Wie nur kann ich beten? 3/5

Von 14.03.2014 12843 Views100 Keine Kommentare
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Bist du frustriert, weil du schon lange für eine Angelegenheit betest und sich nichts verändert? Schielst du auf den Gebetserfolg anderer und möchtest wissen, was bei dir falsch läuft? Du wünschst dir mehr Tiefe für deine Gebete und möchtest erfahren, wie du diese in deinem ausgefüllten Alltagsleben bekommen kannst?

In dieser Predigt erforscht Bayless Conley das Gebetsleben von Jesus und beantwortet anhand der Bibel die Frage, wie auch deine Gebete bei Gott ankommen und erhört werden können. Lerne regelmäßig Zeit mit Gott im Gebet zu verbringen und alles mit ihm zu besprechen.

Diest ist der dritte Teil der Predigt, den vierten Teil findest du hier…

Predigtmanuskript

Heute werden wir über eine bestimmte Art von Gebet sprechen, die viele Menschen offenbar nicht verstehen. Es geht um das Fürbittegebet. In der Bibel ist „Fürbitter“ eigentlich ein griechischer Fachbegriff für jemanden, der für einen anderen Menschen zu einer Autoritätsperson geht, bei der der Betreffende keine Rechte hat. Diese Autoritätsperson kann ein König, ein Gouverneur oder jemand anderes in einer Machtposition sein. Hier ist also ein Mensch, der etwas braucht, aber er hat keinen Zugang zu dem, der es ihm geben kann. Derjenige, der zwischen den beiden steht und sie zusammenbringt, ist der Fürbitter. Fürbitte tut man hauptsächlich für Menschen, die Gott nicht kennen, die keinen Zugang oder keine Beziehung zu Ihm haben. Außerdem ist das Fürbittegebet für Christen da, denen nicht bewusst ist, welchen Zugang sie zu Gott haben, die ihre Rechte und Privilegien nicht kennen. In der Bibel gibt es einige konkrete Anweisungen in Bezug auf das Fürbittegebet, die wir als Christen verstehen sollten. Uns wird aufgetragen, Fürbitte für bestimmte Menschen zu tun. Darum soll es heute unter anderem auch gehen. Ich hoffe, es wird Ihnen helfen.

Heute möchte ich zu einer dritten Art von Gebet kommen und zwar zum Fürbittegebet. Wir könnten viele Bibelstellen dazu lesen, aber wir werden die Prinzipien unserem Text hier entnehmen. Die Jünger schickten einen vor, der Jesus bitten sollte: „Herr, lehre uns zu beten“ und Jesus gab ihnen das, was wir heute das „Vaterunser“ oder „Gebet des Herrn“ nennen. Das wird nicht nur hier, sondern auch an anderer Stelle der Bibel erwähnt und die werden wir uns auch noch anschauen. Aber jetzt möchte ich erst einmal zu Vers 5 gehen, weil Jesus hier immer noch auf die Frage der Jünger antwortet und ihnen etwas übers Beten beibringt. Das Fürbittegebet.

Lukas 11:5-8
„Und er sprach zu ihnen: Wer von euch wird einen Freund haben und wird um Mitternacht zu ihm gehen und zu ihm sagen: Freund, leihe mir drei Brote, da mein Freund von der Reise bei mir angekommen ist und ich nichts habe, was ich ihm vorsetzen soll! Und jener würde von innen antworten und sagen: Mach mir keine Mühe! Die Tür ist schon geschlossen, und meine Kinder sind bei mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und dir geben? Ich sage euch, wenn er auch nicht aufstehen und ihm geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er wenigstens um seiner Unverschämtheit willen aufstehen und ihm geben, so viel er braucht.“

In dieser kleinen Beispielgeschichte von Jesus werden drei Freunde erwähnt. Zuerst ist da der hungrige Freund, die Person, die Hilfe braucht. Zweitens gibt es den betenden Freund, denjenigen, der die Hilfe sucht. Und drittens haben wir den mächtigen Freund, denjenigen, der die Hilfe geben kann. Der hungrige Freund hat keine Beziehung zu dem mächtigen Freund und so muss ein anderer für ihn eintreten. Das nennt man Fürbitte. Später können Sie ja einmal 1. Timotheus 2 nachlesen. Dort heißt es im ersten Vers: „Ich ermahne nun…, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen.“ Danach ist auch von Königen und Machthabern die Rede, aber zunächst geht es um die Fürbitte für alle Menschen, weil Gott will, dass alle Menschen gerettet werden. Menschen, die ohne Jesus leben, haben diese Beziehung zu Gott nicht und sie brauchen jemanden, der für sie eintritt. In dem Vers aus 1. Timotheus, den ich gerade zitiert habe, geht es um Fürbitte als eine Form von Gebet. Aber eigentlich steht da ein Fachbegriff, der bedeutet, für jemanden zu einem König zu gehen, der keine Rechtsansprüche bei diesem König hat. Das bedeutet dieser Begriff, der im griechischen Text des Neuen Testaments für das Fürbittegebet gebraucht wird. Gott ist der mächtige Freund. Wir sollen der betende Freund sein. Die Menschen, die ohne Jesus leben, die Gott nicht kennen oder die Christen, die ihre Stellung bei Gott nicht kennen – die unwissenden Christen, die es auch gibt -, für die steht der hungrige Freund. Menschen, die ohne Gott leben, werden in ihr Verderben laufen, wenn wir nicht für sie bei Gott eintreten. Und das müssen wir tun, selbst wenn wir dafür mitten in der Nacht aufstehen und um Brot bitten gehen müssen. Jesus ist das Brot des Lebens und ohne Ihn wird die Welt ins Verderben laufen. Für sie müssen wir als Fürbitter vor Gott treten. Beim Propheten Jesaja heißt es über Gott: „Er wunderte sich, dass es keinen gab, der Fürbitte tat.“ Er war schockiert darüber, dass keiner für die anderen eintrat. Und ich glaube, Gott sucht in der Kirche nach Menschen, die beten und die für andere Fürbitte tun.

Für eine wirksame Fürbitte sind mehrere Dinge notwendig. Über einige davon möchte ich sprechen. Zunächst braucht man eine vertrauensvolle Beziehung zu dem mächtigen Freund. Ohne sie gibt es keine fruchtbare Fürbitte. Am Anfang unseres Abschnitts heißt es: „Wer von euch wird einen Freund haben und wird um Mitternacht zu ihm gehen.“ Hier geht es um echte Freundschaft mit Gott, dem mächtigen Freund.

Ich habe ein paar Freunde – nicht viele, aber ein paar -, zu denen könnte ich im Notfall mitten in der Nacht gehen, an die Tür klopfen und sagen: „Ich bin’s, Bayless! Ich bin hier. Steh auf! Ich brauche dich!“ Und sie würden sofort aufstehen. Sie würden nicht wütend werden. Nein, sie würden die Treppe herunter rennen, die Tür öffnen und fragen: „Bayless, was ist los? Was kann ich für dich tun?“ Bei ihnen würde ich nicht zögern, mitten in der Nacht an die Tür zu klopfen, weil ich die entsprechende Beziehung zu ihnen habe. Und ich würde von ihnen das Gleiche erwarten. Wie viel mehr ist das bei unserem himmlischen Vater der Fall? Jesus beginnt mit den Worten: „Wer von euch wird einen Freund haben…“ Einen Freund, zu dem wir um Mitternacht gehen und sagen können: „Ich bin hier, weil jemand anderes folgendes Problem hat…“ Wussten Sie, dass Abraham „der Freund Gottes“ genannt wurde? In Johannes 15:15 sagt Jesus: „Ich nenne euch nicht mehr Sklaven, denn der Sklave weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt.“ Wir gehen zu Gott wie zu einem Freund und nicht wie zu einem ungerechten oder gefürchteten Sklaventreiber. Aber zuerst braucht man diese vertrauensvolle Beziehung zu dem mächtigen Freund. Zweitens brauchen wir die richtige Einstellung zu denjenigen, die unseren mächtigen Freund noch nicht kennen. Schauen wir noch einmal in Vers 6. Der Mann ist an die Tür des mächtigen Freundes gekommen, der hier für Gott steht. Er sagt: „Mein Freund ist auf seiner Reise zu mir gekommen. Ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann.“ Und wir haben von uns aus der Welt tatsächlich nichts zu geben. Das Einzige, was wir den Menschen bringen können, ist Jesus, das Brot des Lebens. Gott allein kann die tiefste Sehnsucht der Menschheit stillen. Aber es heißt: „Ein Freund ist zu mir gekommen.“ Ein Freund – kein verachteter Feind.

Dabei möchte ich einen Moment stehen bleiben, denn manche Christen haben ein echtes Problem damit. In der Bibel steht: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Da steht nicht: „Gott war so wütend auf die Welt“, „Gott hat die Welt so verabscheut“, „Gott hat die Welt so gehasst“ oder: „Gott war so aufgebracht über die Welt.“ Nein. Gott hat die Welt so sehr geliebt! Und in dieser Geschichte von Jesus kennt der hungrige Freund den mächtigen Freund nicht; er hat keine Beziehung zu dem mächtigen Freund. Aber der Fürbitter sagt: „Mein Freund ist zu mir gekommen.“ Er sagt nicht „mein erklärter Feind“, nicht „mein Gegner“, sondern „mein Freund“.

Ich glaube, wir brauchen Beziehungen. Wir müssen eine Brücke sein, über die das Evangelium in das Leben der Menschen gelangen kann, in das Leben von Menschen ohne Gott. Wenn wir wirksam für sie eintreten wollen, brauchen wir ein Herz für sie. Es erstaunt mich, wie schnell einige Christen vergessen, woher sie kommen. Vielleicht erscheint uns das sehr einfach, aber wir müssen zu dem mächtigen Freund gehen und sagen: „Mein Freund ist zu mir gekommen, und ich möchte zwischen dir und ihm vermitteln.“

Wenn wir noch einmal Lukas, Kapitel 11 aufschlagen, finden wir dort die dritte notwendige Voraussetzung für wirksames Fürbittegebet und das ist Beharrlichkeit, wie wir in Vers 8 lesen. Dort sagt Jesus:

Lukas 11:8
„Ich sage euch, wenn er auch nicht aufstehen und ihm geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er wenigstens um seiner Unverschämtheit willen aufstehen und ihm geben, so viel er braucht.“

Wenn schon der Egoismus eines irdischen Freundes durch Beharrlichkeit überwunden werden kann, wie viel mehr wird diese Haltung des Glaubens bei unserem himmlischen Vater bewirken, der gern gibt? – Aber Jesus ist noch nicht fertig. Vers 9:

Lukas 11:9-13
„Und ich sage euch: Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden! Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und

dem Anklopfenden wird geöffnet werden. Wen von euch, der Vater ist, wird der Sohn um einen Fisch bitten -“ Das ist der nahtlose Übergang von der letzten Geschichte, die Jesus erzählt hat -. „Wen von euch, der Vater ist, wird der Sohn um einen Fisch bitten – und wird er ihm statt des Fisches etwa eine Schlange geben? Oder auch, wenn er um ein Ei bäte – er wird ihm doch nicht einen Skorpion geben? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel gibt, den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!“

Und aus dem Zusammenhang heraus könnte man sagen: den Heiligen Geist für andere Menschen schicken, um ihnen Jesus zu offenbaren. Ich glaube, wir müssen Gott um die Seelen von Menschen bitten, uns um die Rettung von verlorenen Menschen bemühen und im Gebet anklopfen, bis Gott Seinen Geist in ihr Leben schickt.

Ich sagte schon, dass ich für einige Menschen seit 37 Jahren bete. Das sind die harten Fälle. Bei den meisten ging es schneller. Die meisten anderen Menschen, für die ich ernsthaft gebetet habe, haben Jesus bereits ihr Leben anvertraut. Ein paar weigern sich noch und Gott wird sich nicht über ihren Willen hinwegsetzen. Das verstehen wir. Aber ich glaube, jeder Mensch, der einigermaßen bei Verstand ist und Himmel und Hölle vor sich sieht und die Schönheit des Erretters erkennt, wird sich für Jesus entscheiden. Gott zwingt keinen, aber… ich wüsste nicht, warum jemand Ihn ablehnen sollte. Also werde ich weiter für sie beten. Aber vielleicht gibt es auch in Ihrem Leben Menschen… bei den meisten wird es wohl keine 37 Jahre dauern. Gehen Sie für diese Menschen zu Gott und seien Sie beharrlich. Bringen Sie sie zu Gott. Beten Sie für ihre Seele. Beten Sie, dass ihr Herz offen für das Evangelium ist. Beten Sie, dass Gott ihnen andere Menschen über den Weg schickt, dass Er ihnen in Träumen begegnet, dass Er ihre Aufmerksamkeit erregt. Er kann es.

Gut, weiter im Text. Bitte schlagen Sie mit mir Matthäus 26 auf. Ich möchte zu einer vierten Art von Gebet kommen und das ist das Gebet der Hingabe und Heiligung. Matthäus 26. Matthäusevangelium, das 26. Kapitel. Das Gebet der Hingabe und Heiligung. Wir lesen ab Vers 36. In Matthäus 26:36 heißt es:

Matthäus 26:36-44
„Dann kommt Jesus mit ihnen an ein Gut, genannt Gethsemane, und er spricht zu den Jüngern: Setzt euch hier, bis ich hingegangen bin und dort gebetet habe! Und er nahm den Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus mit und fing an, betrübt und geängstigt zu werden. Dann spricht er zu ihnen: Meine Seele ist sehr betrübt, bis zum Tod. Bleibt hier und wacht mit mir! Und er ging ein wenig weiter und fiel auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber! Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend; und er spricht zu Petrus: Also nicht eine Stunde konntet ihr mit mir wachen? Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach. Wiederum, zum zweiten Mal, ging er hin und betete und sprach: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille! Und als er kam, fand er sie wieder schlafend, denn ihre Augen waren beschwert. Und er ließ sie, ging wieder hin, betete zum dritten Mal und sprach wieder dasselbe Wort.“

Drei Mal betete Jesus so: „Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“ Dieses Gebet finden wir an vielen Stellen in der Bibel und zwar immer im Zusammenhang damit, dass jemand um Wegweisung für sein Leben bittet. So ist es auch hier bei Jesus, der davon spricht, dass Er ans Kreuz gehen muss und zum Opfer für unsere Sünden wird. Die Anweisung, die Gott Ihm für Sein Leben schickte, hatte mit Seinem Schicksal und Gottes Plan für Ihn zu tun. Nicht was ich will, sondern was Du willst.

So betete auch Paulus in Apostelgeschichte 9, auf der Straße nach Damaskus. Er fragte: „Herr, wer bist du? Und was willst du von mir? Was ist dein Wille?“ Gott sagte: „Geh in die Stadt. Dort erfährst du, was du tun musst.“ Der Rest von Paulus’ Leben drehte sich darum, immer wieder neu eine Antwort auf diese beiden Fragen zu finden: Wer bist Du? Und was soll ich nach Deinem Willen tun?

Wenn es um die Frage geht, was Gott von uns will, dann müssen wir beten: „Herr, nicht das, was ich plane, sondern: Was sind Deine Pläne?“ Nicht: „Gott, Du musst in meinen Plan passen“, sondern: „Gott, wie passe ich in Deinen Plan? So, wie Du mich erschaffen hast, wie Du mich begabt hast?“ Und wenn Sie mitschreiben, dann schreiben Sie auch die Stelle Apostelgeschichte 18:21 auf, denn dort spricht Paulus erneut davon. Er sagt: „Ich werde wieder zu euch kommen, wenn Gott es will.“ Markieren Sie sich bitte die Stelle, die wir gerade aufgeschlagen haben, und schauen Sie mit mir in den Jakobusbrief. Dort finden wir ein weiteres Beispiel für dieses Gebet und wir werden dringend ermahnt, es zu beten. Also, Kapitel 4, Vers 13 – Entschuldigung, Jakobusbrief Kapitel 4, Vers 13:

Jakobus 4:13-17
„Nun also, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt gehen und dort ein Jahr zubringen und Handel treiben und Gewinn machen – die ihr nicht wisst, wie es morgen um euer Leben stehen wird; denn ihr seid ein Dampf, der eine kleine Zeit sichtbar ist und dann verschwindet -, statt dass ihr sagt: Wenn der Herr will, werden wir sowohl leben als auch dieses oder jenes tun. Nun aber rühmt ihr euch in euren Großtuereien. Alles solches Rühmen ist böse. Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde.“

Mit anderen Worten, wenn wir wissen, was Gott von uns will, wenn wir Seinen Plan für unser Leben kennen, wenn Gott uns die Richtung vorgegeben hat und wir weigern uns, es zu tun, dann ist das Sünde. Hier geht es also um Christen, die das letzte Gericht nicht vor Augen haben, die vergessen, dass dieses irdische Leben nur ein Hauch ist. Fühlen Sie sich auch manchmal wie ein „Dampfhauch“? Ich habe gerade heute erst darüber nachgedacht. Ich werde bald 58 Jahre alt. Wie ist das passiert? Es ist schon bizarr – unser Leben, wie ein Dampfhauch, der für kurze Zeit erscheint und dann verschwindet. Jakobus sagt also: „Plant nicht euer Leben.“ Wenn jemand sagt: „Ich gehe in diese oder jene Stadt, ich tue das und das. Wir haben unsere demografische Studie gemacht. Wir werden planen und das und das tun“ – dann antwortet Jakobus. „Nein. Ihr müsst Gott nach der Richtung für euer Leben fragen.“ Aber: Weder von Jesus noch irgendwo sonst lesen wir in der Bibel, dass jemand in Bezug auf Heilung oder irgendeinen Segen betete: „Gott, wenn es Dein Wille ist…“ Lassen Sie mich das wiederholen: Weder von Jesus noch irgendwo sonst lesen wir in der Bibel, dass jemand in Bezug auf Heilung oder irgendeinen Segen betete: „Gott, wenn es Dein Wille ist…“

Wenn man also um Heilung betet mit der Einschränkung „wenn es dein Wille ist“, dann betet man vielleicht in der Unterordnung gegenüber Gott, aber nicht im Glauben, denn der beginnt beim offenbarten Willen Gottes. Im Jakobusbrief, Kapitel 5 heißt es nicht, dass das Gebet der Hingabe und Heiligung die Kranken heilen wird, sondern: „Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten.“ Wissen Sie, es gibt verschiedene Prinzipien für die verschiedenen Arten von Gebet. Das Gebet der Hingabe und Heiligung ist wunderbar und wir alle müssen es beten – wahrscheinlich sogar ziemlich oft. Doch weder von Jesus noch von den Jüngern in der Apostelgeschichte noch aus den Briefen der Apostel ist bekannt, dass es zum Einsatz kam, wenn es um die Bitte um Segen oder Heilung von Gott ging. Trotzdem ist es ein wichtiges Gebet, das wir uns aneignen müssen.

Können Sie mir noch folgen? – Dann schlagen Sie bitte Lukas 22 auf. Lukasevangelium, 22. Kapitel. Dort wird über das gleiche Ereignis berichtet und wir wollen ab Vers 41 lesen. Da steht etwas, das ich erstaunlich finde. Lukas 22, ab Vers 41:

Lukas 22:41-44
„Und er zog sich ungefähr einen Steinwurf weit von ihnen zurück und kniete nieder, betete und sprach: Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir weg – doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, der ihn stärkte. Und als er in Angst war, betete er heftiger. Es wurde aber sein Schweiß wie große Blutstropfen, die auf die Erde herabfielen.“

Nun weiß ich nicht, wie Jesus, der Retter der Welt, der Mann, der gleichzeitig Gott und Mensch war, noch „heftiger“ beten konnte, aber Er tat es. Schon beim ersten Gebet war es Ihm todernst. Und wir lesen bei Matthäus, dass Er drei Mal die gleichen Worte betete. Offenbar betete Er immer intensiver. Ganz ehrlich gesagt, kann ich das nicht vollends begreifen, aber ich akzeptiere es, weil es in der Bibel steht. Und es sagt mir, dass die meisten von uns sicher noch ein wenig intensiver beten könnten. Es gibt verschiedene Ebenen von Gebet. Jesus bekam durch das Gebet die Kraft, den Willen des Vaters zu erfüllen. Manche von Ihnen wissen, was Gott mit ihrem Leben vorhat.

Ich werde nie ein Gespräch mit Freunden und Verwandten vergessen, bei dem das Thema aufkam: „Ach, Bayless, du bist doch Pastor in einer Gemeinde.“ „Ja, ich bin Pastor.“ Und neben mir saß eine Frau, die sagte: „Wisst ihr, schon als kleines Mädchen wusste ich, dass Gott mich als Missionarin berufen hat. Ich wusste es schon als Kind, aber ich habe es nie getan.“ Und dann hat sie irgendwie das Thema gewechselt und angefangen zu lachen und ihren Eistee getrunken. Ich bin fast vom Stuhl gefallen. Ich dachte: „Wie bitte? Was?“ Nun hatte sie sicher viel Gutes in ihrem Leben erfahren. Aber wissen Sie was? Der Zeitpunkt, wenn wir wirklich bereuen werden, Gott nicht gehorcht zu haben, ist, wenn wir diese Erde verlassen.

Sicher denken jetzt einige: „O nein! Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, bevor ich in die Kirche kam. Jetzt fühle ich mich doppelt so schlecht!“ Aber wir sind immer nur für den nächsten Schritt in unserem Leben verantwortlich.

Meine Frau hat ein cooles Gerät in Ihrem Auto – Sie wahrscheinlich auch -, nämlich ein Navigationssystem. Man schaltet es an und es sagt einem: „Rechts abbiegen, links abbiegen“ und so weiter. Mein Auto hat noch einen Kassettenspieler, nur dass Sie Bescheid wissen. Es ist ein ziemlich alter Kasten ohne großen Schnickschnack. Als ich es kaufte, waren CDs noch eine neue Erfindung. Wenn ich mit Janets Auto fahre, streite ich mich oft mit dem Navi. Ich finde nicht, dass es immer Recht hat. Wenn es sagt: „Nach 200 Metern rechts abbiegen“, denke ich: „Nein, ich fahre geradeaus.“ Und wissen Sie was? Wenn ich nicht auf das Gerät höre, denkt es sich vermutlich: „Der schon wieder. Bestimmt fährt Janet nicht selbst“ und dann fängt es an, mich satellitengesteuert umzuleiten. Und wissen Sie was? Vielleicht wussten Sie, dass Gott Ihnen „rechts abbiegen“ gesagt hat und Sie sind links abgebogen, Sie Rebell. Deswegen liebt Gott Sie nicht weniger. Seine Liebe zu Ihnen war noch nie von Ihrem Gehorsam oder Ungehorsam abhängig. Es ändert also nichts an Gottes Liebe zu Ihnen, aber wissen Sie was? Vielleicht sind Sie einem von Gott vorgegebenen Ziel nicht gefolgt und „links abgebogen“. Aber wie weit Sie auch vom Kurs abgekommen sind, der Heilige Geist kann Ihnen eine „Umleitung“ zeigen. Sie können sofort fragen: „Okay, Gott, was ist der nächste Schritt?“ Und dann sagt Er vielleicht: „rechts abbiegen“. Er hat so eine Art, uns wieder dahin zu bekommen, wo wir sein sollen. Vielleicht können wir nicht alles zurückbekommen, aber das Wichtigste ist, dass wir Gott ab sofort gehorsam sind und unser Leben Seinem Willen unterordnen. Das ist alles, was zählt. Natürlich können wir „Schnee von gestern“ nicht mehr zurückholen. Aber Gott sei Dank reinigt uns das Blut von Jesus von aller Sünde. Wenn ich meine Sünden bekenne, ist Er treu und gerecht und vergibt mir meine Sünde und reinigt mich von aller Ungerechtigkeit. Und ich möchte Sie ermutigen, denn manche von Ihnen haben es nötig. Haben Sie den Mut zu sagen: „In Ordnung, Gott. Es ist Dein Plan. Es ist Dein Wille. Ich habe so viele Pläne für mein Leben geschmiedet und Dich nie einbezogen. Was soll ich tun? Was ist der nächste Schritt, den Du für mein Leben hast?“ Und beten Sie vielleicht etwas ernsthafter. Gott wird Ihnen Kraft geben, Seinen Willen zu tun.

Diese verschiedenen Arten von Gebet sollte jeder Christ praktizieren. Wenn wir Gottes Willen oder die Richtung für unser Leben nicht kennen oder wenn wir Seinen Willen kennen, aber Probleme haben, ihn zu tun, dann brauchen wir das Gebet der Hingabe und Heiligung. Zu viele Menschen sind bereit, Gott zu dienen – aber zu ihren eigenen Bedingungen. Jesus ist der Herr – und wir somit nicht. Wir müssen Ihm zu Seinen Bedingungen dienen. Gott gibt uns das Wo, Was, Wer, Wann und Wie vor.

Ich habe festgestellt, dass viele Menschen die Prinzipien, die für das Gebet der Hingabe und Heiligung gelten, nehmen und einfach allen anderen Arten von Gebet überstülpen. Sie wissen schon: „Herr, wenn Du willst. Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe.“ Das ist ein wunderbares Gebet, wenn wir unser Leben Gott weihen und ganz in Seine Hände legen, solange wir Gottes Willen für unser Leben noch nicht kennen. Aber dieses Gebet ist nicht in erster Linie für den Fall von Krankheit gedacht und auch nicht für viele andere Situationen. Ich hoffe, dass Ihnen das jetzt klarer ist und dass es etwas in Ihrem Leben bewirkt. Im Hebräerbrief, Kapitel 11, ist die Rede von Menschen, die durch Glauben „Verheißungen erlangt“ haben. Sie sind im Glauben aktiv den Verheißungen Gottes nachgegangen. Verheißungen, die viel Potenzial hatten. Doch diese Verheißungen müssen im Glauben in Anspruch genommen werden, durch ein Gebet des Glaubens. Das Gebet der Hingabe und Heiligung hat seinen Platz. Das Gebet des Glaubens hat seinen Platz. Zu beiden gehört Glauben, aber es sind verschiedene Arten von Gebet. Wäre heute nicht ein guter Tag, Ihr Leben Gott ganz anzuvertrauen? Legen Sie Ihre Zukunft in Seine Hände. Beten Sie dieses Gebet und meinen Sie es ernst. Sicher werden Sie merken, dass dieses Gebet im Leben immer wieder einmal notwendig ist. – Diese Predigtreihe ist noch nicht ganz zu Ende, also bis zum nächsten Mal. Gott segne Sie!

 

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