Balance halten – wie das Leben als Christ gelingt 2/2

Unser Leben mit Gott ist manchmal wie ein Drahtseilakt. Wenn wir einen Schritt nach vorne gehen, tauchen Probleme und Hindernisse auf und wollen uns von unserem Weg abbringen.

In dieser Predigt beschreibt Bayless Conley, wie wir den schmalen und geraden Weg mit Jesus ungehindert gehen können. Er erklärt dir, wie du Versuchungen meiden und falschen Lehren begegnen kannst. Du wirst lernen, dein geistliches Leben lebendig zu halten und wirst Mut finden, für Wahrheit einzustehen.

Erfahre, wie du die Balance halten kannst — damit dein Leben als Christ gelingen kann.

Dies ist der zweite Teil der Predigt, den ersten Teil findest du hier …

Predigtmanuskript

Hallo Freunde, willkommen zu unserer Sendung. Wir werden uns heute einige einfache Ermahnungen des Apostels Paulus an die Gemeinde seiner Tage ansehen. Diese waren sehr bedeutsam für sie und genauso bedeutsam sind sie auch heute noch für uns. Nehmen Sie sich diese Ermahnungen zu Herzen und fassen Sie den Entschluss, nicht nur ein Hörer oder Bewunderer, sondern auch ein Täter des Wortes zu sein. Setzen Sie es in die Praxis um. Erst wenn wir das Wort tun, können wir den Segen ernten, der uns im Wort verheißen wird. Sehen wir uns also seine Ermahnungen an. Ich bin mir sicher, dass sie Ihr Leben beeinflussen werden.

Die zweite Ermahnung von Paulus in 1. Korinther 16 lautete: „Haltet treu an dem fest, was ihr glaubt.“ Seid wachsam, haltet an dem fest, was ihr glaubt. Er spricht hier nicht von ihrem persönlichen Glauben an die Verheißungen Gottes, obwohl man das sicher übertragen könnte. Aber als er sagte: „Haltet treu an dem fest, was ihr glaubt“, sprach er über die Erlösung. Durch Gnade, durch Glauben, nicht durch Werke. Wir müssen unerschütterlich und beharrlich an unserem Glauben festhalten, weil ständig Irrlehren verbreitet werden.

Ein extremes Beispiel dafür finden wir in Galater 5:1. Hier sagt Paulus: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Steht nun fest…“ Er hatte sie zu Jesus geführt und sie hatten Ihn angenommen. Er hatte eine Gemeinde gegründet. Und dann kamen einige Christen von der Gemeinde in Jerusalem und sagten den Galatern, sie seien nicht wirklich gerettet. Sie sagten: „Es ist wahr, dass Jesus der Retter ist, aber um wirklich gerettet zu sein, müsst ihr die jüdischen Gesetze einhalten. Ihr müsst die Gesetze hinsichtlich des Essens und der Beschneidung befolgen, denn nur durch die Einhaltung der Gesetze seid ihr gerettet.“ Und Paulus sagte: „Lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“

Wir kommen nicht durch gute Werke oder Leistung in den Himmel, sondern allein durch den Glauben an Jesus. Deshalb stehen Sie fest im Glauben. Lassen Sie sich nicht in dieses Leistungsdenken hineinziehen. Gute Werke sind toll, aber sie sind die Frucht der Erlösung, nicht ihre Wurzeln. Die Wurzeln sind Gnade und Glauben und gute Werke sind das, was auf natürliche Weise daraus hervorgeht. Wo es keine Frucht gibt, gibt es wahrscheinlich auch keine Wurzeln.

Aber es gibt noch ein anderes Extrem, gegen das wir fest stehen müssen. Judas schrieb darüber: „Ich wollte euch ganz allgemein etwas über den Glauben schreiben, aber dann erkannte ich, dass ich mit allem Nachdruck sagen muss: Ihr müsst für den Glauben kämpfen, den Gott ein für alle Mal den Heiligen geschenkt hat, denn es haben sich Leute in die Gemeinde eingeschlichen, die die Gnade Gottes in Zügellosigkeit verwandelt haben.“ Mit anderen Worten, sie haben sie ins Gegenteil verkehrt: „Ihr könnt tun, was ihr wollt und leben, wie ihr wollt. Das ist pure Gnade. Gott ist ein Gott der Liebe. Er würde nie jemanden in die Hölle schicken. Einem solchen Gott könnten wir nicht dienen. Ihr braucht nicht einmal an Jesus zu glauben. Er sagte, auch die, die unseren Herrn verleugnen, werden erlöst werden. Letzten Endes werden alle gerettet werden. Wir werden niemals in der Hölle landen. Das würde Gott nicht tun. Ihr müsst Christus nicht annehmen. Lebt einfach so, wie ihr wollt.“

Freunde, das ist ein Irrtum. Diese Überzeugung ist heute in manchen Gemeinden sehr populär. Aber wir müssen gegen beide Extreme fest stehen. Schlagen Sie den Kolosserbrief auf, das vierte Kapitel. Kolosser, Kapitel … entschuldigen Sie, Kolosser, Kapitel 1, Vers 21. Da heißt es:

Kolosser 1:21-23
„Und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde wart nach der Gesinnung in den bösen Werken, hat er aber nun versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unsträflich vor sich hinzustellen, sofern…“ –

Sagen Sie alle: Sofern. Ein ganz wichtiges Wort in der Bibel.

„… sofern ihr im Glauben gegründet und fest bleibt und euch nicht abbringen lasst von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt, das in der ganzen Schöpfung unter dem Himmel gepredigt worden ist, dessen Diener ich, Paulus, geworden bin.“

Lassen Sie sich weder in die Richtung ziehen, wo es heißt: „Ich muss all diese Dinge tun, damit Gott mich akzeptiert“ noch in die, wo es heißt: „Sie können leben, wie Sie wollen. Gott ist ein Gott der Liebe und letztendlich werden sowieso alle erlöst werden.“ Nein, halten Sie am Glauben fest. Halten Sie daran fest, dass Jesus für unsere Sünden starb, dass Er am dritten Tag von den Toten auferstand und dass jeder, der Seinen Namen anruft, gerettet wird. Aus Gnade und durch Glauben, nicht durch Werke, damit niemand sich rühme. Stehen Sie fest, denn es gibt Menschen, die Sie in die eine oder die andere Richtung ziehen wollen.

Als Nächstes ermahnte er sie, mutig zu sein. Seid wachsam. Haltet treu an dem fest, was ihr glaubt. Seid mutig. Das Wort, das hier mit „seid mutig“ übersetzt wurde, taucht nur ein einziges Mal in der ganzen Bibel auf, nämlich in 1. Korinther 16:13. Wörtlich bedeutet es: Sei ein Mann. Die moderne Übersetzung lautet: Steh deinen Mann. In der New International Version heißt es: Seid mutige Männer. Und es ist interessant, dass Paulus am Anfang des Buchs sagt: „Ich kann nicht zu euch reden wie zu Männern, zu reifen Menschen. Ich muss zu euch reden wie zu Kindern.“ Dann bringt er jede Menge Korrektur an und sagt abschließend: „Es ist Zeit, dass ihr euren Mann steht. Seid ein Mann.“

Eines der Merkmale für geistliche Reife ist die Fähigkeit, Korrektur anzunehmen. Wenn jemand Sie korrigiert und Sie sich sträuben und sich aufblähen wie eine Kröte, sind Sie wie ein Kleinkind! Wahre Männer und Frauen sind offen für Korrektur. Sie nehmen sie an und setzen sie um. Sie müssen einfach wissen, dass es Mut erfordert, Jesus Christus zu dienen. Wir schwimmen stromaufwärts gegen den Abwärtsstrom der Welt. Wir brauchen Geduld. Gottes Weg bedeutet auch Opfer. Es erfordert Glauben und ein bisschen Mut, Jesus zu dienen, denn wenn Sie sich dafür entscheiden, für Gott und für Christus zu leben, wird Ihre Familie vielleicht nicht besonders glücklich darüber sein. Vielleicht sind auch einige Ihrer Mitarbeiter, Freunde oder Kollegen nicht glücklich darüber. Sie werden plötzlich zur Zielscheibe für den Teufel, weil Sie die Seiten gewechselt haben und das erfordert Mut. Ich habe einen Freund namens Bill. Er hat eine Gemeinde in Oklahoma. Sie heißt Guts, was auf  Deutsch Mut bedeutet. Das ist keine Abkürzung, es bedeutet einfach Mut. Als er Christus sein Leben gab, war er im Gefängnis. Er war mal wieder in Schwierigkeiten geraten und er sagte, er stand da in Socken. Der Boden war nass vom Urin anderer Männer. Und der Herr sprach in sein Herz und sagte: „Hast du den Mut, für mich zu leben?“ Er sagte: „Ja, Herr, das habe ich.“ Er gab Jesus sein Herz und gründete eine Gemeinde, die er Guts nannte. Das ist ein guter Name für eine Gemeinde. Seid mutig, seid ein Mann. Und dann sagte er: „Seid stark.“ Die wörtliche Übersetzung lautet: Seid gestärkt. Gebt euch nicht damit zufrieden, wo ihr seid. In den Psalmen heißt es, wir sollen von Kraft zu
Kraft gehen. Ich will Ihnen drei Wege zeigen, wie wir gekräftigt werden oder von Kraft zu Kraft gehen können. Erstens, lesen Sie im Wort Gottes, damit das Wort Gottes in Sie hineinkommt. In 1. Johannes 2:14 heißt es: „Ich habe euch jungen Männern geschrieben, weil ihr stark seid und Gottes Wort im Herzen tragt und weil ihr in eurem Kampf mit dem Satan gesiegt habt.“

Gestern zeigte mir ein Mann sein iPhone. Er hatte eine wirklich tolle Bibel-App, bei der man sich jeden Bibelvers anzeigen und ihn sich sogar vorlesen lassen kann. Das ist wirklich cool! Aber es spielt keine Rolle, ob Sie nun technikbegeistert sind oder lieber eine in Leder gebundene Bibel in der Hand halten wie ich. Gehen Sie eine Liebesbeziehung mit Ihrer Bibel ein. Lesen Sie im Wort Gottes.

Ich habe letztes Mal einen Vers von Paulus abgekürzt. Er sagte: „Wölfe werden sich unter euch mischen, böse Wölfe. Männer werden in eurer Mitte aufstehen und die Jünger von euch wegziehen.“ Und dann heißt es: „Ich habe euch unter Tränen gewarnt.“ Und im nächsten Vers sagte er: „Und nun vertraue ich euch Gott an.“ Aber das war nicht alles. Er sagte: „Und nun vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an – seiner Botschaft, die euch ermutigen und euch ein Erbe geben kann gemeinsam mit allen, die er für sich ausgesondert hat.“ Freunde, Gott hat Sein Wort über Seinen Namen groß gemacht. Das ist im Himmel für immer festgelegt und Sie brauchen das Wort Gottes in Ihrem Leben. Verbringen Sie Zeit im Wort und Sie werden in Ihrem Inneren gestärkt werden.

Der zweite Weg, wie Sie gestärkt werden können, lautet: Warten Sie auf Gott. Schlagen Sie mit mir Jesaja 40, Vers 29 auf. Jesaja 40:29. Da heißt es:
Jesaja 40:29-31
„Er gibt den Erschöpften neue Kraft; er gibt den Kraftlosen reichlich Stärke. Es mag sein, dass selbst junge Leute matt und müde werden und junge Männer völlig zusammenbrechen, doch die, die auf den Herrn warten, gewinnen neue Kraft. Sie schwingen sich nach oben wie die Adler. Sie laufen schnell, ohne zu ermüden. Sie werden gehen und werden nicht matt.“

Warten Sie auf Gott und Sie werden neue Kraft gewinnen. Was bedeutet das Wort warten? Es bedeutet schlicht zu warten. Das passiert nicht innerhalb von dreißig Sekunden. Sie müssen warten. Vielleicht verbringen Sie einfach eine stille Zeit mit Ihrer Bibel, setzen sich hin, lesen ein wenig und denken darüber nach, sprechen ein Gebet, lesen ein bisschen weiter, werden ruhig und hören auf Ihr Herz oder Sie gehen einfach auf die Knie und werden still vor Gott. Ich weiß, dass das manchen Menschen schwerfällt, weil sie immer sehr beschäftigt sind. Aber Sie müssen ruhig werden.

Ich hatte einen Freund, der auf dem Internat war. Er erzählte mir, dass dort einmal ein Mann zu Besuch kam, der ganz allein in einem kleinen Segelboot über den Atlantik gesegelt war. Der Mann war kein Christ, aber er erzählte eine eindrucksvolle Geschichte. Er sagte: „Einmal trat ich in eine absolute Windstille ein. Zehn Tage lang kam keine einzige Brise, kein Wind in den Segeln, keine Wolke am Himmel, kein Möwengeschrei, kein Kräuseln auf der Wasseroberfläche. Sie sah aus wie Glas. Zehn Tage lang absolute Stille. Als diese zehn Tage vorüber waren, wusste ich, dass es einen Gott gibt.“

Die Bibel sagt: „Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin!“

Und während Sie auf Gott warten, wird Er Ihnen neue Kraft geben. Das hebräische Wort, das dafür verwendet wurde, beschreibt im wörtlichen Sinn einen Austausch. Gott nimmt Ihre Schwächen und gibt Ihnen Seine Kraft. Wenn Sie Zeit in Seiner Gegenwart verbringen und einfach warten, gibt Er Ihnen geistliche, emotionale und körperliche Kraft. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Fehlschläge im Leben von Christen deshalb passieren, weil sie nicht lange genug auf Gott warten.

Und der dritte Weg, wie Sie von Kraft zu Kraft gehen können, lautet: Freuen Sie sich. Nehemia 8:10: „… die Freude am Herrn ist eure Zuflucht!“ Vielleicht sagen Sie jetzt: „Pastor, ich habe gerade wirklich nichts, worüber ich mich freuen kann.“ Nun, freuen Sie sich trotzdem! Tun Sie es im Glauben. Schlagen Sie das Buch Habakuk mit mir auf. Für alle, die die Bibel noch nicht so gut kennen: Das Buch ist ziemlich am Ende des Alten Testaments. Nach Micha und Nahum kommt Habakuk und dann Zefanja. Wenn Sie schwanger sind und einen Namen für Ihr Kind suchen, könnten Sie es Habakuk nennen. Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden in einer Agrargesellschaft leben und Ihre gesamte
Zukunft hinge von Ihrer Ernte ab. Wenn Sie nicht ernten, haben Sie nichts zum Leben und die Tiere haben nichts zu fressen. Wenn es eine Dürre gibt, gleicht das einer Katastrophe. Und in genau dieser Situation finden wir Habakuk vor. Vers 17 in Kapitel 3:

Habakkuk 3:17-18.19
„Doch auch wenn die Feigenbäume noch keine Blüten tragen und die Weinstöcke noch keine Trauben, obwohl die Olivenernte spärlich ausfällt und auf unseren Kornfeldern kein Getreide wächst, ja, selbst wenn die Schafhürden und Viehställe leer stehen, will ich mich trotzdem über meinen Herrn freuen und will jubeln. Denn Gott ist mein Heil!“

Wenn sich alles gegen mich verschworen hat, wenn nichts funktioniert, wenn alles finster aussieht und keine Antworten in Sicht sind, werde ich mich trotzdem in Gott freuen! Und im nächsten Vers heißt es: „Der Herr, der Allmächtige, ist meine Kraft! Mit ihm kann ich so sicher wie eine Gazelle über die Felsen springen und wohlbehalten die Berge überqueren.“

Diese Verse hängen zusammen. Vielleicht läuft in Ihrem Leben gerade alles schief und es scheint, als hätten sich alle Türen für Sie geschlossen. Dann freuen Sie sich trotzdem. Sagen Sie inmitten dieser schwierigen Umstände: „Ich will mich trotzdem in meinem Herrn freuen.“ Sie werden spüren, wie Gottes Kraft in Sie und in Ihre Situation hineinströmt.

Er sagte: „Seid wachsam. Haltet treu an dem fest, was ihr glaubt. Seid mutig und stark.“ Und schließlich sagte er: „Alles, was ihr tut, soll in Liebe geschehen.“ Tun Sie alles in Liebe und im Geist der Liebe. In dem Neuen Bund, unter dem wir leben, gibt es ein einziges Gesetz. Das ist das Gesetz der Liebe. Wenn Sie in der Liebe leben, werden Sie die Zehn Gebote halten. Sie werden nicht gegen Ihren Bruder, Ihre Schwester, Ihre Familie oder wen auch immer sündigen. Die Bibel sagt, die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes. Sehen wir uns das jetzt in Verbindung zum vorhergehenden Vers an. Unter anderem sagte er, wir sollen an dem festhalten, was wir glauben. Und das kann manchmal bedeuten, dass Sie einen Irrtum korrigieren müssen. Tun Sie alles in Liebe. Auch wenn Sie jemanden korrigieren müssen – tun Sie es in Liebe. Paulus schrieb in 2. Timotheus, Kapitel 2, über Menschen, die sich im Irrtum befanden: „Korrigiert sie im Geist der Demut, damit sie umkehren und aus der Falle des Teufels entkommen, denn sie wurden in seinem Bann gehalten, so dass sie seinen Willen taten.“

Wenn Sie jemanden korrigieren, der sich im Irrtum befindet, tun Sie es in Demut und im Geist der Liebe. In Epheser 4 geht es ebenfalls um einen Irrtum. Da heißt es: „Lasst euch nicht ständig wie Kinder von jeder Meinung beeinflussen.“ Er sagte: „Lasst uns stattdessen in Liebe an der Wahrheit festhalten und ihm ähnlicher werden.“ Wir weichen nicht von der Wahrheit ab, aber wir sprechen in Liebe.

In unseren Häusern und Wohnungen haben wir Strom. Was für ein Segen das ist! Er wärmt unser Heim, er ermöglicht uns zu kochen und unsere Haushaltsgeräte zu benutzen – ein großer Segen. Aber wenn die Kabel, in denen der Strom fließt, nicht isoliert sind, kann großer Schaden entstehen. In den letzten acht Monaten las ich zwei Artikel über Männer, die durch einen Stromschlag ums Leben kamen. Der eine war ein Handwerker, der in einem Badezimmer arbeitete. Er nahm wohl an, dass die Sicherung ausgeschaltet sei, fasste zwei blanke Drähte an und wurde durch den Stromschlag getötet. Der andere Elektriker arbeitete an unterirdischen Kabeln und kam ebenfalls in Kontakt mit nicht
isolierten Drähten. Auch er kam durch den Stromschlag ums Leben. – Dieselben Leitungen, die unsere Häuser heizen und unsere Geräte betreiben, können tödlich sein, wenn sie nicht isoliert sind. Und wir müssen die Wahrheit sagen, aber sie muss mit Liebe isoliert sein.

Ich traf mich einmal mit einem Freund. Wir waren beide erst seit Kurzem Christen. Da lief uns ein gemeinsamer Freund über den Weg, der, milde ausgedrückt, nicht im Licht lebte. Da sagte mein Freund: „Den hat Gott uns über den Weg geschickt. Wir müssen ihm von Jesus erzählen.“ Ich sagte: „Du hast recht. Lass uns mit ihm reden.“ Aber was dann passierte, hatte ich nicht voraussehen können. Mein Freund nahm die Wahrheit, lud sie in drei Torpedos, verpasste dem Kerl drei Breitseiten und ging davon. Unser Freund war völlig am Ende. Er ächzte und gurgelte und begann in die Knie zu gehen. In seinem Gesicht stand geschrieben: „Was war das denn jetzt?“ Ich schämte mich so. Mein
Freund war einfach abgehauen und ich stand da mit hängendem Kopf und alles, was ich sagte, war: „Es tut mir leid, was er getan hat.“ Er hatte die Wahrheit gesagt, aber er tat es im Geist des Zorns und der Arroganz, sodass er unseren Freund damit verletzte statt ihm zu helfen. Ich sagte: „Er hat total falsch gehandelt. Aber vielleicht denkst du später darüber nach, was er gesagt hat. Es war alles richtig, was er gesagt hat, aber wie er es gesagt hat, war voll daneben. Es tut mir leid.“ Die Situation war einfach furchtbar. Und ich weiß noch, wie ich wegging und dachte: „Was für eine Katastrophe!“

Vielleicht haben Sie einen Ehemann, der nicht gerettet ist. Aber Sie werden ihn nicht zu Christus führen, indem Sie ständig herumnörgeln und sagen: „Warum gehst du nicht in die Gemeinde? Du sollst das Oberhaupt der Familie sein. Warum nimmst du dir keine Zeit für die Kinder und liest ihnen aus der Bibel vor? Du sollst das geistliche Oberhaupt dieser Familie sein.“ Es gibt keinen schnelleren Weg, um zu erreichen, dass er Mauern aufbaut, die Türen schließt und sich noch weiter zurückzieht. Die Bibel sagt, wenn Sie einen ungläubigen Mann haben, können Sie ihn durch Ihren demütigen und ruhigen Geist gewinnen. Das bedeutet nicht, dass Sie von der Wahrheit abweichen und nie den Mund aufmachen sollen. Es geht darum, in welchem Geist wir es tun. In der Bibel heißt es: „Alles, was ihr  tut, soll in Liebe geschehen.“ Die Wahrheit kann befreien und das Leben von Menschen verändern, aber wenn sie ihnen im falschen Geist nahegebracht wird, kann sie Schaden anrichten und sie verletzen. „Alles, was ihr tut, soll in Liebe geschehen.“

Denken wir nochmals kurz über die beiden Männer nach, die durch einen Stromschlag ums Leben kamen. Sie waren beide noch jung. Keiner von ihnen rechnete damit, jetzt schon zu sterben.

Vielleicht werden Sie dank der Medizinwissenschaft und all der Durchbrüche, die dort erzielt werden, ein langes und erfülltes Leben haben. Die Leute leben immer länger. Vielleicht sind Sie gesund und stark und leben bis in die Neunziger oder gehören gar zu den wenigen Menschen, die über hundert werden. Es geht so schnell. Ich bin Großvater. Wie verrückt ist das denn!

Vor dem Gottesdienst saß ich mit meinem Vater zusammen. Wir sprachen über die vier Generationen unserer Familie. Mein Großvater ist der Vater meines Vaters. Ich nannte ihn Pappy. Da waren Pappy und mein Vater und ich und Harrison… vier Generationen. Nun nimmt mein Vater Pappys Platz ein und ich den Platz meines Vaters und dann kommen Harrison und Asher und Sawyer. Wie seltsam! Es schien mir so plötzlich gekommen zu sein.

Es geht schnell, auch wenn Sie ein langes, erfülltes Leben haben. Aber manche werden nicht so lange leben wie sie es erwarten. Damit meine ich nicht Sie. Ich sage nichts Schlechtes über Ihr Leben. Aber Tatsache ist, dass wir bereit sein müssen. Betrachten Sie einmal Ihr geistliches Leben. Wo stehen Sie mit Gott? Ich meine, Gott behüte, aber was wäre, wenn Ihre Lungen gerade Ihren letzten Atem ausgestoßen und Ihr Herz das letzte Mal in Ihrer Brust geschlagen hätte? Wenn Sie, Ihr wahres Ich, das in diesem Körper aus Fleisch und Blut wohnt, in die Ewigkeit einginge, wo würden Sie hingehen? Haben Sie mit Gott Frieden geschlossen? Haben Sie das Geschenk von Gottes Sohn angenommen? Er starb am Kreuz für unsere Sünden und wurde am dritten Tag zu unserer Rechtfertigung von den Toten auferweckt. Er wird Sie nicht abweisen.

Ich wurde in einer kleinen Straßenmission voller Obdachloser und Drogenabhängiger gerettet. Vielleicht kennen Sie dieses Milieu. Vielleicht sind Sie auch das genaue Gegenteil – ein aufrechter Bürger, der seine Steuern bezahlt, wie Nathan… ich mache Spaß. Ich finde, das ist eine wunderbare Veranschaulichung. Ich dachte, ich klaue das einfach und bald werden Sie nicht mehr wissen, wo es herkam und glauben, ich hätte mir das ausgedacht. Vielleicht versuchen Sie, alles richtig zu machen – richtig zu leben, ein guter Vater und ein guter Bürger zu sein. Aber das wird Sie nicht retten. Gute Werke machen uns nicht gerecht vor Gott. Das gelingt uns nur, indem wir Sein Geschenk der Gnade
im Glauben annehmen, nicht durch Werke.

Bitte beugen Sie für einen Moment den Kopf und schließen Sie die Augen. Ich will ein Gebet sprechen. Und ich will Sie um etwas ganz Einfaches bitten. Ich werde Sie gleich alle in ein gemeinsames Gebet führen. Vielleicht wissen Sie, dass Sie dieses Gebet sprechen müssen oder Sie haben eine schnelle Bestandsaufnahme Ihres Lebens gemacht, als wir in Offenbarung 3 gelesen haben und spüren, dass Sie das betrifft. Sie wissen, dass Sie nicht annähernd dort sind, wo Sie mit Gott sein sollten. Sie leben letztlich ohne Ihn. Sie sind ein verlorener Sohn, eine verlorene Tochter. Es ist Zeit, nach Hause zurückzukommen und das Feuer Gottes wieder neu in Ihnen zu entfachen.

Vielleicht haben Sie auch noch nie Ja zu Jesus gesagt. Es geht hier nicht darum, Ihnen ein Ritual aufzuzwingen. Es geht nicht darum, sich einem exclusiven Klub anzuschließen, der nur auserwählte Mitglieder aufnimmt. Nein, das ist für alle. Hier werden alle geliebt. Es geht nicht um eine endlose Liste mit Dingen, die Sie nicht mehr tun dürfen, weil Gott Sie erdrosselt, wenn Sie auch nur darüber nachdenken. Jesus sagte: Es geht darum, ein Leben zu haben und es im Überfluss zu haben. Danach hat sich Ihr Herz Ihr ganzes Leben lang gesehnt. Diese Zufriedenheit finden Sie weder in Drogen noch indem Sie immer mehr Güter anhäufen und sagenhaft reich werden. Sie können diese Leere in Ihrem Herzen weder durch die Beziehung mit einem anderen Menschen füllen noch durch gute Werke oder religiöse Rituale. Sie sind dafür bestimmt, mit Gott zu leben und zu reden und durch Seinen Sohn Jesus Christus können Sie eine Beziehung zu Ihm haben. Deshalb sage ich: „Verlorener Sohn, komm nach Hause.“ Und wenn Sie Jesus noch nie als Ihren Herrn und Retter angenommen haben, tun Sie es jetzt. Er wartet mit weit geöffneten Armen auf Sie. Er wird sich nicht von Ihnen abwenden. Er gibt Ihnen die Möglichkeit für einen neuen Anfang; die Möglichkeit, das zu werden, was Jesus wiedergeboren nannte. Geben Sie Ihr Leben dem Einen, der starb, um Sie zu befreien. Legen Sie doch Ihre Hand auf Ihr Herz und lassen Sie uns zusammen beten.

O Gott, ich komme jetzt zu Dir und ich demütige mich vor Deiner Güte. Danke, dass Du mich so sehr liebst, dass Du Deinen Sohn für meine Sünden hingegeben hast. Jesus, danke, dass Du für mich ans Kreuz gegangen bist. Ich glaube, dass Du von den Toten auferweckt wurdest und heute will ich eine Entscheidung treffen, die nur ich für mich treffen kann. Ich setze mein Vertrauen auf Dich. Ich bekenne Dich als meinen Herrn. Und von diesem Moment an gehört mein Leben Dir, Jesus. In Deinem Namen bete ich. Amen.

Ich hoffe, dass Sie das Gebet am Ende der Predigt mit der Gemeinde mitgebetet haben. Wenn Sie  das mit aufrichtigem Herzen getan haben, hat Gott Sie gehört. Vielleicht sind Sie ein Diener des  Evangeliums oder ein Christ, der über Monate oder gar Jahre hinweg durch unsere Sendung ermutigt  wurde. Und ich will alle, die mir jetzt zusehen, bitten, darüber nachzudenken und zu beten, einen Samen auszusäen und unseren Dienst mit einer Spende zu unterstützen. Wir verkünden das Evangelium mit unserer Sendung jede Woche in über hundert Ländern. Das ist sehr teuer, aber wir glauben, dass nur ein Menschenleben es wert ist. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze
Welt gewinnt und dabei seine Seele verliert? Bitte unterstützen Sie uns. Ich bete, dass Gott Sie dafür segnet.

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