der Stadt. Nenne mir den Namen der Person, die dort auf uns wartet.“ Nichts. Er stand nur auf, ging los und vertraute darauf, dass der Herr ihn führen würde. Und dann sagte der Engel: „Bleib hier, bis ich dir ein Wort gebe.“ Aber wie lange wird das dauern? Eine Woche? Einen Monat? Drei Monate? Oder ein Jahr? Das war die ganze Anweisung, die er bekam. Geh nach Ägypten und bleibe dort, bis ich dir etwas anderes sage. Keine weiteren Anweisungen.

 

Manche Kommentatoren glauben, dass Josef, Maria und Jesus über ein Jahr oder sogar mehrere Jahre in Ägypten waren. Manche von ihnen gehen sogar so weit, zu sagen, dass sie wohl sieben Jahre dort waren.

 

Doch dann herrschte Funkstille, bis Herodes starb. Wir lesen nichts darüber, ob Gott wieder durch einen Traum zu ihm sprach oder weitere Anweisungen gab. Vielleicht waren es Jahre des Schweigens, aber Josef blieb, und er vertraute. Und schließlich sagte Gott ihm, dass Herodes gestorben war. Und dann ging Josef zurück nach Israel, wie wir gleich lesen werden.

 

Ich glaube, wir sollten alle einfach treu weiterhin das Letzte tun, was Gott uns aufgetragen hat, bis wir eine neue Anweisung bekommen.

 

In Matthäus 2,19-21 heißt es:

 

„Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Josef in Ägypten im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und zieh in das Land Israel! Denn sie sind gestorben, die dem Kind nach dem Leben trachteten. Und er stand auf und nahm das Kind und seine Mutter zu sich, und er kam in das Land Israel.“

 

Auch hier steht wieder nicht, wohin in Israel. Israel ist groß, besonders für einen Zimmermann aus einem kleinen Dorf. Aber er nahm sofort seine Familie und gehorchte Gott und vertraute darauf, dass Gott ihn auf dem Weg führen würde.

 

Philippus. In der Stadt Samaria war eine große Erweckung ausgebrochen, und er stand an ihrer Spitze. Der Heilige Geist sagte zu ihm: „Geh in die Wüste.“ Das war’s, keine weiteren Anweisungen. Er ging in die Wüste, und der Heilige Geist sprach erneut: „Dort ist ein äthiopischer Eunuch, ein mächtiger Mann, direkt der Königin von Äthiopien unterstellt. Geh und sprich mit ihm.“ Philippus erklärte ihm das Evangelium, der Mann bekehrte sich und wurde getauft. Nun stand die Tür zu einer ganzen Nation offen, doch das wusste Philippus nicht. Die einzige Anweisung war: „Geh in die Wüste.“

 

In der Regel gibt Gott uns nur ein kleines bisschen Licht, und wir müssen in diesem Licht gehen, bevor er uns mehr gibt.

 

Wenn Sie heute Abend ins Auto steigen und den Motor anschalten, dann gehen die Scheinwerfer an. Das gibt Ihnen vielleicht 15 Meter Licht. Sie können im Auto sitzenbleiben, bis Sie sterben, wenn Sie denken: „Ich fahre nicht los, bis die Scheinwerfer den gesamten Heimweg beleuchten.“ Nein, es gibt 15 Meter Licht. Sie fahren die 15 Meter, und nun haben Sie weitere 15 Meter Licht. Gott macht es genauso. Gehen Sie in dem Licht, das er Ihnen gibt, und er wird Ihnen mehr Licht geben.

 

Mir gefällt die Geschichte von Josef – wie Gott ihn führte, wie er seine Familie von einem Ort zum anderen brachte und wie der Engel zu ihm sprach. Ich finde das faszinierend. Darin steckt eine Wahrheit, aus der wir lernen können. Aber das Wichtigste an der ganzen Geschichte ist, dass der Retter der Welt geboren war.

 

In dieser Weihnachtszeit bete ich, dass Sie über die Maßen gesegnet werden. Und dass Sie diesen Retter kennenlernen, der in die Welt kam, um die Sünder zu erlösen. Der eine, der kam, um zu suchen und zu retten, was verloren war, nämlich Sie und ich, Freunde.

 

Aber vielleicht sind in Ihrem persönlichen Umfeld Menschen, die noch hören müssen, dass der Retter gekommen ist. Und Gott will Sie gebrauchen, und er will mich gebrauchen, um ihnen die gute Nachricht zu bringen. Dafür brauchen wir keine hochtrabende Präsentation, sondern nur eine normale Unterhaltung. Wir können jemandem erzählen, was Jesus für uns getan hat.

 

Hören Sie, ich wünsche Ihnen ein Weihnachtsfest, das so schön, so gesegnet und so voller Freude ist wie noch kein anderes zuvor.

 

Vater, ich bete, dass du meinen Freunde segnest. Segne sie über die Maßen. Lass deinen Segen ihre Erwartungen übertreffen.

 

Und jenen von Ihnen, die das Evangelium mit uns teilen und diese Sendung unterstützen, will ich einfach danke sagen. Gott segne Sie.

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