Der große Glaube einer Mutter – Harrison Conley

In dieser Predigt zum Muttertag zeigt uns Harrison Conley drei wichtige Zutaten für einen großen Glauben: Ausdauer, Anbetung und Demut. Das alles zeichnete eine Mutter in der Bibel aus, deren Glauben Jesus als „groß“ bezeichnete. Entdecke anhand dieser Geschichte, was dich für schwere Zeiten ausrüstet und deinen Glauben stark macht. Heute speziell für alle Mütter – aber natürlich für jeden von uns gültig!

Predigtmanuskript

Hallo, ich bin Bayless Conley. Eine der besten Entdeckungen meines Lebens war, dass die Bibel uns Antworten gibt. Wir alle haben im Leben große Fragen. Und ich habe herausgefunden, wo es Antworten gibt. Die heutige Predigt ist von meinem Sohn Harrison Conley. Er hat am Muttertag eine großartige Predigt gehalten, in der er drei Prinzipien vorstellt, die für Männer und Frauen gleichermaßen gelten. Also lassen Sie sich durch sein Wort näher zu Gott führen während Harrison predigt.

Ich möchte Ihnen eine Geschichte vorlesen, die viele von Ihnen sicher kennen. Und durch die Hilfe des Heiligen Geistes gewinnen Sie vielleicht einige neue Gedanken und Erkenntnisse dazu.

Sie können Matthäus 15, ab Vers 21 aufschlagen. Ich lese aus der Elberfelder Übersetzung der Bibel. Da heißt es:

„Und Jesus ging von dort weg und zog sich in die Gegenden von Tyrus und Sidon zurück.“
Vers 22:
„… und siehe, eine kanaanäische Frau, die aus jenem Gebiet herkam, schrie und sprach: Erbarme dich meiner, Herr, Sohn Davids! Meine Tochter ist schlimm besessen.
Er aber antwortete ihr nicht ein Wort.
Und seine Jünger traten hinzu und baten ihn und sprachen: Entlass sie! Denn sie schreit hinter uns her.
Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
Sie aber kam und warf sich vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!
Er antwortete und sprach: Es ist nicht schön, das Brot der Kinder zu nehmen und den Hunden hinzuwerfen.
Sie aber sprach: Ja, Herr; doch es essen ja auch die Hunde von den Krumen, die von dem Tisch ihrer Herren fallen.
Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an.“

In dieser Geschichte stecken viele Gedanken. Sie wird übrigens nicht nur hier im Matthäusevangelium erzählt, sondern auch in Markus 7. Wir könnten aus diesem Text viele verschiedene Themen und Gedanken herausholen, aber ich möchte mich auf einen Satz im letzten Vers konzentrieren, in Vers 28. Da sagt Jesus zu der Frau: „Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst!“ Haben Sie gewusst, dass Jesus nur zweimal in der ganzen Bibel den Glauben von jemandem als groß bezeichnet? In Lukas 7 sagt er über einem römischen Hauptmann: „Selbst in Israel habe ich keinen so großen Glauben gefunden.“ Und hier in Matthäus 15 sagt er zu der Mutter: „Frau, dein Glaube ist groß.“

Ich möchte heute über den großen Glauben einer Mutter sprechen. Wenn Sie sich Notizen machen und dieser Predigt einen Titel geben wollen, wäre das: „Der große Glaube einer Mutter“. Wir erkennen hier in diesem Text drei Zutaten oder drei Bestandteile eines großen Glaubens. Sie stehen alle in diesem Text. Und für alle drei dient uns diese Mutter als Beispiel. Sie werden feststellen, dass die drei Bestandteile fortlaufend sind. Mit anderen Worten: Sie bauen aufeinander auf. Sie sind voneinander abhängig. Wenn man sie zusammenfügt, ist das Ergebnis ein großer Glaube.

Erstens: Der erste Bestandteil eines großen Glaubens ist Ausdauer. Und zwar Ausdauer inmitten von Schweigen, inmitten von Abwehr und inmitten von Verwirrung. Diesen ersten Bestandteil möchte ich in drei Teile einteilen. Aber schauen wir uns zuerst den Text an. Wir sehen hier eine Mutter, die zu Jesus kommt. Sie ist verzweifelt. Sie ist in großer Not. Ihre Tochter wird von Dämonen gequält, von denen sie besessen ist.

Wir erfahren nicht die genauen Symptome der Tochter, aber anhand anderer Bibelstellen wissen wir, dass es eine große Qual gewesen sein muss. An anderen Stellen in der Bibel bekommen Menschen durch Dämonen Krämpfe und Anfälle. Die Dämonen versuchen, die von ihnen besessenen Menschen zu töten, indem diese sie ins Feuer oder ins Wasser werfen. In Markus 5 wird ein besessener Mann beschrieben, der seinen Verstand verloren hat. Er hat übermenschliche Kräfte und lebt auf dem Friedhof. Von Dämonen besessen zu sein, ist also nichts Gutes. Wir kennen zwar die genauen Symptome nicht, an denen die Tochter litt, aber wir wissen, dass die Mutter am Ende ihrer Kräfte ist. Sie braucht unbedingt die Hilfe Jesu. Also kommt sie zu ihm. Sie erklärt ihre Situation. Sie schildert ihre Not. Und nach allem, was wir über Jesus wissen, würden wir als Leser hier erwarten, dass er seine Hand ausstreckt, sie berührt und ihre Tochter befreit und heilt. Aber wie reagiert Jesus? Vers 23: „Er antwortete ihr nicht ein Wort.“

Haben Sie das auch schon erlebt? Sie haben gebetet. Sie haben Gott Ihre Not geschildert. Sie brauchen seine Hilfe, sein Eingreifen, seine Berührung. Aber nichts geschieht. Es herrscht einfach Schweigen. Ein Rauschen am anderen Ende der Leitung.

Schweigen ist frustrierend, auch in kurzen Momenten, in Zeiträumen, die im Rahmen der Ewigkeit nicht wirklich etwas bedeuten. Aber wenn es um Leben und Tod geht, wenn man verzweifelt ist und dringend eine Antwort von Gott braucht und er darauf nur mit Schweigen antwortet, geben viele von uns auf. Dann fangen viele von uns an, der Lüge des Feindes zu glauben, die besagt: „Gottes Schweigen bedeutet, dass er kein Interesse an dir hat und dass ihm deine Situation gleichgültig ist.“

Aber für einen großen Glauben, einen Glauben, der das Herz Gottes bewegt und Gottes Aufmerksamkeit weckt, braucht es Ausdauer, auch wenn Schweigen herrscht. Das gefällt mir an der Mutter in dieser Geschichte so sehr. Ich möchte wie sie sein. Denn obwohl sie nicht die Antwort von Jesus bekommt, die sie sich wünscht, bleibt sie stur und sagt: „Du wirst mich nicht los. Du kannst so lange schweigen, wie du willst. Ich bleibe hier. Ich habe ein krankes Kind zu Hause. Ich gehe hier nicht weg. Du kannst schweigen, du kannst dein Ding durchziehen, aber du wirst mich nicht los, bevor du nicht meine Tochter geheilt hast.“ Das ist das Herz einer Mutter. Sie ist voller Glauben. Sie ist voller Ausdauer. Sie lässt sich vom Schweigen Jesu nicht abschrecken. Und das sollten wir auch nicht.

Ein großer Glaube bleibt standhaft, auch wenn Schweigen herrscht. Aber er bleibt auch bei Angriffen standhaft. Zuerst stößt die Mutter bei Jesus nur auf Schweigen, aber im nächsten Satz lesen wir, dass die Jünger versuchten, sie zu verscheuchen. Sie sagten: „Verschwinde.“ Wir lesen, dass die Jünger zu Jesus kamen und ihn drängten: „Schick sie weg.“ Mit anderen Worten: Seine Jünger sagten: „Jesus, sie schnallt es nicht. Wir haben ihr gesagt, dass sie gehen soll, aber sie tut es nicht. Jesus, siehst du das? Verstehst du nicht, was hier passiert? Sie hört nicht auf uns. Kannst du nicht ein Machtwort sprechen und ihr sagen, dass sie gehen soll?“

Vielleicht hoffen und beten Sie für einen Durchbruch in Ihrer Ehe, aber Ihr Ehepartner scheint sich immer mehr von Gott zu entfernen. Und Ihre christlichen Freunde, die Sie eigentlich unterstützen sollten, sagen: „Ich habe dir gesagt, dass er nicht gut ist. Ich habe dir gesagt, dass du ihn nicht heiraten sollst. Du hast nicht darüber gebetet, stimmt’s?“ In irgendeiner Form haben wir das alle sicher schon erlebt. Es ist eine Tatsache, dass wohlmeinende Christen manchmal Dinge sagen oder tun, die nicht hilfreich sind oder sogar verletzen.

Bei der Mutter in dieser Geschichte sind das die Jünger. Es sind die, die Jesus am nächsten stehen und die ihn der Welt gegenüber am meisten widerspiegeln sollten. Genau diese Leute greifen die Mutter an. Der Grund dafür sind ihre tief verwurzelten sozialen Vorurteile. Die Jünger sehen hier nicht nur eine Heidin, der sie mit Rassenvorurteilen begegnen, sondern auch eine Frau, gegen die sie aufgrund ihres Geschlechts Vorurteile haben.

Was ich damit sagen will, ist, dass es normalerweise nicht Jesus ist, durch den Menschen verletzt werden. Es sind andere Menschen. Sehen Sie, diese Kirche, diese Familie, zu der wir alle gehören, ist nicht perfekt. Und wissen Sie, warum? Weil Sie und ich dazugehören und weil keiner von uns ein perfekter Jünger ist. Je länger wir hier zusammen sind und je mehr wir unser Leben miteinander teilen, desto mehr Gelegenheiten wird es geben, einander zu enttäuschen.

Aber dann gibt es in unserer Geschichte diese Mutter. Ich finde es großartig, wie wir sogar inmitten von Angriffen von ihr lernen können. Wenden wir unseren Blick von anderen Leuten ab und richten ihn auf Jesus, denn er ist der Ursprung und Vollender unseres Glaubens. Wenn wir auf ihn als unsere Quelle blicken, entwickeln wir Ausdauer und die Fähigkeit am Glauben festzuhalten.

Wir müssen im Schweigen standhaft bleiben, bei Angriffen, und auch trotz Verwirrung. Standhaft bleiben trotz Verwirrung. Schauen wir uns Vers 24 an. Nachdem sie Schweigen und Angriffe ausgehalten hatte, spricht Jesus schließlich mit der Frau. Und was sagt er? „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“ Die Frau dachte sicher: „Was? Was bedeutet das – die verlorenen Schafe des Hauses Israel?“ Das war ganz bestimmt nicht die Antwort, die sie erwartet hatte. Ich bin sicher, dass in ihrem Inneren ein Dialog ablief wie: „Heißt das, dass er mir nicht helfen wird oder hilft er mir jetzt? Ist er nur für die Juden gekommen und nicht für die Heiden?“

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe schon ähnliche Situationen erlebt, in denen es aussah, als würde Gott allem und jedem helfen, nur mir nicht. Man hört lauter Geschichten und erlebt hier in der Kirche mit, wie Schwester Soundso beschenkt und Bruder Soundso geheilt wurde. Aber Sie können die Miete nicht bezahlen und sind immer noch krank und denken: „Hey, kannst du auch mal meine Gebete erhören?“ Es ist verwirrend, wenn Gott nicht tut, was er unserer Meinung nach irgendwann tun sollte.

In meinem Leben gab es schon Momente, in denen ich laut gesagt habe: „Gott, du solltest wirklich ein bisschen berechenbarer sein.“ Aber die Wahrheit ist: Gott wird nie der sein, der er unserer Meinung nach sein sollte. Denn Gott ist nicht so, wie ich es mir denke. Gott ist so, wie er es seinem Wort nach ist. Es ist unsere Aufgabe, unser Denken an seinem Wort auszurichten. Denn sein Wort sagt, wer er ist. Er ist der, der er seinem Wort nach ist. Er und sein Wort sind austauschbar. Sie sind das Gleiche. Er sagt in seinem Wort: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege. So viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ Das steht in seinem Wort. Die geheimnisvollen Dinge, die wir nicht verstehen, gehören zu ihm. Er kennt Anfang und Ende. Nichts kann ihn überraschen.

Sobald wir denken, wir hätten Gott durchschaut, bringen wir Verwirrung und nicht Glauben in die Gleichung hinein. Denn Gott lässt sich nicht durchschauen. Gott lässt sich nicht abstempeln und in eine Schublade stecken, die wir selbst geschaffen haben. Nein, wenn wir denken, wir hätten Gott verstanden, werden wir wahnsinnig. Denn unser Gott ist unbeschreiblich. Ich möchte keinem Gott dienen, den ich durchschauen kann. Ich möchte einem Gott dienen, der so ist, wie er seinem eigenen Wort nach ist. Es ist Glaube nötig, um Gott zu glauben, dass er so ist, wie er sagt, und nicht so, wie ich ihn haben will. Er ist nicht so, wie wir ihn haben wollen. Er handelt und redet nicht immer so, wie wir es gern hätten. Wir brauchen Glauben, um im Gebet standhaft zu bleiben, wenn es verwirrend wird und aussieht, als würde Gott allen außer mir helfen.

Das gefällt mir so an der Mutter in unserer Geschichte. Sie hat Ausdauer, auch wenn Gott schweigt, auch wenn andere Christen sie angreifen und sogar, wenn die Worte Jesu für sie in ihrer Situation nicht viel Sinn ergeben. Sie hat Ausdauer.

Die Frage ist nun: Wie bekommen wir eine solche Ausdauer? Erstens: Indem wir im Kopf behalten, worüber wir gerade gesprochen haben. Und zweitens entwickeln wir Ausdauer ganz praktisch durch Anbetung. Das ist der zweite Bestandteil eines großen Glaubens: Anbetung. Wie gesagt, bauen diese Elemente aufeinander auf. Sie brauchen einander. Wenn sie alle zusammenkommen, ergibt das einen großen Glauben.

Schauen wir uns Vers 25 an. Direkt nach Jesu Aussage, dass er nur für das Haus Israel gekommen ist, folgt die Reaktion der Mutter. Schauen wir sie uns an. Ich finde sie großartig. „Sie aber kam und warf sich vor ihm nieder.“ Sie kam und betete ihn an. Sie war Schweigen, Angriff und Verwirrung begegnet. Aber sie kam und betete ihn an.

Sehen Sie, gute Anbetung bedeutet nicht, dass wir musikalisch gut sind. Es geht nicht darum, wie gut wir zusammenklingen, ob wir die richtigen Töne treffen oder ob wir ein Instrument spielen können. Nein. In der Anbetung geht es überhaupt nicht um das Äußere. Es geht nicht darum, ob wir den Rhythmus eines Liedes halten. Nein, es geht um den Zeitpunkt, zu dem wir Gott anbeten.

Die Mutter in unserer Geschichte lehrt uns, dass wir Gott anbeten sollen, bevor das Wunder eintritt. Wir sollen Gott anbeten, bevor wir die Antwort bekommen und den Durchbruch erleben. Wir sollen anbeten, wenn es nach menschlichen Maßstäben unlogisch ist, Gott zu loben, weil es immer noch draußen regnet und der Sturm weiterhin tobt. Ein guter Anbeter lernt, Gott zu loben, bevor die Klarheit kommt, bevor wir glücklich sind, bevor die Bedrückung und Niedergeschlagenheit verschwunden sind, bevor wir wissen, was wir tun sollen, bevor das verlorene Kind nach Hause gekommen ist und bevor die Krankheit verschwunden ist. Guter Lobpreis ist Lobpreis, wenn Gott schweigt, wenn andere uns angreifen und wenn alles verwirrend ist.

Hören Sie: Jeder kann Gott anbeten, wenn alles wunderbar ist. Jeder kann Gott anbeten, wenn das Konto voll und das Haus abbezahlt ist und die Kinder ausgezogen sind. Entschuldigung, habe ich das gerade laut gesagt? Jeder kann anbeten, wenn er strahlt, wenn er glücklich und zufrieden ist und wenn unsere Gebete erhört werden. Aber es ist eine ganz andere Sache, Gott anzubeten, wenn die ganze Welt gegen uns zu sein scheint und alles um uns herum zusammenbricht. Dann wird Lobpreis großartig. Dann wird aus Lobpreis Glaube – wenn wir Gott mitten im Chaos anbeten, weil uns das daran erinnert, wer Jesus ist.

Übrigens: Genau das soll Lobpreis auch sein. Lobpreis sind nicht vier Lieder am Anfang eines Gottesdienstes. Lobpreis bedeutet, auszusprechen, wer Jesus ist: dass er freundlich, barmherzig und voller Liebe ist, auch wenn es gerade aussieht, als würden wir diese Dinge in unserem Leben nicht in vollem Ausmaß erleben.

Anbetung ist so wichtig, weil wir uns in diesem Moment daran erinnern, dass es unabhängig von dem, was um uns herum geschieht, in Gottes Natur liegt, zu segnen, zu retten und zu heilen. Dass es in seiner Natur liegt, das Unmögliche zu tun. Dass er derjenige ist, der die hungernde Seele erfüllt, der denen nah ist, die zerbrochene Herzen haben und der ihre Wunden verbindet. Denn er ist es, der treu zu seinem Wort steht.

Wenn wir die Wahrheiten über Jesu Wesen, sein ewiges Wort und seine ewigen Zusagen mit unserem eigenen Mund laut aussprechen, hören unsere Ohren sie und unser Glaube wird in unserem Inneren aufgebaut. Woher ich das weiß? Weil der Glaube durch das Hören kommt und Hören durch das Wort Gottes. Für einen großen Glauben brauchen wir großartigen Lobpreis.

Wenn Gottes Wort ausgesprochen und geglaubt wird, ist das übernatürlich. Ich wünschte, ich hätte die Zeit, es Ihnen zu zeigen, aber wenn Sie die Evangelien durchgehen, passiert jedes Mal, wenn dort steht „Und sie fielen nieder und beteten ihn an“ etwas Übernatürliches innerhalb von drei Versen. Es geschieht Übernatürliches, wenn wir anfangen, Gott anzubeten und unseren Glauben zu bekennen, auch wenn alles um uns herum dem zu widersprechen scheint.

Wenn wir einen großen Glauben wollen, brauchen wir viel Ausdauer und viel Lobpreis. Und wir brauchen auch viel Demut. Wie gesagt, diese Punkte bauen aufeinander auf. Wie kann ich Gott anbeten, wenn alles um mich herum zusammenzubrechen scheint? Dafür brauche ich Demut.

Schauen wir uns Vers 25 an. Da steht: „Sie aber kam und warf sich vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!“ Vers 26: „Er antwortete und sprach: Es ist nicht schön, das Brot der Kinder zu nehmen und den Hunden hinzuwerfen. Sie aber sprach: Ja, Herr; doch es essen ja auch die Hunde von den Krumen, die von dem Tisch ihrer Herren fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst!“

Ich möchte erklären, warum das, was die Frau sagt, Demut ausdrückt. Für uns ist das ein gutes Beispiel dafür, wie wir uns Gott nähern und ihm antworten sollten. Im ersten Satz sagt sie „Herr“. Herr bedeutet Chef. So redet man jemanden an, der Autorität hat. Indem sie „Herr“ sagt, sagt sie: „Jesus, du hast alles in der Hand. Du hast mein Leben in der Hand. Du hast meine Situation in der Hand. Du hast alles in der Hand.“

Dann sagt sie: „Hilf mir.“ Mit anderen Worten: „Ich schaffe es nicht allein. Ich bin mit meinem Latein am Ende. Ich habe alles getan, was ich konnte, um meiner Tochter zu helfen. Ich liebe sie, aber ich weiß nicht mehr weiter. Ich habe keine Kraft mehr. Hilf mir. Ich brauche deine Hilfe.“

Für uns Menschen – und besonders für uns Männer – ist es nicht selbstverständlich, um Hilfe zu bitten. Ich kann stundenlang herumfahren ohne zu wissen, wo ich bin. Hauptsache, ich muss nicht anhalten und jemanden nach dem Weg fragen. Denn wenn ich jemanden um Hilfe bitte, gebe ich innerlich zu, dass ich nicht weiterweiß. Und das will ich mir nicht eingestehen.

Freunde, wenn wir einen großen Glauben haben wollen, brauchen wir Demut. Demut heißt, zu Gott zu kommen und zu sagen: „Hilfe. Hilf mir. Ich schaffe das nicht. Ich bin klein. Meine Probleme sind groß, aber du bist größer. Wenn du in mir und für mich kämpfst, wird keine Waffe, die der Feind gegen mich schmiedet, Erfolg haben. Ich brauche deine Hilfe.“ Was für ein großartiges Beispiel für uns!

Und dann, nach ihrer Anbetung und ihrer Bitte um Hilfe, hört die Frau etwas, das wie eine erneute Zurückweisung klingt. Anstatt ihr sofort die Hilfe zu gewähren, um die sie gebeten hat, gefällt es Jesus, noch etwas weiterzugehen. Er sagt etwas Interessantes. Er sagt: „Es ist nicht schön, das Brot der Kinder zu nehmen und den Hunden hinzuwerfen.“ Wenn wir das in unseren Bibeln lesen, betrachten wir es oft als Kränkung – so, als würde Jesus sie beleidigen. Aber das ist es nicht. Wenn man es in der Originalsprache liest und im Kontext betrachtet, ist es keine Kränkung. Jesus stellt sie auf die Probe. Er spricht darüber, dass sein Dienst zuerst den Juden und nicht den Heiden gilt. Wenn wir die Geschichte im Markusevangelium lesen, steht da, dass das Brot „zuerst für die Kinder“ da ist. Mit anderen Worten: Es wird eine Zeit kommen, in der ihr geholfen wird. Und dann sagt Jesus hier eigentlich nicht „Hund“, sondern „kleiner Hund“. Damit nimmt er der Bezeichnung die Schärfe.

Das alles zeigt, dass Jesus manchmal unseren Glauben auf die Probe stellt, damit er wächst. Die Frau hat um Hilfe gebeten. Sie hat sich ihm untergeordnet. Sie ist in Demut zu ihm gekommen und hat gesagt: „Herr, ich schaffe das nicht. Ich brauche deine Hilfe.“ Doch Jesus gefällt es, sie noch mehr auf die Probe zu stellen. Manchmal macht er das mit uns. Manchmal gefällt es ihm, unseren Glauben noch etwas mehr auszureizen, damit er wächst. Denn der Glaube ist wie ein Muskel. Wenn er gebraucht und trainiert wird, fängt er an zu wachsen. Das wird in Jakobus 1 gesagt: „Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet,
indem ihr erkennt, dass die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt.“ Dahinter steckt eine Absicht.

Jesus sagt: „Es ist nicht schön, das Brot der Kinder zu nehmen und den Hunden hinzuwerfen.“ Und ihre Antwort finde ich großartig. Ich liebe ihre Antwort! Deswegen ist sie mein neuer Held in der Bibel. Ihre Antwort ist voll Glauben und Demut. Sie sagt: „Ja, Herr.“ Ja, Herr. Mit anderen Worten: „Ich ordne mich dir unter. Ich ordne mich deiner Weisheit unter. Ich ordne mich deiner Autorität unter. Ich widerspreche dir nicht. Ob ich es verstehe oder nicht und ob es mir gefällt oder nicht – ich vertraue dir. Dein Wille geschehe.“ Ja, Herr. Dabei hatte er sie gerade erst „kleiner Hund“ genannt. „Ja, Herr.“
Aber das ist noch nicht alles. Sie sagt: „Doch es essen ja auch die Hunde von den Krumen, die von dem Tisch ihrer Herren fallen.“ Von dem Tisch ihrer Herren. Sehen Sie, Jesus sagt: „Es ist nicht schön, das Brot von den Kindern zu nehmen und den Hunden hinzuwerfen“, aber diese Frau, die etwas verstanden hat, sagt: „Die Kinder sitzen am Tisch des Herrn. Es ist nicht ihr Tisch. Es ist nicht ihr Brot. Es ist dein Tisch und dein Brot. Es gehört alles dir.“ Die Frau sagt damit: „Ja, Herr. Du bist der Herr und du hast die Macht über alles. Aber ich brauche nicht viel. Ich brauche nur einen Krümel. Ich weiß, dass mehr als genug Macht, Freundlichkeit, Gnade und Barmherzigkeit vorhanden ist, um meine Bitte zu erfüllen. Und ich weiß, dass nichts zu schwierig für dich ist. Ich brauche nur ganz wenig, nur eine kleine Berührung von dir. Also ordne ich mich dir unter und setze mich unter deinen Tisch, Herr.“

Und als sie in dieser demütigen Haltung vor ihm steht, sagt Jesus – ich liebe seine Worte: „Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst!“ Und weiter heißt es: „Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an.“ Der große Glaube einer Mutter.

Ich hoffe und bete, dass ich in ähnlichen Momenten in meinem Leben, wenn ich einen großen Glauben brauche, so handeln und leben kann wie diese Mutter. Dass ich Ausdauer habe, wenn ich Schweigen begegne und es scheint, als wäre die Leitung auf der anderen Seite tot. Dass ich Ausdauer habe, wenn ich angegriffen werde; wenn gutmeinende Leute verletzende und gemeine Dinge zu mir sagen. Dass ich Ausdauer habe, wenn ich verwirrt bin; wenn ich nicht verstehe, was Gott mir sagt. Dass ich in Momenten, in denen mir die Klarheit fehlt, Gott loben und anbeten kann, um meine Seele daran zu erinnern, dass Gott selbst inmitten von Schweigen, Angriffen und Verwirrung gut und treu und voller Liebe und Freundlichkeit ist und dass seine Barmherzigkeit kein Ende hat.

Ich bete, dass mich Lobpreis aufbaut, dass er in mir Glauben schafft und ihn stärkt. Und dass ich in Demut zu Gott kommen und sagen kann: „Herr, ich ordne mich dir unter. Du bist der Chef. Du hast alles in der Hand. Du bist Gott, nicht ich. Deine Pläne und Wege sind besser als meine. Ich ordne sie dir alle unter. Hilf mir. Diese Situation ist mehr, als ich aus eigener Kraft bewältigen kann. Fülle mich neu. Erfülle mich bis zum Rand mit deinem Geist. Kämpfe für mich. Kämpfe in mir, so dass keine Waffe des Feindes Erfolg haben wird. Ja, Herr, ich stimme dir zu, ganz gleich, was du sagst. Ich ordne mich dir unter, denn alles, was ich weiß ist, dass eine Berührung von dir ausreicht. Ein Krümel, ein Wort, reicht mir.“ Möge in solchen Momenten das Gleiche über mich gesagt werden wie über diese Frau: „Harrison“ – setzen Sie Ihren Namen ein – „dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst.“

Ich hoffe, dass Sie etwas aus der heutigen Predigt mitgenommen haben. Ich finde, Harrison ist ein großartiger Prediger. Und das sage ich nicht nur, weil er mein Sohn ist. Und allen Müttern, die das hier sehen – wo auf der Welt Sie auch gerade sind – möchte ich einen reich gesegneten Muttertag wünschen, wenn Sie Muttertag feiern. Wir lieben Sie, liebe Mütter. Wir brauchen Sie. Wir schätzen Sie. Und Gott liebt Sie. Bis zum nächsten Mal. Gottes reicher Segen sei mit Ihnen!

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