Beten – aber wie?

Von 07.12.2018 3776 Views147 Keine Kommentare
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Du wünscht dir ein effektives Gebetsleben aber es fällt dir schwer, regelmäßig zu beten? Du weißt, dass du beten sollst, weißt aber nicht genau, wie? Bayless Conley zeigt dir vier einfache Schritte zu einem effektiven und erfüllenden Gebetsleben. Lass dich darauf ein und entdecke den Unterschied in deinem täglichen Leben!

Predigtmanuskript

Jeder, jeder betet etwas an. Jeder ist ein Anbeter. Anbetung liegt in unserer Natur. Sie möchten den Fortschritt des Bösen aufhalten? Dann beten Sie Gott an. Anbetung bringt Gottes Kraft auf den Plan.

Liebe Freunde, hatten Sie je den Wunsch nach einem besseren Gebetsleben, nach einem fruchtbareren Gebetsleben, nach einem echteren Gebetsleben? Heute will ich ganz unkompliziert übers Beten sprechen. Ich werde Ihnen einige sehr einfache Schritte nennen, die Sie praktisch umsetzen können und die Ihnen zu einem fruchtbareren Gebetsleben verhelfen können. Ich nutze diese Schritte selbst und glaube, dass sie Ihnen auch guttun werden.

Wir werden heute über vier Dinge sprechen, die mit dem Gebet zusammenhängen: über Lob, Buße, Bitten und Unterordnen. Die einfachste Definition von Gebet ist: Kommunikation mit Gott. Wenn Sie eine Bibel zur Hand haben, schlagen Sie einmal Psalm 100 auf. Wenn wir zu Gott kommen, ist es immer am besten, mit Lob zu beginnen. Selbst wenn Sie dringende Anliegen haben, sollte das Lob immer am Anfang stehen. Es wird Ihnen zugutekommen, wenn Sie sich gleich zu Anfang Zeit nehmen, um Gott zu danken und Ihn anzubeten. In Psalm 100 heißt es ab Vers 1:

Psalm 100:1-4
„Jauchzt dem Herrn, alle Welt! Dient dem Herrn mit Freuden! Kommt vor sein Angesicht mit Jubel! Erkennt, dass der Herr Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst – sein Volk und die Herde seiner Weide. Zieht ein in seine Tore mit Dank, in seine Vorhöfe mit Lobgesang! Preist ihn, dankt seinem Namen!“

Hier ist von Jauchzen und Singen die Rede, davon, mit Lob in Gottes Vorhöfe und mit Dank durch Seine Tore einzuziehen. Mir gefällt die Übersetzung von „The Message“: „Tretet mit einem Passwort ein, nämlich: Danke!“

In manchen Bürobereichen in diesem und anderen Gebäuden haben die Türen Schlösser mit einem elektronischen Code und bis vor Kurzem kannte ich den Code nicht einmal. Ich habe eine Zugangskarte, so wie diese hier, die ziehe ich durch und die Tür öffnet sich. Aber als ich neulich so eine Tür öffnen wollte, kam mein 6-jähriger Enkelsohn gerannt und sagte: „Ich mach die Tür für dich auf, Opa!“ „Wie willst du das denn machen?“ Und er tippte einfach den Code ein und öffnete die Tür. Er kannte das Passwort, das nicht einmal ich wusste. Ich musste ihn danach fragen. Und er sagte: „Opa, das ist doch so leicht!“ Ich fragte ihn: „Woher weißt du das denn?“ Und er sagte: „Ich habe jemandem zugeschaut!“

Das Passwort, um in Gottes Gegenwart zu kommen, lautet „Danke“. Und wir alle haben viel, wofür wir Gott danken können, wenn wir nur darüber nachdenken. Ich glaube, wir sollten uns die Zeit nehmen und, wie es manchmal heißt, „unsere Segnungen zählen“. Allein dafür, dass Sie heute hier sind und bei klarem Verstand sind – jedenfalls die meisten von Ihnen -, können Sie Gott danken. Sogar im Vaterunser, wie wir es nennen, das Jesus Seine Jünger in Matthäus 6 lehrte, heißt es: „Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name.“ An den Anfang stellte Jesus die Anbetung, das Lob Gottes.

Erstens: Wir beten Gott an und sollen Gott anbeten, weil Er das einzige Wesen ist, das unserer Anbetung würdig ist. Er hat uns gemacht, nicht wir selbst. Er ist unser Gott. In Psalm 18:4 heißt es: „Ich rufe zum Herrn, der würdig ist, gelobt zu werden.“ Und

Offenbarung 4:11
„Du bist würdig, unser Herr und Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu nehmen, denn du hast alle Dinge erschaffen, und deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden.“

Er allein ist würdig, angebetet zu werden. Das bringt mich zum zweiten Grund, weshalb wir unser Gebet mit Lobpreis beginnen sollten und warum das so wichtig ist: Wir alle sind als Anbeter erschaffen worden. Es liegt uns in den Genen. Jeder Mensch ist ein Anbeter, in der einen oder anderen Weise. Heilige und Sünder gleichermaßen, jeder ist ein Anbeter. Jeder, jeder betet etwas an. Jeder ist ein Anbeter. Anbetung liegt in unserer Natur. Doch es existiert nur ein Wesen, das unsere Anbetung wert ist und das ist unser Gott.

Drittens ist Anbetung wichtig, weil sie Gott ehrt – und sie hat auch positive Nebeneffekte für uns. Die sind zwar nicht der Hauptgrund, warum wir Gott loben und anbeten, doch sie treten ein. Unsere Anbetung bringt und hält auf. Alle zusammen: Sie bringt und hält auf. Erstens, unsere Anbetung bringt Gottes Gegenwart herbei.

In Jesaja 64:4 heißt es in einer Bibelübersetzung über Gott: „Du begegnest dem, der jubelt.“

In Psalm 22:4 heißt es über Gott: „Du wohnst unter den Lobgesängen Israels“, wörtlich: „Gott thront über dem lobenden Gesang seines Volkes.“

Die Autorität und Majestät und Gegenwart Gottes kommen und erfüllen die Atmosphäre, in der wir Gott loben. Der Jakobusbrief wendet dieses Prinzip an, wenn es dort heißt: „Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen.“ Der beste Weg, der mir einfällt, um mich Gott zu nähern, ist durch Anbetung und Lobpreis. Wenn Gottes Gegenwart kommt, kehrt auch Freiheit ein. 2. Korinther 3:17 sagt uns: „Wo der Geist des Herrn ist, ist Freiheit.“

Heute musste ich an einen Freund denken, der mich vor Jahren einmal absolut panisch anrief. Er hatte sich in eine Zwickmühle manövriert. Er hatte einige falsche Entscheidungen getroffen und nun musste er die bitteren Früchte dieser Entscheidungen essen. Er war völlig mit seinem Latein am Ende, als er mich anrief. Normalerweise ist er jemand, der immer einen kühlen Kopf bewahrt, aber jetzt war er vollkommen panisch. „Bayless, was soll ich nur machen? Das und das ist passiert und ich bin dafür verantwortlich, aber was soll ich jetzt machen?“ Ich wusste nicht, was ich ihm raten sollte, außer einer Sache. Ich sagte: „Bruder, das Einzige, was ich dir gerade raten kann, ist, dass du Gott loben und anbeten musst. Lauf meinetwegen in deiner Küche hin und her und heb die Arme. Du musst Gott dein Lob laut entgegenrufen und -singen.“ Er sagte: „Okay.“ Und wahrscheinlich fühlte er sich anfangs, als säße ihm ein zentnerschwerer Dämon auf dem Kopf, aber er tat es trotzdem. Als ich am nächsten Tag mit ihm sprach, sagte er: „Bayless, ich habe angefangen, Gott zu loben. Ich bin mit erhobenen Händen hin und her gelaufen und habe den Namen Jesus ausgesprochen und Gott angebetet und gelobt. Und die Verwirrung hat sich gelichtet und Gottes Friede kam. Und Gott hat mir gezeigt, was ich tun soll.“

Lobpreis bringt Gottes Gegenwart und er hält das Wirken des Feindes auf. Das können wir in den Psalmen nachlesen, Psalm 8. Wenn wir Gott loben, bringt das Gottes Gegenwart und hält das Wirken des Feindes auf. In Psalm 8:3 heißt es:

Psalm 8:3
„Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du Macht gegründet.“ Alle zusammen: „Macht gegründet.“ „… hast du Macht gegründet wegen deiner Bedränger, um zum Schweigen zu bringen den Feind und den Rachgierigen.“

„Aus dem Munde der Kinder hast du Macht gegründet wegen deiner Bedränger, um zum Schweigen zu bringen den Feind und den Rachgierigen.“ Jesus zitierte diesen Vers aus Psalm 8. Die Kinder lobten Jesus laut und die religiöse Elite war darüber sehr aufgebracht. „Hörst du, was diese Kinder machen?“, fragten sie. Jesus zitierte Psalm 8:3, doch Er zitierte ihn nicht nur, sondern interpretierte ihn. Weil Jesus das lebendige Wort ist, kann Er das geschriebene Wort interpretieren.

Bitte schlagen Sie im Matthäusevangelium Kapitel 21 auf, wo wir von dieser Begebenheit lesen. Matthäus 21, ab Vers 15:

Matthäus 21:15-16
„Als aber die Hohen Priester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrien und sagten: Hosanna dem Sohn Davids!, wurden sie unwillig und sprachen zu ihm: Hörst du, was diese sagen? Jesus aber sprach zu ihnen: Ja, habt ihr nie gelesen: ‚Aus dem Mund der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet‘?“

Jesus interpretierte „gegründete Macht“ als „bereitetes Lob“. Ronald Knox übersetzt einfach: „lautes Lob“. Jesus zufolge ist Lob die „gegründete Macht“ Gottes. Warum? „Wegen deiner Bedränger, um zum Schweigen zu bringen den Feind und den Rachgierigen.“ Der Ausdruck „zum Schweigen bringen“ im Hebräischen heißt nicht einfach „ruhig machen“. Das ist auch enthalten, aber es bedeutet, jemanden dazu zu bringen, alle Aktivitäten einzustellen. Wenn jemand sagt: „Der Teufel greift mich an. Dies und jenes geht schief und jedes Mal, wenn ich mich umdrehe, passiert dies oder jenes. Ein Kollege hat mich ohne Grund angegriffen und das und das läuft bei mir falsch.“ Sie möchten den Fortschritt des Bösen aufhalten? Dann beten Sie Gott an. Anbetung bringt Gottes Kraft auf den Plan. Sie sorgt dafür, dass der Feind seine Aktivitäten einstellt und stellt ihn ruhig. Sie bringt Gottes Gegenwart und hält das Wirken des Feindes auf.

In unserer Gemeinde war eine junge Frau, Cathy. Sie arbeitete in der Tontechnik mit und auch in einigen anderen Bereichen. Eines Tages fiel mir auf, dass Cathy sehr blass aussah. Also gingen Janet und ich zu ihr und fragten sie: „Cathy, ist irgendwas nicht in Ordnung? Du siehst ganz blass aus!“ Sie sagte: „Ich war beim Arzt und habe gerade eine Menge Tests hinter mir. Bei einer Röntgenuntersuchung haben sie festgestellt, dass ich gleich mehrere Tumore habe“, erklärte sie. „Ich habe mir die Bilder angeschaut, und es sah wie eine große Weintraube aus. Darum sehe ich so aus.“ Aber sie sagte: „Ich vertraue auf Gott.“ Und ich sagte: „Wir vertrauen Gott zusammen mit dir. Möchtest du, dass jemand anderes die Tontechnik übernimmt?“ Sie sagte: „Nein. Ich mache weiter.“ An einem Sonntagmorgen und ein paar Tage nachdem wir mit Cathy gesprochen und gebetet hatten, war sie wieder an der Tontechnik und ich dachte nicht viel darüber nach. Nach dem Gottesdienst fiel mir auf, dass sie nicht mehr so blass war und wieder normal aussah. Ich sagte nichts. Sie hatte einen weiteren Arzttermin und als sie danach wieder in die Gemeinde kam, sagte sie zu mir: „Neulich während der Anbetungszeit stand ich doch am Mischpult. Ich hatte eine Hand gehoben und lobte Gott. Und plötzlich war Gottes Gegenwart für mich ganz deutlich spürbar und mir wurden einen Moment die Knie weich. – Gestern war ich noch einmal beim Arzt. Die Tumore sind verschwunden. Sie haben keine Erklärung dafür. Ich habe mir zusammen mit dem Arzt die Röntgenbilder im Vergleich angeschaut. Das neue war völlig in Ordnung, auf dem alten war die Traube von Tumoren zu sehen. Jesus hat mich geheilt, und zwar während ich Ihn lobte!“ – Ich sage Ihnen: Anbetung ist nie Zeitverschwendung. Es ist nie Zeitverschwendung.

Ich halte nicht so viel von dieser „geistlicher-Kampf-Anbetung“ und sogenanntem geistlichen Krieg. Gott allein ist der Fokus unserer Anbetung. Dass dadurch der Feind aufgehalten wird, ist nur ein positiver Nebeneffekt. Der Feind ist mir nicht wichtig. Ich konzentriere mich ganz auf Gott, der meine Antwort, meine Quelle, mein Schöpfer ist. Und wenn ich Ihn anbete, kommt Seine Gegenwart. Ich komme Ihm nahe und Er kommt mir nahe, während ich mich freue. Wenn Seine Gegenwart kommt, kommt auch Seine Kraft und die unterbindet das Wirken des Feindes. Wir kommen also mit Lob vor Gott. Alle zusammen: „Lob.“

Okay. Unser zweiter Punkt ist Umkehr. Umkehr oder Buße ist eine innerliche Herzensveränderung, die zu einer äußerlichen Richtungsänderung führt. Ein Bibelzitat, vielleicht haben Sie es schon einmal gehört. In

  1. Chronik 7:14 sagt Gott:2. Chronik 7:14
    „[Wenn] mein Volk, über dem mein Name ausgerufen ist, [sich] demütigt…, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, dann werde ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.“

    Diese Umkehr hat mit Buße zu tun. Vielleicht kommen wir vor Gott mit Dingen, die wir brauchen. Es ist aber wichtig, dass wir zuerst unser Herz reinigen, dass wir uns selbst prüfen. In Psalm 66:18 heißt es:

    Psalm 66:18
    „Wenn ich es in meinem Herzen auf Götzendienst abgesehen hätte, so würde der Herr nicht hören.“

    Nach der Anbetung ist der zweite Teil des Gebets also, Gott einzuladen, mit Seinem Flutlicht in unser Herz hineinzuleuchten. „Gott, gibt es etwas in meinem Leben, das Dein Wirken behindert? Muss ich vielleicht etwas ändern?“

    Ich weiß noch, eines Tages saß ich mit Janet im Auto. Ich war sauer auf sie, ich weiß nicht mal mehr, warum, aber ich war sauer. Und sie wurde auch ärgerlich und wollte mit mir reden – viel besser als meine Methode. Ich habe einfach nichts mehr gesagt. Wie die meisten Männer kann ich das viel besser und Janet musste viel Geduld mit mir haben, während ich dazulernte. Jedenfalls habe ich sie einfach angeschwiegen. Wir saßen im Auto und ich dachte: „Du existierst gerade nicht für mich.“ Und ich spürte, wie der Heilige Geist mir zuflüsterte: „Bayless, wenn du keine Gemeinschaft mit deiner Frau hast, hast du auch keine Gemeinschaft mit mir.“ Also sagte ich: „Schatz, es tut mir leid.“ Aber ich denke, manchmal ist uns nicht einmal bewusst, wenn wir in eine Haltung abrutschen, die Gott nicht gefällt.

    Der Psalmist sprach von überheblichen Sünden und verborgenen Fehlern. Ich denke, wir müssen fragen: „Gott, gibt es da irgendetwas?“ Reiten Sie aber nicht ständig darauf herum. Wenn Sie aufrichtig beten und Ihnen nichts klar wird, dann gehen Sie weiter. Machen Sie keine große Sache daraus. Erfinden Sie nicht etwas. Doch wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, so als ob Sie sich die Füße waschen wollen, haben aber noch die Socken an, dann fragen Sie: „Gott, was ist los?“ Wenn Er Ihnen etwas zeigt, tun Sie Buße. Wenn Sie etwas vorhaben, das nicht richtig ist oder nicht den Prinzipien der Bibel entspricht, dann tun Sie Buße. Verändern Sie sich. Das ist ein wichtiger Teil des Gebetes. Und dann kommen wir zu dem Teil, den jeder mag, und das ist unser dritter Punkt: das Bitten. Schlagen wir im Matthäusevangelium Kapitel 7 auf. Ich glaube nicht, dass wir zu übereilt einfach bitten sollten. Ich denke, es ist wichtig, zuerst Gott anzubeten und unser Herz zu reinigen und dann äußern wir unsere Bitten. In Matthäus 7:7 sagt Jesus „Bittet“ und ein von fünf Malen bekommst du’s. Bittet, und wenn Gott gute Laune hat… Nein.

    Matthäus 7:7-11
    „Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden! Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird geöffnet werden. Oder welcher Mensch ist unter euch, der, wenn sein Sohn ihn um ein Brot bittet, ihm einen Stein geben wird? Und wenn er um einen Fisch bittet, wird er ihm eine Schlange geben? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben denen, die ihn bitten!“ Alle zusammen: „Bitten.“ Bitten. Jesus sagt in

    Matthäus 21:22
    „Und alles, was immer ihr im Gebet glaubend begehrt, werdet ihr empfangen.“

    Wir müssen aufpassen, dass wir das, was Jesus gesagt hat, nicht verwässern, sodass unsere Theologie auf unser Erfahrungsniveau sinkt. „Ich habe ihn gebeten und es ist nichts passiert, also hat Jesus es nicht so gemeint und wir müssen es anders auslegen.“ Aber Jesus hat gemeint, was Er gesagt hat.

    Vor Jahren hatten wir einen Gastprediger in der Gemeinde, der eine Woche lang ein Seminar über Gebet hielt. Jeden Abend ging es um zwei andere Arten von Gebet und an einem Abend sprach er in der ersten Hälfte darüber, dass wir für etwas nur für uns selbst beten sollten. Jesus sprach in Johannes 16 davon, dass wir bitten sollen, damit wir empfangen und vollkommene Freude bekommen. Und der Prediger sagte: „Gott liegt es am Herzen, dass Sie glücklich sind. Deswegen werden wir jetzt einen Moment innehalten und beten. Bitten Sie um etwas, das zu einem gottesfürchtigen Lebensstil passt und nicht völlig ausgefallen ist. Einfach ein persönliches Gebet um etwas, das Ihnen Freude bringt.“ Also beteten alle. Ich stand vorne, dachte einen Moment nach und sagte: „Gott, ich hätte wirklich gern ein kleines Fischerboot mit zwei Drehstühlen, damit man keine Rückenschmerzen bekommt, wenn man den ganzen Tag sitzt. Und das Boot muss auch nicht groß sein, damit ich es noch mit dem Anhänger zu einem der örtlichen Seen fahren und dort angeln kann, gerade so groß, um die ganze Familie mitzunehmen.“ Die Kinder waren damals noch sehr klein. Es sollte groß genug sein, um die ganze Familie mitzunehmen. – Das war also mein Gebet. Niemand auf der ganzen Welt wusste, was ich gebetet hatte. Niemand. Einige Tage später rief mich mein Vater an. Er sagte: „Ich wollte kurz mit dir reden. Ich habe heute in der Zeitung eine Anzeige gesehen, da verkauft jemand ein Boot und ich dachte, ich fahre mal hin und schaue es mir an. Willst du mitkommen?“ Ich sagte: „Klar.“ Nun müssen Sie eines wissen – wirklich wahr! Bis dahin waren es vielleicht 40 Jahre her gewesen, seit mein Vater mir gegenüber das Wort „Boot“ in einem Satz verwendet hatte. Er war kein Bootsmensch. Er mochte keine Boote. Er redete nicht über Boote. Er war nie mit einem Boot gefahren. Boote existierten nicht in seiner Welt. Es war also bizarr. Wir fuhren also hin und der Verkäufer, ein alter Mann, hatte dieses hübsche kleine Aluminium-Boot auf einem Anhänger, mit zwei Drehstühlen und einem kleinen 9,5-PS-Motor. Der Preis war wirklich gut. Der Anhänger war in gutem Zustand. Das Boot war tadellos. Ich ging zu meinem Vater und sagte: „Dad, ich möchte dieses Boot kaufen.“ Er schaute mich an und sagte: „Geht nicht.“ „Warum?“ Und er antwortete: „Weil ich es kaufe und dir schenke.“ Binnen 72 Stunden nach meinem sehr konkreten Gebet hatte ich ein Boot auf einem Anhänger in meiner Auffahrt stehen und es brachte mir tatsächlich viel Freude.

    Und unser letzter Punkt ist „Unterordnung“. Ich vergleiche es gern mit der Vorfahrt im Straßenverkehr. Bei einem Vorfahrt-Achten-Schild muss man sich unterordnen, weil das andere Auto die Vorfahrt hat. Wir geben nach, wir werden still und wir hören zu. An diesem Punkt bekommt Gott, was Er will. Gebet ist keine Einbahnstraße; wir rattern nicht einfach eine Gebetsliste herunter, als wäre Gott ein himmlischer Weihnachtsmann. Das Wichtigste am Gebet ist zu hören, was Gott uns sagen will. Psalm 37:4 sagt uns:

    Psalm 37:4
    „Habe deine Lust am Herrn, so wird er dir geben die Bitte deines Herzens.“

    Das bedeutet nicht einfach: „Sei glücklich in Gott, und du bekommst, was du willst.“ Es heißt vielmehr: „Habe deine Lust am Herrn.“ Hinter dem Wort Lust steht ein hebräisches Wort, das weich oder formbar bedeutet. Wenn wir weich und formbar vor Gott werden, wird Er uns geben, was wir uns von Herzen wünschen. Der Gedanke dahinter ist: Wenn ich mich Gott unterordne, bitte ich erst einmal um nichts. Ich bin einfach da und sage: „Forme und gestalte mich. Gibt es etwas, das Du mir sagen willst?“ Und wenn wir diese formbare Haltung vor Gott einnehmen, heißt es in dem Psalm, dass Er uns unsere Herzenswünsche erfüllen wird. Das heißt, glaube ich, nicht, dass Gott uns alles gibt, was wir wollen. Ich denke, es heißt, dass Gott uns Wünsche schenkt und uns dann durch diese Wünsche lenkt. Ich komme vor Gott, ich bin still und sage: „Alles, was Du willst, Gott.“ Und plötzlich habe ich einen Wunsch. Gott schenkt uns den Wunsch, um ihn uns zu erfüllen. Er führt uns durch die Eindrücke, die Wünsche, die Er in unser Herz legt. Ich glaube, Sie sollten an dem Punkt, an dem Sie sich unterordnen, einige Fragen stellen und dann still sein und zuhören. Es sind einfache Fragen wie: „Herr, möchtest Du, dass ich irgendetwas in meinem Leben ändere?“ Seien Sie still und hören Sie zu. Wahrscheinlich werden Sie ziemlich schnell eine Antwort bekommen. Oder: „Herr, welchen nächsten Schritt soll ich auf meinem Weg mit Dir, in meiner Beziehung zu Dir gehen?“ Vielleicht haben Sie dann den unerklärlichen Eindruck, dass Gott sagt: „Lies das Buch Hosea. Nimm dir mehr Zeit, um mich zu loben. Steh früh am Morgen auf und nimm dir eine stille Zeit.“ Ich weiß nicht, was Gott sagen wird, aber ich glaube, Gott hat immer einen nächsten Schritt, den wir gehen sollen. Es gibt sicher Dinge, die wir verändern sollen, aber wir kommen nie dazu, weil wir uns nie Zeit zum Zuhören nehmen. Es ist wichtig, dass wir uns unterordnen.

    Ich hoffe, unsere Sendung hat Ihnen gutgetan, ganz gleich, ob Sie sie im Fernsehen, auf YouTube, in einem Podcast oder woanders gesehen haben. Wir sind dankbar, dass Sie eingeschaltet haben. Und wenn die heutige Predigt Ihnen geholfen hat, wünschen Sie sich nicht, dass sie auch jemand anderem hilft? Ich glaube, wir müssen den Segen weitergeben, den wir in unserem Leben haben. Deswegen wäre es schön, wenn Sie unsere Arbeit als Partner unterstützen, damit wir den gleichen Segen auch anderen bringen können

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